[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufschnitt-Schneidemaschine, insbesondere zum Schneiden
von Nahrungsmitteln, mit einem Maschinengehäuse, einem an dem Maschinengehäuse gelagerten
und über eine Messerantriebseinheit angetriebenen Kreismesser, einer zur Einstellung
der Scheibendicke des zu verarbeitenden Schneidguts senkrecht zur Schneidebene des
Kreismessers mit einer Einstellvorrichtung verstellbaren Anschlagplatte und einem
am Maschinen-gehäuse parallel zur Schneidebene hin- und herverschiebbar gelagerten
Schlitten mit einer Schneidgutauflage, wobei die Anschlagplatte aus einer Sicherheitsposition,
in der die Anschlagplatte die Schneide des Kreismessers abdeckt, in eine Schneidposition
zum Schneiden des Schneidguts verstellbar ist.
[0002] Bei Aufschnitt-Schneidemaschinen dieser Art ist es erforderlich, durch geeignete
Schutzmaßnahmen Schnittverletzungen der Bedienungsperson während des Schneidens und
der Reinigung möglichst zu verhindern. Dabei sollte die Handhabung der Maschine trotzdem
einfach bleiben und optimale Schnittbedingungen gewährleistet sein.
[0003] Aus der DE 44 29 628 A1 ist eine Schneidemaschine bekannt, welche eine Verriegelungsvorrichtung
aufweist, die das Verschwenken des Schnittgutschlittens aus seiner Arbeitsposition
heraus in eine Reinigungsposition nur zuläßt, wenn gleichzeitig die Anschlagplatte
für die Scheibendicken-Einstellung auf einen Wert "unter Null" (Sicherheitsposition)
eingestellt ist, bei dem die Schneide des Kreismessers durch die Stirnkante der Anschlagplatte
abgedeckt und damit gegen unachtsame Berührung geschützt ist.
[0004] Da die Anschlagplatte in der Sicherheitsposition "unter Null" das Messer über die
Schneidebene hinaus in Richtung des Schlittens abdeckt, muß die an das Messer angrenzende
Schneidgutauflage des Schlittens mindestens 2 bis 3 mm Abstand zu diesem aufweisen,
um eine Berührung der feststehenden Anschlagplatte mit dem hin- und hergehenden Schlitten
bzw. dessen Schneidgutauflage zu vermeiden. Dieser Abstand führt bei weichem Schnittgut
zur Verschlechterung der Schnittqualität.
[0005] Es ist auch eine Lösung mit einer festen Schneidgutstütze bekannt, die fest am Maschinengehäuse
bzw. am Messerschutzring angebracht ist, wobei die Oberkante der Schneidgutstütze
bündig zur Schneidgutauflage des Schlittens liegt. Seitlich begrenzen der Kreismesserdurchmesser
und eine ausgesparte Anschlagplatte diese aus Platzgründen nur kleinflächige Schneidgutstütze.
Deshalb hat sie auch nur über einen kleinen Teil des Gesamtschlittenhubes eine abstützende
Wirkung auf das Schneidgut. Sie ist außerdem nur bei Schlitten mit waagrecht liegender
Schneidgutauflage anwendbar und nicht geeignet für Schlittenausführungen mit V-förmigen
Schneidgutauflagen, die eine selbstzentrierende Führung des Schneidguts ermöglichen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine optimierte Schneidgutauflage mit möglichst
kleinem Abstand zur Schneidebene des Kreismessers über den gesamten Hub des Schlittens
zu erreichen, ohne die Handhabung der Maschine und die Sicherheitsaspekte während
der Reinigung zu verschlechtern.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Abstand der Schneidgutauflage
senkrecht zur Schneidebene mittels einer Verstellvorrichtung zwischen einem Minimalabstand
und einem weiteren Abstand verstellbar ist, und daß die Einstellvorrichtung der Anschlagplatte
mit der Verstellvorrichtung so gekoppelt ist, daß bei einer Bewegung der Anschlagplatte
in die Sicherheitsposition der Abstand der Schneidgutauflage zur Schneidebene auf
den weiteren Abstand und bei einer Bewegung der Anschlagplatte in eine Schneidposition
der Abstand der Schneidgutauflage zur Schneidebene auf den Minimalabstand verändert
wird.
[0008] Entscheidend bei der vorliegenden Erfindung ist, daß eine Einstellbewegung der Anschlagplatte
mit einer Verstellbewegung der Verstellvorrichtung zur Anpassung des Abstandes zwischen
Schneidgutauflage und Schneidebene bzw. Kreismesserebene vorgenommen wird, so daß
sichergestellt ist, daß beim Einrücken der Anschlagplatte in die Sicherheitsposition
der Abstand der Schneidgutauflage zur Schneidebene vergrößert wird und so eine Kollision
der mit dem Schlitten parallel zur Schneidebene hin- und herverfahrbaren Schneidgutauflage
mit der Anschlagplatte ausgeschlossen wird.
[0009] Entsprechend wird erfindungsgemäß der Abstand zwischen Schneidgutauflage und Schneidebene
wieder auf den Minimalabstand verringert, sobald die Anschlagplatte aus der Sicherheitsposition
ausrückt und die vorbeschriebene Kollision nicht mehr vorkommen kann.
[0010] Unter Minimalabstand zwischen Schneidgutauflage und Kreismesserebene bzw. Schneidebene
wird ein möglichst kleiner Abstand verstanden, der mit wirtschaftlich vertretbaren
Maßnahmen sicher ein störungsfreies Hin- und Hergleiten der Schneidgutauflage parallel
zur Schneidebene erlaubt, wenn sich die Anschlagplatte in einer Schneidposition befindet
und die Aufschnittschneidemaschine zum Herstellen von Aufschnitt betriebsbereit ist.
[0011] Der weitere Abstand den die Schneidgutauflage von der Schneidebene einzuhalten hat,
wenn die Anschlagplatte in die Sicherheitsposition einrückt, muß lediglich sicherstellen,
daß eine Kollision eines hin- und herbewegten Schlittens mit Schneidgutauflage mit
der Anschlagplatte sicher vermieden wird. Weitere Anforderungen sind an den weiteren
Abstand nicht zu richten. Selbstverständlich wird man vorzugsweise den weiteren Abstand
so gering als möglich halten um allzu große Verschiebebewegungen der Bauteile gegeneinander
zu vermeiden.
[0012] Entscheidend für die vorliegende Erfindung ist auch nicht in erster Linie, ob der
Minimalabstand und der weitere Abstand für eine Maschine jeweils zwei genau definierte
Abstände zur Schneidebene darstellen, oder ob sich diese Abstände noch geringfügig
bei einer weiteren Bewegung der Anschlagplatte über den gesamten Scheibendicken-Einstellbereich
für die möglichen Schneipositionen ändern. Entscheidend ist jedenfalls, daß bei einer
Stellung der Anschlagplatte in der jeweiligen Schneidposition ein kleiner Abstand
der Schneidgutauflage bezüglich der Schneidebene hergestellt wird, der eine ausreichende
Stützung des Aufschnittgutes sicherstellen kann.
[0013] Zur Erzielung der Abstandsänderung zwischen Schneidgutauflage und Scheidebene stehen
zwei prinzipielle Lösungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei einer ersten Ausführungsform
wird die Schneidgutauflage auf das Kreismesser bzw. dessen Schneidebene zubewegt und
bei einer zweiten Ausführungsform bleibt die Schneidgutauflage in ihrer Position während
das Kreismesser in Richtung zur Schneidgutauflage hinbewegt wird, sobald die Anschlagplatte
aus der Sicherheitsposition ausrückt und in eine Schneidposition gebracht wird.
[0014] Der Minimalabstand der Schneidgutauflage zur Schneidebene wird vorzugsweise trotz
den obigen Ausführungen in jeder Schneidposition der Anschlagplatte im wesentlichen
konstant sein.
[0015] Wählt man die erste Ausführungsform bei der die Schneidgutauflage gegenüber dem Kreismesser
bewegt wird, um den Abstand senkrecht zur Schneidebene zu vergrößern, wird vorzugsweise
die Schneidgutauflage gemeinsam mit dem Schlitten zwischen einer Position mit dem
Minimalabstand und einer Position mit dem vorgegebenen weiteren Abstand mittels der
Verstellvorrichtung hin- und herbewegbar sein. Diese Ausführungsform läßt einfachere
Kopplungsmechanismen der Verstellvorrichtung und der Einstellvorrichtung zu.
[0016] Hierbei ist insbesondere daran zu denken, daß die Verstellvorrichtung für die Schneidgutauflage
eine bezüglich ihrer Längsachse exzentrisch verschwenkbar gelagerte Führungschiene
umfaßt, welche den Schlitten parallel zur Schneidebene verschiebbar lagert. Durch
eine Verschwenkbewegung der exzentrisch gelagerten Führungsschiene kann gleichzeitig
eine Annäherung bzw. ein Wegbewegen der Schneidgutauflage zusammen mit dem Schlitten
von der Schneidebene in einfacher Weise bewerkstelligt werden. Hierbei kann die Führungsschiene
insbesondere eine zylindrische Form aufweisen, welche über an beiden Enden exzentrisch
angeordnete Zapfen im Maschinengehäuse drehbar gelagert wird.
[0017] Eine besonders einfache Kopplung oder Übertragung der Bewegung der Anschlagplatte
auf die Schneidgutauflage ergibt sich über einen an der Führungsschiene montierten
Hebel, der beim Einrücken der Anschlagplatte in die Sicherheitsposition von einem
Mitnehmer der Einstellvorrichtung der Anschlagplatte betätigt wird und die Schneidgutauflage
zusammen mit dem Schlitten in einen weiteren Abstand zur Schneidebene bewegt. Der
Hebel dreht dabei die exzentrisch gelagerte Führungsschiene und sorgt somit für eine
Bewegung des Schlittens samt Schneidgutauflage senkrecht zur Schneidebene.
[0018] Der vorerwähnte Mitnehmer kann als Teil einer Kurvenscheibe ausgebildet sein, welche
zur Steuerung der Schneidposition der Anschlagplatte verwendet wird. Hierbei kann
vorgesehen sein, daß der Mitnehmer als eine radial angeordnete Nut, beispielsweise
in der Kurvenscheibe, ausgebildet ist, in welche der Hebel einrückbar ist. Bei einer
Drehbewegung der Einstellvorrichtung wird der Hebel dann über den Mitnehmer in die
jeweils einzunehmende Position geführt. Die Schwenkbewegung des Hebels kann dabei
durch einen Anschlag begrenzt sein.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt der Hebel nach Freigabe
durch den Mitnehmer an dem Umfang der Kurvenscheibe an. Dabei wird der Hebel vorzugsweise
gegen den Umfang elastisch vorgespannt anliegen.
[0020] Eine besonders bevorzugte Geometrie ist dann anzunehmen, wenn die Schwenkachse der
Führungsschiene und deren Mittelachse bei einer mittleren Scheibendickeneinstellung
der Anschlagplatte in einer zur Schneidebene im wesentlichen parallelen Ebene liegen.
Wird die Führungsschiene nur zwischen zwei definierten Positionen hin- und herverschwenkt,
sollte diese Geometrie selbstverständlich im wesentlich bei jeder Scheibendickeneinstellung
der Anschlagplatte vorherrschen.
[0021] Alternativ zu der zuvor beschriebenen Ausführungsform kann der Mitnehmer auch einen
Fangzahn am Umfang der Kurvenscheibe umfassen.
[0022] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Schnittbedingungen
über den gesamten Scheibendicken-Einstellbereich durch den Minimal-Abstand zwischen
der Schneidebene des Kreismessers und der Schneidgutauflage optimiert sind. Dies wirkt
sich insbesondere bei weichem Schneidgut wie Wurst, Käse, Fisch, günstig auf die Schnittqualität
aus. Es wird vermieden, daß das Schneidgut während des Schneidvorgangs durch den Schnittdruck
einseitig nach unten gebogen, bzw. in einen zu breiten Spalt zwischen Schneidgutauflage
und Kreismesser eingezogen und das Messer seitlich weggedrückt wird. Dadurch wird
eine unsaubere Zipfelbildung bei den geschnittenen Scheiben vermieden. Außerdem wird
durch die günstigeren Schnittbedingungen Antriebsenergie am Kreismesser eingespart.
[0023] Die Koppelung der Scheibendicken-Einstellvorrichtung mit der Schneidgutauflagen-
bzw. Schlittenpositionierung bringt einen weiteren Vorteil. Die damit erreichte Schneidspaltoptimierung
zwischen Kreismesser und Schneidgutauflage wird ohne zusätzliche Handgriffe der Bedienungsperson
erreicht.
[0024] Außerdem ist die Erfindung universell an allen Vertikal- und Schrägschneidemaschinen
verwendbar.
[0025] Bezüglich der Schneidgutauflage und der seitlichen Führung des Schneidguts auf dem
Schlitten können alle bekannten Formen wie L-Form, U-Form oder V-Form verwendet werden.
Bei der V-Form wird von der Erfindung erstmals eine Lösung vorgeschlagen, weil bei
dieser die bekannte, beim Stand der Technik bereits erwähnte, am Maschinengehäuse
befestigte Schneidgutstütze nicht verwendet werden kann, da die Unterkante des Schneidguts
je nach Schneidgutdurchmesser in unterschiedlicher Höhe fixiert wird.
[0026] Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im
Zusammenhang mit der beiliegenden Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Schneidemaschine;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht gemäß Fig. 1 mit aufgeschnittenem Maschinengehäuse - Anschlagplatte
in der Scheibendicken-Einstellposition "unter Null" (Sicherheitsposition);
- Fig. 2a
- Einzelheit aus Fig. 2, vergrößert gezeichnet;
- Fig. 3
- Teilvorderansicht wie Fig. 2, jedoch in der Scheibendicken-Einstellposition "über
Null";
- Fig. 4
- Teilansicht in Pfeilrichtung "X" gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- Vorderansicht eines 2. Ausführungsbeispiels in der Scheibendicken-Einstellposition
"unter Null"; und
- Fig. 6
- Vorderansicht des 2. Ausführungsbeispiels in der Scheibendicken-Einstellposition "über
Null".
[0027] Die in Fig. 1 dargestellte Schneidemaschine 1 für Nahrungsmittel, z.B. Wurst, Käse,
Fisch oder dergleichen, umfaßt ein Maschinengehäuse 2, an dem ein motorisch angetriebenes
Kreismesser 3 drehbar gelagert ist. Am Maschinengehäuse 2 ist ein speichenradförmiger
Messerschutzring 4 stationär befestigt, der die Schneide des Kreismessers 3 aus Sicherheitsgründen
mit Ausnahme des vorderen Schneidbereichs 5 ringförmig umschließt. Im Schneidbereich
5 ist eine parallel zur Schneidebene 6 des Kreismessers 3 verlaufende Anschlagplatte
7 zur Einstellung der Scheibendicke relativ zur Messer- bzw. Schneidebene mittels
einer ScheibendickenEinstellvorrichtung 8 angeordnet. Die an sich bekannte Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 kann in einer Extremeinstellung auf eine Scheibendicke "unter Null" (beispielsweise
ca. -0,5 bis -2 mm) eingestellt werden (Sicherheitsposition).
[0028] In dieser Stellung überdeckt die Stirnkante der Anschlagplatte 7 die Schneide des
Kreismessers 3 im vorderen Schneidbereich 5 und ergibt zusammen mit dem Messerschutzring
4 einen Berührungsschutz über den kompletten Umfang des Kreismessers 3.
[0029] Ein Schlitten 9 für die Aufnahme eines nicht dargestellten Schneidguts ist am Kreismesser
3 entlang, parallel zur Messer- bzw. Schneidebene hin- und herverschiebbar. Das Schneidgut
wird auf dem Schlitten 9 liegend dem rotierenden Kreismesser 3 zugeführt und anliegend
an der Anschlagplatte 7 in Scheiben geschnitten.
[0030] Die Schneidebene 6 des Kreismessers 3 kann schräg zur Aufstellfläche der Schneidemaschine
1 in einem bestimmten Winkel zur Senkrechten geneigt sein, wie in Fig. 1 dargestellt
(Schrägschneider), oder senkrecht zur Aufstellfläche angeordnet sein (Vertikalschneider).
[0031] Der Schlitten 9 ist mit einem Schlittenfuß 10 starr verbunden und kann um eine am
Schlittenfuß 10 angebrachte Schwenkachse 11 aus seiner in Fig. 1 gezeichneten Arbeitsposition
in eine strichpunktiert angedeutete Reinigungsposition 9' weggeschwenkt werden.
[0032] Aus Fig. 2 ist ersichtlich, daß der Schlittenfuß 10 mit einer Schlittenführung 12
gelenkig verbunden ist, welche senkrecht zur Bildebene auf einer am Maschinengehäuse
2 beidseitig im Maschinengehäuse 2 gelagerten Führungsschiene oder -achse 13 gleitverschiebbar
geführt ist und mittels einer ebenfalls am Maschinengehäuse 2 starr befestigten Laufschiene
14 zwischen einer Laufrolle 15 und einem Sicherungsstift 16 verdrehgesichert wird.
[0033] Das Wegschwenken des Schlittens 9 ist in der Regel aus Sicherheitsgründen nur in
der in Fig. 2 dargestellten Scheibendicken-Einstellposition "unter Null" (Sicherheitsposition)
möglich, bei der die Stirnkante der Anschlagplatte 7 die Schneidkante des Kreismessers
3 überdeckt. In der Scheibendicken-Einstellposition "über Null" (Schneidpositionen),
d.h. über dem gesamten Scheibendicken-Einstellbereich, z.B. von 0,1 bis 25 mm Scheibendicke,
wird das Wegschwenken des Schlittens 9 mittels einer an sich bekannten und nicht dargestellten
Verriegelungsvorrichtung verhindert.
[0034] Die Bewegung der Anschlagplatte 7 zur Einstellung der Scheibendicke wird im Ausführungsbeispiel
von einer Kurvenscheibe 17 mit einer an sich bekannten stirnseitig angeordneten Spiralnut
18 bestimmt. Die Anschlagplatte 7 ist mit einer Anschlagplattenführung 19 fest verbunden
und auf gehäusefest angebrachten Führungsachsen 20 senkrecht zur Schneidebene 6 des
Kreismessers 3 verschiebbar gelagert. Ein in der Anschlagplattenführung 19 befestigter
Mitnehmerstift 21 gleitet formschlüssig in der Spiralnut 18.
[0035] Die Kurvenscheibe 17 ist zusammen mit der Scheibendicken-Einstellvorrichtung 8 auf
einer gemeinsamen Achse mit dem Drehpunkt 22 befestigt.
[0036] Die Steigung der Spiralnut 18 in Bezug auf den Drehpunkt 22 der Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 ist so gestaltet, daß beim Verdrehen der Einstellvorrichtung 8 entgegen dem Uhrzeigersinn,
aus der in Fig. 2 abgebildeten Stellung heraus, die Anschlagplatte 7 sich nach links,
d.h. vom Schlitten 9 weg bewegt und dabei zuerst die Schneidkante des Kreismessers
3 freigibt und danach ein immer größer werdender Abstand zwischen der Schneide des
Kreismessers 3 und der Anschlagplatte 7 entsteht, entsprechend der einzustellenden
Schnittdicke. Ein Beispiel mit einer Scheibendicken-Einstellung "über Null" zeigt
die Fig. 3.
[0037] Die Schneidgutauflage 23 des Schlittens 9 ist in der Sicherheitsposition "unter Null"
der Anschlagplatte 7, gemäß Fig. 2a Abstand "c", mindestens 2 bis 3 mm von der Schneidebene
6 des Kreismessers 3 entfernt. Dieser Mindestabstand setzt sich zusammen aus der Mindestüberdeckung
"a" der Messerschneidkante durch die Anschlagplatte 7 mit min. 1 bis 1,5 mm und dem
Mindestspalt "b" mit 1 bis 1,5 mm zwischen Anschlagplatte 7 und der hin- und herbewegten
Schneidgutauflage 23 des Schlittens 9, um ein Berühren der beiden Teile unter Berücksichtigung
von Fertigungstoleranzen und Verformungskräften beim Schneidvorgang zu verhindern.
[0038] Der Abstand c führt bei weicherem Schneidgut, wie z.B. Wurst und Käse zu einer Verschlechterung
der Schnittqualität, weil das Schneidgut während des Schneidvorgangs durch den Schneiddruck
einseitig verbogen wird, bzw. das Schneidgut in den Spalt eingezogen und das Messer
3 seitlich weggedrückt wird. Dadurch entsteht ein nachteiliges Schmieren beim Schnitt,
bzw. eine unsaubere Zipfelbildung bei den geschnittenen Scheiben.
[0039] Um dies zu verhindern, wird erfindungsgemäß mit der Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 eine Verstellvorrichtung gekoppelt, bei der die Schneidgutauflage 23 im Einstellbereich
"über Null" z.B. von 0,1 bis 25 mm Scheibendicke, auf einen optimalen Minimalabstand
c', z.B. 0,5 mm zur Schneidebene 6 des Kreismessers 3 gebracht wird. Die Verstellvorrichtung
wird in Fig. 3 und 4 sichtbar.
[0040] Die Führungsachse 13 ist an ihren Enden mittels Exzenterzapfen 24 im Maschinengehäuse
2 drehbar gelagert. In Achsrichtung ist die Führungsachse quasi spielfrei und liegt
an den Innenseiten des Maschinengehäuses 2 an. Ein Hebel 25 ist fest mit der Führungsachse
13 verbunden. Die Kurvenscheibe 17 weist an ihrem Umfang eine radiale Nut 26 auf,
in die der Hebel 25 formschlüssig eingreift, solange die Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 in der Sicherheitsstellung "unter Null", gemäß Fig. 2, eingestellt ist.
[0041] Der konzentrisch zum Drehpunkt 22 liegende Umfang der Kurvenscheibe 17 weist unmittelbar
neben der radialen Nut 26 einen Fangzahn 27 auf. Beim Verdrehen der Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 entgegen dem Uhrzeigersinn aus der in Fig. 2 abgebildeten Stellung heraus, bewegt
sich der in der radialen Nut 26 formschlüssig eingreifende Hebel 25 solange mit, bis
er seine in Fig. 3 dargestellte Position erreicht und an einem Anschlagstift 28 anschlägt.
Dabei wird gleichzeitig die mit dem Hebel 25 fest verbundene Führungsachse 13 mitgeschwenkt
und bewirkt durch die Exzenterzapfen-Lagerung 24 eine etwa senkrechte Bewegung des
Schlittens 9 in Richtung zur Schneidebene 6 des Kreismessers 3.
[0042] Die Exzenterzapfen 24 sind in ihrer Lage zum Mittelpunkt der Führungsachse 13 so
plaziert, daß bei einer mittleren Scheibendicken-Einstellung zwischen der "unter-Null"-Stellung
und der max. Scheibendicke, eine gedachte Verbindungslinie vom Mittelpunkt der Führungsachse
13 zum Mittelpunkt der Exzenterzapfen 24 etwa parallel zur Schneidebene 6 des Kreismessers
3 verläuft.
[0043] Etwa gleichzeitig mit dem Übergang der Scheibendicken-Einstellung auf einen Wert
"über Null", z.B. 0,1 mm Scheibendicke, erreicht der Hebel 25 den Anschlagstift 28
und behält für den restlichen Verdrehwinkel der Scheibendicken-Einstellvorrichtung
bis zur max. einstellbaren Scheibendicke seine Lage gemäß Fig. 3 bei, wobei das freie
Ende des Hebels 25 mit wenig Spiel am Umfang der Kurvenscheibe 17 entlanggleitet und
der Hebel 25 diese Lage, bedingt durch die als oberer Anschlag wirkende Kurvenscheibe
17, zwangsläufig beibehält.
[0044] Beim Zurückdrehen der Scheibendicken-Einstellvorrichtung 8 im Uhrzeigersinn in die
Sicherheitsposition der Anschlagplatte 7 "unter Null" wird das freie Ende des Hebels
25 etwa bei Schnittstärke "Null" vom Fangzahn 27 erfaßt und der Hebel 25 kann wieder
in die radiale Nut 26 eintauchen und solange nach oben verschwenken bis die Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 wieder die Endposition "unter Null" gemäß Fig. 2 erreicht hat. Gleichzeitig weicht
der Schlitten 9 wieder auf den vorgegebenen weiteren Abstand c zwischen Schneidebene
6 des Kreismessers 3 und Schneidgutauflage zurück.
[0045] Ein 2. Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 5 und 6 dargestellt. Die
folgende Beschreibung beschränkt sich auf die wesentlichen Unterschiede zur 1. Ausführung
gemäß Fig. 2 und 3.
[0046] Im 2. Ausführungsbeispiel ist der Schlitten 9 in Richtung senkrecht zur Schneidebene
6 des Kreismessers 3 nicht verstellbar. Das Kreismesser 3 ist dagegen senkrecht zur
Schneidebene 6 verstellbar. Die Verstellung ist mit der Scheibendicken-Einstellvorrichtung
8 gekoppelt.
[0047] Die Fig. 5 zeigt eine Schneidemaschine in der Sicherheitsposition mit der Scheibendicken-Einstellung
"unter Null". Die gegenüber der 1. Ausführung am Umfang geänderte Kurvenscheibe 117
weist jetzt einen Nocken 130 auf. Ein im Maschinengehäuse 102 in einer Lagerung 131
schwenkbar gelagerter Hebel 132 liegt auf einer Seite auf dem Nocken 130 auf. Die
andere Seite des Hebels 132 ist gelenkig über eine Lagerung 133 mit dem Gestänge 134
verbunden, welches seinerseits mit einem Kniehebelmechanismus 135 gelenkig verbunden
ist. Eine auf das Gestänge 134 wirkende Druckfeder 136 sorgt für die kraftschlüssige
Auflage des Hebels 132 auf der Kurvenscheibe 117. Der Kniehebelmechanismus 135 stützt
sich auf der einen Seite in einer Lagerung 137 im Maschinengehäuse 102 ab. Auf der
anderen Seite ist er in einer Lagerung 138 mit der Messerantriebseinheit 139 verbunden.
Die Messerantriebseinheit 139 besteht aus einem Antriebsmotor 140, für das Kreismesser
3, einer Messerlagerung 141, dem Kreismesser 3 und dem Messerschutzring 4 und ist
im Maschinengehäuse 102 senkrecht zur Schneidebene 6 des Kreismessers 3 verschiebbar
gelagert.
[0048] Beim Verdrehen der Einstellvorrichtung 8 entgegen dem Uhrzeigersinn aus der in Fig.
5 dargestellten Stellung heraus in eine Position gemäß Fig. 6 bewegt sich die Anschlagplatte
7, wie im 1. Ausführungsbeispiel nach links. Gleichzeitig gleitet der Hebel 132 vom
Nocken 130 herunter auf die tieferliegende konzentrische Außenkontur 142 der Kurvenscheibe
117. Die Schwenkbewegung des Hebels 132 wird von der Druckfeder 136 unterstützt und
über das Gestänge 134 auf den Kniehebelmechanismus 135 übertragen. Dieser wird bis
zu einem Anschlag 143 durchgedrückt und bewirkt eine axiale Verschiebung der Messerantriebseinheit
139 in Richtung des Schlittens 9 senkrecht zur Schneidgutauflage 23.
[0049] Der Nocken 130 der Kurvenscheibe 117 ist so ausgebildet, daß etwa gleichzeitig mit
dem Übergang der Scheibendicken-Einstellung auf einen Wert "über Null", z.B. 0,1 mm
Scheibendicke, der Hebel 132 den Nocken 130 verlassen und die konzentrische Außenkontur
142 erreicht hat. Über den Kniehebelmechanismus 135 hat sich dabei gleichzeitig die
Messerantriebseinheit 139 in Richtung Schlitten 9 bewegt, so daß sich ein minimaler
Schneidspalt c' zwischen der Schneidebene 6 des Kreismessers 3 und der Schneidgutauflage
23 des Schlittens 9 einstellt.
[0050] Beim Weiterdrehen der Scheibendicken-Einstellvorrichtung 8 bis zur max. Scheibendicke
bleibt der minimale Schneidspalt c' zwischen Kreismesser 3 und Schneidgutauflage 23
konstant erhalten.
1. Aufschnitt-Schneidemaschine mit
- einem Maschinengehäuse (2),
- einem an dem Maschinengehäuse (2) gelagerten und über eine Messerantriebseinheit
(139) angetriebenen Kreismesser (3),
- einer zur Einstellung der Scheibendicke des zu verarbeitenden Schneidguts senkrecht
zur Schneidebene (6) des Kreismessers (3) mit einer Einstellvorrichtung verstellbaren
Anschlagplatte (7) und
- einem am Maschinengehäuse (2) parallel zur Schneidebene (6) hin- und herverschiebbar
gelagerten Schlitten (9) mit einer Schneidgutauflage (23),
- wobei die Anschlagplatte (7) aus einer Sicherheitsposition, in der die Anschlagplatte
(7) die Schneide des Kreismessers (3) abdeckt, in eine Schneidposition zum Schneiden
des Schneidguts verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der Abstand der Schneidgutauflage (23) senkrecht zur Schneidebene (6) mittels einer
Verstellvorrichtung zwischen einem Minimalabstand (c') und einem weiteren Abstand
(c) verstellbar ist,
- und daß die Einstellvorrichtung der Anschlagplatte (7) mit der Verstellvorrichtung
so gekoppelt ist, daß bei einer Bewegung der Anschlagplatte (7) in die Sicherheitsposition
der Abstand der Schneidgutauflage (23) zur Schneidebene (6) auf den weiteren Abstand
(c) und bei einer Bewegung der Anschlagplatte (7) in eine Schneidposition der Abstand
der Schneidgutauflage (23) zur Schneidebene (6) auf den Minimalabstand (c') verändert
wird.
2. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Minimalabstand
(c') der Schneidgutauflage (23) von der Schneidebene (6) in jeder Schneidposition
der Anschlagplatte (7) konstant ist.
3. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidgutauflage (23) gegebenenfalls gemeinsam mit dem Schlitten (9) zwischen einer
Position mit dem Minimalabstand (c') und einer Position mit dem weiteren Abstand (c)
mittels der Verstellvorrichtung hin- und herbewegbar ist.
4. Aufschnitt-Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstellvorrichtung für die Schneidgutauflage (23) eine bezüglich ihrer Längsachse
exzentrisch verschwenkbar gelagerte Führungsschiene (13) umfaßt, welche den Schlitten
(9) parallel zur Schneidebene (6) verschiebbar lagert.
5. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die exzentrisch
gelagerte Führungsschiene (13) einen Hebel (25) aufweist, welcher beim Einrücken der
Anschlagplatte (7) in die Sicherheitsposition von einem Mitnehmer der Einstellvorrichtung
(8) der Anschlagplatte (7) betätigt wird und die Schneidgutauflage (23) zusammen mit
dem Schlitten (9) in den weiteren Abstand (c) zur Schneidebene (6) bewegt.
6. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer
als Teil einer Kurvenscheibe (17) ausgebildet ist.
7. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer
als eine radial angeordnete Nut (26) ausgebildet ist.
8. Aufschnitt-Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkachse der Führungsschiene (13) und deren Mittelachse bei einer mittleren
Scheibendickeneinstellung der Anschlagplatte (7) in einer zur Schneidebene (6) im
wesentlichen parallelen Ebene liegen.
9. Aufschnitt-Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hebel (25) in seiner Schwenkbewegung durch einen Anschlag (28) begrenzt ist.
10. Aufschnitt-Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hebel (25) nach Freigabe durch den Mitnehmer an dem Umfang der Kurvenscheibe
(17) anliegt.
11. Aufschnitt-Schneidemaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß der Mitnehmer einen Fangzahn (27) am Umfang der Kurvenscheibe (17) umfaßt.
12. Aufschnitt-Schneidemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kreismesser (3), gegebenenfalls gemeinsam mit der Messerantriebseinheit (139) gegenüber
der Schneidgutauflage (23) zwischen einer Position mit dem Minimalabstand (c') der
Schneidgutauflage (23) zur Schneidebene (6) und einer Position der Schneidgutauflage
(23) zur Schneidebene (6) mit dem weiteren Abstand (c) mittels der Verstellvorrichtung
verstellbar ist.