[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Vorrichtungen zum elektrostatischen Abscheiden
von Verunreinigungen, wie Schwebstoffe und dergleichen aus einem Gasstrom, mit mindestens
einer Ionisationsquelle zum Beladen von Verunreinigungen und mindestens einer zweiten,
entgegengesetzt gepolten und als Filtereinrichtung ausgebildeten ersten Abscheideelektrode.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der WO 95/18680 bekannt. Die bekannte Vorrichtung
umfaßt einen kegelstumpfförmigen Abscheidefilter, der entgegengesetzt zu einer Ionisationsquelle
gepolt ist und aus einer galvanisch hergestellten Folie gebildet ist. In Strömungsrichtung
hinter dem Abscheidefilter ist eine im wesentlich gleichartig ausgebildete Gegenelektrode
angeordnet. Die Gegenelektrode sorgt dafür, daß geladene Verunreinigungen, die durch
die Öffnungen der Abscheideelektrode hindurchtreten, von der Gegenelektrode abgestoßen
werden und sich auf der Rückseite der Abscheideelektrode anlagern. Eine solche Vorrichtung
hat zudem den Vorteil, daß eine wiederverwendbare, reinigungsfähige Abscheideelektrode
eingesetzt wird, die gegebenenfalls eine antibakterielle Beschichtung, z.B. durch
Abscheiden von Silber, aufweisen kann. Durch diese Beschichtung werden Keime unschädlich
gemacht und organisches Wachstum, auch Bakterienwachstum, auf der Abscheideelektrode
wird verhindert. Ein Filterdurchbruch, wie er z.B. bei Vliesfiltern auftreten kann,
ist nicht möglich. Bei einem Filterdurchbruch wachsen Bakterien von der Schmutz- auf
die Reinluftseite des Filters durch und gelangen so wieder in die Abluft. Weiteres
Wachstum auf der Reinluftseite kann auch zum Abbruch ganzer Bakterienkolonien aus
dem Filter führen. Obwohl Abscheidevorrichtungen gemäß der WO 95/18680 sich sehr gut
bewährt haben, ist man dennoch bestrebt, Verbesserungen zu erwirken, die ein effektiveres
Abscheiden möglich machen.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum elektrostatischen
Abscheiden von Verunreinigungen der eingangs genannten Art bereitszustellen, bei der
eine wirksamere Filterwirkung bereitgestellt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in Strömungsrichtung vor der
mindestens einen ersten Elektrode mindestens eine weitere zweite Abscheideelektrode
als Vorfiltereinrichtung angeordnet ist.
[0005] Diese Vorfiltereinrichtung hat den Zweck, insbesondere Grobpartikel aus der Zuluft
herauszufiltern. Dies erfolgt bevorzugt in einer Art und Weise, daß sämtliche Partikel,
die die nachfolgende Filtereinrichtung verstopfen könnten, herausgefiltert werden.
Dadurch, daß die Vorfiltereinrichtung ebenfalls eine Abscheideelektrode ist, ist aufgrund
der angelegten Spannung die Abscheidewirkung einstellbar, so daß sie in Bezug auf
die Filterwirkung der nachfolgenden Filtereinrichtung optimiert werden kann. Zwar
ist das Vorfiltern im Stand der Technik bereits bekannt, jedoch werden hierzu Vliesfilter
eingesetzt, die nach Gebrauch als Abfall entsorgt werden müssen und ein Bakterienwachstum
im Filter nicht ausschließbar ist.
[0006] Damit die Einsatzdauer der Vorrichtung nicht von der Filterwirkung der Filtereinrichtung
abhängig ist, kann die Abscheidefläche der Filtereinrichtung größer sein als die Abscheidefläche
der Vorfiltereinrichtung. Da diese in aller Regel einfacher ausgebildet ist, ist auch
deren Reinigung weniger aufwendig. Vorteilhaft ist es hierbei, wenn gemäß einer Variante,
das Abscheideflächenverhältnis zwischen Filtereinrichtung und Vorfiltereinrichtung
ca. 13:1-4:1, bevorzugt 7:1, beträgt. Ein solches Verhältnis hat sich bei Versuchen
als sehr positiv herausgestellt, so daß eine Reinigung der Filtereinrichtung nur äußerst
selten erfolgen muß.
[0007] Des weiteren kann die an der Vorfiltereinrichtung anliegende Spannung geringer sein
als an der Filtereinrichtung. Hierdurch wird sichergestellt, daß die Vorfiltereinrichtung
nur die Grobausscheidung vornimmt und sich nicht schon feine und feinste Partikel
an der Vorfiltereinrichtung ablagern.
[0008] Günstigerweise können die Filteröffnungen in der Vorfiltereinrichtung eine gleich
große oder kleinere Querschnittsgröße aufweisen wie oder als die Filteröffnungen der
Filtereinrichtung. Durch diese Maßnahme ist auf jeden Fall sichergestellt, daß in
der Zuströmung der Filtereinrichtung nur Partikel vorhanden sind, die kleiner sind
als die Öffnungen der ersten Abscheideelektrode. Diese Maßnahme hat zur Folge, daß
die Filtereinrichtung dauerhaft ihre gesamte Filterfläche zur Verfügung stellt, ohne
daß die Durchtrittsöffnungen durch zu große Partikel verstopfen. Eine längere Einsatzdauer
der Filtereinrichtung läßt sich hierdurch erreichen.
[0009] Die Effektivität der Vorfiltereinrichtung läßt sich noch dadurch verstärken, daß
gemäß einer Variante in Strömungsrichtung vor der Vorfiltereinrichtung mindestens
eine zweite Ionisationsquelle angeordnet ist. Das Zusammenspiel zwischen dieser Ionisationsquelle
und der Vorfiltereinrichtung läßt eine noch genauere Bestimmung der Abscheiderate
zu.
[0010] Um auch die Abscheidewirkung an der Filtereinrichtung verstärken zu können, kann
in Strömungsrichtung hinter der ersten Abscheideelektrode eine Gegenelektrode angeordnet
sein, die entgegengesetzt gepolt ist oder eine andere Spannung aufweist. Hierdurch
kommt es zur Anlagerung von Verunreinigungspartikeln, die durch die Öffnungen der
Abscheideelektrode hindurchgetreten sind, auf deren Rückseite.
[0011] Da es aufgrund der Konzeption der vorliegenden Erfindung in aller Regel zu einer
schnelleren Verschmutzung der Vorfiltereinrichtung kommt, kann diese vorteilhafterweise
als separat aus einem Vorrichtungsgehäuse entnehmbare Kassetteneinheit ausgebildet
sein. Die Kassetteneinheit wird dann einfach herausgezogen und nach deren Reinigung
wieder in das Vorrichtungsgehäuse zurückgeführt.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform, die jedoch auch für sich alleine
gesehen Schutz genießen kann, ohne daß sie in Verbindung mit den vorangegangenen Ansprüchen
gesehen wird, ist auch die Filtereinrichtung gemeinsam mit den Gegenelektroden als
separat aus einem Vorrichtungsgehäuse entnehmbare Kassetteneinheit ausgebildet. Die
gleichzeitige Anordnung von Gegenelektroden und Abscheideelektroden in einer einzigen
Kassetteneinheit gewährleistet, daß genau definierte Abstände von Abscheide- zu Gegenelektroden
erreicht werden, die auch nach Reinigung der Kassette einen störungsfreien Betrieb
gewährleisten. Darüber hinaus trägt eine solche Ausführung zur Kompaktheit der gesamten
Vorrichtung bei. Eine solche Kassetteneinheit eignet sich auch zur Modulbauweise,
wodurch die Anzahl und somit die Fläche der effektiven Abscheideelektrode entsprechend
angepaßt werden kann. Ein solches Baukastensystem wäre z.B. für verschiedene Vorrichtungsgrößen
anwendbar.
[0013] Bevorzugterweise können in der Kassetteneinheit der Filtereinrichtung mehrere, übereinander
angeordnete Abscheidefilter angeordnet sein, die als jeweils einzeln oder gemeinsame
Abscheideelektrode ausgebildet sind und sich im wesentlichen in Strömungsrichtung
der Zuströmung erstrecken. Der Vorteil einer solchen Anordnung besteht darin, daß
sich die effektive Abscheidefläche wesentlich erhöhen läßt, da als Durchströmquerschnitt
nicht nur der Gesamtquerschnitt der Vorrichtung zur Verfügung steht. Das bedeutet
aber auch, daß die Zuluft umgelenkt werden muß, um durch die Abscheideelektroden oder
die Abscheideelektrode hindurchzuströmen. Hierdurch läßt sich die Abscheidewirkung
nochmals erhöhen. Die Gesamtabscheidefläche wird dann durch die Anzahl der Durchtrittsbereiche
und der Länge der Kassetteneinheit bestimmt. Für eine derartige Anordnung ist es wichtig,
daß die Abscheideelektrode oder Abscheideelektroden aus der Senkrechten bezüglich
der Strömungsrichtung der Zuströmung heraus gekippt werden, um diese gestapelte Anordnung
zu ermöglichen.
[0014] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, daß die Abscheidefilter parallel
zueinander angeordnet sind und die Gegenelektroden auf der Austrittsseite der Abscheidefilter
parallel zu diesen angeordnet sind, wobei die Einlaßseite der Kassetteneinheit Eintrittskanäle
aufweist, deren Wandbereiche zumindest teilweise von den Abscheidefiltern gebildet
sind. Eine solche Anordnung ermöglicht es, daß die Austrittsseiten von zwei Abscheideelektroden
einer einzigen Gegenelektrode zugeordnet sind. Die parallele Anordnung von Abscheideelektroden
und Gegenelektroden führt zu einer sehr kompakten Bauweise.
[0015] Darüber hinaus können die zwischen den Eintrittskanälen befindlichen geschlossenen
Bereiche der Einlaßseite zur Halterung der Gegenelektroden dienen. Diese Bereiche
übernehmen somit eine Doppelfunktion. Zum einen halten sie die verschiedenen Abscheidebereiche
auf Distanz und bewirken, daß sämtliche Zuströmung durch die Abscheideelektroden hindurchgeführt
wird, und zum anderen haltern sie die Gegenelektrode, ohne daß diese mit der Zuluftströmung
in Berührung kommt, bevor diese die Abscheideelektroden passiert.
[0016] Die Auslaßseite der Kassetteneinheit kann Austrittskanäle aufweisen, deren Wandbereiche
zumindest teilweise von den Abscheidefiltern gebildet sind, wobei die Gegenelektroden
in den Austrittskanälen angeordnet sind. Hierdurch wird eine Symmetrie erreicht, indem
sich beim Aufbau der Kassetteneinheit jeweils ein Eintrittskanal und ein Austrittskanal
in der Anordnung abwechseln. Eine gleichmäßige Durchströmung der Filtereinrichtung
ist somit garantiert.
[0017] Um eine selektive Abscheidung von Verunreinigungspartikeln unterschiedlicher Größe
zu erreichen, können mehrere Filtereinrichtungen zum Abscheiden unterschiedlicher
Verunreinigungsgrößen hintereinander angeordnet sein. Durch die genaue Abstimmung
durch die angelegte Spannung sowie die Geometrie der Filtereinrichtungen werden jeweils
immer nur vorbestimmte Partikelgrößen von der entsprechend zugeordneten Filtereinrichtung
abgeschieden.
[0018] Hierbei kann bevorzugterweise die Gegenelektrode der vorangegangenen Filtereinrichtung
gleichzeitig Ionisationsquelle der nachfolgenden Filtereinrichtung sein. Hierdurch
läßt sich die Vorrichtung kompakter aufbauen, da zusätzliche Ionisationsquellen nicht
vorgesehen sein müssen.
[0019] Eine besondere Ausführungsform, die aber auch für sich alleine Schutz genießen kann,
ohne in Verbindung mit den vorangegangenen Ansprüchen zu stehen, sieht vor, daß auf
der Austrittsseite dieser Vorrichtung eine Zeltkonstruktion als Reinluftraum angeordnet
ist. Mit einer solchen Zeltkonstruktion als Zusatzeinrichtung läßt sich die hohe Reinheit
der gefilterten Luft bei niedrigen Volumenstrom vorteilhaft zur Versorgung von Menschen
mit Atmungsproblemen in akuten Fällen nutzen. Ein niedriger Volumenstrom versorgt
die Zeltkonstruktion mit einem konstanten Reinluftstrom. Befindet sich eine Person
in der Zusatzeinrichtung, so kann sie diese Luft atmen. Gleichzeitig muß die Zeltkonstruktion
jedoch nicht hermetisch abgeschlossen sein, da der leichte Überdruck der zugeführten
Reinluft andere Luft aus der Einrichtung verdrängt. Durch diese offene Bauweise besteht
kein unmittelbares Sicherheitsrisiko sollte die Luftförderung ausfallen.
[0020] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zum elektrostatischen Abscheiden gemäß der vorliegenden Erfindung
in einer schematischen Schnittdarstellung,
- Fig. 2
- die Filtereinrichtung aus Fig. 1 in vergrößerter Darstellung mit eingezeichneter Luftströmung,
- Fig. 3
- die Filtereinrichtung aus Fig. 1 mit entsprechenden elektrischen Verbindungen,
- Fig. 4a, 4b und 4c
- Varianten von pinselsternförmigen Ionisationsquellen,
- Fig. 5
- eine Anordnungsvariante der Ionisationsquellen aus Fig. 4b,
- Fig. 6a und 6b
- Varianten von bürstenförmigen Ionisationsquellen und
- Fig. 7
- eine Anordnungsvariante der Ionisationsquellen aus Fig. 6a oder 6b.
[0021] Die in Fig. 1 gezeigte Abscheidevorrichtung weist im wesentlichen ein Gehäuse 1 mit
einer Zuluftöffnung 2 und einer Abluftöffnung 3, eine im Strömungskanal 4 des Gehäuses
1 angeordnete Grobfilter- oder Vorfiltereinrichtung 5 und eine nachfolgend in Strömungsrichtung
angeordnete Fein- oder Hauptfiltereinrichtung 6.
[0022] Die Zuluftöffnung 2 ist mit einem Grobgitter 7 zum Zurückhalten gröbster Verunreinigungspartikel
und zum Schutz gegen ungewollten Zugriff versehen. Das Schutz- oder Grobgitter 7 besteht
entweder aus Kunststoff oder wenn eine Abschirmung gewünscht wird, aus Metall oder
ist mit entsprechenden Metallzusätzen versehen.
[0023] Im Bereich der Abluftöffnung 3 ist ein Ventilator 8 zur Erzeugung der entsprechenden
Strömung angeordnet.
[0024] Vor der Filtereinrichtung 6 ist in vorbestimmtem Abstand eine Ionisationsquelle 9
angeordnet, die als Pinselstern mit Kohlefaserborsten ausgebildet ist. An die Ionisationsquelle
9 ist eine Spannung zwischen -8 bis -20kV anlegbar, ohne daß eine nennenswerte Ozonproduktion
auftritt.
[0025] Vor der Vorfiltereinrichtung 5 ist eine zweite Ionisationsquelle 10 angeordnet, an
die in ähnlicher Weise eine negative Spannung anlegbar ist.
[0026] Die Vorfiltereinrichtung weist eine als Metallgewebe ausgebildete Abscheideelektrode
11 auf, die derart im Strömungskanal 4 angeordnet ist, daß die gesamte Strömung durch
diese hindurchtreten muß. Die Abscheideelektrode 11 kann aber auch als Lochfolie,
Streckmetall oder ähnliches, insbesondere durch galvanische Herstellung, erzeugbar
sein. Die Lochgröße der Abscheideelektrode 11 beträgt bevorzugt zwischen 100 bis 1000
µm, was letztendlich von der beabsichtigten Grobfilterung abhängt. Die Abscheideelektrode
11 ist mit einer positiven Spannung versehen oder liegt an Masse an. Zwischen der
Auswechselbarkeit ist die Abscheideelektrode 11 in einem Kassettenrahmen 12 angeordnet
und durch diesen leicht ausbaubar und somit leicht zu reinigen.
[0027] Die Geometrie der Abscheideelektrode 11 kann jedoch auch unterschiedlich sein. Zum
Beispiel können zur Oberflächenvergrößerung Faltungen (Zick-Zack, Wellenlinien) ausgeführt
werden.
[0028] Die Filtereinrichtung 6 besteht aus mehreren parallel zueinander angeordneten, plattenförmigen
Abscheideelektroden 13. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind zehn solcher Abscheideelektroden
13 übereinander, im wesentlichen im gleichmäßigen Abstand zueinander, angeordnet.
Die Abscheideelektroden 13 erstrecken sich im wesentlichen in Richtung der Hauptzuführströmung
und jeweils parallel zueinander. Die Abscheideelektroden sind in einem Kassettenrahmen
14 gehalten, der an seiner Einlaßseite 15 mehrere, im vorliegenden Fall fünf, Eintrittskanäle
16 aufweist, deren obere und untere Wandung jeweils von einer Abscheideelektrode 13
gebildet ist. Die Eintrittskanäle sind jeweils durch die geschlossenen Bereiche 17
des Kassettenrahmens 14 voneinander getrennt, bzw. zum Gehäuse 1 hin beabstandet.
[0029] Auf der Auslaßseite 18 weist der Kassettenrahmen 14 sechs Austrittskanäle 19 auf,
die durch verschlossene Bereiche 20 voneinander getrennt sind. Die Abscheideelektroden
13 bilden auch zumindestens bei den mittleren vier Austrittskanälen 19 jeweils die
obere und untere Seitenwand. Bei den äußeren Kanälen 19 ist jeweils eine Wandung durch
den Kassettenrahmen 14 gebildet. Innerhalb eines jeden Austrittskanals 19 ist parallel
zu den Abscheideelektroden 13 jeweils eine Gegenelektrode 21 angeordnet, die entgegengesetzt
zu den Abscheideelektroden 13 gepolt sind. Die Bereiche 17 auf der Einlaßseite 15
verschließen die Austrittskanäle 19 zur Einlaßseite 15 hin und dienen als Halterung
für die Gegenelektroden 21. Die Bereiche 20 auf der Auslaßseite 18 verschließen die
Eintrittskanäle 16 zur Auslaßseite 18 hin.
[0030] Diese Konstruktion gewährleistet, daß sämtliche Strömung durch die Abscheideelektroden
13 hindurchströmt.
[0031] Die Filtereinrichtung 6 läßt sich aufgrund des Kassettenrahmens 14 ebenfalls aus
der Vorrichtung komplett herausnehmen und reinigen und anschließen wieder einsetzen,
ohne daß sich an den Abständen zwischen Abscheideelektroden 13 und Gegenelektroden
21 etwas verändert.
[0032] Des weiteren kann die Kassetteneinheit der Filtereinrichtung 6 modular aufgebaut
sein, so daß die Anzahl und damit die Fläche der Abscheideelektroden 13 für unterschiedliche
Vorrichtungen im Baukastenprinzip angepaßt werden kann.
[0033] Durch die Ausführung der Filtereinrichtung 6 ist weiterhin sichergestellt, daß diese
eine größere Abscheidefläche aufweist, als die Vorfiltereinrichtung 5. Z.B. kann die
Gesamtabscheidefläche der Filtereinrichtung 6 28dm
2 betragen, wohingegen die Gesamtabscheidefläche der Vorfiltereinrichtung 5 4dm
2 beträgt, wodurch ein Flächenverhältnis der Abscheideflächen von 7:1 gegeben ist.
Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt die Lochabmessung der Abscheideelektrode
11 der Vorfiltereinrichtung 5 200µm x 200µm und die Lochgröße der Abscheideelektroden
13 der Filtereinrichtung 6 2500µm x 50µm. Dabei weisen die Abscheideelektroden 13
der Filtereinrichtung 6 eine gesamte offene Fläche von ca. 40% auf und die Abscheideelektroden
11 der Vorfiltereinrichtung 5 eine gesamte offene Fläche von ca. 30% auf.
[0034] Die Abstände zwischen den Abscheideelektroden 13 auf der Einlaßseite 15 und der Abstand
zwischen der Abscheideelektrode 13 und der Gegenelektrode 21 auf der Auslaßseite 18
beträgt zwischen 5 und 30mm.
[0035] Die Gegenelektroden 21 sind bevorzugt mit einer Spannung von -3kV bis -6kV zur Steigerung
des Abscheidegrades versehen. Die Gegenelektrode 21 kann ein Voll- oder Lochblech
bis hin zu einzelnen Punkt- oder Linienelektroden sein.
[0036] Die Ionisationsquellen 9 und 10 können jeweils im Abstand von 2-8cm vor den zugeordneten
Filtereinrichtung 5 oder 6 angeordnet sein.
[0037] Im folgenden wird insbesondere unter Zuhilfenahme der Figuren 2 und 3 die Wirkungs-
und Funktionsweise der oben beschriebenen Ausführungsform näher erläutert. Die beschriebene
Abscheidevorrichtung wird überall dort eingesetzt, wo ein mit wenigen Verunreinigungspartikel
beladener Luft- bzw. Gasstrom gefordert ist.
[0038] Durch Antreiben des Ventilators 8 entsteht ein Sog, so daß Zuluft in die Zuluftöffnung
2 durch das Grobgitter 7 eintritt. Das Grobgitter 7 hält gröbste Verunreinigungen
des Gasstromes zurück. Durch die Ionisationsquelle 10 wird eine negative Aufladung
der im Gasstrom mitgeführten Verunreinigungspartikel bewirkt, so daß es zu einer ersten
Ablagerung von groben Partikeln an der Vorfiltereinrichtung 5, die bevorzugt an unterschiedlichem
Potential anliegt, kommt. Die Stärke der Ionisation an dieser Stelle wird so gewählt,
daß bevorzugt an der Abscheideelektrode 11 der Vorfiltereinrichtung 5 lediglich eine
Ablagerung von groben Verunreinigungspartikeln erfolgt. Verunreinigungsteilchen, die
größer als die Lochgröße sind, bleiben aufgrund des Drucks durch den Luftstrom auf
der Vorderseite der Abscheideelektrode 11 haften.
[0039] Anschließend strömt der vorgereinigte Gasstrom an der Ionisationsquelle 9 vorbei.
Die mitgeführten, noch nicht geladenen Schmutzpartikel werden aufgrund der hier höher
anliegenden Spannung ebenfalls noch aufgeladen. Der Gasstrom dringt dann in die Eintrittskanäle
16 an der Einlaßseite 15 der Filtereinrichtung 6 ein und wird dann zum Durchtritt
durch die waagerecht angeordneten Abscheideelektroden 13 umgelenkt. Da an diesen Abscheideelektroden
13 ebenfalls eine zur Ionisationsquelle 9 gegenpolige Spannung anliegt, kommt es hier
zur Abscheidung von den kleineren im Gasstrom mitgeführten Verunreinigungspartikeln.
Da die Lochgröße der Abscheideelektroden 13 gleich groß ist wie oder größer ist als
die Lochgröße der Abscheideelektrode 11 der Vorfiltereinrichtung 5 kommt es nicht
zum Verstopfen derselben.
[0040] Verunreinigungspartikel, die durch die Öffnungen der Abscheideelektroden 13 hindurchdringen,
treffen auf ein gegengerichtetes, durch die Gegenelektroden 21 erzeugtes Feld, so
daß sie sich auf der Rückseite der Abscheideelektroden 13 anlagern.
[0041] Der im wesentlichen vollständig gereinigte Gasstrom tritt dann durch die Austrittskanäle
19 an der Auslaßseite 18 der Filtervorrichtung 6 aus und wird durch den Ventilator
8 seiner Bestimmung zugeführt.
[0042] Wichtig für die opimale Reinigung des Gasstromes ist die genaue Abstimmung der Spannungen
der Ionisationsquellen 9 und 10 auf die zugeordneten Abscheideelektroden 11 und 13,
sowie deren Verhältnisse untereinander.
[0043] Durch die erfindungsgemäße Kaskadierung kann eine selektive Abscheidung von Verunreinigungsteilchen
unterschiedlicher Größen in verschiedenen Abscheidestufen erfolgen. Erreicht wird
dieser Effekt durch unterschiedliche Filtergeometrien (Positionierung zum Luftstrom,
Lochgröße, Material) und Ionisationsquellenanordnung, sowie unterschiedliche Spannungen
an Ionisationsquellen 9, 10 und Abscheideelektroden 11, 13 und Gegenelektroden 21.
[0044] Weitere Filtereinrichtungen 6 können vorgesehen sein, wobei die Gegenelektroden 21
gleichzeitig die Ionisationsquellen der nachfolgenden Filtereinrichtung bilden können.
[0045] Durch die Anordnung der Abscheideelektrode 11 und der Abscheideelektroden 13 sowie
der Gegenelektroden 21 in jeweils einer Kassetteneinheit, sind diese leicht austausch-
bzw. reinigbar. Im vorliegenden Falle wird es jedoch zu einer häufigeren Reinigung
der Vorfiltereinrichtung 5 kommen, was letztendlich aufgrund der Einfachheit der durchzuführenden
Reinigung gewünscht ist.
[0046] Durch die hier beschriebene Vorrichtung lassen sich Verunreinigungsteilchen bis zu
einem Durchmesser von größer gleich 0,01µm abscheiden.
[0047] In den Figuren 4a, 4b und 4c sind unterschiedliche Formen von Ionisationsquellen
9, 10 dargestellt. Diese als Pinselstern bezeichnete Ausführungsform können sowohl
drei (Fig. 4a) als auch bis zu sechs (Fig. 4c) Kohlefaserpinsel 22 mit einer Borstenlänge
von 5-20mm in sternförmiger Anordnung auf einem Halter 23 aufweisen.
[0048] In der Fig. 5 ist eine Anordnungsvariante dargestellt, bei der zwei Ionisationsquellen
gemäß Fig. 4b übereinander angeordnet sind, um möglichst weiträumig den Strömungskanal
4 abzudecken.
[0049] Es besteht aber auch die Möglichkeit, wie in Fig. 6a und 6b gezeigt ist, Kohlefaserbürsten
24 einzusetzen, die auf einer Leiste 25 angeordnet sind. Dabei können die Kohlefasern
24 durchgängig (Fig. 6a) oder im Abstand zueinander (Fig. 6b) angeordnet sein. Die
Borstenlänge beträgt dabei ca. 10mm. In Fig. 7 ist gezeigt, wie die Bürsten 24 über
den Strömungskanal 4 verteilt angeordnet sein können. Hierbei können die Bürsten 24
in Richtung oder quer zum Luftstrom eingebaut sein.
[0050] Sämtliche hier gezeigten Ausführungsformen der Ionisationsquellen 9 und 10 lassen
sich auch untereinander kombinieren.
[0051] Die Abmessungen der Gesamtvorrichtung können z.B. in der Breite 240mm, in der Höhe
330mm und in der Länge 500mm betragen.
[0052] Der Abscheidegrad ist vom durch die Vorrichtung gehenden Volumenstrom abhängig. Je
kleiner der Volumenstrom, desto höher ist der Abscheidegrad. Bei niedrigen Volumenströmen
kann die gefilterte Luft Reinstraumansprüchen genügen.
1. Vorrichtung zum elektrostatischen Abscheiden von Verunreinigungen, wie Schwebstoffe
und dergleichen aus einem Gasstrom mit mindestens einer Ionisationsquelle (9,10) zum
Beladen von Verunreinigungen und mindestens einer zweiten, entgegengesetzt gepolten
und als Filtereinrichtung (6) ausgebildeten ersten Abscheideelektrode (13), dadurch gekennzeichnet, daß in Strömungsrichtung vor der mindestens einen Ionisationsquelle (9, 10) mindestens
eine weitere zweite Abscheideelektrode (11) als Vorfiltereinrichtung (5) angeordnet
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidefläche der Filtereinrichtung (6) größer ist als die Abscheidefläche
der Vorfiltereinrichtung (5).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abscheideflächenverhältnis zwischen der Filtereinrichtung (6) und der Vorfiltereinrichtung
(5) ca. 13:1 bis 4:1, bevorzugt 7:1, beträgt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Vorfiltereinrichtung (5) anliegende Spannung geringer ist als an
der Filtereinrichtung (6).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Filteröffnungen in der Vorfiltereinrichtung (5) eine gleich große oder kleinere
Querschnittsgröße aufweisen wie oder als die Filteröffnungen der Filtereinrichtung
(6).
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in Strömungsrichtung vor der Vorfiltereinrichtung (5) mindestens eine zweite
Ionisationsquelle (10) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 , dadurch gekennzeichnet, daß in Strömungsrichtung hinter der ersten Abscheideelektrode (13) eine Gegenelektrode
(21) angeordnet ist, die entgegengesetzt gepolt ist oder eine andere Spannung aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorfiltereinrichtung (5) als separat aus einem Vorrichtungsgehäuse (1) entnehmbare
Kassetteneinheit ausgebildet ist.
9. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Filtereinrichtung (6) gemeinsam mit den Gegenelektroden (21) als separat
aus einem Vorrichtungsgehäuse entnehmbare Kassetteneinheit ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß in der Kassetteneinheit der Filtereinrichtung (6) mehrere, übereinander angeordnete
Abscheidefilter (13) angeordnet sind, die als jeweils einzelne oder gemeinsame Abscheideelektrode
ausgebildet sind und sich im wesentlichen in Strömungsrichtung der Zuströmung erstrecken.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheidefilter (13) parallel zueinander angeordnet sind und die Gegenelektrode
(21) auf der Austrittsseite der Abscheidefilter (13) parallel zu diesen angeordnet
sind, wobei die Einlaßseite (15) der Kassetteneinheit Eintrittskanäle (16) aufweist,
deren Wandbereiche zumindest teilweise von den Abscheidefiltern (13) gebildet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die zwischen den Eintrittskanälen (16) befindlichen geschlossenen Bereiche (17)
der Einlaßseite (15) zur Halterung der Gegenelektroden (21) dienen.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Auslaßseite (18) der Kassetteneinheit Austrittskanäle (19) aufweist, deren
Wandbereiche zumindest teilweise von den Abscheidefiltern (13) gebildet sind, wobei
die Gegenelektroden (21) in den Austrittskanälen (19) angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Filtereinrichtungen (6) zum Abscheiden unterschiedlicher Verunreinigungsgrößen
hintereinander angeordnet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektrode (21) der vorangegangenen Filtereinrichtung (6) gleichzeitig
Ionisationsquelle der nachfolgenden Filtereinheit ist.
16. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrittsseite der Vorrichtung eine Zeltkonstruktion als Reinluftraum zugeordnet
ist.