[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Wasserkühlung von profiliertem
Walzgut, insb. der Flansche von, auf einem Rollgang aufliegenden Trägern. Es sind
verschiedene Vorschläge zu einer solchen Wasserkühlung bekanntgeworden, so das Durchfahren
von zeitlich und oberhalb des Rollgangs angeordneten Wasservorhängen oder das Benetzen
der Trägeroberfläche von den Kühlwasserkästen aus, mit denen die, vor oder hinter
den Walzgerüsten einer Walzenstraße angeordneten Zentrierlineale ausgestattet sind.
[0002] Alle diese bekannten Maßnahmen und Einrichtungen arbeiten mit einem verhältnismäßig
großen Wasserverbrauch, lassen kein gezieltes Kühlen zu und sind, besonders dann,
wenn die Träger in der Bewegung auf dem Rollgang gekühlt werden, nicht besonders effektiv.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Wasserkühlung dieser
Art zu schaffen, die es bei sparsamem Wasserverbrauch erlaubt, bestimmte Abschnitte
des Profils gezielt und intensiv zu kühlen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Mehrzahl von, beiderseits des Rollgangs mit Abstand
über dessen Transportebene, untereinander beabstandet angeordnete, in einer vertikalen
Ebene richtungsverstellbare Sprühdüsen gelöst. Die Sprühdüsen können dabei gemeinsam
in vertikalen Ebenen winkelverstellbar, vorteilhaft in oder an den Kühlwasserkästen
von, mit dem Rollgang verbundenen Zentrierlinealen für das Walzgut angeordnet sein.
Die Sprühdüsen und die diesen zugeordneten Zuführstutzen können dabei vorteilhaft
jeweils in einer, in dem Kühlwasserkasten angeordneten, gegen diesen abgeschlossenen,
zur Zentrierfläche des Zentrierlineals und dessen Rückwand hin offenen Kammer angeordnet
sein, wobei die Innenwandung der jeweiligen Kammer trichterförmig verläuft.
[0005] Mit der erfindungsgemäß ausgebildeten Vorrichtung wird die Möglichkeit geschaffen,
durch entsprechende Winkelverstellung der Sprühdüsen, deren Sprühstrahl auf die, aufgrund
der Materialanhäufung wärmsten Stellen des zu kühlenden Walzgutes, z.B. die Flanschmitte
eines Trägers zu konzentrieren. Die Anordnung der Sprühdüsen in den Zentrierlinealen
bringt den Vorteil mit sich, daß das Walzgut zwischen den einzelnen Stichen z.B. den
Reversierstichen einer Tandem-Gerüstgruppe während des Stillstandes gekühlt werden
kann.
[0006] Wie die Erfindung weiter vorsieht, können die im Zentrierlineal angeordneten Zuführstutzen
der Sprühdüsen fest, radial auf dessen Umfang aufstehend mit einem gemeinsamen zylindrischen
Zuführrohr verbunden werden, das parallel zur Zentrierlinie des Zentrierlineals verlaufend,
um seine Längsachse drehbar auf diesem gelagert und mit einer Dreh-Stelleinrichtung
verbunden ist, mit der vorgegebene Drehpositionen des Zuführrohres und mit diesen
entsprechende Winkelstellungen der Zuführstutzen und deren Sprühdüsen einstell- und
festlegbar sind. Die Dreh-Stelleinrichtung kann dabei aus einem, auf radial auf das
Zuführrohr aufgesetzten Stellstab und einer, in einer horizontalen Ebene auf einer,
auf dem Zentrierlineal angeordneten Stützfläche verschiebbaren Stellscheibe bestehen,
die eine mittige Durchtrittsöffnung für den Stellstab und, in unterschiedlichen radialen
Abständen von dieser, eine Mehrzahl von weiteren Durchtrittsöffnungen für einen Steckbolzen
aufweist, der bei, durch Verschieben der Stellscheibe auf der Stützfläche fluchtendem
Aufliegen einer der Durchtrittsöffnungen auf einer festen, in der Stützfläche angeordneten
Durchtrittsöffnung durch diese beiden Durchtrittsöffnungen gesteckt, jeweils die Stellscheibe
gegen die Stützfläche verriegelt.
[0007] Diese Dreh-Stelleinrichtung erlaubt es, in einfacher Weise die jeweils gewünschte
Winkelverstellung der Sprühdüsen durch Drehen der Stellscheibe auf der Stützfläche
und Einstecken des Steckbolzens vorzunehmen und festzulegen.
[0008] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- die Teildarstellung eines Paares von Zentrierlinealen mit der Vorrichtung zur Wasserkühlung
in der Draufsicht,
- Fig. 2
- einen Schnitt nach der Linie A-A durch Fig. 1 in vergrößertem Maßstab und
- Fig. 3
- eine Einzelheit aus Fig. 2 in der Draufsicht.
[0009] Wie aus Fig. 1 zu ersehen, befindet sich zwischen den beiden Zentrierlinealen auf
dem nicht dargestellten Rollgang das zu kühlende Walzgut in Form eines liegenden Trägers
TR. Die Zentrierlineale 1 bestehen (vgl. Fig. 2) aus Wasserkästen 1a, die von, quer
zur Transportrichtung PF des Trägers TR verfahrbaren Konsolen 1b getragen werden.
In den Wasserkästen 1a sind, gegen diese abgeschlossen trichterförmige Kammern 3 angeordnet,
deren größere Öffnung in der Zentrierfläche 1c und dessen kleinere Öffnung in der
Rückseite des Wasserkastens 1a liegt. In diese Kammern 3 ragt von der Rückwand des
Wasserkastens 1a, durch die kleinere Öffnung der Kammer hindurch ein Zuführstutzen
4 mit einer Sprühdüse 5. Alle in den nebeneinanderliegenden Kammern 3 befindlichen
Zuführstutzen 4 sind gemeinsam an ein zylindrisches Zuführrohr 6 angeschlossen, das
parallel zur Längsachse des jeweiligen Wasserkastens 1a an dessen Rückwand um seine
Längsachse drehbar in Lagerstücken 7 gelagert ist. Das Zuführrohr 6 ist über einen
flexiblen Schlauchansatz 8 (Fig. 1) mit einer nicht dargestellten Wasserzuführeinrichtung
verbunden.
[0010] Die Zuführstutzen 4 mit den Sprühdüsen 5 können (Fig. 2) durch Drehen des Zuführrohres
6 um seine Mittenachse in einer vertikalen Ebene in einem Schwenkbereich geschwenkt
werden, der strichpunktiert angedeutet ist, mit der Wirkung, daß der Sprühstrahl die
Flanschmitte des Trägers TR auch bei unterschiedlichen Flanschhöhen voll erfaßt.
[0011] Die das Schwenken der Zuführstutzen 4 bewirkende Drehbewegung des Zuführrohres 6
unterhalb deren Einstellung und Festlegung wird mit einer Dreh-Stelleinrichtung erreicht,
die aus einem, radial auf das Zuführrohr aufgesetzten Stellstab 9 und einer Stellscheibe
10 besteht. Der Stellstab 9 ist durch eine mittige Durchtrittsöffnung 10a der Stellscheibe
10 geführt und diese läßt sich auf der horizontalen Auflageebene eines, auf den Wasserkasten
1a aufgesetzten Stützsockels 11 verschieben. Die Stellscheibe 10 weist weiter in unterschiedlichen
radialen Abständen von der mittigen Durchtrittsöffnung 10a eine Anzahl weiterer Durchtrittsöffnungen
10b auf. Diese Durchtrittsöffnungen 10b können durch Drehen der Stellscheibe 10 um
die mittige Durchtrittsöffnung 10a wahlweise zur fluchtenden Überdeckung mit einer
Durchtrittsöffnung 11a in der horizontalen Fläche des Stützsockels 11 gebracht werden,
wobei sich der Abstand des Stellstabes 9 von dieser Durchtrittsöffnung 11a entsprechend
dem Abstand der gewählten Durchtrittsöffnung 10b von der mittigen Durchtrittsöffnung
10a ändert und zu einer Ausschwenkbewegung des Stellstabes 9 und damit zu entsprechenden
Bewegungen aller, mit dem Zuführrohr 6 verbundenen Zuführstutzen 4 und ihrer Sprühdüsen
5 führt. Diese Position wird mit Hilfe eines, von oben her durch beide Durchtrittsöffnungen
10b und 11a geführten Steckbolzens 12 gesichert.
1. Vorrichtung zur Wasserkühlung der Flanschen von auf einem Rollgang aufliegenden Profilen
insbesondere der Flansche von gewalzten Trägern,
gekennzeichnet durch
eine Mehrzahl von, beiderseits des Rollgangs, mit Abstand über dessen Transportebene,
untereinander beabstandet, in einer vertikalen Ebene richtungsverstellbar angeordneten
Sprühdüsen (5).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühdüsen (5) gemeinsam winkelverstellbar sind.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühdüsen (5) in oder an den Kühlwasserkästen (1a) von, auf dem Rollgang
angeordneten Zentrierlinealen (1) für das Walzgut angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprühdüsen (5) und ihnen zugeordnete Zuführstutzen (4) jeweils in einer, in
den Kühlwasserkästen (1a) angeordneten, gegenüber diesen abgeschlossenen, zur Zentrierfläche
(1c) des Zentrierlineals (1) und der Rückseite des Wasserkastens (1a) hin offenen
Kammer (3) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenwandung der Kammer (3) trichterförmig verläuft.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die, im Zentrierlineal (1) angeordneten Zuführstutzen (4) der Sprühdüsen (5) fest,
radial auf dessen Umfang aufstehend, mit einem gemeinsamen zylindrischen Zuführrohr
(6) verbunden sind, das parallel zur Zentrierlinie des Zentrierlineals (1) verlaufend,
um seine Längsachse drehbar auf diesem gelagert und mit einer Dreh-Stelleinrichtung
verbunden ist, mit der vorgegebene Drehpositionen des Zuführrohres (6) und mit diesem
entsprechende Winkelstellungen der Zuführstutzen (4) und deren Sprühdüsen (5) einstell-
und festlegbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dreh-Stelleinrichtung aus einem, radial auf das Zuführrohr (6) aufgesetzten
Stellstab (9) und einer, in einer horizontalen Ebene auf einer, auf dem Zentrierlineal
(1) angeordneten Stützfläche verschiebbaren Stellscheibe (10) besteht, die eine mittige
Durchtrittsöffnung (10a) für den Stellstab (9) und, in unterschiedlich radialen Abständen
von dieser eine Mehrzahl von weiteren Durchtrittsöffnungen (10b) aufweist, die durch
Drehen der Stellscheibe (10) um die mittige Durchtrittsöffnung (10a) wahlweise mit
einer, in der horizontalen Stützfläche vorgesehenen ortsfesten Durchtrittsöffnung
(11a) zur fluchtenden Überdeckung gebracht und mittels eines, durch beide Durchtrittsöffnungen
(10b und 11a) geführten Steckbolzens (12) positionssicherbar sind.