[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Aufbringen
eines galvanischen Chrom-Ueberzuges auf einen Tiefdruckzylinder gemäss Oberbegriff
des Anspruches 1 bzw. des Anspruches 4.
[0002] Es sind galvanische Anlagen für die Verchromung von Tiefdruckzylindern bekannt, bei
denen der zu verchromende Tiefdruckzylinder nur mit einem Teil seiner Umfangsfläche
in den Elektrolyten eintaucht und in Drehung versetzt wird. Die Anode ist zum als
Kathode dienenden Tiefdruckzylinder in einem Abstand angeordnet. Der Elektrolyt wird
in einer turbulenten Strömung durch den zwischen der Anode und dem Tiefdruckzylinder
gebildeten Spalt hindurchgeführt. Die Temperatur des Elektrolyten beträgt dabei etwa
55°-60°C.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem bzw. mit der eine höhere
Abscheidungsgeschwindigkeit und damit eine kürzere Behandlungszeit als bisher erreicht
werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren bzw. einer Vorrichtung gemäss dem Anspruch
1 bzw. dem Anspruch 4 gelöst.
[0005] Durch die Verwendung eines Elektrolyten, der etwa Raumtemperatur aufweist, kann überraschenderweise
die Stromausbeute, die auf die Abscheidungsgeschwindigkeit einen Einfluss hat, gegenüber
den herkömmlichen Verfahren und Vorrichtungen ganz erheblich erhöht werden, nämlich
auf rund 40%. Im Vergleich dazu liegt die Stromausbeute bei bisher angewandten Verfahren
bzw. bei bekannten Verchromungsanlagen um etwa 20% herum. Trotz tieferer Elektrolyttemperatur
kann beim erfindungsgemässen Verfahren bzw. bei der erfindungsgemässen Vorrichtung
mit hohen Stromdichten von über 50 A/dm
2 gefahren werden.
[0006] Bevorzugte Weiterausgestaltungen der erfindungsgemässen Idee bilden Gegenstand der
abhängigen Ansprüche.
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0008] Die einzige Figur zeigt in einer rein schematischen Darstellung den grundsätzlichen
Aufbau einer Vorrichtung zum Aufbringen einer Chromschicht auf einen Tiefdruckzylinder.
[0009] Die in der Figur gezeigte Verchromungseinrichtung weist eine Arbeitswanne 1 auf,
die mit einem Elektrolyten 2 gefüllt ist. Der zu verchromende Tiefdruckzylinder 3
taucht mit einem Teil seiner Mantelfläche 4 in den Elektrolyten ein und wird durch
eine nicht näher dargestellte Antriebseinrichtung in Richtung des Pfeiles A um seine
in horizontaler Richtung verlaufende Längsachse 3a gedreht. Der Tiefdruckzylinder
3 dient als Kathode und ist mit einer nicht dargestellten Stromversorgung verbunden.
[0010] Unterhalb des Tiefdruckzylinders 3 ist eine sich in dessen Längsrichtung erstreckende
Anode 5 angeordnet, die mit nur schematisch dargestellten Stromanschlüssen 6 verbunden
ist. Die Anode 5 ist höhenverstellbar und weist ein gewölbtes Anodenblech 7 auf, durch
dessen Durchgangslöcher der Elektrolyt 2 hindurchtreten kann. Das Anodenblech 7 bildet
mit der Mantelfläche 4 des Tiefdruckzylinders 3 einen Spalt 8, dessen Breite a durch
eine Höhenverstellung der Anode 5 eingestellt werden kann. Im Innern der Wanne und
unterhalb des Anodenbleches 7 verlaufen zwei Rohrleitungen 9 und 10, die an eine nicht
gezeigte Pumpeinrichtung angeschlossen sind, welche von einer ebenfalls nicht gezeigten
Vorratswanne den Elektrolyten durch diese Rohrleitungen 9 und 10 in die Arbeitswanne
1 fördert. Die Rohrleitungen 9 und 10 sind mit nicht dargestellten Austrittslöchern
versehen, durch die der Elektrolyt 2 in die Arbeitswanne 1 ausströmt, wie das durch
die Pfeile B, B' angedeutet ist. Ueber diese Rohrleitungen 9 und 10 wird die Arbeitswanne
1 gefüllt sowie der Elektrolyt 2 umgewälzt.
[0011] Auf einer Seite der Arbeitswanne 1 erstreckt sich in deren Längsrichtung ein Kasten
11 mit einer Austrittsdüse 12, die sich über die ganze Länge der Arbeitswanne 1 erstreckt.
Der Kasten 11 ist ebenfalls mit der Pumpeinrichtung verbunden, welche aus der bereits
erwähnten Vorratswanne den Elektrolyten über den Kasten 11 zur Austrittsdüse 12 fördert.
Die Austrittsdüse 12 ist gegen den Spalt 8 gerichtet. Der Elektrolyt tritt unter Druck
aus der Auslassdüse 12 aus und fliesst in einer turbulenten Strömung durch den Spalt
8 zwischen dem Anodenblech 7 und der Zylindermantelfläche 4 hindurch. Am dem Kasten
gegenüberliegenden Rand der Arbeitswanne 1 befindet sich ein Ueberlauf 13, über den
der Elektrolyt aus der Arbeitswanne 1 in Richtung des Pfeiles D in die bereits erwähnte
Vorratswanne zurückfliesst.
[0012] Im jeweils mit dem Elektrolyten 2 in Berührung stehenden Bereich des sich drehenden
Tiefdruckzylinders 3 findet auf an sich bekannte Weise eine metallische Abscheidung
statt. Der Tiefdruckzylinder 3 wird so an seiner gesamten Mantelfläche 4 mit einer
Chromschicht versehen. Die Aussenschicht des Tiefdruckzylinders 3, die mit einer Chromschicht
bedeckt wird, kann eine Kupferschicht oder auch eine Schicht aus Zink oder einer Zinklegierung
sein.
[0013] Der sich in der Arbeitswanne 1 befindliche Elektrolyt 2 hat etwa Raumtemperatur,
vorzugsweise eine zwischen 19° und 24°C liegende Temperatur.
[0014] Durch die Verwendung eines etwa Raumtemperatur aufweisenden Elektrolyten 2 in Verbindung
mit der Beaufschlagung der Mantelfläche 4 des Tiefdruckzylinders 3 mit einer turbulenten
Elektrolytströmung wird überraschenderweise eine erheblich grössere Stromausbeute
erreicht als bei herkömmlichen Verchromungsverfahren und - anlagen, nämlich eine Stromausbeute
von etwa 40% im Vergleich zu einer um 20% herum liegenden Stromausbeute.
[0015] Da die Abscheidungsgeschwindigkeit unter anderem proportional zur Stromausbeute ist,
lässt sich ohne weiteres erkennen, dass mit dem erfindungsgemässen Verfahren und der
erfindungsgemässen Vorrichtung die Verchromungszeiten merklich verkürzt werden können.
Dies soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles erläutert werden.
[0016] In einer Verchromungsanlage der in der Figur gezeigten Art wurde bei einer Stromdichte
von 80 A/dm
2 und einer Elektrolyttemperatur von 20°-23°C ein Tiefdruckzylinder in etwa zehn Minuten
mit einer Chromschicht von 0,006 mm versehen. Es wurde dabei eine Stromausbeute von
ca. 40% erreicht.
[0017] Dabei wurde ein Elektrolyt herkömmlicher Art verwendet. Als Beispiel eines geeigneten
Elektrolyten sei der im Handel unter der Bezeichnung

Bornhauser"-Elektrolyt erhältliche Elektrolyt erwähnt, der in der DE-C-608 757 beschrieben
ist.
[0018] Im Vergleich dazu dauert das Aufbringen einer ebenfalls 0.006 mm dicken Chromschicht
auf einen Tiefdruckzylinder mit der in Figur gezeigten Anlage, aber mit einem Elektrolyten,
der eine Temperatur von etwa 55°C aufweist, ca. 15 Minuten. Bei einer Stromdichte
von 125 A/dm
2 wird dabei eine Stromausbeute von rund 22% erreicht.
[0019] Bei einem andern herkömmlichen Verfahren wird noch mehr Zeit zum Ablagern einer gleich
dicken Chromschicht auf einen drehend angetriebenen Tiefdruckzylinder benötigt, der
mit etwa 50% seiner Mantelfläche in einen eine Temperatur von ca. 55°C aufweisenden
Elektrolyten eintaucht, der jedoch nicht in einer turbulenten Strömung am Tiefdruckzylinder
vorbeigeführt wird. Dabei wird bei einer Stromdichte von ca. 50 A/dm
2 eine Stromausbeute von nur etwa 18% erreicht. Unter dieser Bedingung werden für das
Aufbringen einer Chromschicht von ebenfalls 0,006 mm rund 20 Minuten benötigt.
1. Verfahren zum Aufbringen eines galvanischen Chrom-Ueberzuges auf einen Tiefdruckzylinder
(3), bei dem ein Teil der Mantelfläche (4) des um seine Längsachse (3a) drehend angetriebenen,
als Kathode dienenden Tiefdruckzylinders (3) in einen Elektrolyten (2) eintaucht und
der Elektrolyt (2) in einer turbulenten Strömung durch einen zwischen einer Anode
(5) und der Zylindermantelfläche (4) gebildeten Spalt (8) hindurchgeführt wird, dadurch
gekennzeichnet, dass ein etwa Raumtemperatur aufweisender Elektrolyt (2) verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Elektrolyt (2) mit einer
zwischen 19° und 24°C, vorzugsweise zwischen 20°-23°C, liegenden Temperatur verwendet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grösse (a) des
Spaltes (8) zwischen der Anode (5) und der Zylindermantelfläche (4) eingestellt wird.
4. Vorrichtung zum Aufbringen eines galvanischen Chrom-Ueberzuges auf einen Tiefdruckzylinder
(3), mit einer Anode (5), die mit der Mantelfläche (4) des um seine Längsachse (3a)
drehend antreibbaren, mit einem Teil seiner Mantelfläche (4) in einen Elektrolyten
(2) eintauchenden Tiefdruckzylinder (3) einen Spalt (8) bildet, und mit einer Einrichtung
(11, 12) zum Hindurchführen des Elektrolyten (2) in turbulenter Strömung durch den
Spalt (8), dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt (2) etwa Raumtemperatur aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt (2) eine
Temperatur von 19°-24°C, vorzugsweise 20°-23°C, aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Grösse (a) des
Spaltes (8) veränderbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anode (5) verstellbar
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4-7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anode (5)
ein gewölbtes, mit der Mantelfläche (4) des Tiefdruckzylinders (3) den Spalt (8) festlegendes
Anodenblech (7) aufweist, das mit Durchgangslöchern für den Elektrolyten versehen
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4-8, gekennzeichnet durch mindestens eine gegen
den Spalt (8) gerichtete Auslassdüse (12) für den Elektrolyten (2), aus der der Elektrolyt
(2) in einer turbulenten Strömung in Richtung gegen die Mantelfläche (4) des Tiefdruckzylinders
(3) austritt.