[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zum direkten oder indirekten Auftragen eines flüssigen
oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder
Karton, sowie Vorrichtungen zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Aus der DE 44 32 177 A1 ist ein Auftragswerk zum direkten oder indirekten Auftragen
eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn bekannt. Das
beschriebene Auftragswerk ist ein Freistrahldüsen-Auftragswerk, bei dem die Freistrahldüse
von zwei langgestreckten Lippenelementen gebildet wird. Der Dosierspalt der Freistrahldüse,
d.h. der Abstand zwischen den zwei Lippenelementen, ist über die Längserstreckung
der Lippenelemente, also über die Breite der zu beschichtenden Materialbahn, zonenweise
unterschiedlich einstellbar. Somit kann die Auftragsmenge des flüssigen oder pastösen
Mediums an der Freistrahldüse zonenweise unterschiedlich dosiert werden.
[0003] Zu diesem Zweck ist eine Vielzahl von Verstelleinrichtungen vorgesehen, die über
die Längserstreckung der Lippenelemente verteilt angeordnet sind und die zumindest
auf eines der beiden Lippenelemente der Freistrahldüse einwirken. Weiterhin ist ein
automatischer Regelkreis vorgesehen, der aufgrund von Meßwerten des Querprofils des
aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums die Verstelleinrichtungen nachregelt.
Dem Freistrahldüsen-Auftragswerk kann auch eine Feindosiereinrichtung nachgeschaltet
sein, die mittels eines Rakelelements, z.B. einer Rakelklinge, überschüssiges aufgetragenes
flüssiges oder pastöses Medium auf das gewünschte endgültige Querprofil abrakelt.
[0004] In der noch nicht veröffentlichten Patentanmeldung Nr. 196 05 183.5 ist ein Verfahren
zur Regelung des über die Materialbahnbreite vorliegenden Querprofils des aufgetragenen
flüssigen oder pastösen Mediums beschrieben, das sich auf ein Auftragswerk bezieht,
wie es vorangehend erläutert wurde. Danach sind zwei Regelkreise vorgesehen, von denen
der eine Regelkreis unmittelbar an der Freistrahldüse eine erste Korrektur des Querprofils
bewirkt und der zweite Regelkreis an der Feindosiereinrichtung eine zweite und endgültige
Korrektur des Querprofils des aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums bewirkt.
Dabei sollen sich die beiden Korrekturen in ihrer Wirkung zu einer gewünschten Gesamtkorrektur
des Querprofils ergänzen. Zwar wird mit Hilfe dieses vorgeschlagenen Verfahrens ein
gewünschtes Querprofil mit relativ hoher Genauigkeit erreicht, jedoch ist neben dem
maschinellen Aufwand insbesondere der dafür erforderliche regelungstechnische Aufwand
beträchtlich.
[0005] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, Verfahren und zugehörige Vorrichtungen
zu schaffen, bei denen die Regelung des Profils des aufgetragenen flüssigen oder pastösen
Mediums vereinfacht ist.
[0006] Dieses technische Problem wird erfindungsgemäß von einem Verfahren mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und einem Verfahren mit den Merkmalen des nebengeordneten Patentanspruchs
2 sowie von einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 3 und einer Vorrichtung
mit den Merkmalen des nebengeordneten Patentanspruchs 6 gelöst.
[0007] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine Trennung der Regelung des Querprofils
und der Regelung des Längsprofils vorzunehmen. In einer ersten erfindungsgemäßen Variante
erfolgt die Regelung des Querprofils des aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums
unmittelbar beim Auftragen des Mediums und die Regelung des Längsprofils des aufgetragenen
flüssigen oder pastösen Mediums anschließend, also in Durchlaufrichtung nachgeschaltet,
am zuvor aufgetragenen Medium. In einer zweiten erfindungsgemäßen Variante erfolgt
die Regelung des Längsprofils des aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums unmittelbar
beim Auftragen des Mediums und die Regelung des Querprofils des aufgetragenen flüssigen
oder pastösen Mediums in Durchlaufrichtung danach am zuvor aufgetragenen Medium. Bei
der ersten Variante wird das Querprofil durch eine entsprechende zonenweise unterschiedliche
Dosierung beim Vorgang des Auftragens des Mediums gesteuert, während das Längsprofil
in einem nachgeschalteten Vorgang am bereits aufgetragenen Medium gesteuert wird.
Bei der zweiten Variante wird das Längsprofil durch eine entsprechende Gesamtdosierung
beim Vorgang des Auftragens des Mediums gesteuert, während das Querprofil in einem
nachgeschalteten Vorgang durch eine zonenweise Beeinflussung des bereits aufgetragenen
Mediums gesteuert wird. Die beiden erfindungsgemäßen Varianten unterscheiden sich
also vom Prinzip her nur darin, daß - bezogen auf die Durchlaufrichtung der zugehörigen
Anlage - die Beeinflussung des Querprofils und des Längsprofils in einer räumlich
umgekehrten Abfolge erfolgt.
[0008] Das Querprofil des aufgetragenen Mediums ist dabei die Kontur der aufgetragenen Beschichtung
über die Querrichtung der Materialbahn, also über die Breite der Materialbahn. Das
Längsprofil bezieht sich auf den Verlauf der Beschichtung in Längsrichtung der Materialbahn,
also in Durchlaufrichtung der Materialbahn. Bei der Längsprofilierung wird das endgültige
sogenannte Strichgewicht eingestellt. Dabei soll eine vorgegebene durchschnittliche
Auftragsmenge pro Materialbahnfläche für die durchlaufende Materialbahn eingehalten
werden.
[0009] Erfindungsgemäß wurde erkannt, daß bei der ersten Erfindungsvariante ein unmittelbar
beim Auftragen des Mediums eingeregeltes Querprofil durch die nachgeschaltete Einstellung
des Längsprofils, z.B. mittels einer Egalisiereinrichtung, praktisch kaum verfälscht
wird, was zu befürchten wäre. Hier ist nämlich zu berücksichtigen, daß ein Teil des
mit einem bestimmten Querprofil aufgetragenen flüssigen oder pastösen Mediums mit
diesem Querprofil in die Materialbahn eindringt, bevor die Egalisiereinrichtung zur
Längsprofileinstellung erreicht wird. Die Längsprofil-Einstelleinrichtung kann also
das Querprofil, soweit es den bereits in die Materialbahn eingedrungenen Teil des
Mediums anbelangt, nicht mehr verändern. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß der
noch nicht in die Materialbahn eingedrungene Anteil des aufgetragenen Mediums am Rakelelement
der Egalisiereinrichtung, an dem das Längsprofil eingestellt wird, eine hydrodynamische,
der Einstellkraft entgegenwirkende Gegenkraft erzeugt. Diese hydrodynamische Gegenkraft
ist entsprechend dem zuvor eingestellten Querprofil über die Materialbahnbreite unterschiedlich
groß, so daß beispielsweise ein eingestellter "Berg" im Querprofil an der Egalisiereinrichtung
eventuell etwas verändert, aber nicht beseitigt wird, da die hydrodynamische Gegenkraft
dort entsprechend größer ist. Entsprechende Gesichtspunkte treffen auch für die zweite
Erfindungsvariante zu.
[0010] Bei den beiden Erfindungsvarianten ergibt sich in der praktischen Durchführung eine
gewisse gegenseitige Beeinflussung bzw. Rückkopplung zwischen den aufeinanderfolgenden
Regelungsstationen für die jeweilige Regelung von Längs- und Querprofilen. Diese gewisse
Rückkopplung wird in beide Richtungen - möglicherweise unterschiedlich stark - erfolgen,
d.h. von der Längsprofilregelung auf die Querprofilregelung und umgekehrt. Eine Beeinflussung
des Querprofils durch die Längsprofilregelungsstation kann an der Querprofilregelungsstation
entsprechend ausgeglichen werden und umgekehrt. Insbesondere beim Anfahren der Anlage
muß zunächst ein Betriebszustand eingeregelt werden. Hierzu kann noch an beiden Regelungsstationen,
also an der Längsprofilregelungsstation und der Querprofilregelungsstation, jeweils
eine zonenweise unterschiedliche Einstellung erforderlich sein. Nachdem die Anlage
hochgefahren und eingeregelt worden ist, wird dann erfindungsgemäß während des laufenden
Betriebs eine zonenweise unterschiedliche, d.h. über die Materialbahnbreite örtlich
unterschiedliche Beeinflussung nur an der Querprofilregelungsstation vorgenommen,
während an der Längsprofilregelungsstation nur eine Gesamtbeeinflussung über die Materialbahnbreite
vorgenommen wird. Somit wird erfindungsgemäß der Regelungsvorgang deutlich vereinfacht.
[0011] Die Regelung des endgültigen Profils des auf eine laufende Materialbahn aufgetragenen
flüssigen oder pastösen Mediums wird durch die erfindungsgemäßen Verfahren vereinfacht,
da eine Trennung zwischen der Querprofil-Einstellung und der Längsprofil-Einstellung
stattfindet und insofern die Einstellung des Längsprofils mit verringertem Aufwand
vorgenommen werden kann. Denn nach einer zonenweisen Grundeinstellung der Längsprofil-Einstellvorrichtung
braucht diese während des Betriebs nur noch als Ganzes nachgestellt zu werden, um
das durchschnittliche Strichgewicht zu regulieren.
[0012] Die erfindungsgemäßen Verfahren können sowohl beim direkten als auch beim indirekten
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums auf eine laufende Materialbahn, die
aus Papier, Karton, einem Textilwerkstoff oder dergleichen besteht, eingesetzt werden.
Beim direkten Auftrag wird ein flüssiges oder pastöses Medium unmittelbar auf die
Oberfläche einer laufenden Materialbahn aufgebracht, die im Bereich der Auftragsstelle
auf einer umlaufenden Gegenfläche gestützt wird. Eine solche umlaufende Gegenfläche
wird von der Mantelfläche einer rotierenden Gegenwalze, der Oberfläche eines umlaufenden
Endlosbandes oder dergleichen gebildet. Beim indirekten Auftrag wird das flüssige
oder pastöse Medium zunächst unmittelbar auf die Oberfläche einer umlaufenden Auftragsfläche
aufgetragen. Eine solche umlaufende Auftragsfläche ist als Mantelfläche einer rotierenden
Auftragswalze, als Oberfläche eines umlaufenden Auftrags-Endlosbandes oder dergleichen
ausgebildet. Von der Oberfläche der umlaufenden Auftragsfläche, also beispielsweise
von der Mantelfläche einer Auftragswalze, wird das aufgetragene Medium in einem Auftragsspalt
auf die Oberfläche einer Materialbahn übertragen. Ein solcher Auftragsspalt wird also
etwa zwischen einer Auftragswalze und einer Gegenwalze oder z.B. auch zwischen einem
Auftragsendlosband und einem Gegenendlosband gebildet und die Materialbahn wird durch
den Auftragsspalt hindurchgeführt, um dort das Medium auf die Materialbahn zu übertragen.
[0013] Beim ersten erfindungsgemäßen Verfahren wird das Querprofil über die Materialbahnbreite
während des Auftrags unmittelbar auf die Materialbahn bzw. während des Auftrags zunächst
auf eine Auftragsfläche zonenweise gesteuert beeinflußt. Diese Beeinflussung erfolgt
also durch eine zonenweise unterschiedliche Dosierung der Auftragsmenge unmittelbar
an der Auftragseinrichtung, also etwa bei einem Freistrahldüsen-Auftragswerk durch
eine zonenweise unterschiedliche Einstellung des Düsenspalts. Das erfindungsgemäße
Verfahren kann für verschiedene Auftragsarten eingesetzt werden. Also z.B. für einen
Auftrag des Mediums in einem freien Strahl, für einen Auftrag des Mediums mittels
eines Rakelelements, für einen Auftrag des Mediums mittels einer Schöpfwalze und vergleichbare
Auftragsarten. In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt der Auftrag jedoch in
einem freien Strahl.
[0014] Erfindungsgemäß wird nach dem Auftragen des flüssigen oder pastösen Mediums auf die
Materialbahn bzw. zunächst auf die Auftragsfläche anschließend eine gesteuerte Beeinflussung
des zuvor aufgetragenen Mediums zur Einstellung des Strichgewicht-Längsprofils vorgenommen.
Das zuvor im Querprofil eingestellte, aufgetragene Medium wird also gegebenenfalls
als Ganzes etwas abgetragen, z.B. mittels eines Rakelelements, um das gewünschte endgültige
Strichgewicht zu regulieren. Als Rakelelement wird eine Rakelklinge, eine Rakelleiste
oder ein Rollrakelstab verwendet. Anstelle eines Rakelelements kann auch ein Luftmesser
oder ein anderes, dem Fachmann bekanntes Egalisierelement verwendet werden.
[0015] Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die Steuerung des Querprofils und die Steuerung
des Längsprofils des aufgetragenen Mediums separat voneinander in automatischen Regelkreisen.
Die Regelkreise basieren auf Messungen des Profils des Mediums, das auf der Oberfläche
der Materialbahn oder auf der Oberfläche der Auftragsfläche fertig aufgetragen ist,
d.h. die Messungen sind der Stelle nachgeschaltet, an der die Längsprofil-Beeinflussung
erfolgt oder die Messungen können alternativ unmittelbar der Auftragsstelle nachgeschaltet
sein. Die gemessenen Ist-Werte des aufgetragenen Profils werden laufend rechnergestützt
mit vorgegebenen Sollwerten für das Profil verglichen und resultierende Abweichungen
werden in entsprechende getrennte Steuerungsanweisungen zur Beeinflussung des Querprofils
und zur Beeinflussung des Längsprofils umgesetzt.
[0016] Das zweite erfindungsgemäße Verfahren funktioniert analog zum vorangehend erläuterten
ersten erfindungsgemäßen Verfahren, jedoch wird nun an der Auftragseinrichtung eine
Gesamtdosierung der Auftragsmenge vorgenommen, um das Längsprofil unmittelbar während
des Auftrags zu beeinflussen, und in nachgeschalteter Anordnung erfolgt eine zonenweise
Beeinflussung des aufgetragenen Mediums mittels eines Egalisierelements, um das Querprofil
des Mediums zu beeinflussen.
[0017] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des ersten erfindungsgemäßen Verfahrens
ist folgendermaßen ausgebildet. Es ist eine Auftragseinrichtung zum Auftragen eines
flüssigen oder pastösen Mediums vorgesehen, die vorzugsweise als Freistrahldüsen-Auftragswerk
ausgestaltet ist, jedoch ebenso als Rakelelement-Druckkammer-Auftragswerk, Rakelelement-Sumpfauftragswerk
oder ein anderes, an sich bekanntes Auftragswerk ausgeführt sein kann. Die Auftragseinrichtung
ist einer umlaufenden Gegenfläche zugeordnet, auf der die zu beschichtende, laufende
Materialbahn gestützt ist. Wie bereits oben erläutert, kann die umlaufende Gegenfläche
als rotierende Gegenwalze, umlaufendes Endlosband oder ähnliches ausgebildet sein.
Im Falle eines indirekten Auftrags ist die Auftragseinrichtung einer umlaufenden Auftragsfläche,
also einer rotierenden Auftragswalze, einem umlaufenden Endlosband oder dergleichen
zugeordnet. Von der Oberfläche dieser umlaufenden Auftragsfläche wird das Medium in
einem Übertragungsspalt, durch den die laufende Materialbahn hindurchgeführt ist,
auf diese übertragen. Die Auftragsmenge an Medium wird unmittelbar an der Auftragseinrichtung
mittels entsprechender Verstelleinrichtungen über die Bahnbreite zonenweise unabhängig
dosiert. Derartige Verstelleinrichtungen bzw. verstellbare Dosiereinrichtungen sind
an sich bekannt und beispielsweise in der eingangs erwähnten DE 44 32 177 A1 erläutert.
[0018] Der Auftragseinrichtung nachgeschaltet ist eine Egalisiereinrichtung vorgesehen,
die im Falle eines direkten Auftrags des Mediums entweder der gleichen Gegenfläche
zugeordnet ist, der auch die Auftragseinrichtung zugeordnet ist, oder einer eigenen
separaten Gegenfläche zugeordnet ist. Im Falle eines indirekten Auftrags des Mediums
ist die Egalisiereinrichtung der umlaufenden Auftragsfläche zugeordnet. Die Egalisiereinrichtung
ist vorzugsweise über die Materialbahnbreite zonenweise unabhängig einstellbar, um
eine Grundeinstellung beim Anfahren der Vorrichtung vornehmen zu können. Ferner ist
die Egalisiereinrichtung als Ganzes in bezug auf die zugeordnete Gegenfläche oder
die zugeordnete Auftragsfläche einstellbar, um im Betrieb die Längsprofileinstellung
vornehmen zu können. Wie bereits oben erläutert, umfaßt eine solche Egalisiereinrichtung
ein Rakelelement, etwa eine Rakelklinge, ein Luftmesser oder eine vergleichbare Einrichtung.
Erfindungsgemäß umfaßt also die Egalisiereinrichtung vorzugsweise eine Grundeinstelleinrichtung,
um lediglich beim Anfahren der Anlage eine zonenweise Grundeinstellung vornehmen zu
können, sowie eine Gesamtverstelleinrichtung, um während des Betriebs eine erforderliche
Nachstellung der voreingestellten Egalisiereinrichtung vornehmen zu können.
[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt ferner eine Meßeinrichtung zur Erfassung
des Querprofils des aufgetragenen Mediums. Die Meßeinrichtung besteht vorzugsweise
aus einem Meßrahmen mit einer Vielzahl daran über die Bahnbreite angeordneter Meßsensoren
und ist der Egalisiereinrichtung oder unmittelbar der Auftragsstelle nachgeschaltet.
Durch die kontinuierliche Messung des Querprofils wird auch das Längsprofil der durchlaufenden
Materialbahn erfaßt. Außerdem ist eine rechnergestützte, automatische Steuerungseinrichtung
vorgesehen, die mit der Meßeinrichtung, der Dosiereinrichtung und der Egalisiereinrichtung
Regelkreise bildet. Erfindungsgemäß bilden die Meßeinrichtung, die Steuerungseinrichtung
und die Dosiereinrichtung der Auftragseinrichtung einen ersten unabhängigen Regelkreis
zur Regelung des Querprofils des aufgetragenen Mediums und die Meßeinrichtung, die
Steuerungseinrichtung und die Gesamtverstelleinrichtung der Egalisiereinrichtung einen
zweiten unabhängigen Regelkreis zur Regelung des Längsprofils des aufgetragenen Mediums.
Erfindungsgemäß kann die Egalisiereinrichtung mit relativ geringem Aufwand hergestellt
und betrieben werden, so daß entsprechende Kosteneinsparungen erzielbar sind.
[0020] Erfindungsgemäß kann eine einzige Steuerungseinrichtung vorgesehen sein, die eine
entsprechend den beiden unabhängigen Regelkreisen getrennte Steuerung der Querprofilnachstellung
an der Dosiereinrichtung der Auftragseinrichtung und der Längsprofilnachstellung an
der Gesamtverstelleinrichtung der Egalisiereinrichtung vornimmt. In einer anderen
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Steuerungseinrichtung in
eine Querprofil-Steuerungseinheit und eine Längsprofil-Steuerungseinheit unterteilt
sein, wobei erstere dem Querprofil-Regelkreis und letztere dem Längsprofil-Regelkreis
zugeordnet ist.
[0021] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des zweiten erfindungsgemäßen
Verfahrens unterscheidet sich von der vorangehend erläuterten Vorrichtung zur Durchführung
des ersten erfindungsgemäßen Verfahrens darin, daß an der Auftragseinrichtung eine
Gesamtdosiereinrichtung vorgesehen ist, um durch eine über die gesamte Materialbahnbreite
wirkende Änderung der Auftragsmenge des Mediums, z.B. durch Variation der Pumpenmenge,
das Längsprofil zu beeinflussen. Vorzugsweise ist auch eine zonenweise unterschiedlich
einstellbare Grunddosiereinrichtung an der Auftragseinrichtung vorgesehen, um während
des Anfahrens der Anlage eine Grundeinstellung der Auftragseinrichtung vornehmen zu
können. Die Grunddosiereinrichtung und die Gesamtdosiereinrichtung können in der konstruktiven
Ausgestaltung miteinander kombiniert sein, etwa derart, daß eine zonenweise verstellbare
Dosiereinrichtung an der Auftragseinrichtung vorgesehen ist, die während des Betriebs
nur als Ganzes verstellt wird. Weiterhin unterscheidet sich die Vorrichtung zur Durchführung
des zweiten erfindungsgemäßen Verfahrens darin, daß die Egalisiereinrichtung nun über
die Materialbahnbreite zonenweise unterschiedlich einstellbar ist, um dort das Querprofil
des Mediums zu beeinflussen. Ansonsten sind analog zur vorangehend erläuterten Vorrichtung
zur Durchführung des ersten erfindungsgemäßen Verfahrens zwei getrennte Regelkreise
vorgesehen, nämlich ein Längsprofil-Regelkreis und ein Querprofil-Regelkreis. Der
Längsprofil-Regelkreis umfaßt die Meßeinrichtung, die Steuerungseinrichtung und die
Gesamtdosiereinrichtung der Auftragseinrichtung, während der Querprofil-Regelkreis
die Meßeinrichtung, die Steuerungseinrichtung und die zonenweise unterschiedlich einstellbare
Verstelleinrichtung der Egalisiereinrichtung umfaßt.
[0022] Es können auch mehrere erfindungsgemäße Vorrichtungen innerhalb einer Anlage hintereinander
angeordnet sein, um die Beschichtung der laufenden Materialbahn in mehreren Teilvorgängen
vorzunehmen.
[0023] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtungen
mit Bezug auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtungen;
- Fig. 2
- einen Detailausschnitt der Prinzipskizze von Fig. 1 mit einer gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel geänderten Gegenwalzenanordnung;
- Fig. 3
- eine Prinzipskizze eines dritten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0024] Beim ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 umfaßt ein Auftragswerk, das allgemein
mit dem Bezugszeichen 11 bezeichnet ist, eine Auftragseinrichtung 15, eine Egalisiereinrichtung
17 sowie eine Gegenwalze 12. Die Gegenwalze 12 rotiert in Pfeilrichtung und stützt
auf ihrer Mantelfläche entlang eines Auflageabschnitts eine laufende Papierbahn 9.
Die Durchlaufrichtung der Papierbahn 9 ist durch Pfeile gekennzeichnet. Zulaufseitig
zum Auftragswerk 11, also links in Fig. 1, wird die Papierbahn 9 über eine Bahnleitwalze
13 zugeführt und ablaufseitig vom Auftragswerk 11, also in Fig. 1 rechts, wird die
Papierbahn 9 nach der Beschichtung über eine Bahnleitwalze 14 abgeführt. Die Auftragseinrichtung
15 ist der zu beschichtenden Papierbahn 9 in dem Bereich zugeordnet, in dem die Papierbahn
auf der Gegenwalze 12 gestützt wird.
[0025] Die Auftragseinrichtung 15 ist als Freistrahldüsen-Auftragseinrichtung in an sich
bekannter Weise ausgebildet. Ein flüssiges oder pastöses Medium 10, das auf die laufende
Papierbahn 9 aufgetragen werden soll, wird aus einem Dosierspalt, der zwischen zwei
Lippen 15a, 15b gebildet ist, in einem freien Strahl auf die Papierbahn aufgetragen.
Bei dem Medium 10, das in Fig. 1 durch Punkte veranschaulicht ist, handelt es sich
beispielsweise um eine pigmenthaltige Streichfarbe, eine Imprägnierflüssigkeit oder
Stärke. Die Auftragseinrichtung 15 ist mit einer an sich bekannten Verstelleinrichtung
16 ausgestattet, um den Dosierspalt zwischen den Lippen 15a, 15b über die Breite der
Papierbahn zonenweise unabhängig einstellen zu können. Hierzu sind beispielsweise
automatisch betätigbare Verstellspindeln über die Länge des Dosierspalts verteilt
angeordnet. Die einzelnen Verstellspindeln verstellen dann örtlich das eine Lippenelement
in bezug auf das andere, um so die Spaltweite zu verändern.
[0026] Die Egalisiereinrichtung 17 ist, in Durchlaufrichtung der Papierbahn 9 gesehen, der
Auftragseinrichtung 15 nachgeschaltet und ebenfalls einem Bereich zugeordnet, an dem
die Papierbahn auf der Gegenwalze 12 gestützt wird. Die Egalisiereinrichtung ist auf
an sich bekannte Weise mit einer Rollrakel 17a ausgestattet, die in einem Rakelbett
17b drehbar gelagert ist. Die Rakelanordnung 17a, 17b ist an einem Tragbalken 17e
angebracht. Zwischen einer Stützleiste 17d und einer Rückfläche des Rakelbetts 17b
ist ein Druckschlauch 17c vorgesehen. Der Druckschlauch 17c ist in seinem Inneren
mit Druckluft gefüllt, deren Druckniveau unterschiedlich eingestellt werden kann.
Somit wird durch Änderung des Druckniveaus im Druckschlauch 17c das Rakelbett 17b
und damit die Rollrakel 17a als Ganzes je nach Bedarf stärker oder weniger stark gegen
die zuvor mit dem Medium 10 beschichtete Papierbahn 9 gedrückt. Die Egalisiereinrichtung
17 ist ferner mit einer Verstelleinrichtung 18 versehen, um eine über die Breite der
Papierbahn 9 zonenweise unterschiedliche Grundeinstellung der Andrückkraft der Rollrakel
17a vorzunehmen. Hierzu sind Verstellspindeln über die Länge der Egalisiereinrichtung
verteilt angeordnet, um eine Rückfläche der Stützleiste 17c und damit letzten Endes
die Rollrakel 17a örtlich unterschiedlich zu beaufschlagen. Die Verstelleinrichtung
18 muß nicht automatisch betätigbar sein, da sie nur der Einjustierung einer Grundeinstellung
beim Anlaufen der Anlage dient. In Fig. 1 ist außerdem eine Durchbiegungsausgleicheinrichtung
19 für den Tragbalken 17e vorgesehen. Eine solche Durchbiegungsausgleichvorrichtung
kann bei Bedarf natürlich auch in der Auftragseinrichtung 15 vorhanden sein.
[0027] Vor der Bahnleitwalze 13 ist eine Meßstation 21 angebracht, die mittels entsprechender
Sensoren auf an sich bekannte Weise die zugeführte Papierbahn 9 in ihrem Ausgangsprofil
über die Bahnbreite vermißt, bevor die Papierbahn anschließend das Auftragswerk 11
durchläuft. Eine weitere Meßstation 22 ist nach der Bahnleitwalze 14 vorgesehen, um
das Profil der Papierbahn 9 über deren Bahnbreite nach der Beschichtung mit dem Medium
10 am Auftragswerk 11 zu messen. In der Regel ist die zweite Meßstation 22 erst nach
einer (nicht dargestellten) Trocknungseinrichtung vorgesehen, um an der Meßstation
das getrocknete Beschichtungsergebnis zu erfassen. Beide Meßstationen 21, 22 senden
ihre Meßwerte laufend an einen Rechner 23, der daraus das Querprofil des aufgetragenen
Mediums 10 über die Bahnbreite der Papierbahn 9 ermittelt. Durch die kontinuierliche
Ermittlung des Querprofils ergibt sich auch das Längsprofil der Beschichtung mit dem
Medium 10 für die durchlaufende Papierbahn 9.
[0028] Der Rechner 23 ist über Leitungen 23a mit einer Steuerungseinheit 20 verbunden. Weiterhin
erhält die Steuerungseinheit 20 über Leitungen 24 die Sollwerte für das Querprofil
des Beschichtungsmediums. Die Steuerungseinheit 20 ist über Leitungen 25 mit der Verstelleinrichtung
16 verbunden.
[0029] Der Rechner 23 ist außerdem über eine Leitung 23b mit einer Steuerungseinheit 26
verbunden. Die Steuerungseinheit 26 erhält über eine Leitung 27 den Sollwert für das
Längsprofil des Beschichtungsmediums in Durchlaufrichtung der Papierbahn. Die Steuerungseinheit
26 ist über eine Leitung 28 mit einem Transmitter 29 verbunden, der wiederum über
eine Leitung 30 mit dem Druckschlauch 17c verbunden ist.
[0030] Nachfolgend wird nun die Funktion des ersten Ausführungsbeispiels in Fig. 1 erläutert.
Über die Auftragseinrichtung 15 wird das flüssige oder pastöse Medium 10 in einem
freien Strahl entsprechend einem vorgegebenen Querprofil in über die Bahnbreite unterschiedlicher
Dosierung auf die laufende Papierbahn 9 aufgetragen. Anschließend rakelt die Rollrakel
17a an der Egalisiereinrichtung 17 entsprechend einem vorgegebenen Längsprofil eine
bestimmte Menge des zuvor aufgetragenen Mediums 10 ab. Das abgerakelte Medium 10 ist
an der Rollrakel 17a durch einen Pfeil angedeutet. An der Auftragseinrichtung 15 wird
das Querprofil eingestellt, während an der Egalisiereinrichtung 17 das Längsprofil
eingestellt wird.
[0031] Das tatsächliche Beschichtungsergebnis auf der Papierbahn 9 wird ständig durch die
Meßstationen 21, 22 überwacht. Aus den von dort erhaltenen Meßwerten ermittelt der
Rechner 23 laufend die Ist-Werte für das Querprofil des Beschichtungsmediums sowie
den Ist-Wert für das Längsprofil des Beschichtungsmediums.
[0032] In einem ersten unabhängigen Regelkreis, der aus den Meßstationen 21, 22, dem Rechner
23, der Steuerungseinheit 20 und der Verstelleinrichtung 16 sowie den zugehörigen
Leitungen gebildet wird, wird das Querprofil bei Bedarf nachgeregelt. Hierzu erhält
die Steuerungseinheit 20 vom Rechner 23 über die Leitungen 23a laufend die ermittelten
Ist-Werte des Querprofils. Diese Ist-Werte werden mit den vorgegebenen Soll-Werten
für das Querprofil verglichen, die die Steuerungseinheit 20 über die Leitungen 24
erhält. Abweichungen zwischen den Ist-Werten und den Soll-Werten werden in entsprechende
Stellgrößen umgesetzt, die über die Leitungen 25 an die Verstelleinrichtung 16 weitergegeben
werden. Dort erfolgen dann entsprechende örtliche Nachstellungen der Dosierspaltweite.
Somit wird die lokale Auftragsmenge über die Bahnbreite nachgeregelt und das vorgegebene,
gewünschte Querprofil aufrechterhalten.
[0033] Ein zweiter unabhängiger Regelkreis, der von den Meßstationen 21, 22, dem Rechner
23, der Steuerungseinheit 26, dem Transmitter 29 und dem Druckschlauch 17c gebildet
wird, dient der Regelung des Längsprofils des Beschichtungsmediums. Die Steuerungseinheit
26 erhält vom Rechner 23 laufend den Ist-Wert des Längsprofils. Dieser wird ständig
mit dem Soll-Wert für das Längsprofil verglichen, den die Steuerungseinheit 26 über
die Leitung 27 erhält. Eine Abweichung zwischen dem Ist-Wert und dem Soll-Wert des
Längsprofils wird in eine entsprechende Stellgröße umgesetzt, die über die Leitung
28 an den Transmitter 29 weitergegeben wird. Am Transmitter 29 wird die Stellgröße
in eine entsprechende Druckänderung im Druckschlauch 17c umgesetzt, die an den Druckschlauch
17c über die Fluid-Druckleitung 30 weitergegeben wird. Durch die Druckänderung im
Druckschlauch 17c wird die Rollrakel 17a als Ganzes entsprechend stärker oder weniger
stark an die Papierbahn 9 angedrückt und rakelt demzufolge entsprechend mehr oder
weniger Beschichtungsmedium ab. Im Betrieb der Anlage wird also die Grundeinstellung
der Verstelleinrichtung 18 beibehalten und die Nachregelung des Längsprofils erfolgt
nur über den Druckschlauch 17c.
[0034] Falls die Verstellung der Dosierspaltweite an der Auftragseinrichtung 15 über die
Verstelleinrichtung 16 pneumatisch, hydraulisch oder auf ähnliche Weise erfolgt, kann
zwischen der Steuerungseinheit 20 und der Verstelleinrichtung 16 ebenfalls ein Transmitter
zwischengeschaltet sein, der die elektrischen Stellsignale in eine entsprechende Fluidänderung
umsetzt.
[0035] Nachfolgend wird nun ein zweites Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 2 erläutert.
Gleiche oder sich entsprechende Komponenten wie beim ersten Ausführungsbeispiel in
Fig. 1 sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen und es wird auf die dortigen Ausführungen
verwiesen. Weiterhin entspricht das Funktionsprinzip beim zweiten Ausführungsbeispiel
demjenigen beim ersten Ausführungsbeispiel, so daß hierzu ebenfalls auf die vorangegangenen
Ausführungen verwiesen wird.
[0036] Beim zweiten Ausführungsbeispiel in Fig. 2 ist nun die Gegenwalze 12 des ersten Ausführungsbeispiels
durch zwei getrennte Gegenwalzen 12' ersetzt, die nun zusammen mit der Auftragseinrichtung
15 und der Egalisiereinrichtung 17 ein Auftragswerk 11' bilden. Die weiteren Komponenten
wie beim ersten Ausführungsbeispiel sind beim zweiten Ausführungsbeispiel ebenfalls
vorhanden, jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen. Die Auftragseinrichtung
15 ist nun der einen Gegenwalze 12' zugeordnet, auf deren Mantelfläche die laufende
Papierbahn 9 entlang eines Auflageabschnitts gestützt ist. In Durchlaufrichtung der
Papierbahn beabstandet, ist die Egalisiereinrichtung 17 der anderen Gegenwalze 12'
zugeordnet, auf deren Mantelfläche die Papierbahn entlang eines Auflageabschnitts
gestützt ist. Beide Gegenwalzen 12' rotieren gleichsinnig in Pfeilrichtung.
[0037] Beim dritten Ausführungsbeispiel in Fig. 3 sind die Regelungskreise mit den Meßeinrichtungen,
den Steuerungseinrichtungen und den Verstelleinrichtungen in der Zeichnung weggelassen.
Diese Einrichtungen sind analog zum ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ausgebildet,
und es wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen. Während sich die beiden Ausführungsbeispiele,
die in den Fig. 1 und 2 veanschaulicht sind, jeweils auf ein direktes Auftragen des
flüssigen oder pastösen Mediums auf die Oberfläche der laufenden Materialbahn beziehen,
bezieht sich das dritte Ausführungsbeispiel auf ein indirektes Auftragen des Mediums.
Gleiche oder sich entsprechende Komponenten wie beim ersten Ausführungsbeispiel in
Fig. 1 sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen, und es wird auf die dortigen
Ausführungen verwiesen.
[0038] Beim in Fig. 3 dargestellten indirekten Auftragen des Mediums 10 wird das Medium
zunächst von der Auftragseinrichtung 15 auf die Mantelfläche 33 einer Auftragswalze
31 aufgetragen. Die Auftragswalze 31 rotiert in Pfeilrichtung. Somit passiert das
von der Auftragseinrichtung 15 aufgebrachte Medium 10 mit der Drehung der Auftragswalze
31 zunächst die Egalisiereinrichtung 17, bevor das Medium anschließend mit der weiteren
Drehung der Auftragswalze 31 in einen Auftragsspalt 32 gelangt. Die Regelung des Querprofils
und des Längsprofils des aufgetragenen Mediums 10 erfolgt also an der Auftragseinrichtung
15 und der Egalisiereinrichtung 17. Das in seinem Quer- und Längsprofil eingestellte,
aufgetragene Medium 10 läuft dann auf der Mantelfläche 33 der Auftragswalze 31 in
den Walzenspalt bzw. Übertragungsspalt 32 hinein, wo das Medium auf die laufende Materialbahn
9 übertragen wird, die durch den Walzenspalt hindurchgeführt wird.
[0039] Im Ausführungsbeispiel in Fig. 3 sind zwei Auftragswalzen 31 mit den zugehörigen
Auftragseinrichtungen 15 und Egalisiereinrichtungen 17 symmetrisch angeordnet und
bilden zwischen sich den Walzenspalt 32 aus. Diese Anordnung ist für eine beidseitige
Beschichtung der Materialbahn 9 geeignet. Alternativ kann die eine der beiden Auftragswalzen
31 mit der Auftragseinrichtung 15 und der Egalisiereinrichtung 17 durch eine rotierende
Gegenwalze ersetzt werden, die mit der anderen Auftragswalze 31 den Walzenspalt 32
bildet. Eine derartige Anordnung ist für eine einseitige Beschichtung der Materialbahn
9 ausreichend.
1. Verfahren zum direkten oder indirekten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums
auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, bei dem
- ein flüssiges oder pastöses Medium (10) bei direktem Auftrag unmittelbar auf die
Oberfläche einer auf einer umlaufenden Gegenfläche (12; 12') gestützten Materialbahn
(9) aufgetragen wird oder bei indirektem Auftrag zunächst auf die Oberfläche (33)
einer umlaufenden Auftragsfläche (31) aufgetragen wird, von wo aus das aufgetragene
Medium (10) in einem Auftragsspalt (32), durch den eine Materialbahn (9) hindurchgeführt
wird, auf diese übertragen wird, und
- während des Auftragens (15) das Querprofil des Mediums (10) über die Materialbahnbreite
zonenweise gesteuert beeinflußt wird, und,
- in Durchlaufrichtung nach dem Auftragen, das Längsprofil des zuvor unmittelbar auf
die Oberfläche der Materialbahn (9) oder die Oberfläche der Auftragsfläche aufgetragenen
Mediums (10) gesteuert beeinflußt (17) wird,
- wobei die Steuerung des Querprofils und die Steuerung des Längsprofils des aufgetragenen
Mediums (10) separat voneinander in automatischen Regelkreisen (21, 22, 23, 20, 16;
21, 22, 23, 26, 29, 17c) aufgrund von Messungen (21, 22) des auf der Oberfläche der
Materialbahn (9) oder der Oberfläche der Auftragsfläche aufgetragenen Profils des
Mediums (10) erfolgt, indem die gemessenen Ist-Werte (23a; 23b) des aufgetragenen
Profils laufend rechnergestützt mit vorgegebenen Sollwerten (24; 27) verglichen und
resultierende Abweichungen in entsprechende getrennte Steuerungsanweisungen (25; 28)
zur Beeinflussung (16) des Querprofils und zur Beeinflussung (17c) des Längsprofils
umgesetzt werden.
2. Verfahren zum direkten oder indirekten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums
auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, bei dem
- ein flüssiges oder pastöses Medium bei direktem Auftrag unmittelbar auf die Oberfläche
einer auf einer umlaufenden Gegenfläche gestützten Materialbahn aufgetragen wird oder
bei indirektem Auftrag zunächst auf die Oberfläche einer umlaufenden Auftragsfläche
aufgetragen wird, von wo aus das aufgetragene Medium in einem Auftragsspalt, durch
den eine Materialbahn hindurchgeführt wird, auf diese übertragen wird, und
- während des Auftragens das Längsprofil des Mediums gesteuert beeinflußt wird, und,
- in Durchlaufrichtung nach dem Auftragen, das Querprofil des zuvor unmittelbar auf
die Oberfläche der Materialbahn oder die Oberfläche der Auftragsfläche aufgetragenen
Mediums zonenweise gesteuert beeinflußt wird,
- wobei die Steuerung des Längsprofils und die Steuerung des Querprofils des aufgetragenen
Mediums separat voneinander in automatischen Regelkreisen aufgrund von Messungen des
auf der Oberfläche der Materialbahn oder der Oberfläche der Auftragsfläche aufgetragenen
Profils des Mediums erfolgt, indem die gemessenen Ist-Werte des aufgetragenen Profils
laufend rechnergestützt mit vorgegebenen Sollwerten verglichen und resultierende Abweichungen
in entsprechende getrennte Steuerungsanweisungen zur Beeinflussung des Längsprofils
und zur Beeinflussung des Querprofils umgesetzt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit
- einer Auftragseinrichtung (15) zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums
(10),
- einer der Auftragseinrichtung (15) zugeordneten umlaufenden Gegenfläche (12; 12'),
auf der eine laufende Materialbahn (9) gestützt ist, oder einer der Auftragseinrichtung
(15) zugeordneten, umlaufenden Auftragsfläche (31), die einem Übertragungsspalt (32)
zugeordnet ist, durch den eine laufende Materialbahn (9) hindurchgeführt ist,
- einer an der Auftragseinrichtung (15) befindlichen, über die Materialbahnbreite
zonenweise unabhängig einstellbaren Dosiereinrichtung (15a, 15b, 16) für das aufzutragende
Medium,
- einer der Auftragseinrichtung (15) nachgeschalteten, einer umlaufenden Gegenfläche
(12; 12') oder der umlaufenden Auftragsfläche zugeordneten Egalisiereinrichtung (17)
mit einer in bezug auf die Gegenfläche (12; 12') oder die Auftragsfläche einstellbaren
Gesamtverstelleinrichtung (17c, 29, 30),
- einer Meßeinrichtung (21, 22, 23) zur Erfassung des Querprofils und des Längsprofils
des aufgetragenen Mediums (10), und
- einer rechnergestützten automatischen Steuerungseinrichtung (20, 26), die mit der
Meßeinrichtung (21, 22, 23), der Dosiereinrichtung (15a, 15b, 16) und der Egalisiereinrichtung
(17) Regelkreise bildet,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Meßeinrichtung (21, 22, 23), die Steuerungseinrichtung (20) und die Dosiereinrichtung
(15a, 15b, 16) einen unabhängigen Querprofil-Regelkreis für das aufgetragene Medium
(10) bilden und
- daß die Meßeinrichtung (21, 22, 23), die Steuerungseinrichtung (26) und die Gesamtverstelleinrichtung
(17c, 29, 30) einen unabhängigen Längsprofil-Regelkreis für das aufgetragene Medium
(10) bilden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß, um beim Anfahren der Anlage
eine zonenweise Grundeinstellung der Egalisiereinrichtung (17) vornehmen zu können,
die Egalisiereinrichtung (17) mit einer über die Materialbahnbreite zonenweise unabhängig
einstellbaren Grundeinstelleinrichtung (18) ausgestattet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerungseinrichtung
in eine separate, dem Querprofil-Regelkreis zugeordnete Querprofil-Steuerungseinheit
(20) und eine separate, dem Längsprofil-Regelkreis zugeordnete Längsprofil-Steuerungseinheit
(26) unterteilt ist.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, mit
- einer Auftragseinrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Mediums,
- einer der Auftragseinrichtung zugeordneten, umlaufenden Gegenfläche, auf der eine
laufende Materialbahn gestützt ist, oder einer der Auftragseinrichtung zugeordneten,
umlaufenden Auftragsfläche, die einem Übertragungsspalt zugeordnet ist, durch den
eine laufende Materialbahn hindurchgeführt ist,
- einer an der Auftragseinrichtung befindlichen Gesamtdosiereinrichtung für das aufzutragende
Medium,
- einer der Auftragseinrichtung nachgeschalteten, einer umlaufenden Gegenfläche oder
der umlaufenden Auftragsfläche zugeordneten Egalisiereinrichtung mit einer über die
Materialbahnbreite zonenweise unabhängig einstellbaren Verstelleinrichtung,
- einer Meßeinrichtung zur Erfassung des Längsprofils und des Querprofils des aufgetragenen
Mediums, und
- einer rechnergestützten, automatischen Steuerungseinrichtung, die mit der Meßeinrichtung,
der Gesamtdosiereinrichtung und der Verstelleinrichtung der Egalisiereinrichtung Regelkreise
bildet,
dadurch gekennzeichnet,
- daß die Meßeinrichtung, die Steuerungseinrichtung und die Gesamtdosiereinrichtung
einen unabhängigen Längsprofils-Regelkreis für das aufgetragene Medium bilden und
- daß die Meßeinrichtung, die Steuerungseinrichtung und die Verstelleinrichtung der
Egalisiereinrichtung einen unabhängigen Querprofil-Regelkreis für das aufgetragene
Medium bilden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß, um beim Anfahren der Anlage
eine zonenweise Grundeinstellung der Auftragseinrichtung vornehmen zu können, die
Auftragseinrichtung mit einer über die Materialbahnbreite zonenweise unabhängig einstellbaren
Grunddosiereinrichtung für das aufzutragende Medium ausgestattet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerungseinrichtung
in eine separate, dem Längsprofil-Regelkreis zugeordnete Längsprofil-Steuerungseinheit
und eine separate, dem Querprofil-Regelkreis zugeordnete Querprofil-Steuerungseinheit
unterteilt ist.