[0001] Die Erfindung betrifft eine vorgehängte, hinterlüftete Außenwandbekleidung mit mehreren
an der Gebäudewand befestigten, in horizontalem Abstand voneinander angeordneten,
vertikalen Tragleisten, mit mehreren zwischen den Tragleisten angeordneten, an der
Gebäudewand angebrachten plattenartigen Dämmstoffelementen und mit mehreren an den
Außenflächen der Tragleisten anliegenden Trägerplatten, an deren Außenseite eine Wetterschutzschicht
angeordnet ist, wobei die Dicke der Dämmstoffelemente und der Abstand der Außenflächen
der Tragleisten von der Gebäudewand so bemessen sind, daß zwischen den Dämmstoffelementen
und der Innenseite der Trägerplatten ein Luftspalt von mindestens 20 mm vorhanden
ist.
[0002] Bei einer derartigen bekannten Außenwandbekleidung (siehe z.B. Firmenschrift "StoVerotec
Fassade 2000", der Firma Sto AG, D-79780 Stühlingen, bestehen die vertikalen Tragleisten
aus Holz. Diese Tragleisten können auf verschiedene Art mit der Gebäudewand verbunden
werden. Es sind zu diesem Zweck Aluminium-Wandhalter vorgesehen, die jeweils mittels
einer Schraube mit der Gebäudewand verbunden werden und die ihrerseits mit jeweils
einer Aufnahmegabel für die Holzleiste verschraubt werden können. Die Holzleiste wird
dann wiederum durch Schrauben mit der Aufnahmegabel verbunden. Abgesehen davon, daß
die Aluminium-Wandhalter mit den Aufnahmegabeln verhältnismäßig teuer in der Herstellung
sind, ist auch der Montageaufwand verhältnismäßig groß. Außerdem wird keine gute Schallisolierung
erreicht. Die gleichen Nachteile hat auch eine andere Bauart dieser bekannten Außenwandbekleidung,
bei der zunächst an der Gebäudewand horizontale Konterlatten aus Holz in einem gegenseitigen
Abstand von etwa 600 mm befestigt werden. Zwischen diese Konterlatten werden dann
die Dämmstoffelemente, meistens Mineralstoffplatten oder -matten, eingelegt und mit
der Gebäudewand verbunden. Auf die Konterlatten werden dann die vertikalen, aus Holz
bestehenden Tragleisten aufgeschraubt oder aufgenagelt. Da die Dicke der Konterlattung
der Dicke der Dämmstoffelemente entspricht, ist die Holz-Unterkonstruktion vom Material
her verhältnismäßig teuer und erfordert ebenfalls einen hohen Montageaufwand. Auch
die Schalldämmung ist unbefriedigend.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe Zugrunde, eine vorgehängte, hinterlüftete Außenwandbekleidung
der eingangs erwähnten Art zu schaffen, die kostengünstig herstellbar ist und dabei
neben der Wärmeisolierung auch eine gute Schalldämmung aufweist.
[0004] Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die Tragleisten aus Mineralwolleplatten
gefertigt und mit ihren Innenflächen so an die Gebäudewand angeklebt sind, daß die
Mineralwollefasern im wesentlichen senkrecht zur Gebäudewand verlaufen, daß die Trägerplatten
an die Außenflächen der Tragleisten geklebt und zusätzlich über Schrauben oder dgl.,
die sich durch die Tragleisten hindurch bis in die Gebäudewand erstrecken, mit dieser
verbunden sind, und daß die Höhe der Tragleisten senkrecht zur Gebäudewand um mindestens
20 mm größer ist als die Dicke der Dämmstoffelemente.
[0005] Die Erfindung geht also von dem Gedanken aus, Streifen von Mineralwolleplatten abzuschneiden
und diese als Tragleisten für die Außenwandbekleidung zu verwenden. Damit jedoch diese
Tragleisten die erforderliche Druckfestigkeit aufweisen, werden sie so an die Gebäudewand
angeklebt, daß die Mineralwollefasern im wesentlichen senkrecht zur Gebäudewand verlaufen.
Da in üblichen Mineralwolleplatten die Fasern im wesentlichen parallel zur Plattenebene
angeordnet sind, sägt man einen Streifen von einer Mineralwolleplatte ab und klebt
diesen Streifen praktisch mit seiner einen Schnittfläche an die Gebäudewand an. Die
Mineralwollefasern verlaufen dann im wesentlichen senkrecht zur Gebäudewand. Die Breite
des abgeschnittenen Streifens entspricht dann der Höhe der Tragleiste, senkrecht zur
Gebäudewand gemessen. Nachdem zwischen die beabstandeten Tragleisten Dämmstoffelemente
angeordnet und mit der Gebäudewand verbunden worden sind, werden die Trägerplatten
an die Außenflächen der Tragleisten angeklebt. Zusätzlich werden sie über Schrauben
mit der Gebäudewand verbunden. Auf die Außenseite der Trägerplatten kann dann in bekannter
Weise eine Putzbeschichtung, kleinformatiges Steinzeug, Keramik oder auch Natursteinplatten
als Wetterschutzschicht und als dekorative Schicht angebracht werden. Eine derartige
Außenwandbekleidung bewirkt durch die Verwendung von Mineralwollestreifen als Tragleisten
und die darauf geklebte Trägerplatte eine immense Schallabtrennung, so daß die Schallrückhaltequote
der erfindungsgemäßen Außenwandbekleidung gegenüber herkömmlichen mit den gleichen
Dämmstoffelementen und den gleichen Trägerplatten um ca. 10 db steigt. Da Mineralwolleplatten
ein verhältnismäßig billiges Baumaterial sind, können die Tragleisten aus diesem Baumaterial
kostengünstig hergestellt werden. Auch der gesamte Montageaufwand ist verhältnismäßig
gering und ermöglicht speziell Malern und Stukkateuren ohne aufwendige Unterkonstruktion
die Montage der hinterlüfteten Außenwandbekleidung.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0007] Die Erfindung ist in folgendem, anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Horizontalschnitt der neuen Außenwandbekleidung,
- Figur 2
- schematisch die Herstellung der Tragleisten aus einer Mineralwolleplatte.
[0008] In der Zeichnung ist mit 1 die zu verkleidende Gebäudewand bezeichnet. An dieser
Gebäudewand werden Tragleisten 2 mit ihren Innenseiten 2a angeklebt. Die Tragleisten
2 sind aus Mineralwolleplatten 2' gefertigt, wie es in Figur 2 dargestellt ist. Zweckmäßig
werden Mineralwolleplatten mit einer Dichte von etwa 120 bis 150 kg/m
3 verwendet. Die Dicke D kann vorzugsweise 100 mm betragen. Bei derartigen Mineralwolleplatten
erstrecken sich die mit Strichen schematisch angedeuteten Mineralwollefasern 3 im
wesentlichen parallel zur Plattenebene. Von einer derartigen Mineralwolleplatte 2'
werden schmale Streifen mit einer Breite bzw. Höhe h durch Sägen abgetrennt. Die Breite
h entspricht der gewünschten Höhe h der Tragleisten 2. Eine der Schnittflächen der
abgeschnittenen Streifen bildet jeweils die Innenseite 2a der Tragleiste, die andere
deren spätere Außenseite 2b. Die Tragleisten 2 werden in einem Achsabstand A von beispielsweise
600 mm vertikal verlaufend an die Gebäudewand 1 geklebt. Zwischen die Tragleisten
2 werden fassadengerechte Dämmstoffelemente 4 eingebaut und mittels Dämmstoffhaltern
5 gesichert. Als Dämmstoffelemente werden zweckmäßig Mineralwolleplatten oder -matten
verwendet. Anstelle dieses Materials kann auch eine Hartschaumplatte als Dämmstoffelement
4 vorgesehen sein.
[0009] Die Höhe h der Tragleisten 2, senkrecht zur Gebäudewand 1 gemessen, muß um mindestens
20 mm größer sein als die Dicke d der Dämmstoffelemente 4. Dies ist erforderlich,
damit zwischen der Außenseite der Dämmstoffelemente 4 und der Innenseite der Trägerplatte
6 ein Luftspalt 7 von mindestens 20 mm Breite b entsteht.
[0010] Die Trägerplatte 6 wird auf die Außenseiten 2b der Tragleisten 2 aufgeklebt. Als
Kleber werden zweckmäßig hochwertige Bau- oder Fliesenkleber verwendet. Zusätzlich
werden die Trägerplatten 6, deren Breite in horizontaler Richtung einem Vielfachen
des Achsabstandes A entspricht, zweckmäßig unter Verwendung sogenannter Rahmendübel
8, die sich durch die Tragleisten 2 hindurch bis in die Gebäudewand 1 erstrecken,
gesichert. Bei solchen Rahmendübeln (Hersteller: fischerwerke Artur Fischer GmbH &
Co. KG, 72178 Waldachtal, handelt es sich um Kunststoffdübel, die ein in eine Bohrung
10 in der Gebäudewand 1 eingreifendes Halteteil 8a und einen sich durch die ganze
Tragleiste 2 hindurch erstreckenden, mit einer Längsbohrung versehenen Schaft 2b aufweisen.
In diese sogenannte Dübelhülse 8 wird eine Spezialschraube 11 eingeschraubt, die sich
durch die Trägerplatte 6, den Schaft 8b und das Halteteil 8a hindurch erstreckt. Die
Länge dieser Spezialschraube beträgt um 5 mm mehr als die Länge des Rahmendübels 8
zuzüglich der Dicke der Trägerplatte 6. Die Spezialschraube 11 besteht aus rostfreiem
Stahl, ebenso wie die großflächige Unterlegscheibe 12.
[0011] Auf die so vorbereitete Außenwandverkleidung wird außen auf die Trägerplatte 6 die
strichpunktiert dargestellte Wetterschutzschicht oder Dekorschicht 13 aufgebracht.
Dies kann z.B. eine Putzbeschichtung sein. Man kann jedoch auch auf den Trägerplatten
kleinformatiges Steinzeug, Keramik oder Natursteinplatten mittels entsprechender Kleber
befestigen.
[0012] Als Trägerplatte 6 wird zweckmäßig eine aus mit einem geschäumten organischen Bindemittel
gebundenem Blähglasgranulat bestehende Platte verwendet, die zweckmäßig beidseitig
mit Glasfasergewebe armiert ist. Derartige Trägerplatten werden unter dem Namen "Sto-Verotec-Trägerplatte"
von der Firma Sto AG, D-79780 Stühlingen, vertrieben. Das Verfahren zur Herstellung
derartiger Trägerplatten, zu deren Herstellung aus Altglas gewonnenes Blähglas verwendet
wird, ist in der EP 290 881 A2 näher beschrieben. Trägerplatten der vorgeschlagenen
Art haben ein verhältnismäßig geringes Gewicht und sind trotz ihres geringen Gewichtes
sehr stabil, unbrennbar, dauerhaft, wasserfest und überhaupt unempfindlich gegen Umwelteinflüsse.
1. Vorgehängte, hinterlüftete Außenwandbekleidung mit mehreren an der Gebäudewand (1)
befestigten, in horizontalem Abstand (A) voneinander angeordneten, vertikalen Tragleisten
(2), mit mehreren zwischen den Tragleisten angeordneten, an der Gebäudewand angebrachten,
plattenartigen Dämmstoffelementen (4) und mit mehreren an den Außenflächen (2b) der
Tragleisten anliegenden Trägerplatten (6), an deren Außenseite eine Wetterschutzschicht
(13) angeordnet ist, wobei die Dicke (d) der Dämmstoffelemente (4) und der Abstand
(h) der Aubenflächen der Tragleisten (2) von der Gebäudewand (1) so bemessen sind,
daß zwischen den Dämmstoffelementen und der Innenseite der Trägerplatten ein Luftspalt
(7) von mindestens 20 mm vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragleisten (2) aus Mineralwolleplatten (2') gefertigt und mit ihren Innenflächen
(2a) so an die Gebäudewand (1) geklebt sind, daß die Mineralwollefasern (3) im wesentlichen
senkrecht zur Gebäudewand (1) verlaufen, daß die Trägerplatten (6) an die Außenflächen
(2b) der Tragleisten (2) geklebt und zusätzlich über Schrauben (11) oder dgl., die
sich durch die Tragleisten (2) hindurch bis in die Gebäudewand (1) erstrecken, mit
dieser verbunden sind, und daß die Höhe (h) der Tragleisten (2) senkrecht zur Gebäudewand
(1) um mindestens 20 mm größer ist als die Dicke (d) der Dämmstoffelemente (4).
2. Außenwandbekleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragleisten (2) aus einer Mineralwolleplatte (2') mit einer Dichte von etwa
120 bis 150 kg/m3 gesägt sind.
3. Außenwandbekleidung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragleisten (2) aus einer Mineralwolleplatte mit einer Dicke (D) von mindestens
100 mm gefertigt sind.
4. Außenwandbekleidung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmstoffelemente (4) Mineralwolleplatten oder -matten sind.
5. Außenwandbekleidung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämmstoffelemente (4) Hartschaumplatten sind.
6. Außenwandbekleidung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung der Trägerplatten (6) Rahmendübel (8) vorgesehen sind, durch
die sich jeweils eine Schraube (11) erstreckt.
7. Außenwandbekleidung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte (6) eine Platte aus mit einem geschäumten organischen Bindemittel
gebundenem Blähglasgranulat ist.
8. Außenwandbekleidung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte (6) beidseitig mit Glasfasergewebe armiert ist.