[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entwickeln von fotografischem Material
gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs.
[0002] Bei der Bearbeitung von Kundenaufträgen in fotografischen Entwicklungslabors werden
üblicherweise zunächst belichtete Filme, in der Regel sind dies Negativfilme, nasschemisch
entwickelt und die entwickelten Bildfelder werden anschliessend durch Aufbelichtung
auf fotografisches Kopiermaterial, in der Regel auf Fotopapier, aufkopiert. Das belichtete
Fotopapier wird anschliessend ebenfalls nasschemisch entwickelt. Liegt das Fotopapier
als langes Band vor, wie dies in Hochleistungslabors üblich ist, wird das Band anschliessend
in einzelne Bilder zerschnitten, die einzelnen Bestandteile eines Auftrags werden
zusammengestellt und verpackt, sodass sie letztendlich an den Auftraggeber retourniert
werden können.
[0003] Die Vorrichtungen, welche die Bäder zur nasschemischen Entwicklung enthalten, sind
dabei als sogenannte Filmprozessoren bzw. Papierprozessoren bekannt. Das Volumen solcher
nasschemischer Bäder in den Prozessoren - im folgenden werden der Einfachheit halber
nur noch Papierprozessoren diskutiert - hängt wesentlich davon ab, welchen Durchsatz
(Anzahl der entwickelten Bilder pro Zeiteinheit) der jeweilige Anwender, in der Regel
Entwicklungslabors, erreichen möchte. Für einen hohen Durchsatz muss die Strecke durch
den Papierprozessor entsprechend lang sein, damit möglichst viele Bilder gleichzeitig
sich im Papierprozessor befinden können und bei kontinuierlichem Transport einerseits
und verhältnismässig zügiger Transportgeschwindigkeit andererseits die Durchlaufzeit
des Papiers durch den Papierprozesor der für die Entwicklung nötigen Zeitdauer entspricht
(diese ist ja vorgegeben). Dies hat relativ grossvolumige Bäder und daher auch grossvolumige
Papierprozessoren zur Folge.
[0004] Papierprozessoren mit geringvolumigen Bädern sind zur Vermeidung der grossvolumigen
Bäder bzw. Prozessoren bereits vorgeschlagen worden, z.B. in US-A-5,179,404; US-A-5,309,191;
US-A-5,311,235 oder in US-A-5,270,762. Darüberhinaus ist es für die Bäder aber auch
wichtig, dass die Entwicklungsflüssigkeit stets "frisch" ist, damit die entwickelten
Papierbilder alle einem einheitlichen Qualitätsstandard entsprechen. Dies hat zur
Folge, dass speziell die geringvolumigen Bäder von Zeit zu Zeit erneuert oder ergänzt
werden müssen. Ausserdem hat sich eine rege Bewegung der nasschemischen Bäder im Papierprozessor
als vorteilhaft erwiesen, da auf diese Weise immer wieder frische Entwicklungsflüssigkeit
in Kontakt mit dem zu entwickelnden Papier kommt. Es ist einleuchtend, dass bei geringvolumigeren
Bädern ein kompletter Austausch oder eine Ergänzung der Bäder in kürzeren Zeitabständen
erfolgen muss als bei grossvolumigeren Bädern.
[0005] Geringvolumige Bäder und damit auch vergleichsweise geringvolumige Prozessoren weisen
in der Regel einen sehr schmalen vom Einlass durch den Innenraum des Prozessors zum
Auslass hin sich erstreckenden Kanal, entlang dem das zu entwickelnde Fotopapier transportiert
wird. Während des Transports entlang dieses Kanals kommt das zu entwickelnde Fotopapier
in Kontakt mit der Entwicklungsflüssigkeit und wird dadurch entwickelt. Durch das
geringe Volumen des Kanals einerseits und die Forderung nach ständiger Zirkulation
der Entwicklungsflüssigkeit andererseits entsteht in dem Kanal ein vergleichsweise
hoher Druck.
[0006] Um diesem hohen Druck standhalten zu können, müssen die Prozessoren mechanisch hochstabil
sein. Gleichzeitig sollen sie aber auch einen sicheren Betrieb gewährleisten. Dies
heisst in erster Linie, dass es zu keinerlei Papierstaus in den Prozessoren kommen
soll, es muss also ein sicherer Transport des Papiers entlang des Kanals gewährleistet
sein. Darüberhinaus sollen die Prozessoren fertigungstechnisch einfach und möglichst
kostengünstig herstellbar sein.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung durch eine Vorrichtung gelöst, wie sie durch
die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs beschrieben ist. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung umfasst also zwei miteinander verbindbare Halbschalen, von denen jede
Halbschale für sich genommen wiederum zwei miteinander verbundene Platten umfasst.
Diese sind zu einer Halbschale zusammengefügt und somit bildet die eine Platte die
Aussenwand der Halbschale und die andere die Innenwand der Halbschale. Ferner umfasst
die erfindungsgemässe Vorrichtung ein zentrales Verdrängungselement, welches nach
dem Einbringen in die miteinander verbundenen Halbschalen zusammen mit der jeweiligen
Innenwand der Halbschalen den Kanal für das zu entwickelnde fotografische Material
definiert. Dieser Kanal erstreckt sich zwischen dem Verdrängungselement und der jeweiligen
Innenwand der Halbschale. Diese Innenwand der Halbschale ist im wesentlichen als ebene
Fläche ausgebildet, während die Aussenwand Mittel zur Verstärkung der Innenwand aufweist
zur Verhinderung einer Verformung der Innenwand durch den hohen Druck der Entwicklungsflüssigkeit.
Derartige Vorrichtungen sind mechanisch hochstabil, einfach und kostengünstig in der
Herstellung und zuverlässig im Betrieb.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemässen Vorrichtung zeichnen sich dadurch
aus, dass die Mittel zur Verstärkung der Innenwand der Halbschale als auf die Innenwand
zuweisende Vertiefungen der die Aussenwand bildenden Platte ausgebildet sind. Diese
Vertiefungen sind an ihrer jeweiligen Kontaktfläche mit der die Innenwand bildenden
Platte verbunden. Dadurch wird auf fertigungstechnisch einfache Art und Weise eine
hohe mechanische Stabilität erreicht
[0009] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus,
dass die beiden Halbschalen die gleiche Gestalt aufweisen. Dies heisst, dass praktisch
nur eine Form zur Herstellung der Halbschalen erforderlich ist, was den Herstellungsaufwand
weiter reduziert. In bevorzugter Art und Weise werden die Halbschalen nach dem "Twin-Sheet-Verfahren"
hergestellt. Dieses Verfahren erlaubt auf einfache Weise die Herstellung solcher Halbschalen.
[0010] Eine andere Weiterbildung der erfindungsgemässen Vorrichtung betrifft den Aspekt,
dass das Verdrängungselement ebenfalls aus zwei miteinander verbindbaren Halbkörpern
gebildet ist. Jeder Halbkörper umfasst dabei für sich genommen zwei miteinander verbundene
Platten, die zu einem Halbkörper zusammengefügt sind und zwar derart, dass die eine
Platte die Aussenwand des Halbkörpers bildet und die andere Platte die Innenwand des
Halbkörpers. Die Aussenwand des Halbkörpers ist im wesentlichen als ebene Fläche ausgebildet,
während die Innenwand Mittel zur Verstärkung der Aussenwand aufweist zur Verhinderung
einer Verformung der Aussenwand durch den hohen Druck der Entwicklungsflüssigkeit.
Diese Ausbildung des Verdrängungselements gewährleistet ebenfalls eine hohe mechanische
Stabilität, die Verdrängungselemente sind einfach in der Herstellung und gewährleisten
eine hohe Betriebssicherheit.
[0011] In einer Weiterbildung einer solchen Vorrichtung sind die Mittel zur Verstärkung
der Aussenwand des Halbkörpers als auf die Aussenwand zuweisende Vertiefungen der
die Innenwand bildenden Platte ausgebildet. An ihrer jeweiligen Kontaktfläche mit
der die Aussenwand bildenden Platte sind die Vertiefungen der die Innenwand bildenden
Platte mit der die Aussenwand bildenden Platte verbunden.
[0012] Besonders bevorzugt weisen die beiden Halbkörper die gleiche Gestalt auf, was die
Herstellung der Halbkörper erleichtert, da nur eine Form benötigt wird. Speziell bevorzugt
ist eine Vorrichtung, bei der die beiden Halbkörper nach dem Twin-Sheet-Verfahren
hergestellt sind, weil dieses Verfahren eine fertigungstechnisch einfache Herstellung
solcher Halbkörper ermöglicht.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen,
teilweise schematisch und/oder in Schnittdarstellung:
- Fig. 1
- eine prinzipielle Anordnung eines Prozessors mit geringvolumigem Entwicklungsflüssigkeitsbad,
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung (perspektivisch),
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel des Verdrängungselements der erfindungsgemässen Vorrichtung
in noch nicht ganz zusammengebautem Zustand,
- Fig. 4
- das Ausführungsbeispiel des Verdrängungselements gemäss Fig. 3 in zusammengebautem
Zustand,
- Fig. 5 Fig. 6
- die grundsätzliche Funktionsweise des Twin-Sheet-Verfahrens,
- Fig. 7
- eine Halbschale des Tanks eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Vorrichtung
im Schnitt,
- Fig. 8
- die Hälfte eines Halbkörpers des Verdrängungskörpers des Racks eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemässen Vorrichtung
- Fig. 9
- einen Schnitt durch den Halbkörper gemäss der Linie IX-IX der Fig. 8 und
- Fig. 10
- einen Schnitt durch den Halbkörper gemäss der Linie X-X der Fig. 8.
[0014] Fig. 1 zeigt in einer Prinzipdarstellung eine Anordnung eines Prozessors mit geringvolumigem
Entwicklungsflüssigkeitsbad. Allerdings soll Fig. 1 nur zur Verdeutlichung des grundsätzlichen
Funktionsprinzips dienen. Einige wesentliche Merkmale der erfindungsgemässen Vorrichtung
sind nämlich in Fig. 1 nicht dargestellt. Man erkennt in Fig. 1 einen Tank 1, in welchen
zwei sogenannte Racks 2 eingebracht sind. Zwischen der jeweiligen Innenwand des Tanks
1 und der jeweiligen Aussenwand des Racks 2 wird ein schmaler Kanal 3 definiert, durch
welchen das zu entwickelnde Material, im Falle eines Papierprozessors das Fotopapier
P, transportiert und durch den Kontakt mit der Entwicklungsflüssigkeit entwickelt
wird. Das Fotopapier liegt in Fig. 1 in Form eines langen Bands vor, wie dies bei
Hochleistungslabors üblich ist, und wird durch einen Einlass E mit Hilfe der antreibbaren
Rollen R, die das Papierband auch spannen, durch den Kanal 3 zum Auslass A transportiert.
Man erkennt unmittelbar, dass das Entwicklungsflüssigkeitsbad bei derartigen Prozessoren
deutlich geringvolumiger ist als bei konventionellen Prozessoren, bei denen praktisch
der gesamte Innenraum des Prozessors mit Entwicklungsflüssigkeit gefüllt ist, das
Entwicklungsflüssigkeitsbad also grossvolumig ist.
[0015] Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung in mehr
oder weniger zusammengebautem Zustand in perspektivischer Darstellung. Auch aus Fig.
2 sind einige Details noch nicht genau erkennbar, werden aber mit Hilfe der Erläuterung
der nachfolgenden Zeichnungsfiguren noch klarer. In Fig. 2 erkennt man drei hintereinandergeschaltete
Tanks 1. Zwischen zwei benachbarten Tanks sind Transportrollen R1,R2,R3,R4 für vier
Bänder des Fotopapiers angeordnet. Zwischen den Transportrollen R1 und R2 ist eine
weitere Rolle LR1 für ein erstes - vorzugsweise endlos umlaufendes - Leaderband (nicht
dargestellt) angeordnet und zwischen den Transportrollen R3 und R4 eine weitere Rolle
LR2 für ein zweites Leaderband (ebenfalls nicht dargestellt). Die zwischen zwei hintereinandergeschalteten
Tanks 1 angeordneten Rollen R1,R2,R3,R4 für das Fotopapier sowie die Rollen LR1 und
LR2 für das Leaderband können mittels eines konventionellen, gemeinsamen Kettenantriebs
(nicht dargestellt) angetrieben werden. Zum Einfädeln des Fotopapiers werden die über
die Transportrollen R1 und R2 geführten Bänder des Fotopapiers (nicht dargestellt)
jeweils mittels einer Klammer an das über die Rolle LR1 geführte Leaderband befestigt.
Die Klammer wird nach dem Einfädeln des Fotopapiers wieder abgestreift. Das gleiche
gilt für die über die Transportrollen R3 und R4 geführten Bänder des Fotopapiers.
Vom Prinzip her kann man sich den Verlauf des Leaderbands so vorstellen wie in Fig.
1 angedeutet. Im Bereich des Tanks 1 verläuft das Leaderband praktisch gleich wie
das Fotopapier P, aber eben parallel dazu. Ausserhalb des Tanks ist das Leaderband
zurückgeführt, so wie es in Fig. 1 strichliert angedeutet ist, und läuft im Betrieb
als endloses Band durch den Tank 1 und aussenherum wieder zurück, währen das Band
des Fotopapiers P nach Durchlaufen des Tanks 1 nicht mehr zurückgeführt wird.
[0016] In Fig. 2 erkennt man ausserdem, dass in den Tank 1 ein Verdrängungselement, ein
sogenanntes Rack 2, eingebracht ist (wie bereits anhand von Fig. 1 erläutert). In
dem vorderern Tank der Fig. 2 ist noch kein solches Rack 2 eingebracht, im mittleren
Tank ist es hingegen bereits in eingebrachter Position dargestellt und im hinteren
Tank ist es noch zur Hälfte herausgezogen dargestellt. In Fig. 2 erkennt man ausserdem,
besonders bei dem vorderen Tank erkennt man es, dass der Tank 1 zwei Halbschalen 10
und 11 umfasst, die miteinander verbunden sind und so den Tank 1 bilden. Auf der Aussenwand
100 der Halbschale 10 erkennt man mehrere Vertiefungen 101, die über die gesamte Aussenwand
100 der Halbschale 10 verteilt sind. Diese Vertiefungen 101 dienen der höheren mechanischen
Stabilität der Halbschale 10, auf sie wird jedoch noch genauer eingegangen. Ferner
erkennt man noch drei in Querrichung verlaufende Vertiefungen 102, in welche Befestigungselemente
(z.B. schienenartige Elemente) eingebracht werden können, die den gesamten Prozessor
umgreifen (den Prozessor quasi umklammern) und ihn so zusätzlich fest zusammenhalten
und dadurch die mechanische Stabilität des Prozessors noch weiter erhöhen. Ferner
erkennt man auf der Stirnseite der Halbschalen 10 und 11 noch drei Anschlussstutzen
103 für die Zufuhr bzw. Abfuhr von Entwicklungsflüssigkeit. Am oberen Ende der Stirnseite
erkennt man noch eine Hülse 104, durch welche nach dem Einbringen des Racks 2 in den
Tank 1 ein Befestigungselement hindurchgeführt werden kann, mit welchem das Rack 2
im Tank 1 fixiert wird.
[0017] Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Verdrängungselements oder Racks 2 in noch
nicht ganz zusammengebautem Zustand. Man erkennt, dass das Rack 2 zwei Seitenholme
22 und 23 umfasst, sowie mehrere die Seitenholme 22 und 23 verbindende Stangen oder
Rohre 24,25,26 und 27. Auf der unteren Stange 27 sind die Rollen für die Bänder des
Fotopapiers und für das jeweilige Leaderband vorgesehen. Sie sind auf dieser Stange
27 frei drehend gelagert. Über die Stangen 25 und 26 wird beim Zusammenbau des Racks
der Verdrängungskörper geschoben, der zwei Halbkörper 20 und 21 umfasst (in Fig. 3
noch nicht zu erkennen), und anschliessend wird der Seitenholm 23 mit den Stangen
24 und 27 fest verbunden.
[0018] Der die beiden Halbkörper 20 und 21 umfassende Verdrängungskörper weist, wie man
aus Fig. 3 erkennen kann, mehrere Schlitze 201 auf, man erkennt sie auf der Aussenwand
200 des Verdrängungskörpers. Die Schlitze 201 dienen dazu, dass aus dem Innenraum
des Verdrängungskörpers durch diese Schlitze 201 hindurch das Fotopapier praktisch
wie durch eine Düse hindurch mit Entwicklungsflüssigkeit beaufschlagt wird, was einerseits
einem Anhaften des Fotopapiers am Verdrängungskörper entgegenwirkt, andererseits einer
guten Zirkulation der Entwicklungsflüssigkeit zuträglich ist. Man erkennt in Fig.
3, dass jeweils in den Bereichen der Aussenwand 200 des Verdrängungkörpers Schlitze
201 vorgesehen sind, in denen das zu entwickelnde Fotopapier geführt wird. Dort wo
das Leaderband geführt ist, ist lediglich jeweils eine kleine in Längsrichtung verlaufende
Vertiefung 202 vorgesehen, die aber geschlossen ist, da das Leaderband nicht mit Entwicklungsflüssigkeit
beaufschlagt werden muss. Die Zuführung von Entwicklungsflüssigkeit in den Innenraum
des Verdrängungskörpers und zu den Schlitzen 201 kann derart erfolgen, dass die Stangen
25 und 26 als hohlzylindrische Rohre ausgebildet sind, die zumindest im Bereich der
Schlitze Durchtrittsöffnungen aufweisen. In Fig. 4 ist schliesslich ein Verdrängungselement
oder Rack 2 in zusammengebautem Zustand dargestellt. Setzt man nun das zusammengebaute
Rack 2 in den zusammengebauten Tank 1 ein, so ergibt sich praktisch eine Vorrichtung,
wie sie in Fig. 2 dargestellt ist, speziell in dem mittleren Teil, der ja in Fig.
2 bereits in zusammengebautem Zustand dargestellt ist.
[0019] Vorzugsweise sind sowohl die Halbschalen 10 und 11 des Tanks 1 wie auch die Halbkörper
20 und 21 des Verdrängungselements oder Racks 2 mit Hilfe des sogenannten Twin-Sheet-Verfahrens
hergestellt, sie sind also - wie der Name des Verfahrens bereits sagt - doppelwandig
ausgebildet und aus zwei Kunststoffplatten hergestellt. Wie die einzelnen Halbschalen
10 und 11 bzw. die Halbkörper 20 und 21 von ihrer Gestalt her genauer aussehen, wird
weiter unten noch erläutert. Zunächst soll die grundsätzliche Funktionsweise des Twin-Sheet-Verfahrens
kurz erläutert werden, und zwar mit Hilfe von Fig. 5 und Fig. 6.
[0020] In Fig. 5 und Fig. 6 sind die wesentlichen Schritte des Twin-Sheet-Verfahrens zu
erkennen. Zunächst werden zwei vorgewärmte thermoplastische Platten P1 und P2 zwischen
die Formhälften F1 und F2 eingelegt (Fig. 5) und solange von aussen beheizt bis sie
durchgehend plastifiziert sind. Die Formhälften F1 und F2 werden dann zusammengefahren,
und die plastifizierten Platten P1 und P2 werden in einem Schritt mit Hilfe von Vakuum
NP vakuum-tiefgezogen und gleichzeitig an den Rändern hochfest miteinander verschweisst
(Fig. 6). Wo besondere Detailtreue bzw. Massgenauigkeit erforderlich ist, kann beispielsweise
(wie in Fig. 6 angedeutet) mittels einer schmalen Nadeldüse NJ Überdruck zwischen
den Platten P1 und P2 erzeugt werden durch Zufuhr von Druckluft PP. Diese Druckluft
PP drückt die Platten von innen noch zusätzlich zu dem von aussen durch das Vakuum
NP erzeugten Ansaugen gegen die Formhälften F1 und F2, wodurch die hohe Detailgenauigkeit
erreicht wird. Es entfällt beim Einsatz des Twin-Sheet-Verfahrens das sonst übliche
nachträgliche Fügen der beiden Teile und somit werden Lösemittel, Schweisszusätze
etc. überflüssig. Eventuell am Rand überstehendes Material kann mechanisch entfernt
werden (z.B. durch Abfräsen).
[0021] Mit Hilfe von Fig. 5 und Fig. 6 ist zuvor die Herstellung eines Hohlkörpers beschrieben
worden. Dieses Verfahren kann aber auch zur Herstellung sowohl der Halbschalen 10
und 11 des Tanks 1 der erfindungsgemässen Vorrichtung wie auch zur Herstellung der
Halbkörper 20 und 21 des Verdrängungselements oder Racks 2 eingesetzt werden. Vorzugsweise
- aber nicht zwingend - weisen dabei jeweils die beiden Halbschalen 10 und 11 des
Tanks 1 sowie die beiden Halbkörper 20 und 21 des Racks 2 die gleiche Gestalt auf.
In diesem Fall ist dann zur Herstellung des Tanks 1 und zur Herstellung des Verdrängungskörpers
des Racks 2 jeweils nur eine Form erforderlich.
[0022] In Fig. 7 ist nun eine Halbschale, beispielsweise die Halbschale 10, des Tanks 1
im Schnitt zu erkennen. Sie ist dabei aus zeichnerischen Gründen immer wieder unterbrochen
gezeichnet. Man erkennt, dass die Halbschale 10 aus zwei Platten hergestellt ist.
Die Aussenwand 100 der Halbschale 10 ist durch eine Platte gebildet, welche mehrere
Vertiefungen 101 (siehe auch Fig. 2) aufweist. Die Innenwand 105 ist ebenfalls durch
eine Platte gebildet. Die Vertiefungen 101, die auf der die Aussenwand 100 bildenden
Platte vorgesehen sind, weisen auf die Innenwand 105 zu und sind an ihrer Kontaktfläche
mit der die Innenwand 105 bildenden Platte verbunden. Die Vertiefungen 101 wirken
also als Mittel zur Verstärkung der die Innenwand 105 bildenden Platte, erhöhen also
die mechanische Stabilität erheblich. Ferner erkennt man noch die in Querrichtung
verlaufenden Vertiefungen 102 (siehe auch Fig. 2), welche zusätzliche Befestigungselemente
aufnehmen können, die den gesamten Prozessor umgreifen.
[0023] Ferner ist aus Fig. 7 zu erkennen, dass die Innenwand 105 im wesentlichen als ebene
Fläche ausgebildet ist. Allerdings ist diese ebene Fläche vorzugsweise strukturiert,
sie weist also eine Struktur auf ihrer Oberfläche auf, was ein mögliches Anhaften
des Fotopapiers an dieser Fläche erschwert. Im unteren Bereich weist die ansonsten
im wesentlichen ebene Fläche jedoch einen kreissegmentförmig gekrümmten Bereich 106
auf. In diesem Bereich sind nach dem Einfügen des Racks 2 in den Tank 1 die am unteren
Ende des Racks 2 vorgesehenen Rollen für die Bänder des Fotopapiers und für die Leaderbänder
angeordnet. Unterhalb dieses Bereichs 106 ist noch ein quasi quaderförmiger Bereich
107 zu erkennen, der an der Stirnseite der Halbschale 10 in den Anschlussstutzen 103
(Fig. 2) mündet, durch den die Entwicklungsflüssigkeit abgeführt wird. Da beide Halbschalen
10 und 11 die gleiche Gestalt aufweisen, werden sie mit nur einer einzigen Form hergestellt.
Nachdem die beiden Halbschalen 10 und 11 hergestellt sind, werden sie miteinander
verbunden und bilden den Tank 1. Das Verbinden der beiden Halbschalen kann mittels
bekannter Verfahren wie Verschweissen, Verkleben, etc. erfolgen.
[0024] In Fig. 8 ist nun eine Hälfte eines Halbkörpers des Verdrängungselements oder Racks
2 in einer Ansicht zu erkennen. Beispielsweise handelt es sich hier um den Halbkörper
20. Man erkennt, dass in den Bereichen, in denen das Fotopapier geführt wird, Schlitze
201 in der Wand des Halbkörpers vorgesehen sind. Durch diese Schlitze 201 hindurch
kann im Betrieb wie bei einer Düse Entwicklungsflüssigkeit gegen das Papier gedrückt
werden, was einerseits einem Anhaften des Papiers am Verdrängungskörper entgegenwirkt,
andererseits einer Zirkulation der Entwicklungsflüssigkeit zuträglich ist. In der
in Längsrichtung verlaufenden Vertiefung 202, in der das Leaderband läuft, sind solche
Schlitze folgerichtig nicht vorgesehen. Auch in Fig. 8 ist der Verdrängungskörper
8 unterbrochen dargestellt, man erkennt aber, dass die dem Betrachter zugewandte Seite
im wesentlichen eine ebene Fläche bildet. Auch hier ist die ebene Fläche vorzugsweise
strukturiert, was einem möglichen Anhaften des Fotopapiers an dieser Fläche entgegenwirkt.
[0025] Auch die beiden Halbkörper 20 und 21 sind, wie bereits weiter oben erwähnt, in bevorzugter
Weise mit Hilfe des bereits erläuterten Twin-Sheet-Verfahrens hergestellt. Dies kann
man besonders gut mit Hilfe von Fig. 9 und Fig. 10 erkennen, die einen Schnitt entlang
der Linie IX-IX bzw. entlang der Linie X-X der Fig. 8 darstellen. In Fig. 9 erkennt
man, dass die die Aussenwand 200 bildende Platte des Halbkörpers 20 im wesentlichen
eine ebene (vorzugsweise strukturierte) Fläche bildet, die im Betrieb dem Fotopapier
zugewandt ist. Die die Innenwand 203 bildende Platte ist hingegen mit Vertiefungen
204 versehen, die bis an die Aussenwand 200 heranreichen und an ihrer Kontaktfläche
mit der Aussenwand 200 verbunden sind, ähnlich wie dies bei den Halbschalen des Tanks
1 der Fall ist. Diese Vertiefungen 204 erhöhen, wie auch die Vertiefungen 101 (Fig.
2) die mechanische Stabilität der Halbschale 10 erhöhen, die mechanische Stabilität
des Halbkörpers 20. Weiterhin erkennt man in Fig. 9 und Fig. 10 auf der Innenwand
203 noch zwei in Querrichtung verlaufende Vertiefungen 205.
[0026] Beide Halbkörper 20 und 21 weisen vorzugsweise die gleiche Gestalt auf, so dass zur
Herstellung der Halbkörper nur eine Form benötigt wird. Die beiden Halbkörper 20 und
21 werden nach ihrer Herstellung mit aufeinanderzuweisenden Innenwänden miteinander
verbunden mittels bekannter Verfahren wie Verschweisen, Verkleben, etc., und bilden
somit den Verdrängungskörper des Racks 2. Dabei kommen die in Querrichtung verlaufenden
Vertiefungen 205 einander gegenüber zu liegen, sodass der Verdrängungskörper nach
dem Verbinden der beiden Halbkörper 20 und 21 dann auf die Stangen 25 und 26 aufgeschoben
werden kann (Fig. 3) und somit das Rack 2 komplettiert werden kann. Wie bereits erwähnt,
können die Stangen 25 und 26 (Fig. 3) als hohlzylindrische Rohre mit entsprechenden
Durchtrittsöffnungen versehen sein, damit durch die Rohre und durch deren Durchtrittsöffnungen
hindurch Entwicklungsflüssigkeit durch die Schlitze 201 des Verdrängungskörpers gegen
das Fotopapier gelangen kann. Die Schlitze 201 sind bei der Herstellung der Halbkörper
20 und 21 noch nicht vorhanden, sie müssen in einem separaten Arbeitsschritt entweder
an den Halbkörpern vor dem Verbinden zum Verdrängungskörper oder am fertigen Verdrängungskörper
hergestellt werden, beispielsweise durch Fräsen.
[0027] Sind die beiden Halbschalen 10 und 11 hergestellt und miteinander zu dem Tank 1 verbunden,
wird anschliessend das Rack 2 in den Tank 1 eingeführt. Insbesondere bei Hochleistungsentwicklungslabors
sind in der Regel mehrere solcher Vorrichtungen hintereinander angeordnet, wie dies
z.B. in Fig. 2 angedeutet ist, wo drei solcher Vorrichtungen hintereinander angeordnet
sind, es können natürlich auch mehr als drei Vorichtungen sein, was bei Hochleistungslabors
in der Regel auch der Fall ist.
1. Vorrichtung zum Entwickeln von fotografischem Material, mit einer Zuführeinrichtung
und einer Abführeinrichtung für die Entwicklungsflüssigkeit sowie mit einem Einlass
und einem Auslass für das zu entwickelnde Material und einem schmalen Kanal, der sich
von diesem Einlass zum Auslass hin erstreckt, sowie mit Transportmitteln, welche das
zu entwickelnde fotografische Material vom Einlass durch den Kanal hindurch zum Auslass
transportieren, wobei das zu entwickelnde Material beim Transport durch den Kanal
in Kontakt mit der Entwicklungsflüssigkeit kommt und dabei entwickelt wird, dadurch
gekennzeichnet, dass die Vorrichtung folgende Teile umfasst:
- zwei miteinander verbindbare Halbschalen, von denen jede Halbschale für sich genommen
zwei miteinander verbundene Platten umfasst, welche zu einer Halbschale zusammengefügt
sind und somit die eine Platte die Aussenwand der Halbschale und die andere die Innenwand
der Halbschale bildet,
- ein zentrales Verdrängungselement, welches nach dem Einbringen in die miteinander
verbundenen Halbschalen zusammen mit der jeweiligen Innenwand der Halbschalen den
Kanal für das zu entwickelnde fotografische Material definiert, der sich zwischen
dem Verdrängungselement und der jeweiligen Innenwand der Halbschale erstreckt, welche
im wesentlichen als ebene Fläche ausgebildet ist, während die Aussenwand Mittel zur
Verstärkung der Innenwand aufweist zur Verhinderung einer Verformung der Innenwand
durch den hohen Druck der Entwicklungsflüssigkeit.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Verstärkung
der Innenwand der Halbschale als auf die Innenwand zuweisende Vertiefungen der die
Aussenwand bildenden Platte ausgebildet sind, die an ihrer jeweiligen Kontaktfläche
mit der die Innenwand bildenden Platte verbunden sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden
Halbschalen die gleiche Gestalt aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Halbschalen
nach dem Twin-Sheet-Verfahren hergestellt sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verdrängungselement
ebenfalls aus zwei miteinander verbindbaren Halbkörpern gebildet ist, wobei jeder
Halbkörper für sich genommen zwei miteinander verbundene Platten umfasst, die zu einem
Halbkörper zusammengefügt sind und somit die eine Platte die Aussenwand des Halbkörpers
bildet und die andere Platte die Innenwand des Halbkörpers, wobei die Aussenwand des
Halbkörpers im wesentlichen als ebene Fläche ausgebildet ist, während die Innenwand
Mittel zur Verstärkung der Aussenwand aufweist zur Verhinderung einer Verformung der
Aussenwand durch den hohen Druck der Entwicklungsflüssigkeit.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Verstärkung
der Aussenwand des Halbkörpers als auf die Aussenwand zuweisende Vertiefungen der
die Innenwand bildenden Platte ausgebildet sind, die an ihrer jeweiligen Kontaktfläche
mit der die Aussenwand bildenden Platte verbunden sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden
Halbkörper die gleiche Gestalt aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden
Halbkörper nach dem Twin-Sheet-Verfahren hergestellt sind.