(57) Es wird ein Verfahren zum Einbringen eines drucksensiblen Funktionselementes in Folienbauweise
in ein formgebendes Material vorgestellt, wobei das Funktionselement mindestens zwei
elastische, sich gegenüberliegende Folien aufweist, zwischen denen ein Zwischenraum
ausgebildet ist. Gemäß diesem verfahren ist während dem Einbringen des Funktionselementes
in das formgebende Material der Zwischenraum gegenüber der Umgebung abgedichtet, während
nach dem Verfestigen des formgebenden Materials mindestens eine Druckausgleichsöffnung
in dem Funktionselement geschaffen wird, die den Zwischenraum mit der Umgebung verbindet.
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen eines Funktionselementes
in Folienbauweise in ein formgebendes Material.
[0002] Funktionselemente in Folienbauweise, wie z.B. Membranschalter, Foliendrucksensoren
o.ä., umfassen im allgemeinen mindestens zwei im wesentlichen elastische Folienschichten,
die in einem gewissen Abstand zueinander angeordnet sind. Dies geschieht z.B. mittels
eines Abstandhalters, der um den aktiven Bereich des Funktionselementes herum angeordnet
ist und auf den die beiden Folienschichten mit ihren jeweiligen Rändern aufgeklebt
sind. In dem aktiven Bereich des Funktionselementes sind auf die Folienschichten verschiedene
Kontaktanordungen aufgebracht zwischen denen beim Zusammendrücken der beiden Folienschichten
ein elektrischer Kontakt hergestellt wird, so daß das Schaltelement ausgelöst wird.
Damit eine hohe Ansprechwahrscheinlichkeit für solche Funktionselemente bei ganz unterschiedlichen
Umgebungsdrücken gewährleistet ist, weisen die Funktionselemente darüber hinaus im
allgemeinen Ventilationskanäle auf, die den Zwischenraum zwischen den beiden Folienschichten
mit der Umgebung verbinden und so einen Druckausgleich zwischen der Umgebung und dem
Zwischenraum ermöglichen. Beim Nachlassen des Drucks auf die Folienschichten nehmen
diese aufgrund ihrer Elastizität wiederum ihre beabstandete Position zueinander ein
und der elektrische Kontakt zwischen den verschiedenen Kontaktanordnungen wird unterbrochen.
Ein solches Funktionselement ist zum Beispiel in der US-A-4,314,227 beschrieben, die
einen Foliendrucksensor mit druckabhängigem Widerstand betrifft.
[0003] Beim Einbringen derartiger Schaltelemente in ein formgebendes Material, zum Beispiel
beim Einschäumen in einen Schaumstoff der in eine Form eingespritzt wird, übt das
formgebende Material zunächst einen Druck auf das Schaltelement aus, so daß dieses
ausgelöst wird. Erst während der anschließenden Verfestigung des formgebenden Materials,
z.B. durch Aushärten, Trocknen oder Abkühlen, erfährt dieses eine Relaxation und der
auf das Schaltelement ausgeübte Druck läßt allmählich nach, so daß das Schaltelement
aufgrund der Elastizität der Folienschichten wieder öffnen sollte. Allerdings kommt
es insbesondere bei besonders feinfühligen Schaltelementen häufig vor, daß die Elastizität
der Folienschichten nicht ausreicht, um das formgebende Material bei dessen Relaxation
zurückzudrängen und so ein Öffnen des Schaltelementes zu ermöglichen. Hierdurch verbleiben
diese Schaltelemente nach dem Einbringen in ein formgebendes Material und der anschließenden
Verfestigung des Materials in dem ausgelösten Zustand und sind somit funktionsunfähig.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es folglich, ein Verfahren zum Einbringen
eines drucksensiblen Funktionselementes in Folienbauweise in ein formgebendes Material
vorzuschlagen, wobei das Funktionselement mindestens zwei elastische, sich gegenüberliegende
Folien aufweist zwischen denen ein Zwischenraum ausgebildet ist, bei dem ein Auslösen
des Funktionselementes während des Einbringens weitestgehend verhindert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß während dem Einbringen des
Funktionselementes in das formgebende Material der Zwischenraum gegenüber der Umgebung
abgedichtet ist, und daß nach dem Verfestigen des formgebenden Materials mindestens
eine Druckausgleichsöffnung in dem Funktionselement geschaffen wird, die den Zwischenraum
mit der Umgebung verbindet.
[0006] Durch das Abdichten des Zwischenraumes gegenüber der Umgebung wird ein Druckausgleich
zwischen der Umgebung und dem Zwischenraum verhindert. Beim Zusammendrücken der Folienschichten
des Funktionselementes durch einen von außen auf das Funktionselement wirkenden Druck
baut sich in dem Zwischenraum somit ein Gegendruck auf, der ein völliges Zusammendrücken
des Zwischenraumes verhindert. Bei der Relaxation des formgebenden Materials während
seiner Verfestigung bewirkt der in dem Zwischenraum herrschende Gegendruck zusammen
mit der Elastizität der Folienschichten, daß das formgebende Material zurückgedrängt
wird und das Funktionselement seine ursprüngliche Form wieder annimmt. Ist das formgebende
Material verfestigt, z.B. durch Aushärten, Trocknen oder Abkühlen, wird eine Druckausgleichsöffnung
in dem Funktionselement geschaffen, die den Zwischenraum mit der Umgebung verbindet,
wodurch das Funktionselement seine volle Funktionsfähigkeit mit gutem Ansprechverhalten
erhält. Es ist anzumerken, daß in diesem Zusammenhang eine Verfestigung des formgebenden
Materials nicht bedeutet, daß das Material zu einem harten Block erstarrt, sondern
verfestigen bedeutet hier lediglich das Material eine entsprechende Form annimmt und
diese ohne äußere Einwirkung beibehält. Mit anderen Worten, das formgebende Material
kann nach dem Verfestigen durchaus ein weiches, flexibles Formteil darstellen.
[0007] Es ist zu bemerken, daß der Effekt des Gegendrucks vorteilhaft verstärkt wird, wenn
das Einbringen des Funktionselementes in das formgebende Material bei erhöhter Temperatur
stattfindet. Das in dem Zwischenraum eingeschlossene Gas erwärmt sich aufgrund der
höheren Umgebungstemperatur und erfährt infolgedessen eine thermische Ausdehnung.
Hierdurch steigt der Druck in dem Zwischenraum weiter an, und ein Auslösen des Funktionselementes
kann selbst bei höheren Prozessdrücken wirksam vermieden werden.
[0008] In einer bevorzugten Ausführung ist die mindestens eine Druckausgleichsöffnung als
Ventilationskanal zwischen den Folien ausgebildet, wobei der Ventilationskanal während
des Einbringvorgangs verschlossen ist und nach dem Verfestigen des formgebenden Materials
geöffnet wird. Ein derartiger Ventilationskanal kann bereits bei der Herstellung des
Funktionselementes in dem Abstandhalter zwischen den Folienschichten oder in einer
der Folienschichten selbst ausgeführt werden und vorteilhaft außerhalb des Funktionselementes
verlängert werden, so daß das äußere Ende des Ventilationskanals seitlich aus dem
Funktionselement hervorsteht. Eine derartige Ausgestaltung vereinfacht das spätere
Öffnen des Ventilationskanals, insbesondere dann, wenn das äußere Ende des Ventilationskanals
nach dem Einbringen des Funktionselementes in das formgebende Material aus diesem
hervorsteht.
[0009] In einer ersten Variante des Verfahrens wird der Ventilationskanal während des Einbringvorgangs
abgeklemmt. Dieses Abklemmen kann zum Beispiel durch eine abnehmbare Klammer erfolgen,
die den Ventilationskanal an seinem äußeren Ende zusammenpreßt.
[0010] In einer weiteren Variante des Verfahrens kann der Ventilationskanal während des
Einbringvorgangs mit einem mechanischen Verschlußstopfen verschlossen werden. Dieser
kann einfach in das äußere Ende des Ventilationskanales eingeschoben werden, so daß
die Öffnung des Kanals verstopft wird. Dabei reicht der mechanische Verschlußstopfen
bevorzugt bis in den aktiven Bereich des Funktionselementes hinein. Auf diese Weise
wirkt der mechanische Verrschlußstopfen zusätzlich als mechanischer Abstandshalter,
der während dem Einbringen des Funktionselementes in ein formgebendes Material ein
Aufeinandertreffen der verschiedenen Folienschichten des Funktionselementes wirksam
verhindert.
[0011] Alternativ kann der Ventilationskanal während des Einbringvorgangs abgeklebt werden.
In diesem Fall erfolgt das Öffnen des Ventilationskanales nach abgeschlossener Fixierung
des formgebenden Materials bevorzugt durch Abschneiden des verklebten Endes des Ventilationskanales.
[0012] Unabhängig von der Verschlußart des Ventilationskanals, wird der Zwischenraum des
Funktionselementes vor dem Verschließen des Ventilationskanals bevorzugt mit einem
Druckgas beaufschlagt. Dadurch herrscht in dem Zwischenraum ein gegenüber der Umgebung
erhöhter Innendruck, der einem Zusammendrücken des Funktionselementes verstärkt entgegenwirkt.
Hierdurch kann ein Auslösen des Funktionselementes selbst bei höheren Prozessdrücken
während des Einbringens wirksam vermieden werden.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung des Verfahrens werden mehrere Funktionselemente gleichzeitig
in ein formgebendes Material eingebracht. Hierbei sind die Zwischenräume mehrerer
Funktionselemente durch einen gemeinsamen Verbindungskanal untereinander verbunden,
und nach dem Verfestigen des formgebenden Material wird mindestens eine Druckausgleichsöffnung
in einem der Funktionselemente geschaffen.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zum Beispiel zum Einschäumen eines Foliendrucksensors
in ein schaumstoffartiges Material angewandt werden.
[0015] Es ist zu bemerken, daß bei sämtlichen Varianten des oben beschriebenen Verfahrens
der Ventilationskanal bevorzugt derart ausgelegt ist, daß sein äußeres, aus dem Funktionselement
hervorstehende Ende auch nach dem Einbringen in das formgebende Material zugänglich
ist und so das Öffnen des Ventilationskanals nach dem Verfestigen des formgebenden
Materials wesentlich erleichtert wird.
1. Verfahren zum Einbringen eines drucksensiblen Funktionselementes in Folienbauweise
in ein formgebendes Material, wobei das Funktionselement mindestens zwei elastische,
sich gegenüberliegende Folien aufweist, zwischen denen ein Zwischenraum ausgebildet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß während dem Einbringen des Funktionselementes in das formgebende Material der Zwischenraum
gegenüber der Umgebung abgedichtet ist, und daß nach dem Verfestigen des formgebenden
Materials mindestens eine Druckausgleichsöffnung in dem Funktionselement geschaffen
wird, die den Zwischenraum mit der Umgebung verbindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mindestens eine Druckausgleichsöffnung
als Ventilationskanal zwischen den Folien ausbildet ist, wobei der Ventilationskanal
während des Einbringvorgangs verschlossen ist und nach dem Verfestigen des formgebenden
Materials geöffnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilationskanal während
des Einbringvorgangs abgeklemmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilationskanal während
des Einbringvorgangs mit einem mechanischen Verschlußstopfen verschlossen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der mechanische Verschlußstopfen
bis in den aktiven Bereich des Funktionselementes hineinreicht.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilationskanal während
des Einbringvorgangs abgeklebt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zwischenraum des Funktionselementes vor dem Einbringen des Funktionselementes in das
formgebende Material mit einem Druckgas beaufschlagt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zwischenräume mehrerer
Funktionselemente durch einen gemeinsamen Verbindungskanal untereinander verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Verfestigen des formgebenden Material mindestens
eine Druckausgleichsöffnung in eines der Funktionselemente geschaffen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, angewandt zum Einschäumen eines
Foliendrucksensors in ein schaumstoffartiges Material.