[0001] Die Erfindung betrifft ein Bügelschloß, insbesondere Zweiradschloß, mit einem Schloßkörper
und einem in diesem bei abgezogenem Schlüssel verriegelbaren Bügel, wobei die beiden
Bügelenden in der Verriegelungsstellung in jeweils einer Bügelaufnahme gehalten sind
und zumindest ein Bügelende mittels eines in eine im Endbereich des Bügels vorgesehene
Ausnehmung eingreifenden Riegels verriegelbar ist.
[0002] Bei bekannten Schlössern der genannten Art steht der in die Ausnehmung des Bügels
eingreifende Riegel in der Verriegelungsstellung unter der Vorspannung einer Feder,
was bedeutet, daß in der Verriegelungsstellung lediglich diese Feder dafür sorgt,
daß der Riegel in der Ausnehmung des Bügels verbleibt. Dies bedingt auf nachteilige
Weise eine erhebliche Aufbruchgefahr, da der Riegel beispielsweise mittels eines geeigneten
Werkzeuges oder durch Ausübung einer entsprechenden Beschleunigungskraft auf den Schloßkörper
aus der Ausnehmung des Bügels herausbewegt werden kann, wodurch der Bügel dann ohne
die Verwendung eines Schlüssels entriegelt und vom Schloßkörper trennbar ist.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Bügelschloß der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, daß die Aufbruchgefahr verringert wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Riegel in ihrer Verriegelungsstellung
durch ein Blockierelement blockiert sind.
[0005] Erfindungsgemäß wird also der Riegel bei im Schloßkörper verriegeltem Bügel nicht
nur lediglich mittels einer Feder in der Ausnehmung des Bügels gehalten, sondern zusätzlich
mittels eines Blockierelements in seiner Verriegelungsstellung gesichert. Durch den
Einsatz dieses Blockierelements ist es bei einem erfindungsgemäßen Bügelschloß nicht
mehr möglich, den Riegel bei im Schloßkörper verriegeltem Bügel mittels eines Werkzeuges
oder mittels einer geeigneten Beschleunigung des Schloßkörpers entgegen der Federkraft
aus den Ausnehmungen des Bügels herauszubewegen, da eine derartige Bewegung durch
das Blockierelement verhindert wird.
[0006] Die Erfindung läßt sich auch bei solchen Bügelschlössern realisieren, bei denen an
beiden Bügelenden jeweils Ausnehmungen vorgesehen sind, in welche jeweils ein Riegel
eingreift. In diesem Fall können beide Riegel entweder mittels separater Blockierelemente
oder mittels eines gemeinsamen Blockierelements in ihrer Verriegelungsstellung blockiert
werden.
[0007] Die nachstehend geschilderten bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung können
sowohl auf solche Schlösser bezogen werden, bei denen lediglich ein Riegel in eine
Ausnehmung des Bügels eingreift als auch auf solche Schlösser, bei denen zwei Riegel
in jeweils eine Ausnehmung an beiden Bügelenden eingreifen.
[0008] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein in seine Verriegelungsstellung
vorgespannter Mitnehmer vorgesehen, welcher mittels eines Schließzylinders beaufschlagbar
ist und mittels welchem die Riegel in ihre Entriegelungsstellung bewegbar sind. Der
Mitnehmer wird dabei so ausgebildet, daß er in seiner Verriegelungsstellung die Riegel
in Ihrer Verriegelungsstellung blockiert, so daß er die erfindungsgemäße Funktion
des Blockierelements übernimmt.
[0009] Der Mitnehmer erfüllt bei dieser Ausführungsform folglich eine Doppelfunktion, da
er sowohl als Blockierelement in der Verriegelungsstellung wirkt, als auch für die
Bewegung der Riegel während des Entriegelungsvorgangs sorgt.
[0010] Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn ein Mitnehmer-Sperrelement vorgesehen wird, welches
den Mitnehmer bei vom Schloßkörper gelöstem Bügel entgegen seiner Vorspannung in der
Entriegelungsstellung hält. Dieses Mitnehmer-Sperrelement stellt eine mögliche Ausführungsform
eines Mittels dar, welches sicherstellt, daß das Schloß auch bei abgezogenem Schlüssel
verriegelt werden kann. Es sind im Rahmen der Erfindung jedoch auch andere Ausbildungsformen
dieses Mittels realisierbar.
[0011] Der Einsatz dieses Mitnehmer-Sperrelements ist deshalb sinnvoll, da sich die Riegel
bei vom Schloßkörper gelöstem Bügel in ihrer Verriegelungsstellung befinden und in
dieser Verriegelungsstellung nicht vom Mitnehmer blockiert werden dürfen, da anderenfalls
ein Einführen des Bügels ohne Verwendung eines Schlüssels nicht möglich wäre. Demzufolge
sorgt das Mitnehmer-Sperrelement dafür, daß der Mitnehmer in einer Entriegelungs-
oder Bereitschaftsstellung bleibt, wenn der Bügel vom Schloßkörper gelöst ist. In
dieser Stellung sind die Riegel nicht durch den Mitnehmer blockiert und können beim
Einführen des Bügels durch geeignete Verdrängungsflächen verschoben werden, ohne daß
hierfür der Mitnehmer mittels des Schlüssels betätigt werden muß.
[0012] Während des Einführens des Bügels bzw. während die Riegel die hierfür erforderliche
Bewegung ausführen, wird das Mitnehmer-Sperrelement in eine Position verschoben, in
der der Mitnehmer freigegeben wird. In dieser Position bleibt das Mitnehmer-Sperrelement
dann auch bei vollständig eingeführtem Bügel, so daß der nun nicht mehr durch das
Mitnehmer-Sperrelement blockierte Mitnehmer frei beweglich ist und aufgrund seiner
Vorspannung eine Bewegung in eine Position ausführt, in der die Riegel in ihrer Verriegelungsstellung
blockiert sind.
[0013] Die Bewegung des Mitnehmer-Sperrelements beim Einführen des Bügels wird bevorzugt
durch eine an einem Bügelende vorgesehene Verdrängungsfläche bewirkt. Diese Bewegung
des Mitnehmer-Sperrelements beim Einführen des Bügels erfolgt entgegen seiner Vorspannung.
[0014] Ein erfindungsgemäßes Bügelschloß kann derart ausgebildet werden, daß die Riegel
in ihre Verriegelungsstellung vorgespannt sind, was bedeutet, daß sie bei vom Schloßkörper
gelöstem Bügel in die Bügelaufnahmen hineinragen. Bei derart ausgebildeten Bügelschlössern
ist es von Vorteil, daß beim Einführen der Bügelenden in die Bügelaufnahmen die Riegel
erst zurückgedrängt werden müssen und anschließend in die an den Bügelenden vorgesehene
Ausnehmungen einschnappen, da durch das Zurückdrängen der Riegel beim Einführen des
Bügels ein zwar merklicher, jedoch nicht störender Widerstand erzeugt wird, nach dessen
Überwindung ein Einschnappen der Riegel erfolgt. Durch die Überwindung des genannten
Widerstandes wird dem Benutzer des Bügelschlosses auf einfache Weise signalisiert,
daß die Verriegelungsstellung erreicht ist. Diese Signalwirkung führt also dazu, daß
eine Fehlbedienung des Bügelschlosses bzw. ein nicht vollständiges Einführen der Bügelenden
in die Bügelaufnahmen beim Verriegeln ausgeschlossen werden kann, da der Benutzer
weiß, daß eine ordnungsgemäße Verriegelung erst dann stattgefunden hat, wenn der der
Einführbewegung entgegengesetzte und durch die Riegel bewirkte Widerstand vollständig
überwunden ist.
[0015] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden in den Bügelaufnahmen
jeweils unter Vorspannung stehende Bügelbeaufschlagungsmittel vorgesehen, mittels
derer der vom Schloßkörper vollständig lösbare Bügel beim mit dem Schlüssel auslösbaren
Entriegelungsvorgang aus den Bügelaufnahmen herausbewegbar ist.
[0016] Die erfindungsgemäßen Bügelbeaufschlagungsmittel bewirken folglich, daß immer dann,
wenn die Riegel durch eine entsprechende Schloßbetätigung aus den Ausnehmungen an
den Bügelenden herausbewegt werden, bzw. wenn die Riegel den Bügel freigeben, eine
Kraft auf die Bügelenden einwirkt, die selbige aus den im Schloßkörper vorgesehenen
Aufnahmen herausbewegt. Das manuelle und aktive Herausbewegen des Bügels aus den im
Schloßkörper vorgesehenen Aufnahmen erfolgt - wenn überhaupt - also nur noch über
eine geringe Wegstrecke. Durch diese Ausbildung des Bügelschlosses wird der Entriegelungsvorgang
wesentlich vereinfacht.
[0017] Eine besonders vorteilhafte und einfache Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bügelbeaufschlagungsmittel
besteht darin, daß in den im Schloßkörper vorgesehenen Bügelaufnahmen an deren unteren
Enden jeweils eine Spiralfeder vorgesehen ist, welche auf der der Öffnung der Bügelaufnahmen
zugewandten Seite mit einer Bügel-Kontaktscheibe gekoppelt ist, über die die zum Herausbewegen
des Bügels aus den Bügelaufnahmen erforderliche Kraft auf die Bügelenden ausgeübt
wird.
[0018] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Riegel an ihrem den Bügelaufnahmen zugewandten
Endbereich an die Verdrängungsfläche der Bügelenden angepaßte Kontaktflächen aufweisen.
Vorzugsweise werden diese Enden der Riegel abgeschrägt oder abgerundet, so daß ein
problemloses Gleiten der Riegelenden an den Verdrängungsflächen möglich ist. Dieser
positive Effekt kann gegebenenfalls auch durch eine Beschichtung von Verdrängungsflächen
und/oder Riegelenden mit einem entsprechend geeigneten Material verstärkt werden.
[0019] Zudem wird im Rahmen der Erfindung auch durch geeignete Mittel erreicht, daß ein
Einführen des Bügels in den Schloßkörper, d.h. ein Verriegeln des Schlosses auch bei
abgezogenem Schlüssel möglich ist, was die Bedienung des erfindungsgemäßen Schlosses
erheblich vereinfacht. Beim Verriegeln des Schlosses sind hier also lediglich Bügel
und Schlosskörper zu verbinden. Der Schlüssel wird hierfür in keiner Weise benötigt.
[0020] Besonders bevorzugt ist es, wenn alle beweglichen Teile des Schlosses, insbesondere
die Bügelbeaufschlagungsmittel, die Riegel, der Mitnehmer und das Mitnehmer-Sperrelement
unter Vorspannung stehen, da in diesem Fall beispielsweise während des Fahrens mit
einem Zweirad, an dem ein erfindungsgemäßes Schloß befestigt ist, keine störenden
Geräusche auftreten.
[0021] Ein erfindungsgemäßes Schloß kann beispielsweise insgesamt drei unterschiedliche
Betriebsstellungen aufweisen:
[0022] In einer Verriegelungsstellung greift der Riegel in die Ausnehmung des Bügels ein
und ist mittels des Blockierelements blockiert. In einer Öffnungsstellung ist bei
entgegen einer Federkraft bewegtem Schlüssel der Riegel aus der Ausnehmung des Bügels
bzw. aus der jeweiligen Bügelaufnahme zurückgezogen. In einer Bereitschaftsstellung
schließlich ragt der Riegel bei vom Schloßkörper gelöstem Bügel in die jeweilige Bügelaufnahme
hinein, wobei er vom Blockierelement freigegeben ist.
[0023] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0024] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert; in diesen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäß aufgebauten Schloßkörpers und erfindungsgemäß
einsetzbarer Bügelenden,
- Fig. 2
- die Ansicht einer geöffneten Gehäusehälfte eines Schlosses gemäß Fig. 1 in der Verriegelungsstellung,
und
- Fig. 3
- eine Ansicht gemäß Fig. 2 in einer geöffneten Bereitschaftsstellung des Schlosses.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Schloßkörper 1, welcher mit zwei im wesentlichen zylindrischen
Bügelaufnahmen 2 versehen ist.
[0026] Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist in Fig. 1 eine Betriebsstellung des Schlosses
gezeigt, welche in der Praxis nicht gegeben sein kann. Das Mitnehmer-Sperrelement
15 ist in einer Position gezeichnet, in der es sich bei eingeführtem Bügel 9 befindet.
Ebenso entspricht die Stellung der Riegel 6 sowie des Mitnehmers 12 der Betriebsstellung
bei im Schloßkörper 1 verriegeltem Bügel 9, bei dem der Mitnehmer 12 der Riegel 6
blockiert. Die Bügelbeaufschlagungsmittel 3, 4 befinden sich in einer Stellung, in
der sie bei vom Schloßkörper 1 gelöstem Bügel 9 zu liegen kommen.
[0027] Das in Fig. 1 dargestellte Schloß wird wie folgt beschrieben:
[0028] Am unteren Ende der beiden Bügelaufnahmen 2 ist jeweils eine Druckfeder 3 angeordnet,
an deren oberen Enden jeweils eine Bügel-Kontaktscheibe 4 vorgesehen ist, die im wesentlichen
Kreisringform aufweist.
[0029] In der in Fig. 1 dargestellten Position liegen die Bügel-Kontaktscheiben 4 an einem
in den Bügelaufnahmen 2 vorgesehenen Flansch 5 an, welcher verhindert, daß Druckfeder
3 und Bügelkontaktscheibe 4 sich aus dem dafür vorgesehenen Bereich der Bügelaufnahme
2 herausbewegen können.
[0030] Quer zu den Achsen der Bügelaufnahmen 2 erstrecken sich im Schloßkörper 1 in entgegengesetzten
Richtungen zwei Riegel 6, die mittels jeweils einer Druckfeder 7 in ihre Verriegelungsstellung
vorgespannt sind. Die Vorspannung der Riegel 6 ist durch die Pfeile A veranschaulicht.
[0031] In ihren den Bügelaufnahmen 2 zugewandten Endbereichen weisen die Riegel 6 im wesentlichen
Streifenform auf, wobei die Endbereiche der Riegel 6 umgebogen sind. Der Biegewinkel
beträgt hierbei 180°.
[0032] Durch die umgebogenen Enden der Riegel 6 wird erreicht, daß der in der Verriegelungsstellung
in die Bügelaufnahmen 2 hineinragende Bereich der Riegel 6 einen abgerundeten Endbereich
8 aufweist, welcher auf die bereits erläuterte Weise das Einführen der Bügelenden
in die Bügelaufnahmen 2 erleichtert.
[0033] In Fig. 1 sind oberhalb der Bügelaufnahmen 2 die Endbereiche eines Bügels 9 dargestellt,
der im Querschnitt kreisförmig ist.
[0034] Beide Bügelenden weisen jeweils eine Ausnehmung 10 auf, wobei beide Ausnehmungen
10 jeweils auf der Innenseite des Bügels 9 angeordnet sind.
[0035] Die Ausnehmungen 10 sind komplementär zu den Endbereichen der Riegel 6 ausgebildet,
so daß in den Ausnehmungen 10 die Endbereiche der Riegel 6 in ihrer Verriegelungsstellung
zu liegen kommen können.
[0036] Der unterhalb der Ausnehmungen 10 liegende Endbereich des Bügels 9 ist jeweils kegelstumpfförmig
ausgebildet, wobei die Mantelfläche dieses kegelstumpfförmigen Bereichs die erfindungsgemäße
Verdrängungsfläche 11 zur Betätigung der Riegel 6 bildet.
[0037] Im Zentralbereich des Schloßkörpers 1 ist ein länglicher Mitnehmer 12 vorgesehen,
welcher mittels einer nicht dargestellten Spiralfeder in seine in Fig. 1 gezeichnete
Position entsprechend Pfeil B vorgespannt ist.
[0038] Der Mitnehmer 12 ist durch einen in Fig. 1 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht
dargestellten Schließzylinder betätig- und um die Achse C drehbar. Die Achse C erstreckt
sich dabei parallel zu den Enden des Bügels 9 und zu den Längsachsen der Bügelaufnahmen
2.
[0039] Der Mitnehmer 12 besitzt an seinen Schmalseiten jeweils eine Blockierfläche 13, die
in der in Fig. 1 dargestellten Position eine Bewegung der Riegel 6 aus der Verriegelungsstellung
in die Entriegelungsstellung unmöglich macht.
[0040] Bei Betätigung des Mitnehmers über den Schließzylinder in seine Entriegelungsstellung
kommt der Mitnehmer 12 zur Anlage mit einer an den Riegeln 6 jeweils ausgebildeten
Mitnehmerlasche 14, über die der Mitnehmer 12 den Riegel 6 entgegen der durch die
Druckfedern 7 bewirkten Vorspannung in seine Entriegelungsstellung bewegt.
[0041] Unterhalb eines der beiden Riegel 6 ist ein Mitnehmer-Sperrelement 15 vorgesehen,
welches in Fig. 1 in derjenigen Position gezeichnet ist, in der es sich bei in den
Bügelaufnahmen 2 verriegeltem Bügel befinden würde.
[0042] Das Mitnehmer-Sperrelement 15 ist durch eine nicht dargestellte Druckfeder in Richtung
des Pfeiles D vorgespannt und weist an seinem im Bereich der Bügelaufnahme 2 liegenden
Ende eine ösenförmige Öffnung 16 auf, die so bemessen ist, daß die Bügelenden durch
diese Öffnung 16 hindurchbewegt werden können.
[0043] An seinem der Öffnung 16 abgewandten Ende ist das Mitnehmer-Sperrelement 15 mit einem
Sperrbereich 17 versehen, welcher bei in Richtung des Pfeiles D verschobenem Mitnehmer-Sperrelement
den Mitnehmer 13 in seiner in Fig. 1 dargestellten Position hält.
[0044] Das in Fig. 1 dargestellte Bügelschloß funktioniert wie folgt:
[0045] In der in Fig. 2 gezeigten verriegelten Stellung des erfindungsgemäßen Bügelschlosses
ist der Bügel 9 mit seinen beiden Enden 11 in den Schloßkörper 1 eingeführt.
[0046] Dabei greift der untere Endbereich des kegelförmigen Endes der beiden Bügelschenkel
in das in der Mitte der Bügel-Kontaktscheibe 4 ausgebildete Loch ein. Durch die Bügelenden
9 wird die Bügel-Kontaktscheibe 4 entgegen der durch die Feder 3 bewirkten Vorspannung
nach unten verschoben. In dieser Verriegelungsstellung steht die Bügel-Kontaktscheibe
4 also unter einer erhöhten, durch die Druckfeder 3 bewirkten Vorspannung, welche
beim Entriegeln in Richtung einer Lösung des Bügels 9 vom Schloßkörper 1 wirkt.
[0047] Die abgerundeten Endbereiche 8 der Riegel 6 greifen in der in Fig. 2 dargestellten
Verriegelungsstellung in die Ausnehmungen 10 der beiden Bügelenden 9 ein und verriegeln
auf diese Weise den Bügel 9 im Schloßkörper 1. Eine unerwünschte Bewegung der Riegel
6 aus den Ausnehmungen 10 wird dabei durch den in seiner Verriegelungsstellung befindlichen
Mitnehmer 12 blockiert. Die Stellung des Mitnehmers 12 gemäß Fig. 2 entspricht der
in Fig. 1 gezeichneten Position.
[0048] Ebenso entspricht die Position des Mitnehmer-Sperrelements 15 gemäß Fig. 2 der in
Fig. 1 gezeichneten Position, so daß der Mitnehmer 12 in der in Fig. 2 dargestellten
Verriegelungsposition nicht durch das Mitnehmer-Sperrelement 15 blockiert, sondern
entgegen seiner Vorspannung frei beweglich ist. So kann das Schloß mittels eines in
Fig. 2 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellten Schlüssels aufgeschlossen
werden, indem mittels des genannten Schlüssels der Mitnehmer 12 beispielsweise um
90° in eine Öffnungsstellung verdreht werden kann.
[0049] In der in Fig. 2 dargestellten Position sind alle beweglichen Teile des Schlosses,
insbesondere die Bügel-Kontaktscheiben 4, die Riegel 6, der Mitnehmer 12 sowie das
Mitnehmer-Sperrelement 15 mittels entsprechender Federn vorgespannt, so daß hier bei
Erschütterungen des Schlosses keine störenden Geräusche auftreten können.
[0050] Wenn nun das Schloß mittels eines Schlüssels aufgesperrt werden soll, wird der Mitnehmer
12 im Vergleich zu der in Fig. 1 und 2 dargestellten Position um 90° verdreht, wodurch
der Mitnehmer 12 die beiden Mitnehmerlaschen 14 linear in einer Weise bewegt, daß
die Riegel 6 entgegen der durch die Druckfedern 7 bewirkten Vorspannung aus den Ausnehmungen
10 des Bügels 9 herausbewegt werden.
[0051] Sobald die Riegel 6 den Bügel 9 freigeben, entspannen sich die Druckfedern 3 und
bewirken dadurch eine Aufwärtsbewegung der Bügel-Kontaktscheiben 4.
[0052] Durch diese Aufwärtsbewegung der Bügel-Kontaktscheiben 4 wird der Bügel 9 nach oben
aus dem Schloßkörper 1 herausgedrückt, und das durch die Druckfeder 18 ebenfalls unter
Vorspannung gesetzte Mitnehmer-Sperrelement 15 bewegt sich in die in Fig. 3 dargestellte
Position, da es durch den Bügel 9 nicht mehr in der in den Fig. 1 und 2 dargestellten
Position gehalten wird. In der in Fig. 3 gezeigten Position des Mitnehmer-Sperrelements
15 blockiert dieses den Mitnehmer 14 nach dem Entriegelungsvorgang in einer Bereitschaftsstellung,
so daß die Riegel 6 weiterhin entgegen ihrer Vorspannung frei beweglich sind und bei
einem neuerlichen Einführen des Bügels 9 nicht blockiert, sondern durch die Verdrängungsflächen
11 verschiebbar sind.
[0053] Fig. 3 zeigt die Position des erfindungsgemäßen Schlosses, nachdem der Bügel 9 vom
Schloßkörper 1 gelöst und der Schlüssel aus dem nicht dargestellten, mit dem Mitnehmer
12 in Wirkverbindung stehenden Schließzylinder abgezogen wurde. Diese Position kann
als Bereitschaftsstellung bezeichnet werden.
[0054] In dieser Position befinden sich die Riegel 6 in ihrer Verriegelungsstellung, sind
jedoch - da sie durch die Mitnehmer 12 nicht blockiert sind - in ihre Entriegelungsposition
verschiebbar. Der Mitnehmer 12 ist in der Bereitschaftsstellung gegenüber seiner in
Fig.1 gezeigten Position um ungefähr 45° entgegen dem Uhrzeigersinn verdreht und wird
vom Mitnehmer-Sperrelement 15 in dieser Position gehalten.
[0055] Die Bügel-Kontaktscheiben 4 befinden sich in der in Fig. 3 dargestellten Position
in ihrer oberen Anschlagsstellung, in der sie am jeweiligen Flansch 5 anliegen.
[0056] Auch in der in Fig. 3 dargestellten Position sind alle beweglichen Teile des Schlosses,
insbesondere die Bügel-Kontaktscheiben 4, die Riegel 6, der Mitnehmer 12 sowie das
Mitnehmer-Sperrelement 15 mittels der genannten Federn vorgespannt, so daß auch hier
bei Erschütterungen des Schlosses keine störenden Geräusche auftreten können.
[0057] Wenn nun ausgehend von der in Fig. 3 dargestellten Position der Bügel 9 wiederum
in den Schloßkörper 1 eingeführt wird, werden die Riegel 6 durch die gegenseitige
Berührung von deren abgerundeten Endbereichen 8 und den Verdrängungsflächen 11 des
Bügels 9 in ihre Entriegelungsposition verschoben. Gleichzeitig bewirkt die Verdrängungsfläche
11 des linken Bügelendes, welches in die Öffnung 16 des Mitnehmer-Sperrelements 15
eindringt, eine Verschiebung des Mitnehmer-Sperrelements in die in Fig. 1 und 2 dargestellte
Position, in der der Mitnehmer 12 entgegen seiner Vorspannung beweglich ist, so daß
er mittels des Schlüssels bzw. des Schließzylinders beaufschlagbar ist.
[0058] Gleichzeitig werden beim Einführen des Bügels 9 die Federn 3 gestaucht und die Bügel-Kontaktscheiben
nach unten verschoben, bis sie sich in der in Fig. 2 dargestellten Position befinden.
In dieser Position schnappen dann die Riegel 6 in die Ausnehmungen 10 des Bügels 9
ein, werden durch den Mitnehmer 12 blockiert und das Schloß ist verriegelt.
1. Bügelschloß, insbesondere Zweiradschloß, mit einem Schloßkörper (1) und einem in diesem
bei abgezogenem Schlüssel verriegelbaren Bügel (9), wobei die beiden Bügelenden in
der Verriegelungsstellung in jeweils einer Bügelaufnahme (2) gehalten sind und zumindest
ein Bügelende mittels eines in eine im Endbereich des Bügels vorgesehene Ausnehmung
(10) eingreifenden Riegels (6) verriegelbar ist,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Riegel (6) in ihrer Verriegelungsstellung durch ein Blockierelement (12) blockiert
sind.
2. Bügelschloß nach Anspruch 1,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Riegel (6) durch einen mittels eines Schließzylinders beaufschlagbaren Mitnehmer
(12) in ihre Entriegelungsstellung bewegbar sind.
3. Bügelschloß nach Anspruch 2,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das Blockierelement durch den in der Verriegelungsstellung befindlichen Mitnehmer
(12) gebildet ist.
4. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Riegel (6) in ihre Verriegelungsstellung vorgespannt sind.
5. Bügelschloß nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch
gekennzeichnet,
daß der Mitnehmer (12) insbesondere mittels einer Spiralfeder in seine Verriegelungsstellung
vorgespannt ist.
6. Bügelschloß nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch
gekennzeichnet,
daß ein Mitnehmer-Sperrelement (15) vorgesehen ist, welches die Mitnehmer (12) bei
vom Schloßkörper (1) gelöstem Bügel (9) entgegen seiner Vorspannung in der Entriegelungsstellung
hält.
7. Bügelschloß nach Anspruch 6,
dadurch
gekennzeichnet,
daß das Mitnehmer-Sperrelement (15) in die den Mitnehmer (12) in seiner Entriegelungsstellung
haltende Position vorgespannt ist.
8. Bügelschloß nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
dadurch
gekennzeichnet,
daß ein Bügelende eine Verdrängungsfläche (11) zum Bewegen des Mitnehmer-Sperrelements
(15) entgegen seiner Vorspannung aufweist.
9. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß in den Bügelaufnahmen (2) jeweils unter Vorspannung stehende Bügelbeaufschlagungsmittel
(3, 4) vorgesehen sind, mittels derer der vom Schloßkörper vollständig lösbare Bügel
(9) beim mit dem Schlüssel auslösbaren Entriegelungsvorgang aus den Bügelaufnahmen
(2) herausbewegbar ist.
10. Bügelschloß nach Anspruch 9,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Bügelbeaufschlagungsmittel jeweils aus einer mit einer Druckfeder (3) gekoppelten
Bügel-Kontaktscheibe (4) bestehen.
11. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß zumindest das die Ausnehmung (10) aufweisende Bügelende mit einer Verdrängungsfläche
(11) zum während des Einführens des Bügelendes in die Bügelaufnahme (2) erfolgenden
Bewegen des Riegels (6) in seine Öffnungsstellung versehen ist.
12. Bügelschloß nach Anspruch 11,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Riegel (6) an ihrem den Bügelaufnahmen (2) zugewandten Endbereich an die Verdrängungsfläche
(11) der Bügelenden angepaßte, insbesondere abgerundete Kontaktflächen (8) aufweisen.
13. Bügelschloß nach Anspruch 12,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Kontaktflächen (8) durch die umgebogenen Enden des in diesem Bereich streifenförmigen
Riegelmaterials gebildet sind.
14. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß alle Verdrängungsflächen (11) durch eine kegelstumpfförmige Ausformung der Bügelenden
gebildet sind.
15. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
saß alle beweglichen Teile, insbesondere die Bügelbeaufschlagungsmittel (3, 4), die
Riegel (6), der Mitnehmer (12) und das Mitnehmer-Sperrelement (15) unter Vorspannung
stehen.
16. Bügelschloß nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch
gekennzeichnet,
daß in einer Verriegelungsstellung der Riegel (6) in die Ausnehmung (10) des Bügels
(9) eingreift und mittels des Blockierelements (12) blockiert ist,
daß in einer Öffnungsstellung bei entgegen einer Federkraft bewegtem Schlüssel der
Riegel (6) aus der Ausnehmung (10) des Bügels (9) bzw. aus der jeweiligen Bügelaufnahme
(2) zurückgezogen ist, und
daß in einer Bereitschaftsstellung bei vom Schloßkörper (1) gelöstem Bügel (9) der
Riegel (6) in die jeweilige Bügelaufnahme (2) hineinragt und dabei vom Blockierelement
(12) freigegeben ist.