[0001] Die Erfindung betrifft einen Backofen mit einer Einrichtung zur pyrolytischen Selbstreinigung,
mit einer Backmuffel, weiche am Backmuffelrahmen ein Dichtung aufweist, an welcher
eine Scheibe einer Gerätetür anliegt und die Backmuffel verschließt, wobei die Gerätetür
aus mehreren Scheiben und mindestens einem Rahmen, welcher die Scheiben zu einer Einheit
zusammenhält, besteht.
[0002] Es ist allgemein bekannt, daß in Backöfen mit einer Einrichtung zur pyrolytischen
Selbstreinigung mit Temperaturen bis ca. 500°C gearbeitet wird. Daher muß die Tür
anders ausgebildet werden, als bei Backöfen, welche nur bei normalen Temperaturen
bis ca. 250°C arbeiten. Bei Pyrolysegeräten bestehen die Gerätetüren deshalb auch
aus mindestens drei Scheiben, welche durch einen metallischen Türboden und einen Aufbaurahmen
zu einer Einheit zusammengehalten sind. Zur Reduzierung von Energieverlusten und zur
Absenkung der Temperaturen an der Außenscheibe wird dadurch ein möglichst dickes Luftpolster
zwischen den Scheiben eingeschlossen. Damit die Gerätetür mit einem Mehrscheibenaufbau
als Ganzes nicht zu dick wird, werden hier grundsätzlich Aufbaurahmenkonstruktionen
eingesetzt. Dabei wird auf dem Türinnenblech des geraden Türbereiches ein weiterer
Blechrahmen aufgebaut. Dieser hat geringere Abmaße als die übrige Tür, nimmt eine
Innenscheibe auf und taucht gemeinsam mit dieser Scheibe in die Backmuffel ein. Der
Nachteil einer derartig aufgebauten Tür ist darin zu sehen, daß der metallische Türrandbereich
sich relativ schnell erwärmt, weil Metallteile vom heißen in den kälteren Bereich
reichen.
[0003] Die DE 4407084 offenbart eine Tür für einen Backofen mit pyrolytischer Selbstreinigung,
bei dem eine Kondensation an den Glasscheiben der Ofentür durch eine eingebaute Strömungsbarriere
am Umfang des Durchsichtsfensters vermieden werden soll. Aber auch bei einer derartigen
Türausbildung taucht der metallische Türrahmen teilweise in die Backmuffel ein und
seine Blechteile erstrecken sich von der heißen Backmuffel bis in den kühleren Randbereich.
Ein wesentlicher Nachteil solcher Türaufbauten für Backöfen mit pyrolytischer Selbstreinigung
besteht darin, daß konstruktiv aufwendige Blechkostruktionen mit zumeist emaillierten
Teilen und die Befestigungsmittel für die Scheiben im Heißbereich der Backmuffel liegen.
Wärme wird dadurch aus dem Heißbereich des Ofens über die Metallteile zum Außenbereich
der Tür geleitet, wodurch hohe Scheibentemperaturen und Energieverluste auftreten.
Außerdem zeigt die Blech-Glas-Konstruktion bei hohen Temperaturen einen nicht unerheblichen
Verzug durch die Wärmeausdehnung. Durch den in die Backmuffel hineinragenden Aufbaurahmen
kann innerhalb der Backmuffel nur mit seitlichen Gittern oder Teleskop- bzw. Backwagen
zur Aufnahme von Gargutträgern gearbeitet werden, welche konstruktiv verändert werden
müssen.
[0004] Sie müssen in ihrer Tiefe mindestens zwei Zentimeter kürzer ausgebildet sein als
für einen Backofen mit normalem Temperaturbetrieb.
[0005] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, eine Gerätetür für einen Backofen mit
einer Einrichtung zur pyrolytischen Selbstreinigung zu schaffen, welche geringere
Temperaturen an der Außenscheibe aufweist, Wärmebrücken in den Randbereichen verhindert
und den nutzfähigen Innenraum der Backmuffel nicht verkleinert.
[0006] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch einen Backofen mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0007] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die
gesamte Tür vor der Backmuffel angeordnet ist und keine Teile der Gerätetür in die
Backmuffel hineinragen. Die Innenscheibe dieser Tür liegt im Bereich des Backmuffelrandes
direkt an einer umlaufenden Dichtung an. Dadurch bleibt die volle Größe des Garraumes
erhalten. Da Glas ein schlechter Wärmeleiter ist, werden Wärmebrücken von der Backmuffel
zu den angrenzenden Bereichen verhindert. Der Rahmen, welcher die Scheiben zu einer
Einheit zusammenhält, hat keinerlei direkten Kontakt mit den heißen Bereichen und
besteht in einer vorteilhaften Ausgestaltung aus einem schlecht wärmeleitenden Edelstahl.
Bei einer geöffneten Tür zeigt sich eine glatte Innenscheibe, welche sich besonders
gut reinigen läßt. In einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht die an der Backmuffel
anliegende Scheibe der Gerätetür aus einem Material mit einem geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
(< 3 x 10
-6), beispielsweise aus einer Glaskeramik. Diese Glaskeramik ist vorteilhafterweise
transparent gewählt, um dem Benutzer einen gewohnten Einblick in die Backmuffel bei
Betrieb zu gewährleisten. Da es aus thermischen Gründen empfehlenswert ist, diese
Scheibe nicht wie gewohnt zu bedrucken, wird direkt hinter diese Scheibe ein Zwischenrahmen
angeordnet, welcher einen Einblick auf den Türinnenaufbau verhindert. Ein optisch
ansprechender Rahmen besteht vorzugsweise aus einem Blechteil, welches mit unterschiedlichen
Materialien und/oder Farben beschichtet werden kann. Dadurch ist man in der Lage,
den persönlich unterschiedlichen Wünschen der Kunden zu entsprechen. Wird ein Edelstahlblech
als Zwischenblech eingesetzt, so ist es hier vorteilhaft, dieses Blech ebenfalls zu
beschichten, jedoch wählt man hier eine durchsichtige Beschichtung, um das typische
Erscheinungsbild von Edelstahl beizubehalten. Die transparente Beschichtung verhindert
die Anlauffarben des Edelstahls, welche bei hohen Temperaturen bei einem pyrolytischen
Selbstreinigungsbetrieb auftreten würden. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
weist eine mindestens einseitige Verspiegelung der mittleren Scheibe auf, um so durch
ein Zurückstrahlen der Wärme in die Backmuffel die Temperaturen an der Außenscheibe
weiter senken zu können. Eine wärmebeständige Dichtung, welche in einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung zwischen der mittleren und der Innenscheibe angeordnet ist, drückt die
mittlere Scheibe gegen den die Scheiben zu einer Einheit zusammenhaltenden Rahmen
und verhindert so eine ungewünschte Bewegung dieser Scheibe.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Gerätetür für einen Backofen mit Pyrolysebetrieb in der Draufsicht
- Figur 2
- eine Backmuffel mit davor angeordneter planer Gerätetür
[0009] Die Figur 1 zeigt eine Anordnung einer Gerätetür (1) für einen Backofen mit einer
Einrichtung zur pyrolytischen Selbstreinigung. Diese Tür (1) setzt sich im wesentlichen
aus drei hintereinander angeordneten Scheiben (3, 4, 5) zusammen, welche durch einen
metallischen Rahmen (6) zu einer Türeinheit zusammengehalten sind. Da Edelstahl Wärme
schlecht leitet, ist es empfehlenswert den Rahmen (6) aus Edelstahl zu fertigen. Außer
der Scheibe (4) zwischen der Innen- (3) und Außenscheibe (5) können noch weitere Scheiben
angeordnet werden, um insbesondere bei der Durchführung des Hochtemperaturreinigungsbetriebes
die Temperatur an der Außenscheibe, (5) noch weiter absenken zu können. Bei einem
derartigen Aufbau erhöht sich jedoch das Gewicht der gesamten Tür (1), was bei der
Auswahl der im unteren Bereich angeordneten Scharniere beachtet werden muß. Die Innenscheibe
(3) ist vorzugsweise aus einem Material mit einem geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
(< 3 x 10
-6) gefertigt, z.B. aus einer Glaskeramik. Das hat den Vorteil, daß eine solche Scheibe
(3) den unterschiedlichen Wärmeverteilungen standhält. In der Mitte vor der heißen
Backmuffel (2) ist die Temperaturbelastung um ein Vielfaches höher als in den Randbereichen,
in denen häufig noch kalte Luftströmungen an die Scheibe gelangen. Die Glaskeramikscheibe
(3) ist nicht bedruckt, um bei Wärme nicht noch zusätzliche Spannungen innerhalb der
Scheibe (3) zu schaffen, welche eine Zerstörung zur Folge haben könnten. Eine vollständig
transparente Glaskeramikscheibe hat zwar den Vorteil, daß man im Bereich der Öffnung
der Backmuffel (2) in diese hineinsehen und bei einem Garvorgang das Gargut beobachten
kann, jedoch zeigt sie auch alle in den Randbereichen dahinter angeordneten Teile,
welche bei anderen Türen durch die Bedruckung der Scheiben (3, 5) verdeckt sind. Da
der Backofen einen optisch ansprechenden Gesamteindruck ohne Einblick ins Türinnere
hinterlassen soll, ist hinter der Innenscheibe ein Zwischenblech (7) angeordnet. Dieses
Blech (7) kann entweder aus Edelstahl oder aber aus einfachem beschichteten Blechmaterial
bestehen. Durch die unterschiedliche Material -und/oder Beschichtungswahl können unterschiedliche
optische Eindrücke angeboten werden. Bei einem Einsatz von Edelstahl wird ein elegantes
Äußeres geschaffen, welches sich dem gegenwärtigen Trend in der Haushaltsgerätetechnik
anpaßt. Bei einer Wahl von Edelstahl sollte man jedoch dieses Zwischenblech (7) vorzugsweise
ebenfalls beschichten, um die ansonsten bei hohen Temperaturen üblichen Anlauffarben
von Edelstahl zu vermeiden. Zum Beschichten eignen sich unterschiedliche Verfahren,
wir beispielsweise eine Sol-Gel- oder Wasserglasbeschichtung. Die aufgetragene Schicht
sollte jedoch transparent sein, um das Erscheinungsbild von Edelstahl beibehalten
und unterstreichen zu können. Eine Kratz- oder Stoßfestigkeit ist bei der Beschichtung
des Zwischenrahmens (7) nicht zu beachten, da dieser Zwischenrahmen (7) nur dem Sichtschutz
hinter einer vollständig transparenten Innenscheibe (3) dient.
[0010] Um die Temperatur an der Außenscheibe (5) möglichst gering zu halten, wird zwischen
die Innen- (3) und die Außenscheibe (5) der Gerätetür (1) eine mittlere Scheibe (4)
eingebracht, welche ebenfalls durch den Rahmen (6), von seinem Teilstück (6.1), zur
Gerätetür zusammengehalten wird. Da keine feste Verbindung zwischen dem Rahmen (6.1)
und der Scheibe (4) notwendig ist, empfiehlt es sich zwischen der Scheibe (4) und
dem Rahmen (6) oder der Innenscheibe (3) und /oder der Außenscheibe (5) vorzugsweise
mindestens eine Dichtung (8) anzuordnen, welche wegen der hohen Temperaturen vorzugsweise
aus Glasseide gefertigt sein sollte. Es kann jedoch auch jede andere Dichtung eingesetzt
werden, die den hohen Temperaturbelastungen standhält. Dadurch wird ein Vibrieren
bzw. Klappern dieser mittleren Scheibe (4) beim Betrieb des Backofens ausgeschaltet.
[0011] In der Figur 2 ist die Gerätetür (1) für einen Pyrolysebackofen im geschlossenen
Zustand vor einer Backmuffel (2) gezeigt. Die Innenscheibe (3) hat größere Maße als
die Backmuffelöffnung und die Gerätetür (1) befindet sich in ihrer Gesamtheit vor
der Backmuffel (2) und der an ihr umlaufend angeordneten Dichtung. Die Innenscheibe
(3) liegt direkt auf dieser umlaufenden Dichtung (9). Dadurch ist eine vollständig
verschlossene Backmuffel (2) erreichbar, bei der in den an den Backofen angrenzenden
Bereichen die vorgeschriebenen Temperaturwerte auch bei einem pyrolytischen Reinigungsbetrieb
bei Temperaturen um ca. 480°C nicht überschritten werden. Da die Innenscheibe (3)
unterschiedlichen Temperaturbereichen zugeordnet ist, wird die Scheibe thermisch sehr
beansprucht. In dem mittleren Scheibenbereich sind die Temperaturen vor der heißen
Backmuffel (2) sehr hoch, wogegen sie in den Randbereichen kühler sind, da hier in
einigen Bereichen, z.B. im Bereich der Lüftungsblende, kalte Luftströmungen auftreten.
Es kann für eine derartige Scheibe daher kein übliches Scheibenmaterial gewählt werden,
weil dieses den hohen Belastungen nicht standhalten würde und Zerstörungen der Innenscheibe
(3) bei einem pyrolytischen Selbstreinigungsbetrieb nicht auszuschließen wären. Um
aber eine Innenscheibe (3) einsetzen zu können, welche allen thermischen Belastungen
gewachsen ist, empfiehlt es sich, hier eine Glaskeramikscheibe einzusetzen, welche
einen geringeren Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzt, als übliche Glasscheiben.
Eine Bedruckung dieser Innenscheibe (3) hat ebenfalls andere thermische Verteilungen
in der Scheibe (3) zur Folge. Daher sollte auf eine solche Bedruckung vollständig
verzichtet werden. Dafür wird hinter der Innenscheibe (3) ein Zwischenrahmen (7) angeordnet.
Dieser Zwischenrahmen (7) verhindert eine Einsicht in den Innenbereich der Gerätetür
(2).
[0012] Nach dem Zwischenrahmen (7) folgt eine mittlere Scheibe (4), welche von dem Rahmen
(6.1) gehalten ist. Eine Dichtung, die wegen der hohen Wärmebelastung vorzugsweise
aus Glasseide bestehen sollte, kann die Scheibe (4) auf einer oder beiden Seiten festlegen,
damit sie auch beim Betrieb des Backofens nicht vibriert. Diese Festlegung kann jedoch
auf eine andere Art erfolgen. Die sich an diese mittlere Scheibe (4) anschließende
Außenscheibe (5) wird ebenfalls durch den metallischen Rahmen (6) gehalten. In Gesamtheit
mit den anderen Scheiben (3, 4), der Materialwahl der Scheiben (3, 4, 5) und dem Zwischenrahmen
(7) ergibt sich eine Gerätetür (1), welche gut für einen Backofen mit einem pyrolytischen
Selbstreinigungsbetrieb geeignet ist.
1. Backofen mit einer Einrichtung zur pyrolytischen Selbstreinigung, mit einer Backmuffel,
welche am Backmuffelrahmen eine Dichtung aufweist, an welcher eine Scheibe einer Gerätetür
anliegt und die Backmuffel verschließt, wobei die Gerätetür aus mehreren Scheiben
und mindestens einem Rahmen, welcher die Scheiben zu einer Einheit zusammenhält, besteht,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gerätetür (1) mit allen Scheiben (3, 4, 5) und dem Rahmen (6) flächig vor
der Backmuffel (2) angeordnet ist, wobei eine Innenscheibe (3) die gesamte Öffnung
der Backmuffel (2) bis über die Dichtung (9) hinaus abdeckt.
2. Backofen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenscheibe (3) aus einem Material mit einem kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten
besteht.
3. Backofen nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenscheibe (3) aus einer Glaskeramikscheibe gefertigt ist.
4. Backofen nach mindestens einem der Ansprüche 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenscheibe (3) vollständig transparent ist und ein Zwischenrahmen (7) hinter
dieser (3) angeordnet ist.
5. Backofen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenrahmen (7) aus einem beschichteten Stahlblech gefertigt ist.
6. Backofen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mittlere Scheibe (4) zwischen Innen- und Außenscheibe mindestens auf einer
Seite (4.1) verspiegelt ist.
7. Backofen nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Dichtung (8) an der Scheibe (4) anliegt.
8. Backofen nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dichtung (8) zwischen den Scheiben (3, 4 und/oder 4, 5) angeordnet ist und
aus Glasseide besteht.