[0001] Die Erfindung betrifft einen Fernsehempfänger mit Teletextverarbeitung gemäß den
Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
[0002] In heutigen Fernsehempfänger mit Teletextverarbeitung sind verschiedene Bedienungshilfen
vorgesehen, um die Auswahl von Teletextseiten zu erleichtern. Bei TOP- oder FLOF-Teletext
wird senderseitig Zusatzinformation übertragen, um die Vielzahl der empfangbaren Teletextseiten
zu strukturieren. Empfängerseitig werden dem Bediener am Bildschirm ausgehend von
dieser Zusatzinformation verschiedene Seitennummern oder Inhaltsthemen, die mit Seitennummern
gekoppelt sind, vorgeschlagen, so daß er dadurch eine weitere Seite aufrufen kann,
ohne umständlich die drei Ziffern der Teletextseitennummer eingeben zu müssen. Bei
einer anderen als sogenanntes Page-Catching bezeichneten Methode werden in einer angezeigten
Teletextseite Kombinationen aus Ziffern, die eine Teletextseitennummer bedeuten könnten,
markiert, um den Bediener den Aufruf zu dieser Seite zu ermöglichen, wiederum ohne
daß die Ziffern der tatsächlichen Teletextseitennummer eingegeben werden müssen.
[0003] Problematisch bei diesen Bedienungshilfen ist, daß sie nur vorwärts gerichtet sind.
Wünscht der Bediener, eine bereits unmittelbar vorher oder länger zurückliegend angezeigte
Seite noch einmal zu sehen, muß die Seitennummer eingetippt werden. Dies erfordert
erhöhte Aufmerksamkeit, da sich der Bediener die Seitennummer merken muß.
[0004] In der EP-A-0 145 677 ist ein Fernsehgerät mit einer Fernbedienung beschrieben, bei
der Vorzugsseiten abgespeichert werden. Hierzu muß der Bediener die Ziffernfolge einer
Seitennummer über die Tastatur der Fernbedienung eingeben, anschließend eine Speichertaste
drücken und anschließend eine Taste für eine spezielle Speicherzelle, in der die Teletextseitennummer
schließlich abgespeichert wird. Mittels "+"- und "-"-Tasten kann der Benutzer innerhalb
der gespeicherten Teletextseitennummern vorwärts bzw. rückwärts blättern. Durch das
Drücken der Speichertaste und die Zuordnung zu einem speziellen Speicherplatz ist
dieses Vorgehen aufwendig und für ein spontanes Zurückblättern ungeeignet.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Realisierung für einen Fernsehempfänger
mit Teletextverarbeitung anzugeben, um ein einfaches Zurückblättern in bereits angezeigten
Teletextseiten zu ermöglichen.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Fernsehempfänger nach den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Im Stapelspeicher des erfindungsgemäßen Fernsehempfängers werden die Seitennummern
der vorhergehend vom Bediener aufgerufenen Teletextseiten in der aufgerufenen Reihenfolge
abgespeichert. Dies erfolgt sowohl bei der tatsächlichen Eingabe der Ziffern einer
Teletextseite über die Tastatur des Bedienelements, z.B. einer Fernbedienung, als
auch beim Aufruf einer Teletextseite mittels einer der oben beschriebenen Bedienungshilfen.
Die Seitennummern werden dabei automatisch ohne zusätzliche Tastenbetätigung gespeichert.
Mittels einer "Zurück"-Taste der Fernbedienung steht die gespeicherte Folge der Teletextseitennummern
dem Bediener abrufbar zur Verfügung.
[0008] Pro Seitennummer einschließlich einer Unterseitennummer sind drei Byte Speicherkapazität
erforderlich. Vorzugsweise wird für die jüngsten Seitenaufrufe, beispielsweise die
gerade angezeigte Seite sowie die unmittelbar vorher angezeigte Seite, auch der Inhalt
selbst der Teletextseite gespeichert. Die Anzahl der speicherbaren Teletextseiteninhalte
hängt von der verfügbaren Speicherkapazität ab.
[0009] Zweckmäßigerweise wird der Stapelspeicher als Last-In-First-Out-Speicher organisiert.
Zu dessen Realisierung eignet sich eine Ringstruktur. Dies bedeutet, daß der erste
und der letzte Speicherplatz im Adreßraum des Stapelspeichers logisch nebeneinander
liegen. Ein Zeiger auf eine der Speicherstellen mit einer Seitennummer gibt die aktuelle
Anfangsposition des Stapelspeichers und folglich die Seitennummer der gerade angezeigten
Seite an.
[0010] Nachfolgend wird die Erfindung anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Prinzipschaltbild eines Teils eines Fernsehempfängers mit einem Teletextprozessor
und einer Fernbedienung,
- Figur 2
- verschiedene Speicherbelegungen des Statusspeichers in einem Ausführungsbeispiel und
- Figur 3
- ein Beispiel für einen als Ringstruktur realisierten Stapelspeicher.
[0011] In Figur 1 ist eine Fernbedienung 1 dargestellt sowie ein Ausschnitt 2 aus einem
Fernsehgerät. Die Fernbedienung 1 enthält wie üblich Zifferntasten zur Kanalwahl bzw.
zur Eingabe einer Teletextseitennummer, eine Taste VT zum Umschalten in den Videotextmodus,
eine Taste TV zum Abschalten des Videotextmodus und Rückschalten in den Normalbetrieb
und Tasten zur Bedienungssteuerung im Videotextbetrieb. Letztere Tasten sind beispielsweise
eine "+1"-Taste und eine "-1"-Taste zum Inkrementieren bzw. Dekrementieren der aktuell
eingestellten Seitennummer um +/-1. Außerdem sind Tasten A, B, C, D vorhanden, mit
denen vier über TOP oder FLOF angebotene Seiten aufgerufen werden können Eine Taste
E dient zum Weiterspringen zwischen den bei Page-Catching markierten Seitennummern.
[0012] Erfindungsgemäß weist die Fernbedienung 1 eine Taste 10 auf, durch die vorher aufgrund
einer Benutzereingabe angezeigte Teletextseiten nochmals angezeigt werden können.
Wird die Taste 10 ein erstes Mal betätigt, wird die unmittelbar vorher angezeigte
Seite wiedergegeben. Beim zweiten Drücken der Taste 10 wird die nächstältere Seite
wieder am Bildschirm angezeigt usw.
[0013] Die Fernbedienbefehle werden über eine Infrarotsteuerung 11 an das Fernsehgerät 2
übertragen. Dort ist ein Videotextdecoder 21 vorgesehen, der die auf Videotext bezogenen
Fernbedienbefehle auswertet. Der Videotextdecoder 21 enthält eine Steuerungseinheit
22, beispielsweise einen CPU-Rechnerkern. Ein Displaygenerator 23 erzeugt ein RGB-Ausgangssignal
zur Ansteuerung der Bildröhre. Ein Stapelspeicher 24 speichert die Seitennummern,
deren Anzeige vorher durch eine Benutzereingabe über die Fernbedienung veranlaßt wurde.
Die Benutzereingabe kann unter anderem die tatsächliche Eingabe der einzelnen Ziffern
der Seitennummer sein oder die Betätigung einer der Funktionstasten A...E oder der
Tasten +1/-1. Beim Zurückblättern mittels der Taste 10 wird die Seitennummer der daraufhin
angezeigten Teletextseite nicht erneut in den Stapelspeicher 24 eingetragen.
[0014] Die Seitennummern im Stapelspeicher können auch eine Unterseitennummer umfassen.
Es sind dann bekanntlich 3 Byte erforderlich, um die vollständige Kombination aus
Seitennummer und Unterseitennummer zu speichern. Der Speicher 24 ist als Stapelspeicher
ausgeführt, indem eine neu aufzunehmende Seitennummer am Anfang 25 des Stapelspeichers
eingefügt wird und die bereits vorhandenen Einträge um eine Speicherstelle nach oben
in Richtung Stapelende 26 verschoben werden. Ist der Speicher bis zum Stapelende 26
gefüllt, gehen die nach oben geschobenen Seitennummern verloren. Beim Drücken der
Taste 10 wird die zuunterst enthaltene Seitennummer, z.B. 250, deren Inhalt gerade
angezeigt wird, aus dem Speicher entfernt, die übrigen Seitennummern werden um eine
Speicherstelle nach unten verschoben. Es wird dann die vorher angezeigte Seite 200
am Bildschirm dargestellt. Der Speicher ist folglich als Last-In-First-Out-Speicher
organisiert.
[0015] In einem weiteren Speicher 30, der zur Aufnahme des tatsächlichen Inhalts von Teletextseiten
dient, werden Seiteninhalte einer Anzahl von Teletextseiten, deren Seitennummer im
Stapelspeicher 24 gespeichert ist, zwischengespeichert. Zumindest wird der Inhalt
der gerade angezeigten Seite und der unmittelbar vorhergehenden Seite gespeichert.
Beim Drücken der Taste 10 ist dann die vorhergehende Seite sofort abrufbar. Zweckmäßigerweise
werden dann vorsorglich die Inhalte der sich im Stapelspeicher 24 anschließenden nächst
älteren Seitennummern akquiriert, so daß sie gegebenenfalls bei einem Zurückblättern
wiederum schnell zur Verfügung stehen. Beim Drücken der Taste 10 wird die Seitennummer
200 an die Steuerungseinheit 22 übertragen, die nach im Teletextprozessor üblichen
Suchverfahren im Speicher 30 den dort gespeicherten Seiteninhalt der Seite 200 sucht.
[0016] In der Figur 2 sind verschiedene Phasen a...g während des Betriebs der Schaltung
der Figur 1 durch den Inhalt des Stapelspeichers 24 dargestellt. Bei a wird die Seite
100 angezeigt. Die Seitennummer 100 steht deshalb in der untersten Speicherzelle am
Anfang des Stapelspeichers. Bei b wird die Seite 200 angezeigt; diese steht nun in
der untersten Speicherstelle, die Seitennummer 100 der vorher angezeigten Seite ist
um eine Speicherstelle nach oben verschoben. Bei c wird die Seite 250 angezeigt. Bei
d wird die Seite 252 angezeigt. Der Benutzer möchte nun zu der zwei Schritte vorher
dargestellten Seite 200 zurückkehren, da die Seite 200 beispielsweise eine Inhaltsübersicht
enthält. Im Schritt e wurde die Taste 10 einmal gedrückt, so daß die unmittelbar vorher
angezeigte Seite 250 wieder dargestellt wird. Bei f wurde die Taste 10 ein zweites
Mal gedrückt, so daß nun die gewünschte Seite 200 angezeigt wird. Im folgenden bei
g hat der Bediener die Seitennummer 258 für die nächste anzuzeigende Seite eingegeben.
[0017] In Figur 3 ist eine für die Realisierung des Stapelspeichers 24 geeignete Struktur
dargestellt. Der Stapeispeicher ist als Ringspeicher ausgeführt; dies bedeutet, daß
die erste Speicherstelle 40 und die letzte Speicherstelle 41 im Stapeispeicher logisch
nebeneinander liegen. Die Speicherstelle 40 ist also die der Speicherstelle 41 logisch
nachfolgende Speicherstelle. Ein Zeiger 42 gibt die aktuelle Position des Stapelanfangs
an. Der Stapeispeicher enthält wie dargestellt die Seitennummern 200, 100. Wird eine
neue Zahl eingeschrieben, wird der Zeiger 42 zum Ende 41 hin verschoben und in diese
nächste Speicherstelle die neue Seitennummer eingeschrieben. Die bisher dort gespeicherte
Seitennummer 250 wird überschrieben. Der in Figur 3 dargestellte Speicherinhalt der
Ringstruktur entspricht der Phase f in Figur 2. Wenn der Zeiger 42 bei der Speicherstelle
41 angekommen ist und der Bediener eine weitere Seitennummer aufruft, geht der Zeiger
42 zur Speicherstelle 40 über und beschreibt den Ringspeicher von vorne an von neuem.
1. Fernsehempfänger mit Teletextverarbeitung, bei dem ein Teletextdekoder (2) zum Empfang
und zur Anzeige von durch je eine Teletextseitennummer identifizierbaren Teletextseiten
vorgesehen ist, die Teletextseitennummern durch ein Bedienelement (1) mittels einer
Benutzereingabe erzeugbar sind, der Teletextdekoder (2) einen Speicher (24) enthält,
um Teletextseitennummern zu speichern, und das Bedienelement eine Bedientaste (10)
umfaßt, durch die je eine der Teletextseitennummern abrufbar und die zugeordnete Seite
zur Anzeige bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Speicher (24) die Seitennummern von vom Benutzer mittels des Bedienelements (1)
zur Anzeige veranlaßten verschiedenen Teletextseiten in der Reihenfolge von deren
Anzeige gespeichert werden, der Speicher (24) ein Stapelspeicher ist und durch eine
Betätigung der Bedientaste (10) bewirkt wird, daß die an letzter Stelle gespeicherte
Seitennummer aus dem Speicher (24) entfernt wird und die Teletextseite, deren Seitennummer
an vorletzter Stelle der Reihenfolge gespeichert ist, zur Anzeige gebracht wird.
2. Fernsehempfänger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Stapeispeicher (24) als Last-In-First-Out-Speicher organisiert ist.
3. Fernsehempfänger nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
in den Stapelspeicher (24) am Stapelende (25) die Seitennummer einer Teletextseite
geschrieben wird, wenn sie zur Anzeige gebracht wird, wobei die Anzeige nicht durch
eine Betätigung der Bedientaste (10) veranlaßt wurde, und daß aufgrund der Betätigung
der Bedientaste (10) die am Stapelende (25) gespeicherte Seitennummer gelöscht wird.
4. Fernsehempfänger nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Speicher (24) eine Ringstruktur aufweist, und daß ein Zeiger (42) vorgesehen ist,
der den Speicherplatz mit der Seitennummer der gerade angezeigten Seite kennzeichnet,
wobei der Zeiger (42) beim Anzeigen einer neuen Seite um einen Speicherplatz vorwärts
bewegt wird und an diesem Speicherplatz die Seitennummer der neuen Seite gespeichert
wird und der Zeiger durch Betätigung der Bedientaste (10) um einen Speicherplatz rückwärts
bewegt wird und die Teletextseite der dort gespeicherten Seitennummer angezeigt wird.
5. Fernsehempfänger nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Seiteninhalt mindestens der beiden im Speicher (24) am Stapelende (25) gespeicherten
Seite in einem Speicher (30) zum Speichern des Teletextseiteninhalts gespeichert ist.