(19)
(11) EP 0 833 016 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.04.1998  Patentblatt  1998/14

(21) Anmeldenummer: 97101618.3

(22) Anmeldetag:  03.02.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6: E04D 3/08, E04C 3/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 28.08.1996 DE 29614963 U

(71) Anmelder: Arntjen, Gerd
26180 Rastede (DE)

(72) Erfinder:
  • Arntjen, Gerd
    26180 Rastede (DE)

(74) Vertreter: Lauerwald, Jörg, Dipl.-Phys. 
Scheideweg 119
26127 Oldenburg
26127 Oldenburg (DE)

   


(54) Trägerelement zum Tragen der Dachhaut eines Lichtfirstes


(57) Die Erfindung betrifft ein Trägerelement zum Tragen der die Dachhaut bildenden lichtdurchlässigen Platten eines Lichtfirstes für Stall- und/oder Nebengebäude.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trägerelement der genannten Gattung derart weiterzuentwickeln, daß Flüssigkeitsfestsetzungen im Bereich des Trägerelementes erschwert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das erfindungsgemäße Trägerelement (1) wenigstens eine Auflagefläche (2) zur Auflage der Dachhaut-Platten (3) aufweist, die wenigstens in einem Flächenabschnitt eine Profilierung, vorzugsweise aus sich in Längsrichtung des Trägerelementes erstreckenden, zueinander im wesentlichen parallelen Riffeln (7), aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Trägerelement zum Tragen der die Dachhaut bildenden lichtdurchlässigen Platten eines Lichtfirstes für Stall- und/oder Nebengebäude.

[0002] Ein derartiges gattungsgemäßes Trägerelement ist beispielsweise aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE-GM 93 16 045.3 entnehmbar.

[0003] Dieses genannte Gebrauchsmuster beschäftigt sich bereits mit Problemen, die im Bereich eines Trägerelementes auftreten können, wenn zwei einander benachbarte Platten, die die Dachhaut eines Lichtfirstes bilden, oberhalb eines solchen Trägerelementes unter Bildung einer Stoßfuge zusammenstoßen.

[0004] Für einen Lichtfirst werden in der Regel Doppelstegplatten aus Kunststoff verwendet, die fast so durchsichtig sind wie Glas, gewichtsleicht sind und relativ kostengünstig sind.

[0005] Wird eine solche Platte auf ein gattungsgemäßes Trägerelement aufgelegt, welches in diesem Bereich die Sparre des Daches bildet, so kann es, wie auch schon in dem vorzitierten DE-GM 93 16 045.3 angedeutet ist, insbesondere zu Problemen mit Feuchtigkeit kommen. Insbesondere kann sich Feuchtigkeit zwischen dem Trägerelement, nämlich seiner Auflagefläche für die Dachhautplatte und der Dachhautplatte selbst festsetzen. Es ist bekannt, daß gerade eine geringfügige Menge von Flüssigkeit zwischen zwei Flächen einen dünnen, hartnäckig haftenden Flüssigkeitsfilm bilden kann, dessen Flüssigkeit nur schwer verdunstet und gar nicht abfließt. Dieser Effekt wird beispielsweise beim Mikroskopieren zwischen einem Objektträgerglas und einem Deckglas geradezu ausgenutzt.

[0006] Hat sich erst einmal ein derartiger Flüssigkeitsfilm zwischen einer Dachhautplatte und der Auflagefläche eines Trägerelementes festgesetzt, so führt diese Flüssigkeit zwar nicht so leicht zu Korrosionen, da entsprechende Trägerelemente zumeist aus Aluminium gefertigt sind, kann jedoch die Lichtdurchlässigkeit der entsprechenden Dachhautplatte beeinträchtigen. Es kann nämlich Flüssigkeit über die offenen Ränder einer Doppelstegplatte in das Innere der Doppelstegplatte in die von den Stegen begrenzten Kammern gelangen und sich dort niederschlagen, wodurch die entsprechende Platte in einem durchaus weiträumigen Bereich unschön ihre Transparenz einbüßen kann.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Trägerelement der genannten Gattung derart weiterzuentwickeln, daß Flüssigkeitsfestsetzungen im Bereich des Trägerelementes erschwert werden.

[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das erfindungsgemäße Trägerelement wenigstens eine Auflagefläche zur Auflage der Dachhaut-Platten aufweist, die wenigstens in einem Flächenabschnitt eine Profilierung, vorzugsweise aus sich in Längsrichtung des Trägerelementes erstreckenden, zueinander im wesentlichen parallelen Riffeln, aufweist.

[0009] Diese Riffel können insbesondere so dimensioniert und zueinander beabstandet werden, daß sich eine im wesentlichen wellige Riffelung der Auflagefläche in diesem Bereich ergibt. Die Wellen oder Riffel verlaufen dabei im wesentlichen in Längsrichtung des Trägerelementes. Demgegenüber verlaufen üblicherweise die Stege der die Dachhaut bildenden Doppelstegplatten quer zur Längsrichtung der Trägerelemente, also im wesentlichen parallel zur Firstlinie des Lichtfirstes.

[0010] Durch die in regelmäßigen Abständen in der Doppelstegplatte vorhandenen Stege kommt es bei derartigen Doppelstegplatten zumeist an deren Außenflächen ebenfalls zu Wellungen, weil sich das Kunststoffmaterial der jeweiligen Plattenflächen häufig leicht in die Bereiche der Kammern zwischen den Stegen einwölbt, während es von den Stegen selbst in entsprechendem Abstand gehalten wird.

[0011] Durch die erfindungsgemäße Profilierung oder zusammen mit der erfindungsgemäßen Profilierung des Trägerelementes kommt es bei der Auflage einer Dachhaut-Platte auf ein erfindungsgemäßes Trägerelement zu Punktauflagen oder zur Auflage einander kreuzender Wellungen bzw. Riffelungen, so daß sie im Auflagebereich letztlich auch nur Punktauflagen ergeben. Zwischen diesen Auflagepunkten verbleibt jeweils ein gewisser Freiraum, der das Verdunsten von Flüssigkeit bzw. auch das Abfließen von Flüssigkeit erleichtert und damit das Festsetzen von Flüssigkeitsfilmen erschwert. Gleichzeitig kommt es im Bereich der verkleinerten Auflagefläche zu einem höheren Auflage-Flächendruck und damit zu einer besseren Dichtigkeit in diesen Bereichen. Eine bevorzugte "runde" Wellung als Riffelung gewährleistet zudem eine bessere Schub- und Zugbewegung der Dachhautplatten, beispielsweise bei Wärmeausdehnung.

[0012] "Runde" Wellung soll in diesem Zusammenhang bedeuten, daß eine jeweilige Welle bzw. ein jeweiliges Wellental dieser Wellung in ihrem bzw. seinem Querschnitt weitgehend dem Verlauf eines Halbkreisbogens folgt.

[0013] Eine nächste Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß das Trägerelement jeweils zwei Auflageflächen im Bereich des Randes einer seiner Außenflächen aufweist. Diese Auflageflächen treten insbesondere dann unabhängig voneinander in Funktion, wenn einander benachbarte Dachhaut-Platten oberhalb dieses Trägerelementes zusammenstoßen und jeweils in den Randbereichen des Trägerelementes ihre eigenen Auflageflächen finden.

[0014] Nach einer weiteren Weiterbildung des erfindungsgemäßen Trägerelementes weist die die Auflageflächen aufweisende Außenfläche des Trägerelementes zwischen den Auflageflächen eine rinnenartige, sich in Längsrichtung des Trägerelementes erstrekkende Vertiefung auf, die die beiden vorhandenen Auflageflächen voneinander separiert und gleichzeitig beispielsweise eine Abflußmöglichkeit für Flüssigkeit bietet, die sich in diesem Bereich niederschlagen könnte, insbesondere unterhalb eines Stoßfugenbereiches, den zwei einander benachbarten Dachhaut-Platten bilden, obwohl derartige Stoßfugenbereiche üblicherweise durch Deckplatten und Dichtungen, wie auch das Gebrauchsmuster DE-GM 93 16 045.3 zeigt, hinreichend vor eindringender Flüssigkeit geschützt werden. Jedoch könnte einmal eine entsprechende Deckplatte undicht sein oder es könnte Flüssigkeit aus Kammern einer Doppelsteg-Dachhautplatte auslaufen. Derartige Flüssigkeit läuft in der Rinne des Trägerelementes ab und kann nicht mehr in andere Kammern der Dachhaut eindringen.

[0015] Zur Erleichterung der Montierung entsprechender Dichtungsdeckel, -flansche oder dergleichen, ist bei dem erfindungsgemäßen Trägerelement auf seiner der Dachhaut zuzuwendenden Außenfläche vorzugsweise eine im wesentlichen mittig in Richtung seiner Längserstreckung verlaufende Führungsnut vorhanden, die beispielsweise das Plazieren bzw. Positionieren von Befestigungsschrauben mit selbstschneidendem Gewinde erleichtert. Diese Führungsnut kann beispielsweise eine relativ einfache Materialeinkerbung sein.

[0016] Das Trägerelement ist aus Kosten- und Gewichtsgründen vorzugsweise im wesentlichen hohl ausgebildet. Die rinnenartige Vertiefung kann daher relativ einfach aufgrund einer Materialverformung der entsprechenden Wandung in diesem Bereich erreicht werden, wobei dies durchaus nicht so zu verstehen ist, daß zunächst einmal ein Trägerelement mit glatter Außenwandung gefertigt werden muß, welche nachträglich verformt wird. Es kann vielmehr von vornherein ein entsprechendes Strangprofil mit dem gewünschten Profil erstellt werden.

[0017] Insbesondere dann, wenn wie nach einer anderen Weiterbildung vorgesehen, daß Trägerelement vorzugsweise als U-Profil ausgebildet ist, kann es durchaus vorteilhaft sein, wenn gemäß einer davon unabhängigen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Trägerelementes die die Auflageflächen aufweisende Wandung wenigstens über einen breiten Abschnitt der rinnenartigen Vertiefung, vorzugsweise mittig, in Richtung des Innenraumes des Trägerelementes durch einen Wulst oder dergleichen materialverstärkt ist, was die Stabilität des Trägerelementes insgesamt wesentlich verbessert. Gleichzeitig wird auch eine evtl. Materialschwächung durch eine Führungsnut-Einkerbung aufgehoben. Zudem bietet eine solche Materialverstärkung größere Tiefe für das Gewinde von Befestigungsschrauben.

[0018] Ein Ausführungsbeispiel, aus dem sich weitere erfinderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Profil eines Trägerelementes,

Fig. 2 das in Fig. 1 mit II bezeichnete Detail in Ausschnittsvergrößerung und

Fig. 3 das in Fig. 1 mit III bezeichnete Detail in Ausschnittsvergrößerung.



[0019] In Fig. 1 ist ein Querschnitt eines erfindungsgemäßen Trägerelementes 1 zu erkennen, das als U-Profil ausgebildet ist, wobei der Basisbereich des Profiles zwei Auflageflächen 2 für Dachhaut-Platten 3 an seiner Außenfläche bietet.

[0020] In der Fig. 1 sind zwei Dachhaut-Platten 3 dargestellt, die über dem Trägerelement 1 zwischen den Auflageflächen 2, eine Stoßfuge bildend, einander benachbart sind. Die Stoßfuge 4 ist im wesentlichen mit einem Deckelprofil 5 abgedeckt, welches entlang einer strichpunktierten Linie 6, beispielsweise mittels einer Schraube, im Basisbereich des Trägerelementes 1 befestigt werden kann. Zwischen dem Deckelprofil 5 und den Dachhhaut-Platten 3 können beispielsweise auch noch Gummidichtungen oder dergleichen vorgesehen sein. Insoweit ist der Stoßfugenbereich der Stoßfuge 4 in dieser Darstellung nur sehr schematisch und prinzipiell dargestellt.

[0021] Fig. 2 zeigt das in Fig. 1 mit II bezeichnete Detail in gegenüber der Fig. 1 vergrößerter Darstellung.

[0022] Die Fig. 2 zeigt im wesentlichen eine Auflagefläche 2 des Trägerelementes 1.

[0023] Die Auflagefläche 2 weist sich in Längsrichtung des Trägerelementes 1 erstreckende, einander benachbarte und zueinander im wesentlichen parallel verlaufende Riffel 7 auf, die miteinander zu einer Wellung der Auflagefläche 2 führen.

[0024] Fig. 3 zeigt das in Fig. 1 mit III bezeichnete Detail in gegenüber der Fig. 1 vergrößerter Darstellung.

[0025] In der Fig. 1 ist erkennbar, daß die die Auflageflächen 2 aufweisende Wandung 8 des Trägerelementes 1 zwischen den Auflageflächen eine rinnenartige Vertiefung 9 aufweist, die sich unterhalb der Stoßfuge 4 in Längsrichtung des Trägerelementes 1 erstreckt. An der Innenseite der Wandung 8 ist im Mittenbereich der rinnenartigen Vertiefung 9 eine Art Verstärkungswulst 10 vorhanden, der das Material der Wandung 8 in diesem Bereich verstärkt und der sich ebenfalls in Längsrichtung des Trägerelementes 1 erstreckt.

[0026] In der Fig. 3 ist dieser Wulst 10 dargestellt. In der Fig. 3 ist außerdem erkennbar, daß in der Mitte der rinnenartigen Vertiefung 9 eine Einkerbung 11 verläuft, die als Führungsnut für Befestigungsschrauben dienen kann, die entlang der strichpunktierten Linie 6 in das Material der Wandung 8 hineingebohrt werden sollen. Die Einkerbung 11 ist in der Darstellung der Fig. 1 aufgrund der Größenverhältnisse nicht genau erkennbar.


Ansprüche

1. Trägerelement zum Tragen der die Dachhaut bildenden lichtdurchlässigen Platten eines Lichtfirstes für Stall- und/oder Nebengebäude,
dadurch gekennzeichnet,
daß es wenigstens eine Auflagefläche (2) zur Auflage der Dachhaut-Platte (3) aufweist, die wenigstens in einem Flächenabschnitt eine Profilierung aufweist.
 
2. Trägerelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Profilierung aus sich in Längsrichtung des Trägerelementes (1) erstreckenden, zueinander im wesentlichen parallelen Riffeln (7) besteht.
 
3. Trägerelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es zwei Auflageflächen (2) jeweils im Bereich des Randes einer seiner Außenflächen aufweist.
 
4. Trägerelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die die Auflageflächen (2) aufweisende Außenfläche des Trägerelementes (1) zwischen den Auflageflächen (2) eine rinnenartige, sich in Längsrichtung des Trägerelementes (1) erstrekkende Vertiefung (9) aufweist.
 
5. Trägerelement nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es auf seiner der Dachhaut zuzuwendenden Außenfläche eine im wesentlichen mittig in Richtung seiner Längserstreckung verlaufende Führungsnut (11) aufweist.
 
6. Trägerelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsnut (11) eine Materialeinkerbung ist.
 
7. Trägerelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerelement (1) im wesentlichen hohl ausgebildet ist und daß die rinnenartige Vertiefung (9) durch eine Materialverformung im Bereich der die entsprechende Außenfläche aufweisenden Wandung (8) ausgebildet ist.
 
8. Trägerelement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (8) wenigstens über einen Breitenabschnitt der rinnenartigen Vertiefung (9), vorzugsweise mittig, in Richtung des Innenraumes des Trägerelementes (1) durch einen Wulst (10) oder dergleichen materialverstärkt ist.
 
9. Trägerelement nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerelement (1) im wesentlichen als U-Profil ausgebildet ist und die die Auflageflächen (2) aufweisende Wandung (8) der Basisbereich des U-Profils ist.
 




Zeichnung