[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Backofen mit einem verschließbaren Garraum,
in dem durch eine Prallwand eine Gebläsekammer gebildet ist, in der ein Gebläserad
angeordnet ist und Luft durch mindestens eine Ansaugöffnung der Prallwand in die Gebläsekammer
saugt und mindestens durch jeweils eine sich im wesentlichen vertikal erstreckende
Ausblasöffnung in den beiden Seitenbereichen der Prallwand ausbläst, wobei die Luftströmung
durch Turbulenzlappen verwirbelt wird.
[0002] Ein derartiger Backofen ist bekannt aus der deutschen Auslegeschrift P 25 57 867,
wobei die Ausblasoffnung in den beiden Seitenbereichen der Prallwand jeweils durch
zwei langgestreckte vertikale Ausblasschlitze gebildet ist. Die beiden Ausblasschlitze
sind durch einen schmalen Steg voneinander beabstandet und unterschiedlich breit.
An der vertikalen Längskante des breiteren der beiden Ausblasschlitze ist die Prallwand
um eine vertikale Achse abgewinkelt und ragt als sich im wesentlichen über die ganze
Höhe der Prallwand erstreckender Turbulenzlappen in die Luftströmung. Um eine Vergleichmäßigung
der Luftströmung und damit der Wärmeverteilung im Garraum zu erzielen, ist das Gebläse
von Luftleitblechen umgeben, die die im wesentlichen radial vom Gebläse wegströmende
Luft horizontal auf die Ausblasschlitze zuleiten.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Backofen bereitzustellen, der mit
einfachen Mitteln eine gleichmaßige Wärmeverteilung im Garraum erreicht.
[0004] Dies ist erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß bei einem Backofen nach dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 die Ausblasöffnung durch mehrere durch Stege voneinander getrennte,
untereinander angeordnete Einzelöffnungen mit diesen zugeordneten Turbulenzlappen
gebildet ist, die aus der Vertikalen um eine Horizontale geneigt in die Luftströmung
ragen. Dadurch entfallen die im Bereich des Gebläses angeordneten Luftführungsbleche,
wodurch für einen gegebenenfalls vorzusehenden, an sich allgemein bekannten, das Gebläse
ringförmig umgebenen Luftheizkörper ausreichend Platz geschaffen ist, Zugleich ist
der Backofen aufgrund der vorgesehenen Stege zur Garung mittels Mikrowellenenergie
geeignet. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung gewährleistet eine über die gesamte Höhe
und Tiefe des Garraums gleichmäßige Wärmeverteilung, wobei die Geschwindigkeit der
aus den Ausblasöffnungen ausströmenden Luft durch die Turbulenzlappen geeignet verringert
und die Luftströmung allseitig vergleichmäßigt ist.
[0005] Fertigungstechnisch besonders günstig ist es, wenn zumindest einige der Stege an
deren oberen oder unteren Endabschnitten abgewinkelt als die Turbulenzlappen in die
Strömung ragen.
[0006] Um die Lagerung und Handhabung bei der Montage der Prallwand günstig zu gestalten
und um einen bezüglich der Optik und Reinigungsfreundlichkeit günstigen Backofen bereitstellen
zu können, ragen die Turbulenzlappen ins Innere der Gebläsekammer.
[0007] Eine besonders günstige Luftströmung und Wärmeverteilung wird dadurch erreicht, daß
sich die Einzelöffnungen über im wesentlichen die gesamte Höhe der Prallwand erstrecken.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Prallwand wannenförmig ausgebildet.
Die Einzelöffnungen sind in den gegenüberliegenden seitlichen Wannenrändern angeordnet,
wobei sich die Einzelöffnungen über im wesentlichen die gesamte Tiefe der Wannenförmigen
Prallwand erstrecken. Dadurch ist es möglich, eine Rückwandung des Garraums, die zusammen
mit der Prallwand die Gebläsekammer bildet, im wesentlichen eben zu gestalten. Dies
kann fertigungstechnisch günstiger sein als eine wannenförmige Ausbildung der Rückwandung
des Garraums und eine entsprechend flache plattenförmige Ausbildung der Prallwand.
Um einen möglichst großen Luftdurchsatz zu gewährleisten, erstrecken sich die Einzelöffnungen
über die gesamte Tiefe der seitlichen Wannenränder.
[0009] Vorteilhafterweise bläst das Gebläse Luft aus den Einzelöffnungen entlang einer Rückwandung
auf Seitenwandungen des Garraums zu. Um unerwünschte zusätzliche Turbulenzen zu vermeiden,
verläuft der Übergang von der Rückwandung auf die Seitenwandung im wesentlichen kantenlos
gekrümmt. Die aus den Ausblasöffnungen ausströmende Luft wird ohne zusätzliche Strömungsverluste
von der Rückwandung weg in die Tiefe des Garraums auf eine Garraumtür zu geleitet.
[0010] Zu einer weiteren Vergleichmäßigung der Luftströmung und der Wärmeverteilung im Garraum
des Backofens trägt insbesondere die Ausgestaltung des Backofens nach Patentanspruch
7 bei. Die in der Praxis häufig auftretende ungleichmäßige Luftströmungsverteilung
aufgrund der Drehung des Gebläserades und der entstehenden unterschiedlichen Luftdruckbereiche
in der Gebläsekammer würde zu einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung im Garraum führen.
Dem kann durch die Ausgestaltung des Backofens nach den Merkmalen des Patentanspruches
7 entgegengewirkt werden. Durch die unterschiedliche Länge und damit wirksame Fläche
der Turbulenzlappen kann zusätzlich zur verwirbelnden oder luftleitenden Funktion
eine beispielsweise einseitig stärkere Luftströmung kompensiert werden.
[0011] Zur Vergleichmäßigung der Wärmeverteilung und insbesondere zum im wesentlichen horizontalen
Ausblasen der Luft aus der Gebläsekammer trägt bei, daß abhängig von der Drehrichtung
des Gebläses die Turbulenzlappen in dem einen Seitenbereich der Prallwang schräg nach
unten geneigt und in dem gegenüberliegenden Seitenbereich schräg nach oben geneigt
in die Luftströmung ragen.
[0012] Die Luftverwirbelungs- und Luftverteilungsfunktion der Turbulenzlappen ist dann besonders
günstig, wenn der Backofen mit den Merkmalen des Patentanspruches 9 ausgestaltet ist.
[0013] Fertigungstechnisch besonders vorteilhaft ist es , wenn die Neigung und/oder die
Länge der Turbulenzlappen innerhalb eines Seitenbereiches der Prallwand gleich groß
sind.
[0014] Sowohl aus fertigungstechnischen als auch aus wärmeverteilungstechnischen Gründen
ist es günstig, wenn die Stege zumindest in jeweils einem der Seitenbereiche der Prallwand
gleich hoch sind.
[0015] Demselben Zweck kann dienen, daß die Einzelöffnungen in jeweils einem der Seitenbereiche
der Prallwand gleich groß sind.
[0016] Nachfolgend ist anhand schematischer Darstellungen ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Backofens mit Gebläse beschrieben.
[0018] Ein Backofen weist einen Garraum 1 auf, der durch eine quaderförmige Backofenmuffel
3 begrenzt ist (Fig. 1). Die Backofenmuffel 3 umfaßt eine sich vertikal erstreckende
Rückwandung 5, zwei sich vertikal und senkrecht dazu erstreckende Seitenwandungen
7, eine sich horizontal erstreckende Deckwandung 9 und eine mit Abstand dazu sich
ebenfalls horizontal erstreckende Bodenwandung 11. Der Garraum 1 ist in an sich bekannter
Weise durch eine nicht gezeigte Ofentür verschließbar. Unmittelbar unterhalb der Deckwandung
9 ist ein eine Oberhitze bildender erster Heizkörper 13 angeordnet. Unmittelbar unterhalb
der Bodenwandung 11 ist außerhalb des Garraumes 1 ein eine Unterhitze bildender zweiter
Heizkörper 15 angeordnet. An den beiden Seitenwandungen sind in unterschiedlichen
Höhen entsprechende Führungsrippen 17 ausgebildet, auf die in unterschiedlichen Höhen
mehrere Gargutträger 19 gleichzeitig gehaltert werden können.
[0019] An der Rückwandung 5 der Backofenmuffel 3 ist eine wannenförmig ausgebildete Prallwand
21 befestigt (Fig. 2). Die Prallwand 21 weist einen im wesentlichen flachen viereckigen
Wannenboden 22 auf, von dem sich umfangsseitig abgewinkelt ein seitlicher Wannenrand
23 erstreckt. Am oberen Umfangsrand des seitlichen Wannenrandes 23 schließt sich ein
etwa parallel zum Wannenboden 22 verlaufender umfangsseitiger Befestigungsflansch
25 an. Die Prallwand 21 begrenzt zum einen den Garraum 1 und bildet zum anderen zusammen
mit der Rückwandung 5 eine Gebläsekammer 27. Dabei liegt der Befestigungsflansch 25
umfangsseitig im wesentlichen luftdicht an der Rückwandung 5 der Backofenmuffel 3
an. In dieser ist ein Gebläserad 29 eines Radialgebläses angeordnet, das in an sich
bekannter Weise von einer außerhalb der Backofenmuffel 3 angeordneten Antriebseinheit
(nicht gezeigt) angetrieben wird. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in Fig. 1
der obere Gargutträger 19 und die Prallwand 21 unterbrochen sowie das Gebläse 29 stark
vereinfacht dargestellt. Das Gebläserad dreht sich gemäß Pfeil in Fig. 1 im Uhrzeigersinn.
Es ist unmittelbar hinter den in einem kreisförmigen Bereich in dem Wannenboden 22
angeordneten zahlreichen Kreisförmigen Ansaugöffnungen 31 angeordnet. Über im wesentlichen
die gesamte Höhe der seitlichen vertikalen Wannenränder 23 sind zahlreiche einzelne
rechteckige Ausblasöffnungen 33 übereinander angeordnet. Diese sind durch schmale
Stege 35 jeweils voneinander getrennt und können, falls erforderlich, ein Eindringen
von Mikrowellenstrahlung aus dem Garraum 1 in die Gebläsekammer 27 vermeiden. Die
Stege 35 sind auf der rechten Seite der Prallwand 21 jeweils in ihrem unteren Rand
um eine horizontale, sich in die Zeichenebene in Fig. 2 und 5 erstreckende Kante 36
des Steges 35 im Uhrzeigersinn ins Innere der Gebläsekammer 27 als erste Turbulenzlappen
37 gebogen. Sie erstrecken sich etwa in einem Winkel von 70° schräg nach unten und
ragen in die Ausblasöffnungen 33. Entsprechend sind auf der gegenüberliegenden Seite
der Prallwand 21 zweite Turbulenzlappen 39 ausgebildet, die sich im seitlichen Wannenrand
vom unteren Rand der Einzelöffnung 33 aus bzw. im oberen Rand der Stege 35 jeweils
um die horizontale Kante im Uhrzeigersinn geneigt schräg nach oben erstrecken. Die
ersten und zweiten Turbulenzlappen 37, 39 sind parallel zueinander angeordnet. Die
Länge der ersten Turbulenzlappen 37 ist etwa doppelt so groß wie die Lange der zweiten
Turbulenzlappen 39 (Fig. 4, 5).
[0020] Im Betrieb des Backofens saugt das Gebläse 29 aus dem Garraum 1 durch die Ansaugöffnungen
31 der Prallwand 21 Luft in die Gebläsekammer 27. Dort drückt das Gebläse 29 die Luft
im wesentlichen radial von sich, wobei sich das Gebläserad 27 im Uhrzeigersinn dreht.
Aufgrund der Drehrichtung und der Anordnung des Gebläses 29 oberhalb der Mitte der
oben und unten im wesentlichen luftdicht geschlossenen Gebläsekammer 27 kommt es zu
einer ungleichmäßigen Verteilung der Luftströmung und des Luftdruckes innerhalb der
Gebläsekammer 27. Die jeweils in die Ausblasöffnung 33 strömende Luft wird durch die
ersten Turbulenzlappen 37 abgebremst und über die Höhe der Prallwand 21 geeignet turbulent
gestaltet, wobei die Luftströmung unmittelbar nach dem Austreten aus den einzelnen
Ausblasöffnungen 33 im wesentlichen horizontal gerichtet ist. Durch die geringfügige
Schrägstellung des seitlichen Wannenrandes 23 und damit der Ausblasöffnungen 33 zu
der Seitenwandung 7 (Fig. 3) und die kantenlose, gleichmäßige Krümmung im Bereich
des Übergangs von der Rückwandung 5 zur Seitenwandung 7 erfolgt ein verlustfreies
und besonders gleichmäßige Durchströmen der Luft über die gesamte Höhe des Garraums
1 nach vorne auf die Backofentür zu. Unter Berücksichtigung des Dralls und der ungleichmäßigen
Druckverteilung in der Gebläsekammer 27 gelingt durch die Anordnung und Ausbildung
der zweiten Turbulenzlappen 39 entsprechendes auf der gegenüberliegenden Seite der
Prallwand 21. Dabei ist insbesondere die in diesem Bereich geringere Luftströmung
durch die kürzere Ausbildung der zweiten Turbulenzlappen 39 im Vergleich zu den ersten
Turbulenzlappen 37 kompensiert. Insgesamt wird dadurch über die gesamte Höhe und Tiefe
des Garraums 1 eine gleichmäßige Wärmeverteilung erzielt.
1. Backofen mit einem verschließbaren Garraum, in dem durch eine Prallwand eine Gebläsekammer
gebildet ist, in der ein Gebläserad angeordnet ist und Luft durch mindestens eine
Ansaugöffnung der Prallwand in die Gebläsekammer saugt und mindestens durch jeweils
eine sich im wesentlichen vertikal erstreckende Ausblasöffnung in den beiden Seitenbereichen
der Prallwand ausbläst, wobei die Luftströmung durch Turbulenzlappen verwirbelt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasöffnung durch mehrere durch Stege voneinander getrennte, untereinander
angeordnete Einzelöffnungen (33) mit diesen zugeordneten Turbulenzlappen (37, 39)
gebildet ist, die aus der Vertikalen um eine Horizontale geneigt in die Luftströmung
ragen.
2. Backofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einige der Stege (35) an deren oberen oder unteren Endabschnitten abgewinkelt
als die Turbulenzlappen (37, 39) in die Luftströmung ragen.
3. Backofen nach einem der Ansprüche Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Turbulenzlappen (37, 39) ins Innere der Gebläsekammer (27) ragen.
4. Backofen nach einem der vornergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Einzelöffnungen (33) über im wesentlichen die gesamte Höhe der Prallwand
(21) erstrecken.
5. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallwand (21) wannenförmig ausgebildet ist, daß die Einzelöffnungen (33)
in den gegenüberliegenden, seitlichen Wannenrändern (23) angeordnet sind, und daß
sich die Einzelöffnungen (33) über im wesentlichen die gesamte Tiefe der wannenförmigen
Prallwand (21) erstrecken.
6. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gebläse (29) die Luft aus den Einzelöffnungen (33) entlang einer Rückwandung
(5) auf Seitenwandungen (7) des Garraums zu bläst, und daß der Übergang von der Rückwandung
auf die Seitenwandung im wesentlichen kantenlos gekrümmt verläuft.
7. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftströmung aufgrund der Anordnung des Gebläses (29) in der Gebläsekammer
(27) und/oder aufgrund der Ausbildung der Gebläsekammer in den beiden Seitenbereichen
der Prallwand (21) unterschiedlich stark ist, und daß die Länge der in die Luftströmung
ragenden Turbulenzlappen (37) in dem Seitenbereich der Prallwand (21), in dem die
stärkere Luftströmung auftritt, größer als in dem gegenüberliegenden Seitenbereich
ist.
8. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß abhängig von der Drehrichtung des Gebläses (29) die Turbulenzlappen (37) in dem
einen Seitenbereich der Prallwand (21) schräg nach unten geneigt und in dem gegenüberliegenden
Seitenbereich schräg nach oben geneigt in die Luftströmung ragen.
9. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß abhängig von der Drehrichtung des Gebläses die Turbulenzlappen (37) in dem einen
Seitenbereich der Prallwand vom oberen Rand der Einzelöffnung (33) schräg nach unten
geneigt und in dem gegenüberliegenden Seitenbereich vom unteren Rand der Einzelöffnung
schräg nach oben geneigt in die Luftströmung ragen.
10. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigung und/oder die Länge der Turbulenzlappen (37, 39) innerhalb eines Seitenbereiches
der Prallwand (21) gleich groß sind.
11. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stege (35) zumindest in jeweils einem der Seitenbereiche der Prallwand (21)
gleich hoch sind.
12. Backofen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelöffnungen (33) zumindest in jeweils einem der Seitenbereiche der Prallwand
(21) gleich groß sind.