[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten von Meldesensoren
einer Funk-Gefahrenmeldeanlage nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Derzeitige
Funk-Gefahrenmeldeanlagen arbeiten derzeit bevorzugt im Frequenzbereich 433 MHz. Eine
Zentraleinheit ist dabei mit einem Funkempfänger ausgerüstet, die zugehörigen Meldesensoren
(zum Beispiel Brandmelder und Bewegungsmelder) mit einem Funksender, der im Gefahrenfall
ein Funktelegramm an die Zentrale sendet. Außerdem überträgt der Funksender im Normalfall
täglich eine Funktionsmeldung. Der Nachteil dieser unidirektionalen Funkübertragung
liegt in ihrer Störanfälligkeit, bedingt durch die große Reichweite der Funkausbreitung
(> 150 m) und die intensive Nutzung des 433 MHz-Frequenzbandes durch sehr viele Funkdienste
(Funkamateure, Fernsteuerung, schnurlose Kopfhörer, usw.).
[0002] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes Verfahren
zur Übertragung von Meßdaten von Meldesensoren anzugeben.
[0003] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Übertragung von Meßdaten mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruches gelöst.
[0004] Jeder Meldesensor umfaßt dabei eine eigene Sende-Empfangseinrichtung. Statt die Meldedaten
der Meldesensoren direkt zur Zentraleinheit zu übertragen, werden im erfindungsgemäßen
Verfahren diese Daten über benachbarte Meldesensoren in Form einer Funkübertragungskette
weitergegeben. Durch die geringere zu überbrückende Entfernung zwischen benachbarten
Meldesensoren im Vergleich zur Entfernung zur Zentraleinheit lassen sich auch Frequenzbänder
einsetzen, mit denen nur geringere Entfernungen überbrückt werden können. Es kommen
beispielsweise Frequenzbänder um 2,4 GHz und 5,8 GHz in Frage. Insbesondere der Bereich
5,8 GHz ist zur Zeit sehr wenig belastet. Außerdem stehen erheblich breitere Frequenzbänder
zur Verfügung. Gegenüber 2 MHz bei 433 MHz sind es 83 MHz im 2,4 GHz-Band und 150
MHz im 5,8 GHz-Band.
[0005] In der vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung gemäß Anspruch 4 ist durch die vorbestimmte
Abfolge der Sende- und Empfangszeiten gewährleistet, daß die Sende-Empfangseinrichtung
der einzelnen Meldesensoren nur kurzzeitig in Betrieb sind, so daß eine Batteriespeisung
der Meldesensoren ermöglicht wird.
[0006] Erfindungsgemäße Funk-Gefahrenmeldeanlagen lassen sich außerdem sehr flexibel einsetzen,
da die einzelnen Übertragungswege zwischen den Meldesensoren nicht fest vorgegeben
sind, sondern für den jeweiligen Anwendungsfall spezifisch eingestellt werden können.
[0007] In der Zeichnung wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen naher erläutert.
Dabei zeigen
Figur 1 schematisch die Bestandteile einer herkömmlichen Funk-Gefahrenmeldeanlage,
Figur 2 schematisch die Bestandteile einer erfindungsgemäßen Funk-Gefahrenmeldeanlage,
Figur 3 die hierarchische Gliederung einer Funk-Gefahrenmeldeanlage in Baumstruktur,
Figur 4a eine verschaltete Funk-Gefahrenmeldeanlage in Baumstruktur,
Figur 4b den dazugehörigen zeitlichen Ablauf der Übertragungstelegramme,
Figur 5 schematisch eine Funk-Gefahrenmeldeanlage in verketteter Weidenrutenstruktur,
Figur 6a eine Funk-Gefahrenmeldeanlage in Schleifenstruktur im Normalbetrieb,
Figur 6b den dazugehörigen zeitlichen Ablauf der Telegrammübertragung,
Figur 7a eine Funk-Gefahrenmeldeanlage in Schleifenstruktur mit einer ausgefallenen
Sendestation, und
Figur 7b den dazugehörigen zeitlichen Ablauf der Telegrammübertragung.
[0008] Wie in Figur 1 dargestellt ist, ist bei einer herkömmlichen Funk-Gefahrenmeldeanlage
eine Zentraleinheit 1 mit Meldesensoren 2 drahtlos in der Form verbunden, daß eine
zentralenseitige Empfangseinrichtung 4 mit sensorseitigen Sendeeinrichtungen 5 kommuniziert.
Im Meldesensor 2 ist eine Batterie 6 vorgesehen, die sowohl die sensorseitige Sendeeinrichtung
5 als auch die eigentliche Detektionseinrichtung 3, beispielsweise einen Rauchmelder
oder einen Infrarotsensor, mit Strom versorgt. Im Alarmfall oder zur Funktionsüberprüfung
sendet der Meldesensor 2 eine entsprechende Nachricht an die Zentraleinheit 1. Durch
diese unidirektionale Verbindung werden in nachteiliger Weise keine Rückmeldeinformation
von der Zentraleinheit 1 gesendet, ob die Daten dort empfangen wurden.
[0009] Die in Figur 2 dargestellte erfindungsgemäße Funk-Gefahrenmeldeanlage weist ebenfalls
eine Zentraleinheit 1 auf, die mit mehreren Meldesensoren 2 verbunden ist. Dabei ist
zum einen eine zentralenseitige Sende-Empfangseinrichtung 7 wie auch eine sensorseitige
Sende-Empfangseinrichtung 8 vorgesehen, die eine bidirektionale Kommunikation zwischen
Zentraleinheit 1 und Meldesensor 2 gewährleisten. Zur Energieversorgung des Meldesensors
2 wie auch der sensorseitigen Sende-Empfangseinrichtung 8 ist eine individuelle Stromversorgung,
beispielsweise eine Batterie 6 oder eine Solarzelle, im Meldesensor 2 vorgesehen.
Die sensorseitige Sende-Empfangseinrichtung 8 umfaßt dabei eine Funkeinrichtung 11,
eine Weckuhr 12 als zeitgesteuerte Überwachungseinrichtung und eine Ablaufsteuereinheit
13. Die Weckuhr 12 gewährleistet dabei, daß der Meldesensor 2 und die sensorseitige
Sende-Empfangseinrichtung 8 nicht ständig angeschaltet sind, wodurch die Batterie
6 unnötig belastet würde, sondern schaltet sowohl die sensorseitige Sende-Empfangseinrichtung
8 als auch den Meldesensor 2 nur dann ein, wenn eine Übertragung bevorsteht. Durch
die sensorseitige Sende-Empfangseinrichtung 8 können die einzelnen Meldesensoren 2
einer Funk-Gefahrenmeldeanlage auch untereinander kommunizieren, und es läßt sich
beispielsweise eine Funk-Gefahrenmeldeanlage in Baumstruktur aufbauen, wie sie in
Figur 3 dargestellt ist. In diesem Beispiel ist die Zentraleinheit 1 mit zwei Funkteilsystemen
FTS 1 und FTS 2 verbunden, wobei die Funkteilsysteme sich beispielsweise durch die
für die Funkübertragung benutzte unterschiedliche Frequenz unterscheiden. In jedem
Funkteilsystem befinden sich 32 Meldesensoren, die hierarchisch mit der Zentraleinheit
1 verbunden sind. Dabei ist eine obere erste Hierarchiestufe H0 durch die Zentraleinheit
1 selbst gebildet, die mit der Zentraleinheit 1 verbundenen Meldesensoren 2 bilden
die zweite Hierarchiestufe H2, die mit den Meldesensoren der zweiten Hierarchiestufe
H2 verbundenen Meldesensoren 2 bilden die dritte Hierarchiestufe H3 usw. Innerhalb
einer Hierarchiestufe werden die einzelnen Meldesensoren 2 durch Angabe einer zusätzlichen
Meldernummer (M1..M8) unterschieden. Durch die Angabe des Funkteilsystems, der Hierarchiestufe
und der Meldernummer ist eine eindeutige Adressierung der einzelnen Meldesensoren
2 gewährleistet. Die Verkettung der einzelnen Meldesensoren 2 ist nun dadurch sichergestellt,
daß jeder Meldesensor 2 sowohl die Adresse eines Meldesensors 2 in einer nächsthöheren
Hierarchiestufe wie auch die Adressen von Meldesensoren 2 in nächstniedrigeren Hierarchiestufen
kennt, mit denen er kommuniziert. Die Meldesensoren 2 der mittleren Hierarchiestufen
dienen somit als Zwischenstationen für die Übertragung von Meßdaten der Meldesensoren
2 der unteren Hierarchiestufen zur Zentraleinheit 1. In Figur 4a sind vorhandene Verbindungen
durch breite Linien gekennzeichnet. So bilden beispielsweise die Meldesensoren mit
der ersten Meldernummer M1 der zweiten bis fünften Hierarchiestufe (H2-H5) eine Verbindung.
In Fig.4b ist der Zeitablauf der zugehörigen Telegrammabwicklung dargestellt, dabei
werden in einem ersten Zeitbereich KTN die Kennungstelegramme KTN und im anschließenden
Zeitbereich ATN die Antworttelegramme in fest vorgegebenen Zeitschlitzen ZS übertragen.
Dabei sind Zeitschlitze ZSM, in denen Telegramme übertragen werden, durch breite Linien
dargestellt und Zeitschlitze ZSO, in denen keine Telegramme übertragen werden, durch
dünne Linien.
[0010] Der Ablauf im Normalbetrieb geschieht dann beispielsweise folgendermaßen:
Die Zentraleinheit 1 startet die Übertragung durch Aussenden eines Kennungstelegramms
KT als Synchronisationssignal. Das Kennungstelegramm enthält im wesentlichen die Adresse
der Zentraleinheit 1 wie auch weitere Informationen über den Betriebszustand der Funk-Gefahrenmeldeanlage,
die später noch detaillierter beschrieben werden. Die Meldesensoren 2 der zweiten
Hierarchieebene H2 werden kurz vor Aussendung des Kennungstelegramms KT der Zentraleinheit
1 durch ihre Weckuhr 12 eingeschaltet und lesen alle gleichzeitig dieses Kennungstelegramm
KT. Die Startflanke der Kennungstelegramms KT dient zugleich als System-Synchronisationszeitpunkt,
d.h., von diesem Zeitpunkt an sind alle weiteren Aktivitäten quarzgenau festgelegt.
Im Anschluß daran senden die Meldesensoren 2 der zweiten Hierarchiestufe H2 nacheinander
ihre eigenen Kennungstelegramme KT, in Figur 4a, 4b sind es die Meldesensoren 2 mit
den Meldernummern M1, M2 und M5. Dabei müssen die dabei übertragenen Adressen nicht
lückenlos besetzt sein. Wenn alle Adressen besetzt sind, erscheinen die Meldungen
in einem vorgegebenen Systemzeitabstand, ansonsten bestehen entsprechende Lücken,
wie in Fig. 4b dargestellt. Die Meldesensoren 2 der dritten Hierarchiestufe H3 empfangen
diese Kennungstelegramme und vergleichen sie mit der abgespeicherten zugewiesenen
Adresse des Meldesensors 2 der zweiten Hierarchiestufe H2, an den sie ihre Meldedaten
übertragen sollen. Die Meldesensoren 2 der dritten Hierarchiestufe H3 werden ebenso
wie die Meldesensoren 2 der zweiten Hierarchiestufe H2 durch ihre Weckuhren 12 eingeschaltet.
Aufgrund der begrenzten Zeitgenauigkeit dieser Weckuhren 12 muß davon ausgegangen
werden, daß diese Einschaltung nicht unmittelbar vor der Aussendung des interessierenden
Kennungstelegramms KT erfolgt, es kann also sein, daß zunächst das Kennungstelegramm
eines zeitlich davorliegenden Meldesensors 2 der zweiten Hierarchiestufe H2 empfangen
wird. Der Meldesensor 2 hat zwischen der Aussendung der einzelnen Kennungstelegrammen
KT genügend Zeit für einen Vergleich der Kennungstelegramme KT. Wenn das richtige
Kennungstelegramm KT empfangen wurde, erfolgt eine Synchronisation des weiteren Zeitablaufes
auf diesen Empfangszeitpunkt, wobei die Zeitverschiebung aufgrund der Adresse des
Meldesensors 2 der nächsthöheren Hierarchiestufen berücksichtigt wird. Die weiteren
Hierarchiestufen werden analog behandelt.
[0011] Der Empfang des Kennungstelegramms KT des zugeordneten Meldesensors 2 der oberen
Hierarchiestufe löst den Meßvorgang der eigenen Detektionseinrichtung 3 aus, damit
im Anschluß daran ein aktueller Wert übertragen werden kann. Wenn alle Meldesensoren
2 der vorletzten Hierarchiestufe gesendet haben, das heißt, wenn die entsprechende
zugeteilte Sendezeit abgelaufen ist, wird nach einer Pause mit der Rücksendung der
Meßdaten begonnen. Die Pause gibt dem letzten Meldesensor 2 Gelegenheit, seine Detektionseinrichtung
3 zu aktivieren. Für die Rücksendung der Meßdaten in einem Antworttelegramm AT ist
jedem Meldesensor ein fester Zeitschlitz ZS zugeordnet. Die Datenaussendung erfolgt
in umgekehrter Reihenfolge wie die Aussendung der Kennungstelegramme, d.h., es beginnen
zunächst die Meldesensoren 2 der untersten Hierarchiestufe in vorgegebener Reihenfolge
zu senden. Die Meldesensoren 2 der oberen Hierarchiestufen empfangen die Meßdaten
der Meldesensoren 2 der unteren Hierarchiestufe und senden sowohl ihre eigenen Meßdaten
wie auch die empfangenen Meßdaten der Meldesensoren 2 der unteren Hierarchiestufen
an den ihnen jeweils zugeordneten Meldesensor 2 der oberen Hierarchiestufe weiter,
bis die Meßdaten in der Zentraleinheit 1 angekommen sind. Nach der Übertragung des
Antworttelegramms schaltet die Weckuhr 12 die Meldesensoren aus, um Strom zu sparen.
[0012] Ist ein einzelner Meldesensor 2 nicht betriebsbereit, so wird er kein Kennungstelegramm
KT aussenden. In diesem Fall gilt die Vorschrift, daß das eigene Kennungstelegramm
nur bei Empfang des Kennungstelegramms des zugeordneten Meldesensors 2 der oberen
Hierarchiestufe gesendet werden darf. Somit legt ein fehlender Meldesensor 2 in einer
mittleren Hierarchiestufe die ihm zugeordneten Meldesensoren 2 der unteren Hierarchiestufen
lahm. Da jeder Meldersensor 2 aus seinem Parametersatz die ihm nachgeordneten Meldesensoren
2 kennt, deren Antworttelegramm AT sie nach zum jeweiligen Meldesensor 2 der oberen
Hierarchiestufe weiterreichen muß, ist jedem dieser Meldesensoren 2 der nächstniedrigeren
Hierarchiestufe ein festes Zeitfenster für den Datenempfang zugeordnet. Der empfangende
Meldesensor 2 stellt nun nacheinander diese Zeitfenster ein und versucht, die Meßdaten
zu empfangen. Werden in den dafür vorgesehenen Zeitfenstern keine Antworttelegramm
AT von nachgeordneten Meldesensoren 2 empfangen, so überträgt der Meldesensor 2 nur
das eigene Antworttelegramm AT an den zugeordneten Meldesensor 2 der oberen Hierarchiestufe.
Die Detektion von Übertragungsausfällen erfolgt einzig und allein in der Zentraleinheit
1. Fehler werden dadurch erkannt, daß beim Ausfall von Meldesensoren 2 zu wenig Antworttelegramme
AT in der Zentraleinheit 1 ankommen. Damit ist zunächst jedoch keine Lokalisierung
des Ausfalls möglich. Hierfür sendet nun die Zentraleinheit 1 bei der nächsten Abfrage
ein Kennungstelegramm, daß die nachgeordneten Meldesensoren 2 dazu auffordert, anstelle
der Meßdaten ihre Adresse im Antworttelegramm AT zu übertragen. Durch Analyse dieser
Adressen wird nach der Rückmeldung das defekte Glied der Kette gefunden.
[0013] Bei der Inbetriebnahme solcher Funk-Gefahrenmeldeanlagen ist zu beachten, daß ein
installierter Meldesensor 2 nicht ständig in einer allgemeinen Empfangsbereitschaft
verbleiben kann, da dadurch die Batterie 6 zu schnell erschöpft würde.
[0014] So wird in der Initiierungsphase beispielsweise die Sende-Empfangseinrichtung 8 jeweils
für 50 µs eingeschaltet und anschließend für 1s ausgeschaltet. Die Zeitdauer von 50
µs reicht dabei aus, um den Frequenzsynthesizer einschwingen zu lassen. Beim Initiieren
der Funk-Gefahrenmeldeanlage wird nun ein Dauersignal (ca. 5s) ausgesendet. Die wesentliche
Aufgabe dieses Dauersignals besteht darin, alle Meldesensoren 2 der Funk-Gefahrenmeldeanlage
darauf aufmerksam zu machen, daß überhaupt Funkbetrieb besteht. Es kommt dabei also
nur auf eine Pegeldetektion an, nicht auf das korrekte Lesen des Dauersignals. Jeder
Meldesensor 2, der von irgendwo her ein Dauersignal detektiert, schließt sich der
Initiierungsphase an und sendet ebenfalls ein Dauersignal. Anschließend schaltet jeder
Meldesensor 2 für eine längere Zeit (ca. 10s) auf Dauerempfang, um das eigentliche
Kennungstelegramm zu empfangen. Wenn nach dieser Zeit kein Empfang des Kennungstelegramms
erfolgt ist, schaltet sich wiederum der Empfangstastbetrieb mit 50 µs Empfangszeit
und 1s Pause ein. Eine Initiierung bei laufendem Betrieb kann durch die Zentraleinheit
1 entweder durch eine Pause oder durch direktes Aussenden des Dauersignales hervorgerufen
werden. Die einzelnen Meldesensoren 2 überprüfen beim Empfang die Länge des Kennungstelegramms.
Auch durch Senden einer zusätzlichen Initiierungsinformation bei der normalen Aussendung
des Kennungstelegramms können die einzelnen Meldesensoren 2 auf eine nachfolgende
Initiierungsphase vorbereitet werden.
[0015] Eine wichtige Frage ist ferner der Aufwand für eine Erweiterung der Funk-Gefahrenmeldeanlage,
z.B. der Aufwand, einen zusätzlichen Meldesensor 2 einzufügen. In diesem Fall ist
zunächst herauszufinden, wo der Meldesensor 2 am günstigsten einzubauen ist. Die zu
wählende Hierarchiestufe und der günstigste Anschlußpunkt hängen dabei vom geplanten
Einsatzort des Meldesensors 2 ab. Anschließend muß lediglich dem Meldesensor der oberen
Hierarchiestufe sowie der Zentraleinheit 1 die Konfigurationserweiterung mitgeteilt
werden.
[0016] In Figur 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel für eine Funk-Gefahrenmeldeanlage
dargestellt. Dabei ist die Zentraleinheit 1 mit einzelnen Meldesensoren 2 in der Art
und Weise verbunden, daß in jedem Funkteilsystem FTS jeweils nur ein Meldesensor 2
je Hierarchiestufe vorgesehen ist. Damit der Ausfall eines Meldesensors 2 in einer
oberen Hierarchiestufe nicht sofort einen großen Teil der Funk-Gefahrenmeldeanlage
außer Betrieb setzt, werden die einzelnen Meldesensoren 2 räumlich so eng gestaffelt,
daß nicht nur der Meldesensor 2 der nächsten Hierarchiestufe, sondern auch der Meldesensor
2 der übernächsten Hierarchiestufe erreichbar ist. Im Betrieb dieser Funk-Gefahrenmeldeanlage
werden, wie bereits beschrieben, zunächst die Kennungstelegramme KT der einzelnen
Meldesensoren 2 nacheinander gesendet. Die Verkettung besteht nun darin, daß die einzelnen
Meldesensoren 2 nicht nur das Kennungstelegramm des Meldesensors der oberen Hierarchiestufe,
sondern auch das Kennungstelegramm KT des Meldesensors 2, der zwei Hierarchiestufen
darüber angeordnet ist, liest. Im allgemeinen werden beide Kennungstelegramm KT empfangen.
Jeder Meldersensor 2 reicht bei diesem Normalbetrieb seine Antworttelegramm AT an
den Meldesensor der oberen Hierarchiestufe weiter, wie es bei der Baumstruktur nach
Figur 2 und 3 bereits dargelegt ist. Beim Ausfall eines Meldesensors 2 fehlt zunächst
das entsprechende Kennungstelegramm KT, dadurch ist die Kette jedoch nicht unterbrochen,
denn der nachfolgende Meldesensor 2 synchronisiert sich auf den Meldesensor 2 zwei
Hierarchiestufen darüber auf und sendet wie gewohnt sein Kennungstelegramm KT. Die
von unteren Hierarchiestufen nach oberen Hierarchiestufen durchgereichten Antworttelegramme
AT werden dann wie gewohnt empfangen und zusammen mit dem eigenen Antworttelegramm
AT ausgesendet. Der Meldesensor 2 in der Hierarchiestufe oberhalb des ausgefallenen
Meldesensors 2 stellt fest, daß er vom ausgefallenen Meldesensor 2 kein Attworttelegramm
AT bekommt, er setzt daher ein zusätzliches Empfangszeitfenster für den Meldesensor
2 zwei Hierarchiestufen darunter, empfängt des Antworttelegramm AT, setzt zusätzlich
Informationen über den ausgefallene Meldesensor 2 hinzu, und sendet diese Daten zusammen
mit den eigenen Meßdaten als sein Antworttelegramm AT weiter. Die Zentraleinheit 1
erkennt ohne Zusatzaktionen sofort den fehlerhaften Meldesensor 2 an der zusätzlich
eingefügten Information. Diese verkettete Weidenrutenstruktur eignet sich hervorragend
zur engen Bestückung länglicher Gebäude ohne größere räumliche Unterbrechung. Das
System ist gut überschaubar und robust, es kann vorübergehend jeder zweite Meldesensor
2 außer Funktion gesetzt werden, ohne daß die Funk-Gefahrenmeldeanlage zusammenbricht.
[0017] Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in den Figuren 6a bis 7b dargestellt. Dabei
sind die einzelnen Meldesensoren 2 in einer Schleifenstruktur aufgebaut. Beide Funkteilsysteme
FTS sind analog zur Weidenrutenstruktur aufgebaut, d.h., in jeder Hierarchiestufe
existiert nur ein Meldesensor 2. Beide Funkteilsysteme FTS arbeiten dabei auf dem
gleichen Funkkanal. Die Meldesensoren 2 der jeweils untersten Hierarchiestufe sind
dabei räumlich so eng angeordnet, daß sie miteinander funkmäßig kommunizieren können.
In Figur 6b ist dabei der zeitliche Ablauf der Telegrammübertragung im Normalbetrieb
dargestellt. Dabei sind die Zeitschlitze ZS jeweils durch senkrechte Linien dargestellt,
wobei Zeitschlitze ZSM, in denen Telegramme ausgesendet sind, durch breite Linien,
und Zeitschlitze ZSO, in denen keine Telegramme ausgesendet werden, mit schmalen Linien
gekennzeichnet sind. In einem ersten Zeitbereich KTN werden analog zu den bisher beschriebenen
Ausführungsbeispielen die Kennungstelegramme KT der einzelnen Meldesensoren 2 ausgesendet,
dabei werden die Kennungstelegramme KT der beiden Funkteilsysteme FTS so ausgesendet,
daß die Kennungstelegramme KT der beiden Systeme gegeneinander um ein halbes Telegramminkrement
versetzt sind. Der Zeitablauf ist außerdem so dimensioniert, daß die Kenntelegramme
KT der beiden jeweils letzten Meldesensoren 2 kurz hintereinander gesendet werden.
Diese Tatsache ist ein wesentlicher Bestandteil der Schleifenredundanz und wird anhand
von Figur 7 näher erläutert. An den Zeitbereich KTN mit den ausgesendeten Kenntelegrammen
KT schließen sich zwei Zeitbereiche KTS, ATS an, die der Fehlerredundanz bei der Schleifenstruktur
dienen, diese werden ebenfalls in Zusammenhang mit Figur 7 besprochen. Die Rücksendung
der Antworttelegramme AT erfolgt im vierten Zeitbereich ATN, wobei die einzelnen Zeitschlitze
der beiden Funkteilsysteme FTS wiederum ineinander geschachtelt sind.
[0018] In Figur 7 ist der Fall gezeigt, daß im ersten Funkteilsystem FTS1 der Meldesensor
2 der siebenundzwanzigsten Hierarchiestufe H27 ausfällt. Dieser Ausfall manifestiert
sich zunächst im Zeitbereich Kenntelegramme normal KTN durch die fehlenden letzten
fünf Kenntelegramme. Zum Eliminieren dieser Unterbrechung dient das im weiteren beschriebene
Zusammenspiel der beiden Meldesensoren der untersten Hierarchiestufe. Im Unterschied
zu allen anderen Meldesensoren 2 empfangen diese beiden Meldesensoren 2 nicht nur
die Kennungstelegramme KT ihrer Vorläufer, sondern auch das jeweilige Kennungstelegramm
KT des Meldesensors 2 der untersten Hierarchiestufe des anderen Funkteilsystems (Endstation).
Durch Empfang des Kennungstelegramms KT der Endstation des zweiten Funkteilsystems
FTS2 sendet die Endstation des ersten Funkteilsystems FTS1 sein Kennungstelegramm
KT an den Meldesensor 2 der nächsthöheren Hierarchiestufe. Dadurch kann die unterbrochene
Datenübertragung im ersten Funkteilsystem wieder weitergeführt werden. Diese Weiterführung
erfolgt im zweiten Zeitbereich Kennungstelegramme Schleife KTS durch Aussenden der
entsprechenden Kennungstelegramme KT von der Endstation die weiteren Hierarchiestufen
hinauf. Im Zeitbereich Kennungstelegramme Normal KTN fehlt das Kennungstelegramm des
Meldesensors der siebenundzwanzigsten Hierarchiestufe H27. Diese Tatsache wird von
den weiteren Meldesensoren 2 detektiert. Diese Meldesensoren 2 wissen daher, daß ein
Fehlerfall vorliegt, und daß die weiteren Kennungstelegramme KT im Zeitbereich Kennungstelegramme
Schleife KTS in umgekehrter Reihenfolge auftreten. Die Antworttelegramme AT mit den
Meßdaten laufen nun auf zwei Wegen zurück zur Zentraleinheit 1. Die Meldesensoren
der ersten fünfundzwanzig Hierarchiestufen des ersten Funkteilsystems FTS1 senden
ihre Antworttelegramme AT im Zeitbereich Anwort-Telegramme normal ATN in den dafür
reservierten Zeitschlitzen, wie in Figur 7b dargestellt. Die Meldesensoren 2, die
dem ausgefallenen Meldesensor 2 der siebenundzwanzigsten Hierarchiestufe H27 nachfolgen,
senden im Zeitbereich Antworttelegramm Schleife ATS über das Funkteilsystem 2, an
den sich unmittelbar die normalen Antworttelegramme AT des zweiten Funkteilsystemes
FTS2 im Zeitbereich Antworttelegramme Normal ATN anschließt.
[0019] Bei der großen Zahl von Meldesensoren 2 pro Funksystem wird die Gesamtübertragungsdauer
lang und damit der Stromverbrauch recht hoch. Durch intelligentes Zeitmanagement wird
die Zeit für die Übertragung der Antworttelegramme AT verringert, indem die Länge
der reservierten Zeitschlitze ZS der Länge der Antworttelegramme AT angepaßt wird.
[0020] Für Intrusions-Meldeanlagen ist die erzielte Abfragezeit nicht ausreichend. Das System
läßt sich aber in analoger Form auch für Intrusions-Meldeanlagen benutzen. Dabei wird
in einem größeren Zeitabstand auf die bereits beschriebene Art und Weise eine Funktionsüberprüfung
und eine Synchronisation der einzelnen Meldesensoren 2 erreicht. Zusätzlich sind in
der Zwischenzeit einzelne Zeitschlitze vorgesehen, in denen die einzelnen Meldesensoren
beim Detektieren einer Gefahrenmeldung diese an den jeweils zugeordnete Meldesensor
2 der oberen Hierarchiestufe aussenden können. Diese Meldesensoren 2 der oberen Hierarchiestufe
leiten dann diese Daten entsprechend bis zur Zentraleinheit 1 weiter. Dazu müssen
die einzelnen Meldesensoren 2 im Zeitintervall sehr genau ihre jeweiligen Sende-Empfangseinrichtung
8 einschalten. Im Normalfall, wenn keine Gefahrenmeldung vorliegt, erkennt die Sende-Empfangseinrichtung
8 auf fehlenden Empfang und schaltet ab, andernfalls wird die empfangene Meldung im
eigenen zugeteilten Sendezeitschlitz eine Hierarchiestufe nach oben weitergereicht.
Die Synchronisation der einzelnen Weckuhren 12 in den Meldesensoren 2 wird dabei unter
Bezugnahme auf diese Wiederholzeit der Zentraleinheit 1 erzielt. Durch das nur kurzzeitige
Einschalten der Sende-Empfangseinrichtung 8 läßt sich daher der einzelne Meldesensor
2 mit einer Batterie 6 betreiben.
1. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten von Meldesensoren (2) über eine sensorseitige
Sendeeinrichtung (5) an eine Empfangseinrichtung (4) einer Zentraleinheit (1) einer
Funkgefahrenmeldeanlage,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßdaten von der sensorseitigen Sendeeinrichtung (5) über weiteren Meldesensoren
(2) zugeordnete Sende-Empfangseinrichtungen (8) als Zwischenstationen zur zentralenseitigen
Empfangseinrichtung (4) auf einem vorgegebenen Übertragungsweg übermittelt werden,
wobei die Meldesensoren (2) gruppenweise Hierarchiestufen so zugeordnet sind, daß
die Meldesensoren (2), die eine gleiche Anzahl an Zwischenstationen zur Übertragung
an die zentralenseitige Empfangseinrichtung (4) nutzen, einer gemeinsamen Hierarchiestufe
zugeordnet sind, wobei die Zentraleinheit (1) einer obersten (ersten) Hierarchiestufe
(H1), die Meldesensoren (2), die ihre Meßdaten an die Zentraleinheit (1) direkt übermitteln,
einer zweiten Hierarchiestufe (H2) und die Meldesensoren (2), die ihre Meßdaten an
Meldesensoren (2) einer ausgewählten Hierarchiestufe übermitteln, einer gegenüber
der ausgewählten Hierarchiestufe nächstniedrigen Hierarchiestufe zugeordnet sind.
2. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meldesensoren (2) über die zugeordneten Sende-Empfangseinrichtung (8) sowohl
eigene Meßdaten, wie auch von den Sende-Empfangseinrichtungen (8) der weiteren Meldesensoren
(2) empfangene Meßdaten an die Sende-Empfangseinrichtung (8) des als nächste Zwischenstation
dienenden Meldesensors (2) weitersendet.
3. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die als Zwischenstationen der Funkübertragung benutzten Meldesensoren (2) im Hinblick
auf minimale Funkdämpfung und/oder minimale Anzahl von Zwischenstationen auf der Übertragungsstrecke
zwischen dem Meldesensor (2) und der Zentraleinheit (1) angeordnet sind.
4. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Funkübertragung in einem definierten Zeitraster erfolgt und daß zur Energieeinsparung
die sensorseitigen Sende-Empfangseinrichtungen (8) nur jeweils in für die Funkübertragung
relevanten Zeitschlitzen eingeschaltet werden.
5. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Synchronisation des Zeitablaufes in vorbestimmten Zeitabständen von der Zentraleinheit
(1) über eine zentralenseitige Sende-Empfangseinrichtung (7) ein Synchronisationssignal
gesendet wird, welches vorzugsweise auf den Übertragungswegen für die Gefahrenmeldung,
jedoch in umgekehrter Richtung über die sensorseitigen Sende-Empfangsvorrichtungen
(8) an die Meldesensoren (2) weitergeleitet wird.
6. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die von der Zentraleinheit (1) und den Zwischenstationen ausgesandten Synchronisationssignale
durch Codierung oder durch unterschiedliche Funkkanäle voneinander unterscheiden,
und
daß die sensorseitigen Sende-Empfangseinrichtungen (8) sich selektiv jeweils nur auf
dasjenige Synchronisationssignal des Meldesensors (2) der nächsthöheren Hierarchiestufe
aufsynchronisieren, welcher ihnen als Zwischenstation durch den-Übertragungsweg vorgegeben
ist.
7. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Meldesensoren (2) sowohl die mit den im Übertragungsweg nächsten Meldesensoren
(2) als auch mit den im Übertragungsweg übernächsten Meldesensoren (2) kommunizieren
und daß beim Ausfall eines auf dem Übertragungsweg nächsten Meldesensors (2) die Funkübertragung
der Meßdaten und/oder der Synchronisationssignale an den im Übertragungsweg übernächsten
Meldesensor (2) erfolgt.
8. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Meldesensoren (2) neben einem vorhandenen Übertragungsweg zur Zentraleinheit
(1) alternativ weitere Übertragungswege über andere Zwischenstationen vorgesehen sind,
und daß beim Ausfall eines als Zwischenstation dienenden Meldesensors (2) auf dem
vorhandenen Übertragungsweg die Funkübertragung der Meßdaten und/oder Synchronisationssignale
auf einem der alternativen Übertragungswege erfolgt.
9. Verfahren zur Funkübertragung von Meßdaten nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich zwei auf unterschiedlichen Übertragungswegen mit der Zentraleinheit (1) verbundene
Meldesensoren (2) ihre Meßdaten und/oder Synchronisationssignale gegenseitig übertragen,
wobei dadurch ein alternativer Übertragungsweg für die Meldesensoren (2) der beiden
unterschiedlichen Übertragungswege gebildet wird.
10. Funkgefahrenmeldeanlage mit einer Zentraleinheit (1) mit einer Sendeeinrichtung und
zugeordneten Meldesensoren (2), die Detektionseinrichtungen (3) und eine Empfangseinrichtung
umfaßt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zentraleinheit (1) eine Sende-Empfangsvorrichtung (7) zugeordnet ist und
daß die Meldesensoren (2) jeweils sensorseitige Sende-Empfangsvorrichtung (7) und
eine Ablaufsteuereinheit (13) umfassen.
11. Funkgefahrenmeldeanlage nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch
eine Vorrichtung (6) im Meldesensor (2) zur individuellen Stromversorgung.
12. Funkgefahrenmeldeanlage nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Meldesensor (2) eine Überwachungseinrichtung (12) zum zeitgesteuerten Ein-/Ausschalten
der Sende-Empfangseinrichtung (8) aufweist.
13. Funkgefahrenmeldeanlage nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Ablaufsteuereinheit (13) jeweils ein sensorspezifisches Merkmal abgespeichert
ist, um die einzelnen Meldesensoren (2) in der Funkgefahrenmeldeanlage zu identifizieren.
14. Funkgefahrenmeldeanlage nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Ablaufsteuereinheit (13) die Merkmale der Meldesensoren (2) abgespeichert
sind, mit denen der jeweilige Meldesensor (2) in der Funkgefahrenmeldeanlage kommuniziert.