[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein als Buch oder Broschüre ausgebildetes Etikett
zum Aufkleben auf Behältnisse mit einem Basisblatt, dessen Unterseite zumindest teilweise
mit Klebstoff überzogen ist und einem Deckblatt, zwischen denen mindestens ein weiteres
Blatt angeordnet ist, und mit einem einen ablösbaren Kleber aufweisenden Verschluß
zum mehrfachen Verschließen des Etikettes, wobei der Verschluß eine an dem Deckblatt
angebrachte, über das mindestens eine Blatt hinausragende Klebelasche aufweist.
[0002] Derartige, als Buch oder Broschüre ausgebildete Etiketten werden häufig auch als
Booklet bezeichnet und kommen vorzugsweise bei Arzneimitteln oder anderen, im Krankenhaus
verwendeten Produkten mit hohem Erklärungsbedarf zum Einsatz. In diesem Etikett bzw.
Booklet können sämtliche, das Produkt betreffenden Informationen beschrieben werden
und ersetzen somit den bei Arzneimitteln üblichen Beipackzettel. Dabei haben diese
Etiketten bzw. Booklets den Vorteil, das sie stets an der Verpackung bzw. an der entsprechenden
Flasche anhaften und die darin enthaltenen Informationen somit immer für den Benutzer
präsent sind.
[0003] Dieses, oftmals auch aus mehreren Blättern bestehende Etikett wird üblicherweise
mit dem Basisblatt an die entsprechende Flasche angeklebt. Damit die anderen, nunmehr
von der Flasche abstehenden Blätter bei der sachgemäßen Benutzung der Flasche, beispielsweise
einer Infusionsflasche, nicht im Wege sind, befindet sich am freien Ende des Deckblattes
eine Klebelasche, mit der das Deckblatt auf die Flasche aufgeklebt werden kann. Hierdurch
wird das als Buch oder Broschüre ausgebildete Etikett verschlossen und liegt vollständig
an der Flasche an, so daß die Flasche nun bestimmungsgemäß benutzt werden kann.
[0004] Aus der EP 0 506 202 ist ein solches Etikett bekannt, bei dem auf einem Basisblatt
mehrere, die jeweilige Information tragende Blätter aufgeklebt sind und bei dem sowohl
das Basisblatt, als auch die Informationsblätter durch ein alles übergreifendes Deckblatt
abgedeckt werden. Das Deckblatt ist auf seiner Unterseite mit Klebstoff versehen und
reicht über die Informationsblätter hinaus, sodaß der überstehende Teil direkt auf
der Flasche aufgeklebt werden kann, um das Etikett zu verschließen. An diesem freien
Ende des Deckblattes ist ein Klebkraftabschwächer angebracht, um ein mehrfaches Öffnen
oder Schließen des Etikettes zu ermöglichen.
[0005] In der Praxis tritt nun häufig die Schwierigkeit auf, daß diese mitunter schon recht
dicken Etiketten auf vergleichsweise schmale Flaschen aufgeklebt werden müssen. Dabei
werden die einzelnen Blätter unterschiedlich stark gekrümmt und es entsteht ein Versatz,
so daß die Klebelasche teilweise auf den darunterliegenden Blättern und nicht auf
der Flasche selbst klebt.
[0006] Aus der EP 0 525 608 ist ein aus einem Basisblatt und einem mehrfach gefalteten Deckblatt
zusammengesetztes Etikett bekannt, wobei das Deckblatt mit seinem unteren Abschnitt
auf dem Basisblatt festgeklebt ist. Die anschließend gefalteten Abschnitte des Deckblattes
sind größer als der festgeklebte Bereich, sodaß die gefalteten Blätter über den unteren
Bereich überstehen. In diesem überstehenden Abschnitt ist auf dem Basisblatt ein Klebstoff
angebracht, der die gefalteten Teile des Deckblattes hält, sofern das Etikett verschlossen
ist. Um das Etikett mehrfach Öffnen und Schließen zu können ist auf der dem Klebstoff
gegenüberliegenden Seite ein klebstoffabschwächendes Material angebracht.
[0007] Ein weiteres Problem der bekannten Etiketten besteht darin, daß die auf der Flasche
aufklebende Klebelasche mit jedem Öffnen und Wiederverschließen an Klebekraft verliert
und nach wenigen Öffnungs- und Schließzyklen nicht mehr ordnungsgemäß haftet.
[0008] Davon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Etikett
zu schaffen, welches vielfach wiederverschließbar ist und welches sowohl an gerade
als auch an gekrümmte Flächen applizierbar ist.
[0009] Als technische Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, das Etikett
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Klebelasche auf einem
Haftblatt zur Anlage kommt, welches von dem Basisblatt beabstandet angeordnet ist.
[0010] Ein nach dieser technischen Lehre ausgebildetes Etikett hat den Vorteil, daß die
Klebelasche nicht auf der Verpackung bzw. dem Glas direkt zur Anlage kommt, sondern
auf einem sepziell ausgebildeten Haftblatt. Hierdurch wird der Klebstoff der Klebelasche
weniger beansprucht, so daß die Klebelasche mehrfach geöffnet und geschlossen werden
kann.
[0011] Der Abstand des Haftblattes vom Basisblatt bestimmt sich durch die jeweilige Krümmung
des Etikettes. Bei einer starken Krümmung, das heißt insbesondere bei einer schmalen
Flasche, ist der Abstand zwischen dem Basiselement und dem Haftblatt sehr klein, während
dieser Abstand bei einem ebenen Behältnis, beispielsweise bei einer flächenhaften
Verpackung, maximal ist. Durch die Zweiteiligkeit des Etikettes und insbesondere durch
den Abstand zwischen dem Haftblatt und dem Basiselement wird die unterschiedliche
Krümmung des Basisblattes und des Deckblattes kompensiert, so daß gewährleistet ist,
daß die Klebelasche stets exakt auf dem Haftblatt zur Anlage kommt und daß insbesondere
am Basisblatt keine Zugkräfte durch unterschiedliche Spannung entstehen wodurch eine
Faltenbildung des Basisblattes vermieden wird. Durch diesen Spalt wird also eine exakte
Anlage der Klebelasche auf dem Haftblatt gewährleistet und der auf der Klebelasche
befindliche Klebstoff wird geschont, so daß ein mehrfaches Öffnen und Schließen der
Klebelasche sichergestellt ist.
[0012] Als weitere technische Lösung der oben genannten Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
das Etikett der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Klebelasche
auf einem Haftblatt zur Anlage kommt, dessen der Klebelasche zugewandte Seite mit
einem Lack, insbesondere einem Drucklack, versiegelt ist, um eine glatte Oberfläche
zu erreichen.
[0013] Ein nach dieser technischen Lehre ausgebildetes Etikett hat den Vorteil, daß die
mit einem ablösbaren Klebstoff versehene Klebelasche auf einer ganz glatten Oberfläche
zur Anlage kommt. Hierdurch wird bewirkt, daß sich der Klebstoff beim Abziehen der
Klebelasche rückstandsfrei vom Haftblatt ablöst und somit nahezu unbeschädigt bleibt.
Somit können nahezu beliebig viele Öffnungs- und Schließzyklen durchgeführt werden.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß ein derartig ausgebildetes Etikett auch nach
mehreren Verschlußzyklen immer noch fast wie neu aussieht und beim Betrachter einen
sauberen und ästetischen Eindruck hinterläßt. Außerdem wird hierdurch das beispielsweise
aus Papier bestehende Haftblatt vor Zerstörung durch den Klebstoff geschützt.
[0014] Die Anlage der Klebelasche auf einem Haftblatt hat weiterhin den Vorteil, daß die
Haftung des gesamten Etikettes auf dem Trägermaterial vor und während des Spendevorganges
maximal ist und das Etikett beim Umwickeln sich nicht unbeabsichtigt von der Trägerfolie
löst. Dies wird dadurch erreicht, daß das Haftblatt des Verschlußes ein Teil des Orginalhaftverbundes
ist und nicht nachträglich aufgebracht werden muß, wodurch die Haftkraft erhalten
bleibt.
[0015] Ein weiterer Vorteil der Versiegelung mit einem Lack oder Drucklack besteht darin,
daß hierdurch eine besonders glatte Oberfläche erreicht wird, die kostengünstig geschaffen
werden kann und darin, daß keine Fasern beim Öffnen des Verschlußes von dem Haftelement
herausgelöst werden.
[0016] In einer bevorzugten Weiterbildung ist der Lack, bzw. der Drucklack mit Silikon versetzt.
Hierbei bewirkt das Silikon eine weitere Glättung und Versiegelung der Lackoberfläche.
[0017] In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform überdeckt mindestens ein Blatt den
Spalt zwischen dem Basisblatt und dem Haftblatt. Dieses Blatt reicht bis über das
Haftblatt. Hierdurch wird erreicht, daß der Spalt für den Betrachter des Etikettes
verdeckt bleibt und so ein ästetisches Gesamtbild des Etikettes entsteht.
[0018] In einer anderen, bevorzugten Ausführungsform ist der ablösbare Kleber ein Acrylat-Kleber
mit klebrigmachenden Harzen, der hochmolekulare, langkettige Basispolymere aufweist.
Ein derartiger Kleber kann rückstandsfrei von der Unterlage entfernt werden. Somit
kann ein derartiger nicht-permanenter Kleber beliebig oft wieder verwendet werden,
so daß der diesen ablösbaren Kleber verwendende Verschluß beliebig oft wiederverschließbar
ist.
[0019] Die Größe des Verschlußes wird je nach Größe und Ausführung des Etikettes ausgewählt,
um einen optimalen Verschluß zu erhalten.
[0020] Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Etikettes ergeben sich aus der Beschreibung
und aus der beigefügten Zeichnung. Die erwähnten Ausführungsformen sind nicht als
abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter.
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Explosionsdarstellung eines auf einer Flasche angebrachten erfindungsgemäßen
Etikettes;
- Figur 2
- ein noch nicht appliziertes Etikett gemäß Figur 1;
- Figur 3
- eine Seitenansicht des Etikettes gemäß Figur 1.
[0021] Das in Figur 1 in explosionsartiger Darstellung gezeigte, als Buch oder Broschüre
ausgebildete Etikett 2 umfaßt ein Basisblatt 4 aus Papier, ein Deckblatt 6 aus PP
und zwei zwischen dem Basisblatt 4 und dem Deckblatt 6 angeordnete Doppelblätter,
die jeweils ein Unterblatt 8, 19 und ein Oberblatt 9, 11 umfassen. Das Etikett 2 wird
mittels einem auf der Unterseite des Basisblattes 4 angebrachten Klebstoff auf eine
Flasche 12 aufgeklebt.
[0022] Auch das aus einer durchsichtigen PP-Folie gebildete Deckblatt 6 ist an seiner Unterseite
mit Klebstoff versehen. Hiermit wird das Deckblatt 6 am linken Rand des Etikettes
2 auf das bereits bedruckte Basisblatt 4 aufgeklebt. Im weiteren Verlauf klebt das
bedruckte Oberblatt 9 des Doppelblattes an der Unterseite des Deckblattes 6. Dieses
Oberblatt 9 reicht bis zum Rand des Deckblattes 6, weist jedoch an diesem Rand eine
Aussparung zur Bildung einer Klebelasche 14 auf.
[0023] Das Unterblatt 8 steht freibeweglich vom Deckblatt 6 ab. Nahe einer Falz 16 des Doppelblattes
ist ein weiteres, ein Unterblatt 10 und ein Oberblatt 11 aufweisendes Doppelblatt
mittels eines schmales Leimstreifens 15 eingeklebt.
[0024] Dieser als Klebelasche 14 ausgebildete und über die übrigen Blätter hinausragende
Teil des Deckblattes 6 bildet zusammen mit einem neben dem Basisblatt 4 angeordneten
Haftblatt 18 einen Verschluß 20. Das Haftblatt 18 ist entsprechend der Klebelasche
14 dimensioniert und ausgestaltet und wird beabstandet vom Basisblatt 4 auf die Flasche
12 aufgeklebt. Dabei ist der Abstand des Haftblatt 18 vom Basisblatt 4 so gewählt,
daß die Klebelasche 14 des auf die Flasche 12 aufgeklebten Etikettes 2 auf dem Haftblatt
18 zur Anlage kommt, sobald das Etikett 2 verschlossen ist.
[0025] Das Oberblatt 9 reicht, abgesehen von einer kleinen Grifflasche 17, bis ca 1 mm über
das Haftblatt 18 und verdeckt somit den Spalt zwischen dem Basisblatt 4 und dem Haftblatt
18. Die Unterblätter 8 und 11, sowie das Oberblatt 11 sind kürzer ausgebildet und
sind etwa 1 mm - 2 mm kürzer, als das Basisblatt 4.
[0026] Damit der Verschluß 20 mehrfach wiederverschließbar ist, ist einerseits das Haftblatt
18 mit einem mit Silikon versetzten Drucklack versehen, so daß eine glatte und versiegelte
Oberfläche entsteht, und andererseits ist an der Klebelasche 14 ein ablösbarer Kleber
auf Acrylat-Basis angebracht, der hochmolekulare, langkettige Basispolymere aufweist
und der mit klebrigmachenden Harzen angereichert ist. Durch diesen Acrylat-Kleber
ist gewährleistet, daß keine Kleberückstände am Haftblatt 18 verbleiben, sondern das
der Acrylat-Kleber vollständig an der Klebelasche 14 haften bleibt. Weiterhin wird
dadurch gewährleistet, daß keine Fasern beim Öffnen des Verschlußes 20 vom Haftelement
18 herausgelöst werden.
[0027] Ein derartiges als Buch oder Broschüre ausgebildetes Etikett ist verlustsicher an
der Flasche befestigt und trägt aufgrund der vielen Seiten eine große Menge an Informationen.
Nach dem Lesen dieser Informationen kann das Etikett beliebig oft wieder verschlossen
werden, ohne daß der Verschluß seine Klebekraft verliert. Hierdurch hat der Benutzer
dieser Flasche sämtliche über den Flascheninhalt wissenswerten Informationen ständig
zur Verfügung und kann diese stets nachlesen.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 2
- Etikett
- 4
- Basisblatt
- 6
- Deckblatt
- 8
- Unterblatt
- 9
- Oberblatt
- 10
- Unterblatt
- 11
- Oberblatt
- 12
- Flasche
- 14
- Klebelasche
- 15
- Leimstreifen
- 16
- Falz
- 17
- Grifflasche
- 18
- Haftblatt
- 20
- Verschluß
1. Als Buch oder Broschüre ausgebildetes Etikett zum Aufkleben auf Behältnisse mit einem Basisblatt (4), dessen Unterseite zumindest
teilweise mit Klebstoff überzogen ist und einem Deckblatt (6), zwischen denen mindestens
ein weiteres Blatt angeordnet ist, und mit einem einen ablösbaren Kleber aufweisenden
Verschluß (20) zum mehrfachen Verschließen des Etikettes (2), wobei der Verschluß
(20) eine an dem Deckblatt (6) angebrachte, über das mindestens eine Blatt hinausragende
Klebelasche (14) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klebelasche (14) auf einem Haftblatt (18) zur Anlage kommt, welches von dem
Basisblatt (4) beabstandet angeordnet ist.
2. Als Buch oder Broschüre ausgebildetes Etikett zum Aufkleben auf Behältnisse mit einem Basisblatt (4), dessen Unterseite zumindest
teilweise mit Klebstoff überzogen ist und einem Deckblatt (6), zwischen denen mindestens
ein weiteres Blatt angeordnet ist, und mit einem einen ablösbaren Kleber aufweisenden
Verschluß (20) zum mehrfachen Verschließen des Etikettes (2), wobei der Verschluß
(20) eine an dem Deckblatt (5) angebrachte, über das mindestens eine Blatt hinausragende
Klebelasche (14) aufweist, insbesondere nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klebelasche (14) auf einem Haftblatt (18) zur Anlage kommt, dessen der Klebelasche
(14) zugewandte Seite mit einem Lack versiegelt ist, um eine glatte Oberfläche zu
erreichen.
3. Etikett nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Haftblatt mit einem Drucklack, versiegelt ist.
4. Etikett nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Lack bzw. dem Drucklack Silikon beigemischt ist.
5. Etikett nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein weiteres Blatt den Spalt zwischen dem Basisblatt (4) und dem Haftblatt
(18) überdeckt und bis über das Haftblatt (18) reicht.
6. Etikett nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ablösbare Kleber ein Acrylat-Kleber mit klebrigmachenden Harzen ist, der hochmolekulare,
langkettige Basispolymere aufweist.