[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollschuh mit einem Fahrwerk, das wenigstens einen schwenkbaren
Rollenträger aufweist, an dem jeweils wenigstens zwei Rollen drehbar angeordnet sind.
[0002] Ein solcher Rollschuh ist aus US-A-5,342,071 oder DE-U 295 19 386 bekannt. Bei diesem
Rollschuh können zwar die Rollen bei Unebenheiten der Fahrbahn um die Schwenklager
verschwenken, sie verlieren aber dadurch leicht den Kontakt mit der Fahrbahn, was
zu Unfällen führen kann.
[0003] Aus DE-A-195 22 127 ist weiterhin ein Rollschuh bekannt, bei dem die Rollen an zwei
Rollenträgern angeordnet sind, die über einen Gummipuffer abgefedert sind. Hierdurch
wird bei Fahrbahnunebenheiten zwar ein besserer Kontakt mit der Fahrbahn ermöglicht,
bei wechselnden Fahrbahnbedingungen und auch bei unterschiedlichem Gewicht des Fahrers
kann aber keine Anpassung des Fahrwerkes vorgenommen werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, einen Rollschuh der eingangs bezeichneten Art
zu schaffen, der auch bei Fahrbahnunebenheiten einen optimalen Kontakt mit der Fahrbahn
gewährleistet und gleichzeitig eine Anpassung an wechselnde Fahrbahnbedingungen und
unterschiedliche Fahrer erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Rollschuh der eingangs bezeichneten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß der wenigstens eine Rollenträger aus zwei gegen die Kraft eines
Dämpfungselementes verschwenkbaren Trägerhälften besteht, wobei die Dämpfungskraft
des Dämpfungselementes einstellbar ist, und daß am Fahrwerk ein unterer Anschlag für
die verschwenkbaren Trägerhälften vorgesehen ist.
[0006] Dadurch, daß beim erfindungsgemäßen Rollschuh wenigstens ein, bevorzugt aber jeder
Rollenträger aus zwei gegen die Kraft eines Dämpfungselementes verschwenkbaren Trägerhälften
besteht, paßt sich das Fahrwerk optimal jeder Fahrbahnunebenheit an. Das Dämpfungselement
wird so eingestellt, daß die beiden Trägerhälften unter Belastung etwas einfedern.
Treten nun Fahrbahnunebenheiten auf, passen sich die Rollen sofort an. Dabei werden
unterschiedliche Belastungen einzelner Rollen durch die Anordnung des Dämpfungselementes
und des unteren Anschlages ausgeglichen. Der untere Anschlag bewirkt nämlich, daß
bei unterschiedlicher Belastung und Stellung einer Rollenträgerhälfte gegenüber dem
restlichen Fahrwerk das restliche Fahrwerk in seiner Grundstellung verbleibt, weil
die andere Rollenträgerhälfte sich in Anlage am Anschlag befindet. Somit ist bei Fahrbahnunebenheiten
ein gleichmäßiger Druck auf die Rollen und deren Kugellager gewährleistet. Wird beispielsweise
die vordere Rolle schlagartig angehoben, erhöht sich der Druck des Dämpfungselementes
auf die zweite, am Rollenträger angebrachte Rolle, die dann mit mehr Druck auf die
Fahrbahn gepreßt wird. Gleichzeitig werden durch Fahrbahnunebenheiten hervorgerufene
Stöße infolge des Dämpfungselementes gedämpft. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung
des Rollschuhs wird somit sowohl eine optimale Rollenführung bei Fahrbahnunebenheiten
als auch eine erhebliche Minderung von Stößen auf die Gelenke des menschlichen Körpers
erreicht.
[0007] In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das Dämpfungselement
von wenigstens einer Feder gebildet ist. Eine solche Feder stellt ein verschleißarmes,
wartungsfreies und leicht zu handhabendes Bauteil dar und erfüllt somit die an einen
Rollschuh zu stellenden Anforderungen für ein Dämpfungselement.
[0008] Zur Einstellung der Federkraft ist vorteilhaft vorgesehen, daß die Feder über eine
Stellschraube und ggf. einen Stellkeil verspannbar ist. Durch einfache Veränderung
der Vorspannung läßt sich der Rollschuh damit auf einfachste Weise auch für Träger
mit unterschiedlichem Körpergewicht individuell anpassen.
[0009] Vorteilhaft ist dabei vorgesehen, daß die Feder gleichmäßig auf beide Trägerhälften
einwirkt.
[0010] Bevorzugt ist vorgesehen, daß das Dämpfungselement von zwei parallel angeordneten
Federn gebildet ist, auf die die Kraft dann gleichmäßig verteilt wird. Es können dann
entsprechend geringer dimensionierte Federn verwandt werden, die weniger Bauraum beanspruchen.
[0011] In besonders vorteilhafter weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das Dämpfungselement
zusätzlich ein weiteres Dämpfungsglied mit höherem Widerstand aufweist. Dieses kann
beispielsweise von einer weiteren Feder mit höherer Steifigkeit gebildet sein. Dies
macht es möglich, die beiden anderen Federn nur so auszulegen, daß sie die Hälfte
des Körpergewichtes des Trägers aufnehmen können, weil ein Träger üblicherweise ja
ein Rollschuhpaar benutzt. Die weitere Feder ist dann so dimensioniert, daß sie die
Zusatzlast aufnehmen kann, wenn der Träger nur auf einem Fuß fährt, d.h. nur einen
Rollschuh belastet.
[0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, daß der Anschlag aus einem
an zwei zum Fahrwerk gehörenden Trägerplatten angeordneten Schraubbolzen besteht,
welcher durch zwei an den Trägerhälften vorgesehenen Bohrungshälften geführt ist.
Die Anordnung des Schraubbolzens ist dabei so, daß er sich im Bereich der Symmetrieachse
der beiden Trägerhälften befindet, so daß diese gleichmäßig in Anschlag an den Schraubbolzen
kommen.
[0013] Ferner ist vorteilhaft vorgesehen, daß die Enden des wenigstens einen Dämpfungselementes
kardanisch gelagert sind, um bei unterschiedlicher Stellung der Trägerhälften die
Federkräfte parallel zu halten.
[0014] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
Diese zeigt in:
- Fig. 1
- einen einspurigen erfindungsgemäßen Rollschuh in Seitenansicht und
- Fig. 2
- ebenfalls in Seitenansicht einen einzelnen Rollenträger des Rollschuhs nach Figur
1.
[0015] Ein im Ausführungsbeispiel dargestellter einspuriger Rollschuh 11 weist ein Fahrwerk
auf, das mit zwei schwenkbaren Rollenträgern 13, 14 ausgestattet ist. Jeder Rollenträger
13, 14 besteht dabei aus zwei Trägerhälften 9, 10; 15, 16, die jeweils in einem Schwenklager
8 mittels eines Schraubbolzens gelagert sind. Dabei sind die beiden Rollenträger 13,
14 jeweils zwischen zwei zum Fahrwerk gehörenden Trägerplatten 12 geführt. An jeder
Trägerhälfte 9, 10; 15, 16 des jeweiligen Rollenträgers 13, 14 ist jeweils drehbar
eine Rolle 1 bzw. 2 gelagert, die den Kontakt des Rollschuhs 11 mit einer Fahrbahn
B herstellt.
[0016] Zwischen den Trägerhälften 9, 10 bzw. 15, 16 eines jeweiligen Rollenträgers 13 bzw.
14 ist jeweils eine Dämpfungsanordnung vorgesehen, die beim Ausführungsbeispiel von
einer Feder 4 gebildet ist, deren Federkraft über eine Stellschraube 3 und einen Stellkeil
5 einstellbar ist. Darüber hinaus ist am Fahrwerk ein unterer Anschlag 7 für die verschwenkbaren
Trägerhälften 9, 10 bzw. 15, 16 vorgesehen, der aus einem an den zum Fahrwerk gehörenden
Trägerplatten 12 angeordneten Schraubbolzen 7 besteht, der durch zwei an den Trägerhälften
9, 10 bzw. 15, 16 vorgesehenen Bohrungshälften 5, 6 geführt ist.
[0017] Bei unebener Fahrbahn wird durch die Anordnung der jeweiligen Dämpfungseinrichtung
ein gleichmäßiger Druck auf sämtliche Rollen 1, 2 auf die Fahrbahn B ausgeübt.
[0018] Natürlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt.
Weitere Ausgestaltungen sind möglich, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So kann
auf jeweils einer Achse natürlich auch mehr als eine Rolle angeordnet sein, d.h. die
Erfindung ist nicht auf einen einspurigen Rollschuh beschränkt. Außerdem kann auch
vorgesehen sein, daß in der jeweiligen Dämpfungsanordnung nicht nur eine Feder 4,
sondern parallel zwei Federn 4 angeordnet sind, zusätzlich kann wenigstens innerhalb
einer Feder auch noch eine weitere Feder mit höherer Steifigkeit angeordnet sein.
1. Rollschuh mit einem Fahrwerk, das wenigstens einen schwenkbaren Rollenträger (13,14)
aufweist, an dem jeweils wenigstens zwei Rollen (1,2) drehbar angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der wenigstens eine Rollenträger (13,14) aus zwei gegen die Kraft eines Dämpfungselementes
(4) verschwenkbaren Trägerhälften (9,10;15,16) besteht, wobei die Dämpfungskraft des
Dämpfungselementes (4) einstellbar ist, und daß am Fahrwerk ein unterer Anschlag (7)
für die verschwenkbaren Trägerhälften (9,10;15,16) vorgesehen ist.
2. Rollschuh nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungselement von wenigstens einer Feder (4) gebildet ist.
3. Rollschuh nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder (4) über eine Stellschraube (3) vorspannbar ist.
4. Rollschuh nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feder (4) gleichmäßig auf beide Trägerhälften (9,10;15,16) einwirkt.
5. Rollschuh nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungselement von zwei parallel angeordneten Federn (4) gebildet ist.
6. Rollschuh nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungselement zusätzlich ein weiteres Dämpfungsglied mit höherem Widerstand
aufweist.
7. Rollschuh nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlag aus einem an zwei zum Fahrwerk gehörenden Trägerplatten (12) angeordneten
Schraubbolzen (7) besteht, welcher durch zwei an den Trägerhälften (9,10;15,16) vorgesehenen
Bohrungshälften (6) geführt ist.
8. Rollschuh nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Enden des wenigstens einen Dämpfungselementes (4) kardanisch gelagert sind.