[0001] Die Erfindung betrifft ein Gewebeband gebildet durch wendelförmig gewundene, parallel
nebeneinander angeordnete Fäden, insbesondere aus Kunststoff, deren Wendein jeweils
ineinander greifen und zusammen mit einem eingeschobenen Stab ein Biegegelenk bilden,
wobei ggf. in den freien Wendelzwischenräumen jeweils wenigstens ein mehr oder weniger
breiter Dichtstab eingesetzt ist.
[0002] Solche Gewebebänder werden im Trockenbereich von Papierherstellungsmaschinen verwendet,
wo die noch feuchte Papierbahn durch Erhitzen getrocknet wird und sie werden bspw.
unter dem Handelsnamen "Spiralflex" vertrieben. Eine Veränderung der Bandlänge oder
der Ersatz beschädigter Bandstücke ist mit relativ geringem Aufwand möglich, indem
durch Herausziehen eines Stabes ein Biegegelenk geöffnet und nach dem Einfügen eines
Ersatzstückes oder dem Einsetzen des freien Endes wieder geschlossen wird. Die mögliche
Kraftübertragung und die Lebensdauer solcher Bänder im rauhen Industriebetrieb läßt
zu wünschen übrig.
[0003] Weiter sind Transport- oder Förderbänder die ein Gewebe als Armierung aufweisen,
welches mit Kunststoff oder Gummi beschichtet ist, bekannt. Derartige Transportbänder
weisen den Nachteil auf, daß sie vom Kunden bzw. vom Benutzer nicht auf die gewünschte
Länge eingestellt werden können bzw. eine derartige Einstellung, falls überhaupt möglich,
nur sehr schwer möglich ist (DE-AS 24 49 792).
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Gewebeband der eingangs genannten
Art so auszubilden, daß bei vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten eine hohe Lebensdauer
bei hoher Belastbarkeit gewährleistet ist und Reparaturen mit relativ geringem Aufwand
an Ort und Stelle möglich sind.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß mindestens eine Seite des
Gewebebandes mit einer Kunststoffschicht versehen ist, die mindestens einen Teil der
Fäden einschließt.
[0006] Durch die Beschichtung mit entsprechendem Kunststoff kann der Verschleiß und die
Reibungseigenschaften weitgehend beeinflußt werden und es wird insbesondere die Belastbarkeit
wesentlich erhöht.
[0007] Besonders vorteilhaft kann zur einseitigen Beschichtung die Kunststoffschicht auf
ihrer Innenseite von den in die freien Wendelräume eingeschobenen Dichtstäben begrenzt
sein. Dadurch wird eine Kunststoffbeschichtung mit relativ geringem Aufwand möglich.
Zur weiteren Erhöhung der Festigkeit und Herabsetzung der Verschleißanfälligkeit können
beide Seiten des Gewebebandes mit einer Kunststoffschicht versehen sein, wobei dann
alle Fäden vom Kunststoff umschlossen sind.
[0008] Entsprechend der gewählten Kunststoffschicht bzw. den Kunststoffschichten kann ein
so ausgebildetes Band besonders vorteilhaft als Transport- oder Förderband in den
verschiedensten Industriezweigen dienen, im Bergbau, in der Bau- und Zementindustrie
ebenso wie in der chemischen Industrie und Lebensmittelindustrie.
[0009] Eine Reparatur mit geringem Aufwand kann dadurch ermöglicht werden, daß die Kunststoffschicht
ein schmelzbares Polymer ist, insbesondere ein Polyurethan, Polypropylen, Polyamid
oder auch besonders chemisch resistente fluorhaltige Polymere wie z.B. Polyvenylidenfluorid.
Die Schmelztemperatur des Kunststoff der Kunststoffschicht liegt zweckmäßigerweise
unter 250°C und damit tiefer als die Schmelztemperatur der wendelförmigen Fäden, so
daß bei einer Reparatur durch Abschmelzen der Kunststoffschicht der benötigte Teil
der wendelförmigen Fäden freigelegt und der das Biegegelenk mitbildende Stab bequem
entfernt werden kann. Nach der Reparatur können die zusammengefügten Enden wieder
mit einer Kunststoffschicht versehen werden, um so das reparierte Band wieder voll
funktionsfähig zu erhalten.
[0010] Die Kunststoffschicht kann aber auch ein Elastomer wie Kautschuk, der vulkanisierbar
oder aushärtend sein kann oder auch Acrylatpolymere, Copolymere, die in der gewünschten
Härte ausgesucht werden können, es können aber auch vernetzbare Polyurethane eingesetzt
werden die als Schmelzauftrag vernetzen und aushärten können. Es können aber auch
reaktive Dispersionen aus zwei Komponenten verwendet werden wie Polyesterurethane,
Dispersionen von Acrylaten oder Isozyanate und Epoxiharze.
[0011] Die wendelförmig gewundenen Fäden können insbesondere aus PES, PE, PPS, PEK, PEEK,
PA und Gemischen davon bestehen (Polyester oder Polyurethane). Vorteilhaft wären auch
z.B. PES Monofile mit Kunststoffummantelung z.B. aus PA, PVDF etc..
[0012] Die Oberfläche wenigstens einer der Kunststoffschichten kann besonders vorteilhaft
strukturiert sein, um so den Transport von nicht selbsthaftenden Transportgütern zu
erleichtern. Die Strukturierung kann bspw. durch Querstege ggf. in V-Form gewählt
werden, um so bei einem Transport auch erhebliche Steigungen überwinden zu können.
Selbst die Ausbildung von Taschen zur Beförderung von flüssigen, teigigem oder auch
körnigem Gut ist denkbar.
[0013] Weiter kann das Gewebeband einseitig vorstehende Mitnehmer aufweisen die ggf. die
Kunststoffschicht durchragen, aber zumindest von ihr mitgetragen werden. Durch solche
Mitnehmer können dann ganz spezielle Transportaufgaben erfüllt werden.
[0014] Zur Erhöhung der Belastbarkeit können besonders vorteilhaft mehrere, durch gewundene
Fäden gebildete Gewebebahnen vorgesehen sein, die mindestens teilweise von einer Kunststoffschicht
eingeschlossen und so miteinander verbunden sind.
[0015] Zur weiteren Erhöhung der Zugfestigkeit kann zwischen den Gewebebahnen mindestens
eine Fadenschar in Längsrichtung angeordnet sein. Es ist aber auch denkbar, solche
in Längsrichtung angeordneten Fadenscharen im Randbereich als Randwulst anzuordnen.
[0016] Weitere erfindungsgemäße Ausbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen und werden
mit ihren Vorteilen anhand der beigefügten Zeichnungen in der nachstehenden Beschreibung
näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- einen Teilquerschnitt durch eine Gewebebahn mit einseitiger Kunststoffbeschichtung,
und
- Figur 2
- einen Querschnitt durch eine Gewebebahn mit beidseitiger Kunststoffschicht.
[0017] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellten Gewebebahnen weisen wendelförmig gewundene
Fäden 1 auf, wobei jeweils die Wendeln eines rechtsgewickelten und eines linksgewickelten
Fadens 1 ineinander geschoben und durch einen eingeschobenen über die ganze Breite
der Gewebebahn reichenden Stab 2 als Biegegelenk 3 ausgebildet sind. In die freien
Wendelzwischenräume sind Dichtstäbe 4 eingeschoben (Figur 1) und es ist im dargestellten
Ausführungsbeispiel auf der Unterseite eine Kunststoffschicht 5 aufgebracht, die aus
den eingangs beschriebenen Materialen bestehen kann.
[0018] Beim Ausführungsbeispiel der Figur 2 sind auf der Oberseite und auf der Unterseite
symmetrisch oder ggf. auch asymmetrisch Kunststoffschichten 5, 5' aufgebracht die
auch die Zwischenräume der wendelförmig gewundenen Fäden 1 ausfüllen und die Fäden
formschlüssig vollständig umschließen. Zur Gewichtseinsparung, insbesondere zur Ermöglichung
von der Verwendung von preiswertem Material, können auch beim Ausführungsbeispiel
der Figur 2 Dichtstäbe eingefügt sein, die ggf. mehr oder weniger breit sein können.
[0019] Die Schmelztemperatur der Kunststoffschichten 5, 5' liegt unterhalb einer Temperatur
von 250°, während die Schmelztemperatur der Fäden 1 darüber liegt, so daß für eine
notwendig werdende Reparatur oder Längenänderung oder Endlosmachung des Gewebebands
als Transportband an den gewünschten Stellen die Kunststoffschicht 5, 5' entfernt,
durch einfügen oder zusammenfügen von Teilstücken oder dem anderen Bandende und Einschieben
jeweils eines Stabs 2 wieder ein Biegegelenk 3 hergestellt werden kann um danach wieder
eine Kunststoffschicht 5 oder zwei Kunststoffschichten 5, 5', je nach Bedarf, aufzubringen.
[0020] Eine der Kunststoffschichten 5 kann, was in den Ausführungsbeispielen zeichnerisch
nicht dargestellt ist, mit einer Oberflächenstruktur bspw. in Form von Mitnehmerleisten,
Noppen, Querrillen o.dgl. versehen sein, um so die Förderung von Transportgut, insbesondere
über Steigungen, zu verbessern. Die Strukturierung kann auch durch eine zusätzliche
weitere Beschichtung erfolgen, bspw. zur Haftungsverhinderung bestimmter Stoffe, eventuell
aber auch zur Haftungsverbesserung bspw. durch dielektrisches Aufladen, um eine Staubbildung
zu vermeiden oder zu vermindern.
1. Gewebeband gebildet durch wendelförmig gewundene, parallel nebeneinander angeordnete
Fäden (1) deren Wendeln jeweils ineinander greifen und zusammen mit einem eingeschobenen
Stab (2) ein Biegegelenk (3) bilden, wobei ggf. in den freien Wendelzwischenräumen
jeweils wenigstens ein mehr oder weniger breiter Dichtstab (4) eingesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Seite des Gewebebands mit einer Kunststoffschicht (5, 5') versehen
ist, die mindestens einen Teil der Fäden (1) einschließt.
2. Gewebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffschicht (5)
auf ihrer Innenseite von den in die freien Wendelzwischenräume eingeschobenen Dichtstäben
(4) begrenzt ist.
3. Gewebeband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Seiten des Gewebebands
mit einer Kunststoffschicht (5, 5') versehen und alle Fäden (1) vom Kunststoff umschlossen
sind.
4. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein so gebildetes
Band als Transportband oder Förderband dient.
5. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffschicht
(5, 5') ein schmelzbares Polymer ist, insbesondere Polyurethan, Polypropylen, Polyamid,
PVDF.
6. Gewebeband nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmelztemperatur des
Kunststoffs der Kunststoffschicht (5, 5') unter 250°C liegt und damit tiefer als die
Schmelztemperatur der wendelförmig gewundenen Fäden (1).
7. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffschicht
(5, 5') durch ein Elastomer gebildet ist.
8. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die wendelförmig
gewundenen Fäden (1) aus Polyäthylen, Polyamid, PPS, PEK, Polyurethan, PEEK, Polyester
oder aus einem Gemisch davon bestehen.
9. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche
wenigstens einer der Kunststoffschichten (5, 5') strukturiert ist.
10. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß es einseitig
vorstehende Mitnehmer aufweist die ggf. die Kunststoffschicht (5) oder (5') durchragen
aber zumindest von ihr mitgetragen werden.
11. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
durch die gewendelten Fäden gebildete Gewebebandlagen vorgesehen sind die mindestens
teilweise von einer Kunststoffschicht (5, 5') umschlossen sind.
12. Gewebeband nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Gewebebandlagen
mindestens eine Fadenschar in Längsrichtung angeordnet ist.
13. Gewebeband nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die wendelförmigen
Fäden (1) durch Runddraht oder Flachdraht oder Ovaldraht gebildet sind.