[0001] Die Erfindung betrifft einen Lenkdrachen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere
zum Figurenflug.
[0002] Es sind Lenkdrachen bekannt, die in der Draufsicht im wesentlichen eine dreieckförmige
Grundform haben. Sie weisen zwei äußere, im Winkel zueinander angeordnete Seitenstäbe
und wenigstens einen zwischen diesen und im wesentlichen in gleicher Ebene angeordneten
Kielstab auf, die zu einer Drachenspitze zusammengeführt und im Abstand von dieser
mit wenigstens einem quer zur Längsachse des Lenkdrachens angeordneten Spreizstab
verbunden und stabilisiert sind. Zwischen dem Kielstab und den Seitenstäben ist ein
Segel gespannt und mit diesen verbunden.
[0003] Es hat sich gezeigt, daß ein zwischen dem Kielstab und den Seitenstäben gespanntes
Segel ein ungenügendes Flugverhalten des Lenkdrachens mit sich bringt. Der am Segel
angreifende Wind kann das Segel zu stark auslenken und Flatterbewegungen verursachen,
insbesondere im Bereich der am Heck des Lenkdrachens quer zu dessen Längsachse verlaufenden
Schleppkante, die jeweils am freien Ende des Segels zwischen den Seitenstäben und
dem Kielstab ausgebildet ist, wodurch Windenergie verbraucht wird, die für das Steigen
und Fliegen des Lenkdrachens verlorengeht. Auch ist das Flattern mit erheblichen Geräuschen
verbunden, die als unangenehm empfunden werden können.
[0004] Zur Verbesserung des Flugverhaltens, insbesondere auch der Lenkbarkeit des Lenkdrachens,
hat man dem Segel eine von einer ebenen Bespannung abweichende Spannform gegeben,
derart, daß die beiden durch den mittleren Kielstab und die Seitenstäbe gebildeten
symmetrischen Segelbespannungsbereiche gegenüber der durch die Stäbe gebildeten Ebene
nach oben konkav aufgewölbt sind, wobei sich die jeweilige Wölbung von der Spitze
des Lenkdrachens zur Schleppkante hin aufbaut und an dieser ihren größeren Querschnitt
aufweist.
[0005] Zur Ausbildung einer derartigen Segelform ist es bekannt, das Segel ähnlich einem
Schiffssegel mit sogenannten Taschen zu versehen und in diese aus Glasfaser- oder
Kohlefaserstäben oder Kohhlefaserrohren gebildete Segellatten einzubringen.
[0006] Bekannt ist es auch, das Segel an seiner Schleppkante durch die Anordnung eines oder
mehrerer Abstandhalter, sogenannter stand-offs, zwischen dieser und dem quer angeordneten
Spreizstab aufzuwölben. Auch eine Kombination mit der Anordnung von Segellatten ist
bekannt.
[0007] Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung des Flugverhaltens ist die Gestaltung der
Schleppkante. Es hat sich gezeigt, daß eine in Richtung zur Drachenspitze konkav gewölbte
Schleppkante eine Verbesserung des Flugverhaltens, auch eine Verringerung des Flatterns,
mit sich bringt. Eine in dieser konkaven Wölbung im Bereich nahe des Seitenstabes
ausgebildete konvexe Ausbauchung kann eine weitere Verbesserung bringen.
[0008] Insgesamt läßt jedoch auch die Kombination von Segelwölbuung und konkaver Gestaltung
der Schleppkante Wünsche bezüglich des Flugverhaltens offen. Durch den Einsatz von
stand-offs ergeben sich mehr oder weniger eckig ausgeformte Segel, die das Abströmverhalten
der Luft durch zusätzliche Verwirbelungen im Segel negativ beeinflussen. Die anströmende
Luft versucht, das Segel bauchig aufzuwölben und muß dabei gegen die stand-offs arbeiten,
wobei Windenergie verbraucht wird, die als Antriebsenergie für den Lenkdrachen nicht
mehr zur Verfügung steht. Das Segel läßt sich somit durch stand-offs nicht so aufwölben,
daß Windenergieverluste und das mit einer Geräuschentwicklung verbundene Flattern
des Segels in gewünschtem Maße reduziert werden können. Damit wird auch die Lenkbarkeit
des Lenkdrachens nachteilig beeinträchtigt.
[0009] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen Lenkdrachen nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 so zu gestalten, daß dessen Flugverhalten einschließlich der Lenkbarkeit
durch eine ausreichende Reduzierung der Windenergieverluste und damit des Flatterns
des Segels verbessert wird.
[0010] Die Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Lenkdrachen durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dadurch, daß das Segel des Lenkdrachens an der zwischen
dem Spreizstab und dem jeweiligen Seitenstab gegebenen Schleppkante durch ein quer
zur Längsachse des Lenkdrachens angeordnetes Element aufgewölbt ist, ergibt sich ein
deutlich besseres Wind-Abströmverhalten des Segels. Das Element ist stabförmig und
biegeelastisch ausgebildet und in seinem Anordnungsbereich an der Schleppkante länger
als der Abstand der jeweiligen Stäbe, wobei es entlang seines mittleren Bereiches
an der Schleppkante mit dem Segel verbunden und mit seinen Seitenbereichen an den
Stäben unter Bildung eines Spannbogens abgestützt ist. Durch diese Ausbildung und
Anordnung wird das Segel, das im nicht aufgewölbten Zustand locker zwischen den Stäben
gehaltert ist, an der Schleppkante in einem weiten Bereich am Element festgelegt,
wodurch ein Flattern oder Vibrieren weitgehend verhindert wird. Das Flugverhalten
des Lenkdrachens wird derart verbessert, daß dieser bei vergleichbar geringeren Windgeschwindigkeiten
fliegt und im sogenannten Trickflugbereich benutzbar ist, weil auch sein Kurvenflugverhalten
deutlich verbessert ist. Das bauchig gewölbte und an der Schleppkante weitgehend fixierte
Segel verbraucht zu seiner Ausformung weniger Windenergie, so daß für den Auftrieb
und die Steuerung des Lenkdrachens mehr Windenergie zur Verfügung steht.
[0011] Vorteilhafterweise kann das Element an den Verbindungsstellen des quer angeordneten
Spreizstabes mit dem Kielstab und den Seitenstäben abgestützt sein, wodurch die Stabilität
des Lenkdrachens erhöht wird.
[0012] Zum Abstützen des Elementes können im Bereich dieser Verbindungsstellen buchsenförmige
Stützlager für das Element angeordnet sein, in die die Enden desselben zur Bildung
des Spannbogens einfach hineingesteckt zu werden brauchen. Vorteilhaft ist es, als
Element einen Kohlefaserstab zu verwenden, da dieser leicht und in hervorragender
Weise biegeelastisch ist.
[0013] Um die Verbindung des Segels mit dem Element im mittleren Bereich der Schleppkante
in Verbindung mit der Aufwölbung des Segels einfach zu gestalten, ist es zweckmäßig,
diesen Bereich gerade auszubilden.
[0014] In diesem Zusammenhang hat es sich auch als günstig erwiesen, die neben diesem Verbindungsbereich
befindlichen Seitenbereiche der Schleppkante gerade und so auszubilden, daß diese
mit dem Verbindungsbereich einen nach hinten offenen stumpfen Winkel bilden. Die durch
diese Ausbildung gegebene Form der Schleppkante entspricht der Form, die die Steuerfähigkeit
des Segels günstig beeinflußt. Als stabilisierungsfördernd hat sich eine Anordnung
des Elementes gezeigt, bei der dieses vom Verbindungsbereich mit dem Segel zum mittleren
Stützlager am Kielstab oberhalb des Segels und zum Stützlager am jeweiligen Seitenstab
unterhalb des Segels geführt ist.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. In der
zugehörigen Zeichnung zeigen schematisch:
- Figur 1:
- einen erfindungsgemäßen Lenkdrachen in Unteransicht,
- Figur 2:
- den Lenkdrachen in Heckansicht und
- Figur 3:
- den Lenkdrachen in Seitenansicht.
[0016] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßer Lenkdrachen mit zwei äußeren, im wesentlichen
einen rechten Winkel einschließenden Seitenstäben 1 und einem mittleren Kielstab 2,
die zu einer Drachenspitze zusammengeführt sind, mit einem an den Stäben 1 und 2 gehalterten
Segel 3 mit am Heck des Lenkdrachens am freien Ende zwischen den Stäben 1 und 2 ausgebildeten
Schleppkanten 4 und 5 und mit zwei quer zum Kielstab 2 angeordneten und mit den Stäben
1 und 2 fest verbundenen Spreizstäben 6 und 7 sowie jeweils einem das Segel 3 an der
jeweiligen Schleppkante 4 und 5 aufwölbenden Element 8 dargestellt. Dieses Element
8 ist erfindungsgemäß quer zur Längsachse A des Lenkdrachens angeordnet, stabförmig
und biegeelastisch und zu einem Spannbogen 9 ausgebildet. In seinem Anordnungsbereich,
der in der dargestellten Ausführung im Bereich des Spreizstabes 6 liegt, ist es im
ausgestreckten geraden Zustand um 25 % länger als der Abstand der jeweiligen Stäbe
1 und 2 beträgt. In der dargestellten Ausführung ist es somit um 25 % länger als die
Hälfte des Spreizstabes 6. In seinem mittleren Bereich M ist das Element 8 an der
Schleppkante 4 bzw. 5 mit dem Segel 3 verbunden und mit seinen Enden unter Bilddung
des Spannbogens 9 im Bereich der Verbindungsstellen des Spreizstabes 6 mit den Stäben
1 und 2 abgestützt. Diese Abstützung erfolgt an buchsenförmigen Stützlagern 10 und
11, in die die Enden hineingesteckt und in denen sie durch das aufgespannte Segel
3 fixiert werden. Die Stützlager 10 und 11 sind in Figur 2 zu erkennen.
[0017] Des weiteren zeigt Figur 1 die Gestaltung der Schleppkanten 4 und 5. Diese werden
aus dem mittleren Bereich M und den beiden Seitenbereichen S1 und S2 gebildet, die
gerade ausgebildet sind und mit dem Bereich M jeweils einen nach hinten offenen stumpfen
Winkel bilden. Der zwischen dem Bereich M und dem Seitenbereich S1 gegebene Winkel
α beträgt 135 ° und der Zwischen dem Bereich M und dem Seitenbereich S2 gebildeten
Winkel β 155 °.
[0018] Das Element 8, ein 0,5 mm starrer Kohlefaserstab, ist vom Bereich M zum Stützlager
10 am Kielstab 2 oberhalb des Segels 3 und zum Stützlager 11 am Seitenstab 1 unterhalb
des Segels 3 geführt, wie insbesondere in Figur 2 erkennbar ist. Dort ist auch die
schleppkantenseitige Aufwölbung gut erkennbar.
Schließlich zeigt Figur 3 die Form des Lenkdrachens in einer Seitenansicht. Die Anordnung
des Elementes 8 innerhalb des gespannten Segels 3 ist angedeutet.
1. Lenkdrachen mit zwei Seitenstäben, die im Winkel zueinander angeordnet sind und eine
Drachenspitze bilden und wenigstens einem in der Mitte zwischen diesen und im wesentlichen
in gleicher Ebene angeordneten Kielstab mit einem an diesem und den Seitenstäben gehalterten
Segel mit am Heck des Lenkdrachens am freien Ende zwischen dem Kielstab und den Seitenstäben
ausgebildeten Schleppkanten, mit wenigstens einem quer zum Kielstab angeordneten und
mit den Seitenstäben verbundenen Spreizstab sowie wenigstens einem das Segel an der
jeweiligen Schleppkante gegenüber der Anordnungsebene der Seitenstäbe und des Kielstabes
nach oben aufwölbenden Element, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (8) der zur Längsachse (A) des Lenkdrachens angeordnet, stabförmig
und biegeelastisch und in seinem Anordnungsbereich an der Schleppkante (4,5) länger
als der Abstand des jeweiligen Seitenstabes (1) zum Kielstab (2) ist, daß das Element
(8) entlang seines mittleren Bereiches (M) an der Schleppkante (4,5) mit dem Segel
(3) verbunden und mit seinen Seitenbereichen an den Seitenstäben (1) oder dem Spreizstab
(6) und dem Kielstab (2) unter Bildung eines Spannbogens (9) abgestützt ist.
2. Lenkdrachen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (8) an den Verbindungsstellen des Spreizstabes (6) mit Seitenstäben
(1) und dem Kielstab (2) abgestützt ist.
3. Lenkdrachen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Verbindungsstellen buchsenförmige Stützlager (10;11) für das Element
(8) angeordnet sind.
4. Lenkdrachen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (8) ein Kohlefaserstab ist.
5. Lenkdrachen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Segel (3) an der Schleppkante (4,5) im Verbindungsbereich (M) mit dem Element(8)
gerade ausgebildet ist.
6. Lenkdrachen nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Segel (3) an der Schleppkante (4,5) in den Seitenbereichen (S1; S2) neben
dem Verbindungsbereich (M) mit dem Element (8) gerade ausgebildet ist und daß die
Seitenbereiche (S1; S2) mit dem Verbindungsbereich (M) einen nach hinten offenen stumpfen
Winkel (α,β) bilden.
7. Lenkdrachen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Element (8) vom Verbindungsbereich (M) mit dem Segel (3) zum Stützlager (10)
am Kielstab (2) oberhalb des Segels (3) und zum Stützlager (11) am jeweiligen Seitenstab
(1) unterhalb des Segels (3) geführt ist.