[0001] Die Erfindung betrifft ein Betonverteilersystem für Transportbeton, bestehend aus
einer Betonförderrohrleitung aus mehreren Rohrsektionen und einem Rohrleitungs-Tragmast
aus mehreren Tragmaststücken. Die Betonförderrohrleitung ist an eine stationäre oder
an eine mobile Betonpumpe angeschlossen, der Beton aufgegeben wird. In der Regel ist
dies Transportbeton.
Für ein Betonverteilersystem der genannten Art ist es erforderlich, es so auszubilden,
daß sein Einsatz auch auf Baustellen mit begrenzter freier Arbeitshöhe möglich ist.
Es sind Betonverteilersysteme für Transportbeton bekannt, bei denen die Betonförderrohrleitung
aus mehreren Rohrsektionen besteht, die faltbar so an dem faltbaren Rohrleitungs-Tragmast
angebracht sind, daß beide zollstockähnlich aufgefaltet werden können. Dabei wird
die Rohrleitung durch die Knickgelenke des Tragmastes geführt, mit jeweils zweimaliger
90°-Umlenkung. Diese Umlenkungen verursachen im Fördervorgang unerwünschte Rückstöße
und damit erhöhte Belastung auf die Tragmast-Konstruktion. Darüberhinaus ist bei derartigen
Betonverteilersystemen zum Ausfahren der Betonförderrohrleitung in Betriebsstelluug
ein freier Arbeitsraum mit einer Mindesthöhe entsprechend der Rohrsektionslänge erforderlich.
Da oft ein entsprechender freier Arbeitsraum nicht vorhanden ist, wird der Einsatz
bekannter Betonverteilersysteme eingeschränkt.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Einsatzmöglichkeiten eines Betonverteilersystems
für Transportbeton zu erweitern und erhöhte Belastungen auf die Tragmast-Konstruktion
zu vermeiden.
Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt mittels der Ausgestaltung des Betonverteilersystems
gemäß dem Kennzeichen des Hauptanspruchs.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden erzielt durch die kennzeichnenden
Merkmale der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Betonverteilersystems in Verbindung mit einer
Betonpumpe hat den Vorteil des Einsatzes auf Baustellen mit begrenzter freier Arbeitshöhe,
wie z.B. Tunnels, Hallen und ähnliche Bauwerke.
[0003] Die teleskopierbare Betonförderleitung hat darüberhinaus den Vorteil, daß sie geradlinig
ist und Rückstöße durch Umlenkungen nicht auftreten können.
Die konstruktive Ausgestaltung der einzelnen Rohrsektionen mit Kolben bzw. Dichtkopf
erweist sich im Betrieb als besonders vorteilhaft, da Betonanbackungen nicht auftreten
können, bzw. ungünstigenfalls abgelöst werden. Die Standzeiten der Kolben und der
Dichtungen werden dadurch erheblich erhöht.
Das erfindungsgemäße Betonverteilersystem kann kombiniert werden mit konventionellen
Knickarmen und den zugehörigen Betonförderrohrleitungen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt
- Fig. 1 -
- das Betonverteilersystem mit zwei Rohrsektionen und zwei Tragmaststücken im Längsschnitt
und
- Fig.2 -
- die teleskopierbare Betonförderrohrleitung im Längsschnitt mit Kolben und Dichtkopf.
[0004] Auf dem Trägerfahrzeug 1 nach Fig. 1, welches ein LKW oder ein Anhänger sein kann
und das in der Regel auch die Betonförderpumpe aufnimmt, ist der Trag- und Drehschemel
2 für den Rohrleitungs-Tragmast 3 mit den Tragmaststücken 4, 5 befestigt. Das Maststück
5 kann teleskopartig gegenüber dem Maststück 4 aus- und eingefahren werden. Die hierzu
eingesetzten Gleitelementein bekannter Art sind nicht Gegenstand der Erfindung.
Die Rohrsektion 6 der Betonförder-Rohrleitung ist an der Zuführseite am Tragmaststück
4 befestigt und über den Trag- und Drehschemel 2 mit der Betonförderpumpe verbunden.
Diese Rohrsektion 6 weist am Ende den Kolben 7 auf, der innerhalb der Rohrsektion
8 beim Ein- und Ausfahren gleitet. Die Rohrsektion 8 umschließt die Rohrsektion 6,
ist einmal am Tragmaststück 5 befestigt und kann über den Dichtkopf 9 auf der Rohrsektion
6 gleiten.
[0005] Nach Fig. 2 ist der Kolben 7 am Ende der Rohrsektion 6 als Gummikolben ausgebildet
und starr verbunden. Zwischen Rohrsektion 6 und Rohrsektion 8 verbleibt der ringförmige
Spülraum 10, der je nach Betriebszustand der Betonförderrohrleitung unterschiedliche
Länge aufweist.
[0006] Am Anfang der Rohrsektion 8 ist der Dichtkopf 9 angeordnet, der diese Rohrsektion
gegenüber der ersten Rohrsektion 6 abdichtet und die Zu- und Abführung für den Spülraum
10 bildet. Die Abdichtung 12 kann in konventioneller Art mit bekannten Dichtelementen
erfolgen. Vorteilhafterweise ist der Dichtkopf 9 mit zwei Anschlüssen 11 für Spülmittelzu-
bzw.-abfluß versehen.
[0007] Das Spülmittel, in der Regel Wasser, ohne oder mit speziellen Zusätzen, kommt aus
einem Wassertank, nicht dargestellt, und fließt in diesen zurück.
Vor dem Rücklauf in den Tank ist ein Filter mit Sandfüllung vorgesehen, der Zementteilchen
aus dem ringförmigen Spülraum 10 zurückhält. Dadurch wird die Umwälzpumpe vor Verschleiß
geschützt. Die Umwälzung des Spülmittels erfolgt über eine Pumpe, die in der Regel
im Wassertank angeordnet ist.
LEGENDE
[0008]
- 1
- Trägerfahrzeug
- 2
- Trag- und Drehschemel
- 3
- Rohrleitungstragmast
- 4
- Tragmaststück
- 5
- Tragmaststück
- 6
- Rohrsektion
- 7
- Kolben
- 8
- Rohrsektion
- 9
- Dichtkopf
- 10
- Spülraum
- 11
- Anschlüsse
- 12
- Abdichtung
1. Betonverteilersystem für Transportbeton, bestehend aus einer Betonförderleitung aus
mehreren Rohrsektionen (6, 8) und einem Rohrleitungs-Tragmast aus mehreren Tragmaststücken
(4, 5) dadurch gekennzeichnet, daß jede Rohrsektion (6, 8) mit dem zugehörigen Tragmaststück
(4, 5) verbunden ist und beide als Einheit mit der in Förderrichtung folgenden Einheit
teleskopartig ineinandergleitend ausgebildet sind.
2. Betonverteilersystem für Transportbeton nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrsektion (6) am Ende einen Kolben (7), die übergreifende Rohrsektion (8) am
Anfang einen Dichtkopf (9) mit einem Spülraum (10) vor dem Kolben (7) aufweist.
3. Betonverteilersystem für Transportbeton nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (7) mit elastischer Dichtung und starr mit der Rohrsektion (6) verbunden
ist, daß der Dichtkopf (9) mit mindestens einer Abdichtung (12) zur übergriffenen
Rohrsektion (6) und mit Anschlüssen (11) für Spülbeaufschlagung versehen ist.
4. Betonverteilersystem für Transportbeton nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die elastische Dichtung des Kolbens (7) Gummi ist.
5. Betonverteilersystem für Transportbeton nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Anschlüsse (11) für Spülbeaufschlagung mit einem Tank für Spülflüssigkeit verbunden
sind.
6. Betonverteilersystem für Transportbeton nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Förderung des Spülmittels über eine Pumpe erfolgt.