[0001] Die Erfindung betrifft einen Rahmen für Fenster, Türen, Fassaden oder dergleichen,
mit vorzugsweise aus Metall bestehenden Hohlprofilen sowie mit einem in die Hohlprofile
greifenden Verbindungselement, insbesondere einem Eckverbinder, wobei das Verbindungselement
für jedes der Hohlprofile wenigstens einen von der Rahmenaußenseite zur Rahmeninnenseite
hin sich erstreckenden Kanal für einen zwischen das Verbindungselement und das Hohlprofil
einzubringenden Kleber aufweist, wozu im Hohlprofil an der Rahmenaußenseite eine an
den Kanal anschließende Einspritzöffnung für den Kleber vorgesehen ist.
[0002] Bei einer aus der DE 43 03 877 bekannten Eckverbindung von auf Gehrung geschnittenen
Hohlprofilen ist jeweils ein derartiger Kanal auf der Flankenfläche des Eckverbinders
vorgesehen. Der Kanal erstreckt sich dabei unterhalb der Gehrungsfuge und mündet an
der Rahmenaußenseite an einen Verteilungskanal, der eine Verbindung zwischen den beiden
an den Flankenflächen vorgesehenen Kanäle schafft. Dieser Verteilungskanal befindet
sich in der Rahmenecke und wird von einer Abflachung des Eckverbinders gebildet. In
diesen Verteilungskanal mündet im übrigen die Einspritzöffnung. Im Bereich der Flankenflächen
sind darüberhinaus Abstandsstücke vorgesehen, die zwischen dem Eckverbinder und den
Innenflächen der Hohlprofile Spalträume zur Aufnahme des Klebers bilden. Die Verklebung
erfolgt daher an den Flankenflächen des Rahmens, wodurch die Gefahr besteht, daß Kleber
aus der Gehrungsfuge nach außen austreten kann und damit zu einer Verschmutzung an
den Sichtflächen des Rahmens führt. Darüberhinaus ist es notwendig, weitere Bohrungen
in die Hohlprofile einzubringen, um die zur Verklebung zusätzlich erforderliche mechanische
Verbindung zwischen dem Eckverbinder und den Hohlprofilen herstellen zu können.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rahmen der eingangs genannten Art
so zu verbessern, daß ein Austreten von Kleber längs der Gehrungsfuge verhindert wird
und darüberhinaus zusätzliche Bohrungen zur mechanischen Fixierung der Hohlprofile
am Verbindungselement nicht notwendig sind.
[0004] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der Kanal in jedem der
Schenkel des Verbindungselements in Form einer sich innerhalb und quer zur Längsrichtung
des Schenkels erstreckenden, an der Rahmeninnenseite mündenden Einspritzbohrung ausgebildet
ist, die im Bereich der Einspritzöffnung senkrecht zur Längsrichtung des Hohlprofils
ausgerichtet ist und zur Einspritzöffnung fluchtet, und daß die Einspritzöffnung gemeinsam
mit der Einspritzbohrung als Aufnahme für einen Verbindungsbolzen ausgebildet ist.
[0005] Der durch die Erfindung erreichte Vorteil besteht im wesentlichen darin, daß der
Kleber innerhalb der rundum geschlossenen Einspritzbohrung zur Innenseite des Rahmens
hin geleitet wird, also Abstand von der Gehrungsfuge hält, so daß dort kein Kleber
austreten kann. Darüberhinaus dient die Einspritzöffnung gemeinsam mit der Einspritzbohrung
zugleich als Aufnahme für den Verbindungsbolzen, so daß zusätzliche Bearbeitungsvorgänge
zur mechanischen Fixierung des Verbindungselements in den Hohlprofilen nicht erforderlich
sind.
[0006] In bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist die Einspritzbohrung in zur Rahmenebene
senkrechter Richtung gesehen etwa mittig im Schenkel des Verbindungselements angeordnet
und mündet in eine im Verbindungselement an der Rahmeninnenseite vorgesehene flache,
taschenartige Aussparung. Hierdurch kann auf die Anwendung zusätzlich anzubringender
Distanzstücke verzichtet werden.
[0007] Je nach Rahmenbreite kann es vorteilhaft sein, wenn die Einspritzbohrung im Anschluß
an den senkrecht zur Längsrichtung des Schenkels ausgerichteten, zur Aufnahme des
Verbindungsbolzens vorgesehenen Bereich schräg in Richtung zum freien Ende des Schenkels
hin gerichtet verläuft. Dieser schräge Verlauf stellt gerade bei breiten Rahmen sicher,
daß die Mündung der Einspritzbohrung ausreichenden Abstand von der Gehrungsfuge einhält.
[0008] Nach einer ersten vorteilhaften Weitergestaltung der Erfindung kann bei als Gußteil
ausgebildetem Verbindungselement die Einspritzbohrung integraler Bestandteil des Formteils
sein. Nach einer anderen Ausgestaltung besteht jedoch auch die Möglichkeit, daß das
Verbindungselement von zwei in der Rahmenebene geteilten Formteilen gebildet ist,
die an ihrer gegenseitigen Anlagefläche zwei korrespondierende Zylinderhalbschalen
aufweisen, die gemeinsam die Einspritzbohrung bilden.
[0009] Soweit das Einbringen der Einspritzbohrung in das Verbindungselement unmittelbar
bei der Herstellung zu aufwendig ist, beispielsweise dann, wenn das Verbindungselement
durch Ablängen von einem geeignet geformten, stranggepreßten Profil erfolgt, kann
es günstiger sein, wenn die Einspritzbohrung von einer in Ausnehmungen des Verbindungsprofils
eingesetzten Hülse gebildet ist. Dann ist es darüberhinaus sogar möglich, daß die
Hülse aus einem anderen Material als das Verbindungselement, also z. B. aus Kunststoff
besteht.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung an in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- einen nur im Eckbereich dargestellten Rahmen nach der Erfindung in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- einen Schnitt längs der Linie A-A nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform der Erfindung in der Fig. 1 entsprechender Darstellung,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf den Eckwinkel nach Fig. 3,
- Fig. 5 und 6
- eine in der Darstellung den Fig. 3 und 4 entsprechende Ausführungsform mit zweigeteiltem
Gußeckwinkel,
- Fig. 7
- eine Ausführungsform mit schräg verlaufender Einspritzbohrung.
[0011] Die in der Zeichnung dargestellte Eckverbindung ist Teil eines Rahmens für beispielsweise
Fenster, Türen, Fassaden oder dergleichen. Der Rahmen wird gebildet von vorzugsweise
aus Metall bestehenden Hohlprofilen 1, 2 sowie von hier als Eckverbinder ausgebildeten
Verbindungselementen 3, die in die Hohlprofile 1, 2 greifen. Diese Eckverbinder 1,
2 sind in der Regel zunächst mechanisch mit den Hohlprofilen 1, 2 verbunden, beispielsweise
in Form eines von außen in eine entsprechende Bohrung eingepreßten Bolzens oder einer
in eine Aussparung des Verbindungselements eingeprägten bzw. eingestanzten Lasche.
Zusätzliche Festigkeit erhält der Rahmen durch eine Verklebung im Eckbereich, wofür
wenigstens ein von der Rahmenaußenseite zur Rahmeninnenseite hin sich erstreckender
Kanal vorgesehen ist, über den zwischen das Verbindungselement 3 und das Hohlprofil
1, 2 der Kleber 6 eingebracht wird. Da der Kleber 6 erst nach der Montage des Rahmens
eingespritzt wird, ist im Hohlprofil 1, 2 an der Rahmenaußenseite eine an den Kanal
anschließende Einspritzöffnung 4 für den Kleber 6 vorgesehen.
[0012] Der Kanal ist im einzelnen als Einspritzbohrung 5 ausgebildet, die sich innerhalb
und quer zur Längsrichtung des Schenkels erstreckt und an der Rahmeninnenseite mündet.
Dabei verläuft die Einspritzbohrung 5 so, daß sie jedenfalls im Bereich der Einspritzöffnung
4 zunächst senkrecht zur Längsrichtung des Hohlprofils 1, 2 ausgerichtet ist und zur
Einspritzöffnung 4 fluchtet. Hierdurch bildet die Einspritzöffnung 4 gemeinsam mit
der Einspritzbohrung 5 eine Aufnahme für den Verbindungsbolzen 8. Auf diese Art und
Weise erübrigt es sich, für die mechanische Verbindung zwischen dem Hohlprofil 1,
2 und dem Verbindungselement 3 mittels des Verbindungsbolzens 8 hierfür zusätzliche
mechanische Bearbeitungen vorzunehmen. Da in der Regel der Rahmen zunächst fertig
montiert und im Anschluß daran der Kleber 6 eingespritzt wird, ist es günstig, wenn
der Verbindungsbolzen 8 als Hülse ausgebildet ist, da dann durch diesen hindurch das
Einspritzen des Klebers 6 erfolgen kann.
[0013] Die Einspritzbohrung 5 ist in zur Rahmenebene senkrechter Richtung gesehen etwa mittig
im Schenkel des Verbindungselements 3 angeordnet, wie sich dies aus den Fig. 2, 4
und 6 ersehen läßt. Die Einspritzbohrung 5 mündet dabei in eine im Verbindungselelement
3 an der Rahmeninnenseite vorgesehene flache, taschenartige Aussparung 7, die in Fig.
2 im Querschnitt, in den Fig. 4 und 6 in Draufsicht erkennbar ist. Diese Aussparung
7 dient der Aufnahme des Klebers 6 und schafft zugleich mit ihrem Rand eine Begrenzung,
über die hinaus der Kleber 6 in der Regel nicht fließen wird, so daß insbesondere
ein Austreten des Klebers 6 aus der Gehrungsnut verhindert wird.
[0014] Bei einer größeren Breite des Rahmens und damit auch des Eckverbinders kann, wie
dies in Fig. 7 dargestellt ist, die Einspritzbohrung 5 im Anschluß an den senkrecht
zur Längsrichtung des Schenkels ausgerichteten, zur Aufnahme des Verbindungsbolzens
8 vorgesehenen Bereich schräg in Richtung zum freien Ende des Schenkels hin gerichtet
verlaufen. Dadurch tritt auch bei größerer Rahmenbreite der Kleber 6 mit ausreichendem
Abstand von der Gehrungsfuge in die Aussparung 7 aus.
[0015] Bei als Gußteil ausgebildetem Verbindungselement 3 kann die Einspritzbohrung 5 integraler
Bestandteil des Formteils sein. Das Verbindungselement 3 kann jedoch auch, wie dies
in den Fig. 5 und 6 dargestellt ist, von zwei in der Rahmenebene geteilten Formteilen
gebildet sein, die an ihrer gegenseitigen Anlagefläche zwei korrespondierende Zylinderhalbschalen
aufweisen, die gemeinsam die Einspritzbohrung 5 bilden. Schließlich kann, wie dies
insbesondere aus der Fig. 3 zu ersehen ist, die Einspritzbohrung 5 von einer in Ausnehmungen
des Verbindungselements 3 eingesetzten Hülse 9 gebildet sein. Diese Hülse 9 kann sogar
aus andersartigem Werkstoff als das Verbindungselement 3, beispielsweise aus Kunststoff
bestehen.
[0016] Der Arbeitsablauf bei der Montage eines Rahmens nach der Erfindung gestaltet sich
so, daß nach dem Vorbereiten der Profile 1, 2 und dem Einbringen der Bohrung zum Einspritzen
des Klebers 6 zunächst im Bereich der Gehrungsschnittfläche ein Kleber- oder Dichtstoffauftrag
erfolgt, dann der Eckwinkel eingeschoben und somit der komplette Rahmen zusammengefügt
wird. Als nächstes wird der hülsenförmig ausgebildete Bolzen 8 in die Einspritzbohrung
5 eingeschlagen und schließlich der Kleber 6 eingespritzt.
1. Rahmen für Fenster, Türen, Fassaden oder dergleichen, mit vorzugsweise aus Metall
bestehenden Hohlprofilen (1, 2) sowie mit einem in die Hohlprofile (1, 2) greifenden
Verbindungselement (3), insbesondere einem Eckverbinder, wobei das Verbindungselement
(3) für jedes der Hohlprofile (1, 2) wenigstens einen von der Rahmenaußenseite zur
Rahmeninnenseite hin sich erstreckenden Kanal für einen zwischen das Verbindungselement
(3) und das Hohlprofil (1, 2) einzubringenden Kleber (6) aufweist, wozu im Hohlprofil
(1, 2) an der Rahmenaußenseite eine an den Kanal anschließende Einspritzöffnung (4)
für den Kleber (6) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal in jedem
der Schenkel des Verbindungselements (3) in Form einer sich innerhalb und quer zur
Längsrichtung des Schenkels erstreckenden, an der Rahmeninnenseite mündenden Einspritzbohrung
(5) ausgebildet ist, die im Bereich der Einspritzöffnung (4) senkrecht zur Längsrichtung
des Hohlprofils (1, 2) ausgerichtet ist und zur Einspritzöffnung (4) fluchtet, und
daß die Einspritzöffnung (4) gemeinsam mit der Einspritzbohrung (5) als Aufnahme für
einen Verbindungsbolzen (8) ausgebildet ist.
2. Rahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspritzbohrung (5) in zur
Rahmenebene senkrechter Richtung gesehen etwa mittig im Schenkel des Verbindungselements
(3) angeordnet ist und in eine im Verbindungselement (3) an der Rahmeninnenseite vorgesehene
flache, taschenartige Aussparung (7) mündet.
3. Rahmen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspritzbohrung (5)
im Anschluß an den senkrecht zur Längsrichtung des Schenkels ausgerichteten, zur Aufnahme
des Verbindungsbolzens (8) vorgesehenen Bereich schräg in Richtung zum freien Ende
des Schenkels hin gerichtet verläuft.
4. Rahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei als Gußteil
ausgebildetem Verbindungselement (3) die Einspritzbohrung (5) integraler Bestandteil
des Formteils ist.
5. Rahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement
(3) von zwei in der Rahmenebene geteilten Formteilen gebildet ist, die an ihrer gegenseitigen
Anlagefläche zwei korrespondierende Zylinderhalbschalen aufweisen, die gemeinsam die
Einspritzbohrung (5) bilden.
6. Rahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Einspritzbohrung
(5) von einer in Ausnehmungen des Verbindungselements (3) eingesetzten Hülse (9) gebildet
ist.
7. Rahmen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (9) aus Kunststoff besteht.