[0001] Die Erfindung betrifft ein gepanzertes Fahrzeug gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches
1 angegebenen Art.
[0002] Gepanzerte Fahrzeuge sind für unterschiedliche Einsatzgebiete vor allem bei der Polizei
und der Bundeswehr bekannt und müssen auf der einen Seite für die Teilnahme am Straßenverkehr
eine direkte Sicht zumindest für einen Insassen, insbesondere für den Fahrzeugführer,
ermöglichen. Auf der anderen Seite ist aus schutz- und kampftechnischen Gründen eine
indirekte Sicht erforderlich, um die Gefährdung des Fahrzeugführers so gering wie
möglich zu halten.
[0003] Die direkte Sicht erhält der Fahrzeugführer des bekannten gepanzerten Fahrzeugs,
indem dieser auf einem Stuhl sitzend in Reichweite der Bedienelemente zum Steuern
des Fahrzeugs aus einer durch eine Luke verschließbare Einstiegsöffnung in der Gehäusedecke
des Wannengehäuses des gepanzerten Fahrzeuges mit seinem Kopf herausschaut. Für das
Führen des Fahrzeuges sind teilweise zusätzliche Bedienelemente und Instrumente im
Bereich der Einstiegsöffnung vonnöten.
[0004] Um den Fahrzeugführer bei schlechtem Wetter zu schützen, kann eine mit dem gepanzerten
Fahrzeug zusammengeklappt mitgeführte und mehrere Fenster aufweisende Schutzhaube
über der Einstiegsöffnung auf der Gehäusedecke montiert werden. Der Fahrzeugführer
ist dann vor Witterungseinflüssen und dem Fahrtwind geschützt, behält aber trotzdem
seine direkte Sicht durch die Fenster der Schutzhaube bei.
[0005] Beispielsweise bei Gefechtsbedingungen werden die Schutzhaube entfernt und die Bedienelemente
zum Führen des Fahrzeugs und der Sitz des Fahrzeugführers so verstellt, daß der Fahrzeugführer
vollständig innerhalb des Fahrzeugs sitzt. Die Luke ist mit einem 1:1 Winkelspiegel
versehen. Diese wird geschlossen und der Winkelspiegel in das Blickfeld des Fahrzeugführers
verschwenkt. Über den Winkelspiegel wird die indirekte Sicht für den Fahrzeugführer
nach außen ermöglicht, während er durch das Gehäuse des gepanzerten Fahrzeugs geschützt
ist.
[0006] Das bekannte gepanzerte Fahrzeug hat den Nachteil, daß die Konstruktion für das Einrichten
der direkten und indirekten Sicht für den Fahrzeugführer sehr aufwendig ist. Für die
Verstellung des Fahrersitzes von der direkten Sichtposition in die indirekte Sichtposition
und vice versa ist eine aufwendige Gestaltung sowohl des Sitzes, des Pedalwerkes als
auch der weiteren Bedienelemente notwendig, da diese für eine einwandfreie Führung
des Fahrzeugs durch den Fahrzeugführer mitverstellt werden müssen, um möglichst einen
vorbestimmten Abstand zu dem Fahrzeugführer zu halten. Der Verstellbereich des Sitzes,
des Pedalwerkes und der weiteren Bedienelemente, wie Lenkrad und Armaturenbrett, muß
daher die beiden Sitzpositionen für direkte und indirekte Sicht sowie den Fahrer-Perzentil-Bereich
umfassen, d. h. der Verstellbereich, der zur Anpassung in der jeweiligen Sitzposition
an die unterschiedlichen Größen des jeweiligen Fahrzeugführers erforderlich ist. Zudem
nimmt die im oder am Fahrzeug mitgeführte Schutzhaube Platz in Anspruch, wodurch die
Zuladung von weiteren Instrumenten und Vorrichtungen eingeschränkt wird.
[0007] Ein gattungsgemäßes gepanzertes Fahrzeug ist aus der DE-PS 736 470 bekannt, das mit
einem Sehschlitze aufweisenden Turm versehen ist.
[0008] Die Sehschlitze können durch Heben oder Senken einer verstellbaren Haube geöffnet,
vergrößert oder geschlossen werden. Bei Gefechtsbedingungen sind die Sehschlitze geschlossen
und die Sicht nach draußen erfolgt über Winkelspiegel. Durch Heben und Senken der
Haube wird viel Platz benötigt, so daß beispielsweise die Anordnung einer Kanone hierdurch
eingeschränkt wird.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gepanzertes Fahrzeug gemäß der im Oberbegriff
des im Patentanspruch 1 angegebenen Art derart weiterzubilden, daß unter Vermeidung
der genannten Nachteile ein einfacher und schneller Wechsel von direkter Sicht in
indirekte Sicht für einen Insassen und umgekehrt ermöglicht wird, ohne den oder die
Insassen zu gefährden.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 in Verbindung
mit seinen Oberbegriffsmerkmalen gelöst.
[0011] Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
[0012] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß durch Integration der Mittel, die
eine direkte und indirekte Sicht eines Fahrzeuginsassen des gepanzerten Fahrzeugs
ermöglichen, in eine drehbare mit dem Gehäuse des gepanzerten Fahrzeugs fest verbundene
Sichthaube, die Augenhöhe des Insassen konstant bleiben kann und somit der Fahrersitz
und die Bedienelemente bei einem Wechsel zwischen direkter und indirekter Sicht nicht
mehr verstellt werden müssen. Daher kann der Verstellbereich des Sitzes für den Insassen
und der ihm zugeordneten Bedienelemente deutlich verkleinert und somit der technische
Aufwand für den Verstellbereich entscheidend verringert werden. Zudem ist ein schnellerer
Wechsel zwischen direkter und indirekter Sicht möglich, ohne daß die Fahrzeugführung
beeinträchtigt wird.
[0013] Nach der Erfindung ist die Sichthaube mit dem Fahrzeug drehbeweglich fest verbunden
und am Umfang der Sichthaube sind zumindest bereichsweise Mittel für die direkte und
indirekte Sicht vorgesehen, die mittels Drehen der Sichthaube in vorbestimmte Positionen
für die direkte Sicht oder die indirekte Sicht in das Blickfeld des Insassen bringbar
sind.
[0014] Um insbesondere die Mittel, die eine direkte Sicht ermöglichen, bei Gefechtsbedingungen
vor Beschädigung zu sichern, ist die Sichthaube im wesentlichen rotationssymmetrisch
ausgebildet und teilweise mit ihrer Umfangsfläche im geschützten Profilbereich des
Gehäuses des Fahrzeugs angeordnet. Damit ist beispielsweise das die direkte Sicht
ermöglichende Mittel bei Nichtgebrauch durch einen Teil des gepanzerten Fahrzeuggehäuses
abgeschirmt und somit vor Projektilen geschützt.
[0015] Die Sichthaube ist so nach unten offen ausgebildet, daß zumindest der Kopf eines
Insassen, insbesondere des Fahrzeugführers, für die direkte Sicht aus dem Fahrzeug
in die Sichthaube einbringbar ist.
[0016] Vorzugsweise weist die Sichthaube eine über eine Luke verschließbare Einstiegsöffnung
auf, so daß ein einfaches Aus- und Einsteigen des Insassen gewährleistet ist.
[0017] Damit die eine direkte oder indirekte Sicht ermöglichenden Mittel, beispielsweise
bei der Fahrt im Gelände, nicht aus dem Blickfeld des Fahrzeuginsassen auswandern,
ist die Sichthaube in vorbestimmten Positionen arretierbar.
[0018] Das die indirekte Sicht ermöglichende Mittel wird vorzugsweise durch zumindest einen
Winkelspiegel und das die direkte Sicht ermöglichende Mittel durch zumindest eine
Ausnehmung im Umfang der Sichthaube gebildet. Der Winkelspiegel weist dabei ebenfalls
eine zugeordnete Ausnehmung im Umfang der Sichthaube auf und ist vorzugsweise beschußsicher
ausgeführt.
[0019] Die die direkte Sicht ermöglichende Ausnehmung umfaßt gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung eine transparente Sichtscheibe, die aus Panzerglas ausgebildet sein
kann.
[0020] Eine Scheibenwisch- und Wascheinrichtung für die Sichtscheibe in der Ausnehmung der
Sichthaube kann bei Bedarf vorgesehen sein.
[0021] Durch die drehbare Sichthaube mit den eine direkte und indirekte Sicht ermöglichenden
Mitteln ergeben sich weitere Anwendungs- und Konstruktionsmöglichkeiten.
[0022] Beispielsweise kann gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung in zumindest
einem Abschnitt im Umfang der Sichthaube eine Zieleinrichtung, beispielsweise eine
Laserzielleuchte für eine zur Sichthaube abgesetzt montierte Waffe angeordnet sein.
Zur Zielverfolgung ist die Sichthaube vorzugsweise kontinuierlich verschwenkbar im
Fahrzeuggehäuse gelagert.
[0023] Weiterhin ist gemäß einer weiteren Ausführungsform in zumindest einem Abschnitt im
Umfang der Sichthaube eine Abschußvorrichtung, beispielsweise ein Wurfbecher für Granaten,
ein Nebelwerfer oder eine Schußwaffe, angeordnet. Um einen einfachen Gebrauch derartiger
Abschußvorrichtungen zu ermöglichen, sind diese vom Inneren der Sichthaube durch den
Fahrzeugführer oder einem weiteren Insassen nachladbar.
[0024] Ein schneller Wechsel kann durch eine Handkurbel mit Getriebe und/oder einem motorischen
Antrieb erreicht werden. Ein motorischer Antrieb bietet sich insbesondere bei einer
gepanzerten und daher schweren Sichthaube an.
[0025] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der motorische Antrieb mit
einer Steuereinrichtung einer abgesetzt zur Sichthaube montierten Waffe gekoppelt.
Dabei kann beispielsweise ein Fadenkreuz als Zieleinrichtung im Mittel für die direkte
und/oder indirekte Sicht vorgesehen sein. Mit Ausrichten des Fadenkreuzes auf das
Ziel wird die Waffe auf das Ziel gerichtet.
[0026] Um einen ausreichenden Drehwinkel der Sichthaube zu gewährleisten, ist diese auf
einem Drehring oder einem Drehbogen gelagert.
[0027] Der Sichtbereich bei der direkten Sicht kann durch eine Tiefsichthilfe, beispielsweise
durch im oberen und unteren Bereich der Ausnehmung angeordnete Umlenkspiegel in der
Weise erweitert werden, daß sowohl die durch das Fahrzeuggehäuse und/oder die Sichthaube
bedingte tote Sichtzone für den Fahrzeugführer verkleinert als auch eine aufrechtstehende
Abbildung der erweiterten Sichtzone erreicht wird.
[0028] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich auch aus der folgenden Beschreibung einer
Ausführungsform der Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Kampfpanzers gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Draufsicht von Fig. 1;
- Fig. 3
- einen schematischen Längsteilschnitt durch den frontseitigen Teil des Kampfpanzers
von Fig. 1 in einer Position der Sichthaube mit geöffneter Luke;
- Fig. 4
- eine Ansicht wie Fig. 3, bei der die Sichthaube sich in einer anderen Drehposition
befindet, und
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht von oben der Sichthaube.
[0029] In den Figuren 1 bis 5 ist eine Ausführungsform eines gepanzerten Fahrzeugs 10 mit
einer drehbaren, fest mit dem Fahrzeug 10 verbundenen Sichthaube 12 dargestellt. Der
Kampfpanzer 10 umfaßt einen Kettenantrieb 14 mit mehreren Kettenrädern 16 und einer
Kette 18, einem Fahrzeuggehäuse 20 sowie einen über das Fahrzeuggehäuse 20 hinausragenden
Turm 22 mit einer Kanone 24.
[0030] Unterhalb des Verschwenkbereiches der in dem im wesentlichen um eine vertikale Achse
schwenkbaren Turm 22 gelagerten Kanone 24 ist im Bereich der Frontseite 26 die rotationssymmetrisch
ausgebildete Sichthaube 12 gelagert.
[0031] Wie deutlich den Figuren 1, 3 und 4 zu entnehmen ist, greift der jeweils heckseitige
Bereich 28 der Sichthaube 12 in den geschützten Profilbereich des Gehäuses des Fahrzeugs
10 ein. Dafür ist die Decke 30 des Fahrzeuggehäuses 20 schräg zur Frontseite abfallend
ausgebildet und die rotationssymmetrische Sichthaube 12 im wesentlichen um eine vertikale
Achse drehbar auf einem im wesentlichen horizontal ausgerichteten Drehring 32 gelagert.
Die Dimensionierung der frontseitig abfallenden Decke 30 des Fahrzeuggehäuses 20 sowie
die Anordnung der Sichthaube 12 im Fahrzeuggehäuse 20 sind so abgestimmt, daß im wesentlichen
der heckseitige Bereich der Umfangsfläche der Sichthaube 12 durch das Fahrzeuggehäuse
20 abgeschirmt ist.
[0032] Der fest mit der Sichthaube 12 verbundene Drehring 32 wird über einen Elektromotor
34 und ein zwischen Elektromotor 34 und Drehring 32 zwischengeschaltetes Getriebe
36 angetrieben und kann dadurch in vorbestimmte Positionen verstellt werden. Für den
Notbetrieb ist ein Handgriff 38 mit dem Drehring 32 verbunden. Damit kann die Drehverstellung
der Sichthaube 12 durch einen Fahrzeugführer 40 manuell in die vorbestimmten Positionen
erfolgen.
[0033] Alternativ zum Drehring 32 kann ein Drehbogen angeordnet sein, der eine ausreichende
Verschwenkbarkeit der Sichthaube 12 über einen Bereich von ± 180° gewährleistet.
[0034] Der Handgriff 38 ist aus Gründen der Übersicht lediglich in Figur 4 gezeigt.
[0035] Im Umfang der Sichthaube 12 ist eine Ausnehmung 42 eingebracht, die ein Frontfenster
44 und jeweils ein seitlich hierzu angeordnetes Seitenfenster 46 und 48 umfaßt. Das
Frontfenster 44 sowie die beiden Seitenfenster 46 und 48 werden durch mit der Sichthaube
12 verbundenen sowie an den aneinander angrenzenden Flächen miteinander fest verbundenen
Panzergläsern gebildet.
[0036] Durch die die Fenster 44 bis 48 umfassende Ausnehmung 42 wird eine direkte Sicht
des Fahrzeugführers 40 sowohl in Fahrtrichtung als auch seitlich hierzu ermöglicht.
Die Teilnahme am Straßenverkehr ist ohne weiteres möglich.
[0037] An der der Ausnehmung 42 entfernt gelegenen Seite der Sichthaube 12 sind im Umfang
der Sichthaube 12 beschußsicher ausgeführte 1:1 Winkelspiegel 50 bis 54 angeordnet,
wobei die Winkelspiegel 50 bis 54 in einer jeweils zugeordneten Ausnehmung 56 enden.
Dadurch wird eine indirekte Sicht für den Fahrzeugführer 40 ermöglicht, wenn die Sichthaube
12 beispielsweise gegenüber der in Figur 3 dargestellten vorbestimmten Position in
die in Figur 4 dargestellte Position gedreht ist.
[0038] In Fahrtrichtung des Fahrzeugs ist der Frontwinkelspiegel 50 und seitlich hierzu
jeweils ein Seitenwinkelspiegel 52 bzw. 54 angeordnet. Der Fahrzeugführer erhält dadurch
nicht nur einen beschußsicheren Blick in Fahrzeugrichtung, sondern auch seitlich hierzu.
[0039] Figur 3 zeigt somit die Sichthaube 12 in der Position, in der die direkte Sicht des
Fahrzeugführers 40 durch die Fenster 44 bis 48, beispielsweise für Marschfahrt, und
Figur 4 zeigt die vorbestimmte Position der Sichthaube 12, in der dem Fahrzeugführer
40 eine indirekte Sicht durch die Winkelspiegel 52 bis 54, beispielsweise für Gefechtsfahrt,
ermöglicht wird.
[0040] Durch Vergleich der Figuren 3 und 4 wird deutlich, daß lediglich die Sichthaube 12
um 180° gedreht werden muß, um einen Wechsel von indirekter und direkter Sicht zu
ermöglichen. Die Augenhöhe des Fahrzeugführers muß nicht geändert werden.
[0041] Die Sichthaube 12 ist mit einer Einstiegsöffnung 58 versehen, die durch eine Luke
60 verschließbar ist. Die offene Einstiegsöffnung 58 zeigt Figur 3 und die geschlossene
Figur 4.
[0042] Unterhalb der Sichthaube 12 ist ein Fahrersitz 62 sowie die Bedienelemente zum Führen
des Fahrzeugs, wie ein Pedalwerk 64, ein Lenkrad 66 und ein Armaturenbrett 68, in
bekannter Weise angeordnet. Der Verstellbereich des Fahrersitzes 62 und der Bedienelemente
64 bis 68 ist auf die Anpassung an die Körpergröße des Fahrzeugführers 40 ausgelegt.
[0043] Über einen in Richtung Drehring 32 federbelasteten Arretierstift 70 und dem Arretierstift
70 zugeordneten, nicht dargestellten, Bohrungen im Drehring 32, kann die Sichthaube
12 in vorbestimmte Positionen, wie beispielsweise Position für die direkte oder indirekte
Sicht, fixiert werden. Dadurch wird ein Auswandern aus dem Blickfeld des Fahrzeugführers
40, inbesondere bei Geländefahrt, verhindert. Der Arretierstift 70 kann bedarfsweise
durch einen Haken in seiner nichtarretierenden Position gesichert werden, so daß ein
Nachführen, d. h. kontinuierliches Drehen, der Sichthaube 12 gewährleistet wird.
[0044] In Figur 5 ist ein Schnitt in Draufsicht auf die Sichthaube 12 dargestellt. Hieraus
ist erkennbar, daß im Umfang der Sichthaube 12 zwischen dem Seitenwinkelspiegel 54
und dem Seitenfenster 48 ein Nachtsichtgerät 72 und zwischen dem Seitenwinkelspiegel
52 und dem Seitenfenster 46 eine Abschußvorrichtung 74 für Nebelgranaten vorgesehen
ist.
[0045] Alternativ oder ergänzend hierzu kann auch eine Zieleinrichtung, beispielsweise eine
Laserzielleuchte, vorgesehen sein. Eine weitere Zieleinrichtung kann in Form eines
Fadenkreuzes in dem Frontwinkelspiegel 50 vorgesehen sein, wobei dann der Elektromotor
34 mit der Steuereinrichtung der Kanone 24 gekoppelt ist. Bringt der Fahrzeugführer
40 nunmehr das Fadenkreuz mit dem Ziel in Deckung, wird die Kanone 24 entsprechend
auf das Ziel ausgerichtet. Derartige Steuerschaltungen sind grundsätzlich bekannt
und werden daher nicht näher beschrieben.
[0046] Um einen größtmöglichen Schutz für den Fahrzeugführer 40 zu bieten, ist die Sichthaube
12 gepanzert ausgeführt.
[0047] Am oberen und unteren Rand des Frontfensters 44 und der Seitenfenster 46 und 48 ist
eine Tiefsichthilfe in Form zweier angestellter Spiegel 76 befestigt. Dadurch wird
die durch das Fahrzeuggehäuse 20 bedingte tote Sichtzone des möglichen Sichtfeldes
für den Fahrzeugführer 40 verkleinert, als auch eine aufrechtstehende Abbildung des
erweiterten Sichtbereiches erzielt.
[0048] In der Sichthaube 12 ist eine aus Gründen der Übersicht nicht dargestellte Scheibenwisch-
und Wascheinrichtung für die Fenster 44 bis 48 vorgesehen.
[0049] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß sie dem Fahrzeugführer 40 Witterungs-
und Gefährdungsschutz gewährleistet. Bei Fahrten mit indirekter Sicht gewährt die
Sichthaube 12 den gleichen Panzerungsschutz wie das Fahrzeuggehäuse 20 des Kampfpanzers
10. Dabei wird die Sicht auf die Anzeige der Geräte in allen Betriebszuständen ohne
Beeinträchtigung ermöglicht. Zusatzanzeigen sind nicht erforderlich. Der Augenpunkt
des Fahrzeugführers 40 relativ zum Fahrzeug 10 bleibt konstant, so daß sich der Verstellbereich
des Fahrersitzes 62, des Pedalwerks 64 und ggf. des Lenkrades 66 mit dem Armaturenbrett
68 auf den abzudeckenden Fahrer-Perzentil-Bereich beschränkt.
[0050] Günstig ist weiterhin, daß in keinem Betriebszustand die Sichthaube 12 die Höhe des
Fahrzeuggehäuses 20 überragt. Dies ist eine gute Voraussetzung für den Schutz der
Sicht- und Zielmittel der Sichthaube 12, insbesondere bei Gefechtsbedingungen.
[0051] Ein Wechsel der verschiedenen Betriebszustände der Sichthaube 12 ist einfach und
schnell ohne Beeinträchtigung der Bedienung des Kampfpanzers 10 möglich. Die Erfindung
kann selbstverständlich auch bei gepanzerten Fahrzeugen mit Radantrieb ohne weiteres
eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 10
- Kampfpanzer
- 12
- Sichthaube
- 14
- Kettenantrieb
- 16
- Kettenräder
- 18
- Kette
- 20
- Fahrzeuggehäuse
- 22
- Turm
- 24
- Kanone
- 26
- Frontseite
- 28
- Heckseitiger Bereich der Sichthaube
- 30
- Decke
- 32
- Drehring
- 34
- Elektromotor
- 36
- Getriebe
- 38
- Handgriff
- 40
- Fahrzeugführer
- 42
- Ausnehmung
- 44
- Frontfenster
- 46
- Seitenfenster
- 48
- Seitenfenster
- 50
- Frontwinkelspiegel
- 52
- Seitenwinkelspiegel
- 54
- Seitenwinkelspiegel
- 56
- Ausnehmung
- 58
- Einstiegsöffnung
- 60
- Luke
- 62
- Fahrersitz
- 64
- Pedalwerk
- 66
- Lenkrad
- 68
- Armaturenbrett
- 70
- Arretierstift
- 72
- Nachtsichtgerät
- 74
- Abschußvorrichtung
- 76
- Spiegel/Tiefsichthilfe
1. Gepanzertes Fahrzeug (10) mit einer Sichthaube (12), die eine indirekte und eine direkte
Sicht aus dem Fahrzeug (10) ermöglicht, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) mit dem Fahrzeug (10) drehbeweglich fest verbunden ist und
am Umfang der Sichthaube (12) zumindest bereichsweise Mittel (42 bis 56 und 76) für
die direkte und indirekte Sicht vorgesehen sind, die mittels Drehen der Sichthaube
(12) in vorbestimmte Positionen für die direkte Sicht oder die indirekte Sicht in
das Blickfeld des Insassen (40) bringbar sind.
2. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) im wesentlichen rotationssysmmetrisch ausgebildet und teilweise
mit ihrer Umfangsfläche im geschützten Profilbereich des Gehäuses (20) des Fahrzeugs
(10) angeordnet ist, so daß die Umfangsfläche bereichsweise abgeschirmt ist.
3. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) eine über eine Luke (60) verschließbare Einstiegsöffnung
(58) aufweist.
4. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) in den vorbestimmten Positionen arretierbar ist.
5. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das die indirekte Sicht ermöglichende Mittel durch zumindest einen Winkelspiegel
(50 bis 54) gebildet ist.
6. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen beschußsicheren Winkelspiegel (50 bis 54).
7. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das die direkte Sicht ermöglichende Mittel zumindest durch eine Ausnehmung (42)
im Umfang der Sichthaube (12) gebildet ist.
8. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmung (42) eine transparente Sichtscheibe (44 bis 48) umfaßt.
9. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch eine Sichtscheibe (44 bis 48) aus Panzerglas.
10. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 8 oder 9, gekennzeichnet durch eine Scheibenwisch- und Wascheinrichtung für die Sichtscheibe (44 bis 48).
11. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in zumindest einem Abschnitt im Umfang der Sichthaube (12) eine Zieleinrichtung,
beispielsweise eine Laserzielleuchte, für eine abgesetzt zur Sichthaube montierte
Waffe (24) angeordnet ist.
12. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch
11, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12), insbesondere für die Zielverfolgung, kontinuierlich verschwenkbar
im Fahrzeuggehäuse (20) gelagert ist.
13. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in zumindest einem Abschnitt im Umfang der Sichthaube (12) eine Abschußvorrichtung
(74) angeordnet ist.
14. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in zumindest einem Abschnitt im Umfang der Sichthaube (12) bildverstärkende Mittel
(72) angeordnet sind.
15. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen motorischen Antrieb (34, 36) der Sichthaube (12).
16. Gepanzertes Fahrzeug nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der motorische Antrieb (34, 36) mit einer Steuereinrichtung einer abgesetzt zur
Sichthaube (12) montierten Waffe (24) gekoppelt ist.
17. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) über einen Drehring (32) im Fahrzeuggehäuse (20) gelagert
ist.
18. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Sichthaube (12) über einen Drehbogen im Fahrzeuggehäuse (20) gelagert ist.
19. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß im oberen und unteren Bereich der Ausnehmung (42) eine Tiefsichthilfe, beispielsweise
Spiegel (76), angeordnet sind, so daß die tote Sichtzone für den Fahrzeugführer (40)
verkleinert und eine aufrechtstehende Abbildung der erweiterten Sichtzone erreicht
wird.
20. Gepanzertes Fahrzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine gepanzerte Sichthaube (12).