[0001] Die Erfindung betrifft ein in eine Vergußmasse zumindest teilweise eingebettetes
Schaltelement mit einer Vergußwanne sowie ein Verfahren zur wasserdichten Abdichtung
des Schaltelementes, vorzugsweise des Anschlußbereichs von elektrischen Anschlußleitungen.
[0002] Das Abdichten von elektrischen Schaltelementen durch Vergießen mit wasserdichten
Vergußmassen ist allgemein bekannt und findet vielseitig Verwendung. Dabei werden
nicht nur die gesamten Schaltkomponenten in einem Gehäuse vergossen, sondern auch
sehr häufig nur die elektrischen Anschlußleitungen im Bereich der Anschlußstifte.
Zu diesem Zweck ist im Bereich der Anschlußstifte eine Vergußwanne vorgesehen, die
entweder einstückig oder aufsetzbar ist und in herkömmlicher Weise von oben mit der
Vergußmasse gefüllt wird, indem eine Dosiereinheit diese einfüllt. Während des Füllvorgangs
wird die Dosiernadel derart geführt, daß der Füllvorgang vom Wannenboden aus möglichst
gleichmäßig in Richtung Wannenrand erfolgt. Dazu werden sowohl Einkomponenten- als
auch Zweikomponentenmaterialien, vorzugsweise in Form von dünnflüssigen Kunstharzen,
verwendet, die nach dem Einfüllen aushärten bzw. unter Wärmeeinfluß ausgehärtet werden.
[0003] Dieses bekannte Vergießen mit nach oben offener oder teilweise offener Wanne ist
mit wesentlichen Nachteilen verbunden. Beim Handbetrieb ist das Arbeitsergebnis stark
von dem Geschick der Person abhängig, die die Dosiernadel führt. Jedoch treten die
Nachteile nicht nur bei dem Handbetrieb, sondern auch bei mechanische geführten Dosiereinheiten
auf, da zum Beispiel ein gleichmäßiges Verfüllen von unten nach oben von Leitungsanschlüssen
oder Leitungen behindert wird. Durch das Füllen der nach oben offenen Vergußwanne
ergeben sich selbst bei einem sorgfältig ausgeführten Füllvorgang Verwirbelungen,
die zu Hohlräumen führen können und ferner entstehen Luftblasen, so daß in der ausgehärteten
Vergußmasse Lunker und Blasen zu Undichtigkeiten führen können. Auch ergeben sich
immer wieder Schwierigkeiten bei der genauen Dosierung der Füllmenge, so daß durch
das ungleichmäßige Einfüllen Überstände sowohl an der Wanne als auch an Anschlußleitungen
entstehen können, die eine teuere Nacharbeit auslösen, da diese Überstände entfernt
bzw. abgeschabt werden müssen. Das hat zur Folge, daß der optische Eindruck des vergossenen
Elementes nicht optimal ist und andererseits erhebliche Zusatzkosten enstehen können.
Ein weiterer Nachteil besteht auch darin, daß sich die Taktzeit für das Vergießen
nicht optimal einstellen läßt.
[0004] Für das Vergießen von Mikroschaltern ist die in Fig. 1 dargestellte einfache Vorrichtung
üblich, in der mehrere Schalter 10 mit aufgesetzter oder angeformter Vergußwanne 11
in einer Halterung 12 nebeneinander angeordnet werden. Dabei ist ein Kabelbaum 15
bereits an Anschlußstiften 16 angelötet, so daß mit einer Dosiereinheit 17 die Dosiernadel
18 von Vergußwanne zu Vergußwanne geführt wird, um die Wannen von unten nach oben
mit der Vergußmasse aufzufüllen.
[0005] Bei den herkömmlichen Methoden des Vergießens ist wegen der vorstehend aufgeführten
Nachteile ein Teilautomatisierung oder Vollautomatisierung nicht möglich.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu schaffen, mit denen
Schaltelemente entweder teilweise oder ganz in einem Gehäuse bzw. einer Vergußwanne
vergossen werden können, wobei die Gehäuseteile derart gestaltet werden sollen, daß
ein vollautomatisiertes Vergießen möglich ist und Lufteinschlüsse bzw. Luftblasen
weitgehend vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem in einer Vergußmasse
zumindest teilweise eingebetteten Schaltelement die Vergußwanne mit einer Füllbohrung
versehen ist, welche im tiefsten Punkt der Vergußwanne angebracht ist, daß die Füllbohrung
mit einer durch die einzudosierende Vergußmasse aufsprengbaren Bodenhaut versehen
ist, und daß die Vergußwanne an einer der Füllbohrung abgewandten Seite eine Meßöffnung
hat.
[0008] Dabei kann die Vergußwanne das Schaltelement einstückig umgeben oder auf das Schaltelement
in Form einer Kappe aufsetzbar sein, an welcher die Füllbohrung und die dieser gegenüberliegenden
Meßöffnung sowie Kabelbaumöffnung angebracht sind.
[0009] Das Schaltelement besteht vorzugsweise aus einem Schalter, bei dem Anschlußstifte
in die Vergußwanne ragen und bei dem auch die die Anschlußstifte aufnehmenden Bohrungen
ebenfalls mit bei der Stiftmontage sprengbaren Bodenhäuten versehen sind.
[0010] Die Füllbohrung wird in vorteilhafter Weise mit einem kegelförmig zur Bodenmitte
verlaufenden Sackloch ausgeführt, wobei die Bodenmitte als dünnwandige Bodenhaut ausgebildet
ist.
[0011] Bei einer derartigen Ausgestaltung der Vergußwanne bzw. der Vergußkappe ergibt sich
der Vorteil, daß die an die Füllbohrung dicht abschließend angesetzte Dosiernadel
das Volumen der Vergußwanne bzw. Vergußkappe vom tiefsten Punkt aus auffüllt und von
unten her bis zur Meßöffnung gleichförmig verfüllt. Vorzugsweise wird dabei dafür
Sorge getragen, daß der Kabelbaum bzw. die Anschlußdrähte innerhalb des zu vergießenden
Hohlraumes möglichst vertikal verlaufen, so daß sich die Vergußmasse beim Aufsteigen
gleichmäßig verteilt und auch dadurch einer Blasenbildung entgegengewirkt wird.
[0012] Damit die Dosiernadel an die Füllbohrung dichtschließend angesetzt werden kann, ist
der Durchmesser der Füllbohrung kleiner als der Außendurchmesser der Dosiernadel,
welche vorzugsweise mit einer Kegelfläche in die Füllbohrung eingreift.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren zur wasserdichten Abdichtung von Schaltelementen bzw.
zur Abdichtung des Anschlußbereichs von elektrischen Schaltelementen, insbesondere
von Mikroschaltern, durch Vergießen einer am Sockelbereich vorgesehenen, die Anschlüsse
umgebenden Vergußwanne, bei welchem die Vergußmasse, vorzugsweise ein Ein- oder Zweikomponentenkunstharz,
mit einer Dosiernadel in die Vergußwanne gefüllt wird, sieht vor, daß das Schaltelement
in eine Halterung derart eingesetzt wird, daß eine an der Wandung der Vergußwanne
angebrachte und mit einer Bodenhaut verschlossene Füllbohrung am tiefsten Bereich
des Vergußvolumens angeordnet ist und daß die Dosiernadel an die Füllbohrung angesetzt
und die Vergußmasse unter Druck in die Vergußwanne gepreßt wird, wobei die Bodenhaut
gesprengt wird.
[0014] Eine weitere Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, daß die Vergußwanne bis auf
eine Meßöffnung von Teilen der Halterung bzw. durch eine kappenartige Ausbildung verschlossen
wird.
[0015] Ferner ist vorgesehen, daß die Höhe des Spiegels der in der Vergußwanne aufsteigenden
Vergußmasse mit einem Laserstrahl durch die Meßöffnung abgetastet und damit der Füllstand
kontrolliert und der Füllvorgang gesteuert wird.
[0016] Die Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung. Es
zeigen
- Fig. 1
- eine Füllvorrichtung nach dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine Füllvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei der Anwendung
für einen Mikroschalter;
- Fig. 3, 3 und 5
- schematische Darstellungen drei aufeinanderfolgender Phasen des Füllvorganges.
[0017] In Fig. 2 ist in schematischer Darstellung ein Teil einer Vorrichtung zum automatischen
Vergießen des Anschlußbereichs eines Mikroschalters dargestellt. Diese Vorrichtung
umfaßt eine Halterung 20 von vorzugsweise L-förmiger Form, welche an der senkrechten
Wandung eine Dichtplatte 21 trägt, gegen welche die offene Seite der Vergußwanne 11
eines Mikroschalters 10 mit Hilfe eines Anpreßstempels 22 gedrückt wird. Bei der dargestellten
Ausführungsform ist die Vergußwanne 11 einstückig mit dem Bodenteil des Schaltergehäuses
ausgeführt. In die Vergußwanne ragen Anschlußstiffe 25, an welche ein Kabelbaum 26
angelötet ist. Dabei wird der Kabelbaum vorzugsweise derart geführt, daß er innerhalb
der in der Halterung 20 fixierten Vergußwanne 11 vertikal verläuft und am oberen Ende
aus der Gußwanne herausragt.
[0018] Die Vergußwanne hat in der Wandung am unteren Ende eine Füllbohrung 28, die etwa
an der tiefsten Stelle des Vergußvolumens angebracht ist und ist in der oben liegenden
Wandung mit einer Meßöffnung 29 versehen, auf welche ein in der Vorrichtung vorgesehener
Laser 30 derart ausgerichtet ist, daß sein Laserstrahl 31 durch die Meßöffnung 29
in das Innere der Vergußwanne eindringen kann. Die Ausrichtung des Laserstrahls ist
derart, daß er etwa senkrecht zum aufsteigenden Niveau der Vergußmasse wie nachfolgend
erläutert verläuft.
[0019] Die Vorrichtung ist ferner mit einer Dosiereinheit versehen, die nicht dargestellt
ist und deren Dosiernadel auf die Füllbohrung 28 aufgesetzt werden kann.
[0020] Aus Fig. 3 geht eine Ansicht auf die offene Seite der Vergußwanne im Teilschnitt
durch die Füllbohrung 28 hervor. Diese Füllbohrung ist als Sackloch ausgeführt mit
einem kegelförmig verlaufenden Bohrungsgrund, wobei dieser Bohrungsgrund im Bereich
des Zentrums sehr dünn ist und eine Bodenhaut 27 bildet, die die Füllbohrung 28 verschlossen
hält. Ferner ist aus der Darstellung entnehmbar, daß die mit den Anschlußstiften 25
verlöteten Litzen des Kabelbaumes 26 nach oben auf der Vergußwanne 11 herausragen.
Die Meßöffnung, welche aus der Darstellung nicht hervorgeht, befindet sich vor dem
Kabelbaum 26.
[0021] Zum Vergießen wird die Dosiernadel 35 mit einer kegelig verlaufenden Spitze gegen
eine Abdichtkante 36 der Füllbohrung 28 gepreßt und, wie aus Fig. 4 hervorgeht, die
Vergußmasse 37 in die Vergußwanne 11 gedrückt. Dabei zerreißt die Bodenhaut 27, so
daß die Vergußmasse von unten in den Hohlraum der Vergußwanne 11 langsam gepreßt werden
kann und unter Verdrängung der Luft durch die nicht dargestellte Meßöffnung von unten
her an dem Kabelbaum nach oben aufsteigt, wodurch die verdrängte Luft nach oben leicht
entweichen kann und die Vergußwanne 11 ohne Lufteinschlüsse oder Luftblasen innerhalb
der Vergußmasse verfüllt werden kann. Die lufteinschlußfreie Verfüllung ist aufgrund
der Tatsache gewährleistet, daß eine dünnflüssige Vergußmasse über die Dosiernadel
zugeführt wird.
[0022] Der durch die Meßöffnung 29 gemäß Fig. 2 in die Vergußwanne eindringende Laserstrahl
31 tastet während des Vergießens kontinuierlich den Flüssigkeitsstand ab, indem der
Abstand zur Oberfläche der Vergußmasse kontinuierlich ausgemessen wird. Mit Hilfe
dieser Meßergebnisse wird der Füllvorgang gesteuert und abgebrochen, sobald das flüssigkeitsniveau
die am höchsten Punkt liegende Meßöffnung erreicht bzw. ausfüllt. Dieses Niveau liegt
in der Regel im Bereich der Höhe des Austritts des Kabelbaumes 26 aus der Vergußwanne
11.
[0023] Nach dem Erreichen des vorgegebenen Pegels in Höhe des Kabelbaumaustritts schaltet
die Dosiereinheit die Förderung der flüssigen Vergußmasse 37 ab, so daß sich aufgrund
der Druckentlastung und des statischen Drucks der noch flüssigen Vergußmasse in der
Vergußwanne die Bodenhaut schließt, so daß aus der Füllbohrung 28 keine Vergußmasse
austreten kann. Dieses Schließen der Füllbohrung wird durch die kegelförmige Ausbildung
des Bohrgrundes begünstigt, da sich beim Einpressen der Vergußmasse in der aufgesprengten
Bodenhaut durch die Materialelastizität eine Rückstellkraft ergibt.
[0024] Durch die Maßnahmen der Erfindung kann eine teilautomatische oder vollautomatische
Verfüllung von Schaltelementen bzw. von Bereichen derartiger Schaltelemente erfolgen,
wobei die Verfüllung aufgrund der Abtastung des Flüssigkeitsspiegels mit Hilfe des
Laserstrahls sehr exakt und genau gesteuert werden kann. Dadurch lassen sich kürzere
Taktzeiten einstellen und eine gleichmäßige Einbringung der Vergußmasse in die Vergußwanne
sicherstellen, ohne daß Überstände entstehen, die durch teuere Nacharbeit abgeschabt
bzw. entfernt werden müssen. Außerdem ist eine Verfüllung ohne durch Verwirbelungen
entstehende Blasenbildung bzw. durch entstehende Lunker gewährleistet.
1. In eine Vergußmasse zumindest teilweise eingebettetes Schaltelement in einer Vergußwanne,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vergußwanne (11) mit einer Füllbohrung (28) versehen ist,
daß die Füllbohrung (28) mit einer durch eine einzudosierende Vergußmasse (37) aufsprengbaren
Bodenhaut (27) versehen ist und
daß die Vergußwanne (11) an einer der Füllbohrung (28) abgewandten Seite eine Meßöffnung
(29) hat.
2. Schaltelemente nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vergußwanne (11) mit dem Schaltelement (10) einstückig ausgebildet ist.
3. Schaltelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vergußwanne (11) eine auf das Schaltelement (10) aufsetzbare Kappe hat, an
welcher die Füllbohrung (28) und die dieser gegenüberliegenden Meßöffnung (27) sowie
Kabelbaumöffnung angebracht sind.
4. Schaltelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaltelement (10) ein Schalter ist, bei dem Anschlußstifte (16) in die Vergußwanne
(11) ragen, und
daß die die Anschlußstifte aufnehmenden Bohrungen im Gehäuse ebenfalls mit bei der
Stiftmontage aufsprengbaren Bodenhäuten versehen sind.
5. Schaltelemente nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Füllbohrung (28) als Sackbohrung kegelförmig zur Bodenmitte verläuft, welche
die Bodenhaut (27) bildet.
6. Schaltelemente nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser der Füllbohrung (28) kleiner als der Außendurchmesser der Dosiernadel
(35) ist.
7. Schaltelement nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dosiernadel (35) mit einer Kegelspitze in die Füllbohrung (28) abdichtend
eingreift.
8. Verfahren zur wasserdichten Abdichtung von Schaltelementen bzw. des Anschlußbereiches
von elektrischen Schaltelementen, insbesondere von Mikroschaltern, durch Vergießen
einer am Sockelbereich vorgesehenen, die Anschlüsse aufnehmenden Vergußwanne, bei
welchem die Vergußmasse (vorzugsweise ein Ein- oder Zweikomponentenkunstharz) mit
einer Dosiernadel in die Vergußwanne gefüllt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schaltelement in eine Halterung (20) derart eingesetzt wird, daß eine an der
Wandung der Vergußmasse (11) angebrachte und mit einer Bodenhaut (27) versehene Füllbohrung
(28) am tiefsten Bereich des Vergußvolumens angeordnet ist und daß die Dosiernadel
(35) an die Füllbohrung (28) angesetzt und die Vergußmasse (37) durch Druck in die
Vergußwanne (11) gepreßt wird, wobei die Bodenhaut (27) gesprengt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vergußwanne (11) bis auf eine Meßöffnung (29) von Teilen der Halterung bzw.
durch eine kappenartige Ausbildung der Vergußwanne verschlossen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Höhe des Spiegels der in der Vergußwanne aufsteigenden Vergußmasse (37) mit
einem Laserstrahl (31) durch die Meßöffnung (29) abgetastet und der Füllstand kontrolliert
sowie der Füllvorgang gesteuert wird.