[0001] Die vorliegende Erfindung betrifftein Körperschutzelement für eine Körperschutzeinrichtung
zur Anordnung an einem Körperteil mit einer in einer Aufnahmehülle aufgenommenen Formkörper-Füllung
aus einzelnen, relativ zueinander bewegbaren Formkörpern, wobei die Formkörper durch
einen über die Aufnahmehülle auf die Formkörper wirkenden Umfangsdruck in ihrer Relativanordnung
definiert unter Vorspannung aneinander anliegen und einen formhaltigen Formkörperverbund
bilden.
[0002] Körperschutzelemente, die dazu dienen, den Träger vor Verletzungen zu schützen, finden
in vielen verschiedenen Sportarten sowie auch im Bereich des Arbeitsschutzes Verwendung.
Im Sportbereich sollen mit derartigen Körperschutzelementen hauptsächlich Schläge
oder Tritte in ihren Auswirkungen auf das durch das Körperschutzelement abgeschirmte
Körperteil gedämpft werden. Derartige Beanspruchungen treten beispielsweise bei Sportarten
wie Fußball, Hockey, Eishockey sowie auch bei verschiedenen Kampfsportarten auf. Dabei
werden die Körperschutzelemente sowohl zum Schutz der Extremitäten als auch zum Schutz
sonstiger Körperteile, wie zum Beispiel des Schulter- oder des Oberkörperbereiches,
eingesetzt.
[0003] Um ihre Schutzaufgabe zu erfüllen, müssen Körperschutzelemente ein ausreichendes
Energieaufnahmevermögen aufweisen, so daß nur noch ein relativ geringer Teil der ursprünglichen
Schlag- oder Stoßenergie auf das betreffende Körperteil gelangt. Gute Ergebnisse hinsichtlich
des Energieaufnahmevermögens zeigen aus Dämpfungsschäumen, die beispielsweise aus
Polypropylen oder Polystyrol bestehen, herstellte Formteile. Daher ist es üblich,
aus diesen oder vergleichbaren Materialien hergestellte Formteile als Körperschutzelemente
einzusetzen.
[0004] Das bei den bekannten Körperschutzelementen festgestellte hohe Energieaufnahmevermögen
geht im wesentlichen auf die weitgehend plastischen Verformungseigenschaften der miteinander
zu einem Formkörperverbund verbundenen Kunststoff-Formkörper aus den vorgenannten
oder ähnlichen Materialien zurück. Aufgrund dieses weitgehend plastischen Verformungsverhaltens
weisen die bekannten Körperschutzelemente nur relativ geringe Formrückstellkräfte
auf, was dazu führt, daß es insbesondere bei häufig wiederholt auftretender Schlagbeanspruchung
des Formteils zu bleibenden Verformungen des Formteils kommt, die dessen Energieaufnahmevermögen
zumindest im Bereich dieser bleibenden Verformungen drastisch reduzieren. Daher

verbrauchen" sich die bekannten Körperschutzelemente durch ihre bestimmungsgemäße
Verwendung, so daß, je nach Beanspruchungshäufigkeit die Körperschutzelemente in mehr
oder weniger großen zeitlichen Abständen ausgetauscht werden müssen.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Körperschutzelement
vorzuschlagen, das im Vergleich zu den bekannten Körperschutzelementen eine wesentlich
höhere Lebensdauer aufweist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Körperschutzelement mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Das erfindungsgemäße Körperschutzelement für eine Körperschutzeinrichtung zur Anordnung
an einem Körperteil weist in einer Aufnahmehülle aufgenommen eine Formkörper-Füllung
aus einzelnen, relativ zueinander bewegbaren Formkörpern auf, wobei die Formkörper
durch einen über die Aufnahmehülle auf die Formkörper wirkenden Umfangsdruck in ihrer
Relativanordnung definiert unter Vorspannung aneinander anliegen und einen formhaltigen
Formkörperverbund bilden.
[0008] Bei den bekannten Körperschutzelementen, wird das Energieaufnahmevermögen durch das
Verformungsverhalten der zum Formteil zusammengefügten, in ihrer Relativanordnung
unveränderbaren Kunststoff-Formkörper bestimmt. Bei erneuter, auf denselben Bereich
des Körperschutzelements gerichteter Schlagbeanspruchung werden die bereits zuvor
beanspruchten Formkörper erneut beansprucht, was ein reduziertes Energieaufnahmevermögen
zur Folge hat. Bei dem erfindungsgemäßen Körperschutzelement wird das Energieaufnahmevermögen
durch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Verformung der Formkörper und durch
eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Relativverschiebung der unter Vorspannung
aneinander anliegenden Formkörper bestimmt. Ein wesentlicher Faktor für die Höhe des
Energieaufnahmevermögens ist daher die Höhe der Vorspannung, mit der die Formkörper
gegeneinander anliegen.
[0009] Da die bei einer Schlagbeanspruchung auftretende örtliche Verformung des Formkörperverbunds
bei dem erfindungsgemäßen Körperschutzelement zu einem wesentlichen Teil durch eine
Veränderung der Relativanordnung der Formkörper zustande kommt, kann bei dem erfindungsgemäßen
Körperschutzelement diese Verformung durch eine erneute Relativbewegung der Formkörper
wieder rückgängig gemacht werden. Formkörper, die infolge der Beanspruchung gegebenenfalls
eine mehr oder weniger starke plastische Verformung erfahren haben, werden mittels
dieser Relativbewegung in ihrer Relativanordnung zu weniger oder gar nicht beanspruchten
Formkörpern verschoben und mit diesen vermischt. Bei erneuter, auf denselben Bereich
des Körperschutzelements gerichteter Schlagbeanspruchung steht daher erneut das uneingeschränkte
Energieaufnahmevermögen des Körperschutzelements zur Verfügung. Das erfindungsgemäße
Körperschutzelement ist somit in seine Ausgangskonfiguration vor Auftreffen eines
Schlages oder Stoßes rückführbar, also regenerierbar. Aufgrund dieser Regenerierbarkeit
ist bei dem erfindungsgemäßen Körperschutzelement eine gegenüber den bekannten Körperschutzelementen
wesentlich höhere Lebensdauer möglich.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Körperschutzelements wird die zur Erzeugung
des formhaltigen Formkörperverbunds notwendige Vorspannung über eine elastische Ausbildung
der Aufnahmehülle erreicht.
[0011] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Körperschutzelements wird
die zur Erzeugung des formhaltigen Formkörperverbunds notwendige Vorspannung durch
eine evakuierbare Ausbildung der Aufnahmehülle erreicht.
[0012] Zur Einstellung des gewünschten Energieaufnahmevermögens und Verformungsverhaltens
erweist es sich als vorteilhaft, wenn die Formkörper der Formkörper-Füllung hinsichtlich
Form und/oder Materialbeschaffenheit unterschiedlich ausgebildet sind.
[0013] Je nach der gewünschten Wirkungsweise des Körperschutzelements können die Formkörper
überwiegend plastisch oder überwiegend elastisch ausgebildet sein. Eine überwiegend
plastische Ausbildung der Formkörper kann zum einen dadurch erreicht werden, daß die
einzelnen Formkörper ein überwiegend plastisches Verformungsverhalten aufweisen, zum
anderen dadurch, daß die Mehrheit der Formkörper im Vergleich zu einer Minderheit
der Formkörper plastisch ausgebildet ist. Entsprechendes gilt für die überwiegend
elastische Ausbildung der Formkörper.
[0014] Eine Einstellung der gewünschten Formkörper-Eigenschaften ist besonders leicht möglich,
wenn die Formkörper als Kunststoff-Formkörper ausgebildet sind.
[0015] Um insbesondere bei großflächigen Körperschutzelementen eine Anpassung an entsprechend
großflächige Körperteile oder Körperbereiche zu vereinfachen, kann die Aufnahmehülle
mit einer Stützstruktur versehen sein. Als besonders vorteilhaft erweist es sich in
diesem Zusammenhang, wenn die Stützstruktur im Innern der Aufnahmehülle angeordnet
ist, um so einerseits das Verformungsverhalten des Körperschutzelements im außenliegenden
Kontaktbereich des Körperschutzelements möglichst wenig zu beeinflussen und andererseits
einen Kontakt der Stützstruktur mit dem betreffenden Körperteil bzw. dem betreffenden
Körperbereich zu vermeiden.
[0016] Insbesondere bei Körperschutzelementen, die relativ großflächig ausgebildet sind
und/oder relativ große Flächenkrümmungen aufweisen, erweist es sich als vorteilhaft,
wenn die Aufnahmehülle in mehrere Kammern aufgeteilt ist, von denen zumindest eine
mit einer Formkörper-Füllung versehen ist. Wenn nur bestimmte von mehreren Kammern
mit einer Formkörper-Füllung versehen sind, lassen sich die nicht mit einer Formkörper-Füllung
versehenen Kammern auch abweichend nutzen. So können die nicht mit einer Formkörper-Füllung
versehenen Kammern als rein elastische Polsterkammern oder auch als besonders starre
Kammern ausgeführt sein, um eine Stützstrukturwirkung zu entfalten.
[0017] Wenn bei einer Ausbildung der Aufnahmehülle mit mehreren Kammern die Kammern zumindest
teilweise kommunizierend ausgebildet sind, lassen sich die kommunizierenden Kammern
mit einer gemeinsamen Evakuierungseinrichtung evakuieren.
[0018] Neben dem erfindungsgemäßen Körperschutzelement als solchem, das in ausgewählten
Ausführungsformen durch die Ansprüche 2 bis 11 definiert ist, betrifft die vorliegende
Erfindung auch eine Körperschutzeinrichtung, die zumindest ein Körperschutzelement
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 kombiniert mit einer Befestigungseinrichtung
zur Befestigung des Körperschutzelements an einem Körperteil aufweist.
[0019] In einer ersten Ausführungsform der Körperschutzeinrichtung ist die Befestigungseinrichtung
unmittelbar mit dem Körperschutzelement verbunden.
[0020] In einer zweiten Ausführungsform der Körperschutzeinrichtung ist die Befestigungseinrichtung
mit einer Aufnahmeeinrichtung versehen, die zur auswechselbaren Aufnahme eines Körperschutzelements
dient. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, daß, basierend auf ein und derselben
Befestigungseinrichtung, unterschiedliche Körperschutzeinrichtungen zum Schutz unterschiedlicher
Körperteile auf einfache Art und Weise durch Kombination der einheitlichen Befestigungseinrichtung
mit unterschiedlichen Körperschutzelementen gebildet werden können.
[0021] Bevorzugte Ausführungsformen eines Körperschutzelements bzw. einer Körperschutzeinrichtung
mit einem Körperschutzelement sind nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Körperschutzeinrichtung mit einem mittels einer Befestigungseinrichtung an einem
Körperteil befestigten Körperschutzelement;
- Fig. 2
- ein in einer Ausschnittsvergrößerung des in Fig. 1 dargestellten Körperschutzelements dargestellter Kontaktbereich mit in einer Ausgangskonfiguration
angeordneten Formkörpern;
- Fig. 3
- der in Fig. 2 dargestellte Kontaktbereich mit in Folge einer Stoßeinwirkung geänderter Konfiguration
der Formkörper;
- Fig. 4
- ein in mehrere Kammern unterteiltes Körperschutzelement;
- Fig. 5
- das in Fig. 4 dargestellte Körperschutzelement als Teil einer Körperschutzeinrichtung;
- Fig. 6
- eine Körperschutzeinrichtung mit einem eine Stützstruktur aufweisenden Körperschutzelement;
- Fig. 7
- eine Ausschnittdarstellung der in Draufsicht dargestellten Stützstruktur;
- Fig. 8
- eine Körperschutzeinrichtung, deren Körperschutzelement mit einem Schild und einer
Polsterung versehen ist;
- Fig. 9
- eine Körperschutzeinrichtung, deren Körperschutzelement mit einer Luftpolstereinrichtung
versehen ist;
- Fig. 10
- einige ausgewählte, beispielhafte Konfigurationen und Einsatzbereiche von Körperschutzelementen
am menschlichen Körper.
[0023] Fig. 1 zeigt in einer teilweisen Schnittdarstellung eine an einer Extremität angeordnete
Körperschutzeinrichtung 20 mit einem mittels einer Befestigungseinrichtung 21 an der
Extremität, hier beispielsweise einem Unterschenkel 22, befestigten Körperschutzelement
23.
[0024] Das Körperschutzelement 23 weist eine Aufnahmehülle 24 auf die mit Formkörpern 25
gefüllt ist. Zur Vereinfachung der Darstellung ist in
Fig. 1 nur ein Teil der Formkörper 25 dargestellt. Die Aufnahmehülle 24 besteht im vorliegenden
Fall aus zwei Folienlagen 26, 27, die längs der Peripherie der Aufnahmehülle 24 unter
Ausbildung eines Verbindungsrands 28 gasdicht miteinander verbunden sind. Bei schweißbar
ausgebildetem Folienmaterial kann die Ausbildung des Verdingungsrands über eine Verschweißung
der Folienlagen 26, 27 miteinander erfolgen.
[0025] Die Befestigungseinrichtung 21 weist Haltebänder 29, 30 auf, die lösbar oder nicht
lösbar mit dem Verbindungsrand 28 des Körperschutzelements 23 verbunden sind. Im vorliegenden
Fall sind die Haltebänder 29, 30 über eine nicht lösbare Klebeverbindung 31 mit dem
Verbindungsrand 28 verbunden. Zur Ausführung einer lösbaren Verbindung können die
Haltebänder 29, 30 auch über eine an sich bekannte Klettverbindung mit dem Verbindungsrand
28 oder auch mit anderen Bereichen der Aufnahmehülle 24 verbunden sein.
[0026] Die Verbindung der Haltebänder 28, 30 untereinander erfolgt im vorliegenden Fall
über eine in einem Überlappungsbereich 32 der Befestigungseinrichtung 21 ausgebildete
Klettverbindung.
[0027] Bei dem in
Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Aufnahmehülle 24 evakuierbar ausgebildet
und im Bereich ihrer äußeren Folienlage 26 mit einer zur Evakuierung des eingeschlossenen
Volumens der Aufnahmehülle 24 geeigneten Ventileinrichtung 33 versehen. Durch die
Evakuierung des eingeschlossenen Aufnahmehüllenvolumens 34 werden die in einer Ausgangskonfiguration
in einer losen Schüttung angeordneten Formkörper 25 über durch die Folienlagen 26
und 27 auf die Formkörper 25 einwirkenden Flächendruckkräfte in ihrer Relativanordnung
zueinander weitestgehend fixiert, so daß Relativbewegungen der Formkörper 25 untereinander
nur gegen große Widerstände und mit entsprechender Reibung verbunden möglich sind.
Dabei ist das Ausmaß der Fixierung der Formkörper 25 zur Ausbildung eines Formkörperverbunds
35 im wesentlichen abhängig von der Elastizität oder Nachgiebigkeit der Folienlagen
26, 27 und den Materialeigenschaften sowie der Form der Formkörper 25. Eine besonders
effektive Nutzung eines über die Ventileinrichtung 33 im eingeschlossenen Aufnahmehüllen-Volumen
34 erzeugten Vakuums zur Ausbildung von über die Folienlagen 26, 27 auf die Formkörper
25 wirkenden Druckkräften läßt sich bei möglichst unelastischer Ausbildung der Folienlagen
26, 27 erzielen. Hierzu sind beispielsweise Polyethylen- oder auch Polyamid-Folien
geeignet.
[0028] Die grundsätzliche Wirkungsweise der zu einem Formkörperverbund 35 in ihrer Relativanordnung
fixierten Formkörper 25 wird anhand der
Fig. 2 und
3 deutlich.
Fig. 2 zeigt die im fixierten Formkörperverbund 35 angeordneten Formkörper 25 unmittelbar
vor Einwirkung einer im wesentlichen punktförmigen Belastung 36 in einem Kontaktbereich
der äußeren Folienlage 26 des Körperschutzelements 23. Dabei befinden sich die benachbart
der Folienlage 26 angeordneten Formkörper 25 in einer Anordnung, die hier als konvexe
Linienanordnung bezeichnet werden soll und durch den konvexen Linienverlauf 37 deutlich
gemacht wird.
[0029] Fig. 3 zeigt den Formkörperverbund 35 im Kontaktkbereich der äußeren Folienlage 26 nach
Einwirkung der äußeren Belastung 36, die zu einer Änderung der Relativanordnung der
Formkörper 25 im Formkörperverbund 35 geführt hat. Am Beispiel der benachbart zur
äußeren Folienlage 26 angeordneten Formkörper 25 wird die Veränderung der Relativanordnung
der Formkörper 25 besonders deutlich, da sich der anfangs konvexe Linienverlauf 37
nunmehr zu einem konkaven Linienverlauf 38 verändert hat. Das Ausmaß der Veränderung
der Relativanordnung der Formkörper 25 im Formkörperverbund 35 ist abhängig von der
Größe und Ausbildung der äußeren Belastung 36 und steht damit im direkten Zusammenhang
mit der Energieaufnahme des Körperschutzelements 23. Darüber hinaus besteht natürlich
auch ein Zusammenhang zwischen der Änderung der Relativanordnung der Formkörper 25
im Formkörperverbund 35 sowie der Form- und Materialbeschaffenheit der einzelnen Formkörper
25. So kommt es bei Verwendung von relativ plastisch oder auch relativ elastisch ausgebildeten
Formkörpern, wie es beispielsweise bei Kunststoff-Formkörpern aus Polyurethan oder
auf Kautschukbasis oder auch bei Kautschuk-Formkörpern der Fall ist, zu einer relativ
geringen Änderung der Relativanordnung der Formkörper 25 im Formkörperverbund 35.
Demgegenüber kommt es zu einer relativ großen Änderung der Relativanordnung bei Verwendung
von steifen Formkörpern, wie es beispielsweise bei Kunststoff-Formkörpern aus Polystyrol,
Polyethylen oder auch Polypropylen der Fall ist. Natürlich können, sowohl was die
Ausbildung von elastischen und plastischen als auch steifen Formkörpern angeht, entsprechende
natürliche Materialien verwendet werden.
[0030] Unabhängig von der Materialbeschaffenheit und Art der Folienlagen 26, 27 und der
Materialbeschaffenheit und Art der verwendeten Formkörper 25 bietet die in
Fig. 1 beispielhaft dargestellte evakuierbare Ausbildung des Körperschutzelements 23 bzw.
dessen Aufnahmehülle 24 die Möglichkeit, eine leichte Anpassung der zunächst durch
die Aufnahmehülle 24 in einem sehr lockeren Verbund angeordneten Formkörper 25 an
die Kontur des betreffenden Körperteils vorzunehmen. Anschließend wird dann durch
Evakuierung der Aufnahmehülle 24 der in den
Fig. 2 und
3 ausschnittsweise dargestellte fixierte Formkörperverbund 35 geschaffen.
[0031] Wenn es zu der in
Fig. 3 dargestellten Änderung der Relativanordnung der Formkörper 25 im Formkörperverbund
35 aufgrund eines Schlages oder Stoßes oder dergleichen gekommen ist, läßt sich der
Formkörperverbund 35 durch einfaches Belüften der Aufnahmehülle 24 und eine dadurch
ermöglichte Umverteilung der Formkörper 25 wieder in seine in der
Fig. 2 dargestellte Ausgangskonfiguration überführen. Der Formkörperverbund 35 ist somit
regenerierbar, so daß bei einer erneuten Belastung 36 im wesentlichen in gleicher
Weise wie bei einer vorhergehenden Belastung 36 erneut die Änderung der Relativanordnung
der Formkörper 25 im Formkörperverbund 35 zur Aufnahme der durch die Belastung 36
auf das Körperschutzelement 23 auftreffenden Energie nutzbar ist. Das Körperschutzelement
23 ist somit in seiner Wirkung regenerierbar. Auch in dem Fall, daß es aufgrund entsprechender
Materialauswahl für die Formkörper 25 zu plastischen Verformungen an Formkörpern 25
kommt, die im Bereich der auftreffenden Belastung 36 angeordnet sind, kann durch eine
Umverteilung der Formkörper 25 ein von plastischen Verformungen weitgehend unbeeinflußter
Bereich des Formkörperverbunds 35 geschaffen werden.
[0032] Alternativ zu der unter Bezugnahme auf die
Fig. 1 vorstehend erläuterten evakuierbaren Ausbildung der Aufnahmehülle 24 ist es auch
möglich, die vorstehend erläuterten Wirkungen des Körperschutz-elements durch Verwendung
einer elastisch ausgebildeten Aufnahmehülle zu erzielen. Dabei wird die Ausbildung
eines weitgehend fixierten Formkörperverbunds aus einzelnen Formkörpern dadurch erreicht,
daß die Formkörper durch die Vorspannkräfte der elastisch ausgebildeten Folienlagen
in einen weitgehend fixierten Formkörperverbund gezwungen werden. Auch bei einer derartigen
Ausbildung des Körperschutzelements ist dessen Regenerierbarkeit mittels einer Umverteilung
der Formkörper 25 unter Überwindung der elastischen Vorspannkräfte der Folienlagen
gegeben.
[0033] Fig. 4 zeigt ein mehrere Kammern 39 aufweisendes Körperschutzelement 40 mit jeder Kammer
39 zugeordneten Formkörpern 25. Die einzelnen Kammern 39 kommunizieren über die Kammern
39 verbindende Kanäle 41, so daß alle Kammern 39 einer Aufnahmehülle 42 ein gemeinsames,
über eine Ventileinrichtung 43 zu entlüftendes bzw. belüftendes Volumen 44 aufweisen.
Ähnlich wie im Fall des in
Fig. 1 dargestellten Körperschutzelements 23 ist auch die Aufnahmehülle des Körperschutz-elements
40 aus zwei Folienlagen 45, 46 gebildet, die längs eines Verbindungsrands 47 gasdicht
miteinander verbunden sind.
[0034] Fig. 5 zeigt eine Körperschutzeinrichtung 48, bei der das Körperschutzelement 40 mittels
der bereits unter Bezugnahme auf
Fig. 1 erläuterten Befestigungseinrichtung 21 am Unterschenkel 22 befestigt ist.
[0035] Fig. 6 zeigt eine Körperschutzeinrichtung 49 mit einem Körperschutzelement 50, das in seinem
Innern mit einer Stützstruktur 51 versehen ist. Die Stützstruktur, die in einer Draufsicht
in
Fig. 7 dargestellt ist, ist gitterartig ausgebildet mit Längsstreben 52 und Querstreben
53. Der Stützstruktur 51 kommen im wesentlichen zwei Aufgaben zu, nämlich zum einen,
wie insbesondere aus
Fig. 6 deutlich wird, für eine erleichterte Anpassung des Körperschutzelements 50 an die
betreffende Körperkontur aufgrund der entsprechend vorgeformten Stützstruktur 51 zu
sorgen. Zum anderen sorgt die Stützstruktur 51 im Fall einer von außen auf das Körperschutzelement
50 auftreffenden Belastung 54 für eine flächige Verteilung der Belastung im Innern
des Körperschutzelements 50.
[0036] Im Unterschied zu den unter Bezugnahme auf die
Fig. 1, 4 und
5 erläuterten Ausführungsformen eines Körperschutzelements weist das in
Fig. 6 dargestellte Körperschutzelement 50 eine Evakuierungs/Belüftungs-Einrichtung 55 aus
einer Kombination einer nicht näher dargestellten Ventileinrichtung mit einem Pumpbalg
56 auf. Je nach Stellung der Ventileinrichtung ermöglicht der Pumpbalg 56 ein Entlüften
oder Belüften der Aufnahmehülle 42 des Körperschutzelements 50.
[0037] Fig. 8 zeigt eine Körperschutzeinrichtung 57 mit einem Körperschutzelement 58, das außenseitig
auf einer Aufnahmehülle 59 mit einem Schild 60 versehen ist. Der Schild 60 dient zur
flächig verteilten Einleitung hoher punktueller Belastungen in den Formkörperverbund
35, wie es beispielsweise dann der Fall ist, wenn ein Projektil auf den Schild 60
auftrifft. Ergänzend zum Schild 60 oder auch bei einem ohne Schild verwendeten Körperschutzelement
kann zwischen der Aufnahmehülle 59 und dem zu schützenden Körperteil eine Weichpolsterung
61 vorgesehen sein. Mit der Weichpolsterung 61 kann zum einen der Sitz des Körperschutzelements
am betreffenden Körperteil verbessert werden, zum anderen wird der Tragekomfort erhöht.
[0038] Bei dem in
Fig. 8 dargestellten Ausführungsbeispiel werden die einzelnen Bestandteile des Körperschutzelements
58, nämlich der Schild 60, die mit Formkörpern 25 befüllte Aufnahmehülle 59 und die
Weichpolsterung 61 mittels einer Klemmhalterung 62 zur Ausbildung des Körperschutzelements
58 zusammengefaßt. Alternativ können die einzelnen Bestandteile auch im Bereich eines
Verbindungsrands 63 der Aufnahmehülle 59 direkt miteinander verbunden sein.
[0039] Bei dem in
Fig. 8 dargestellten Ausführungsbeispiel dient die Klemmhalterung 62, die sich zumindest
an zwei einander gegenüberliegenden Längsrändern des Körperschutzelements 58 erstreckt,
als Aufnahmeeinrichtung für das Körperschutzelement 58 und zur Verbindung des Körperschutzelements
58 mit einer Befestigungseinrichtung 80. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde in
Fig. 8 auf die Darstellung einer Ventileinrichtung bzw. einer Evakuierungs/Belüftungs-Einrichtung
verzichtet.
[0040] Fig. 9 zeigt ein Körperschutzelement 64, das insgesamt drei Folienlagen 65, 66 und 67 aufweist,
wobei die Folienlagen 65 und 66 eine Aufnahmehülle 68 zur Aufnahme der den Formkörperverbund
35 bildenden Formkörper 25 dienen, und die Folienlagen 66 und 67 eine Polsterhülle
69 zur Befüllung mit einem Gas und Ausbildung eines Gaspolsters zwischen der Aufnahmehülle
68 und dem Körperteil 22 bilden. Das Körperschutzelement 64 ist mit einer Evakuierungs/Belüftungs-Einrichtung
70 versehen, die das Evakuieren der Aufnahmehülle 68 und gleichzeitig mit dem aus
der Aufnahmehülle 68 abgesaugten Gas das Befüllen der Polsterhülle 69 ermöglicht.
[0041] Fig. 10 zeigt verschiedene mögliche Anordnungen und Ausbildungen von Körperschutzelementen
am Körper. Dabei können einzelne Körperschutzelemente im Bereich des Fußes, die als
Knöchelschutzelement 71, Achillessehnenschutzelement 72 und Spannschutzelement 73
ausgebildet sind, auch in einem Schutzelement integriert ausgebildet sein. Je nach
dem, ob die einzelnen Schutzelemente mit separaten Ventileinrichtungen oder mit einer
zentralen Ventileinrichtung bei kommunizierend ausgebildeten Schutzelementen versehen
sind, ist es möglich, die Härte der Körperschutzelemente unterschiedlich oder übereinstimmend
einzustellen.
[0042] Auch können ein als Schienbeinschutzelement 74 oder als Knieschutzelement 75 ausgebildetes
Körperschutzelement einzeln oder integral ausgebildet sein.
[0043] Weiterhin zeigt
Fig. 10, daß die hier mit einzelnen Kammern ausgebildeten Körperschutzelemente auch hinsichtlich
der Kammeranordnung unterschiedlich ausgebildet sein können. So weist beispielsweise
das Knöchelschutzelement 71 ringförmig angeordnete, konzentrische Kammern 76 auf.
Demgegenüber weist das Schienbeinschutzelement 74 gradlinig ausgebildete, parallel
zueinander angeordnete Kammern 77 auf. Auch besteht die Möglichkeit, die in
Fig. 10 hinsichtlich ihrer Anordnung und Ausbildung dargestellten Körperschutzelemente in
bzw. an Kleidungsstücken angeordnet vorzusehen. Hierdurch ist es möglich, die relative
Anordnung der Körperschutzelemente an betreffenden Körperteilen auch ohne separat
ausgebildete Befestigungseinrichtungen zu sichern. Ein Beispiel für einen Einsatz
derartig ausgebildeter Bekleidungsstücke liegt im Bereich des Skirennsports. Skirennläufer
benötigen Schienbeinschutzelemente 74, Unterarmschutzelemente 78 und Handrückenschutzelemente
79 nur für sekundenlange Slalomdurchgänge als Schutz gegen die Schläge der Slalomstangen.
Durch Integration der Körperschutzelemente in die Kleidung ist es möglich, auf einfache
Art und Weise die Körperschutzelemente nur für die Zeit eines Slalomlaufs zu evakuieren.
Ansonsten können sie belüftet sein, versteifen somit die Kleidung nicht und sorgen
für eine zusätzliche Wärmeisolation.
1. Körperschutzelement (23, 40, 50, 58, 64) für eine Körperschutzeinrichtung (20, 48,
49, 57) zur Anordnung an einem Körperteil (22) mit einer in einer Aufnahmehülle (24,
42, 59, 68) aufgenommenen formkörper-Füllung aus einzelnen, relativ zueinander bewegbaren
Formkörpern (25), wobei die Formkörper durch einen über die Aufnahmehülle auf die
Formkörper wirkenden Umfangsdruck in ihrer Relativanordnung definiert unter Vorspannung
aneinander anliegen und einen formhaltigen Formkörperverbund (35) bilden.
2. Körperschutzelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmehülle (24, 42, 59, 68) elastisch ausgeführt ist.
3. Körperschutzelement nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmehülle (24, 42, 59, 68) evakuierbar ausgebildet ist.
4. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formkörper (25) der Formkörper-Füllung hinsichtlich Form und/oder Materialbeschaffenheit
unterschiedlich ausgebildet sind.
5. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formkörper (25) überwiegend plastisch ausgebildet sind.
6. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
die Formkörper (25) überwiegend elastisch ausgebildet sind.
7. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formkörper (25) als Kunststoff-Formkörper ausgebildet sind.
8. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufnahmehülle (42) mit einer Stützstruktur (51) versehen ist.
9. Körperschutzelement nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützstruktur (51) im Innern der Aufnahmehülle (42) angeordnet ist.
10. Körperschutzelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Aufteilung der Aufnahmehülle (42) in mehrere Kammern (39), von denen zumindest
eine mit einer Formkörper-Füllung versehen ist.
11. Körperschutzelement nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammern (39) zumindest teilweise kommunizierend ausgebildet sind.
12. Körperschutzeinrichtung (20, 48, 49, 57) mit zumindest einem Körperschutzelement (23,
40, 50, 58, 64) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 und einer Befestigungseinrichtung
(21, 80) zur Befestigung des Körperschutzelements an einem Körperteil (22).
13. Körperschutzeinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigungseinrichtung (21) unmittelbar mit dem Körperschutz-element verbunden
ist.
14. Körperschutzeinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigungseinrichtung (80) eine Aufnahmeeinrichtung (62) zur auswechselbaren
Aufnahme eines Körperschutzelementes (58) aufweist.