[0001] Die Erfindung betrifft eine Zahnbürste mit einem einen Zahnbürstenhals und einen
Zahnbürstengriff aufweisenden Zahnbürstenstiel nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Damit Zahnfleischverletzungen bei einem zu festen Bürsten der Zähne vermieden werden,
werden mittlerweile bevorzugt flexible Zonen in den Zahnbürstenhals integriert, damit
bei zu starkem Druck der Bürstenkopf nachfedert. So ist aus der DE 36 40 898 C1 eine
derartige Zahnbürste bekannt, bei der der Bürstenkopf über ein elastisches Verbindungsteil
mit einem Zahnbürstengriff verbunden ist, wobei das elastische Verbindungsteil derart
flexibel gestaltet ist, daß der Bürstenkopf gegenüber dem Zahnbürstengriff in einer
in bezug auf das Borstenbett waagerechten Ebene ausweicht. Das elastische Verbindungsteil
bildet einen Zahnbürstenhals, der gegenüber einem starren Zahnbürstengriff ausweichen
kann. Die Ausweichung erfolgt demnach gegenüber dem Zahnbürstengriff, wobei das elastische
Verbindungsteil einen langen Schwenkarm bildet. Die Integration eines solchen elastischen
Verbindungsteils ist nicht nur stark formbestimmend für die Zahnbürste und aufwendig,
sondern behindert auch eine gleichmäßige Säuberung der Zähne.
[0003] Aus der WO 92/15198 A1 sind Gegenstände für die Mundpflege, wie beispielsweise Zahnbürsten
und Zahnstocher, bekannt, die aus einem Polymermaterial bestehen und mit einer chemisch
oder biologisch aktiven Substanz beschichtet sind. Als Polymermaterial sind unter
anderem Celluloseester, insbesondere Celluloseacetopropionat, vorgesehen. Derartige
Polymermaterialien stellen sicher, daß die Beschichtungssubstanz in einem wässrigen
Medium sich nicht ablöst. Zahnfleischverletzungen versucht man hier durch antibakterielle
oder antimikrobielle Beschichtungen der Zahnbürste zu vermeiden. Mit derartigen Zahnbürsten
wird nicht erreicht, daß der Zahnbürstenkopf bei Belastung ausweicht.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Zahnbürste nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 zu schaffen, die einfach aufgebaut ist und ein Federn des Bürstenkopfes unter Aufrechterhaltung
einer guten Führigkeit der Zahnbürste erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Hierdurch wird eine Zahnbürste geschaffen, bei der die Flexibilität bzw. das Ausweichen
des Bürstenkopfes von dem Teilabschnitt bewirkt wird, der an den Bürstenkopf anschließt.
Lediglich eine kurze flexible Zone wird ausgebildet, die unmittelbar an den Bürstenkopf
anschließt, so daß ein langer Bereich des Zahnbürstenstiels stabil bleibt. Diese Formgestaltung
in Verbindung mit der Materialauswahl für den Zahnbürstenhals ergibt eine Flexibilität,
die ein schwingendes Federn des Bürstenkopfes bei Druckeinwirkungen erlaubt, ohne
die Führigkeit einer herkömmlichen Zahnbürste ohne flexible Zone nachteilig zu beeinflussen.
Der Bürstenkopf kann mit jeder Putzbewegung schwingend federn und sich optimal der
Handpressung und den Kieferkonditionen anpassen. Damit sind Verletzungen des empfindlichen
Zahnfleisches nahezu ausgeschlossen.
[0007] Die elastische Verformbarkeit des Zahnbürstenhalses kann dadurch optimiert werden,
daß dieser zusammen mit seinem Teilabschnitt konstanter Breite einen runden oder elliptischen
Querschnitt besitzt.
[0008] Weiterhin ist bevorzugt, den gesamten Zahnbürstenstiel einschließlich Zahnbürstenhals
aus einem Cellulosepropionat oder Celluloseacetopropionat herzustellen, damit ein
kontinuierlicher Übergang zwischen Zahnbürstenhals und Zahnbürstengriff des Zahnbürstenstiels
sichergestellt ist. Dabei kann der Zahnbürstengriff flach elliptisch ausgebildet sein,
wodurch die Handhabung der Zahnbürste vereinfacht wird.
[0009] Der elastische Zahnbürstenhals kann auch als Aufsatz für eine Elektrozahnbürste Verwendung
finden. Der im allgemeinen massive Griff einer Elektrozahnbürste, der zur Aufnahme
eines Motors und gegebenenfalls von Batterien ausgelegt sein muß, überträgt beim Zahnbürsten
massive Kräfte. Die Gefahr der Überpressung wäre deshalb weitaus größer als bei normalen
Zahnbürsten. Mittels des Zahnbürstenhalses gemäß der Erfindung wird eine solche Überpressung
vermieden, wobei nicht die Elastizität der Hand eines Benutzers eine solche Überpressung
kompensieren muß, sondern dies durch die Elastizität im Zahnbürstenhals erreicht wird.
[0010] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den
Unteransprüchen zu entnehmen.
[0011] Die Erfindung wird nachstehend anhand des in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Rückansicht einer Zahnbürste.
- Fig. 2
- zeigt schematisch eine Seitenansicht der Zahnbürste gemäß Fig. 1.
[0012] Die Erfindung betrifft eine Zahnbürste 1 mit einem Zahnbürstenstiel 2, der einen
Zahnbürstengriff 3 und einen Zahnbürstenhals 4 umfaßt. An dem Zahnbürstenhals 4 ist
ein Bürstenkopf 5 angeordnet, der vorzugsweise einstückig mit dem Zahnbürstenhals
4 verbunden ist.
[0013] Der Zahnbürstenhals 4 wird von einem schmal- bzw. dünnstengeligen Stababschnitt aus
einem Celluloseester, insbesondere aus einem Cellulosepropionat oder Celluloseacetopropionat,
gebildet. Der Stababschnitt weist dabei mindestens entlang eines Teillängsabschnitts
6 eine konstante Breite 8, insbesondere einen konstanten Querschnitt, auf. Der Zahnbürstenhals
4 ist folglich feinstäbig gehalten mit einer Breite 8, die vorzugsweise im Bereich
zwischen 3 und 6 mm liegt. Die Breite 8 beträgt damit weniger als die Hälfte einer
Breite des Zahnbürstengriffs 3 an seiner stärksten Stelle. Der notwendige Zahnbürstenhals
4 selbst bildet damit ein Federelement aus.
[0014] Die Länge des Teilabschnitts 6 mit konstantem Querschnitt beträgt 1 bis 3 cm. Die
Länge des Zahnbürstenhalses 4 ist derart gewählt, daß diese mindestens 15%, insbesondere
20 bis 30%, der Länge des Zahnbürstenstiels 2 ausmacht. Durch Wahl von Material und
Gestalt wird ein einheitliches Bauteil geschaffen, bei dem ein kleiner bzw. kurzer
Abschnitt des Zahnbürstenstiels 2 definiert ausweicht, so daß die Schwingbewegung
auf den Bürstenkopf beschränkt wird.
[0015] Der Zahnbürstenstiel 2 ist vorzugsweise geradlinig ausgebildet, wobei der schmalstengelige
Zahnbürstenhals 4 mit einem geringfügigen Winkel α von 1° bis 5°, insbesondere 2°
bis 3°, gegenüber dem Zahnbürstengriff 3 angewinkelt sein kann. Die Vorderseite des
Bürstenkopfes 5 und der Zahnbürstengriff 4 schließen dann einen stumpfen Winkel ein.
[0016] Vorzugsweise besteht ferner der gesamte Zahnbürstenstiel 2 aus einem Celluloseester,
wie insbesondere einem Cellulosepropionat oder einem Celluloseacetopropionat. Der
Zahnbürstenstiel 2 umfaßt vorzugsweise einen Zahnbürstengriff 3 mit einem flach elliptischen
Querschnitt.
[0017] Der Bürstenkopf 5 ist in bekannter Weise vorderseitig mit Borsten 7 besetzt.
[0018] Der Zahnbürstenstiel 2 kann weiterhin, abgesehen von Griffmulden und/oder einer vorderseitigen
Daumenabstützung 9, eine durchgehende, gleichmäßige Dicke aufweisen.
[0019] Gemäß einem weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel, kann der Zahnbürstenhals
samt Bürstenkopf als auswechselbares Zahnbürstenteil auf einen einen Zahnbürstengriff
bildenden Zahnbürstenkörper einer Elektrozahnbürste aufsetzbar sein. Der Zahnbürstenkörper
der Elektrozahnbürste dient neben seiner Funktion als Zahnbürstengriff auch als Antriebseinrichtung
für eine rotierende und/oder oszillierend-rotierende Bewegung des Bürstenkopfes.
1. Zahnbürste mit einem einen Zahnbürstenhals und einen Zahnbürstengriff aufweisenden
Zahnbürstenstiel, wobei der Zahnbürstenhals einen dünnstengeligen Teilabschnitt mit
konstranter Breite aufweist, der an einen Bürstenkopf anschließt und ein Federelement
bildet, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstenhals (4) 15 bis 30 % der Gesamtlänge des Zahnbürstenstiels (2)
einnimmt und weniger als halb so breit wie der Zahnbürstengriff (3) an seiner stärksten
Stelle ist, der Teilabschnitt (6) eine Länge von 1 bis 3 cm aufweist, und daß mindestens
der Zahnbürstenhals (4) aus einem Celluloseester besteht.
2. Zahnbürste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Celluloseester ein Cellulosepropionat
oder ein Celluloseacetopropionat ist.
3. Zahnbürste nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstenhals
(4) einen runden oder elliptischen Querschnitt besitzt.
4. Zahnbürste nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstenhals
(4) eine Breite im Bereich zwischen 3 und 6 mm aufweist.
5. Zahnbürste nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstenhals
(4) mit einem Winkel α von 1° bis 5° angewinkelt ist.
6. Zahnbürste nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstenstiel
(2) einen Zahnbürstengriff (3) mit einem flach elliptischen Querschnitt aufweist.
7. Zahnbürste nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der gesamte
Zahnbürstenstiel (2) aus einem Cellulosepropionat oder Celluloseacetopropionat besteht.
8. Zahnbürste nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahnbürstengriff
(2) von einem Zahnbürstenkörper einer Elektrozahnbürste für einen rotierenden und/oder
oszillierend-rotierenden Antrieb des Bürstenkopfes (5) gebildet wird.