(19)
(11) EP 0 836 880 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.04.1998  Patentblatt  1998/17

(21) Anmeldenummer: 97117522.9

(22) Anmeldetag:  09.10.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B01F 7/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV RO SI

(30) Priorität: 16.10.1996 DE 19642659
07.04.1997 DE 19714209

(71) Anmelder: Clariant GmbH
65929 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Kramer, Helmut
    55129 Mainz (DE)

   


(54) Mischer zum kontinuierlichen Verarbeiten von fliessfähigen Materialien


(57) Ein diskontinuierlicher Mischer besteht aus einem kontinuierlich arbeitendem Mischer und seitlich an diesem angeordneten zwei Mühlen als Mischbeschleuniger. In dem Mischerbehälter 9 des kontinuierlichen Mischers sind auf einer konzentrischen Mischerwelle 10 auf radial abstehenden Mischerarmen 11 Mischwerkzeuge 12 in Gestalt von hohlen Pflugscharen oder Schaufeln angebracht. Die Mischerarme sind über die Länge und den Umfang der Mischerwelle so verteilt, daß die Projektionen der Mischerarme in eine Ebene senkrecht zur Mischerwelle Winkel αi im Bereich von 60° bis 195°, mit i ≥ 3, einschließen.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Mischer zum kontinuierlichen Verarbeiten von fließfähigen Materialien, mit einem Mischwerk und zumindest einer seitlich an dem Mischerangebrachten Mühle als Mischerbeschleuniger, wobei das Mischwerk aus einer in einem Mischbehälter konzentrisch umlaufenden Mischerwelle besteht, auf der scharenartige Mischwerkzeuge über radial von der Mischerwelle abstehenden Mischarmen angeordnet sind.

[0002] Bei der Herstellung von homogenen Mischgütern in der Chemie-, Kunststoff-, Pharmazie-, Kosmetik-, Elektrofotografie-, Nahrungsmittelindustrie und artverwandten Industriezweigen werden derartige Mischer eingesetzt, zum Mischen und Dispergieren von leicht flüssigen bis pastenförmigen Suspensionen, zum Granulieren feinkörniger Materialien, zum Benetzen und Beschichten von pulverförmigen Materialien.

[0003] Hierzu sind beispielsweise aus der EP-0 645 179 A1 Mischer bekannt, die aus einer Mischtrommel bestehen, in der zentrisch eine Welle angeordnet ist, auf der Mischwerkzeuge befestigt sind. Diese Welle mit den Mischwerkzeugen wird über ein Antriebssystem aus Elektromotor, Keilriementrieb und Untersetzungsgetrieben angetrieben. Durch die besondere Formgebung der Mischwerkzeuge und deren Anordnung auf der Welle wird das Mischgut intensiv durchwirbelt. Zur Verbesserung des Grades der Homogenisierung ist es bei den Mischern üblich quer zu den achsial verlaufenden Mischwerkzeugen Mühlen anzuordnen, denen die Mischkomponenten durch die Mischwerkzeuge zugeführt werden. Dabei werden verschiedene Arten von Mühlen eingesetzt, wie beispielsweise Reibmühlen, Rotor-Stator-Mühlen, Messermühlen oder Stiftmühlen, die einen ringförmigen Stator aufweisen, der mit parallel zueinander angeordneten zylindrischen Stiften versehen ist. Innerhalb dieses Stators ist ein Rotor in Form einer Scheibe angeordnet, an deren Umfang einige parallel zu den Stator-Stiften angeordnete, zylindrische Stiffe angebracht sind, die unter Freilassung eines kleinen Spaltes an den Stator-Stiften vorbeilaufen. Die einen Mahlspalt zu den Stiften des Stators begrenzenden Elemente des Rotors sind durch etwa radial zu seiner Achse verlaufende Flügel gebildet, deren radial äußere Enden eine Schneidkante aufweisen. Die Stifte des Stators sind mit Kanten versehen, die den radial äußeren Enden der Flügel zugeordnet sind. Der Rotor innerhalb des Stators ist im wesentlichen offen ausgebildet, wie dies in der EP-A-0 200 003 beschrieben ist.

[0004] Aus der EP-A-0 474 102 ist eine Mühle mit mahlenden Elementen bekannt, die so an dem Mischer angeordnet ist, daß die Mischwerkzeuge zwischen dem Behälter und den Mahlelementen bewegt werden können. Die Mühle umfaßt zwei konzentrisch angeordnete Mahlelemente, die gegeneinander frei beweglich sind. Mindestens eines dieser Mahlelemente erlaubt eine Produktbewegung in axialer und radialer Richtung und, während das weitere Mahlelement nur axial durchstörmbar ist. Das eine Mahlelement ist als Rotor und das andere Mahlelement als Stator ausgebildet.

[0005] Bei den bekannten Mischern wird angestrebt, durch die besondere Formgebung der Mischelemente und deren Anordnung auf der Mischwelle das Mischgut intensiver zu durchwirbeln. Rotor-Stator-Mühlen bewirken eine Zwangszerkleinerung des Mahlgutes, indem die Komponenten zerteilt, zerfasert und dispergiert werden. Dabei werden Rotor und Stator radial und axial durchströmt, jedoch liefert insbesondere die radiale Durchströmung des Stators ungenügend Mischergebnisse.

[0006] Die Messermühlen basieren auf dem Wirkprinzip der Prallzerkleinerung, wobei die Komponenten zerteilt, zerfasert, dispergiert und verdichtet werden. Bei Stiftmühlen sind u.a. Schneidkanten an den Flügelenden angebracht, die zusammen mit den Stiften des Stators die Scherwirkung im Mahlspalt erhöhen. Bei Reibmühlen wird beispielsweise die Reibfläche kegelstumpfartig ausgebildet, um den Reib-, Misch- und Desagglomiereffekt zu vergrößern.

[0007] Den Mischern, die bekannte Mühlen einsetzen, ist gemeinsam, daß die Produktschüttdichte von Granulaten unzureichend ist.

[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen kontinuierlichen Mischer der eingangs beschriebenen Art so zu verbessern, daß ohne großen technischen Aufwand im Vergleich zu bekannten Mischern die Schüttdichte erhöht werden kann.

[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mischerarme über die Länge und den Umfang der Mischerwelle so verteilt sind, daß die Projektionen der Mischerarme in eine Ebene senkrecht zur Mischerwelle untereinander verschiedene Winkel αi im Bereich von 60° bis 195°, mit i ≥ 3, einschließen.

[0010] In Weitergestaltung der Erfindung liegen sich von zumindest zwei Mischerarmen die Projektionen in die Ebene senkrecht zur Mischerwelle diametral gegenüber. Es gilt dann, daß die übrigen Mischerarme so über den Umfang und über die Länge der Mischerwelle verteilt sind, daß ihre Projektionen in die Ebene senkrecht zur Mischerwelle Winkel αi ungleich 180° miteinander einschließen.

[0011] Zweckmäßigerweise besitzen die Mischwerkzeuge die Geometrie von Pflugscharen, die einen Hohlraum aufweisen, jedoch können ebenso die Mischwerkzeuge Schaufelgeometrie haben, entsprechend der an und für sich bekannten Becker-Schaufel.

[0012] In Ausgestaltung der Erfindung sind Spitzen der Pflugscharen auf einer Wendelbahn angeordnet und bewegen sich während der Drehung der Mischerwelle auf diese Wendelbahn und ist der Abstand der Wendelbahn von der Mischerwelle konstant.

[0013] Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Merkmalen der Patentansprüche 6 bis 12.

[0014] Gegenüber einer Ausgestaltung der Mischerwelle in der Weise, daß die Mischerarme paarweise gegenüberliegen, wird mit der Erfindung der Vorteil erzielt, daß die Materialien langsamer durch den Mischer hindurchgeführt werden und dadurch die erzielte Schüttdichte höher ist.

[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert:
Fig. 1
eine quasi-perspektivische Ansicht einer Mischerwelle mit über den Umfang verteilten Mischwerkzeugen nach dem Stand der Technik,
Fig. 2
eine schematische Ansicht der Mischerwelle mit acht Mischwerkzeugen nach Fig. 1,
Fig. 3
eine Querschnittansicht eines Mischbehälters, in dem eine Mischerwelle mit 4er Teilung der Mischerarme konzentrisch angeordnet ist und die Positionen der Projektionen der Mischerarme in die Zeichenebene,
Fig. 4
eine Querschnittansicht ähnlich derjenigen von Fig. 3 , mit einer Mischerwelle mit 3er Teilung, und
Fig. 5
eine Querschnittansicht ähnlich derjenigen von Fig. 3, mit einer Mischerwelle mit 5er Teilung.


[0016] Über den Umfang und die Länge einer in Fig. 1 in perspektivischer Darstellung gezeigten Mischerwelle 10 sind radial von der Mischerwelle abstehende Mischerarme 11 so verteilt, daß sie paarweise gegenüberstehen. Die einzelnen Positionen der Mischerarme 11 sind durch die Bezugszahlen 1 bis 8 markiert.

[0017] An jedem der Mischerarme 11 ist ein Mischwerkzeug 12 befestigt, bei dem es sich um eine Pflugschar handelt, die einen Hohlraum 13 aufweist. Das Mischwerkzeug 12 kann auch die Gestalt einer Schaufel haben. Die Mischwerkzeuge 12 bewegen sich auf einem Umfangskreis im geringen Abstand von der Innenwand eines Mischbehälters 9, wie aus den Fig. 3 bis 5 ersichtlich ist. Die Drehung der Mischerwelle 10 erfolgt im Uhrzeigersinn, wobei sich die Spitzen 14 der Mischwerkzeuge 12 entlang einer Wendelbahn 15 bewegen.

[0018] In Fig. 2 ist die Verteilung der Mischwerkzeuge 12 entlang der Mischerwelle schematisch dargestellt. In Fig. 2 erfolgt der Produkteinlauf beispielsweise nahe der Position 1 und der Produktauslauf nahe der Position 8 des jeweiligen Mischerarmes 11. Ebenso kann der oder ein zusätzlicher Produkteinlauf nahe der Position 4 oder 5 des jeweiligen Mischerarmes 11 angeordnet sein, bei unverändertem Produktauslauf.

[0019] In Fig. 3 ist der zylindrische Mischbehälter 9 im Querschnitt gezeigt. Die Spitzen 14 der Pflugscharen bzw. der Mischwerkzeuge 12 zeigen in Uhrzeiger-Drehrichtung der Mischerwelle 10. Die Mischerarme 11 sind in Klemmen 16 eingesteckt und mit diesen verschraubt oder verschweißt, wobei die Klemmen radial von der Mischerwelle 10 abstehen. Die Klemmen 16 sind über die Länge und den Umfang der Mischerwelle 10 verstell- bzw. verdrehbar. Sowohl in Fig. 3 als auch in den Fig. 4 und 5 sind die Positionen 1 bis 8 jeweils als Projektionen der Mischerarme in die Zeichenebene, die senkrecht zur Mischerwelle liegt, eingezeichnet bzw. angedeutet. In Fig. 3 sind in den Positionen 1 und 8 die jeweiligen Mischerarme 11 und die daran befestigten Mischwerkzeuge 12 im Schnitt gezeigt. Wie erwähnt, dreht sich die Mischerwelle 10 im Uhrzeigersinn, so daß die Positionen 1 bis 8 der Mischerarme 11 im Uhrzeigersinn - Blickrichtung vom Ein- zum Auslauf - betrachtet werden, wobei die Winkelzählung über den Umfangskreis in der Position 1 bei 0° beginnt, im Uhrzeigersinn über die Position 2, 3 usw. bis zur Position 8 fortgesetzt wird. Die Winkeleinteilung des Umfangkreises geschieht ebenfalls im Uhrzeigersinn. Der Mischerbehälter 9 ist mit einem Produkteinlauf 18 auf der Oberseite und mit einem Produktauslauf 19 auf der Unterseite ausgestattet.

[0020] Beginnend mit der Position 1 bei 0° folgen danach im Uhrzeigersinn betrachtet die Positionen 2 bei 270°, die Position 3 bei 150° und die Position 4 bei 15° der Mischerarme 11, d.h. über den Umfangskreis sind vier Mischerarme 11 verteilt, die unterschiedliche Winkel αi untereinander einschließen. Unter Teilung ist die Anzahl der Mischerarme zu verstehen, die über den einzelnen Umfangskreis einer Mischerwelle verteilt sind. Bei einer 3er Teilung sind somit 3 Mischerarme über den Umfangskreis positioniert und räumlich gegeneinander über die Länge bzw. Tiefe der Mischerwelle versetzt, d.h. die Mischerarme befinden sich nicht in der gleichen Ebene.

[0021] In Fig. 3 sind beispielsweise 4 Mischerarme 11 über einen Umfangskreis der Mischerwelle 10 verteilt. Es liegt somit eine 4er Teilung vor. Zu der Teilung ist ganz allgemein anzumerken, daß sich die Einteilung in 3er, 4er, 5er oder 7er Teilung im Prinzip jeweils nur auf den ersten vollen Umfangskreis der Mischerwelle 10 bezieht.

[0022] Über den nächsten Umfangskreis sind die Mischerarme 11 in den Positionen 5 bei 210° und 6 bei 60° verteilt. Auf dem letzten Umfangskreis liegen die Mischerarme 11 in der Position 7 bei 300° und in der Position 8 bei 180°.

[0023] Die Mischwerkzeuge 12 sind bei der Ausführungsform nach Fig. 3 so ausgerichtet, daß das Mischgut zugleich mit der Durchmischung vorwärts gefördert wird, d.h. in Richtung Produktauslauf 19 transportiert wird.

[0024] Der in Fig. 4 gezeigte Mischbehälter 9 enthält eine Mischerwelle 10 in 3er Teilung des ersten Umfangskreises der Mischerwelle, der die Positionen 8, 7 und 6 der Mischerarme 11 umfaßt. Der jeweilige Mischerarm 11 befindet sich in der Position 1 bei 0° und in den Positionen 2 bis 8 bei 90°, 210°, 315°, 150°, 300°, 60° und 180°. Die Blickrichtung ist vom Auslauf in Richtung Einlauf und es erfolgt eine Rückförderung des Mischgutes in Richtung Einlauf, die eine Verdichtung des Mischgutes bewirkt.

[0025] Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch einen Mischerbehälter 9 mit einer Mischerwelle 10, die eine 5er Teilung aufweist und die Positionen 8, 7, 6, 5 und 4 der Mischerarme 11 umfaßt. Die Blickrichtung ist vom Auslauf in Richtung Einlauf. Der jeweilige Mischerarm 11 liegt in der Position 1 bei 0°, in der Position 2 bei 60°, in der Position 3 bei 135°, in der Position 4 bei 210° und in der Position 5 bei 285°. Die übrigen Mischerarme in den Positionen 6, 7, und 8 liegen bei 30°, 90° und 180°. Hierbei sind die Mischwerkzeuge ebenso wie bei der Ausführungsform nach Fig. 4 so eingestellt, daß sie eine Rückförderung des Mischgutes bei der Durchmischung bewirken, d.h. das Mischgut zum größeren Teil in Richtung Produkteingang 18 und nur zum kleineren Teil in Richtung Produktausgang 19 transportiert wird, d.h. es erfolgt wie bei der Ausführungsform nach Fig. 4 eine Verdichtung des Mischgutes.

[0026] Bei den Mischerwellen 10 gemäß der Fig. 3 bis 5 liegen sich die Projektionen von zumindest zwei Mischerarmen 11 in die Zeichenebene diametral gegenüber. Die übrigen Mischerarme 11 sind dabei über den Umfang und über die Länge der Mischerwelle 10 in einer Weise verteilt, daß ihre Projektionen in die Zeichenebene bzw. die Ebene senkrecht zur Mischerwelle 10 Winkel αi ungleich 180° miteinander einschließen. Die Mischwerkzeuge 12 sind parallel zu der Mischerwelle 10 ausgerichtet und die Spitzen 14 der Mischwerkzeuge 12, bewegen sich während der Drehung der Mischerwelle 10 auf einer Kreisbahn 15. Der Abstand der Kreisbahn 15 von der Mischerwelle 10 bzw. von der Innenwand des Mischerbehälters 9 ist konstant.

[0027] Durch die unterschiedlichen Teilungen der Umfangskreise der Mischerwelle durch die Mischerarme wird das Mischgut zum größeren Teil entweder vorwärts- oder rückgefördert, worunter zu verstehen ist, daß bei der Vorförderung das Mischgut größtenteils vom Produkteinlaß 18 in Richtung Produktauslaß 19 transportiert wird, während bei der Rückförderung das Mischgut größtenteils in Richtung Produkteinlaß 18 transportiert wird. Durch die vorfördernde Einstellung wird der Mischerinhalt vermindert, durch die rückfördernde Wirkung ergibt sich eine Erhöhung des Mischerinhalts.

[0028] In der Tabelle am Ende der Beschreibung sind für die Ausführungsformen des Mischerbehälters und der Mischerwelle gemäß den Fig. 3 bis 5 die Winkel αi zwischen den Mischerarmen 11 für die einzelnen Mischwerkzeuge 12 zusammengestellt.

[0029] In den Mischbehältern 9 werden beispielsweise TAED-CMC-Granulate für die Produktion von Waschmitteln hergestellt. Bei CMC handelt es sich um den Rohstoff Carboxymethylcellulose und bei TAED um den Aktivator Tetraacetylethylendiamin. Beide Komponenten sind Waschmittelrohstoffe. CMC dient in diesem Fall zusätzlich als Bindemittel bei der TAED-Granulierung. Die Korngrößen von TAED und CMC liegen vornehmlich in der Größenordnung von 75 bis 150 µm, während die Produktspezifikation Korngrößen von 500 bis 1700 µm vorsehen, die durch das Granulieren erreicht werden müssen. Im Hinblick auf die in jüngerer Zeit auf den Markt gekommenen Kompaktwaschmittel werden bei Korngrößen in diesem angegebenen Bereich Schüttdichten von > 500 g/dm3 angestrebt. Die Erhöhung der Produktschüttdichte gelingt bisher nur mit diskontinuierlichen Mischern, die als Mischbeschleuniger zwei Messer- oder Stiftmühlen, die seitlich an diesem Pflugscharenmischer angebracht sind, enthalten. Dabei sind bei dem Pflugscharenmischer die Mischarme mit den Pflugscharen in äquidistanten Abständen und mit gleichen Winkeln αi zwischen den Mischerarmen auf der Mischerwelle angeordnet. Jedoch bleiben dabei die Schüttdichten unter 500 g/dm3. Die sich einstellende Schüttdichte ist dabei sowohl von der im Granulierschritt zugegebenen Flüssigkeitsmenge, der eingestellten Mischerdrehzahl als auch von dem Typ des verwendeten Mischbeschleunigers abhängig.

[0030] Durch die voranstehend beschriebene Anordnung der Mischerarme auf der Mischerwelle erhöht sich der kompaktierende Einfluß des kontinuierlichen Pflugscharenmischers auf das Granulierprodukt in größerem Maße und es werden Schüttdichten des TAED-CMC-Granulats ≥ 500 g/dm3 erreicht, wie die nachstehenden zwei Beispiele zeigen.

Beispiel 1



[0031] 
Rückwärtsfördernde Einstellung (3er Teilung) (Pflugscharstellung Fig. 4)
Produktzusammensetzung: TAED 94 %
CMC 6 %
Wasserzugabe: 16 %
Mischerdrehzahl: 100 U/min
Mischbeschleuniger: 2 Messermühlen 3000 U/min
ermittelte Schüttdichte: 500 g/dm3

Beispiel 2



[0032] 
Rückwärtsfördernde Einstellung (5er Teilung) (Pflugscharstellung Fig. 5)
Produktzusammensetzung: TAED 94 %
CMC 6 %
Wasserzugabe: 16 %
Mischerdrehzahl: 100 U/min
Mischbeschleuniger: 2 Messermühlen 3000 U/min
ermittelte Schüttdichte: 515 g/dm3

Vergleichsbeispiel A



[0033] 
Ausgangszustand (Pflugscharstellung Fig. 1)
Produktzusammensetzung: TAED 94 %
CMC 6 %
Wasserzugabe: 16 %
Mischerdrehzahl: 100 U/min
Mischbeschleuniger: 2 Messermühlen 3000 U/min
ermittelte Schüttdichte: 470 g/dm3

Vergleichsbeispiel B



[0034] 
vorwärtsfördernde Einstellung (Pflugscharstellung Fig. 3)
Produktzusammensetzung: TAED 94 %
CMC 6 %
Wasserzugabe: 16 %
Mischerdrehzahl: 100 U/min
Mischbeschleuniger: 2 Messermühlen 3000 U/min
ermittelte Schüttdichte: 435 g/dm3
Tabelle
Teilung Positionen der Mischerarme Winkel αi zwischen zwei aufeinandenfolgenden Positionen
  1   2 2   3 3   4 4   5 5   6 6    7 7   8
4er Teilung (Fig. 3) 90° 120° 135° 165° 150° 120° 120°
3er Teilung (Fig. 4) 90° 120° 105° 195° 150° 120° 120°
5er Teilung (Fig. 5) 60° 75° 75° 75° 105° 60° 90°


[0035] Je nachdem wie hoch der vor- bzw. rückfördernde Anteil der Mischung beim Granulieren sein soll, kann eine 3er, 4er oder 5er Teilung auf der Mischerwelle eingestellt werden. Bei der 4er Teilung (Fig. 3) werden die Winkel αi wegen der Blickrichtung vom Ein- zum Auslauf bzw. wegen der Vorwärtsförderung des Mischgutes, im Gegenuhrzeigersinn gezählt, während bei der 3er und 5er Teilung (Fig.en 4 und 5) die Winkel αi, wegen der Blickrichtung vom Aus- zum Einlauf bzw. wegen der Rückfröderung des Mischgutes im Uhrzeigensinn gezählt werden.


Ansprüche

1. Mischer zum kontinuierlichen Verarbeiten von fließfähigen Materialien mit einem Mischwerk und zumindest einer seitlich an dem Mischer angebrachten Mühle als Mischbeschleuniger, wobei das Mischwerk aus einer in einem Mischbehälter konzentrisch umlaufenden Mischerwelle besteht auf der scharenartige Mischwerkzeuge über radial von der Mischerwelle abstehenden Mischerarmen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischerarme (11) über die Länge und den Umfang der Mischerwelle (10) so verteilt sind, daß die Projektionen der Mischerarme in eine Ebene senkrecht zur Mischerwelle Winkel αi im Bereich von 60° bis 195° mit i ≥ 3 einschließen.
 
2. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von zumindest zwei Mischerarmen (11) die Projektionen in die Ebene senkrecht zur Mischerwelle (10) sich diametral gegenüberliegen.
 
3. Mischer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die übrigen Mischerarme (11) so über den Umfang und über die Länge der Mischerwelle (10) verteilt sind, daß ihre Projektionen in die Ebene senkrecht zur Mischerwelle (10) Winkel αi ungleich 180° miteinander einschließen.
 
4. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischwerkzeuge (12) die Geometrie von Pflugscharen besitzen, die einen Hohlraum (13) aufweisen.
 
5. Mischer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Spitzen (14) der Pflugscharen auf einer Kreisbahn (15) angeordnet sind und sich während der Drehung der Mischerwelle (10) auf dieser Kreisbahn bewegen und daß der Abstand der Kreisbahn (15) von der Mischerwelle (10) konstant ist.
 
6. Mischer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischwerkzeuge (12) parallel zu der Mischerwelle (10) ausgerichtet sind.
 
7. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischerarme (11) in 3er bis 8er Teilung wendelförmig über den Umfang und die Länge der Mischerwelle (10) verteilt sind.
 
8. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischerarme (11) in 3er, 4er oder 5er Teilung über den Umfang und die Länge der Mischerwelle (10) verteilt sind.
 
9. Mischer nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer wendelförmigen Anordnung der Mischwerkzeuge (12) auf der Mischerwelle (10) entgegen demUhrzeigersinn und bei einer Drehrichtung der Mischerwelle (10) im Uhrzeigersinn das Mischgut schneller durch den Mischer hindurchläuft.
 
10. Mischer nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer wendelförmigen Anordnung der Mischwerkzeuge (12) auf der Mischerwelle (10) im Uhrzeigersinn und bei einer Drehrichtung der Mischerwelle im Uhrzeigersinn das Mischgut langsamer durch den Mischer hindurchläuft.
 
11. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wendelförmige Anordnung der Mischerarme (11) auf der Mischerwelle (10) durch eine Klemmvorrichtung oder durch eine feste Schweißverbindung erfolgt.
 
12. Mischer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung Klemmen (16) aufweist, die radial von der Mischerwelle (10) abstehen, daß die Mischerarme (11) in die Klemmen einsteckbar und mit diesen verschraubbar oder mit den Klemmen verschweißbar sind und daß die Klemmen über die Länge und denUmfang der Mischerwelle verstellbar bzw. verdrehbar sind.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht