[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung an Druckmaschinen nach
dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Eine gattungsgemäße Schutzvorrichtung ist aus der DE 44 02 158 C1 bekannt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schutzvorrichtung für Druckmaschinen vorzuschlagen,
die einerseits am Druckprozess beteiligte Druckstellen vor unbefugtem Zugang schützt
und die andererseits nicht am Druckprozess beteiligte Druckstellen durch Öffnen der
Schutzvorrichtung für Wartungsarbeiten oder Reparaturen zugänglich macht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand von Anspruch 1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß ist jedem Zylinderpaar, umfassend jeweils einen Gummituchzylinder
und einen Plattenzylinder, eine verschwenkbare, flächenförmig das Zylinderpaar abschirmende
Schutzabdeckung zugeordnet. Jede Schutzabdeckung ist einzeln in ihre jeweilige Schutzstellung
oder aus dieser Schutzstellung heraus schwenkbar. Hierdurch wird es möglich, einzelne
Zylinderpaare für Wartungs- oder Reparaturarbeiten zugänglich zu machen, wärend die
anderen Zylinderpaare der gleichen Druckmaschine in Betrieb sind.
[0006] Durch die Anordnung der Schwenkachsen der Schutzabdeckungen entsprechend Anspruch
2 benötigt die Schutzvorrichtung erfindungsgemäß besonders wenig zusätzlichen Platz.
[0007] Durch die Anordnung einer horizontalen Trennfläche, die auch durch eine ansonsten
anderweitig genutzte Vorrichtung der Maschine, vorzugsweise eine schwenkbare Waschvorrichtung,
ersetzt werden kann, wird nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung der
Zugang über eine aus ihrer Schutzstellung geschwenkte Abdeckung von einem stillgesetzten
Zylinderpaar zu einem benachbarten, noch im Betrieb befindlichen Zylinderpaar verhindert.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- zwei übereinander in einem Druckturm angeordnete Zylinderpaare eines "U"- und eines
"N"-Brücken-elements mit je einer in Schutzstellung befindlichen Schutzabdeckung;
- Figur 2
- die Zylinderpaare mit Schutzabdeckungen entsprechend Figur 1, jedoch mit aus der Schutzstellung
geschwenkter unterer Schutzabdeckung;
- Figur 3
- die Anordnung nach den Figuren 1 und 2, jedoch mit abgeschwenkter oberer Schutzabdeckung;
- Figur 4
- die Anordnung von Figur 1 mit je einer Waschvorrichtung für jedes der Zylinderpaare;
- Figur 5
- die Anordnung von Figur 1 mit einer schwenkbaren Waschvorrichtung zwischen den beiden
übereinander angeordneten Zylinderpaaren; und
- Figur 6
- einen Schwenkmechanismus für die abschwenkbaren Schutzabdeckungen nach den Figuren
1 bis 5.
[0009] Figur 1 zeigt zwei zu einer Seite einer durchlaufenden Bahn angeordnete Zylinderpaare
eines "N"-Brückenelements und eines darüber angeordneten "U"-Brückenelements. Mehrere
solcher "N"- und "U"-Brückenelemente sind abwechselnd übereinander in einem Druckturm
angeordnet. Die dargestellten Zylinderpaare werden jeweils durch einen Gummituchzylinder
1 bzw. 3 und einen Plattenzylinder 2 bzw. 4 gebildet.
[0010] Jedem der Zylinderpaare 1, 2 und 3, 4 ist eine in einem Maschinengestell verschwenkbar
gelagerte, flächenförmige Schutzabdeckung 10 bzw. 20 zugeordnet. Die Schutzabdeckungen
10 und 20 sind einstückig flächig ausgebildet und schirmen jeweils ein Zylinderpaar
gegen einen unbefugten Zugriff durch eine Bedienperson ab. In Figur 1 sind die beiden
Schutzabdeckungen 10 und 20 je in ihrer Schutzstellung dargestellt. Zwischen den beiden
übereinander liegenden Gummituchzylindern 1 und 3 ist eine horizontale Abdeckplatte
als Trennfläche 30 lösbar, vorzugsweise mittels Schnellkuplungen, am Maschinengestell
befestigt. Die Trennfläche 30 verhindert den Zugang zu jedem der beiden Zylinderpaare
1,2 und 3, 4 von der Seite des jeweils benachbarten Zylinderpaars aus, falls nämlich
dessen Schutzabdeckung aus ihrer Schutzstellung heraus geschwenkt worden ist, beispielsweise
zum Zwecke von Wartungsarbeiten.
[0011] Jede der Schutzabdeckungen 10 bzw. 20 ist um eine Schwenkachse 11 bzw. 21 schwenkbar
im Maschinengestell gelagert. Die Schwenkachsen 11 und 21 verlaufen in Zylinderachsrichtung.
Die Schwenkachsen 11 und 21 sind innerhalb des dreieckförmigen, freibleibenden Bereichs
zwischen jeweils übereinander liegenden Zylinderpaaren 1, 2 und 3, 4 angeordnet. Die
Schutzabdeckungen 10 und 20 sind um ihre jeweilige Schwenkachse von ihrem zugeordneten,
d.h. abzuschirmenden Zylinderpaar in Richtung auf die jeweils andere Schutzabdeckung
zu aus der Schutzstellung heraus wegschwenkbar.
[0012] In Figur 2 ist die untere Schutzabdeckung 20 für das Zylinderpaar des "N"-Brückenelements
nach oben abgeschwenkt. Dieses Zylinderpaar 3, 4 ist somit für das Bedienpersonal
zugänglich. Durch die Trennfläche 30 wird jedoch der Zugang zum anderen Zylinderpaar
1, 2 verhindert. Das letztgenannte Zylinderpaar 1, 2 kann somit weiter drucken, während
das direkt darunterangeordnete Zylinderpaar 3, 4 gewartet werden kann.
[0013] Figur 3 zeigt den Fall, in dem das obere Zylinderpaar 1, 2 für Wartungsarbeiten zugänglich
gemacht wurde, indem die diesem Zylinderpaar zugeordnete Schutzabdeckung 10 nach unten
aus ihrer Schutzstellung heraus geschwenkt worden ist.
[0014] Die Trennfläche 30 reicht zur einen Seite bis nahe zur durchlaufenden Bahn und erstreckt
sich zur anderen Seite bis nahe zu den benachbart angeordneten Schwenkachsen 11 und
21 der Schutzabdeckungen 10 und 20. Den freien Enden der Schutzabdeckungen 10 und
20 in deren Schutzstellung gegenüberliegend sind je eine weitere Abdeckung 15 und
25 angeordnet. Diese zusätzlichen Abdeckungelemente 15 und 25 sind an der Druckmaschine
von Hause aus vorhanden; sollte dies jedoch nicht der Fall sein, so sind sie wie in
den Figuren 1 bis 5 dargestellt entsprechend anzubringen. Jedes der Zylinderpaare
wird somit für die Bedienperson unzugänglich durch eine in den Figuren 1 bis 5 als
nahezu geschlossenen Linienzug dargestellte Abschirmung vor unbefugtem Zugang geschützt.
Der genannte Linienzug reicht von der zusätzlichen Abdeckung 15 bzw. 25 über die in
Schutzstellung befindliche Schutzabdeckung 10 bzw. 20, die dann durch die Trennfläche
30 bis in den Bereich zwischen den Gummituchzylindern 1 und 3 zweier übereinanderangeordneter
Brückenelemente hineinreicht. Die zusätzlichen Abdeckelemente 15 und 25 verlaufen
im wesentlichen horizontal bis an den jeweils benachbarten Plattenzylinder 2 bzw.
4 heran und können vorteilhafter Weise als Anschläge für das freie Ende der Schutzabdeckung
10 bzw. 20 dienen.
[0015] Auf das jeweils unteren Schutzelement 25 kann sich die Bedienperson bei der Ausführung
von Wartungs- oder Reperaturarbeiten stützen.
[0016] Wie die Figuren 1 bis 5 zeigen, benötigt die erfindungsgemäße Schutzabdeckung extrem
wenig zusätzlichen Platz. Sie wird lediglich zwischen zwei übereinander angeordneten
Brückenelementen verschwenkt. Weitere Brückenelemente werden nicht beeinflußt. Erfindungsgemäß
wird somit der sowieso vorhandene Raum zwischen einem "N"-Brückenelement und einem
darüber angeordneten "U"-Brückenelement für die Zwecke der Schutzvorrichtung genutzt.
Dabei kann es vorteilhaft sein, die Schwenkachsen 11 und 21 der Schutzabdeckungen
10 und 20 soweit als möglich in Richtung auf die vertikal durchlaufende Bahn bzw.
auf die übereinander angeordneten Gummituchzylinder 1 und 3 zu verschieben.
[0017] Figur 4 zeigt die Anordnung von Figur 1, wobei zusätzlich eine dem Gummituchzylinder
1 zugeordnete Waschvorrichtung 41 und eine dem Gummituchzylinder 3 zugeordnete Waschvorrichtung
42 dargestellt sind. Die beiden Waschvorrichtungen 41 und 42 sind jeweils innerhalb
des durch die Schutzabdeckungen 10 und 20 abgeschirmten Raums oberhalb und unterhalb
der Trennfläche 30 angeordnet.
[0018] In Figur 5 sind die jeweils einzelnen zugeordneten Waschvorrichtungen 41 und 42 der
Figur 4 durch eine einzige Waschvorrichtung 45 ersetzt, die in etwa auf der gedachten
Mittellinie zwischen den übereinander angeordneten Gummituchzylindern 1 und 3 derart
verschwenkbar gelagert ist, daß je nach Schwenkstellung dieser Waschvorrichtung 45
entweder der obere Gummituchzylinder 1 oder der untere Gummituchzylinder 3 gewaschen
werden können. In dieser zentralen Anordnung übernimmt die Waschvorrichtung 45 die
Trennfunktion der Trennfläche 30. Eine zusätzliche Abdekkung zur Bildung der Trennfläche
30, wie dies in den Figuren 1 bis 4 dargestellt ist, kann entfallen. Die Schwenkachse
der Waschvorrichtung 45 verläuft in Zylinder-Längsrichtung und liegt in etwa auf der
Mittellinie zwischen den beiden übereinander angeordneten Gummituchzylindern im Bereich
zwischen einer gedachten Verbindungslinie zwischen den Drehachsen dieser Gummituchzylinder
und einer gedachten Verbindungslinie zwischen den Schwenkachsen 11 und 21 der Schutzabdeckungen
10 und 20.
[0019] In Figur 6 ist ein Schwenkmechanismus beispielhaft für die Schutzabdeckung 10 dargestellt.
Am Maschinengestell G ist eine Kurbel 13 um ihren Wellenzapfen drehbar gelagert. Als
Lager dient ein am Maschinengestell G befestigter Lagerbock 14. Am Hebelarm 13 ist
eine Gasdruckfeder 15 mittels eines Bolzens 16 um eine zur Schwenkachse 12 der Schutzabdeckung
10 parallelen Achse drehbar angelenkt. Mit ihrem anderen Ende ist die Gasdruckfeder
15 mittels eines weiteren Drehgelenks oder Kugelgelenks am Maschinengestell G abgestützt.
Der Hebelarm 13 weist an seiner der Schutzabdeckung 10 in der Bildebene nach Figur
6 zugewandten Seite zwei Stege 17 und 18 auf, die zueinander U-förmig angeordnet sind.
Die beiden Stege 17 und 18 sind je mit einer Bohrung versehen, durch die ein als Schnellverbindung
für die Schutzabdeckung 10 dienender Bolzen 19 eingeschoben werden kann. Die Schutzabdeckung
10 sitzt auf einer Welle 12, die mit einem Ende in das durch die Stege 17 und 18 gebildete
U-förmige Lager eingreift. Die Welle 12 ist an ihrem in das U eingreifenden Ende ebenfalls
mit einer Bohrung versehen, in die der Bolzen 19 eingeführt wird. Auf diese Weise
wird die Verbindung zwischen Kurbel 13 und Schutzabdeckung 10 beziehungsweise deren
Welle 12 hergestellt. Die Schutzabdeckung 10 läßt sich somit durch einfaches Herausziehen
des Bolzens 19 abnehmen. An seinem über das U-förmige Lager 17, 18 hinausstehenden
Ende ist der Bolzen 19 mit druckbeaufschlagten Kugeln oder anderen geeigneten Mitteln
versehen, um ein nicht beabsichtigtes Herausfallen des Bolzens 19 in allen Schwenklagen
zu verhindern.
[0020] Figur 6 zeigt hierbei eine bevorzugte Ausführungsform des Schwenkmechanismus für
die Schutzabdeckung 10, bei der nämlich die Welle 12 der Schutzabdeckung 10 derart
an der Kurbel 13 befestigt ist, daß dem Schwenken der Schutzabdeckung 10 um ihre Schwenkachse
11 eine zusätzliche Drehbewegung um die Drehlagerung der Kurbel 13 an dem Maschinengestell
G überlagert wird. Hierzu ist die Schwenkachse 11 exzentrisch zur Drehachse der Kurbel
13 an der Kurbel 13 befestigt. Durch diese exzentrische Befestigung kann die jeweils
aus der Schutzstellung geschwenkte Schutzabdeckung parallel oder nahezu parallel an
die jeweils benachbarte Schutzabdeckung herangeschwenkt werden. Die Schutzabdeckung
10 ist beidseits mittels eines Schwenkmechanismus, wie er in Figur 6 dargestellt ist,
am Maschinengestell G gelagert.
1. Schutzvorrichtung an Druckmaschinen,
mit einer flächenförmigen Schutzabdeckung (10), die um eine Schwenkachse (11) schwenkbar
in einem Maschinengestell (G) gelagert ist und ein Zylinderpaar, umfassend einen Gummituchzylinder
(1) und einen Plattenzylinder (2), vor Zugriff durch Bedienpersonal abschirmt und
nach Abschwenken von dem Zylinderpaar (1, 2) den Zugang zu diesem Zylinderpaar (1,
2) freigibt,
dadurch gekennzeichnet, daß für jedes der Zylinderpaare (1, 2; 3, 4) eines Druckturms
mit abwechselnd übereinander angeordneten "U"- und "N"-Brückenelementen eine eigene
Schutzabdeckung (10; 20) vorgesehen ist.
2. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachsen (11;
21) der Schutzabdeckungen (10; 20) innerhalb des durch den äußeren Umfang der Plattenzylinder
(2, 4) begrenzten Bereichs des Druckturms und nahe bei der gedachten Mittellinie zwischen
zwei übereinander liegenden Brückenelementen des Druckturms angeordnet sind.
3. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den
Gummituchzylindern (1, 3) zweier im Druckturm übereinander liegender Brückenelemente
eine Trennfläche (30) lösbar angeordnet ist.
4. Schutzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine zwischen
zwei übereinander angeordneten Gummituchzylindern (1, 3) eine Waschvorrichtung (45)
derart angeordnet ist, daß sie als zusätzliche Schutzabdeckung dient.