[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckform für ein Rotations-Hochdruckverfahren, bei der
die die Druckfarbe übertragenden Druckpunkte ein Grundraster bilden und von einer
durch Vertiefungen gebildeten Überstruktur überlagert sind.
[0002] Bei den Rotations-Hochdruckverfahren erfolgt die Farbübertragung auf den Bedruckstoff
unmittelbar durch die Druckform. Diese wird dabei als Druckplatte hergestellt und
auf die Mantelfläche eines Klischeezylinders aufgespannt. Beim Aufdrucken eines Druckmotivs
oder Druckbildes wird dieses zur Erzeugung von sog. Halbtönen in Form eines i.a. regelmäßigen
Druckrasters erzeugt, dessen erhabene Druckpunkte ebene Druckflächen bilden, die durch
eine geeignete Einrichtung eingefärbt werden und von denen die Druckfarbe auf den
Bedruckstoff übertragen wird.
[0003] Eine eingangs genannte Druckform ist aus der DE-C1-43 24 577 bekannt. Das Feinraster,
das dort in Form von Vertiefungen als Überstruktur dem Grundraster überlagert ist,
erlaubt es, auf einem nicht saugfähigen Material z. B. Glas einen homogenen und ausreichenden
Farbübertrag zu erzielen. Sowohl das Grundraster als auch das Feinraster werden dabei
durch die sog. Rasterzahl, die durch die Anzahl der Drucklinien bzw. Druckpunkte je
cm, gerechnet jeweils in Richtung des kürzesten Abstands gegeben ist, und die prozentuale
Flächendeckung eindeutig festgelegt. Da die einzelnen Druckflächen oder Druckpunkte
in Linien angeordnet sind, spricht man üblicherweise von Linien pro cm. Die Rasterzahl
gibt somit die Teilung bzw. den Punktabstand vor. Die Punktgröße wird durch die prozentuale
Flächendeckung festgelegt. Die prozentuale Flächendeckung ist das Verhältnis der Fläche
der erhabenen Druckpunkte zu der Gesamtfläche des gerasterten Druckmotivs. Die Druckpunkte
brauchen dabei nicht kreisförmig zu sein, sondern können grundsätzlich eine beliebige
geometrische Gestalt aufweisen.
[0004] Bei der bekannten Druckform kann es vorkommen, daß die äußere Begrenzung der zum
Grundraster gehörenden Druckpunkte durch die Struktur des Feinrasters unterbrochen
wird und daß dadurch eine wohldefinierte Begrenzung der Druckpunkte nicht mehr gewährleistet
ist. Dies liegt daran, daß bei der Auswahl des Feinrasters nur die Rasterzahl und
die prozentuale Flächendeckung berücksichtigt werden. Es wird dagegen nicht berücksichtigt,
in welchen Bereichen das Feinraster dem Grundraster überlagert ist. Es kann also passieren,
daß Feinrasterpunkte (Vertiefungen) den Druckpunkten in deren Randbereichen nur teilweise
überlagert sind, so daß der Randbereich eines solchen Druckpunktes unterbrochen ist.
Dieser Effekt wird besonders in den Fällen wesentlich, in denen nur eine geringe Anzahl
von Feinrasterpunkten mit jeweils relativ großer Fläche auf einen Druckpunkt des Grundrasters
entfällt. Dies führt dazu, daß im Druckbild solcher Druckpunkte deutlich eine unregelmäßige
Begrenzung zu erkennen ist. Vor allem bei der Herstellung flacher Bildschirme, bei
der das Flexodruckverfahren zum Aufbringen der Leuchtstoffschicht auf die Glasscheibe
verwendet werden kann, wirkt sich dies negativ aus.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Druckform der eingangs genannten
Art zur Erzielung eines verbesserten Druckbildes auszugestalten.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Überstrukturen relativ
zu den Druckpunkten gleichartig angeordnet und den Druckpunkten derart überlagert
sind, daß sich an den Randbereichen der Druckpunkte keine Vertiefungen befinden.
[0007] Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß bei der Auswahl einer Überstruktur
die Lage und Größe der das Grundraster bildenden Druckpunkte nicht unberücksichtigt
bleiben darf. Die Überstruktur muß relativ zu den Druckpunkten gleichartig angeordnet
sein, d.h., daß jede Überstruktur relativ zu dem von ihr überlagerten Druckpunkt die
gleiche Position aufweist. Die einem Druckpunkt überlagerte Überstruktur darf außerdem
nicht bis an den Randbereich des Druckpunktes heranreichen, damit dort der Randbereich
nicht unterbrochen ist, was dazu führen würde, daß die von den Vertiefungen vor dem
Bedrucken aufgenommene Farbe beim Druckvorgang bevorzugt an solchen Stellen wegfließen
kann. Dies würde dann zu der genannten unregelmäßigen Begrenzung des Druckbildes eines
Druckpunktes führen. Die Überstrukturen sind also so angeordnet, daß der Rand eines
Druckpunktes nicht von einer Vertiefung geschnitten wird.
[0008] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Druckpunkte periodisch
angeordnet sind und daß die Überstrukturen periodisch mit derselben Periode oder einem
Vielfachen dieser Periode angeordnet sind. Dies bedeutet, daß die einem Druckpunkt
überlagerte Überstruktur zu der den benachbarten Druckpunkten überlagerten Überstrukturen
dieselben Abstände aufweisen wie die Druckpunkt selbst. Falls die Periode der Überstrukturen
einem Vielfachen der Periode der Druckpunkte entspricht, bedeutet dies, daß einige
Druckpunkte nicht von einer Überstruktur überlagert sind, also keine Vertiefungen
aufweisen.
[0009] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Überstruktur
durch mindestens eine ringförmige Vertiefung pro Druckpunkt gebildet ist. Die ringförmigen
Vertiefungen sind dabei bevorzugt jeweils konzentrisch zum Mittelpunkt des Druckpunktes
angeordnet und bei mehreren Vertiefungen pro Druckpunkt schneiden diese sich gegenseitig
nicht. Eine derartig ausgestaltete Überstruktur hat den Vorteil, daß die von der Vertiefung
aufgenommene Farbe beim Druckvorgang gleichmäßig in alle Richtungen über die Druckfläche
des Punktes verläuft und einen gleichmäßigen, großen Farbübertrag ergibt. Es können
auch mehrere ringförmige, bevorzugt konzentrisch zur Druckpunktmitte angeordnete Vertiefungen
pro Druckpunkt angeordnet sein, wobei jedoch aus Gründen eines größtmöglichen Volumens
der kreisförmigen Vertiefungen die Anzahl der ringförmigen Vertiefungen nach obenhin
begrenzt ist, da zum einen die Flanken der Vertiefungen aus Festigkeitsgründen nicht
beliebig steil sein dürfen. Andererseits ist die Breite der Vertiefungen auch durch
die Pigmentgröße der Farbpartikel begrenzt, denn die Vertiefungen dürfen nicht so
eng sein, daß sich Farbpartikel darin verklemmen können.
[0010] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Überstruktur
durch eine im Zentrum der Druckpunkte gelegene Vertiefung gebildet ist. Auch mit einer
solchen Überstruktur wird ein gleichmäßig großer Farbübertrag erreicht, ohne daß unregelmäßige
Begrenzungen der Druckpunkte im Druckbild erscheinen können.
[0011] Beim Aufbringen der Leuchtstoffschicht auf die Glasscheibe von Bildschirmen haben
sich besonders kreisförmig und sechseckförmig ausgestaltete Druckpunkte als vorteilhaft
erwiesen. Zur Lösung der Aufgabe können jedoch auch anders ausgestaltete Druckpunkte
verwendet werden, denen erfindungsgemäß eine Überstruktur der genannten Art überlagert
wird, die aus regelmäßigen, ineinander angeordneten, sich einander nicht schneidenden
und in sich jeweils geschlossenen Vertiefungen besteht, die den Rand der einzelnen
Punkte nicht schneiden, sondern bevorzugt parallel zu den Berandungen der einzelnen
Druckpunkte verlaufen.
[0012] Die erfindungsgemäße Druckform und Druckmaschinen mit einer derartigen Druckform
werden bei den Rotations-Hochdruckverfahren, zu denen auch das Flexodruckverfahren
zählt, verwendet. Solche Druckverfahren können auch zum Bedrucken von Bedruckstoffen
aus hartem, nicht saugfähigem Material, insbesondere auch von Glas eingesetzt werden.
Insbesondere zum Bedrucken von Glasscheiben für Bildschirme mit einer Leuchtstoffschicht
eignet sich das Flexodruckverfahren. Vor allem Flachbildschirme für Farbfernsehbildröhren
lassen sich vorteilhaft mit einer erfindungsgemäßen, zum Bedrucken von flachen und
biegespröden Bedruckstoffen geeigneten Flexodruckmaschine herstellen.
[0013] Als weitere Anwendungen für das Flexodruckverfahren kommen das Aufbringen von z.
B. einer schwarzen Matrix, von Farbfiltern, Leiterbahnen, Widerstandslagen, Barriere-
und Abstandsstrukturen auf die Oberfläche von Bildschirmen in Frage.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer zum Bedrucken von flachen und biegespröden Bedruckstoffen
geeigneten, speziellen Flexodruckmaschine,
- Fig. 2
- einen Teil einer Druckform für eine Flexodruckmaschine gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Druckpunkt einer gerasterten Druckform nach dem Stand der Technik in einer Draufsicht,
- Fig. 4
- einen Druckpunkt einer gerasterten Druckform nach der Erfindung in einer Draufsicht,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt einer Druckform mit einem Druckpunkt gemäß Fig. 4 in einer Seitenansicht,
- Fig. 6
- die Anordnung mehrerer Druckpunkte gemäß Fig. 4 in einer Draufsicht,
- Fig. 7
- ein mit den Druckpunkten gemäß Fig. 6 erzieltes Druckmotiv,
- Fig. 8
- eine weitere Ausführung eines Druckpunktes einer Druckform nach der Erfindung in einer
Draufsicht und
- Fig. 9
- einen Ausschnitt einer Druckform mit Druckpunkten gemäß Fig. 8 in einer Seitenansicht.
[0015] In Fig. 1 ist eine Flexodruckmaschine, die sich zum Bedrucken von beispielsweise
Glasscheiben für Flachbildschirme eignet, in schematischer Darstellung gezeigt. Das
eigentliche Druckwerk umfaßt eine die Druckfarbe enthaltende Farbwanne 1, eine in
die Druckfarbe eintauchende Tauchwalze 2, einen die Druckform bzw. das Klischee 3
tragenden Klischeezylinder 4 und eine gerasterte Farbauftragswalze 5, die ihrerseits
die Druckfarbe von der Tauchwalze 2 auf die Druckform 3 Überträgt. Die Tauchwalze
2, der Klischeezylinder 4 und die gerasterte Farbauftragswalze 5 sind in üblicher
Weise an einem Maschinenrahmen 6 gelagert und über ein in der Zeichnung nicht dargestelltes
Getriebe synchron angetrieben, so daß ihre Umfangsgeschwindigkeiten untereinander
gleich sind.
[0016] Hinter dem Klischeezylinder 4 ist an dem Maschinenrahmen 6 eine Vorrichtung 7 angeordnet,
mit deren Hilfe die nach dem Druckvorgang an der Druckform 3 haftenden Farbreste von
der Druckform 3 abgenommen werden. Diese Vorrichtung 7 soll hier ebenso wie das Schlittentransportsystem
mit einem auf Schienen 10 verfahrbaren Schlitten 9, auf dem die Glasscheibe 8 in einer
genau festgelegten Lage positioniert und festgehalten wird, nicht näher beschrieben
werden. Dazu sei auf die bereits genannte DE-C1-43 24 577 verwiesen.
[0017] In Fig. 2 ist in stark vergrößerter Darstellung schematisch gezeigt, wie bei einer
Druckform 3 der Farbauftrag auf die Glasscheibe 8 erfolgt. Die Druckform 3, die auf
dem Klischeezylinder 4 aufgebracht ist, besteht in bekannter Weise aus einer Trägerfolie
30 und einer Photopolymerschicht 32 mit den Druckpunkten 33, die in einem das Druckmotiv
bildenden Grundraster periodisch mit einer Grundrasterperiode angeordnet sind. Um
eventuelle Unebenheiten der an der Farbübertragung auf den Bedruckstoff beteiligten
Systeme auszugleichen, ist die Druckform 3 in bekannter und bevorzugter Weise über
eine elastische Schaumklebefolie 31 auf den Klischeezylinder 4 aufgezogen.
In Fig. 2 sind drei Druckpunkte 33 erkennbar. Den Druckpunkten 33 überlagert ist eine
Überstruktur, die hier durch Vertiefungen 34 gebildet ist und bis an die Randbereich
35 der Druckpunkte 33 heranreicht. Die Farbe, die auf der Oberfläche der Druckpunkte
33 gehalten wird, wird während des Abrollvorganges auf die Glasscheibe 8 übertragen,
so daß sich Farbflächen 40 auf der Oberseite der Glasscheibe 8 ergeben.
[0018] Ein Druckpunkt 33 einer in Fig. 2 gezeigten Druckform ist in einer Draufsicht in
Fig. 3 dargestellt. Zu erkennen ist, daß die Überstruktur, die hier durch Vertiefungen
34 gebildet ist, den Druckpunkten so überlagert ist, daß sich auch in den Randbereichen
Vertiefungen 34 befinden. Die äußere Begrenzung des Druckpunktes 33 wird also durch
die Überstruktur unterbrochen, und es ist keine wohldefinierte Begrenzung des Druckpunktes
33 mehr gewährleistet. Dieser Effekt, der besonders in den Fällen wesentlich ist,
in denen nur eine geringe Anzahl von Vertiefungen 34 der Überstruktur auf einen Druckpunkt
33 entfallen, kann bei dem bereits beschriebenen photolithographischen Herstellungsprozeß
der Druckform auftreten. Er kommt dabei dadurch zustande, daß zur Herstellung des
Grundrasters und der Überstruktur zwei Filme übereinandergelegt und gleichzeitig belichtet
werden, wobei ein Film (der Grundraster-Film) das Grundraster und der zweite Film
(der Überstruktur-Film) das Raster für die Überstruktur trägt. Dabei wird jedoch nur
auf die gewünschte Rasterzahl (Anzahl der Linien pro cm) und die gewünschte Flächendeckung
geachtet. Wo und in welcher Weise sich die beiden Raster überlagern, findet keine
Berücksichtigung.
[0019] Der genannte Effekt führt dazu, daß die Farbflächen auf der Glasscheibe eine unregelmäßige
äußere Begrenzung und keinen gleichmäßig hohen Farbübertrag über den ganzen Druckpunkt
aufweisen. Bei Verwendung von in Fig. 3 gezeigten Druckpunkten 33 ergibt sich beispielsweise
kein exakt runder Farbfleck 40, sondern an den Stellen, an denen sich am Außenrand
des Druckpunktes 33 Vertiefungen 34 befinden, kann die Farbe sehr leicht beim Farbübertrag
verlaufen, so daß sich an diesen Stellen Abweichungen von der runden Form ergeben.
[0020] Ein Druckpunkt 33 für eine erfindungsgemäße Druckform mit einer ringförmigen, um
den Mittelpunkt des Druckpunktes 33 verlaufenden Vertiefung 341 ist in Figur 4 in
einer Draufsicht gezeigt. Der Druckpunkt 33 ist hierbei sechseckförmig ausgestaltet.
Einen Ausschnitt einer Seitenansicht einer Druckform mit derartigen Druckpunkten zeigt
Fig. 5.
[0021] Wichtig ist bei der Dimensionierung der ringförmigen Vertiefung 341, daß sie sich
nicht bis an den Randbereich 35 eines Druckpunktes 33 erstreckt. Dies würde zu den
genannten Nachteilen führen, daß nämlich keine regelmäßige und definierte Begrenzung
der Farbfläche auf der Glasscheibe erreicht werden könnte. Außerdem muß eine ausreichende
Stabilität des Druckpunktes gewährleistet sein, um eine unerwünschte Verquetschung
des Druckpunktes zu vermeiden. Dies wird dadurch erreicht, daß die erhabenen Stellen
des Druckpunktes 33, also die Randbereiche 35 und der Mittelbereich 36, nicht zu dünn
ausfallen. Die Breite und Tiefe der ringförmigen Vertiefung 341 muß an die Pigmentgröße
der verwendeten Farbe angepaßt sein, um eine ausreichende Füllung und Entleerung der
Druckfarbe zu gewährleisten. Bewährt hat sich bei einem gezeigten sechseckförmigen
Druckpunkt 33 mit einer ringförmigen Vertiefung 341 eine Dimensionierung in der Weise,
daß der Radius des mittleren erhabenen Bereichs 36, die Breite des vertieften Ringes
341 und die schmalste Stelle des äußersten Randbereichs etwa gleich groß dimensioniert
sind. Die Breite der ringförmigen Vertiefung sollte etwa das Sechsfache des mittleren
Pigmentdurchmessers der verwendeten Farbe nicht unterschreiten. In einer praktischen
Anwendung einer solchen Druckform zum Bedrucken von Glasscheiben für flache Bildschirme
werden Leuchtstoffsuspensionen verwendet, bei denen die Leuchtstoffkörner etwa einen
mittleren Durchmesser von 4,6 µm haben. Da natürlich die Leuchtstoffsuspension auch
Leuchtstoffkörner mit größerem Durchmesser enthält, ist in einer Ausführung die ringförmige
Vertiefung 341 40 µm breit und 50 µm tief ausgestaltet. Der mittlere Bereich hat dabei
einen Durchmesser von 80 µm, der Druckpunkt 33 einen größten Durchmesser von 300 µm.
[0022] Wenn eine Farbe mit niedriger Viskosität verwendet wird, bildet sich trotz der Sechseckform
des Druckpunktes 33 ein Farbfleck mit näherungsweise einer gleichmäßigen Kreisform
aus. Bei höheren Viskositäten der Farbe bildet sich dagegen die Sechseckstruktur aus,
was in manchen Anwendungsfällen auch gewünscht sein kann.
[0023] In Fig. 6 ist die Anordnung mehrerer in Fig. 4 gezeigter Druckpunkte auf einer Druckform
in einer Draufsicht gezeigt. Ein damit erzielbares Druckmotiv ist in Fig. 7 gezeigt.
Zu erkennen ist z.B. aus der der zweiten horizontal verlaufenden Reihe, daß die Druckpunkte
linienförmig angeordnet sind und längs einer Linie immer den gleichen Abstand aufweisen,
also periodisch auf der Druckform angeordnet sind. Die Druckpunkte längs zweier benachbarter
Linien (z.B. A1, A3 und B0, B2, B4) sind im gezeigten Beispiel versetzt zueinander
angeordnet. Die Druckpunkte sind der angedeuteten Weise über die ganze Druckform verteilt.
[0024] Erfindungsgemäß ist die Überstruktur, also hier die ringförmigen Vertiefungen, den
Druckpunkten mit der gleichen Periode überlagert und zwar derart, daß an den Randbereichen
der Druckpunkte keine Vertiefungen angeordnet sind. Im gezeigten Beispiel bedeutet
dies erkennbar, daß alle ringförmigen Vertiefungen jeweils möglichst zentral nur auf
dem Druckpunkt angeordnet sind und nicht dessen Randbereich unterbrechen. Dies kann
dadurch erreicht werden, daß auf dem Überstruktur-Film die Rasterpunkte für die Überstruktur
die gleichen Abstände (die gleiche Periode) voneinander aufweisen wie die Rasterpunkte
auf dem Grundraster-Film für die Druckpunkte.
[0025] Der Vorteil der sechseckförmig ausgestalteten Druckpunkte ergibt sich für Flachbildschirme.
Mit den erfindungsgemäß ausgestalteten Druckpunkten der Druckform soll eine Farbe
auf den Bedruckstoff, das ist im allgemeinen Glas, aufgetragen werden, deren Farbpigmente
unter einer geeigneten Beleuchtung fluoreszieren. Um möglichst helle Bilder erzeugen
zu können, soll deshalb der mit fluoreszierenden Farbpigmenten eingefärbte Flächenanteil
eines Flachbildschirms möglichst groß sein und die zur Zu- und Abschaltung der einzelnen
Druckpunkte erforderlichen Schaltleitungen möglichst klein bzw. schmal. Sechseckige
Druckpunkte ergeben trennende Stege einheitlicher Breite und damit eine größtmögliche
Flächenbedeckung mit lichtgebenden oder lichtdurchlässigen Punkten.
[0026] Bei der Anwendung zum Bedrucken von Glasscheiben für Farbfernsehbildschirme müssen
drei derartige Druckformen verwendet werden, wobei die erste Druckform nur Druckpunkte
an den Stellen A1, B4, C1 aufweist, die die erste Leuchtstoffsuspension, beispielsweise
die rote Farbe übertragen und die roten Farbflecke R ergeben. Eine zweite Druckform
weist dann nur Druckpunkte an den Stellen A3, B0, C3 auf, die dann die grünen Farbflecke
G erzeugen, eine dritte Druckform weist Druckpunkte an der Stelle B2 auf, die schließlich
einen blauen Farbfleck B erzeugt.
[0027] In Fig. 8 ist eine weitere Ausführungsform eines Druckpunktes 33 in einer Draufsicht
sowie in Fig. 9 die dazugehörige Seitenansicht gezeigt. Der Druckpunkt 33 weist hier
eine zentralen, gegenüber dem Randbereich 35 vertieften Bereich 342 auf. Hier kann
sich vor dem Bedrucken besonders viel Farbe ansammeln, die dann beim Druckvorgang
auf die Glasscheibe übertragen wird. Die Vertiefung 342 ist so angeordnet und nur
so groß, daß der Randbereich 35 durch sie nicht unterbrochen wird, so daß auch mit
einer solchen Druckform die erwähnten Nachteile vermieden werden.
[0028] Erfindungsgemäß sind noch beliebig viele anders gestaltete Überstrukturen denkbar,
die den Druckpunkten überlagert sein können, beispielsweise dreieckförmige, rechteckförmige
oden linienförmige Vertiefungen. Auch können mehrere ringförmige Vertiefungen auf
einem Druckpunkt angeordnet sein. Die überstruktur kann statt durch Vertiefungen auch
durch Erhöhungen gegenüber dem Druckpunkt gebildet werden, wobei immer die genannten
Anforderungen an die Stabilität der Druckpunkte und die Dimensionierung zur Verhinderung
von Verstopfungen mit Leuchtstoffkörnern zu beachten sind. Die äußere Form der Druckpunkte
kann auch anders als kreisförmig oder sechseckförmig ausgestaltet sein, beispielsweise
quadratisch oder vieleckförmig mit mehr als sechs Ecken.
[0029] Die Herstellung einer erfindungsgemäßen Druckform erfolgt in aus der DE-C1-43 24
577 bekannter Weise auf photochemischem Weg. Dabei ist bei Verwendung von zwei Filmen,
einem für das Grundraster und einem zweiten für die Überstruktur, besondere Sorgfalt
darauf zu richten, daß die Negativfilme mit hoher Genauigkeit hergestellt sind und
der Negativfilm (Überstruktur-Film) mit dem Raster der Überstruktur dem Negativfilm
mit dem Grundraster für die Belichtung der Druckform positionsgenau überlagert wird
[0030] Bevorzugt wird die Herstellung einer erfindungsgemäßen Druckform mit Hilfe nur eines
Films, der sowohl das Negativ des Grundrasters als auch superponiert das Negativ der
Überstruktur enthält. Ein derartiger Negativfilm entspräche dem Negativ zu Fig. 6:
Die dort hellen Partien wären im Negativfilm schwarz, die in Fig. 6 dunkel dargestellten
Partien wären im Negativfilm transparent und d. h. hell.
1. Druckform (3) für ein Rotations-Hochdruckverfahren, bei der die die Druckfarbe übertragenden
Druckpunkte (33) ein Grundraster bilden und von einer durch Vertiefungen (34) gebildeten
Überstruktur überlagert sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Überstrukturen relativ zu den Druckpunkten (33) gleichartig angeordnet und
den Druckpunkten (33) derart überlagert sind, daß sich an den Randbereichen (35) der
Druckpunkte (33) keine Vertiefungen (34) befinden.
2. Druckform nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckpunkte (33) periodisch angeordnet sind und daß die Überstrukturen (34)
periodisch mit derselben Periode oder einem Vielfachen dieser Periode angeordnet sind.
3. Druckform nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Überstruktur durch mindestens eine ringförmige Vertiefung (341) pro Druckpunkt
(33) gebildet ist.
4. Druckform nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Überstruktur durch eine im Zentrum der Druckpunkte (33) gelegene Vertiefung
(342) gebildet ist.
5. Druckform nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckpunkte (33) kreisförmig oder sechseckförmig ausgestaltet sind.
6. Druckmaschine, insbesondere Flexodruckmaschine mit einer Druckform nach Anspruch 1.
7. Verwendung der Druckmaschine nach Anspruch 6 zum Bedrucken von Bedruckstoffen aus
hartem, nicht saugfähigem Material, insbesondere Glas, insbesondere zum Bedrucken
von Glasscheiben für Bildschirme mit einer Leuchtschicht.
8. Bildschirm, insbesondere Flachbildschirm für eine Farbbildröhre, hergestellt mit einer
Druckmaschine nach Anspruch 6.