[0001] Die Erfindung betrifft eine Magazinvorrichtung für Etiketten gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Magazinvorrichtungen sind bereits in verschiedenen Ausführungen bekannt.
Ihr grundsätzlicher Vorteil besteht darin, daß aufgrund der Pufferwirkung des stationär
in der Etikettiermaschine angeordneten Hauptmagazins in Verbindung mit den beiden
Etikettenschiebern jederzeit ein kontinuierlicher Etikettenvorschub zur Entnahmestelle
garantiert ist, insbesondere auch während des Ersetzens eines leeren Wechselmagazins
durch ein volles Wechselmagazin. Ein Herunterfahren oder gar Stillsetzen der Etikettiermaschine
ist somit auf keinen Fall erforderlich und Störungen bei der Etikettenentnahme werden
zuverlässig vermieden. Vorteilhaft ist auch, daß die Wechselmagazine außerhalb der
Etikettiermaschine durch die Bedienungsperson zu jedem beliebigen Zeitpunkt rasch
und mühelos nachgefüllt und sogar als Transportverpackung für die Etiketten verwendet
werden können.
[0003] Hinsichtlich der Aufnahme für die Wechselmagazine wurden bereits verschiedene Gestaltungen
vorgeschlagen. So ist beispielsweise die Aufnahme auf einer Kreisbahn (DE-OS 2 116
912 und 2 145 508) oder geradlinig (DE-OS 2 153 169 und 2 202 525) intermittierend
und mit gleichbleibender Bewegungsrichtung antreibbar. Diese bekannten Magazinvorrichtungen
konnten sich aufgrund ihres enormen konstruktiven Aufwands und Raumbedarfs in der
Praxis überhaupt nicht durchsetzen. Bei einer anderen bekannten Magazinvorrichtung
werden die vollen Wechselmagazine durch Förderriemen oder einen Hubbalkenförderer
seitlich in die Aufnahme eingeschoben, dort durch steuerbare Anschläge vorübergehend
fixiert, nach ihrer Entleerung durch das nächstfolgende volle Wechselmagazin seitlich
aus der Aufnahme ausgestoßen und dann in einem Behälter gesammelt (DE-OS 35 03 621).
Diese Magazinvorrichtung hat sich aufgrund ihres kompakten Aufbaus und ihrer zuverlässigen
Funktion in der Praxis bestens bewährt. Ungünstig ist lediglich der Aufwand für die
Steuerung der Anschläge und eine gewisse Überdimensionierung, wenn nur wenige Wechselmagazine
bevorratet werden sollen.
[0004] Schließlich wurde auch schon vorgeschlagen, zwei oder mehrere komplette, die Etiketten
allseitig führende Magazine beweglich in einer Etikettiermaschine zu verankern und
nacheinander an die Entnahmevorrichtung heranzufahren (US-PS 3 358 991 bzw. DE-OS
30 02 250). Die nur an der Rückseite offenen Magazine müssen hierbei innerhalb der
Etikettiermaschine mühsam von hinten her nachgefüllt werden, so daß insofern keine
Entlastung der Bedienungsperson gegeben ist. Für jede zu verarbeitende Etikettensorte
müssen mehrere komplette Magazine gefertigt und auf Lager gehalten werden, so daß
allein schon aufgrund der hohen Investitionskosten diese Lösung keinen Eingang in
die Praxis gefunden hat. Hinzu kommt, daß während des Magazinwechsels infolge fehlender
Pufferung durch ein stationäres Hauptmagazin und fehlender Etikettenschieber keine
Etikettenentnahme stattfinden kann. Die Etikettiermaschine muß daher für jeden Magazinwechsel
angehalten oder zumindest in der Leistung stark reduziert werden, was zu entsprechenden
Produktionsausfällen führt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Magazinvorrichtung für Etiketten
in Etikettiermaschinen der eingangs genannten Art unter Beibehaltung der grundsätzlichen
Vorteile, insbesondere der kontinuierlichen Etikettenzufuhr zur Entnahmestelle und
der mühelosen Bedienung, den Raumbedarf und die Baukosten spürbar zu senken.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0007] Bei einer erfindungsgemäßen Magazinvorrichtung ist weder ein raumgreifendes Zellenrad
bzw. eine aufwendige Zellenkette noch eine komplexe Steuerung mit beweglichen Anschlägen
für die Wechselmagazine vorhanden. Die Wechselmagazine werden vielmehr durch den Schlitten
zentriert, der mit geringem Aufwand erstellt werden kann. Der Schlitten kann beiderseits
des als Puffer dienenden Hauptmagazins mit außerhalb der Etikettiermaschine gefüllten
Wechselmagazinen beladen werden. Die erfindungsgemäße Magazinvorrichtung stellt somit
einen optimalen Kompromiß hinsichtlich konstruktivem Aufwand und Kapazität dar, insbesondere
wenn gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung der Schlitten zwischen
drei und sechs Entnahmepositionen aufweist. Dies reicht aus, um mit üblichen Wechselmagazinen
mit einem Fassungsvermögen von ca. 5.000 Etiketten auch bei Hochleistungsetikettiermaschinen
eine Betriebsdauer von ca. einer halben Stunde zu überbrücken.
[0008] Im Nachstehenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Draufsicht auf eine Magazinvorrichtung für Etiketten,
- Fig. 2
- die Ansicht X nach Fig. 1,
- Fig. 3
- die Ansicht Y nach Fig. 1.
[0009] Die Magazinvorrichtung 1 nach Fig. 1 bis 3 ist in eine nicht weiter dargestellte
Etikettiermaschine herkömmlicher Bauart integriert, in der rechteckige Etiketten 2
durch umlaufende Leimpaletten 9 von einem stillstehenden Etikettenstapel abgenommen
und anschließend unter Zwischenschaltung eines nicht gezeigten Greiferzylinders beispielsweise
auf den Rumpf von Getränkeflaschen übertragen werden.
[0010] Die Magazinvorrichtung 1 weist ein stationäres Hauptmagazin 3 auf, das im wesentlichen
aus einem der Etikettenkontur angepaßten, diese allseitig umgebenden Rahmen 10 mit
die Etiketten 2 allseitig zentrierenden Führungsschienen 11 besteht. Diese führen
die Etiketten 2 exakt den umlaufenden Leimpaletten 9 bzw. der durch die offene Vorderseite
des Hauptmagazins 3 gebildeten Entnahmestelle zu. Die unteren und ein Teil der seitlichen
Führungsschienen 11 sind etwas verlängert, wodurch Eingriffsraum für einen Etikettenschieber
7 gebildet wird. Das Hauptmagazin 3 ist auf einer horizontalen Brücke 12 befestigt,
die ihrerseits mittels Klemmschrauben 13 höhenverstellbar auf zwei senkrechten Säulen
14, 15 der Etikettiermaschine fixiert ist.
[0011] An die von der Entnahmestelle wegweisende offene Rückseite des horizontal angeordneten
Hauptmagazins 3 schließt sich eine Aufnahme 4 für maximal vier Wechselmagazine 5 an.
Diese weist einen Schlitten 16 auf, der in einer horizontalen Ebene quer zur Längsrichtung
des Hauptmagazins 3 und damit zur Etikettenvorschubrichtung hin- und herbewegbar gelagert
ist. Der Schlitten 16 besteht im wesentlichen aus einer ebenen Blechplatte, an deren
Oberseite mehrere, teilweise mittels Langlöchern verstellbare, schienen- bzw. leistenartige
Anschläge 17, 17a zur allseitigen Zentrierung der vier losen Wechselmagazine 5 in
paralleler Ausrichtung zum Hauptmagazin 3 befestigt sind. An der Unterseite der Blechplatte
sind zwei parallele Zahnstangen 18, 19 befestigt, jeweils eine am vorderen und eine
am hinteren Rand. Die beiden Zahnstangen 18, 19 greifen von oben her in zwei nach
oben hin offene U-Profile 20, 21 ein, welche so den Schlitten 16 quer zur Vorschubrichtung
der Etiketten 2 verschiebbar führen. Das vordere U-Profil 20 ist an der Brücke 12
befestigt, die auch das Hauptmagazin 3 trägt. Das hintere U-Profil 21 ist auf einer
ähnlichen Brücke 22 befestigt, die wiederum auf zwei senkrechten Säulen 23, 24 der
Etikettiermaschine mittels Klemmschrauben 13 höhenverstellbar fixiert ist. Die Dimensionierung
der Zahnstangen 18, 19 und U-Profile 20, 21 läßt eine beidseitige Querverschiebung
des Schlittens 16 zu, derart, daß jedes der auf ihm fixierten Wechselmagazine 5 von
beiden Seiten her fluchtend hinter das Hauptmagazin 3 verfahrbar ist. Dabei steht
der Schlitten 16 in der einen Endposition um ca. drei Wechselmagazinbreiten nach links
und in der anderen Endposition symmetrisch um ca. drei Wechselmagazinbreiten nach
rechts gegen das Hauptmagazin 3 über und wird teilweise durch die U-Profile 20, 21
abgestützt. Um ein Kippen zu vermeiden, sind an der vorderen und hinteren Brücke 12,
22 jeweils zwei drehbare Rollen 25, 26 gelagert, die an der Oberseite des Schlittens
16 bzw. der Blechplatte anliegen und diese niederhalten.
[0012] In jedem U-Profil 20, 21 ist ein Ritzel 27, 28 drehbar gelagert, das mit der benachbarten
Zahnstange 18 bzw. 19 kämmt. Die beiden Ritzel 27, 28 sind durch eine Kardanwelle
29 drehfest miteinander gekoppelt und werden durch eine an der hinteren Brücke 22
befestigte Antriebseinrichtung 6 angetrieben. Diese besteht aus einem reversierbaren
Getriebemotor mit integriertem Winkelcodierer, der an eine speicherprogrammierbare
Steuereinrichtung 30 angeschlossen ist. Durch die Antriebseinrichtung 6 in Verbindung
mit der Steuereinrichtung 30 ist der Schlitten 16 in beiden Richtungen um jeweils
drei gleiche Schritte der Länge T intermittierend verfahrbar, so daß sich insgesamt
vier definierte Entleerungspositionen ergeben. Die Schrittlänge T ist größer als die
maximale Etikettenbreite, so daß zwischen den Etiketten 2 bzw. den Wechselmagazinen
5 ausreichend Eingriffsraum für den Etikettenschieber 7 verbleibt. Die Anschläge 17,
17a sind derart angeordnet, daß nach jedem Bewegungsschritt des Schlittens 16 jeweils
ein Wechselmagazin 5 exakt mit dem Hauptmagazin 3 fluchtet und dicht hinter dessen
hinterer Öffnung steht. Durch Verstellen der Anschläge 17 kann die Magazinvorrichtung
1 an Etiketten 2 bzw. Wechselmagazine 5 unterschiedlicher Breite problemlos angepaßt
werden, ohne daß ein Eingriff in die Steuereinrichtung 30 erforderlich ist. Mit Hilfe
der Klemmschrauben 13 ist auch eine einfache Höhenanpassung der gesamten Magazinvorrichtung
1 möglich, wobei aufgrund der separaten Aufhängung der U-Profile 20, 21 und der gelenkigen
Verbindung der Ritzel 27 und 28 durch eine Kardanwelle 29 eine vorübergehende Schrägstellung
keine Problem bereitet.
[0013] Die Wechselmagazine 5 bestehen im vorliegenden Fall aus dünnem Blech, haben eine
trogartige Grundform und sind an der hinteren Stirnseite geschlossen. An der offenen
vorderen Stirnseite sind elastische Haltenasen 31 befestigt, welche die von oben her
in das Wechselmagazin eingesetzten Etiketten 2 fixieren, solange das betreffende Wechselmagazin
in Bereitschaftslage ist. Befindet sich das Wechselmagazin in der Entnahmeposition,
so werden die Haltenasen durch die in Vorschubrichtung bewegten Etiketten 2 beiseite
gedrückt.
[0014] Die Etiketten 2 werden von den Wechselmagazinen 5 nur im unteren Bereich umfaßt,
so daß ausreichend Eingriffsraum für den Etikettenschieber 7 besteht. Außerdem sind
im Boden in Längsrichtung verlaufende schienenartige Auswölbungen 44 ausgebildet,
die die Etiketten 2 auf die richtige Höhe für einen nahtlosen Übergang ins Hauptmagazin
3 -über den vorderen Anschlag 17a hinweg- bringen.
[0015] Die Magazinvorrichtung 1 weist zwei unabhängige Etikettenschieber 7 und 8 auf. Der
erste Etikettenschieber 7, im Nachstehenden Hauptschieber genannt, bestreicht den
Bereich des Hauptmagazins 3 und des dahinter befindlichen Wechselmagazins 5. Er ist
verschiebbar auf zwei Stangen 32, 33 gelagert, die parallel zur Vorschubrichtung der
Etiketten 2 an der vorderen Brücke 12 und an der hinteren Brücke 22 befestigt sind.
Am Hauptschieber 7 ist ein erstes Seil 35 befestigt, das auf eine am Rahmen 10 gelagerte
Federrolle 34 aufgewickelt ist. Die Federrolle 34 versucht aufgrund ihrer Federvorspannung
den Hauptschieber 7 in Richtung Entnahmestelle zu bewegen und bewirkt so den normalen
Etikettenvorschub.
[0016] Am Hauptschieber 7 ist ein zweites Seil 36 befestigt, das zu einer an der hinteren
Brücke 22 angeordneten Seiltrommel 37 führt. Die Seiltrommel 37 ist durch einen Elektromotor
38 derart antreibbar, daß der Hauptschieber 7 über das zweite Seil 36 entgegen der
Kraft der Federrolle 34 in eine rückwärtige Endstellung verfahrbar ist, in welcher
er vollständig aus der Bewegungsbahn der Wechselmagazine 5 auf dem Schlitten 16 zurückgezogen
ist und an der Brücke 22 anschlägt. Ist der Elektromotor 38 stromlos, so ist er frei
drehbar, und hat keinen Einfluß auf den normalen Etikettenvorschub. Er ist an die
Steuereinrichtung 30 angeschlossen.
[0017] Der zweite Etikettenschieber 8, im Nachstehenden Hilfsschieber genannt, bestreicht
lediglich den rückwärtigen Bereich eines in Entleerungsposition stehenden Wechselmagazins
5. Er wird durch einen an der hinteren Brücke 22 befestigten Pneumatikzylinder 39
betätigt, der wiederum durch die Steuereinrichtung 30 angesteuert wird. An dieser
ist noch ein Endschalter 40 angeschlossen, der auf den Hauptschieber 7 anspricht und
ein Signal erzeugt, wenn das Hauptmagazin 3 teilweise entleert worden ist. Während
der Hilfsschieber 8 eine einfache Druckplatte aufweist, die in etwa mittig am letzten
Etikett 2 im Wechselmagazin 5 angreift, weist der Hauptschieber 7 zwei seitlich an
den Etiketten 2 im Hauptmagazin 3 oder im Wechselmagazin 5 angreifende, unter Federvorspannung
stehende Schwenkklappen 41 auf. Diese werden in ihrer Vorschubstellung durch Anschlagbolzen
und die Federvorspannung fixiert. Beim Zurückziehen des Hauptschiebers 7 entgegen
der Etikettenvorschubrichtung werden die Schwenkklappen 41 entgegen der Federvorspannung
selbsttätig weggeklappt und zwischen den Etiketten 2 herausgezogen, gleiten an den
Längsseiten des Etikettenstapels entlang und schwenken hinter dem letzten Etikett
2 durch die Federvorspannung wieder in ihre Arbeitsstellung ein.
[0018] Die Steuereinrichtung 30 ist durch den Winkelcodierer der Antriebseinrichtung 6 jederzeit
exakt über die Position des Schlittens 16 informiert und derart programmiert, daß
sich die nachstehend beschriebene Funktion der Magazinvorrichtung 1 ergibt.
[0019] Es wird dabei von der Situation gemäß Fig. 1 und 2 ausgegangen, in welcher das mit
A bezeichnete volle Wechselmagazin 5 auf der linken Seite des Hauptmagazins 3 in Bereitschaftsposition
steht, das mit B bezeichnete Wechselmagazin 5 in Entleerungsposition steht und durch
den normalen Etikettenvorschub bzw. den Hauptschieber 7 bereits teilweise geleert
ist, und die zwei mit C und D bezeichneten leeren Wechselmagazine 5 auf der rechten
Seite des Hauptmagazins 3 in Bereitschaftsposition stehen. Der Hauptschieber 7 rückt
aufgrund der kontinuierlichen Etikettenentnahme durch die Leimpaletten 9 unter Einfluß
der Federrolle 34 weiter vor in Richtung Entnahmestelle, wobei zuerst das Wechselmagazin
B vollständig leergefahren wird und dann nach teilweiser Entleerung des Hauptmagazins
3 der Hauptschieber 7 den Endschalter 40 erreicht. Nunmehr tritt die Steuereinrichtung
30 in Aktion und fährt als erstes den Schlitten 16 um eine Teilung T nach rechts,
so daß das volle Wechselmagazin A aus der Bereitschaftsposition in die Entleerungsposition
gerät, wonach der Schlitten 16 wieder gestoppt wird. Nun wird durch Druckluftzufuhr
zum Pneumatikzylinder 39 der Hilfsschieber 8 an die Rückseite des Etikettenstapels
im Wechselmagazin B angelegt und drückt diesen in Richtung Entnahmestelle, bis sich
seine Vorderseite an das Ende des Etikettenstapels im Hauptmagazin bzw. die Schwenkklappen
41 des Hauptschiebers 7 anlegt. Darauf wird der Hauptschieber 7 durch Einschalten
des Motors 38 entgegen der Vorschubrichtung in seine rückwärtige Endposition bewegt
und dann wieder freigegeben, so daß in der bereits beschriebenen Weise die Schwenkklappen
41 selbsttätig an die Rückseite des Etikettenstapels im Wechselmagazin A angelegt
werden und den Etikettenvorschub wieder übernehmen. In der Zwischenzeit werden die
Etiketten durch den Pneumatikzylinder 39 vorgeschoben, so daß die Etikettenentnahme
durch die Leimpaletten 9 ungestört und mit voller Leistung weiterläuft. Sobald der
Hauptschieber 7 wieder in Funktion ist, wird der Hilfsschieber 8 durch den Pneumatikzylinder
39 zurück in seine Ruheposition verfahren. Damit ist der Wechselvorgang beendet.
[0020] Während nun das Wechselmagazin A allmählich entleert wird, hat die Bedienungsperson
der Etikettiermaschine ausreichend Zeit um die Wechselmagazine B, C und D durch Abheben
vom Schlitten 16 aus den Anschlägen 17, 17a heraus zu entfernen und außerhalb der
Etikettiermaschine mit neuen Etiketten 2 zu füllen. Danach werden die vollen Wechselmagazine
B, C und D wieder zwischen die Anschläge 17, 17a eingeführt und auf dem Schlitten
16 abgesetzt.
[0021] Ist das Wechselmagazin A leergefahren, so wird ein neuer Wechselvorgang ausgelöst,
wobei der Schlitten 16 um eine Teilung T nach links gefahren wird, so daß nunmehr
das Wechselmagazin B in Entleerungsposition steht. Danach werden mit gleichbleibender
Bewegungsrichtung die Wechselmagazine C und D in Entleerungsposition gebracht. Damit
hat der Schlitten 16 seine linke Endposition erreicht und fährt nun wieder schrittweise
zurück in die rechte Endposition. In der Zwischenzeit hat die Bedienungsperson immer
genügend Zeit um entweder links oder rechts des Hauptmagazins 3 gefüllte Wechselmagazine
5 auf den Schlitten 16 aufzusetzen. Bei einer Etikettiermaschine mittlerer Leistung
von beispielsweise 30.000 Flaschen/h fassen drei Wechselmagazine mit jeweils 5000
Etiketten den Etikettenvorrat für eine halbe Stunde Betriebszeit. In dieser Zeit muß
sich die Bedienungsperson nicht um den Etikettennachschub kümmern, sondern kann andere
Tätigkeiten an der Etikettiermaschine oder in der Abfüllanlage wahrnehmen.
[0022] Eine andere Möglichkeit zur Steuerung des Schlittens 16 besteht darin, daß jeder
Entleerungsposition eine Markierung, beispielsweise ein Schlitz 42 in der Blechplatte,
zugeordnet ist, der durch eine an die Steuereinrichtung 30 angeschlossene Lichtschranke
43 abgetastet wird. Auf den Winkelcodierer der Antriebseinrichtung 6 kann dann verzichtet
werden.
[0023] Anstelle der Wechselmagazine 5 aus Blech, die bei der Etikettiermaschine verbleiben,
können auch Wechselmagazine aus Karton oder Kunststoff eingesetzt werden, die gleichzeitig
als Transportverpackung für die Etiketten dienen. Hierdurch kann das Nachlegen der
Etiketten weiter rationalisiert werden. Auch können die Wechselmagazine fest mit dem
Schlitten verbunden werden, wobei sie dann innerhalb der Etikettiermaschine zu beladen
sind. Ferner ist eine austauschbare Anordnung des Hauptmagazins denkbar.
[0024] Bei einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel ist nur an einer Längsseite des Schlittens
16 eine Zahnstange 19 angeordnet und zwar im rückwärtigen, vom Hauptmagazin 3 wegweisenden
Bereich. Diese greift in ein einziges U-Profil 21 mit einem Ritzel 28 ein. Die dem
Hauptmagazin 3 benachbarte Längsseite des Schlittens 16 liegt direkt auf einer einfachen
flachen Schiene auf, die an der vorderen Brücke 12 befestigt ist. Auch Niederhalter
25 sind nur im rückwärtigen Bereich des Schlittens 16 vorgesehen. Hierdurch werden
die Fertigungskosten weiter gesenkt, wobei sich bei einer guten Führung im Bereich
der einzigen Zahnstange 19 keinerlei Funktionseinbußen ergeben. Als Niederhalter können
auch Winkel verwendet werden, die an der Unterseite des Schlittens 16 befestigt sind
und unter das U-Profil 21 greifen.
1. Magazinvorrichtung für Etiketten in Etikettiermaschinen, mit einem die Etiketten einer
Entnahmestelle zuführenden stationären Hauptmagazin, einer dahinter angeordneten Aufnahme
für mehrere quer zum Hauptmagazin bewegliche Wechselmagazine, welche diese aus einer
Bereitschaftsposition in eine mit dem Hauptmagazin fluchtende Entleerungsposition
verbringt, sowie mit mindestens einem Etikettenschieber für den Etikettenvorschub
zur Entnahmestelle, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahme (4) einen quer zum Hauptmagazin
(3) hin- und herbeweglichen, mehrere Wechselmagazine (5) fassenden Schlitten (16)
aufweist, der mittels einer Antriebseinrichtung (6) in beiden Richtungen schrittweise
in mehrere definierte Entleerungspositionen verfahrbar ist.
2. Magazinvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das stationäre Hauptmagazin
(3) die Etiketten zumindest im Bereich der Entnahmestelle allseitig fixiert.
3. Magazinvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselmagazine
(5) wannen- oder schalenförmig ausgebildet sind und die Etiketten nur über einen Teil
ihrer Höhe aufnehmen.
4. Magazinvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wechselmagazine
(5) an einer offenen Stirnseite mit elastischen Haltenasen (31) für die Etiketten
versehen sind.
5. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwei
unabhängig antreibbare Etikettenschieber (7, 8) vorgesehen sind, wobei mindestens
ein Etikettenschieber (7) sowohl das Hauptmagazin (3) als auch das damit fluchtende
Wechselmagazin (5) bestreicht.
6. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlitten (16) zwischen drei und sechs Wechselmagazine (5) faßt und entsprechend in
drei bis sechs definierte Entleerungspositionen verfahrbar ist.
7. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schlitten (16) plattenartig ausgebildet ist und an der Oberseite mehrere Anschläge
(17, 17a) zur Zentrierung der Wechselmagazine (5) aufweist.
8. Magazinvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite
des plattenartigen Schlittens (16) zwei parallele Zahnstangen (18, 19) befestigt sind,
die in quer zum Hauptmagazin (3) in einer horizontalen Ebene ausgerichteten U-Profilen
(20, 21) verschiebbar geführt sind.
9. Magazinvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die U-Profile (20,
21) höhenverstellbar an senkrechten, stationären Säulen (14, 15, 23, 24) befestigt
sind, vorzugsweise unabhängig voneinander.
10. Magazinvorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß in jede Zahnstange
(18, 19) ein Ritzel (27, 28) eingreift, das drehbar am U-Profil (20, 21) gelagert
und durch die Antriebseinrichtung (6) in beiden Richtungen schrittweise antreibbar
ist.
11. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schlitten (16) durch Niederhalter (25, 26) gegen Abheben gesichert ist.
12. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Antriebseinrichtung (6) an eine Steuereinrichtung (30) angeschlossen ist, die,
ausgelöst durch einen den Füllstand des Hauptmagazins (3) abtastenden Sensor (40),
den Schlitten (16) um einen Schritt (T) weiterschaltet und die Etikettenschieber (7,
8) umsetzt.
13. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schlitten (16) zwei symmetrisch zum Hauptmagazin (3) seitlich versetzte Endpositionen
aufweist, die gleichzeitig Entleerungsposition sind, sowie mindestens eine dazwischenliegende
Entleerungsposition, die von beiden Seiten her anfahrbar ist.
14. Magazinvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 oder 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Unterseite des plattenartigen Schlittens (16) eine Zahnstange (19) befestigt
ist, die in einem quer zum Hauptmagazin (3) in einer horizontalen Ebene ausgerichteten
U-Profil (21) verschiebbar geführt ist, und daß in die Zahnstange (19) ein Ritzel
(28) eingreift, das drehbar am U-Profil (21) gelagert und durch die Antriebseinrichtung
(6) in beiden Richtungen schrittweise antreibbar ist.