[0001] Die Erfindung betrifft Eisen-Chrom-Aluminium-Folien mit Zusätzen von Seltenen Erden
oder anderen reaktiven Metallen, welche sich insbesondere für die Herstellung von
Trägern für Abgaskatalysatoren eignen, die bei hohen Temperaturen arbeiten.
[0002] Nach dem bekannten Stand der Technik werden Eisen-Chrom-Aluminium-Legierungen für
die Herstellung von Folien verwendet, welche zu Formkörpern verarbeitet werden, die
als Träger für beispielsweise Kraftfahrzeug-Abgas-Katalysatoren Verwendung finden.
So beschreibt beispielsweise US-Patent 4,414,023 einen Stahl mit 8,0 - 25,0 % Cr,
3,0 - 8,0 % Al, 0,002 - 0,06 % SE, max. 4,0 % Si, 0,06 - 1,0 % Mn, 0,035 - 0,07 %
Ti, 0,035 - 0,07 % Zr, einschließlich unvermeidbarer Verunreinigungen, und die europäische
Patentanmeldung 0 387 670 A1 eine Legierung mit 20 - 25 % Cr, 5 - 8 % Al, max. 0,01
% P, max. 0,01 % Mg, max. 0,5 % Mn, max. 0,005 % S, Rest Fe, einschließlich unvermeidbarer
Verunreinigungen, max. 0,03 % Y, 0,004 % N, 0,02 - 0,04 % C, 0,035 - 0,07 % Ti und
0,035 - 0,07 % Zr. Beide Patente gehen von traditionellen Herstellungsverfahren, dem
konventionellen Gießen der Legierung und dem anschließenden Warm- und Kaltverformen
aus. Hier muß allerdings der Nachteil in Kauf genommen werden, daß Eisen-Chrom-Aluminium-Legierungen
durch konventionelle Walz- und Glühprozesse schwer herstellbar sind, wie dies in US-Patent
5,366,139 bereits erwähnt wird.
[0003] Bei Aluminiumgehalten von mehr als etwa 6 % werden die mit den konventionellen Walz-
und Glühprozessen verbundenen Probleme sogar so groß, daß ein Verarbeiten dieser Legierung
im großtechnischen Maßstab praktisch nicht mehr möglich ist, so daß derart hochaluminiumhaltige
Legierungen im Markt bisher gar nicht angeboten werden. Aus diesem Grunde gibt das
US-Patent 5,366,139 ein Verfahren an, bei dem Folien aus Eisen-Chrom-Aluminium-Legierungen
dadurch hergestellt werden, daß ein geeigneter Eisen-Chrom-Stahl durch Walzplattieren
mit Aluminium oder Aluminium-Legierungen von beiden Seiten beschichtet wird. Dieser
Verbund wird ausschließlich kaltgewalzt und schließlich so diffusionsgeglüht, daß
ein homogenes Gefüge entsteht. Nachteilig bei einem derartigen Herstellverfahren mit
beidseitiger Beschichtung ist es, daß es mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden
ist, weil mehrere Komponenten zunächst separat hergestellt und sodann zu einem Verbund
zusammengefügt werden.
[0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verfügung zu
stellen, mit dem sich bewährte Legierungen, wie sie beispielsweise in der europäischen
Patentanmeldung 0 387 670 A1 beschrieben sind, kostengünstiger herstellen lassen.
Darüber hinaus ist der Entwicklung Rechnung zu tragen, daß die Anforderungen an den
Umweltschutz steigen und damit eine Weiterentwicklung dieser Legierungen für die Verwendung
in Abgaskatalysatoren erfordern. Gefragt ist einerseits eine verbesserte Oxidationsbeständigkeit
und anderseits für das Vorheizen in der Kaltstartphase ein höherer elektrischer Widerstand,
z.B. bei bestimmten Typen des dem eigentlichen Hauptkatalysator vorgeschalteten Vorkatalysators,
welche einen höheren Aluminiumgehalt von rd. 7, besser mehr als 8 % in der Legierung
erfordern.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß 0,5 - 2,5 mm dickes Stahlband der Zusammensetzung
16 - 25 % Cr, 0,01 - 0,1 % Seltene Erden oder Yttrium, Rest im wesentlichen Eisen
einschließlich verfahrensbedingter Beimengungen, entweder durch Blockguß, kostengünstiger
aber noch durch Strangguß sowie anschließende Warm- und Kaltverformung hergestellt
wird.
[0006] Ging man bisher davon aus, daß derartiges Band beidseitig mit Aluminium beschichtet
werden muß, z.B. mittels Walzplattieren, wie in US-Patent 5,366,139 beschrieben, so
hat sich jetzt überraschenderweise gezeigt, daß eine einseitig aufgebrachte Aluminiumschicht
völlig ausreichend ist. Damit können dann auch Plattiergerüste eingesetzt werden,
welche nur mit zwei Haspelvorrichtungen ausgerüstet sind.
[0007] Das einseitige Plattieren ist auch in der Herstellung kostengünstiger, da die Rüstzeiten
entsprechend verkürzt werden und nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Bänder zugeführt
werden müssen. Vor allem aber wird sehr teure Walzarbeit gespart, weil der Beschichtungswerkstoff
nur noch für eine Oberfläche benötigt wird und zudem in größerer Dicke. Dadurch wird
nur noch etwa ein Drittel der Herstellungskosten der doppelseitig walzplattierten
Bänder für das Walzen der einseitigen Auflage erforderlich.
[0008] Wurde anfänglich befürchtet, daß die Diffusion bei solcherart hergestellten Verbundwerkstoffen
in praktikablen Zeiträumen nicht vollständig abläuft und daß offenbar deshalb eine
Verkürzung der Diffusionswege durch zweiseitiges Plattieren unerläßlich sei, so hat
sich dies überraschenderweise nicht bestätigt.
[0009] Offenbar wird nämlich die Bildung der unterschiedlichen Phasen im System Eisen-Aluminium
im vorliegenden Fall unterdrückt, so daß die vom Fachmann erwarteten diesbezüglichen
Reaktionen gar nicht durchlaufen werden und das Aluminium im Zuge der Diffu-sionsglühung
direkt in den Stahl in Lösung geht. Auf diese Weise führen dann Diffusionszeiten von
nur einer halben Stunde Dauer bei 950 °C an 50 µm dicker Folie und bei nur einseitiger
Plattierung schon zu einer vollkommen homogenen Aluminiumverteilung.
[0010] Möglich ist es auch, daß andere Beschichtungsverfahren, z.B. Aufdampftechniken, zum
Einsatz kommen, welche für nur einseitige Beschichtungen ausgelegt sind.
[0011] Bei der Herstellung metallischer Katalysatorträger geht die Entwicklung zu einer
dünneren Folie hin, einerseits aus ökonomischen Gründen, anderseits aber auch wegen
damit verbundener technischer Vorteile. So wird beispielsweise das Anspringverhalten
der Katalysatoren durch einen schnelleren Druckausgleich deutlich verbessert. Geht
man aber zu dünneren Folien, wie etwa 30 µm, über, so werden die erforderlichen Diffusionszeiten
bei walzplattierten Verbunden immer kürzer, und die Vorteile des einseitig plattierten
Bandes wirken sich verstärkt aus. Die Vorteile der Erfindung sollen in den folgenden
Beispielen näher erläutert werden:
Beispiel 1
[0012] Der Trägerwerkstoff hatte die Zusammensetzung:
| 20,55 % Cr |
0,43 % Si |
Rest Fe |
| 5,19 % Al |
0,16 % Ni |
|
| 0,02 % SE |
0,25 % Mn |
|
[0013] Er wurde als Block abgegossen, warm zu Brammen und anschließend zu 3,5 mm dickem
Warmband verarbeitet. Durch Kaltwalzen wurde er anschließend bis auf eine Dicke von
1,6 mm weiterverformt, weichgeglüht und sodann, wie vorstehend beschrieben, einseitig
mit 0,08 mm dicker Aluminiumfolie durch Walzplattieren beschichtet. Das beschichtete
Band wurde ohne weitere Wärmebehandlung zu einer 50 µm dünnen Folie gewalzt, welche
noch duktil genug war, daß sie gewellt werden konnte, was für die Herstellung von
Katalysatorträgern wesentlich ist.
[0014] Eine Diffusionsglühung im Vakuum bei 950 °C führte zu einem homogenen Gefüge und
zu mechanischen Eigenschaften, die eine Weiterverarbeitung gut ermöglichen:
| Rp0.2 / N /mm2 |
Rm / N / mm2 |
A50 / % |
| 413 |
566 |
23 |
[0015] Dieser Werkstoff hat einen elektrischen Widerstand von 1,56 Ωmm
2/m im Vergleich zu nur 1,37 Ωmm
2/m des nicht plattierten Trägerwerkstoffs.
[0016] Das Oxidationsverhalten wurde nach einer Auslagerung bei 110 °C untersucht und mit
dem des nicht tauchbeschichteten und diffusionsgeglühten Trägerwerkstoffs verglichen,
wobei eine um etwa den Faktor 2 bessere Beständigkeit im Sinne einer entsprechend
geringeren Massenänderung bei dem erfindungsgemäßen Material gefunden wurde.
Beispiel 2
[0017] Der Trägerwerkstoff hatte die Zusammensetzung:
| 22,95 % Cr |
0,36 % Si |
Rest Fe |
| 0,008 % Al |
0,18 % Ni |
|
| 0,07 % SE |
0,14 % Mn |
|
[0018] Er wurde als Block abgegossen, warm zu Brammen und anschließend zu 3,5 mm dickem
Warmband verarbeitet. Durch Kaltwalzen wurde er anschließend bis auf eine Dicke von
1,6 mm weiterverformt, weichgeglüht und sodann, wie vorstehend beschrieben, einseitig
mit 0,08 mm dicker Aluminiumfolie durch Walzplattieren beschichtet. Der Verbund wurde
zu einer 50 µm dünnen Folie gewalzt. Diese besaß eine ausreichende Duktilität, so
daß sie gewellt werden konnte.
[0019] Durch eine zweistufige Diffusionsglühung bei 900 °C und 1000 °C konnte eine über
die Banddicke gleichmäßige Aluminiumverteilung eingestellt werden sowie ein elektrischer
Widerstand über 1,6 Ωmm
2/m.
1. Verfahren zur Herstellung einer Eisen-Chrom-Aluminium-Folie, ausgehend von einem kaltgewalzten
und weichgeglühten Stahlband als Trägermaterial, wobei das Stahlband aus Eisen mit
Zusätzen von 16 bis 25 Gew.-% Chrom (Cr) und 0,01 bis 0,1 Gew.-% Seltenen Erden oder
Yttrium (Y) und Zirkon (Zr) sowie den üblichen verfahrensbedingten Verunreinigungen
besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlband mit einer Dicke von 0,5 bis 2,5 mm durch ein einseitiges Beschichten
mit einer 0,08 bis 0,5 mm dicken Aluminium-Beschichtung versehen und anschließend
das beschichtete Band bis zu einer Dicke zwischen 30 und 150 µm kalt ausgewalzt wird,
und daß danach das beschichtete Band einer homogenisierenden Diffusionsglühung in
einem Temperaturbereich von 700 bis 1 000 °C unterworfen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das einseitige Beschichten durch Walzplattieren erfolgt.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stahlband 2 bis 6 Gew.-% Aluminium und bis zu 1 Gew.-% Zirkon enthält.
4. Verwendung einer nach einem der Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 hergestellten Eisen-Chrom-Aluminium-Folie
als Trägerwerkstoff für Abgaskatalysatoren mit einem elektrischen Widerstand von mindestens
1,5 Ωmm2/m.
5. Verwendung einer nach einem der Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 hergestellten Eisen-Chrom-Aluminium-Folie
als Werkstoff für Heizleiter mit einem elektrischen Widerstand von mindestens 1,5
Ωmm2/m.