[0001] Die Erfindung betrifft eine hochtemperaturfeste Konfektionseinlage aus einem bindemittelfreien
Faserverbund.
[0002] Die Konfektionseinlage besteht als sogenannter Feuerblocker aus einem nichtentflammbaren
Material und soll insbesondere in Sitzbezügen von Fahrzeugen, öffentlichen Verkehrsmitteln,
öffentlichen Räumen sowie Büroräumen eingesetzt werden. Sie soll entflammbare Materialien,
z. B. Polstermaterialien, schützen und muß beispielsweise brennenden Zigaretten standhalten.
Gefordert ist eine möglichst geringe Wärmeleitfähigkeit, eine hohe Elastizität und
ein geringes Gewicht. Schließlich muß das Material sich gut verarbeiten lassen und
den im Zuge der Konfektionierung beim Stanzen und Nähen auftretenden mechanischen
Beanspruchungen standhalten.
[0003] Aus der Praxis bekannte Konfektionseinlagen, die als sog. Feuerblocker in Sitzbezügen
eingesetzt werden, bestehen aus einem mechanisch verfestigten Faservlies. Das Material
ist verhältnismäßig steif und läßt sich insbesondere in großen Materialstärken nicht
oder nur schwer in Sitzbezügen verarbeiten. Hinzu kommt ein hohes, insbesondere für
den Einsatz in Sitzbezügen von Fahrzeugsitzen störendes Flächengewicht. In der Praxis
wird das Material daher nur in Stärken bis 3 mm eingesetzt. Die Wärmedämmung des verhältnismäßig
dünnen Materials ist verbesserungsbedürftig.
[0004] Aus DE-A 41 25 351 ist ein textiler Dämmstoff bekannt, der aus zwei Faserlagen besteht,
die jeweils eine Maschenschicht und eine Schicht aus hochstehenden Polschlingen aufweisen.
Die Maschenschichten sind außenseitig angeordnet und schließen die Polschichten zwischen
sich ein. Eine Verarbeitung von Kohlenstoffasern ist möglich, wobei die Kohlenstoffasern
eine erste Faserlage bilden und mit einer zweiten Faserlage aus synthetischen Fasern
verbunden sind. Die Entwicklung von hochtemperaturfesten Konfektionseinlagen, die
als Feuerblocker in Sitzbezügen eingesetzt werden, ist hierdurch nicht beeinflußt
worden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine als Feuerblocker geeignete hochtemperaturfeste
Konfektionseinlage, insbesondere für Sitzbezüge, anzugeben, die gut verarbeitet werden
kann und voluminös ist.
[0006] Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist eine hochtemperaturfeste Konfektionseinlage
aus einem bindemittelfreien Faserverbund, der Kohlenstoffasern und nichtentflammbare,
scherfeste Verstärkungsfasern als Hauptbestandteile enthält und eine auf die Fläche
bezogene Masse von maximal 1500 g/m
2 aufweist,
wobei der Faserverbund aus zwei Faserlagen besteht, die jeweils eine Maschenschicht
und eine Schicht aus hochstehenden Polschlingen aufweisen,
wobei die Maschenschichten außenseitig angeordnet sind und die Polschlingen ein zwischenliegendes,
mindestens 10 mm dickes Polster bilden und
wobei die Kohlenstoffasern und die Verstärkungsfasern als homogene Fasermischung in
die Maschenschichten eingebunden sind.
[0007] Alle Fasern sind erfaßt und in die Maschen eingebunden, wobei sie zu hochstehenden
Polschlingen geformt sind. Die Polschlingen der beiden Faserlagen stützen sich gegeneinander
und an den beidseitigen Maschenschichten ab und bilden ein elastisches Polster. Die
verarbeiteten Kohlenstoffasern zeichnen sich durch eine hohe Temperaturbeständigkeit
und große Zugfestigkeit aus, sind jedoch spröde und besitzen nur eine geringe Festigkeit
in Querrichtung. In einer homogenen Mischung mit Verstärkungsfasern, die Scherkräfte
aufzunehmen vermögen, lassen sie sich jedoch überraschend problemlos zu Maschen und
Polschlingen formen und ermöglichen in der Fasermischung einen Faserverbund, der in
allen Raumrichtungen Kräfte aufnehmen kann und sich als Konfektionseinlage leicht
verarbeiten läßt. Der Faserverbund ist durch das von den Polschlingen gebildete Polster
voluminös und zeichnet sich durch ein hohes Wärmedämmvermögen aus. Die erfindungsgemäße
Konfektionseinlage enthält keine schmelzenden Bestandteile, ist durch das von den
Polschlingen gebildete Polster elastisch und gut formbar. Sie behält ihre Form nach
der Formgebung bei und eignet sich aufgrund dieser Eigenschaften in besonderem Maße
als Konfektionseinlage für Sitzbezüge.
[0008] Der Faserverbund hat eine besonders hohe Festigkeit, wenn nach bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung die Maschenschicht der ersten Faserlage auf den Polschlingen der zweiten
Faserlage aufliegen und die Polschlingen der ersten Faserlage an die Maschenschicht
der zweiten Faserlage angearbeitet sind. Als Verstärkungsfasern für die Fasermischung
mit Kohlenstoffasern eignen sich insbesondere Aramidfasern. Vorzugsweise beträgt der
Anteil der Kohlenstoffasern und Verstärkungsfasern in der Fasermischung jeweils mindestens
30 Gew.-%. Die Fasermischung kann ferner bis zu 20 Gew.-% schwer entflammbare Viskosefasern
enthalten. Diese verbessern die Textileigenschaften und insbesondere Geschmeidigkeit
des Faserverbundes.
[0009] In weiterer Ausgestaltung lehrt die Erfindung, daß der Faserverbund eine in das von
den Polschlingen gebildete Polster eingearbeitete Drahteinlage enthält. Die Drahteinlage
empfiehlt sich als Schutz vor Vandalismus in Konfektionseinlagen für Sitzbezüge in
öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlich zugänglichen Räumen und dergleichen.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung ausführlich erläutert. Die einzige Figur zeigt in schematischer Darstellung
einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Konfektionseinlage.
[0011] Die in der Figur dargestellte Konfektionseinlage besteht aus einem bindemittelfreien
Faserverbund, der Kohlenstoffasern und nicht entflammbare, scherfeste Verstärkungsfasern
als Hauptbestandteile enthält und eine auf die Fläche bezogene Masse von maximal 1500
g/m
2 aufweist. Die Konfektionseinlage ist hochtemperaturfest und als sogenannter Feuerblocker
in Sitzbezügen einsetzbar.
[0012] Der Figur entnimmt man, daß der Faserbund aus zwei Faserlagen 1, 1' besteht, die
jeweils eine Maschenschicht 2, 2' und eine Schicht aus hochstehenden Polschlingen
3, 3' aufweisen. Die Maschenschichten 2 sind außenseitig angeordnet. Die Polschlingen
3, 3' bilden ein zwischenliegendes Polster 4, das eine Dicke von 10 bis 20 mm aufweist.
Der Verbund zwischen den beiden Faserlagen ist dadurch hergestellt, daß die Maschenschicht
2 der ersten Faserlage 1 auf den Polschlingen 3' der anderen Faserlage 1' aufliegt
und die Polschlingen 3 der ersten Faserlage 1 an die Maschenschicht 2' der zweiten
Faserlage 1' angearbeitet sind.
[0013] Die Kohlenstoffasern und die Verstärkungsfasern sind als homogene Fasermischung in
die Maschenschichten 2, 2' eingebunden. Die Fasermischung enthält Aramidfasern als
Verstärkungsfasern, wobei der Anteil der Kohlenstoffasern und Aramidfasern in der
Fasermischung jeweils mindestens 30 Gew.-% beträgt. Neben Kohlenstoffasern und Verstärkungsfasern
kann die Fasermischung bis zu 20 Gew.-% schwer entflammbare Viskosefasern zur Verbesserung
der Textileigenschaften des Faserverbundes enthalten.
[0014] Im Ausführungsbeispiel enthält der Faserverbund eine in das von den Polschlingen
3, 3' gebildete Polster 4 eingearbeitete Drahteinlage 5 als Schutz vor mutwilliger
Beschädigung.
1. Hochtemperaturfeste Konfektionseinlage aus einem bindemittelfreien Faserverbund, der
Kohlenstoffasern und nichtentflammbare, scherfeste Verstärkungsfasern als Hauptbestandteile
enthält und eine auf die Fläche bezogene Masse von maximal 1500 g/m
2 aufweist,
wobei der Faserverbund aus zwei Faserlagen (1, 1') besteht, die jeweils eine Maschenschicht
(2, 2') und eine Schicht aus hochstehenden Polschlingen (3, 3') aufweisen,
wobei die Maschenschichten (2, 2') außenseitig angeordnet sind und die Polschlingen
(3, 3') ein zwischenliegendes, mindestens 10 mm dickes Polster bilden und
wobei die Kohlenstoffasern und die Verstärkungsfasern als homogene Fasermischung in
die Maschenschichten (2, 2') eingebunden sind.
2. Konfektionseinlage nach Anspruch 1, wobei die Maschenschicht (2) der ersten Faserlage
(1) auf den Polschlingen (3') der zweiten Faserlage (1') aufliegen und die Polschlingen
(3) der ersten Faserlage (1) an die Maschenschicht (2') der zweiten Faserlage (1')
angearbeitet sind.
3. Konfektionseinlage nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Fasermischung Aramidfaser als
Verstärkungsfasern enthält.
4. Konfektionseinlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Anteil der Kohlenstoffasern
und Verstärkungsfasern in der Fasermischung jeweils mindestens 30 Gew.-% beträgt.
5. Konfektionseinlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Fasermischung bis zu
20 Gew.-% schwer entflammbare Viskosefasern enthält.
6. Konfektionseinlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Faserverbund eine in
das von den Polschlingen (3, 3') gebildete Polster (4) eingearbeitete Drahteinlage
(5) enthält.