[0001] Die Erfindung betrifft eine Pressenanordnung einer Papier- oder Kartonmaschine zur
Behandlung einer Faserstoffbahn in einem in Laufrichtung der Faserstoffbahn verlängerten
Preßspalt, der zwischen einer Schuhpreßwalze und einer Gegenwalze gebildet ist, wobei
die Schuhpreßwalze einen um einen drehfesten Träger umlaufenden flexiblen Preßmantel
umfaßt, der im Bereich des Preßspaltes über wenigstens einen Preßschuh einer Anpreßeinheit
geführt ist, der durch wenigstens ein zugeordnetes, vorzugsweise durch eine jeweilige
Kolben-/Zylindereinheit gebildetes Kraftelement am Träger abgestützt ist, der Preßmantel
außerhalb des Bereichs des Preßspaltes zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch
geführt ist und eine in einer Symmetrieebene des Trägers angeordnete Trägerachse und
die Achse der Gegenwalze in einer vorzugsweise vertikalen Ebene liegen, die mit der
Symmetrieebene des Trägers zusammenfällt und zu der eine Mittelebene der Anpreßeinheit,
bezüglich der die Anordnung des wenigstens einen Kraftelements allgemein symmetrisch
ist, zumindest im wesentlichen parallel ist. Eine solche Pressenanordnung ist aus
der DE-A-37 08 189 bekannt (Oberbegriff des Anspruches 1).
[0002] Derartige Pressenanordnungen werden mit Erfolg insbesondere in Pressenpartien von
Papier- oder Kartonmaschinen eingesetzt. Die zu entwässernde Faserstoffbahn wird in
der Regel zusammen mit wenigstens einem Filzband durch den Preßspalt geführt. Der
in Laufrichtung der Faserstoffbahn verlängerte Preßspalt bringt insbesondere den Vorteil
einer höheren Entwässerungsleistung mit sich. Der Innenraum des außerhalb des Bereichs
des Preßspaltes zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch geführten Preßmantels kann
nach außen hin hermetisch abgeschlossen werden, wodurch jegliche Verschmutzungsgefahr
durch nach außen dringendes Schmiermittel ausgeschlossen ist. Zudem kann dem Innenraum
des Preßmantels Druckluft zugeführt werden, wodurch dieser aufgeblasen wird, was eine
verbesserte Laufruhe des Preßmantels mit sich bringt. Ist der Preßmantel durch drehbar
am Träger gelagerte Tragscheiben geführt, so wird dadurch zusammen mit dem durch die
Druckluft erzeugten Innendruck bewirkt, daß der um den Träger umlaufende Preßmantel
nur über den Preßschuh gleitet und im übrigen berührungsfrei umläuft.
[0003] Ein allgemeines Problem bei derartigen Pressenanordnungen besteht darin, daß die
aus dem Preßspalt auslaufende Faserstoffbahn noch eine gewisse Strecke mit dem Preßmantel
und dem zwischen diesem und der Faserstoffbahn vorgesehenen Filzband mitlaufen kann,
bevor sich die Faserstoffbahn vom Filzband löst. Auch wenn diese gemeinsame Laufstrecke
relativ kurz ist, besteht doch die Gefahr einer Rückbefeuchtung, bei der die Faserstoffbahn
einen Teil der zuvor ausgepreßten Flüssigkeit wieder aufnimmt. Die Gefahr einer solchen
Rückbefeuchtung wird noch dadurch verstärkt, daß der Preßmantel aufgeblasen wird,
nachdem dadurch die gemeinsame Laufstrecke weiter verlängert wird.
[0004] Um diesem Problem zu begegnen, ist bei der aus der DE-A-37 08 189 bekannten Pressenanordnung
die Drehachse des Preßmantels und der beiden zugeordneten Tragscheiben entgegen der
Laufrichtung des Preßmantels gegenüber der Preßebene versetzt, die bei dieser bekannten
Pressenanordnung durch die Achsen des Trägers und der Gegenwalze verläuft. Der Versatz
der Drehachse des Preßmantels und der zugeordneten Tragscheiben gegenüber der Preßebene
wird durch eine zur Trägerachse exzentrische Umlaufbahn des Preßmantels erreicht.
Die bekannte Pressenanordnung weist somit insbesondere den Nachteil auf, daß auch
die betreffenden Führungselemente für den Preßmantel wie insbesondere die an den Preßmantelenden
vorgesehenen Tragscheiben exzentrisch angeordnet werden müssen.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, eine Pressenanordnung der eingangs genannten Art zu schaffen,
die bei wesentlich einfacherem Aufbau und entsprechend höherer Zuverlässigkeit einen
möglichst hohen Trockengehalt der aus dem Preßspalt auslaufenden Faserstoffbahn gewährleistet.
[0006] Die Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Umlaufbahn des außerhalb
des Bereichs des Preßspaltes zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch geführten
Preßmantels konzentrisch zur Trägerachse ist und daß die Anpreßeinheit mit ihrer Mittelebene
in Laufrichtung der Faserstoffbahn gegenüber der durch die Achse der Gegenwalze und
die Trägerachse verlaufenden Ebene versetzt ist.
[0007] Aufgrund dieser Ausbildung wird trotz eines wesentlich einfacheren Aufbaus und einer
entsprechend höheren Zuverlässigkeit der Pressenanordnung erreicht, daß sich die Faserstoffbahn
zu einem sehr frühen Zeitpunkt von dem zwischen dieser Faserstoffbahn und dem Preßmantel
mitlaufenden Filzband löst. Es ergibt sich somit eine minimale gemeinsame Laufstrecke
von Faserstoffband, Filzband und Preßmantel, wobei deren Länge in der Praxis sogar
annähernd Null werden kann. Nachdem sich somit die Faserstoffbahn unmittelbar am Auslauf
des Preßspaltes von dem betreffenden Filzband löst, ist eine Rückbefeuchtung der Faserstoffbahn
praktisch ausgeschlossen. Zudem ergeben sich auch am Einlauf des Preßspaltes optimale
geometrische Verhältnisse, was bei einem Preßschuh mit einer in Laufrichtung der Faserstoffbahn
betrachtet vorderen Rundung insbesondere dann der Fall ist, wenn diese Rundung einen
entsprechenden Radius aufweist und annähernd an der kreiszylindrischen Umlaufbahn
des Preßmantels liegt. Ein Ausbeulen dieser Faserstoffbahn ist dann praktisch ausgeschlossen.
Im Fall der Verwendung von Tragscheiben können für diese einfache Lagerelemente mit
zueinander koaxialen Zentrier- und Lagerflächen verwendet werden.
[0008] Die Vorteile einer möglichst geringen Rückbefeuchtung kommen auch im Fall der Verwendung
zweier Filzbänder zum Tragen, wobei die Rückbefeuchtung durch eine entsprechende Anordnung
oder Führung der beiderseits der Faserstoffbahn durch den Preßspalt geführten Filzbänder
weiter minimiert wird.
[0009] Der im Bereich des Preßspaltes gemessene Abstand zwischen der Mittelebene der Anpreßeinheit
und der durch die Achse der Gegenwalze und die Trägerachse verlaufenden Ebene ist
vorteilhafterweise größer als 10 mm, insbesondere größer als 15 mm, wobei er vorzugsweise
im Bereich von 20 mm liegt.
[0010] Bei der in der Praxis bevorzugten Ausführungsform umfaßt der Preßschuh eine dem Preßmantel
zugewandte hydrodynamisch und/oder hydrostatisch geschmierte Lauffläche mit einem
an die Gegenwalze angepaßten konkaven Laufflächenabschnitt.
[0011] Von besonderem Vorteil ist, wenn die Lauffläche des Preßschuhes einlaufseitig mit
einem konvexen Laufflächenabschnitt versehen ist, dessen Krümmungsradius größer als
30 mm, insbesondere größer als 70 mm, ist und vorzugsweise im Bereich von 100 mm liegt.
Dabei ist der Krümmungsradius vorteilhafterweise so gewählt, daß die Krümmung zumindest
annähernd an der kreiszylindrischen Umlaufbahn des Preßmantels liegt. Die Gefahr eines
Ausbeulens des Preßmantels ist damit praktisch beseitigt. Im Ergebnis erhält man somit
auch eine geringere Preßmanteldehnung auf der Außenseite, was insbesondere bei dicken
und doppelt beschichteten Preßmanteltüchern von Vorteil ist. Zudem ergibt sich ein
größerer Ausströmwiderstand für das Schmieröl vor dem Preßspalt. Schließlich ist der
Einlauf auch unempfindlicher gegenüber Überführbatzen.
[0012] Vorteilhafterweise ist die Lauffläche des Preßschuhes auslaufseitig mit einem konvexen
Laufflächenabschnitt versehen, dessen Krümmungsradius größer als 12 mm, insbesondere
größer als 30 mm, ist und vorzugsweise im Bereich von 50 mm liegt. Mit einem solchen
vergrößerten Schuhauslaufradius wird eine deutliche Verringerung der Dehnungsbeanspruchung
des Preßmantels erreicht, was insbesondere wiederum bei doppelt beschichteten Tüchern
zum tragen kommt.
[0013] Gemäß einer in der Praxis bevorzugten Ausführungsform ist dem Preßschuh wenigstens
ein Kraftelementepaar zugeordnet, dessen beide vorzugsweise jeweils durch eine Kolben-/Zylindereinheit
gebildeten Kraftelemente in Laufrichtung der Faserstoffbahn hintereinander sowie symmetrisch
zur Mittelebene der Anpreßeinheit angeordnet sind. Hierbei sind die beiden Kraftelemente
eines jeweiligen Kraftelementepaares vorzugsweise jeweils für sich genommen und/oder
relativ zueinander unterschiedlich beaufschlagbar.
[0014] Damit wird u. a. die Möglichkeit geschaffen, das Druckprofil auch während des Betriebes
beliebig einzustellen. Eine solche Druckprofilverstellung ist bei sämtlichen Gegenwalzentypen
auch bei NIPCO-Walzen mit Mono-Hydraulik-System anwendbar.
[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher beschrieben; in dieser zeigt die einzige Figur eine schematische,
teilweise geschnittene Teildarstellung einer Pressenanordnung 10 einer Papier- oder
Kartonmaschine.
[0016] Die rein schematisch dargestellte, zu einer Papier- oder Kartonmaschine gehörende
Pressenanordnung 10 dient zur Behandlung einer Faserstoffbahn 12, hier einer Papier-
oder Kartonbahn, in einem in Laufrichtung L verlängerten Preßspalt 14.
[0017] Dieser verlängerte Preßspalt 14 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel durch
eine untere und eine obere Preßfläche begrenzt. Hierbei ist die den Preßspalt 14 nach
unten begrenzende Preßfläche durch einen über wenigstens einen Preßschuh 16 geführten
flexiblen Preßmantel 18 einer unteren Schuhpreßwalze 20 gebildet. Gegenüber dieser
ist zur Bildung der oberen Preßfläche eine zylindrische Gegenwalze 22 angeordnet,
die beim vorliegenden Ausführungsbeispiel einen starren Walzenmantel besitzt. Grundsätzlich
kann jedoch auch auf dieser Seite des Preßspaltes 14 ein über wenigstens einen Preßschuh
oder dergleichen geführter Preßmantel vorgesehen sein.
[0018] Der flexible Preßmantel 18 der unteren Schuhpreßwalze 20 ist durch den Preßschuh
16 unter Ausbildung eines Fluidkissens zwischen Preßschuh 16 und Preßmantel 18 gegen
die gegenüberliegende, durch die Gegenwalze 22 gebildete Preßfläche preßbar. Dabei
ist der Preßschuh 16 mittels einer Mehrzahl von jeweils durch eine Kolben-/Zylindereinheit
24 gebildeten Kraftelementen gegen die Gegenwalze 22 anpreßbar, die sich an einem
darunterliegenden drehfesten Träger 26 der Schuhpreßwalze 20 abstützen, um den der
flexible Preßmantel 18 umläuft.
[0019] Zusammen mit der zu behandelnden Faserstoffbahn 12 ist ein der Entwässerung dienendes
Filzband 28 durch den Preßspalt 14 geführt, der im vorliegenden Fall zwischen der
Schuhpreßwalze 20 und der zu behandelnden Faserstoffbahn 12 liegt. Grundsätzlich können
auch mehrere Entwässerungsfilze vorgesehen sein, wobei diese insbesondere auch auf
verschiedenen Seiten der zu behandelnden Faserstoffbahn 12 liegen können.
[0020] Der Preßschuh 16 sowie die diesem zugeordneten Kolben/Zylindereinheiten 22 sind Teil
einer Anpreßeinheit 30, die überdies einen Anschlag 32 umfaßt, gegen den der Preßschuh
16 während des Betriebs gedrückt wird.
[0021] Der um den drehfesten Träger 26 umlaufende, im Bereich des Preßspaltes 14 über den
Preßschuh 16 geführte Preßmantel 18 ist außerhalb des Bereichs des Preßspaltes 14
zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch geführt.
[0022] Die nicht gezeigte, in einer Symmetrieebene S des Trägers 26 angeordnete Trägerachse
und die ebenfalls nicht dargestellte Achse der Gegenwalze 22 liegen in einer im vorliegenden
Fall vertikalen Ebene E, die mit der Symmetrieebene S des Trägers 26 zusammenfällt.
Zu dieser durch die Achsen des Trägers 26 und der Gegenwalze 22 verlaufenden vertikalen
Ebene E ist eine Mittelebene M der Anpreßeinheit 30, bezüglich der die beiden in der
Figur erkennbaren, in Laufrichtung L der Faserstoffbahn 12 hintereinander liegenden
Kolben/Zylindereinheiten 24 symmetrisch angeordnet sind, zumindest im wesentlichen
parallel.
[0023] Die Umlaufbahn des außerhalb des Bereichs des Preßspaltes 14 zumindest im wesentlichen
kreiszylindrisch geführten Preßmantels 18 ist zur Trägerachse konzentrisch. Dagegen
ist die Anpreßeinheit 30 mit ihrer Mittelebene M in Laufrichtung L der Faserstoffbahn
12 gegenüber der durch die Achse der Gegenwalze 22 und die Trägerachse verlaufenden
Ebene E versetzt.
[0024] Der Abstand a zwischen der Mittelebene M der Anpreßeinheit 30 und der durch die Achse
der Gegenwalze 22 und die Trägerachse verlaufenden Ebene E liegt im vorliegenden Fall
vorzugsweise im Bereich von 20 mm.
[0025] Grundsätzlich ist es auch denkbar, daß die Anpreßeinheit 30 mit ihrer Mittelebene
M gegenüber der durch die Achse der Gegenwalze 22 und die Trägerachse verlaufenden
Ebene E geneigt ist. In diesem Fall liegt der im Bereich des Preßspaltes 14 gemessene
Abstand zwischen der Mittelebene M der Anpreßeinheit 30 und der durch die Achse der
Gegenwalze 22 und der Trägerachse verlaufenden Ebene E in dem Bereich von 20 mm.
[0026] Der Preßschuh 16 umfaßt eine dem Preßmantel 18 zugewandte hydrodynamisch und/oder
hydrostatisch geschmierte Lauffläche 34 mit einem an die Gegenwalze 22 angepaßten
konkaven Laufflächenabschnitt 36.
[0027] Einlaufseitig ist die Lauffläche 34 des Preßschuhes 16 mit einem konvexen Laufflächenabschnitt
38 versehen, dessen Krümmungsradius R1 im vorliegenden Fall vorzugsweise im Bereich
von 100 mm liegt.
[0028] Auslaufseitig ist die Lauffläche 34 des Preßschuhes 16 mit einem konvexen Laufflächenabschnitt
40 versehen, dessen Krümmungsradius R2 im vorliegenden Fall vorzugsweise im Bereich
von 50 mm liegt.
[0029] Dem Preßschuh 16 ist wenigstens ein Kraftelementepaar zugeordnet, dessen beide jeweils
durch eine Kolben/Zylindereinheit 24 gebildeten Kraftelemente in Laufrichtung L der
Faserstoffbahn 12 hintereinander angeordnet sind. Wie in der Figur deutlich zu erkennen
ist, sind die beiden Kolben-/Zylindereinheiten 24 zudem symmetrisch zur Mittelebene
M der Anpreßeinheit 30 angeordnet.
[0030] Die beiden Kolben-/Zylindereinheiten 24 umfassen jeweils einen mit dem Preßschuh
16 verbundenen Kolben 42 und einen Zylinder 44, in dem der Kolben 42 durch eine jeweilige
Dichtungsscheibe 46 geführt ist, die radial verschiebbar in einer jeweiligen Umfangsnut
48 des betreffenden Kolbens 42 gelagert ist.
[0031] Die beiden Kolben-/Zylindereinheiten 24 eines jeweiligen Kraftelementepaares sind
jeweils für sich genommen und/oder relativ zueinander unterschiedlich beaufschlagbar,
wie dies in der Figur durch die beiden Drücke P1, P2 angedeutet ist.
[0032] Aufgrund der Doppelkolbenanpressung mit zueinander variabel einstellbaren Drücken
ist die Wirklinie der resultierenden Schuhabstützkraft nicht fest vorgegeben. Die
Zylinderanpreßkraft bildet keine Gerade zur Preßkraft der Gegenwalze. Die resultierende
Schuhabstützkraft setzt sich vielmehr aus der Kolbenkraft und einer Horizontalschubkomponente
zusammen. Die Horizontalschubkomponente wirkt zusätzlich zu der im Betrieb auftretenden
Reibkraft zwischen dem Preßmantel 18 und dem Preßschuh 16 dem Biegebestreben des Preßschuhs
16 aufgrund thermischer Einflüsse entgegen. Das heißt der Preßschuh 16 wird im Betrieb
zwangsläufig mit einer größeren Kraft als die maximale innere Biegekraft gegen den
Anschlag 32 gedrückt und somit gerade gehalten.
[0033] Der Preßmantel 18 der Schuhpreßwalze 20 kann endseitig an Tragscheiben befestigt
sein, die konzentrisch zur Trägerachse drehbar am Träger gelagert sind.
[0034] Aufgrund der gegenüber der durch die Achse der Gegenwalze 22 und die Trägerachse
verlaufenden Ebene E versetzten Anpreßeinheit 30 läuft der Preßmantel 18 unmittelbar
nach dem Verlassen des Preßspaltes 14 verhältnismäßig steil nach unten, wodurch erreicht
wird, daß sich die Faserstoffbahn 12 und das Filzband 28 in minimaler Entfernung vom
Auslauf des Preßspaltes 14 voneinander lösen. Das gleiche trifft auch auf die Faserstoffbahn
12 und ein möglicherweise vorgesehenes oberes Filzband zu. Im Ergebnis wird somit
erreicht, daß im Preßspalt 14 aus der Faserstoffbahn 12 in die Filzbänder gepreßtes
Wasser nach dem Auslauf aus dem Preßspalt 14 praktisch nicht mehr in die Faserstoffbahn
12 zurückströmen kann.
[0035] Bei wesentlich einfacherem Aufbau und entsprechend höherer Zuverlässigkeit wird somit
ein möglichst hoher Trockengehalt der aus dem Preßspalt auslaufenden Faserstoffbahn
gewährleistet. Zudem ergeben sich im Einlaufbereich optimale geometrische Verhältnisse.
Der vordere Schuhradius liegt annähernd an der kreiszylindrischen Umlaufbahn des Preßmantels
18. Ein Ausbeulen des Preßmantels wird somit vermieden. Mit dem relativ großen Krümmungsradius
R1 des einlaufseitigen Laufflächenabschnitts 38 des Preßschuhes 16 ergibt sich eine
geringere Preßmantel- bzw. Tuchdehnung auf der Außenseite, was insbesondere bei dickeren,
doppelt beschichteten Tüchern wesentlich ist. Zudem ergibt sich ein größerer Ausströmwiderstand
für das Schmieröl vor dem Preßspalt. Schließlich ist der Einlauf unempfindlicher gegen
Überführbatzen.
[0036] Aufgrund des einen relativ großen Krümmungsradius R2 aufweisenden auslaufseitigen
Laufflächenabschnitts 40 des Preßschuhes 16 wird die Dehnungsbeanspruchung des Preßmantels
deutlich verringert, was insbesondere wiederum bei doppelt beschichteten Preßmänteln
wesentlich ist.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 10
- Pressenanordnung
- 12
- Faserstoffbahn
- 14
- Preßspalt
- 16
- Preßschuh
- 18
- Preßmantel
- 20
- Schuhpreßwalze
- 22
- Gegenwalze
- 24
- Kolben-/Zylindereinheit
- 26
- Träger
- 28
- Filzband
- 30
- Anpreßeinheit
- 32
- Anschlag
- 34
- Lauffläche
- 36
- konkaver Laufflächenabschnitt
- 38
- konvexer Laufflächenabschnitt
- 40
- konvexer Laufflächenabschnitt
- 42
- Kolben
- 44
- Zylinder
- 46
- Dichtungsscheibe
- 48
- Umfangsnut
- a
- Abstand
- E
- vertikale Ebene
- L
- Laufrichtung
- M
- Mittelebene
- R1
- Krümmungsradius
- R2
- Krümmungsradius
- s
- Symmetrieebene
1. Pressenanordnung (10) einer Papier- oder Kartonmaschine zur Behandlung einer Faserstoffbahn
(12) in einem in Laufrichtung (L) der Faserstoffbahn (12) verlängerten Preßspalt (14),
der zwischen einer Schuhpreßwalze (20) und einer Gegenwalze (22) gebildet ist, wobei
die Schuhpreßwalze (20) einen um einen drehfesten Träger (26) umlaufenden flexiblen
Preßmantel (18) umfaßt, der im Bereich des Preßspaltes (14) über wenigstens einen
Preßschuh (16) einer Anpreßeinheit (30) geführt ist, der durch wenigstens ein zugeordnetes,
vorzugsweise durch eine jeweilige Kolben-/Zylindereinheit gebildetes Kraftelement
(24) am Träger (26) abgestützt ist, der Preßmantel (18) außerhalb des Bereichs des
Preßspaltes (14) zumindest im wesentlichen kreiszylindrisch geführt ist und eine in
einer Symmetrieebene (S) des Trägers (26) angeordnete Trägerachse und die Achse der
Gegenwalze (22) in einer vorzugsweise vertikalen Ebene (E) liegen, die mit der Symmetrieebene
(S) des Trägers (26) zusammenfällt und zu der eine Mittelebene (M) der Anpreßeinheit
(30), bezüglich der die Anordnung des wenigstens einen Kraftelements (24) allgemein
symmetrisch ist, zumindest im wesentlichen parallel ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Umlaufbahn des außerhalb des Bereichs des Preßspaltes (14) zumindest im wesentlichen
kreiszylindrisch geführten Preßmantels (18) konzentrisch zur Trägerachse ist und daß
die Anpreßeinheit (30) mit ihrer Mittelebene (M) in Laufrichtung (L) der Faserstoffbahn
(12) gegenüber der durch die Achse der Gegenwalze (22) und die Trägerachse verlaufenden
Ebene (E) versetzt ist.
2. Pressenanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der im Bereich des Preßspaltes (14) gemessene Abstand (a) zwischen der Mittelebene
(M) der Anpreßeinheit (30) und der durch die Achse der Gegenwalze (22) und die Trägerachse
verlaufenden Ebene (E) größer als 10 mm, insbesondere größer als 15 mm, ist und vorzugsweise
im Bereich von 20 mm liegt.
3. Pressenanordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Preßschuh (16) eine dem Preßmantel (18) zugewandte hydrodynamisch und/oder hydrostatisch
geschmierte Lauffläche (34) mit einem an die Gegenwalze (22) angepaßten konkaven Laufflächenabschnitt
(36) umfaßt.
4. Pressenanordnung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lauffläche (34) des Preßschuhes (16) einlaufseitig mit einem konvexen Laufflächenabschnitt
(38) versehen ist, dessen Krümmungsradius (R1) größer als 30 mm, insbesondere größer
als 70 mm, ist und vorzugsweise im Bereich von 100 mm liegt.
5. Pressenanordnung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lauffläche (34) des Preßschuhes (16) auslaufseitig mit einem konvexen Laufflächenabschnitt
(40) versehen ist, dessen Krümmungsradius (R2) größer als 12 mm, insbesondere größer
als 30 mm, ist und vorzugsweise im Bereich von 50 mm liegt.
6. Pressenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Preßschuh (16) wenigstens ein Kraftelementepaar zugeordnet ist, dessen beide
vorzugsweise jeweils durch eine Kolben-/Zylindereinheit gebildeten Kraftelemente (24)
in Laufrichtung (L) der Faserstoffbahn (12) hintereinander sowie symmetrisch zur Mittelebene
(M) der Anpreßeinheit (30) angeordnet sind.
7. Pressenanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Kraftelemente (24) eines jeweiligen Kraftelementepaares jeweils für sich
genommen und/oder relativ zueinander unterschiedlich beaufschlagbar sind.
1. Press arrangement (10) for a paper or board machine for creating a fibrous web (12)
in a press nip (14) which is extended in the running direction (L) of the fibrous
web (12) and is formed between a shoe-press roll (20) and an opposing roll (22), the
shoe-press roll (20) comprising a flexible press cover (18) which revolves around
a rotationally fixed carrier (26) and, in the area of the press nip (14), is guided
over at least one press shoe (16) which belongs to a pressing unit (30) which is supported
on the carrier (26) by at least one associated force element (24) preferably formed
by a respective piston/cylinder unit, the press cover (18), outside the area of the
press nip (14), being guided at least substantially circularly cylindrically, and
a carrier axis arranged in a plane of symmetry (S) of the carrier (26) and the axis
of the opposing roll (22) lying in a preferably vertical plane (E), which coincides
with the plane of symmetry (S) of the carrier (26) and to which a mid-plane (M) of
the pressing unit (30), with respect to which the arrangement of the at least one
force element (24) is generally symmetrical, is at least substantially parallel, characterized in that the path of revolution of the press cover (18) which, outside the area of the press
nip (14) is guided at least substantially circularly cylindrically, is concentric
with the carrier axis, and in that the pressing unit (30), with its mid-plane (M), is offset in the running direction
(L) of the fibrous web (12) with respect to the plane (E) running through the axis
of the opposing roll (22) and the carrier axis.
2. Press arrangement according to Claim 1, characterized in that the distance (a) measured in the area of the press nip (14) between the mid-plane
(M) of the pressing unit (30) and the plane (E) running through the axis of the opposing
roll (22) and the carrier axis is greater than 10 mm, in particular greater than 15
mm, and preferably lies in the region of 20 mm.
3. Press arrangement according to Claim 1 or 2, characterized in that the press shoe (16) comprises a hydrodynamically and/or hydrostatically lubricated
running surface (34) which faces the press cover (18) and has a concave running-surface
section (36) which is matched to the opposing roll (22).
4. Press arrangement according to Claim 3, characterized in that, on the inlet side, the running surface (34) of the press shoe (16) is provided with
a convex running-surface section (38) whose radius of curvature (R1) is greater than
30 mm, in particular greater than 70 mm, and preferably lies in the region of 100
mm.
5. Press arrangement according to Claim 3 or 4, characterized in that on the outlet side, the running surface (34) of the press shoe (16) is provided with
a convex running-surface section (40) whose radius of curvature (R2) is greater than
12 mm, in particular greater than 30 mm and preferably lies in the region of 50 mm.
6. Press arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the press shoe (16) is assigned at least one pair of force elements, whose two force
elements (24), preferably formed by a piston/cylinder unit in each case, are arranged
one behind another in the running direction (L) of the fibrous web (12) and symmetrically
with respect to the mid-plane (M) of the pressing unit (30).
7. Press arrangement according to Claim 6, characterized in that the two force elements (24) of a respective pair of force elements, in each case
considered individually and/or relative to one another, can be loaded to different
extents.
1. Dispositif de presse (10) d'une machine à papier ou à carton pour le traitement d'une
bande de matière fibreuse (12) dans une fente de pressage (14) prolongée dans le sens
de défilement (L) de la bande de matière fibreuse (12), qui est formée entre un rouleau
presseur à patin (20) et un contre-rouleau (22), dans lequel le rouleau presseur à
patin (20) comprend une enveloppe de pressage souple (18) entourant un support fixe
en rotation (26), qui est guidée dans la région de la fente de pressage (14) sur au
moins un patin de pressage (16) d'une unité de pressage (30), qui est appuyé sur le
support (26) par au moins un élément de force associé (24), formé de préférence par
une unité respective de piston/cylindre, l'enveloppe de pressage (18) est guidée au
moins de façon essentiellement cylindrique circulaire hors de la région de la fente
de pressage (14) et un axe du support disposé dans un plan de symétrie (S) du support
(26) et l'axe du contre-cylindre (22) sont situés dans un plan de préférence vertical
(E), qui coïncide avec le plan de symétrie (S) du support (26) et auquel un plan médian
(M) de l'unité de pressage (30), par rapport auquel la disposition dudit au moins
un élément de force (24) est d'une manière générale symétrique, est au moins sensiblement
parallèle, caractérisé en ce que la trajectoire de l'enveloppe de pressage (18) guidée au moins de façon essentiellement
cylindrique circulaire hors de la région de la fente de pressage (14) est concentrique
à l'axe du support et en ce que l'unité de pressage (30) est décalée avec son plan médian (M) dans le sens de défilement
(L) de la bande de matière fibreuse (12) par rapport au plan (E) passant par l'axe
du contre-cylindre (22) et par l'axe du support.
2. Dispositif de presse suivant la revendication 1, caractérisé en ce que la distance (a) mesurée dans la région de la fente de pressage (14) entre le plan
médian (M) de l'unité de pressage (30) et le plan (E) passant par l'axe du contre-cylindre
(22) et par l'axe du support est supérieure à 10 mm, en particulier supérieure à 15
mm, et se situe de préférence aux alentours de 20 mm.
3. Dispositif de presse suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le patin de pressage (16) comprend une face de roulement (34) tournée vers l'enveloppe
de pressage (18), lubrifiée par voie hydrodynamique et/ou hydrostatique, avec une
portion de face de roulement concave (36) adaptée au contre-cylindre (22).
4. Dispositif de presse suivant la revendication 3, caractérisé en ce que la face de roulement (34) du patin de pressage (16) est pourvue du côté de l'entrée
d'une portion de face de roulement convexe (38), dont le rayon de courbure (R1) est
supérieur à 30 mm, en particulier supérieur à 70 mm, et se situe de préférence aux
alentours de 100 mm.
5. Dispositif de presse suivant la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que la face de roulement (34) du patin de pressage (16) est pourvue du côté de la sortie
d'une portion de face de roulement convexe (40), dont le rayon de courbure (R2) est
supérieur à 12 mm, en particulier supérieur à 30 mm, et se situe de préférence aux
alentours de 50 mm.
6. Dispositif de presse suivant l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une paire d'éléments de force sont associés au patin de pressage (16), dont
les deux éléments de force (24), formés de préférence chacun par une unité de piston/cylindre,
sont disposés l'un derrière l'autre dans le sens de défilement (L) de la bande de
matière fibreuse (12) ainsi que symétriquement par rapport au plan médian (M) de l'unité
de pressage (30).
7. Dispositif de presse suivant la revendication 6, caractérisé en ce que les deux éléments de force (24) de chaque paire d'éléments de force peuvent être
actionnés chacun séparément et/ou différemment l'un par rapport à l'autre.