[0001] Die Erfindung betrifft ein Winterdienst-Streugerät mit einem Streugut aufnehmenden
Streugutbehälter, in dessen Bodenbereich ein etwa U-förmiger, nach oben offener Förderkanal
angeordnet ist, in welchem ein Endlosförderer, insbesondere eine Förderschnecke drehend
antreibbar gelagert ist, und in welchem oberhalb des Endlosförderers zur Auflockerung
des Streugutes eine Rührwelle vorgesehen ist, wobei der Endlosförderer das in den
Förderkanal gelangende Streugut einer an einem Ende des Förderkanals angeordneten
Streuvorrichtung zuführt, und wobei zum Einstellen der Antriebsdrehzahl eines motorischen
Antriebes des Endlosförderers und/oder der Rührwelle eine Steuereinrichtung vorgesehen
ist, durch welche eine zur Fahrgeschwindigkeit proportionale Grunddrehzahl einstellbar
ist
[0002] Winterdienst-Streugeräte der gattungsgemäßen Art sind aus der DE 33 25 940 C1 bekannt
und dienen zum Ausbringen von Streugut auf eine Verkehrsfläche. Solche WinterdienstSreugeräte
weisen einen Streugutbehälter auf, in dessen Bodenbereich ein Förderkanal vorgesehen
ist. In diesem Förderkanal ist ein Endlosförderer, beispielsweise in Form einer Förderschnecke
drehbar gelagert, welche mittels eines motorischen Antriebs rotierend antreibbar ist.
Im Betrieb wird durch die Förderschnecke aus dem Streugutbehälter das Streugut einer
Streuvorrichtung, beispielsweise einem Streuteller, zugeführt. Die Streuvorrichtung
ist dabei außerhalb des Streugutbehälters an einem Ende des Förderkanals angeordnet.
Der Förderkanal ist etwa U-fömig ausgebildet und nach oben zum Streugutbehälter hin
offen, so daß im Betrieb ständig Streugut aus dem Streugutbehälter in den Förderkanal
nachströmen kann. Um bei unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten eines Streufahrzeuges,
auf welchem das Winterdienst-Streugerät aufgesetzt ist, eine gleichmäßige Streudichte
auf der zu bestreuenden Verkehrsfläche zu erhalten, ist eine Steuereinrichtung zur
Steuerung der Drehzahl des Endlosförderers vorgesehen, durch welche die Drehzahl des
Endlosförderers geschwindigkeitsproportional steuerbar ist. Mit dieser Steuereinrichtung
ist auch die Streudichte einstellbar, welche zu der von der Antriebsdrehzahl des Endlosförderers
abhängigen Fördermenge des Streugutes proportional ist.
[0003] Um sicherzustellen, daß das Streugut kontinuierlich in den Förderkanal nachströmt,
sind die Seitenwände des Streugutbehälters zumindest im unteren Bereich zum Förderkanal
hin schräg geneigt verlaufend ausgebildet. Bei Verwendung von feuchten Streustoffen
tritt trotz dieser schrägen Ausbildung häufig eine sogenannte Brückenbildung des Streugutes
oberhalb des Förderschnecke auf. Um diese Brückenbildung zu vermeiden, ist es bekannt
im Streugutbehälter oberhalb der Förderschnecke eine Rührwelle vorzusehen, durch welche
das Streugut aufgelockert werden soll, so daß dessen Rieselfähigkeit oder Fließfähigkeit
zum Förderkanal hin verbessert wird.
[0004] Die Förderschnecke und die Rührwelle sind dabei mittels eines motorischen Antriebes
drehend angetrieben, wobei dieser motorische Antrieb für die Förderschnecke und die
Rührwelle gleichzeitig dienen kann. Zum Einstellen der benötigten Antriebsdrehzahl
sind Steuereinrichtungen bekannt, durch welche ein Antriebsdrehmoment einstellbar
ist, durch welches eine entsprechende geschwindigkeitsproportionale Grunddrehzahl
der Förderschnecke und/oder der Rührwelle einstellbar ist.
[0005] Die Rührwellen sind mit stab- oder schaufelartigen Rührelementen versehen, durch
welche das Streugut im Streugutbehälter ständig bewegt werden soll, so daß eine gewisse
Auflockerung des Streugutes bewirkt wird und dieses möglichst kontinuierlich in den
Förderkanal nachströmt. Wie sich gezeigt hat, sind diese Rührwellen bei feuchten und
damit klebrigen Streustoffen nur in ihrer unmittelbaren Umgebung wirksam, so daß die
sogenannte Brückenbildung im Bereich des Förderkanals oberhalb der Förderschnecke
nicht sicher verhindert werden kann. Somit kann ein kontinuierliches Nachströmen auch
bei vorgesehener Rührwelle nicht sichergestellt werden, wodurch auch ein gleichmäßiges
Ausbringen des Streugutes auf eine Verkehrsfläche nicht sicher gewährleistet ist.
[0006] Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Winterdienst-Streugerät der
eingangs genannten Art so zu verbessern, daß eine Brückenbildung im Bereich des Förderkanals
sicher verhindert wird und das im Streugutbehälter befindliche Streugut im Betrieb
sicher kontinuierlich in den Förderkanal des Streugutbehälters nachströmt.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß durch die Steuereinrichtung
einem einer geschwindigkeitsproportionalen Grunddrehzahl des motorischen Antriebes
entsprechenden Antriebsdrehmoment Drehmomentimpulse laufend überlagert werden, so
daß die durch den motorischen Antrieb angetriebenen Teile in eine von impulsartigen
Drehschwingungen überlagerte Drehbewegung versetzt werden.
[0008] Durch das erfindungsgemäße Winterdienst-Streugerät, insbesondere durch die Ansteuerung
des motorischen Antriebes, wird ein kontinuierliches Ausbringen von Streugut auf eine
zu bestreuende Verkehrsfläche sichergestellt, da dem Endlosförderer ständig kontinuierlich
Streugut zugeführt wird. Durch eine Steuereinrichtung wird der motorische Antrieb
des Endlosförderers mit einem einstellbaren geschwindigkeitsproportionalen Drehmoment
beaufschlagt, welches eine geschwindigkeitsproportionale Grunddrehzahl des Endlosförderers
bewirkt. Dieser geschwindigkeitsproportionalen Grunddrehzahl werden Drehzahlimpulse
überlagert, welche durch entsprechende Drehmomentimpulse erzeugt werden und somit
der Endlosförderer zusätzlich zu seiner Grunddrehzahl mit impulsartige Antriebschwingungen
beaufschlagt wird. Diese Antriebsschwingen werden durch eine entsprechende Kopplung
des Endlosförderers mit der Rührwelle auch auf die Rührwelle übertragen und bewirken
eine erhebliche Verbesserung der Fließfähigkeit auch von feuchtem und klebrigem Streugut,
so daß oberhalb des Endlosförderers befindendes Streugut sicher entlang der schrägen
Seitenwände des Streugutbehälters in den Förderkanal des Endlosförderers gelangt und
in einem kontinuierlichen Strom nachströmt. Die erzeugten Antriebsschwingungen bewirken
somit, daß auch feuchtes Streugut, welches zum Verklumpen neigt, durch die Drehschwingungen
der Rührwelle fließfähig gehalten wird, so daß eine Unterbrechung des Nachströmens
in den Förderkanal sicher ausgeschlossen ist. Es ist auch vorgesehen, daß nur die
Rührwelle durch einen separaten Antrieb mit derartigen Antriebsschwingungen beaufschlagbar
ist.
[0009] Als motorischer Antrieb ist dabei gemäß Anspruch 2 ein Hydraulikmotor vorgesehen,
welcher über eine entsprechende Hydraulikleitung von einer Hydraulikpumpe mit einem
Ölstrom beaufschlagbar ist. Die Hydraulikpumpe ist dabei üblicherweise durch den Antriebsmotor
eines Streufahrzeuges angetrieben, auf welchem das erfindungsgemäße Winterdienst-Streugerät
aufsetzbar ist.
[0010] Zur Ansteuerung des Hydraulikmotors ist gemäß Anspruch 3 ein elektromagnetisch ansteuerbares
Proportionalregelventil vorgesehen, das einen durch die Steuereinrichtung ansteuerbaren
Steuermagneten aufweist.
[0011] Der Steuermagnet wird gemäß Anspruch 4 durch die Steuereinrichtung mit einem geschwindigkeitsproportionalen
Steuerstrom beaufschlagt, so daß dem Hydraulikmotor ein über das Proportionalregelventil
gesteuerter geschwindigkeitsproportionaler Ölstrom zugeführt wird, wodurch der Hydraulikmotor
den Endlosförderer oder die Rührwelle mit einer entsprechenden geschwindigkeitsproportionalen
Grunddrehzahl antreibt.
[0012] Zum Erzeugen der Antriebsschwingungen wird dem geschwindigkeitsproportionalen Steuerstrom
eine Folge von Stromimpulsen überlagert, welche durch das Proportionalregelventil
in einen pulsierenden Ölstrom umgesetzt wird. Dieser pulsierende Ölstrom bewirkt im
Hydraulikmotor Drehmomentimpulse, so daß entsprechend dieser Drehmomentimpulse Drehzahlimpulse
und somit Antriebsschwingungen hervorgerufen werden. Diese Antriebsschwingungen werden
im Betrieb auf den Endlosförderer und/oder auch auf die Rührwelle übertragen, welche
somit einerseits mit einer geschwindigkeitsproportionalen Antriebsdrehzahl als Grunddrehzahl
angetrieben ist, welcher durch diese Antriebsschwingungen erzeugte Drehschwingungen
überlagert sind.
[0013] Die Stromimpulse sollen gemäß Anspruch 5 vorteilhafter Weise eine steile ansteigende
Flanke und eine steile abfallende Flanke aufweisen, so daß möglichst harte Drehmomentimpulse
hervorgerufen werden, wodurch der Endlosförderer und/oder die Rührwelle in Drehschwingungen
versetzbar sind.
[0014] Solche ansteigende Flanken und abfallende Flanken sind beispielsweise gemäß Anspruch
6 dadurch erreichbar, daß die Stromimpulse im wesentlichen ein Rechtecksignal bilden.
Die Impulsfrequenz kann dabei in einem Bereich zwischen 10 Hz und 100 Hz einstellbar
sein, so daß die Schwingfrequenz den tatsächlichen Gegebenheiten, wie z.B. der Zusammensetzung
des Streugutes anpaßbar sind, um eine optimale Fließfähigkeit des Streugutes zu erreichen.
Auch kann die Wahl der Frequenz der Stromimpulse von den Systemeigenfrequenzen des
Streugutbehälters, insbesondere des Endlosförderers und der Rührwelle abhängig sein.
So ist z.B. eine Amplitudenverstärkung der Drehschwingungen jederzeit dadurch erreichbar,
indem die Frequenz der Stromimpulse und somit auch die Frequenz der Drehmomentimpulse
im Bereich der Eigenfrequenz, beispielsweise des Endlosförderers gewählt wird, so
daß möglichst große Schwingungsamplituden erreichbar sind und somit ein möglichst
großer Wirkungsgrad sichergestellt ist.
[0015] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 7 ist lediglich ein Hydraulikmotor zum Antrieb
des Endlosförderers und der Rührwelle notwendig, wodurch eine separate Ansteuerung
der Rührwelle nicht mehr erfolgen muß.
[0016] Zum Antrieb der Rührwelle ist gemäß Anspruch 8 ein Kettentrieb vorgesehen, durch
welchen die Drehmomentimpulse und somit die Drehschwingungen auf die Rührwelle übertragbar
sind. Dadurch, daß sowohl der Endlosförderer als auch die Rührwelle mit Drehmomentimpulsen
beaufschlagt werden und somit in Drehschwingungen versetzt werden, ist sichergestellt,
daß jegliches Streugut während des Streuvorganges fließfähig gehalten werden kann
und in einem gleichmäßigen Strom dem Förderkanal des Endlosförderers zugeführt wird,
wodurch ein gleichmäßiges Bestreuen einer Verkehrsfläche sicher gewährleistet ist.
[0017] Durch die gemäß Anspruch 9 gabelförmig oder V-förmig ausgebildeten Rührelemente der
Rührwelle, sowie deren um 120° versetzte Anordnung gemäß Anspruch 10, wird eine Erhöhung
des räumlichen Wirkbereiches der Rührelemente erreicht, so daß ein großer Bereich
des Streugutes im Streugutbehälter aufgelockert wird.
[0018] Durch die Ausgestaltung gemäß Anspruch 11 ist der Wirkbereich der Rührwelle in räumlicher
Nähe zum Endlosförderer vorgesehen, so daß auch sichergestellt ist, daß Streugut insbesondere
im unmittelbaren Bereich oberhalb des Endlosförderers aufgelockert wird und somit
sicher dem Förderkanal zuführbar ist. Der Abstand zwischen dem Endlosförderer und
der Rührwelle bzw. zwischen den radial äußeren Gabelenden der Rührelemente der Rührwelle
und dem Außenumfang des Endlosförderers soll dabei gemäß Anspruch 11 vorzugsweise
etwa 20 mm bis 100 mm aufweisen.
[0019] Weiterhin vorteilhaft wird durch die Drehschwingen bzw. die Drehzahlimpulse eine
erhebliche Verminderung der Beibungskräfte beim Fördern von Streugut zwischen dem
Streugut und dem Endlosförderer bewirkt, so daß das zum Antrieb des Endlosförderers
und der Rührwelle benötigte Antriebsdrehmoment erheblich verringert wird und somit
eine Verringerung des Energieverbrauchs des Antriebes erreichbar ist.
[0020] Im folgenden wird anhand der Zeichnung die Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Streugutbehälter mit einer Förderschnecke und einer Rührwelle im Teilschnitt;
- Fig. 2
- einen Teilschnitt II-II aus Fig. 1;
- Fig. 3
- ein Prinzipschaltbild einer Steuerung des hydraulischen Antriebes der Förderschnecke;
- Fig. 4
- den prinzipiellen zeitlichen Drehzahlverlauf, welcher mit der erfindungsgemäßen Steuerung
bewirkt wird.
[0021] Fig. 1 zeigt ein Winterdienst-Streugerät 1, welches einen Streugutbehälter 2 aufweist,
welcher in seinem Bodenbereich einen Förderkanal 3 aufweist. Der Förderkanal 3 erstreckt
sich über die gesamte Länge des Streugutbehälters 2 und setzt sich am hinteren Ende
des Streugutbehälters 2 in einem Förderrohr 4 fort.
[0022] Am äußeren Ende des Förderrohres 4 ist eine Streuvorrichtung 5 mit einem rotierend
antreibbaren Streuteller 6 vorgesehen, welche zum Ausbringen von Streugut auf eine
zu betreuende Verkehrsfläche dient. Im Förderkanal 3 ist ein Endlosförderer in Form
einer Förderschnecke 7 angeordnet, welche im Bereich der vorderen Stirnwand 8 drehbar
gelagert ist. Die Förderschnecke 7 erstreckt sich bis über das hintere Ende 9 des
Förderrohres 4 hinaus bis in einen Rohrstutzen 10 der Streuvorrichtung 5, an welchem
ein nach unten gerichtetes Fallrohr 11/1 angeordnet ist.
[0023] Am äußeren Ende des Rohrstutzens 10 ist ein Hydraulikmotor 11 angeordnet, welcher
mittels eines Proportionalregelventiles 12 ansteuerbar ist. Der Hydraulikmotor 11
dient in Betrieb zum rotierenden Antrieb der Förderschnecke 7. Oberhalb der Förderschnecke
7 ist innerhalb des Streugutbehälters 2 eine Rührwelle 13 vorgesehen, welche im wesentlichen
parallel zur Förderschnecke 7 verlaufend angeordnet ist. Die Rührwelle 13 ist im Bereich
der vorderen Stirnwand 8 und im Bereich der hinteren Stirnwand 14 des Streugutbehälters
2 über entsprechende Wälzlager 15 und 16 drehbar gelagert. Um eine Beschädigung der
Lager 15 und 16 während des Betriebes zu verhindern, sind diese in entsprechenden
Lagergehäusen 17 und 18 außerhalb des Innenraumes 19 des Streugutbehälters 2 angeordnet.
[0024] Zum Antrieb der Rührwelle 13 ist frontseitig im Bereich der vorderen Stirnwand 8
ein Kettentrieb 20 vorgesehen, über welchen das Antriebsdrehmoment von der Förderschnecke
7 auf die Rührwelle 13 übertragen wird.
[0025] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, weisen die Seitenwände 21 und 22 im Bereich ihres
oberen Drittels im wesentlichen vertikal verlaufende Wandabschnitte 23, 24 auf. Unterhalb
dieser beiden vertikalen Wandabschnitte 23 und 24 des Streugutbehälters 2, weisen
die Seitenwände 21 und 22 jeweils spiegelsymmetrisch zueinander angeordnete, schräg
verlaufende Wandabschnitte 25 und 26 auf. Die schrägen Wandabschnitte 25 und 26 enden
im Bereich der oberen Endkanten des Förderkanales 3, welcher im wesentlichen U-förmig
ausgebildet ist und die Förderschnecke 7 etwa halbkreisförmig umschließt.
[0026] Entlang der Wandabschnitte 25 und 26 gelangt im Streugutbehälter 2 befindliches Streugut
im Betrieb in den Förderkanal 3, von wo aus es durch die Förderschnecke 7 dem Fallrohr
11/1 der Streuvorrichtung 5 zugeführt wird.
[0027] Die Rührwelle 13 ist mit mehreren Rührelementen 27, 28 und 29 versehen, welche auf
der gesamten Länge der Rührwelle 13 gleichmäßig verteilt angeordnet sind. Wie aus
Fig. 2 ersichtlich ist, sind die Rührelemente 27, 28 und 29 jeweils um 120° in Umfangsrichtung
zueinander versetzt an der Rührwelle 13 angeordnet. Die Rührelemente 27, 28, 29 sind
etwa V-förmig ausgebildet, so daß sie zum Auflockern von im Streugutbehälter 2 befindlichem
Streugut einen möglichst großen räumlichen Wirkbereich aufweisen.
[0028] Der Abstand zwischen der Förderschnecke 7 und der Rührwelle 13 ist so gewählt, daß
die äußere Umfangslinie 30 der umlaufenden Rührelemente 27, 28, 29 zum Außenumfang
31 der Förderschnecke 7 einen Abstand aufweist, welcher etwa 20 mm bis 100 mm beträgt.
Durch diesen relativ geringen Abstand zwischen der Rührwelle 13 und der Förderschnecke
7 ist gewährleistet, daß die im Streugut rotierende Rührwelle das Streugut auch in
der unmittelbar der Förderschnecke 7 benachbarten Umgebung auflockert, so daß eine
Brückenbildung des Streugutes oberhalb der Förderschnecke 7 sicher ausgeschlossen
ist und das Streugut sicher in den Förderkanal 3 gelangt.
[0029] Fig. 3 zeigt ein Prinzipschaltbild der Steuereinrichtung 32, welche zur Ansteuerung
des Hydraulikmotors 11 vorgesehen ist. Die Steuereinrichtung 32 weist eine Druckpumpe
33 auf, welche beispielsweise durch den Fahrzeugmotor eines Streufahrzeuges angetrieben
sein kann. Durch die Druckpumpe 33 wird ein kontinuierlicher Ölstrom erzeugt, welcher
zum Antrieb des Hydraulikmotors 11 dient. Zur Steuerung des Ölstromes ist das Proportionalregelventil
12 vorgesehen, welches elektromagnetisch ansteuerbar ist. Zur elektromagnetischen
Ansteuerung weist das Proportionalregelventil 12 einen Steuermagneten 34 auf, durch
welchen das Proportionalregelventil 12 zur Steuerung des Ölstromes betätigbar ist.
[0030] Der Steuermagnet 34 wird durch ein Steuergerät 35 durch einen im wesentlichen geschwindigkeitsproportionalen
Steuerstrom 36 angesteuert. In Fig. 3 ist der Steuerstrom 36 beispielhaft für eine
über die Zeit konstante Fahrzeuggeschwindigkeit dargestellt und somit ebenfalls konstant.
Dieser Steuerstrom bewirkt im Proportionalregelventil einen bestimmten Öffnungsgrad,
so daß dieser Steuerstrom 36 einem entsprechendem Ölstrom zum Antrieb des Hydraulikmotors
11 entspricht.
[0031] Dieser Ölstrom ist entsprechend dem Steuerstrom 36 ebenfalls geschwindigkeitsproportional
zur Fahrzeuggeschwindigkeit und nimmt entsprechend bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit
ebenfalls einen konstanten Wert an. Der Ölstrom bewirkt, wie aus Fig. 4 ersichtlich
ist, eine bestimmte Grunddrehzahl 37 des Hydraulikmotors 11, mit welchem die Förderschnecke
7 angetrieben wird. Auch diese Grunddrehzahl ist geschwindigkeitsproportional zur
Fahrzeuggeschwindigkeit und bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit, wie in Fig. 4
dargestellt ist, ebenfalls konstant.
[0032] Durch das Steuergerät 35 werden desweiteren Stromimpulse 38 erzeugt, welche dem Steinerstrom
36 überlagert sind. Vorzugsweise handelt es sich bei den Stromimpulsen 38 um ein Rechtecksignal,
dessen Impulsbreite in etwa der Impulspause entspricht.
[0033] Durch diese Stromimpulse 38 wird der Ölstrom durch das Proportionalregelventil 12
derart gesteuert, daß die Drehzahl des Hydraulikmotors 11 in etwa den gleichen pulsierenden
Verlauf aufweist, wie die Stromimpulse 38 des Steuerstromes des Steuergerätes 35.
Diese Drehzahlimpulse 39 sind in Fig. 4 beispielhaft dargestellt und entstehen durch
entsprechend pulsierende Drehmomentimpulse, welche durch das schlagartige pulsierende
Steuerverhalten des Proportionalregelventiles 12 aufgrund des entstehenden pulsierenden
Ölstromes im Hydraulikmotor 11 erzeugt werden.
[0034] Es wird deutlich, daß mit dem Steuerstrom 36 mit seinen Stromimpulsen 38 über das
Proportionalregelventil 12 ein konstanter Ölstrom erzeugt wird, welcher dem Steuerstrom
36 proportional ist und dem durch die Stromimpulse 38 entsprechende Ölstromimpulse
proportional überlagert sind, so daß ein entsprechender Drehmomentenverlauf und damit
ein, wie in Fig. 4 dargestellter Drehzahlverlauf des Hydraulikmotors 11 erreichbar
ist. Somit ist dem Verlauf des Steuerstromes 36, 38 eine durch das Proportionalregelventil
gesteuerte Ölstrommenge proportional. Dieser dem Hydraulikmotor zugeführte Ölstrommenge
ist seinerseits wiederum ein im Hydraulikmotor bewirktes Antriebsdrehmoment und damit
die zugehörige Antriebsdrehzahl des Hydraulikmotors proportional.
[0035] Zur Übertragung dieser pulsierende Antriebsdrehzahl mit seinen Drehzahlimpulsen ist
der Kettentrieb 20 vorgesehen, wodurch die Drehschwingungen bzw. Antriebsimpulse von
der Förderschnecke 7 auf die Rührwelle 13 übertragen werden. Insgesamt wird durch
die Antriebsimpulse bzw. die Antriebsschwingungen eine zusätzliche Auflockerung des
im Streugutbehälter 2 befindlichen Streugutes bewirkt, so daß dieses fließfähig gehalten
wird und kontinuierlich in den Förderkanal 3 des Streugutbehälters 2 nachströmt. Durch
dieses kontinuierliche Nachströmen des Streugutes wird gleichzeitig ein gleichmäßiges
Ausbringen von Streugut über die Streuvorrichtung 5 auf eine zu bestreuende Verkehrsfläche
sicher gewährleistet. Desweiteren bewirken diese Antriebsimpulse bzw. Drehzahlimpulse
eine Verringerung der Reibung zwischen dem Streugut und der Förderschnecke 7, so daß
auch das maximal notwendige Antriebsdrehmoment verringert wird.
[0036] Fig. 5 zeigt einen zeitlichen Drehzahlverlauf, welcher entsteht, wenn sich die Fahrgeschwindigkeit
des Fahrzeuges im Betrieb ändert. Da einer sich ändernden Fahrzeuggeschwindigkeit
einerseits der Steinerstrom proportional ist, dieser wiederum über das Proportionalregelventil
12 einen zum Steuerstrom proportionalen Ölstrom bewirkt, durch welchen der Hydraulikmotor
11 angetrieben wird, ergibt sich auch eine entsprechend geschwindigkeitsproportionale
sich über die Zeit ändernde Drehzahl des hydraulischen Antriebes, wie dies beispielhaft
durch die Kennlinie 40 in Fig. 5 dargestellt ist. Dieser sich ändernden Drehzahl 40
werden, wie oben zu Fig. 4 bereits beschrieben, durch eine entsprechende Ansteuerung
des Proportionalregelventils 12 entsprechende Drehzahlimpulse überlagert, so daß z.B.
die Förderschnecke 7 mit der durch die Kennlinie 41 in Fig. 5 dargestellte Drehzahlverlauf
bestehend aus der geschwindigkeitsproportionalen Grunddrehzahl und den überlagerten
Drehzahlimpulsen ergibt.
1. Winterdienst-Streugerät mit einem Streugut aufnehmenden Streugutbehälter, in dessen
Bodenbereich ein etwa U-förmiger, nach oben offener Förderkanal angeordnet ist, in
welchem ein Endlosförderer, insbesondere eine Förderschnecke drehend antreibbar gelagert
ist, und in welchem oberhalb des Endlosförderers zur Auflockerung des Streugutes eine
Rührwelle vorgesehen ist, wobei der Endlosförderer das in den Förderkanal gelangende
Streugut einer an einem Ende des Förderkanals angeordneten Streuvorrichtung zuführt,
und wobei zum Einstellen der Antriebsdrehzahl eines motorischen Antriebes des Endlosförderers
und/oder der Rührwelle eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, durch welche eine zur
Fahrgeschwindigkeit proportionale Grunddrehzahl einstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Steuereinrichtung (32) einem einer geschwindigkeitsproportionalen Grunddrehzahl
(37) des motorischen Antriebes (11) entsprechenden Antriebsdrehmoment Drehmomentimpulse
laufend überlagert werden, so daß die durch den motorischen Antrieb (11) angetriebenen
Teile (7, 13) in eine von impulsartigen Drehschwingungen überlagerte Drehbewegung
versetzt werden.
2. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als motorischer
Antrieb ein Hydraulikmotor (11) vorgesehen ist, welcher über eine Hydraulikleitung
durch eine Hydraulikpumpe (33) mit einem Ölstrom beaufschlagbar ist.
3. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Steuerung
der Antriebsdrehzahl in der Hydraulikleitung ein elektromagnetisch ansteuerbares Proportionalregelventil
(12) vorgesehen ist, das einen mit einem Steuerstrom (36, 38) beaufschlagbaren Steuermagneten
(34) aufweist.
4. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Steuermagnet
(34) des Proportionalregelventils (12) mit einem geschwindigkeitsproportionalen Steuerstrom
(36) beaufschlagt wird, so daß dem Hydraulikmotor (11) durch das Proportionalregelventil
(12) ein geschwindigkeitsproportionaler Ölstrom zum Erzeugen der geschwindigkeitsproportionalen
Grunddrehzahl (37) und des entsprechenden Antriebsdrehmomentes zugeführt wird, und
daß dem geschwindigkeitsproportionalen Steuerstrom (36) Stromimpulse (38) überlagert
sind, welche zum Erzeugen der Drehmomentimpulse und der Drehzahlimpulse (39) Strömungsimpulse
des Ölstromes bewirken.
5. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromimpulse
(38) in ihrem zeitlichen Verlauf eine steile ansteigende Flanke und eine steile abfallende
Flanke aufweisen.
6. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromimpulse
(38) im wesentlichen ein Rechtecksignal bilden, und
daß die Frequenz der Stromimpulse (38) zwischen etwa 10 Hz und 100 Hz einstellbar
ist.
7. Winterdienst-Streugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hydraulikmotor (11) den Endlosförderer (7) antreibt, und
daß der Antrieb der Rührwelle (13) vom Endlosförderer (7) aus erfolgt.
8. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zum Antrieb der
Rührwelle (13) ein Kettentrieb (20) vorgesehen ist.
9. Winterdienst-Streugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rührwelle (13) mehrere axial hintereinander angeordnete etwa gabelförmig oder
V-förmig ausgebildete Rührelemente (27, 28, 29) aufweist, welche im wesentlichen radial
verlaufend an der Rührwelle (13) befestigt sind.
10. Winterdienst-Streugerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die axial hintereinanderliegenden
Rührelemente (27, 28, 29) jeweils fortlaufend um etwa 120° zueinander versetzt an
der Rührwelle (13) angeordnet sind.
11. Winterdienst-Streugerat nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rührwelle (13) parallel zum Förderkanal (3) des Endlosförderers (7) verlaufend
im Streugutbehälter (2) angeordnet ist, und
daß die Rührwelle (13) zum Endlosförderer (7) einen vertikalen Abstand aufweist, bei
welchem die Umfangslinie (30) der radial äußeren Gabelenden der Rührelemente (27,
28, 29) der Rührwelle (13) zum Außenumfang (31) des Endlosförderers (7) einen Abstand
von etwa 20 mm bis 100 mm aufweist.