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(11) |
EP 0 837 817 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.12.1998 Patentblatt 1998/49 |
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Anmeldetag: 31.07.1996 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9601/424 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9706/051 (20.02.1997 Gazette 1997/09) |
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VERFAHREN ZUM BETREIBEN EINES SEGELSCHIFFES UND SEGELSCHIFF
METHOD OF SAILING A BOAT, AND SAILING VESSEL
PROCEDE PERMETTANT D'ACTIONNER UN VOILIER ET VOILIER CORRESPONDANT
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Priorität: |
04.08.1995 DE 19528796
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.04.1998 Patentblatt 1998/18 |
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Patentinhaber: Ketterer, Klaus |
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47803 Krefeld (DE) |
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Erfinder: |
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- Ketterer, Klaus
47803 Krefeld (DE)
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| (74) |
Vertreter: Schulte, Jörg, Dipl.-Ing. |
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Hauptstrasse 2 45219 Essen 45219 Essen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
AU-B- 495 347 DE-A- 3 531 994 DE-C- 376 152 US-A- 3 968 765
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DE-A- 2 923 707 DE-C- 293 226 NL-A- 7 801 749
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum abdriftarmen oder gar abdriftfreien Betreiben
eines Segelschiffes mit Kielflosse mit einem außerhalb der Mittschiffsebene gehaltenen
und an den Wind entsprechend anstellbaren Segel, bei dem die gesamte Takelage einschließlich
des horizontal und vertikal schwenkbaren Mastarmes und des Segels in eine eine optimale
Gesamtkraft erbringende Lage gebracht und gehalten wird. Die Erfindung betrifft außerdem
ein Segelschiff mit einem Schiffsrumpf mit absenkbarer Kielflosse und einem klappbaren,
schwenkbaren Mastarm und dem daran angebrachten Segel.
[0002] In der bisherigen Geschichte der Segelfahrzeuge, insbesondere der Segelschifffahrt
bestand immer eine funktionale Abhängigkeit des Segeltragevermögens von der Stabilität.
Die Kräfte die durch den Wind von den Segeln erzeugt werden, wirken - wenn der Wind
nicht genau von hinten, sondern in irgendeinem Winkel von einer Seite kommt - nicht
nur in Fahrtrichtung, sondern zum weit überwiegenden Teil quer dazu. Dies würde zum
Kentern des Schiffes führen, wenn nicht bauliche Vorsorge dagegen in Form der "Stabilität"
des Schiffes getroffen würde. Hierzu gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, die meist
in Kombination miteinander genutzt werden. Zur Erzielung der sogenannten Gewichtsstabilität
wird das Schiff mit einer Art "Kontergewicht", dem Ballast versehen. Dieser wird möglichst
tief angebracht. Meist hängt der Ballast unten an der starren und fest mit dem Schiff
verbundenen Kielflosse. Sobald der Winddruck das Schiff zur Seite neigt, also krängt,
entsteht zwischen der lotrechten Linie der Gewichtskraft des Ballastes und der lotrechten
Linie der gegenwirkenden hydrostatischen Auftriebskraft ein Abstand, der als Hebelarm
für den Ballast zur Bildung eines der Krängung entgegengerichteten Momentes wirkt.
Die Wirkung dieses fest montierten Ballastes kann noch durch beweglichen Ballast verstärkt
werden, der jeweils auf der dem Wind zugewandten Seite, also im Luv positioniert wird.
Sehr kleine Boote werden nur mit beweglichem Ballast stabilisiert, indem sich die
Crew auf die Luvkante setzt und sich zusätzlich weit hinauslehnt. Eine weitere Möglichkeit
zur Gewinnung von Stabilität ergibt sich durch eine größere Breite des Fahrzeugs.
Diese Formstabilität ist am deutlichsten an einem Floß erkennbar. Hier wirkt das Eigengewicht
des Fahrzeuges mit seinem Abstand von der seitlichen "Kippkante" des Fahrzeuges. Alle
Mehrrumpfboote, sowie Katamarane und Trimarane und Boote mit seitlichen Schwimm- oder
Gleitkufenauslegern verschaffen sich auf diese Weise die nötige Stabilität zur Kompensierung
der durch den Wind verursachten Krängungsmomente.
[0003] Um einem Segelschiff ein möglichst großes Geschwindigkeitspotential geben zu können,
muß es mit möglichst großen Segelflächen ausgestattet werden. Große Segelflächen erzeugen
aber außer einer großen Vortriebskraft auch eine unerwünschte, große Querkraft, die
zusammen mit ihrem Hebelarm, dem Abstand des Segeldruckpunktes vom Lateraldruckpunkt
ein großes Krängungsmoment erzeugt. Zur Erzeugung eines großen Gegenmomentes brauchte
man bisher deshalb viel Ballast und/oder eine große Breite des Schiffes. Bei den Kielyachten
beträgt der Anteil des Ballastes am Gesamtgewicht heute oft 50 % (bis zu 80 % bei
Regattaschiffen). Der Ballast vergrößert die Wasserverdrängung der Schiffe und vernichtet
dadurch wieder einen großen Teil der Vorteile, die er schafft. Er mindert auch die
Nutzlast und er verlangt aufwendige Maßnahmen bei der Befestigung am Schiffsrumpf
und verteuert somit die Schiffe. Auch große Schiffsbreite hat erhebliche Nachteile.
Kentert ein Schiff beispielsweise mit einer großen Formstabilität durch, so ist es
oft schwer, es wieder aufzurichten.
[0004] Aus der DE-OS 42 38 786.8 ist eine Takelung für Wasserfahrzeuge bekannt, die es ermöglicht,
das oder die Segel außerhalb der Mittschiffsebene zu halten und gegen den Wind krängend
anzustellen, indem als Segel ein gleichschenkliges Dreiecksegel verwendet wird, das
mit einem Baum mittig zu spannen und das mit der Basislinie als Vorliek in einer beliebig
positionierbaren und einstellbaren Rah gehalten und über einem klappbar und verschwenkbar
ausgebildeten Kragarm als Mast gehalten ist. Mit einem solchen Schiff bzw. einer solchen
Takelung ist es möglich, das von der Windkraft bzw. von dem Segel ausgehende Drehmoment
etwas zu verringern. Durch entsprechende Stellung des Segels kann man die Kraftlinie
durch die Höhe der Dreh- oder Rollachse des Schiffes führen, so daß die Gesamtkraft
des Segels einen kleinen oder gar keinen Hebelarm mehr zur Krängung des Schiffes hat.
Letztlich ist es sogar möglich, die Kraftlinie unter das Schwert bzw. den Kiel in
Höhe der Lage des Lateralpunktes zu führen, so daß das Drehmoment - gebildet aus Wasserkraft
und Abstand des Lateraldruckpunktes - von der Drehachse kompensiert wird. Der Kiel,
der als Tragfläche dient, braucht zur Erzeugung eines Auftriebes im Wasser einen bestimmten
Anstellwinkel. Dieser Anstellwinkel stellt sich bei heutigen Konstruktionen, bei denen
die Kielflosse fest mit dem Schiffsrumpf verbunden ist, automatisch dadurch ein, daß
das Schiff abdriftet, also nicht in Richtung seiner Längsachse fährt. Dabei stellt
sich heute nur in sehr seltenen Fällen dieser Abdriftwinkel optimal ein. Nachteilig
ist auf jeden Fall, daß der gesamte Schiffsrumpf diesen Winkel mitmachen muß. Da er
fest mit dem Schiffsrumpf verbunden ist, muß der gesamte Schiffskörper diesen Anstellwinkel
mitmachen, wodurch das Segelschiff nicht mehr in seiner Längsrichtung fährt, sondern
schräg dazu. Das erzeugt erhebliche Widerstände und verringert die Geschwindigkeit.
[0005] Ein ähnliches Wasserfahrzeug ist auch aus dem Dokument DE-A-2 923 707 bekannt.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Segelschiff
zu schaffen, die ein Segeln ohne krängendes Drehmoment und ohne Schrägstellung des
Schiffes ermöglichen.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die vom Segel erbrachte Gesamtkraft
ermittelt und daß dann die Kielflosse, die über einen Drehturm und einen Mastarm mit
dem Segel verbunden ist, bezüglich Wirkfläche und/oder Wölbung und/oder Profilform
und/oder Anstellwinkel so der Stellung des Segels angepaßt wird, daß die dabei von
der Kielflosse erzeugte Gesamtkraft der Projektion der Gesamtkraft des Segels auf
die horizontale Ebene genau entgegengesetzt gerichtet ist und gleichzeitig das Verhältnis
von Auftrieb zu Widerstand der Kielflosse maximiert wird, während der Schiffsrumpf
exakt in Fahrtrichtung bleibt.
[0008] Damit wird es möglich, ein ausreichend stabiles Schiff vorzugeben und zwar auch dann,
wenn das Segelschiff selbst beliebig große Segelflächen gesetzt hat. Es kann so in
erheblichen Umfang Ballast und Schiffsbreite eingespart werden. Die Segelschiffe werden
bei gleicher Windstärke erheblich schneller fahren, sie werden dabei aufrecht fahren,
was hinsichtlich des Komforts und der Sicherheit erhebliche Vorteile mit sich bringt.
Durch die extreme Verringerung des Ballastes ist es ebenfalls möglich, den Kiel von
seiner bisherigen Doppelfunktion - Flosse und Halterung des Ballastes - zu befreien
und ihn schwenkbar und in seinem Profil veränderbar bzw. insgesamt veränderbar zu
gestalten. Er verhindert somit eine Abdrift, so daß die Segelkraft insgesamt benutzt
werden kann, um das Segelschiff entsprechend vorwärts zu bewegen. Grundsätzlich hat
es zwar bereits Versuche gegeben, wölbbare Kiele zu verwenden oder auch den Kiel schwenkbar
auszubilden, doch konnten sich diese Konstruktionen nicht durchsetzen, da die wegen
des anhängenden Ballastes notwendige Festigkeit einen Zielkonflikt ergab (DE-GM 82
11 104, DE-OS 32 48 580.8 und DE-OS 33 29 508.5). Darüber hinaus hatten diese bekannten
Konstruktionen nicht das Ziel und auch nicht die Möglichkeit mit den Segelkräften
nach Stärke und Richtung und mit der Geschwindigkeit des Schiffes korrespondierend
zu arbeiten und auf diese Weise das Schiff zu steuern.
[0009] Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anströmkante
des Segels immer rechtwinklig zum scheinbaren Wind und das Segel darüber hinaus so
gestellt wird, daß die Kraftlinie der Gesamtkraft des Segels den Lateralplan unterhalb
des Lateraldruckpunktes schneidet und/oder vorlich oder achterlich oder seitlich des
Lateralplanes verläuft. Aufgrund dieser Ausführung des Verfahrens kann das Segel jeweils
in eine Position gebracht werden, die die Ermittlung der Gesamtkraft des Segels möglich
macht, so daß wiederum die entsprechende Veränderung am Kiel mit der notwendigen Sicherheit
und nach einem genau vorgebbaren Muster möglich macht. Damit kann durch entsprechende
Anpassung des Kiels bzw. der Kielflosse eine der Gesamtkraft des Segels exakt entgegenwirkende
resultierende Kraft entwickelt werden, so daß auf das Schiff wärend der Geradeausfahrt
keinerlei Drehmomente wirken, für die Kurvenfahrt aber ein Drehmoment einstellbarer
Größe um die Hochachse entsteht und so daß das Segelschiff auch bei seitlich einfallendem
Wind genau in Richtung seiner Längsachse fahren kann.
[0010] Eine weitere Ausbildung der Erfindung sieht vor, daß der Kiel mit den vom Segel ausgehenden
Kräften und mit der Relativgeschwindigkeit der Wasserströmung korrespondierend automatisch
nach Größe der aktiven Fläche und/oder dem Anstellwinkel und/oder dem Profil eingestellt
wird. Die Automatik hat den Vorteil, daß alle unterschiedlichen Komponenten berücksichtigt
werden können und zwar jeweils so, daß sich daraus die für den "Antrieb" des Segelschiffes
optimale Auswirkung ergibt.
[0011] Zur Durchführung des Verfahrens ist ein Segelschiff vorgesehen, bei dem der Kiel
als mehrteilige, ballastfreie Kielflosse ausgebildet ist, die in ihrer Gesamtheit
in den Schiffsrumpf einziehbar und relativ zur Schiffslängsachse schwenkbar ist und
deren Teile über Scharniere eine veränderbare Wölbung ergebend verbunden sind. Bei
einem derart ausgebildeten Segelschiff bzw. bei einer derartigen Ausbildung seines
Kiels ist es möglich, das weiter vorn beschriebene Verfahren zu verwirklichen und
die damit erzielbaren Vorteile zu verwirklichen. Durch die besondere Ausbildung der
Kielflosse kann sowohl eine Veränderung oder Anpassung der Wölbung wie auch der Profilform
insgesamt erreicht werden. Darüber hinaus kann ja nach dieser Lösung die Kielflosse
insgesamt verschwenkt werden, so daß der Anstellwinkel gegenüber der Strömung entsprechend
verändert wird und schließlich kann die Kielflosse als solche auch bei Bedarf in den
Schiffsrumpf aufgenommen oder aber aus ihm abgesenkt werden, wodurch die Wirkfläche
den Messungen entsprechend verändert werden kann. Je nach Gegebenheiten kann es auch
notwendig sein oder nur notwendig sein, die Profilform der Kielflosse zu verändern,
wobei dies gemäß der Erfindung dadurch erreicht wird, daß die Kielflosse insgesamt
bzw. ihre Teile auch in der Profilform veränderbar ausgebildet sind. Dies wird dadurch
erreicht, daß die Teile der Kielflosse aufblähbar oder einschrumpfbar sind, so daß
dadurch die Profilform jeweils den Anforderungen entsprechend sich ändert.
[0012] Zweckmäßigerweise ist die Kielflosse um bis zu 90 ° nach jeder Seite schwenkbar mit
dem Schiffsrumpf bzw. mit dem Drehturm verbunden ist und zwar nach jeder Seite hin,
so daß bei An- und Ablegemanövern eine seitliche Bewegung des Schiffskörpers erreichbar
ist. Auch unter extremen Bedingungen wie einem Orkan kann mit einer quer- und einer
längsgestellten Kielflosse die Wirkung eines großen Schleppankers erzeugt werden,
insbesondere wenn der Lateralplan, wie erfindungsgemäß weiter vorgesehen ist, zwei
Kielflossen aufweist, die unabhängig voneinander absenkbar und einziehbar, schwenkbar,
nach Profil und Wölbung veränderbar in Schiffslängsachse hintereinander angeordnet
sind, wobei einer der beiden Kielflossen in der Mitte des Schiffes, wahlweise aber
auch weiter in Richtung auf den Bug des Schiffes zu positioniert sein kann. Dabei
wird die zweite Kielflosse insbesondere unter Motorfahrt eingesetzt, wenn eine Ruderwirkung
benötigt wird oder wenn wie erwähnt bei starker Welleneinwirkung die Richtungsstabilität
des Schiffes verbessert werden soll.
[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausbildung ist die Kielflosse dreiteilig ausgebildet,
wobei das Mittelteil die Schwenkachse aufweist und die Profilnase und das hintere
Flossenteil über Scharniere mit dem Mittelteil schwenkbar verbunden sind. Dadurch
ist es insbesondere möglich, eine asymetrisches Profil in Abstimmung auf die Segelkräfte
einzustellen und zwar im Wesentlichen ohne daß es eines konstruktiven Aufwandes bedarf.
Dabei können die einzelnen Teile der Kielflosse miteinander verbunden, also beispielsweise
durch eine Außenhaut verbunden sein, oder sie können auch getrennte Teile sein, die
entsprechend verschwenkbar über die Scharniere miteinander verbunden werden.
[0014] Die schon weiter vorne erwähnte vorteilhafte Ausnutzung der Segelkräfte ist insbesondere
dadurch möglich, daß der Mastarm horizontal und vertikal schwenkbar und um seine Längsachse
drehbar über ein Vielgelenk mit dem Schiffsdeck verbunden und außerdem längenveränderlich
und in jeder Position fixierbar ausgebildet ist. Damit kann das Segel als solches
in jede beliebige Position auch weit außerhalb des Schiffskörpers manövriert werden,
wobei wie erwähnt über die Veränderung bzw. Anpassung der Kielflosse die Stellung
des Schiffskörpers bei verhinderter Abdrift gewährleistet ist.
[0015] Weiter ist die Ausbildung des auf das Segel zutreffenden Teils des Segelschiffes
zu optimieren, wenn dem Kopf des Mastarmes eine einachsiges, fixierbares Gelenk zugeordnet
ist, an dem der Hauptbaum mit innenliegender, um ihre Längsachse drehbarer und in
Längsachse verschiebbarer Schwenkwelle angelenkt ist und daß die Schwenkwelle ein
Kopfstück mit einem Getriebe zur Betätigung der in der Rah verlagerten, die Segeltücher
aufnehmenden Reffwellen aufweist. Hierdurch wird das eigentliche Segel in jede beliebige
Position gebracht, wobei durch die besondere Ausbildung des Mastarmes und der nachgeordneten
Teile der Takelage die jeweilig eingenommene Position auch so identifiziert werden
kann, daß daraus die notwendigen Rückschlüsse bezüglich der Form und Stellung des
Kiels gezogen werden können.
[0016] Eine für die Aufgabe des Segels besonders günstige Form wird erreicht, wenn an der
Rah über Scharniere blockierbare und mit Umlenkrollen ausgerüstete Außenbäume angelenkt
sind. Insbesondere kann so dem Segel eine strömungsgünstigere, rechteckige Form gegeben
werden.
[0017] Weiter vorn ist bereits darauf hingewiesen worden, daß über die Stellung des Segels
bzw. durch Berücksichtigung der an der Stellung vorgenommenen Änderungen auf die Gesamtkraft
des Segels rückgeschlossen werden kann, um daraus die Kielflosse entsprechend anzupassen.
Um hier die notwendigen Eckwerte ermitteln und schnell ermitteln zu können, ist jedem
Gelenk ein Winkelsensor zweckmäßigerweise zugeordnet.
[0018] Sowohl bezüglich der Aufnahme des Windes, wie auch der Auswertung der entsprechenden
Eckdaten ist es von Vorteil, wenn die als Profilnase ausgebildete Rah mit zwei in
der Rah aufrollbaren Segeltüchern eine "dicke" Tragfläche bildet, deren Wölbung und
deren Verhältnis von Länge zur Tiefe (Breite) veränderbar ist.
[0019] Preisgünstiger und leichter kann die Vorrichtung gebaut werden, wenn eine Reffwelle
zwei Segeltücher aufnimmt, die an der Hinterkante der Rah durch ein rechtwinkelig
zu den Segeltüchern stehendes Blech mit abgerundeten Kanten gehalten sind. Damit ist
es möglich, die Segel beim Aufreffen im Abstand der gewünschten Profildikke zu halten,
wobei es weiter von Vorteil ist, wenn die Segeltücher einzeln auf- und abwickelbar
sind, um so den jeweiligen Windverhältnissen entsprechend eine gezielte Kraft durch
das Segelschiff aufnehmen zu lassen.
[0020] Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß ein Verfahren zu Betreiben
eines Segelschiffes und ein Segelschiff geschaffen sind, die ein Segeln ohne nachteiliges
krängendes Drehmoment ermöglichen und dabei eine Möglichkeit geben, das Segelschiff
bzw. den Schiffsrumpf jeweils waagerecht zu halten, so daß insgesamt der Komfort und
die Sicherheit eines derartigen Segelschiffes deutlich erhöht wird, ganz davon abgesehen,
daß eine optimale Ausnutzung der vom Wind ausgeübten Kraft ermöglicht ist.
[0021] Damit sind die bisher bestehenden Abhängigkeiten aufgelöst, nach denen große Segelflächen
nur gesetzt werden können, wenn das Schiff über eine ausreichend große Stabilität
verfügt. Es ist möglich, auf einem Segelschiff beliebig große Segelflächen zu setzen
(auch wenn das Segelschiff nur eine geringe Stabilität besitzt). Dadurch kann gleichzeitig
die Nutzlast der Schiffe erhöht werden, ganz davon abgesehen, daß auch das Gesamtgewicht
reduziert werden kann, so daß insgesamt schneller fahrende Schiffe und besser zu lenkende
Segelschiffe möglich werden.
[0022] Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein gemäß erfindungsgemäßen Verfahren betriebenes Segelboot,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch die Rah in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 3
- eine dreiteilige Kielflosse,
- Fig. 4
- eine andere Wölbung der Kielflosse,
- Fig. 5
- eine noch weiter veränderte Profilform und
- Fig. 6
- eine geänderte Profilform bei einem gleichzeitig veränderten Anstellwinkel,
- Fig. 7
- ein ausgestelltes und mit dem Schwenkwinkel geschwenktes Segel,
- Fig. 8
- ein Schiff mit auf Schwachwind gestelltem Segel,
- Fig. 9
- ein Schiff mit auf Drachensegel gestelltem Segel,
- Fig. 10
- ein im Orkan befindliches Segelschiff,
- Fig. 11
- ein Segelschiff beim Durchfahren von Brückendurchfahrten und
- Fig. 12
- ein im überdachten Liegeplatz abgestelltes Segelschiff.
[0023] Fig. 1 zeigt das Prinzip des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das Segelschiff 1 bzw.
der Schiffsrumpf 2 ist von hinten gesehen dargestellt, wobei der Kiel 3 und das am
Mastarm 4 gelenkig angebrachte Segel 5 mit dem Segeltuch 6 erkennbar sind. Der Mastarm
4 ist um ein Vielgelenk 8, das mit dem Schiffsdeck 9 verbunden ist, verschwenkbar.
Der Mastarm 4 ist im übrigen nur angedeutet. Durch die besondere Ausbildung des Mastarmes
4 kann das Segel 5 quasi auch in Schiffslängsachse 10 verschoben werden.
[0024] Die vom Segel 5 erzeugte Gesamtkraft 14, die am Segeldruckpunkt 11 angreift, ist
zerlegbar in die Segelquerkraft 12 und die Segelhubkraft 13. Am Lateraldruckpunkt
16 greift die der aerodynamischen Querkraft bzw. der Segelquerkraft 12 entgegengerichtete
hydrodynamische Querkraft 17 an. Die hier nicht eingezeichnete gravitative Gewichtskraft
des Schiffsrumpfes 2 wird normalerweise durch die hier ebenfalls nicht eingezeichnete
hydrostatische Auftriebskraft im Wasser voll kompensiert. Dadurch aber, daß das geneigte
Segel 5 eine Segelhubkraft 13 entwickelt, wird der Schiffsrumpf 2 etwas angehoben,
wodurch ein Teil der gesamten Gewichtskraft nun als gravitative Gegenkraft bzw. Gewichtskraft
18 der Hubkraft 13 entgegentritt. Dieser Teil der Gewichtskraft 18 bildet zusammen
mit der hydrodynamischen Querkraft 17 ein Kräfteparallelogramm mit der Gesamtkraft
19. Die Gesamtkraft 14 und die Gesamtkraft 19 liegen entgegengesetzt gerichtet auf
einer Linie. Dadurch ist kein Hebelarm gegeben, womit auch kein Drehmoment auftreten
kann. Die Querkräfte 12 und 17 sind allerdings - da sie sich in einem dynamischen
Prozeß ausbilden - nicht immer gleich groß. Bei Ungleichgewichten treten neben linearen
Beschleunigungen auch Drehbeschleunigungen auf, weshalb auch die erwähnte Möglichkeit
bestehen muß, die Linie der Gesamtkraft des Segels 5 unterhalb des Lateraldruckpunktes
16 oder sogar unterhalb des Lateralplans durchlaufen zu lassen.
[0025] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Ansicht einen Querschnitt durch die Rah 26 und einen
Längsschnitt durch den Hauptbaum 23 mit der innen liegenden, längs zum Hauptbaum 23
verschiebbaren und im Hauptbaum 23 drehbaren Schwenkwelle 24, dem Getriebe 25 zur
Betätigung an der Rah 26 verlagerten Welle 27 die über die Enden 28 der Rah 26 die
Reffwellen 29 in Drehung versetzen können. Die um die Reffwellen 29 aufzuwickelnden
Segeltücher 6 sind nicht dargestellt. Zu sehen ist in dieser Figur noch einer der
beiden Außenbäume 30, mit deren Hilfe dem Segel 5 eine rechteckige Form verliehen
werden kann und das einachsige Gelenk 22, mit dem der Anstellwinkel des Segels 5 zum
Wind eingestellt werden kann. Die Verschiebemöglichkeit der Schwenkwelle 24 im Hauptbaum
23 in dessen Längsrichtung hat zum Ziel, die Verschiebung des Segeldruckpunktes bzw.
des Lateraldruckpunktes 16 bei unterschiedlichen Anstellwinkeln des Segels 5 auszugleichen.
Das Gelenk 22 ist am Kopf 21 des Mastarms 4 angeordnet.
[0026] Der schon erwähnte Kiel 3 besteht nach den Fig. 3, 4, 5 und 6 aus drei Teilen und
wird als Kielflosse 33 bezeichnet. Diese Kielflosse 33 ist wie schon erwähnt in den
Schiffsrumpf 2 einschiebbar bzw. aus diesem ausschiebbar ausgebildet, wobei hier auf
eine zeichnerische Darstellung verzichtet ist. Die einzelnen Teile 34, 37, 38 sind
über Scharniere 35 und 39 gelenkig miteinander verbunden, so daß die Wölbung der Kielflosse
33 entsprechend verändert werden kann, indem die einzelnen Teile 34, 37, 38 gegeneinander
verschränkt werden. Das Mittelteil 37 verläuft in der Regel in Schiffslängsachse 10,
wobei allerdings gemäß Fig. 6 auch ein Verschwenken um die Schwenkachse 40 möglich
ist, so daß der Anstellwinkel dieser Kielflosse 33 den Gegebenheiten entsprechend
verändert werden kann. Dabei kann wie Fig. 6 verdeutlicht die einmal eingestellte
Wölbung beibehalten werden, so daß die weiter vorne erwähnte Anpassung der Form der
Kielflosse 33 an die vom Segel 5 ausgehenden Kräfte gesichert ist. Die Wölbungsveränderungen
sollen ebenso wie die Drehung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit der Segelstellung
korrespondierend erfolgen. Die Schwenkachse 40 ist übrigens in der Schiffsmitte 36
zu finden.
[0027] Fig. 7 zeigt das Ausstellen des Segels 5 um einen bestimmten Betrag und das Schwenken
des Segels 5 mit dem Schwenkwinkel. Deutlich wird, daß eine Verstellung bzw. Anpassung
des Segels 5 auf diese Art und Weise und durch die besondere Ausbildung und des in
der Länge verschiebbar ausgebildeten Mastarms 4 leicht möglich ist.
[0028] Fig. 8 verdeutlicht das Segeln am Wind bei geringem Wind, d. h. bei Schwachwind.
Der Kragarm 4 ist hier etwas luvwärts der Mittschiffsebene gestellt. Die Rah 26 wird
lotrecht geschwenkt, entweder auf 0 ° oder auf 180 °, je nach Windrichtung. Die Anstellung
an den Wind erfolgt mit dem optimalen Winkel. Die Wölbung des Segels 5 wird - dem
schwachen Wind entsprechend - vergrößert. Luv- und Leegierigkeit werden durch leicht
nach vorne oder nach hinten geneigte Stellung des Mastarmes 4 und sich daraus ergebenden
Verschiebung des Segeldruckpunktes (vor oder hinten die Lotrechte durch den Lateraldruckpunkt
16) gesteuert. Diese Verschiebung des Segeldruckpunktes könnte dann auch zur Kursänderung
des Segelschiffes 1 verwendet werden.
[0029] Bei entsprechendem Wind kann der Mastarm 4 auch weit nach vorne geneigt werden, was
Fig. 9 verdeutlicht. Die Rah 26 wird wieder rechtwinklig zum scheinbaren Wind gedreht.
Der Anstellwinkel kann jetzt sehr viel größer gewählt werden als beim Segeln am Wind,
da der Widerstand des Segels 5 jetzt auch in Fahrtrichtung des Segelschiffes 1 weist.
Bei welchem Anstellwinkel die größte Vortriebskraft erzeugt wird, ist durch Versuch
zu ermitteln.
[0030] Bei Starkwind und Segeln am Wind wird der Kragarm nach Lee seitwärts ausgestellt,
wobei der Schiffsrumpf aus der Mittschiffsebene gedreht wird. Die Rah 26 wird wieder
rechtwinklig zum scheinbaren Wind gestellt, dabei aber soweit geschwenkt, daß die
Kraftlinie der vom Segel 5 erzeugten Gesamtkraft 14 etwas unter die Höhenlinie des
Lateraldruckpunktes 16 im Lateralplan, aber auch so weit bugwärts des Lateraldruckpunktes
16 zeigt, daß das nun stärkere luvgierende Moment der Vortriebskraft wieder kompensiert
wird. Die Wölbung des Segels 5 wird - der Windstärke entsprechend - flacher gewählt.
[0031] Sollte auf hoher See das Segelschiff 1 in schweren Sturm oder Orkan geraten, so daß
bei einer herkömmlichen Segelyacht die Gefahr des Kenterns unter nacktem Rigg bestünde,
so kann das Segel 5 und der Mastarm 4 ganz eingefahren und auf dem Schiffsdeck 9 abgelegt
und fixiert werden. Hierdurch ist die Gefahr des Kenterns sehr viel geringer. Kentert
das Schiff trotzdem z. B. durch Welleneinwirkung durch, so kann das abgelegte und
fixierte Segel 5 und Mastarm 4 nicht abreißen. In einer solchen Ausnahmesituation
wird das Segelschiff 1 fast jeder schweren See standhalten können.
[0032] Diese Möglichkeit, Mastarm 4 und Segel 5 schnell und einfach auf dem Schiffsdeck
9 abzulegen, hat den weiteren Vorteil, daß man mit einer derart verringerten Gesamthöhe
der "Aufbauten" unter jeder noch so niedrigen festen Brücke herfahren kann und auch
an Öffnungszeiten von Hub- und Schwenkbrücken nicht mehr gebunden ist. Entsprechendes
verdeutlicht Fig. 11, wobei ein entsprechendes Segelschiff 1 gezeigt ist, das gerade
eine Brückendurchfahrt 41 geringer Höhe durchfährt.
[0033] Darüber hinaus ergibt sich aufgrund der speziellen Ausbildung des Segelschiffes 1
gemäß Erfindung die Möglichkeit, überdachte Liegeplätze bzw. Schiffsanleger 42 zu
nutzen, ein Vorteil, der all jenen sofort deutlich wird, die ihr Segelschiff an jedem
Wochenende ersteinmal - und immer wieder - von den Blättern der benachbarten Bäume
und vom Flugstaub befreien und die Schäden von Einbrüchen und Diebstählen beheben
müssen. Entsprechendes zeigt Fig. 12 deutlich.
[0034] Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden
allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.
1. Verfahren zum abdriftarmen oder gar abdriftfreien Betreiben eines Segelschiffes (1)
mit Kielflosse (33) mit einem außerhalb der Mittschiffsebene gehaltenen und an den
Wind entsprechend anstellbaren Segel (5), bei dem die gesamte Takelage einschließlich
des horizontal und vertikal schwenkbaren Mastarmes (4) und des Segels (5) in eine
eine optimale Gesamtkraft (14) erbringende Lage gebracht und gehalten wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die vom Segel (5) erbrachte Gesamtkraft (14) ermittelt und daß dann die Kielflosse
(33), die über einen Drehturm und einen Mastarm (4) mit dem Segel (5) verbunden ist,
bezüglich Wirkfläche und/oder Wölbung und/oder Profilform und/oder Anstellwinkel so
der Stellung des Segels (5) angepaßt wird, daß die dabei von der Kielflosse (33) erzeugte
Gesamtkraft (17) der Projektion der Gesamtkraft (12) des Segels (5) auf die horizontale
Ebene genau entgegengesetzt gerichtet ist und gleichzeitig das Verhältnis von Auftrieb
zu Widerstand der Kielflosse (33) maximiert wird, während der Schiffsrumpf (2) exakt
in Fahrtrichtung bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anströmkante des Segels (5) immer rechtwinklig zum scheinbaren Wind und das
Segel (5) darüber hinaus so gestellt wird, daß die Kraftlinie der Gesamtkraft (14)
des Segels (5) den Lateralplan unterhalb des Lateraldruckpunktes (16) schneidet und/oder
vorlich oder achterlich oder seitlich des Lateralplanes verläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kiel (3) mit den vom Segel (5) ausgehenden Kräften und mit der Relativgeschwindigkeit
der Wasserströmung korrespondierend automatisch nach Größe der aktiven Fläche und/oder
dem Anstellwinkel und/oder dem Profil eingestellt wird.
4. Segelschiff mit einem Schiffsrumpf (2) mit absenkbarem Kiel (3) und einem klappbaren,
schwenkbaren Mastarm (4) und dem daran angebrachten Segel (5),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kiel (3) als mehrteilige, ballastfreie Kielflosse (33) ausgebildet ist, die
in ihrer Gesamtheit in den Schiffsrumpf (2) einziehbar und relativ zur Schiffslängsachse
(10) schwenkbar ist und deren Teile (34, 37, 38) über Scharniere (35, 39) eine veränderbare
Wölbung ergebend verbunden sind.
5. Segelschiff nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kielflosse (33) bzw. ihre Teile (34, 37, 38) auch in der Profilform veränderbar
ausgebildet sind.
6. Segelschiff nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kielflosse (33) um bis zu 90 ° nach jeder Seite schwenkbar mit dem Schiffsrumpf
(2) bzw. mit dem Drehturm verbunden ist.
7. Segelschiff nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Lateralplan zwei Kielflossen (33) aufweist, die unabhängig voneinander absenkbar
und einziehbar, schwenkbar, nach Profil und Wölbung veränderbar in Schiffslängsachse
(10) hintereinander angeordnet sind, wobei eine der beiden Kielflossen (33) in der
Mitte des Schiffes, wahlweise aber auch weiter in Richtung auf den Bug des Schiffes
zu positioniert sein kann.
8. Segelschiff nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kielflosse (33) dreiteilig ausgebildet ist, wobei das Mittelteil (37) die
Schwenkachse (40) aufweist und die Profilnase (34) und das hintere Flossenteil (38)
über Scharniere (35, 39) mit dem Mittelteil (37) schwenkbar verbunden sind.
9. Segelschiff nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mastarm (4) horizontal und vertikal schwenkbar und um seine Längsachse drehbar
über ein Vielgelenk (8) mit dem Schiffsdeck (9) verbunden und außerdem längenveränderlich
und in jeder Position fixierbar ausgebildet ist.
10. Segelschiff nach Anspruch 4 und Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Kopf (21) des Mastarmes (4) eine einachsiges, fixierbares Gelenk (22) zugeordnet
ist, an dem der Hauptbaum (23) mit innenliegender, um ihre Längsachse drehbarer und
in Längsachse verschiebbarer Schwenkwelle (24) angelenkt ist und daß die Schwenkwelle
(24) ein Kopfstück mit einem Getriebe (25) zur Betätigung der in der Rah (26) verlagerten,
die Segeltücher (6) aufnehmenden Reffwellen (29) aufweist.
11. Segelschiff nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Rah (26) über Scharniere blockierbare und mit Umlenkrollen ausgerüstete
Außenbäume (30) angelenkt sind.
12. Segelschiff nach Anspruch 4 - Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Gelenk (8, 22, 27) ein Winkelsensor zugeordnet ist.
13. Segelschiff nach Anspruch 4 - Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die als Profilnase ausgebildete Rah (26) mit zwei in der Rah (26) aufrollbaren
Segeltüchern (6) eine "dicke" Tragfläche bildet, deren Wölbung und deren Verhältnis
von Länge zur Tiefe (Breite) veränderbar ist.
14. Segelschiff nach Anspruch 4 - Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Reffwelle (29) zwei Segeltücher (6) aufnimmt, die an der Hinterkante der
Rah (26) durch ein rechtwinkelig zu den Segeltüchern (6) stehendes Blech mit abgerundeten
Kanten gehalten sind.
15. Segelschiff nach Anspruch 4 - Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Segeltücher (6) einzeln auf- und abwickelbar sind.
1. Method of low-drift or even drift-free operation of a sailing boat with keel fin (3)
with a sail (5), which is held outside the midship plane and may be set in accordance
with the wind, in which the entire rigging including the mast arm, which may be swung
horizontally and vertically, and the sail is brought into a position bringing an optimum
total force and held therein, characterised in that the total force (14) brought by
the sail (5) is determined, and that the keel fin (3), which is connected to the sail
(5) via a revolving tower and a mast arm, is adapted with respect to the active surface
and/or curvature and/or profile form and/or setting angle to the position of the sail
in such a way that the total force (17) generated in that case by the keel fin is
directed in precisely the opposite direction to the projection of the total force
(12) of the sail onto the horizontal plane and at the same time the ratio of lift
to resistance of the keel fin (3) is maximised while the body of the boat remains
exactly in the direction of travel.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the leading edge of the sail is
always placed at right angles to the apparent wind and the sail is moreover placed
so that the line of total force of the sail intersects the lateral plan below the
lateral pressure point and/or runs fore and/or aft or to the side of the lateral plan.
3. Method according to Claim 1, characterised in that the keel is adjusted with the forces
emanating from the sail and with the relative velocity of the water flow appropriately
automatically depending on the size of the active surface and/or the setting angle
and/or the profile.
4. Sailing boat with a body (2) with a vertically adjustable keel (3) and a folding swinging
mast arm (4) and the sail (5) attached thereto, characterised in that the keel (3)
is constructed as a multiple-part ballast-free keel fin (33), which may be retracted
in its entirety into the boat body (2) and may be swung relative to the longitudinal
axis (10) of the boat, and its parts (34, 37, 38) are connected via hinges (35, 39)
to give variable curvature.
5. Sailing boat according to Claim 4, characterised in that the keel fin (33) or its
parts (35, 37, 38) are also constructed with a variable profile form.
6. Sailing boat according to Claim 4, characterised in that the keel fin (33) is connected
to the boat body (2) or to the revolving tower so that it may be swung up to 90° to
each side.
7. Sailing boat according to Claim 4, characterised in that the lateral plan has two
keel fins (33), which may be lowered and retracted independently of one another, may
be swung, and are arranged one behind the other variably in the longitudinal axis
(10) of the boat according to profile and curvature, whereby one of the two keel fins
(33) may be positioned in the centre of the boat, but selectively also further towards
the bow of the boat.
8. Sailing boat according to Claim 4, characterised in that the keel fin (33) is constructed
in three parts, whereby the central part (37) has the swivel axis (40) and the profile
nose (34) and the rear fin part (38) are pivoted to the central part (37) via hinges
(35, 39).
9. Sailing boat according to Claim 4, characterised in that the mast arm (4) is connected
to the boat deck (9) to swing horizontally and vertically and to rotate around its
longitudinal axis via a multiple joint (8) and is moreover constructed to be variable
in length and fixed in every position.
10. Sailing boat according to Claim 4 and Claim 9,
characterised in that the head (21) of the mast arm (4) has a single-axis fixable
joint (22) allocated to it, to which the main boom (23) is articulated with an internal
swivel shaft (24), which may be rotated around its longitudinal axis and displaced
in the longitudinal axis, and that the swivel shaft (24) has a head piece with a gear
(25) for operation of the reef shafts (29) disposed in the yard (26) receiving the
sail sheets (6).
11. Sailing boat according to Claim 10, characterised in that outer booms (30), which
may be blocked via hinges and are fitted with deflection pulleys, are articulated
to the yard (26).
12. Sailing boat according to Claim 4 to Claim 11,
characterised in that an angle sensor is allocated to each joint (8, 22, 27).
13. Sailing boat according to Claim 4 to Claim 12,
characterised in that with two sail sheets (6), which may be rolled up in the yard
(26), the yard (26) constructed as a profile nose forms a "thick" support surface,
the curvature and ratio of length to depth (width) of which is variable.
14. Sailing boat according to Claim 4 to Claim 12,
characterised in that a reef shaft (29) receives two sail sheets (6), which are held
at the rear edge of the yard (26) by a plate with rounded edges standing at right
angles to the sail sheets (6).
15. Sailing boat according to Claim 4 to Claim 14,
characterised in that the sail sheets (6) may be rolled up and down individually.
1. Procédé pour la conduite d'un voilier avec peu de dérive ou à peine une dérive. ce
voilier comportant un stabilisateur de quille (3) et une voile (5) maintenue extérieurement
au plan médian du bateau et réglable en fonction du vent. selon lequel la totalité
du gréément y compris le mât pivotant sur l'horizontale et la verticale peut être
amené et maintenu dans une position développant une force totale optimale, caractérisé
en ce qu'on détermine la force totale (14) produite par la voile (5) et en ce que
l'on adapte le stabilisateur de quille (3), qui est relié à la voile (5) par une tourelle
et un mât, à la surface active et/ou à la courbure et/ou au profil et/ou à l'angle
d'attaque, en ce que la force totale (17) produite par le stabilisateur de quille
est dirigée de manière exactement opposée sur le plan horizontal à la projection de
la force totale (14) de la voile, et simultanément le rapport de la poussée à la résistance
du stabilisateur de quille (3) est maximisé, tandis que la coque (2) du voilier reste
exactement dans la direction du déplacement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bord de fuite de la voile
(5) est toujours perpendiculaire au vent apparent et en ce que la voile (5) est corrélativement
réglée de façon que la ligne de force de la force totale (14) de la voile (5) coupe
le plan latéral au-dessous du point de pression latérale (16) et/ou s'étende en avant
ou en arrière ou latéralement au plan latéral.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la quille (3) est ajustée
automatiquement en correspondance avec les forces développées par la voile (5) et
l'écoulement d'eau de la vitesse relative en fonction de la grandeur de la surface
active et/ou de l'angle d'attaque et/ou du profil.
4. Voilier comportant une coque (2) avec une quille (3) à déplacement vers le bas et
un mât pivotant et repliable (4) ainsi que la voile (5) rapportée à celui-ci, caractérisé
en ce que la quille (3) est formée par un stabilisateur de quille (33) en plusieurs
parties et sans ballasts, qui dans sa totalité peut être rentré dans la coque du bateau,
et qui peut pivoter par rapport à l'axe longitudinal (10) du bateau, et en ce que
ses différentes parties (34, 37, 38) sont reliées par des charnières (35, 39) de manière
à pouvoir engendrer une courbure variable.
5. Voilier selon la revendication 4. caractérisé en ce que le stabilisateur de quille
(33) et ses différentes parties (34, 37, 38) sont également constitués avec un profil
variable.
6. Voilier selon la revendication 4. caractérisé en ce que le stabilisateur de quille
(33) est relié à la coque (2) du bateau par la tourelle de manière à pouvoir pivoter
jusqu'à 90° de chaque côté.
7. Voilier selon la revendication 4, caractérisé en ce que le plan latéral comporte deux
stabilisateurs de quille (33), qui peuvent être rentrés et déplacés vers le bas de
manière indépendante l'un de l'autre, sont pivotants et sont disposés l'un derrière
l'autre suivant l'axe longitudinal du bateau avec un profil et une courbure variable,
l'un de ces deux stabilisateurs de quille (33) pouvant être positionné dans le milieu
du bateau, à volonté, mais également plus loin en direction de la proue.
8. Voilier selon la revendication 4, caractérisé en ce que le stabilisateur de quille
(33) est constitué en trois parties, et en ce que la partie médiane (37) comporte
l'axe de basculement (40), et en ce que le nez profilé (34) ainsi que la partie arrière
(38) du stabilisateur sont reliés à la partie centrale (37) de manière articulé par
des charnières (35, 39).
9. Voilier selon la revendication 4, caractérisé en ce que le mât (4) est relié au pont
(9) du bateau par une articulation multiple (8) de manière rotative autour de son
axe longitudinal et pivotante autour de l'horizontale et de la verticale.
10. Voilier selon les revendications 4 et 9, caractérisé en ce qu'une articulation (22)
à un seul axe peut être fixée à la tête (21) du mât (4) et est articulée sur le mât
de charge principal (23) par un arbre pivotant (24) disposé à l'intérieur de celui-ci
rotatif autour de son axe longitudinal et pouvant coulisser suivant l'axe longitudinal,
et en ce que l'arbre pivotant (24) comporte une tête montée avec un mécanisme (25)
pour l'entraînement des arbres (29) de drège recevant les toiles (6) de voile montées
dans la vergue (26).
11. Voilier selon la revendication 10, caractérisé en ce que des mâts extérieurs de charge
(30) sont articulés sur la vergue (26) par des charnières verrouillables et sont équipées
de rouleaux de renvoi.
12. Voilier selon les revendications 4 à 11, caractérisé en ce qu'à chaque articulation
(8, 22, 27) est associé un détecteur angulaire.
13. Voilier selon les revendications 4 à 12, caractérisé en ce que la vergue (26) est
conformée en nez profilé et forme une surface portante « épaisse » avec deux toiles
de voiles (6) pouvant être enroulées dans la vergue (26), et dont la courbure ainsi
que le rapport de la longueur à la profondeur (largeur) sont variables.
14. Voilier selon l'une des revendications 4 à 12, caractérisé en ce qu'un arbre de drège
(29) reçoit deux toiles de voile (6), qui sont maintenues avec leurs bords déroulés
sur l'arête arrière de la vergue (26) par une tôle disposée perpendiculairement aux
toiles (6) de voile.
15. Voilier selon l'une des revendications 4 à 14, caractérisé en ce que les toiles de
voile (6) peuvent être enroulées et déroulées de manière individuelle.