Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Steuerung einer Brennkraftmaschine
gemäß den Oberbegriffen der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Ein derartiges Verfahren beziehungsweise eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-A
42 39 711 bekannt. Dort wird vom Fahrer oder in Sonderbetriebszuständen von anderen
Steuer- oder Regelsystemen ein Sollwert für ein Drehmoment der Brennkraftmaschine
vorgegeben. Dieser Sollwert wird einerseits in einen Soll-Füllungswert und dann in
einen Sollwert zur Steuerung der Luftzufuhr zur Brennkraftmaschine beispielsweise
über eine Drosselklappe umgesetzt, andererseits in eine Zündwinkeleinstellung und/oder
eine Anzahl von Zylindern, zu denen die Kraftstoffzufuhr unterbrochen wird. Durch
diese Steuerung der Leistungsparameter der Brennkraftmaschine wird das Istmoment der
Brennkraftmaschine dem vorgegebenen Sollmomentenwert angenähert.
[0003] Ergänzend dazu ist aus der WO-A 95/24550 bekannt, neben der Zündwinkeleinstellung
und/oder der Zylinderausblendung eine Beeinflussung der Gemischzusammensetzung der
Brennkraftmaschine vorzunehmen.
[0004] Wird bei einer Brennkraftmaschine eine Momentenreduzierung gewünscht (bei entsprechender
Vorgabe des Sollwertes), so wird diese in der Regel mit der gewünschten Dynamik eingestellt,
da durch die sehr schnell auf das Drehmoment wirkenden Eingriffe in den Zündwinkel,
in die Kraftstoffzufuhr zu den Zylindern und/oder in die Gemischzusammensetzung das
Motormoment sofort reduziert werden kann. Der langsamere Füllungseingriff ist bei
der Momentenreduzierung dieser schnellen Momentenänderung überlagert. Wird jedoch
eine Momentenerhöhung gefordert, so läßt sich diese nur durch eine Füllungserhöhung
ausführen, sofern alle Zylinder befeuert, die Gemischzusammensetzung stöchiometrisch
und der Zündwinkel nicht nach spät verschoben ist. Die Dynamik dieser Füllungserhöhung
ist jedoch begrenzt durch die Dynamik des Drosselklappenstellers und/oder die Saugrohrdynamik.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, die Dynamik der Steuerung des Drehmoments einer Brennkraftmaschine
zumindest in einigen Betriebszuständen zu optimieren.
[0006] Dies wird durch die kennzeichnenden Merkmale der unabhängigen Patentansprüche erreicht.
Vorteile der Erfindung
[0007] Die Dynamik der Momentenänderung, insbesondere bei einer Momentenerhöhung, wird optimiert.
Besonders vorteilhaft ist, daß auch in solchen Betriebszuständen das Istmoment der
Brennkraftmaschine im wesentlichen dem Sollmoment mit der geforderten Dynamik folgt.
[0008] Besonders vorteilhaft ist die erfindungsgemäße Lösung in Betriebszuständen, in denen
die Momentenänderung, insbesondere der Momentenaufbau, schon im voraus bekannt ist.
Dies trifft beispielsweise bei einer Momentenänderung durch den Fahrer mittels Pedalbetätigung,
bei Eingriffen eines Antriebsschlupf- oder Motorschleppmomentenreglers, eines Fahrdynamikreglers
bzw. ähnlicher Regelsysteme, bei der Aufschaltung von Lasten wie einer Klimaanlage,
im Startfall und/oder im Warmlauf im Zusammenhang mit Katalysatorheizmaßnahmen zu.
In diesen Betriebszuständen wird durch die Auftrennung des Momentensollwertes auf
einen Sollwert für den Füllungspfad und einen Sollwert für die schnellen Eingriffe,
die unterschiedliche Werte annehmen können, die Momentenänderung dynamisch richtig
vorgenommen.
[0009] Besonders vorteilhaft ist, daß durch die Bildung von sogenannten Reservemomenten
der Arbeitspunkt der Brennkraftmaschine stationär verschoben werden kann, so daß alle
Momentenanforderungen mit der geforderten Dynamik realisiert werden können.
[0010] Besonders vorteilhaft ist, daß durch die Einführung geeigneter Begrenzungen sichergestellt
ist, daß das angeforderte Moment, insbesondere im Füllungspfad, tatsächlich realisierbar
ist.
[0011] Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
bzw. aus den abhängigen Patentansprüchen.
Zeichnung
[0012] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen
näher erläutert. Figur 1 zeigt anhand eines Übersichtsblockschaltbildes die Struktur
der erfindungsgemäßen Drehmomentensteuerung. In den Figuren 2 und 3 sind Blockschaltbilder
dargestellt, die ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeigen. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
ist anhand der Blockschaltbilder der Figuren 4 und 5 dargestellt. Figur 6 schließlich
zeigt anhand von Zeitdiagrammen bei Einsatz der erfindungsgemäßen Lösung.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0013] In Figur 1 ist eine elektronische Steuereinheit 10 zur Steuerung des Drehmoments
einer Brennkraftmaschine dargestellt, die wenigstens einen, nicht dargestellten Mikrocomputer
enthält. Die im Mikrocomputer implementierten Programme sind in Figur 3 als Blöcke
dargestellt. Über die Ausgangsleitungen 12, 14 und 16 beeinflußt die Steuereinheit
10 die Luftzufuhr zur Brennkraftmaschine, die Kraftstoffzufuhr (Ausblendung und/oder
Gemischzusammensetzung) und den Zündwinkel der Brennkraftmaschine. Über Eingangsleitungen
20, 22 und 24 bis 26 werden der Steuereinheit 10 die zur Drehmomentensteuerung verarbeiteten
Betriebsgrößen zugeführt. Von wenigstens einer weiteren Steuereinheit 28, beispielsweise
einer Antriebsschlupfregeleinheit, wird der Steuereinheit 10 ein Sollwert für ein
Drehmoment zugeführt. Von einer Meßeinrichtung 30 zur Erfassung der Fahrpedalbetätigung
wird der Steuereinheit 10 über die Eingangsleitung 22 ein den Betätigungsgrad β repräsentierendes
Signal zugeführt. Ferner werden der Steuereinheit 10 von Meßeinrichtungen 32 bis 34
über die Eingangsleitungen 24 bis 26 Signale zugeführt, die weitere Betriebsgrößen
der Brennkraftmaschine und/oder des Fahrzeugs, beispielsweise Motordrehzahl, Motorlast,
Motortemperatur, etc., repräsentieren.
[0014] Die der Steuereinheit 10 zugeführten Betriebsgrößen werden in einem ersten Programmblock
36 in nachfolgend beschriebener Weise in einen Sollmomentenwert MI
Soll-L für den Füllungspfad und in einen Sollwert MI
Soll zur Beeinflussung der Kraftstoffzumessung und/oder des Zündwinkels aufgetrennt. Der
Momentensollwert MI
Soll-L für den Füllungspfad wird in einem nachfolgenden Programmblock 38 unter Berücksichtigung
ausgewählter Betriebsgrößen, die der Steuereinheit 10 über die Leitungen 24 bis 26
zugeführt werden, bzw. daraus abgeleiteter Größen in der aus dem eingangs genannten
Stand der Technik bekannten Weise ein Füllungssollwert rl
Soll umgewandelt. Dieser Füllungssollwert wird im Programmblock 40 wie im eingangs genannten
Stand der Technik beschrieben im Rahmen von Regelkreisen in ein Ansteuersignal für
eine elektrisch betätigbare Drosselklappe zur Einstellung der Luftzufuhr umgesetzt.
Die Füllung der Brennkraftmaschine wird daher derart eingestellt, daß sie sich dem
Sollwert und damit das Istmoment dem Sollmomentenwert annähert. Parallel dazu wird
der Momentensollwert MI
Soll für den schnellen Momenteneingriff in der bekannten Weise im Programmblock 42 in
Ansteuersignale für die Gemischzufuhr (Zylinderausblendung und/oder Einstellen der
Gemischzusammensetzung) und/oder zur Zündwinkeleinstellung umgesetzt und über die
symbolisch dargestellten Leitungen 14 und 16 ausgegeben.
[0015] Grundgedanke der erfindungsgemäßen Lösung ist, daß ein vorliegender Momentensollwert
in einen Sollwert für den Füllungspfad und den Zündwinkelpfad aufgetrennt wird. In
wenistens einem Betriebszustand weisen die beiden Sollwerte dabei unterschiedliche
Momentenwerte auf und werden parallel zueinander durch Einstellung von Füllung bzw.
Kraftstoffzufuhr und/oder Zündwinkel realisiert. Dabei ist in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
vorgesehen, daß die Auftrennung nur dann stattfindet, wenn der zukünftige Wert des
Momentensollwertes größer als der aktuelle Sollwert, d.h. bei Momentenerhöhungen.
[0016] Figur 2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Auftrennung der Momentensollwerte.
Die dargestellte Lösung wird angewendet, wenn sich der aus dem Betätigungssignal β
abgeleitete Fahrerwunsch in Richtung steigender Drehmomente ändert. Dabei wird davon
ausgegangen, daß allein der Fahrerwunsch das Sollmoment bestimmt und keine weiteren
Eingriffe (beispielsweise von einer Antriebsschlupfregelung) vorliegen.
[0017] In einem ersten Kennfeld 100 wird aus dem Betätigungsgradsignal β und wenigstens
der Motordrehzahl N
Mot das vom Fahrer über die Pedalbetätigung eingestellte Moment MI
Ped bestimmt. Dieses Pedalmoment wird im darauffolgenden Interpolationsprogramm 102 zwischen
einem minimalen und einem maximalen Momentenwert interpoliert. Diese Werte sind vorgegeben
und vorzugsweise zumindest drehzahlabhängig. Das durch die Interpolation gebildete
Fahrerwunschmoment MIFAR wird dann im Filterelement 104 nach Maßgabe einer vorgegebenen
Filterfunktion (z.B. Tiefpaß 1. Ordnung) gefiltert. Der gefilterte Wert wird in der
beschriebenen Betriebssituation als Sollmoment MI
Soll betrachtet und dem Block 42 zur Bestimmung der Beeinflussung der Kraftstoffzufuhr
und/oder des Zündwinkels zugeführt. In bekannter Weise berechnet der Block 42 dabei
aus dem zugeführten Sollmomentenwert Sollwerte für die Anzahl auszublendender Zylinder
(RED
Soll) einen Sollwert für die Gemischzusammensetzung λ-Soll sowie einen Sollwert für die
Zündwinkeleinstellung (ZW
Soll). Diese werden über die symbolischen Ausgangsleitungen 14 und 16 eingestellt.
[0018] Im stationären Betriebszustand bzw. bei einer Reduktion des Moments ist der gefilterte
Sollmomentenwert MI
Soll in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel auch der zur Bestimmung der Sollfüllung
ausgewertete Sollmomentenwert. Ändert der Fahrer die Pedalstellung jedoch in einer
Weise, die zu einer Momentenerhöhung führt, nehmen die für Füllungspfad und schnelle
Eingriffe getrennten Sollwerte unterschiedliche Werte an. Im Ausführungsbeispiel nach
Figur 2 wird der Bestimmung des Sollfüllungswertes dann nicht der gefilterte Sollmomentenwert,
sondern der ungefilterte Sollmomentenwert MIFAR zugrundegelegt. Dieser Sollmomentenwert
wird dem Programmblock 38 zur Bestimmung der Sollfüllung rl
Soll zugeführt, die wiederum im Programmblock 40 in Ansteuersignale für eine Drosselklappe
und gegebenenfalls einem Turbolader zur Beeinflussung der Zylinderfüllung umgesetzt
wird.
[0019] In bestimmten Betriebssituationen wird aus Komfort- und/oder Abgasgründen der Sollmomentenwert
nur durch Einstellung der Füllung und des Zündwinkels realisiert. Dabei muß sichergestellt
sein, daß das vom Fahrer oder anderen Regel- bzw. Steuersystemen vorgegebene Sollmoment
auch tatsächlich einstellbar ist. Für den jeweiligen Betriebspunkt ist daher spätest
möglich einstellbare Zündwinkel zu berücksichtigen. Dieser Zündwinkel ist abhängig
von Betriebsgrößen, vorzugsweise der Motordrehzahl und der Motorlast, in einem Kennfeld
abgelegt und wird bestimmt durch die Laufgrenze des Motors. Gemäß der strichlierten
Darstellung in Figur 2 wird in diesem Fall das für den Luftpfad vorgegebene Sollmoment
auf der Basis des einzustellenden Sollmoments MI
Soll und wenigstens des spätestmöglichen Zündwinkels begrenzt. Auf diese Weise kann die
vom Fahrer vorgegebene Momentenänderung durch Einstellung der Füllung und schneller
Zündwinkeleinstellung realisiert werden. Das Istmoment wird dann schnell auf das Sollmoment
geführt.
[0020] Diese Begrenzung wird im Blockschaltbild nach Figur 3 dargestellt. Dabei wird das
Sollmoment für den Luftpfad MI
Soll-L auf der Basis einer Minimalwertauswahl 200 aus dem nach Maßgabe der Zündwinkelverhältnisse
korrigierten Sollmomentenwert MI
Soll und einem, für den Füllungspfad vorgegebenen unbegrenzten Sollwert MI
Soll-L* bestimmt.
[0021] Es sind drei Kennfelder 202, 204 und 206 vorgesehen, in denen abhängig von Motordrehzahl
und Motorlast der optimale Zündwinkel ZW
Opt, bei dem die Brennkraftmaschine den höchsten Wirkungsgrad aufweist, der Basiszündwinkel
im aktuellen Arbeitspunkt ZW
Base, der die Zündwinkeleinstellung ohne externen Eingriff (zum Beispiel durch eine Antriebsschlupfregelung)
beschreibt, und der im aktuellen Arbeitspunkt spätmöglichst einstellbare Zündwinkel
ZWM abgelegt ist. Der Basiszündwinkel beschreibt dabei den Zündwinkel, der im aktuellen
Arbeitspunkt der Brennkraftmaschine ohne externen Eingriff eingestellt wird. In einer
ersten Verknüpfungsstelle 208 wird die Differenz zwischen optimalem Zündwinkel und
Basiszündwinkel gebildet, während in einer zweiten Verknüpfungsstelle 210 die Differenz
zwischen optimalem und spätmöglichstem Zündwinkel gebildet wird. Die beiden Differenzwerte
werden in Wirkungsgradkennlinien 212 und 214 in Korrekturmomente (etazwbase, etazwm)
umgesetzt. Diese Korrekturmomente stellen die Wirkungsgradänderung bzw. die Momentenänderung
dar, die beim Einstellung des jeweiligen Zündwinkels durch die Abweichung zum optimalen
Wert auftreten würde.
[0022] Die Korrekturwerte dienen zur Korrektur des Sollmomentenwerts MI
Soll. Der im aktuelle Arbeitpunkt eingestellte Zündwinkel ist der Basiszündwinkel. Die
größte Momentenänderung kann durch Einstellung des spätmöglichsten Zündwinkel erreicht
werden. Das Sollmoment für die Füllung muß daher nach unten auf einen vorgegebenen
Minimalwert begrenzt werden, um sicherzustellen, daß das gewünschte Sollmoment durch
Füllungsänderung und Zündwinkeleinstellung realisierbar ist. Diese untere Grenze bildet
das korrigierte Sollmoment MI
Soll für den Zündwinkeleingriff. Die Korrektur berücksichtigt dabei die spätmöglichste
Einstellung des Zündwinkels durch Division des Sollwertes durch den Wirkungsgrad etazwm
(Divisionsstelle 216). Das Ergebnis stellt den Sollmomentenwert bei Einstellung des
spätmöglichsten Zündwinkels. Da ferner die spätere Umrechnung des Sollmoments in einen
Sollfüllungswert auf der Basis des Basiszündwinkels erfolgt (vgl. Gleichung 2), wird
der korrigierte Sollmomentenwert in der Multiplikationsstelle 218 mit dem Wirkungsgrad
des Basiszündwinkels multipliziert, um das einszustellende optimale Moment zu erhalten.
[0023] Das Ergebnis ist der Sollmomentenwert, der durch die größtmögliche Zündwinkelverstellung
ausgehend vom Basiszündwinkel einstellbar ist. Unter diesen Wert darf das Sollmoment
für die Füllung nicht fallen, da sonst das Sollmoment MI
Soll nicht realisiert werden kann. Daher wird in der Minimalwertauswahlstufe 200 eine
Minimalwertauswahl zwischen den beiden Werten durchgeführt und der kleinere Sollwert
der Umrechung in den Sollfüllungswert zugeführt.
[0024] Ein zweites Ausführungsbeispiel ist die Erhöhung des Sollwertes für den Füllungspfad
in bestimmten Betriebssituationen, was automatisch zu einer Verstellung des Zündwinkels
nach spät führt. Diese Betriebssituationen treten insbesondere bei aktiver Leerlaufregelung,
bei aktiver Katalysatorheizung und/oder während des Startvorgangs auf. Diesen Betriebszuständen
ist gemeinsam, daß eine schnelle Verstellung des Moments in Richtung größerer Momente
möglich sein muß. Eine schnelle Verstellung ist jedoch nur über die Änderung des Zündwinkels,
der Kraftstoffzufuhr und/oder der Gemischzusammensetzung möglich. Im bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird daher in diesen Betriebszuständen ein sogenanntes Reservemoment eingestellt,
welches durch eine Erhöhung des über die Füllung eingestellten Moments bei gleichzeitiger
entgegensetzter Veränderung des des Zündwinkels, der Kraftstoffzufuhr und/oder der
Gemischzusammensetzung dargestellt wird. Das Gesamtmoment wird nicht verändert. Im
bevorzugten Ausführungsbeispiel wird lediglich der Zündwinkel betrachtet.
[0025] Dabei ist zu beachten, daß das Reservemoment verschiedene Bezugspunkte haben kann.
Insbesondere kann es auf das optimale Moment (Moment mit höchstem Wirkungsgrad) oder
auf das aktuell wirksame Moment bezogen werden.
[0026] In Figur 4 ist eine erste Ausführung für die Vorgabe im Füllungspfad dargestellt,
welche insbesondere durch eine Leerlaufregelung oder bei Katalysatorheizfunktionen
angewendet wird. Der Momentensollwert MI
Soll, der vom Fahrer oder anderen Steuer- bzw. Regelsystemen vorgegeben wird und zur Einstellung
des Zündwinkels sowie der weiteren Leistungsgrößen, die eine schnelle Momentenänderung
bewirken, dient, wird auf eine Verknüpfungsstelle 300 geführt. In dieser Verknüpfungsstelle
wird der im Speicherplatz 302 gespeicherte Momentenreservewert DMROPT addiert. Die
Momentenreserve ist dabei entweder fest vorgegeben oder in einer Kennlinie abhängig
von Betriebsgrößen, abgelegt. Betriebsgrößen sind beispielsweise Motordrehzahl, Motortemperatur,
die Ausstattung des Fahrzeugs, die Zeit nach Start, etc. Die Summe aus Momentensollwert
und Momentenreserve wird in einer Multiplikationsstelle 302 mit dem Basiszündwinkelwirkungsgrad,
der auch der Berechnung des SollFüllungswertes zugrundeliegt, multipliziert. Das Ergebnis
wird im bevorzugten Ausführungsbeispiel in einer Maximalwertauswahlstufe 304 mit dem
Sollmomentenwert MI
Soll verglichen und der jeweils größere der beiden Werte als Sollmoment für den Luftpfad
MI
Soll-L abgegeben.
[0027] In diesem Ausführungsbeispiel ist das Reservemoment auf die optimalen Werte (optimales
Moment, optimalen Zündwinkel) bezogen. Dadurch läßt sich stationär ein definierter
Zündwinkel einstellen. Die Multiplikation mit dem Basiszündwinkel-Wirkungsgrad dient
zum Einrechnen des Bezugspunktes für die Umsetzung des Sollmomentenwerts für den Füllungspfad
in einen Sollfüllungswert.
[0028] Auch hier ist eine Begrenzung des Sollmomentenwerts für den Füllungspfad notwendig.
Die Begrenzung erfolgt auf den maximalen Zündwinkel. Unter der Annahme, daß der Basiszündwinkel
der frühestmögliche Zündwinkel ist (der Zündwinkel ist optimal bezüglich Moment oder
an der Klopfgrenze), so ist durch die Maximalwertauswahl sichergestellt, daß niemals
zu wenig Füllung vorgegeben wird. Wird das Moment zusätzlich durch Gemischbeeinflussung
und/oder Zylinderausblendung gesteuert, kann auf diese Begrenzung vezichtet werden.
[0029] Wird der Momentenreservewert auf das momentan wirksame Moment bezogen, so kann diese
Begrenzung entfallen und es ergibt sich die wesentlich einfachere Struktur nach Figur
5. In diesem Falle ergibt sich der Momentensollwert für den Füllungspfad durch Addition
des Momentensollwertes MI
Soll für den schnellen Eingriff und des Reservemoments DMR.
[0030] Der schnelle Eingriff wird in den Ausführungsbeispielen nach den Figuren 4 und 5
entsprechend dem Sollmomentenwert MI
Soll eingestellt.
[0031] Die Wirkung der erfindungsgemäßen Lösung, insbesondere nach dem ersten Ausführungsbeispiel,
ist am Beispiel von Figur 6 dargestellt. Dabei ist in Figur 6a der zeitliche Verlauf
des Sollmomentenwertes MI
Soll sowie des Momentenbeitrages durch die Füllung (strichliert) dargestellt. In Figur
6b ist der Zeitverlauf des Momentenbeitrags durch Zündwinkelverstellung und in Figur
6c der zeitliche Verlauf des Istmoments dargestellt ist.
[0032] Zu einem Zeitpunkt T0 wird das Sollmoment reduziert. Der Sollmomentenwert wird dabei
durch Zündwinkelverstellung und Füllungsverstellung realisiert. Infolge der schnelleren
Zündwinkelverstellung (vgl. Figur 6b) nimmt der Füllungsanteil nur langsam ab. Das
Istmoment ändert sich gemäß Figur 4c entsprechend dem Sollwert. Zum Zeitpunkt T1 wird
das Sollmoment wieder erhöht. Durch die erfindungsgemäße Auftrennung zwischen Füllungspfad
und Zündwinkelpfad wird diese Momentenerhöhung weitgehend durch die Korrektur des
Zündwinkels durchgeführt. Die vorteilhafte Wirkung besteht darin, daß das Istmoment
auch in momentenerhöhender Richtung dem Sollwert nahezu exakt folgt.
[0033] Neben einer Berechnung auf der Basis von Momentenwerten wird in einem vorteilhaften
Ausführungsbeispiel die Berechnungen auf der Basis von Leistungswerten durchgeführt,
wobei Moment und Leistung über die Motordrehzahl zusammenhängen.
[0034] Anstelle der Zündwinkeleinstellung wird in einem anderen vorteilhaften Ausführungsbeispiel
die Gemischzusammensetzung oder die Kraftstoffzufuhr zu einem Zylinder oder eine beliebigen
Kombination aus diesen drei Größen. Die Momentenbestimmung auf der Basisgrößen, Einstellgrenzwerten,
etc. sind entsprechend anzuwenden.
1. Verfahren zur Steuerung einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, wobei ein Sollwert
für ein Drehmoment oder eine Leistung der Brennkraftmaschine vorgegeben wird, dieser
Sollwert zumindest durch Beeinflussung der Füllung der Brennkraftmaschine und wenigstens
eines, eine schnelle Momentenänderung bewirkenden Parameters eingestellt wird, wobei
die Füllungsbeeinflussung und die Beeinflussung des wenigstens einen Parameters jeweils
nach Maßgabe eines eigenen Sollwertes, der aus dem vorgegebenen Sollwert abgeleitet
ist, erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest in einem Betriebszustand die Sollwerte
unterschiedliche Werte annehmen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Betriebszustand
ein Betriebszustand ist, in dem das Moment oder Leistung erhöht wird, in dem die Leerlaufregelung
aktiv ist, in dem eine Katalysatorheizung aktiv ist, und/oder während der Startphase.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
aus dem Betätigungssignal eines Fahrpedals abgeleitete Sollwert zur Einstellung der
Füllung ungefiltert und zur Einstellung des wenigstens einen Leistungsparameters gefiltert
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Bergrenzung des Sollwerts für die Füllung auf der Basis des Parameters, der zur Erzeugung
einer maximalen Momenten- oder Leistungsänderung einstellbar ist, und des Sollwertes
für diesen wenigstens einen Parameters erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sollwert für den Füllungspfad das Minimum aus ungefiltertem und gefiltertem, korrigiertem
Fahrerwunsch ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Reservewert für das Moment bzw. die Leistung gebildet wird, der dem Sollwert aufgeschaltet
wird und den Sollwert für den Füllungspfad bildet.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Reservewert auf den optimalen
Momenten- bzw. Leistungswert oder auf den aktuellen Wert bezogen wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sollwert für den Füllungspfad das Maximum aus dem Sollwert und dem mit dem Reservewert
korrigierten Sollwert ist.
9. Vorrichtung zur Steuerung einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, mit einer elektronischen
Steuereinheit, die einen Sollwert für ein Drehmoment oder eine Leistung der Brennkraftmaschine
ermittelt, der durch Einstellen der Füllung und wenigstens eines weiteren Leistungsparameters,
der eine schnelle Änderung bewirkt, bereitgestellt wird, wobei zur Berechnung der
Füllungseinstellung und des wenigstens einen Leistungsparameters jeweils ein Sollwert
verwendet wird, der aus dem ermittelten Sollwert abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sollwerte für die Füllungseinstellung und die Einstellung des wenigstens einen
Leistungsparameters in wenigstens einem Betriebszustand unterschiedliche Werte aufweisen.
1. Method for controlling an internal combustion engine of a vehicle, a setpoint value
for a torque or a power of the internal combustion engine being specified, said setpoint
value being set at least by influencing the charging of the internal combustion engine
and at least one parameter which brings about a rapid change in moment, the influencing
of the charging and the influencing of the at least one parameter taking place in
each case according to a separate setpoint value which is derived from the prescribed
setpoint value, characterized in that the setpoint values assume different values
at least in one operating state.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the at least one operating state
is an operating state in which the moment or power is increased, in which the idling
control is active and in which a catalytic converter heater is active, and/or during
the starting phase.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the setpoint
value which is derived from the activation signal of an accelerator pedal is used
in unfiltered form to set the charge and in filtered form to set the at least one
power parameter.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the setpoint
value for the charge is limited on the basis of the parameter which can be set in
order to generate a maximum change in moment or power, and on the basis of the setpoint
value for this at least one parameter.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the setpoint
value for the charge path is the minimum of the unfiltered and filtered corrected
driver's request.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a standby value
is formed for the moment or the power, which value is added to the setpoint value
and forms the setpoint value for the charge path.
7. Method according to Claim 6, characterized in that the standby value is referred to
the optimum moment value or power value or to the current value.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the setpoint
value for the charge path is the maximum formed from the setpoint value and the setpoint
value corrected with the standby value.
9. Device for controlling an internal combustion engine of a vehicle, having an electronic
control unit which determines a setpoint value for a torque or a power of the internal
combustion engine, which value is made available by setting the charge and at least
one further power parameter which brings about a rapid change, in each case a setpoint
value which is derived from the setpoint value which is determined being used to calculate
the charge setting and the at least one power parameter, characterized in that the
setpoint values for the charge setting and the setting of the at least one power parameter
have different values in at least one operating state.
1. Procédé de commande d'un moteur à combustion interne d'un véhicule selon lequel
- on prédétermine une valeur de consigne d'un couple ou une puissance du moteur à
combustion interne,
- on règle cette valeur de consigne au moins en influençant le remplissage du moteur
à combustion interne et au moins un paramètre assure une variation rapide de couple,
- on influence le remplissage et on influence au moins un paramètre chaque fois selon
une valeur de consigne propre déduite de la valeur de consigne prédéterminée,
caractérisé en ce qu'
au moins dans un état de fonctionnement, les valeurs de consigne prennent des valeurs
différentes.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
au moins un état de fonctionnement est un état dans lequel on augmente le couple ou
la puissance, dans lequel la régulation de ralenti est active et dans lequel le chauffage
de catalyseur est actif et/ou pendant la phase de démarrage.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la valeur de consigne déduite du signal d'actionnement de la pédale d'accélérateur
est utilisée à l'état non filtré pour régler le remplissage et à l'état filtré pour
régler au moins un paramètre de puissance.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on limite la valeur de consigne du remplissage sur la base du paramètre réglable pour
générer une variation de couple ou de puissance maximale, et on limite la valeur de
consigne pour au moins ce paramètre.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la valeur de consigne du chemin de remplissage est le minimum résultant du souhait
du conducteur, corrigé, filtré et non filtré.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on forme une valeur de réserve du couple ou de la puissance que l'on applique à la
valeur de consigne et on forme la valeur de consigne pour le chemin de remplissage.
7. Procédé selon la revendication 6,
caractérisé en ce qu'
on rapporte la valeur de réserve à la valeur de couple ou de puissance optimum ou
encore à la valeur actuelle.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la valeur de consigne du chemin de remplissage est le maximum résultant de la valeur
de consigne et de la valeur de consigne corrigée par la valeur de réserve.
9. Dispositif de commande d'un moteur à combustion interne d'un véhicule dans lequel
:
- une unité de commande électronique fournit une valeur de consigne du couple ou une
puissance du moteur à combustion interne obtenue par le réglage du remplissage ou
d'au moins un autre paramètre de puissance produisant une variation rapide,
- et pour le calcul du réglage du remplissage et d'au moins un paramètre de puissance,
on utilise chaque fois une valeur de consigne déduite de la valeur de consigne ainsi
obtenue,
caractérisé en ce que
les valeurs de consigne du réglage du remplissage et du réglage d'au moins un paramètre
de puissance ont des valeurs différentes pour au moins un état de fonctionnement.