[0001] Die Erfindung betrifft eine Kerze aus einem wachsartigen Stoff, auf Paraffinbasis,
wobei der Stoff einen Paraffinanteil aufweist.
[0002] Derartige Kerzen sind bereits in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Es wird
jedoch angestrebt, ein möglichst günstiges Aufschmelzverhalten einer solchen Kerze
zu erreichen. Dies bedeutet, daß auch bei Kerzen mit relativ großem Durchmesser eine
Aufschmelzung möglichst über den gesamten Durchmesser jeweils erfolgt, damit im Zuge
des Kerzenabbrandes keine Hohlstrukturen entstehen, welche zum Verlöschen der Kerze
führen oder ein Wiederanzünden der Kerze sehr erschweren.
[0003] Die Erfindung beschäftigt sich danach mit der technischen Problematik, eine hinsichtlich
des wachsartigen Stoffes verbesserte Kerze anzugeben.
[0004] Diese technische Problematik ist zunächst und im wesentlich beim Gegenstand des Anspruches
1 gelöst, wobei darauf abgestellt ist, daß der Stoff weiter einen höher schmelzenden
Paraffinanteil aufweist, der geeigneterweise durch die Fischer-Tropsch-Synthese gewonnen
ist. Es handelt sich um langkettige, hoch schmelzende Kohlenwasserstoffe. Die Kettenlänge
liegt etwa bei C30 bis hin zu C110 oder darüber. Die Schmelztemperatur liegt etwa
bei 80°C bis 110°C, bezogen jeweils auf den höher schmelzenden Paraffinanteil. Überraschenderweise
wurde gefunden, daß auch die genannten Zusätze von Fischer-Tropsch-Hartwachsen zu
dem Paraffinanteil des wachsartigen Stoffes zu einer Kerze führt, die genügend Festigkeitseigenschaften
aufweist. Der oben genannte Paraffinanteil ist im Rahmen dieser Anmeldung als niedergrätiges
Paraffin verstanden. Dieser Paraffinanteil liegt in dem wachsartigen Stoff bei etwa
45 bis 95 % (in kleiner Weise wie weiter unten auch im Hinblick auf eine weitere Ausführungsform
bevorzugt beschrieben). Abweichend von dem Hartwachsanteil etwa aus der Fischer-Tropsch-Synthese
kann auch verwendet werden Alpha-Olefin, polymerisiert oder copolymerisiert, in der
Gegenwart von freien Radikalen, bei niedrigem Druck, um Polymere von höherem Molekulargewicht,
höheren Viskositäten und größerer Härte, jedoch niedrigeren Schmelz- und Erstarrungspunkten
als die ursprünglichen Alpha-Olefine, von welchen sie abgeleitet sind, zu erreichen.
Der Schmelzpunkt und der Erstarrungspunkt der sich hieraus ergebenden Wachse hängt
ab von dem Schmelzpunkt und Erstarrungspunkt des anfänglichen Alpha-Olefins. Das anfängliche
Alpha-Olefin (oder Mischungen von Alpha-Olefinen) ist bei Raumtemperatur fest. Der
Schmelzpunkt und der Erstarrungspunkt des Endproduktes ist verbessert. Weiter wird
Bezug genommen auf das britische Patent 1 565 518. Die Offenbarung dieses Patentes
ist hiermit vollinhaltlich in die Offenbarung vorliegender Anmeldung einbezogen, auch
um Merkmale des in bezug genommenen Patentes in Ansprüche der vorliegenden Anmeldung
mitaufzunehmen.
[0005] Die technische Problematik ist weiter beim Gegenstand des Anspruches 7 gelöst, wobei
darauf abgestellt ist, daß der wachsartige Stoff weiter einen Anteil an organischem
Ester und/oder einem Ester-Wachssäuregemisch aufweist, daß der Paraffinanteil als
solcher einen Erstarrungspunkt von 55°C oder weniger aufweist und daß der Ester-Anteil
als solcher einen Erstarrungspunkt von 35°C oder mehr aufweist. Hinsichtlich des Paraffins
spricht man hier auch von niedriggrätigem Paraffin. Der genannte Paraffinanteil besitzt
in dem Temperaturbereich eines Erstarrungspunktes von 55°C oder weniger eine sehr
geringe Härte. Bei ca. 40°C liegt bspw. nur noch ein pastenartiger Stoff vor. Dagegen
besitzt der Anteil an organischem Ester oder dem Ester-Wachssäuregemisch bereits bei
Temperaturen von 30°C oder weniger eine sehr beachtliche Härte. Bspw. zeigt sowohl
gehärtetes Palmöl als auch gehärteter Rinderspeisetalg, beides Stoffe, welche unter
die genannten Begriffe fallen, bei 30°C eine Penetration von 6mm
-1. Mit dem Begriff "Paraffin" ist hier auf technisches Paraffin abgestellt, welches
bekanntlich aus Erdöl, Teeren, in einer Teilsynthese oder auch mittels der Fischer-Tropsch-Synthese
gewonnen wird. Es handelt sich üblicherweise um Gemische, bestehend aus n-Alkanen
und iso-Alkanen unterschiedlicher C-Kettenlängen, und bei den iso-Alkanen zusätzlich
unterschiedlicher Strukturen. Weiter bevorzugt beträgt der Anteil an iso-Paraffinen
innerhalb des Gemisches 40 % oder mehr, besonders bevorzugt 50 % oder mehr. Diese
iso-Paraffine besitzen hierbei geeigneterweise eine C-Kettenlänge von ca. C 18 bis
ca. C 45, mit einem Maximum zwischen C 26 und C 34. Ein solcher Paraffinanteil besitzt
einen Erstarrungspunkt unterhalb von 45°C. Überraschend hat sich gezeigt, daß die
vorstehend angegebene Mischung von Paraffin mit einem organischen Ester und/oder einem
Ester-Wachssäuregemisch zu einem wachsartigen Stoff führt, der einerseits eine für
die angestrebten Produkte noch akzeptable Härte aufweist, andererseits aber auch ein
sehr gutes Aufschmelzverhalten zeigt. Es können Kerzen hergestellt werden, welche
auch bei großen Abmessungen im Querschnitt zu einem einheitlichen Aufschmelzverhalten
über den Querschnitt führen. Sie weisen danach ein vorteilhaftes Anbrennverhalten
auf. Im einzelnen kann der Anteil an organischem Ester und/oder an Ester-Wachssäuregemisch
in dem wachsartigen Stoff sich einzeln oder als Mischung zusammensetzen aus dem bereits
genannten Palmöl, weiter aus Palmstearin, Palmkernöl, Rapsöl, tierischen Talgen usw.
Die Verbindungsklasse der Ester-Wachssäuregemische beinhaltet insbesondere auch Montanwachse,
Bienenwachs, Carnaubawachs usw. Es handelt sich hier um langkettige Ester. Von Bedeutung
ist, daß sowohl die organischen Ester als auch die Ester-Wachssäuregemische ein hohes
Ölbindevermögen besitzen. Dies ist jedoch im einzelnen jeweils unterschiedlich ausgebildet.
Diese Eigenschaft der genannten Stoffklassen ist im Hinblick auf den hier beschriebenen
Stoff besonders vorteilhaft, da der Paraffinanteil mit einem Erstarrungspunkt von
55°C oder weniger einen gewissen, mit abnehmenden Erstarrungspunkten zunehmenden Ölanteils
aufweist. Der Paraffinanteil kann einen Erstarrungspunkt bis hinunter zu 30°C etwa
aufweisen. Bevorzugt ist ein Erstarrungspunkt des Paraffinanteils im Bereich von 30
bis 45°C. Der Anteil von Paraffin in dem hier beschriebenen wachsartigen Stoff liegt
bevorzugt im Bereich von 45 bis 95 %.
[0006] Hinsichtlich der Stoffgruppe der organischen Ester können bspw. Fettsäureglyceride,
Wachsäureester oder auch die genannten Montanwachse zum Einsatz kommen. Die organischen
Ester bzw. Montanwachse können auch anverseift sein. Ein weiteres Beispiel sind Triglyceride.
Bekanntlich enthalten diese als Alkohol Glyzerin. Solche Alkohole, mit wenigen C-Atomen,
unterhalb von 10 C-Atomen, sind im Rahmen der Erfindung bevorzugt (Glyzerin: 3 C-Atome).
[0007] Im übrigen besitzen die hier genannten Ester bzw. Ester-/Wachssäuregemische alle
einen Gehalt an C-16 Verbindungen, bspw. einen Palmitingehalt von mindestens 5 %,
vorzugsweise mehr als 25 %.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung eines wachsartigen
Stoffes in einer der Zusammensetzungen, die zuvor beschrieben worden sind, zur Verwendung
bei der Herstellung von Kerzen. Hierbei ist darauf abgestellt, daß im Zuge der Paraffinraffination
erhaltenes niedriggrätiges Paraffin mit einem Erstarrungspunkt von 55°C oder weniger
mit einem organischen Ester oder einem Ester-Wachssäuregemisch versetzt wird, wobei
der organische Ester oder das Ester-Wachsäuregemisch einen Erstarrungspunkt von 55°C
oder weniger aufweist. Im einzelnen kann der Anteil an organischem Ester oder Ester-Wachssäuregemisch
die weiter oben bereits genannten einzelnen Stoffe umfassen.
Beispiele:
[0009] Es wurde ein Paraffin mit einem gewissen Ölanteil, mit einem Erstarrungspunkt von
36°C mit gehärtetem Palmöl versetzt. Während der Paraffinanteil alleine pastenförmigen
Charakter besaß, zeigte sich nach Mischung mit dem gehärteten Palmöl, welches bei
30°C eine Penetration von etwa 6 mm
-1 aufweist, in einem Verhältnis von 1:1, eine Penetration bei 30° C von 46 mm
-1.
[0010] Bei einem weiteren Versuch wurde anstatt gehärtetem Palmöl Rinderspeisetalg zugesetzt.
Es ergab sich bei einem gleichen Mischungsverhältnis eine Penetration von 53 mm
-1. Dagegen haben sich in beiden Fällen die Erstarrungspunkte des erhaltenen wachsartigen
Stoffes nur geringfügig gegenüber dem Erstarrungspunkt des Paraffin-Ausgangsproduktes
erhöht. Während das Paraffin-Ausgangsprodukt einen Erstarrungspunkt von etwa 36°C
aufwies, wies die Mischung aus 50 % Paraffinanteil und 50 % gehärtetem Palmöl einen
solchen von 39°C auf. Die Mischung aus 50 % Paraffinanteil und 50 % gehärtetem Rinderspeisetalg
wies einen solchen von 40°C auf.
[0011] Eine Mischung aus 80 % paraffinischem, pastenförmigem Anteil mit 20 % Palmöl, das
eine Penetration bei 30°C von 6 mm
-1 aufweist, führte zu einem wachsartigen Stoff mit einem Erstarrungspunkt von 37°C
und einer Penetration bei 30°C von 134 mm
-1.
[0012] In gleicher Weise wurde bei einem Anteil von 60 % paraffinischem, pastenförmigem
Anteil und 40 % Palmöl gleichfalls ein Erstarrungspunkt der Komposition von 37,0°C
und eine Penetration bei 30°C von 60 mm
-1 erreicht.
[0013] In gleicher Weise wurde bei einem Anteil von 60 % paraffinischem, pastenförmigem
Anteil und 40 % Rinderspeisetalg, letztere mit einer Penetration bei 30°C von 6 mm
-1 eine Komposition mit einem Erstarrungspunkt von 38,0°C und einer Penetration bei
30°C von 73 mm
-1 erreicht.
[0014] Aus den vorbeschriebenen Produkten wurden Kerzen relativ großen Durchmessers hergestellt,
wobei sich jeweils gegenüber herkömmlichen Kerzen ein verbessertes Aufschmelzverhalten
zeigte.
[0015] Alle offenbarten Merkmale sind erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung
wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen
(Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch zu dem Zweck, Merkmale
dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
1. Kerze aus einem wachsartigen Stoff auf Paraffinbasis, wobei der Stoff einen niedrigschmelzenden
Paraffinanteil aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff weiter einen höher
schmelzenden Paraffinanteil aufweist.
2. Kerze nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß der höher
schmelzende Paraffinanteil durch die Fischer-Tropsch-Synthese gewonnen ist.
3. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der niedrigschmelzende Paraffinanteil einen Anteil in
Volumenprozent an der Kerze von 45 bis 95 % aufweist.
4. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der höher schmelzende Paraffinanteil einen Volumenanteil
an der Kerze von 5 bis 55 % aufweist.
5. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kerze weiter eine Anzahl an Alpha-Olefinen, polymerisiert
oder copolymerisiert in Gegenwart von freien Radikalen bei niedrigem Druck aufweist.
6. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kerze weiter einen Anteil an organischem Esther und/oder
einem Esther-Wachssäuregemisch aufweist.
7. Kerze aus einem wachsartiger Stoff auf Paraffinbasis, wobei der Stoff einen Paraffinanteil
und einen Anteil an organischem Ester und/oder einem Ester-Wachssäuregemisch aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Paraffinanteil als solcher einen Erstarrungspunkt
von 55°C oder weniger aufweist und daß der Ester-Anteil als solcher einen Erstarrungspunkt
von 35°C oder mehr aufweist.
8. Kerze nach Anspruch 7 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß der organische
Ester einzeln besteht oder sich als Mischung zusammensetzt aus Palmöl, Palmstearin,
Palmkernöl, Rapsöl oder tierischem Talg.
9. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß das organische Ester und/oder das Ester-Wachssäuregemisch
einzeln besteht oder sich als Mischung zusammensetzt aus Fettsäureglyceride, Wachssäureester,
Montanwachse oder dgl.
10. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der Paraffinanteil einen Erstarrungspunkt als untere Grenze
von bis zu 20°C aufweist.
11. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der Paraffinanteil einen Erstarrungspunkt im Bereich von
30 bis 45°C aufweist.
12. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der wachsartige Stoff einen Anteil von Paraffin im Bereich
von 45 bis 95 % aufweist.
13. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der Paraffinanteil aus einem Gemisch von iso- und n-Alkanen
besteht.
14. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der iso-Alkane mindestens 40 % beträgt.
15. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil der iso-Alkane mindestens 50 % beträgt.
16. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß die iso-Alkane eine C-Kettenlänge von ca. C 16 bis ca.
ca. C 45 aufweisen.
17. Kerze nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, daß die iso-Alkane hinsichtlich der C-Kettenlängen ein Maximum
zwischen C 26 und C 34 aufweisen.
18. Verfahren zur Herstellung eines wachsartigen Stoffes, insbesondere zur Herstellung
einer Kerze nach einem der Ansprüche 7 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß im Zuge
der Paraffinraffination erhaltenes niedriggrätiges Paraffin mit einem Erstarrungspunkt
von 55°C oder weniger mit einem organischen Ester und/oder einem Ester-Wachssäuregemisch
versetzt wird, wobei der Esteranteil als solcher einen Erstarrungspunkt von 35°C oder
mehr aufweist.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der organische Ester sich
im einzelnen oder als Mischung zusammensetzt aus Palmöl, Palmstearin, Palmkernöl,
Rapsöl oder tierischem Talg.