[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vorbehandeln von Metallteilen, bei dem die
Metallteile in einem Entfettungsbad entfettet und dann in einem Beizbad mit Säure
gebeizt werden, und bei dem zur Entfettung ein saures Entfettungsmittel eingesetzt
wird, das die Entfettung fördernde Hilfsstoffe (Tenside) enthält.
[0002] Eine solche Vorbehandlung ist insbesondere bei Korrosionsschutzverfahren durch Metallüberzug
vorgesehen, beispielsweise vor dem Feuerverzinken von Metallteilen. Im Entfettungsbad
werden die Metalloberflächen von anhaftenden Fetten und Ölen wie Walzölen, Ziehölen
und dergleichen aus vorangegangenen Bearbeitungsschritten befreit (im folgenden soll
der Begriff "Fette" als Oberbegriff für Fette und Öle verwendet werden). Das anschließende
Beizen erfolgt zumeist stufenweise in mehreren Beizbädern und dient vornehmlich zur
Entfernung von arteigenen Verunreinigungen, beispielsweise Rost oder Zunder. Im Fall
von Fehlverzinkungen werden die Metallteile ohne vorherige Entfettung in ein Beizbad
zur Entzinkung gegeben, damit die fehlerhaften Verzinkungsschichten vor der Neuverzinkung
gelöst werden. Nach dem Beizen durchlaufen die Metallteile ein Spülbad und ein Flußmittelbad,
bevor sie im Zinkkessel verzinkt werden. Durch das Spülen soll die Verschleppung insbesondere
von Eisen in das Flußmittelbad und weiter in den Zinkkessel vermindert werden.
[0003] Aufgrund des Eintrags von Verunreinigungen haben die in den Entfettungs-, Beiz- und
Spülbädern eingesetzten Prozeßlösungen nur eine begrenzte Standzeit, so daß sie in
gewissen Abständen erneuert werden müssen. Die Altlösungen müssen bisher zumeist als
Abfall entsorgt werden. Aus Umweltschutzgründen strebt man eine möglichst weitgehende
Verringerung der zu entsorgenden Abfallmengen an. Dies gilt insbesondere für flüssige
Abfallstoffe, deren umweltgerechte Entsorgung beträchtliche Schwierigkeiten und Kosten
verursacht.
[0004] Zur Pflege des Entfettungsbades ist es bisher üblich, die mit spezifisch leichten
Fetten angereicherte Oberflächenschicht kontinuierlich oder intervallweise abzuschöpfen
und die demulgierten Fette beispielsweise in einem Koaleszenzabscheider abzuscheiden.
Die abgeschiedenen Fette werden entsorgt, während die übrige Flüssigkeit wieder in
das Entfettungsbad zurückgeleitet wird.
[0005] In der Hauszeitschrift "die Seppeler Gruppe" Nr. 8 3/96 (März 1996), Seite 3, herausgegeben
von der Geschäftsleitung der Seppeler Gruppe. Rietberg, wird ein Vorbehandlungsverfahren
der oben genannten Art vorgeschlagen, bei dem die Beizlösung kontinuierlich durch
Membranelektrolyse regeneriert wird. Im Beizbad werden durch die aggressiven Säuren
Metalle gelöst. Beim Beizen von unverzinkten und fehlverzinkten Stahlteilen reichern
sich deshalb vornehmlich Fe und Zn als Hauptmetalle in der Beize an. Wenn die Metallkonzentration
einen bestimmten Grenzwert erreicht, wird die Beize unbrauchbar. Durch die Membranelektrolyse
werden jedoch Fe und Zn ausgeschleust, so daß reine Säure in das Beizbad zurückgeleitet
wird. Auf diese Weise kann der Metallgehalt im Beizbad stabilisiert werden und damit
theoretisch eine unendliche Standzeit der Beize erreicht werden.
[0006] Da die Beize jedoch die Oberflächen der behandelten Metallteile benetzt, wird ein
Teil der mit Metallionen verunreinigten sauren Beizelösung in das Spülbad verschleppt,
so daß im Spülbad ein Gemisch aus Wasser und Säure entsteht. Bei dem in der oben genannten
Veröffentlichung beschriebenen Verfahren wird dieses Gemisch durch Elektrodialyse
wieder in Wasser und metallhaltige Säure aufgespalten. Das Wasser wird wieder dem
Spülbad zugeführt, während die metallhaltige Säure, die aus dem Beizbad eingeschleppt
wurde, wieder in das Beizbad zurückgeleitet wird.
[0007] Zum Regenerieren des Entfettungsbades ist bei dem vorgeschlagenen Verfahren eine
Ultrafiltrationsstufe vorgesehen, in der die Fette aus dem Entfettungsmittel abgeschieden
werden sollen. Wegen der Verschiedenartigkeit der eingetragenen Fette und Öle erweist
sich die Prozeßführung bei der Ultrafiltration jedoch als problematisch.
[0008] Als Entfettungsmittel werden bei herkömmlichen Vorbehandlungsverfahren entweder alkalische
oder saure wässrige Lösungen eingesetzt, denen geeignete Hilfsstoffe, vornehmlich
Tenside, zugesetzt sind, die die Lösung bzw. Emulgation der Fette fördern und steuern.
Alkalische Entfettungsmittel haben den Nachteil, daß sie die sauren Beizlösungen neutralisieren,
wenn sie in das Beizbad verschleppt werden. Bei Verwendung alkalischer Entfetter ist
deshalb generell im Anschluß an die Entfettungsstufe eine Spülung erforderlich.
[0009] In der Veröffentlichung von Brücken, Külker, Stieglitz: "Stoffkreislaufschließung
bei der Feuerverzinkung" in mo 50 (1996), 6, Carl Hanser Verlag, München, Seiten 458
- 460 wird deshalb als Entfettungsmittel ein Säuregemisch aus Salzsäure, Phosphorsäure
und Schwefelsäure mit nichtionogenen Tensiden und Inhibitoren vorgeschlagen. Ein Nachteil
bei der Verwendung saurer Entfettungsmittel besteht jedoch darin, daß es auch bereits
im Entfettungsbad zu einer Lösung von Metallen und damit zu einer Aufkonzentration
der Metalle im Entfettungsbad kommt. Hierdurch würde die Standzeit des Entfettungsbades
selbst dann begrenzt, wenn die Fette durch Ultrafiltration oder andere Verfahren abgeschieden
werden könnten.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Vorbehandeln von Metallteilen anzugeben,
das im großtechnischen Maßstab stabil und wirtschaftlich anwendbar ist und es gestattet,
die bei der Entfettung entstehende Menge an Abfallstoffen zu verringern.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
dadurch gelöst,
- daß das Entfettungsmittel aus dem Entfettungsbad abgezogen und chargenweise durch
Phasentrennung in eine vorwiegend fetthaltige Phase, eine vorwiegend die Hilfsstoffe
enthaltende Phase und eine mit gelösten Metallen angereicherte Säure aufgespalten
wird,
- daß man die vorwiegend die Hilfsstoffe enthaltende Phase zum Entfettungsbad zurückführt
und Frischsäure zugibt, um das abgezogene Entfettungsmittel zu ersetzen, und
- daß man die mit gelösten Metallen angereichte Säure in das Beizbad einleitet.
[0012] Es sind verschiedene chemische und physikalische Verfahren bekannt, mit denen eine
durch Tenside stabilisierte Emulsion von Öl in Wasser oder Wasser in Öl in ihre verschiedenen
Phasen aufgespalten werden kann. Bei geeigneter Wahl der Emulgatoren und Demulgatoren
entsprechend dem jeweiligen pH-Wert läßt sich dies beispielsweise erreichen, indem
die Emulsion über den sogenannten Trübungspunkt hinaus erwärmt wird, ohne daß chemische
Zusätze hinzugegeben werden müssen. Dieser Effekt wird erfindungsgemäß dazu genutzt,
die Fette aus dem Entfettungsmittel abzuscheiden, ohne daß ein Filterungsprozeß erforderlich
ist. Dies hat den Vorteil, daß die bei der Ultrafiltration auftretenden Probleme vermieden
werden, die sich durch die große Bandbreite der auszufilternden Fette und - insbesondere
bei sauren Entfettungsmitteln - durch die Verstopfung der Filtermembran mit Metallsalzen
ergeben.
[0013] Da bei der Phasentrennung nicht nur die Fette abgespalten werden, sondern auch eine
Trennung in Hilfsstoffe (Tenside) und Säure erfolgt, besteht die Möglichkeit, die
nicht mit Fett und Metallen belasteten Hilfsstoffe zurückzugewinnen und wiederzuverwerten.
um zusammen mit Frischsäure das aus dem Entfettungsbad abgezogene Entfettungsmittel
zu ersetzen, wohingegen die mit Metallionen belastete Säure nicht wieder in das Entfettungsbad
zurückgeleitet wird. Auf diese Weise können die Vorteile eines sauren Entfetters (keine
Neutralisation der Beize) genutzt werden, ohne daß es zu einer Aufkonzentration von
Metallen im Entfettungsbad kommt. Die bei der Phasentrennung erhaltene, mit Metallen
belastete Säure braucht nicht entsorgt zu werden, sondern kann im Beizbad weiterverwendet
werden und dient somit dazu, die Verdunstungs- und Verschleppungsverluste im Beizbad
auszugleichen. Da diese Säure weder mit Hilfsstoffen noch mit Fetten belastet ist,
stört sie den Beizprozeß nicht. Die Belastung mit Metallionen ist ebenfalls unschädlich,
da die Beizlösung ohnehin einen vergleichsweise hohen Metallgehalt aufweist.
[0014] Somit wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren das verbrauchte Entfettungsmittel
praktisch vollständig wiederverwertet, so daß sich die bei der Entfettung entstehende
Abfallmenge auf die abgeschiedenen Fette beschränkt.
[0015] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
[0016] Wenn im Beizbad nur zinkfreie Stahlteile behandelt werden (keine Fehlverzinkungen),
entsteht eine weitgehend Zn-freie Eisenbeize, die bei der Erneuerung des Beizbades
als Wertstoff in der industriellen und kommunalen Abwasseraufbereitung verwertet werden
kann. Wahlweise ist es auch möglich, die Beize ebenso wie bei dem bereits früher beschriebenen
Verfahren durch Membranelektrolyse zu regenerieren. Im Fall einer Fe/Zn-Mischbeize
läßt sich dann der Elektrolyseprozeß so steuern, daß im wesentlichen Zn abgeschieden
wird, so daß man als Endprodukt wieder eine bei der Abwasseraufbereitung verwertbare
Fe-Säure erhält. Letztlich wird dann bei diesem Verfahren die im Entfettungsprozeß
zugeführte Frischsäure in einen anderen Wertstoff, nämlich in Fe-Säure, umgewandelt.
[0017] Die Phasentrennung bei dem verbrauchten Entfettungsmittel erfolgt vorzugsweise durch
Erwärmung in einem Trennbehälter, so daß in dem Trennbehälter eine geschichtete Flüssigkeit
entsteht. Die fetthaltige obere Flüssigkeitsschicht kann dann mit Hilfe von bekannten
Schöpfgeräten oder Skimmern abgezogen werden. Je nach Temperatur, Metallgehalt und
chemischer Zusammensetzung des Entfettungsmittels kann es vorkommen, daß sich in dem
Trennbehälter zunächst nur eine Zweiphasenflüssigkeit bildet. Die obere Phase besteht
dann aus einem Gemisch aus Fetten und daran gebundenen Hilfsstoffen sowie ungebundenen
Hilfsstoffen, während die untere Phase aus metallhaltiger Säure besteht. Die obere
Phase kann dann durch Zugabe von Frischsäure weiter aufgespalten werden, so daß man
eine obere Phase erhält, die nur noch aus Fetten und daran gebundenen Hilfsstoffen
besteht und wieder mit Hilfe eines Schöpfgerätes abgeschöpft oder abgeskimmt werden
kann. Die verbleibende Flüssigkeit besteht dann im wesentlichen aus metallfreier Säure
und Hilfsstoffen und kann als vollwertiges Entfettungsmittel in das Entfettungsbad
zurückgeführt werden. Verbrauchte und eventuell ausgeschleppte Hilfsstoffe, z.B. Tenside,
werden durch Nachsetzen ergänzt.
[0018] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Stoffkreislaufdiagramm des Vorbehandlungsverfahrens; und
- Fig. 2
- ein detaillierteres Diagramm eines Beispiels für den Phasentrennungsprozeß.
[0020] Gemäß Figur 1 wird das Verzinkungsgut von einem Entfettungsbad 10 über ein oder mehrere
Beizbäder 12 in ein Spülbad 14 überführt. Das Entfettungsbad 10 enthält ein Entfettungsmittel
in der Form eines Säuregemisches mit Hilfsstoffen und weiteren Hilfsstoffen und wird
auf einer Temperatur von etwa 25 bis 30 °C gehalten. Die an der Oberfläche des Verzinkungsgutes
haftenden Fette werden abgelöst und reichem sich in dem Entfettungsmittel an. Aufgrund
des sauren Milieus werden auch Metalle zu einem gewissen Grad in dem Entfettungsmittel
gelöst. Da fehlverzinkte Teile in der Regel nicht entfettet werden, handelt es sich
bei den gelösten Metallionen in der Hauptsache um Eisen.
[0021] Das von Fetten gereinigte Verzinkungsgut wird dann im Beizbad 12 gebeizt. Bei der
Beizlösung handelt es sich um ein Säuregemisch mit Salzsäure als Hauptbestandteil,
durch das Verunreinigungen wie Rost oder Zunder von der Oberfläche des Verzinkungsgutes
entfernt werden. Auch dabei geht im wesentlichen Eisen in lösung. Da Jedoch auch fehlverzinkte
Teile gebeizt werden, enthält die Beizelösung auch einen gewissen Anteil an Zinkionen.
[0022] Vom Beizbad 12 gelangt das Verzinkungsgut in das Spülbad 14, das zunächst reines
Wasser enthält. Da Jedoch das Verzinkungsgut mit Beizelösung benetzt ist, werden Säure
und Metallionen zu einem gewissen Grad auch in das Spülwasser eingetragen. Insgesamt
ergibt sich somit durch Verschleppung ein Transport von Wasser, Säure und Metallionen
aus dem Entfettungsbad 10 über das Beizbad 12 in das Spülbad 14. Weiterhin kommt es
in allen drei Bädern zu Verdunstungsverlusten, die aus dem Spülbad ersetzt werden.
[0023] Dem Entfettungsbad 10 ist eine Phasentrennstufe 16 zugeordnet. Damit sich die Fette
und die gelösten Metalle nicht übermäßig in dem Entfettungsmittel aufkonzentrieren,
wird in gewissen Zeitabständen eine bestimmte Menge oder Charge an Entfettungsmittel
aus dem Entfettungsbad 10 abgeleitet und in die Phasentrennstufe überführt. Dort wird
durch Erwärmung des Entfettungsmittels auf etwa 40 bis 70 °C eine Phasentrennung herbeigeführt,
so daß man letztlich drei verschiedene Phasen erhält, wie weiter unten im Zusammenhang
mit Figur 2 noch näher beschrieben wird. Die spezifisch leichteste Phase besteht im
wesentlichen aus den Fetten und daran gebundenen Hilfsstoffen. Diese Phase wird abgeschieden
und beispielsweise einer thermischen Verwertung zugeführt. Eine weitere Phase besteht
aus ungebundenen Hilfsstoffen und wird wieder in das Entfettungsbad 10 zurückgeleitet.
Gleichzeitig wird in das Entfettungsbad 10 Frischsäure zugegeben, die zusammen mit
den aus der Phasentrennstufe zurückgewonnenen Hilfsstoffen das abgezogene, verunreinigte
Entfettungsmittel ersetzt. Indem die aus dem Entfettungsbad 10 abgezogene Menge an
verunreinigtem Entfettungsmittel an den Eintrag von Verunreinigungen durch das Verzinkungsgut
angepaßt wird, läßt sich so eine stabile Zusammensetzung des Entfettungsmittels im
Entfettungsbad 10 aufrechterhalten und steuern.
[0024] Die in der Phasentrennstufe 10 erhaltene dritte Phase besteht im wesentlichen aus
Säure, die mit Metallionen belastet ist. Diese von Hilfsstoffen und Fetten freie Säure
wird dem Säuregemisch im Beizbad 12 zugegeben.
[0025] Im Beizbad 12 kommt es durch Metalleintrag aus der Trennstufe 16 und vor allem durch
Lösungsprozesse an dem Verzinkungsgut zu einer Aufkonzentration an Metallionen (mit
Fe und Zn als Hauptmetallen). Zur Pflege der Beizlösung ist eine Membranelektrolyseeinheit
18 vorgesehen. Wenn die Konzentration an Zn-Ionen in dem Beizbad 12 einen bestimmten
Grenzwert (beispielsweise in der Größenordnung von 8 g/l) überschreitet, wird durch
Membranelektrolyse Zn abgeschieden, so daß der Zn-Gehalt im Beizbad stabilisiert wird,
während der Fe-Gehalt weiter ansteigt. Wenn der Fe-Gehalt auf einen Wert von 125 -
130 g/l angestiegen ist, wird wiederum in der Membranelektrolyseeinheit 18 eine "Endbehandlung"
durchgeführt. Dabei wird der Zn-Gehalt auf weniger als 3 g/l gesenkt, so daß man als
Endprodukt eine Säure mit einem Fe-Gehalt von etwa 125 - 130 g/l, einem Gehalt von
4 - 6 % freier Säure (HCl) und einem Zn-Gehalt von weniger als 3 g/l erhält, die als
Altbeize abgeführt wird. Diese Altbeize ist als Wertstoff bei der Abwasseraufbereitung
verwertbar und stellt somit keinen Abfallstoff dar. Der bei dieser Endbehandlung eintretende
Säureverlust im Beizbad 12 wird durch die Zufuhr von Säure aus der Phasentrennstufe
16 ersetzt, so daß die Nachdosierung von Säure im Beizbad 12 erheblich gemindert ist.
[0026] Dem Spülbad 14 ist eine Elektrodialyseeinheit 20 zugeordnet, In der das im Spülbad
entstehende Wasser-Säure-Gemisch in reines Wasser und metallbelastete Säure aufgespalten
wird. Die Säure wird ebenfalls in das Beizbad 12 zurückgeleitet und ersetzt dort die
Verschleppungs- und Nutzungsverluste. Das Wasser wird ins Spülbad 14 zurückgeleitet,
so daß dort der Säure- und Metallgehalt innerhalb zulässiger Grenzen gehalten wird.
Aufgrund der Verschleppung von Wasser, das das Verzinkungsgut benetzt, kann es je
nach Ausmaß der Verdunstungsverluste zu einem mehr oder minder großen Wasserüberschuß
kommen, so daß Wasser vom Spülbad 14 zum Beizbad 12 und/oder zum Entfettungsbad 10
zurückgeleitet werden kann. Durch geeignete Steuerung der Wasserrückführung in das
Beizbad 12 und das Entfettungsbad 10, gegebenenfalls unter Zudosierung von Frischwasser,
wird die jeweils erforderliche Säurekonzentration eingestellt.
[0027] Insgesamt erhält man so einen weitgehend geschlossenen Stoffkreislauf, in dem Wasser,
Säure und Hilfsstoffe zirkulieren, wobei als Abfallstoffe lediglich Fette und Zn entstehen
und außerdem ein Teil der Säure in Fe-Altsäure umgewandelt wird, die im Entfettungsbad
10 durch Frischsäure ersetzt wird.
[0028] In Figur 2 ist ein Beispiel für den Phasentrennungsprozeß schematisch dargestellt.
Das aus dem Entfettungsbad 10 abgeschöpfte, mit Fetten und Metallen belastete Entfettungsmittel
wird in einem Koaleszenzabscheider 22 in eine untere Phase 24 und eine obere Phase
26 aufgespalten. Die spezifisch leichtere obere Phase 26 besteht aus demulgierten
Fetten und wird mit Hilfe eines Schöpfgerätes 28 an der Flüssigkeitsoberfläche abgeschöpft
oder abgeskimmt und entsorgt oder einer thermischen Verwertung zugeführt. Die untere
Phase 24 besteht im wesentlichen aus der mit Metallionen belasteten Säure, den Hilfsstoffen
sowie gelösten oder fein emulgierten Fetten. Bei der normalen Pflege des Entfettungsmittels
wird diese Phase 24 wieder in den Entfettungsbehälter 10 zurückgeleitet.
[0029] Wenn jedoch der Metallgehalt im Entfettungsbad einen zulässigen Grenzwert übersteigt,
wird die Phase 24 nicht unbehandelt in das Entfettungsbad zurückgeleitet, sondern
vielmehr in einen Trennbehälter 30 eingeleitet und erwärmt, so daß es zu einer weiteren
Phasentrennung kommt. In dem Trennbehälter 30 erhält man so eine geschichtete Flüssigkeit
aus mindestens zwei Phasen 32, 34. Die untere Phase 32 besteht im wesentlichen aus
weitgehend fett- und hilfsstofffreier, jedoch noch mit Metallionen belasteter Säure
und wird in das Beizbad 12 eingeleitet. Die obere Phase 34 besteht im wesentlichen
aus Fetten und gebundenen sowie ungebundenen Hilfsstoffen. Diese Phase wird beispielsweise
mit Hilfe eines weiteren Schöpfgerätes 36 abgeschöpft und in einen Mischbehälter 38
eingeleitet. In den Mischbehälter 38 wird außerdem vorgewärmte Frischsäure zugegeben.
Aufgrund dieser Zufuhr von Frischsäure sinkt der Metallgehalt der Emulsion, und dadurch
verschiebt sich der Trübungspunkt zu tieferen Temperaturen. Infolgedessen kommt es
zu einer weiteren Phasenaufspaltung in drei Phasen, nämlich eine untere Säurephase
40, eine mittlere Phase 42, die im wesentlichen aus ungebundenen Hilfsstoffen besteht,
und eine Fettphase 44 aus Fetten und einem geringen Anteil daran gebundener Tenside.
Die Fettphase 44 wird mit Hilfe eines Schöpfgerätes 46 abgeschöpft und entsorgt, während
die Hilfsstoffe und die metallfreie Säure als Entfettungsmittel in das Entfettungsbad
10 zurückgeleitet werden.
[0030] Zum getrennten Abziehen der verschiedenen Phasen aus den geschichteten Flüssigkeiten
im Koaleszenzabscheider 22, im Trennbehälter 30 und im Mischbehälter 38 sind dem Fachmann
zahlreiche Verfahren bekannt, die hier nicht näher beschrieben werden.
[0031] Während in der obigen Beschreibung zur Verdeutlichung der verschiedenen Verfahrensschritte
davon ausgegangen wurde, daß zusätzlich zu dem Trennbehälter 30 ein separater Mischbehälter
38 vorgesehen ist, kann es in der Praxis zweckmäßig sein, die in diesen Behältern
ablaufenden Prozesse zeitlich nacheinander in einem einzigen Behälter durchzuführen.
In diesem Fall erfolgt zunächst die Phasentrennung in die Phasen 32 und 34. Die metallhaltige
Säure wird in das Beizbad 12 abgeleitet, so daß nur die aus Fetten und Hilfsstoffen
bestehende Phase 34 in dem Behälter verbleibt. Die Frischsäure wird dann in diesen
Behälter zugegeben, so daß sich die weitere Phasenaufspaltung in die Phasen 40, 42
und 44 ergibt. Nach Abschöpfen der Fettphase 44 werden die Hilfsstoffe und die Säure
gemischt und gemeinsam in das Entfettungsbad 10 zurückgeleitet.
[0032] Gemäß einer weiteren Abwandlung der oben beschriebenen Verfahren ist es auch möglich,
bereits im Trennbehälter 30 bzw. in der Trennstufe eine Aufspaltung in drei Phasen
herbeizuführen, beispielsweise durch Erhöhung der Temperatur. Bei den drei Phasen
handelt es sich dann um Fette, Hilfsstoffe und metallhaltige Säure. Die Säure wird
abgezogen und in das Beizbad 12 eingeleitet. Mit den Hilfsstoffen wird unter Zugabe
von Frischsäure neues Entfettungsmittel angesetzt, und die Fette werden abgeschöpft
und entsorgt. Auch in diesem Fall kann eine weitere Phasentrennung durch Zugabe von
Frischsäure zu den Hilfsstoffen und/oder der abgeschöpften Fettphase zweckmäßig sein,
um den Restfettgehalt des neu angesetzten Entfettungsmittels herabzusetzen bzw. aus
der abgeschöpften Fettphase noch einen größeren Anteil an Hilfsstoffen zurückzugewinnen.
[0033] Selbstverständlich ist es auch möglich, die oben beschriebene Phasentrennung unabhängig
von der normalen Pflege des Entfettungsmittels vorzunehmen. In diesem Fall wird das
chargenweise aus dem Entfettungsbad 10 abgezogene Entfettungsmittel unmittelbar in
den Trennbehälter 30 eingeleitet.
1. Verfahren zum Vorbehandeln von Metallteilen, insbesondere für die Feuerverzinkung,
bei dem die Metallteile in einem Entfettungsbad (10) entfettet und dann in einem Beizbad
(12) mit Säure gebeizt werden, und bei dem zur Entfettung ein saures Entfettungsmittel
eingesetzt wird, das die Entfettung fördernde Hilfsstoffe (Tenside) enthält, dadurch
gekennzeichnet, daß
- das Entfettungsmittel aus dem Entfettungsbad (10) abgezogen und chargenweise durch
Phasentrennung in eine vorwiegend fetthaltige Phase (26, 44), eine vorwiegend die
Hilfsstoffe enthaltende Phase (42) und eine mit gelösten Metallen angereicherte Säure
(32) aufgespalten wird.
- daß man die vorwiegend die Hilfsstoffe enthaltende Phase (42) zum Entfettungsbad
(10) zurückführt und Frischsäure zugibt, um das abgezogene Entfettungsmittel zu ersetzen,
und
- daß man die mit gelösten Metallen angereicherte Säure (32) in das Beizbad (12) einleitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die im Beizbad (12) weiter mit Metallen angereicherte Säure einer Membranelektrolyse
(18) unterzieht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man durch die Membranelektrolyse vorwiegend Zn abscheidet und die an Zn verarmte
Säure in das Beizbad (12) zurückleitet.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Säure im Beizbad (12) auf einen vorgegebenen Fe-Gehalt aufkonzentrieren
läßt und dann durch Abscheidung von Fremdmetallen, insbesondere von Zn, zu einer Fe-Säure
mit einem vorgegebenen Gehalt an freier Säure und einem vorgegebenen Höchstgehalt
an Fremdmetallen verarbeitet, die als Hilfsstoff bei der Abwasseraufbereitung verwertbar
ist.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem Entfettungsbad (10) abgezogene Charge an Entfettungsmittel - vorzugsweise
nach vorherigem Abschöpfen der demulgierten Fette (26) - zur Phasentrennung in einem
Trennbehälter (30) erwärmt wird, so daß man eine nach Phasen getrennte geschichtete
Flüssigkeit erhält.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man in einer ersten Phasentrennstufe (30) die metallhaltige Säure abscheidet,
daß man in der oder den verbleibenden Flüssigkeit(en) in einer weiteren Trennstufe
(38) durch Zugabe von Frischsäure eine weitere Trennung in eine vorwiegend fetthaltige
Phase (44), eine vorwiegend die Hilfsstoffe enthaltende Phase (42) und Säure (40)
induziert, und daß man die Hilfsstoffe (42) und die Säure (40) in den Entfettungsbehälter
(10) zurückleitet.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man in der ersten Trennstufe (30) eine Temperatur einstellt, bei der nur eine
Phasentrennung in eine Fette und Hilfsstoffe enthaltende Mischphase (34) und die mit
gelösten Metallen angereicherte Säure (32) eintritt.