(57) Schrot für Munitionszwecke mit einem Durchmesser von 1,5 bis 5,5 mm auf Basis von
Zinn enthält außer Zinn und den üblichen unvermeidbaren Verunreinigungen
12 bis 60 Gew.-% Zink und 0 bis 5 Gew.-% Aluminium, jedoch weniger als 0,1 Gew.-%
Kupfer, weniger als 0,1 % Eisen und weniger als 1 % Blei.
[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist Schrot für Munitionszwecke mit einem Durchmesser
von 1,5 bis 5,5 mm auf Basis von Zinn und Zink.
[0002] Aus der US-A-5,500,183 ist bekannt, Geschoßkugeln aber auch Patronenschrot statt
aus Blei herzustellen aus Legierungen, die überwiegend Zinn enthalten und darüber
hinaus 0,2 bis 10 Gew.-% Kupfer, wobei als weitere Legierungskomponenten Antimon,
Zink, Magnesium, Aluminium genannt sind. Sofern Zink eingesetzt wird, soll die Menge
0,005 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 0,001 bis 1 Gew.-% betragen.
[0003] Dieses Material erfüllt bereits die Eigenschaft praktisch frei von Blei und Cadmium
zu sein, die aus Umweltschutzgründen nicht mehr zur Anwendung kommen sollen. Der Kupfergehalt
wird als wesentlich angesehen für die inneren und äußeren ballistischen Eigenschaften
der Kugeln. Es hat sich jedoch gezeigt, daß kupferhaltige Legierungen zu einer unerwünschten
sehr starken Verfärbung des Holzes führen, wenn derartige Schrotkugeln ins Holz gelangen
und dieses Holz zu Furnieren verarbeitet werden soll.
[0004] Stahlschrote haben sich insbesondere für die Anwendung in Wäldern nicht bewährt.
Sie sind in Dänemark bereits verboten worden, da sie bei der Verarbeitung des Holzes
zu schwerwiegenden Beschädigungen der Schneidwerkzeuge führen und obendrein zu Rost-
und Verfärbungseffekten führen. Außerdem neigen Stahlkugeln zum Abprallen und somit
zu großer Gefährdung bei jaglicher Verwendung, weil sie beim Aufprall keine Verformungsenergie
aufnehmen (Bericht DEVA Altenbeken Juni 1992 für Deutschen Jagdschutz-Verband in Bonn).
[0005] Schrot auf Basis von Zink, beispielsweise hergestellt gemäß GB-A-2,211,920, hat sich
bei Sport- und Jagdschießen durchaus bewährt (vgl. Die Pirsch, 1995, Heft 10), jedoch
sind derartige Schrotkugeln noch bedingt in der Lage, die Schneidwerkzeuge der Furnier-
und Holzindustrie zu beschädigen.
[0006] Aus der WO 94/25817 ist bekannt, Schrotmunition oder Kugelmunition herzustellen aus
einer Legierung enthaltend mindestens 55 % Zink und dem Rest Wismut und Zinn, wobei
der Zinngehalt maximal 10 % betragen darf. Bevorzugt sind Legierungen enthaltend 70
% Zink und bis zu 30 Gew.-% Wismut und nur geringen Mengen an Zinn. Diese Munition
ist nicht für Jagdzwecke sondern nur als Sportmunition geeignet.
[0007] Die Erfindung hat sich somit die Aufgabe gestellt, Schrot zur Verfügung zu stellen,
welcher praktisch bleifrei und untoxisch ist, gute ballistische Eigenschaften aufweist,
sich gut verarbeiten läßt und beim Verbleib im Holz ähnlich wie Blei keine Beschädigung
der Holzschneidewerzeuge hervorruft. Weiterhin sollen im Holz verbleibende Kugeln
zu keiner Verfärbung des Holzes führen. Darüber hinaus darf das Schrotmaterial auch
in der Papier- und Zelluloseindustrie zu keinen Betriebstörungen oder Qualitätsproblemen
führen, denn dort werden die Abfälle aus der Holzverarbeitung verwertet.
[0008] Diese Aufgaben konnten jetzt gelöst werden durch Schrot auf Basis von Zinn und Zink,
welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es enthält außer Zinn und den üblichen unvermeidbaren
Verunreinigungen 12 bis 60 Gew.-% Zink und 0 bis 5 Gew.-% Aluminium, jedoch weniger
als 0,1 Gew.-% Kupfer, weniger als 0,1 % Eisen und weniger als 1 % Blei.
[0009] Besonders gute Ergebnisse wurden erzielt mit derartigem Schrot, welches außer Zinn
20 bis 40 Gew.-% Zink sowie 0,05 bis 0,15 Gew.-% Aluminium enthält. Vorzugweise enthalten
die Schrotkugeln weniger als 0,05 Gew.-% Kupfer, weniger als 0,05 Gew.-% Eisen und
weniger als 0,5 Gew.-% Blei.
[0010] Das erfindungsgemäße Schrot kann in üblicher Weise hergestellt werden durch Gießen
der flüssigen Legierung in Kokillen in einen ausreichend hohen, mit Luft gefüllten
Turm oder in ein Flüssigkeitsbad, welches zu einer rascheren Abkühlung führt. Eine
weitere, wenn auch aufwendigere Methode der Herstellung besteht darin, daß die Legierung
zu einem Draht verarbeitet wird, welcher durch eine entsprechende Formwalze zu Schrotkugeln
verarbeitet wird. Der dabei verbleibende Rest des Drahtes kann in das Verfahren zurückgeführt
werden.
[0011] Vorzugsweise wird eine Legierung aus ca. 70 % Zinn und ca. 30 % Zink verwendet, die
sich gut vergießen läßt.
[0012] Zum Gießen weniger gut geeignete Legierungen können durch Verarbeitung zu einem Draht
und anschließendes Verpreßen zu Kugeln zu brauchbarem Schrot verarbeitet werden.
[0013] Aus den oben genannten Reinheitsanforderungen an das Schrotkorn geht hervor, daß
prinzipiell alle Zinnqualitäten nach DIN 1704 einsetzbar sind, wobei jedoch die Qualitäten
Zinn 99,95 bis Zinn 99,50 bevorzugt sind, da sie weniger Kupfer, weniger Eisen und
weniger Blei enthalten.
[0014] Bei Verwendung von Zink als Legierungskomponente können prinzipiell alle Zinkqualitäten
gemäß EN 1179 verwendet werden, wobei wiederum die Zinksorten Z1 bis Z4 bevorzugt
sind, da sie deutlich weniger Blei, Eisen und Kupfer enthalten.
[0015] Bezüglich des Aluminiums sind keine so strengen Qualitätsanforderungen nötig, zumal
es in relativ geringen Mengen zugesetzt wird und damit nur zu geringfügiger Verunreinigung
mit weiteren Legierungselementen führt.
1. Schrot für Munitionszwecke mit einem Durchmesser von 1,5 bis 5,5 mm auf Basis von
Zinn und Zink, dadurch gekennzeichnet, daß das Schrot enthält außer Zinn und den üblichen
unvermeidbaren Verunreinigungen 12 bis 60 Gew.-% Zink und 0 bis 5 Gew.-% Aluminium,
jedoch weniger als 0,1 Gew.-% Kupfer, weniger als 0,1 % Eisen und weniger als 1 %
Blei.
2. Schrot gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es 20 bis 40 Gew.-% Zink enthält.
3. Schrot gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es 0,05 bis 0,15 Gew.-%
Aluminium enthält.
4. Schrot gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es weniger als
0,05 Gew.-% Kupfer, weniger als 0,05 Gew.-% Eisen und weniger als 0,5 Gew.-% Blei
enthält.