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(11) |
EP 0 838 656 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.02.2002 Patentblatt 2002/07 |
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Anmeldetag: 14.08.1997 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F42B 10/64 |
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Lenkflugkörper mit Staustrahlantrieb
Guided missile with ram jet engine
Missile guidé à statoréacteur
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT SE |
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Priorität: |
04.09.1996 DE 19635847
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.04.1998 Patentblatt 1998/18 |
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Patentinhaber: LFK Lenkflugkörpersysteme GmbH |
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81663 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Hetzer, Walter, Dipl.-Ing.
85630 Grasbrunn (DE)
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Vertreter: Hummel, Adam |
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EADS Deutschland GmbH LG-PM - Patente Willy-Messerschmitt-Strasse 85521 Ottobrunn 85521 Ottobrunn (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 636 852 DE-A- 4 135 557 US-A- 4 327 886
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DE-A- 3 441 533 US-A- 3 154 015 US-A- 4 560 121
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Lenkflugkörper mit Staustrahlantrieb gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Bei Flugkörpern mit Strahltriebwerken ist es aus aerodynamischen und konstruktiven
Gründen oft so, daß der Zellenquerschnitt nicht oder nur unwesentlich größer ist,
als der maximale Triebwerksquerschnitt. Somit ist es in der Regel schwierig, im Triebwerksbereich
zusätzliche Funktionselemente in die Zelle zu integrieren. Werden außenluftunabhängige
Raketentriebwerke als Antriebe verwendet, so weisen diese aufgrund ihrer hohen Betriebsdrücke
in der Regel einen stark eingeschnürten Düsenhals, d.h. einen stark reduzierten Durchmesser
im Bereich zwischen Brennkammer und Schubdüse, auf. Da dieser Bereich meist mit dem
Leitwerksbereich des Flugkörpers zusammenfällt bietet es sich an, hier Ruderservos,
Gestänge, Ruderlager etc. in die Zelle zu integrieren. Zum Teil ist die Brennkammer
im Querschnitt kleiner als die Schubdüse, so daß sich zusätzliche Einbaumöglichkeiten
ergeben. Aus guten Gründen, z.B. des Wirkungsgrades und der Reichweite, geht der Trend
jedoch zunehmend zu luftatmenden Antrieben. Insbesondere für kleinere bis mittlere
Flugkörper bieten sich aufgrund ihrer einfachen, robusten und preiswerten Konstruktion
Staustrahltriebwerke an. Da diese aber mit relativ niedrigen Betriebsdrücken arbeiten,
benötigen sie relativ große Strö-mungsquerschnitte, wobei der Düsenhals nur geringfügig
eingezogen ist. Somit führt diese Triebwerksart leider zu extrem beengten Einbauverhältnissen
für die Ruderkinematik. Die Zellenkontur unterliegt häufig auch Schnittstellenforderungen
seitens der Abschuß- bzw. Trägervorrichtungen, des Trägerflugzeuges selbst usw., insbesondere
beim Ersatz existierender Flugkörper durch verbesserte Versionen, so daß auch örtlich
begrenzte Querschnittserweiterungen oft nicht möglich sind.
[0003] Aus der DE 41 35 557 A1 ist eine Ruderstelleinrichtung für einen Flugkörper bekannt,
bei welcher eine motorisch angetriebene Spindel mit Gewinde eine auf letzterem sitzende
verdrehgesicherte Mutter axial bewegt. Ein fest mit dem Ruder bzw. dessen Welle verbundener
Hebel ist schwenkbar mit der Mutter verbunden. Der Motor - samt Spindel und Mutter
- ist um eine Pendelachse beweglich gelagert. Somit ergibt sich eine reibungsarme
Kinematik mit reinen Schwenkbewegungen in allen Gelenken. Langlochführungen, Kulissensterne
etc. können somit entfallen. Bei starken Beschleunigungen quer zur Spindelachse wird
die Spindel jedoch ungünstig auf Biegung belastet.
[0004] Es sind auch Flugkörper bekannt, bei welchen außenseitig auf die Zellenkontur aufgesetzte
Lufteinläufe primär aus strömungstechnischen Gründen in Form von Nachlaufschächten
bis zum Flugkörperheck verlängert sind. Diese Nachlaufschächte können, falls nicht
anderweitig genutzt, für die Installation von Elementen des Ruderantriebes verwendet
werden.
[0005] Ausgehend von einer gattungsgemäßen Konfiguration mit vier radial angeordneten, separat
schwenkbaren Rudern und mit zwei Nachlaufschächten im Bereich der beiden unteren Ruder
besteht die Aufgabe der Erfindung darin, einen Lenkflugkörper mit Staustrahlantrieb
zu schaffen, dessen Ruderstellsystem bestmöglich in die Zelle integriert ist und auch
bei extremen mechanischen und thermischen Bedingungen die vorgegebenen Anforderungen,
z.B. hinsichtlich Stellgenauigkeit und Stellgeschwindigkeit, voll erfüllt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Kombination der Merkmale a) bis c) im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Die vier Antriebseinheiten mit linearer Stellbewegung für die vier Ruder sind örtlich
konzentriert je paarweise in den beiden Nachlaufschächten angeordnet, wobei der doppelte
Versatz - in Längs- und Umfangsrichtung des Flugkörpers - zusätzlich raumtechnische
Vorteile bringt. Somit sind ausreichend große/starke Antriebe verwendbar, welche nicht
in die Zelle selbst integriert werden müssen.
[0008] Die Gestänge für die beiden unteren Ruder, bestehend aus je einer Koppelstange mit
zwei Gelenken, sind - wie die Antriebseinheiten - auch vollständig in die Nachlaufschächte
integriert.
[0009] Die Gestänge für die beiden oberen Ruder bestehen jeweils aus zwei gelenkig verbundenen
Elementen, nämlich einem schwenkbar gelagerten Doppelhebel und einer Koppelstange
mit räumlich beweglichen Gelenken. Sie führen aus den Nachlaufschächten heraus und
sind bis hin zu den Rudern der räumlichen, i.w. zylindrischen Zellenkontur angepaßt.
[0010] In den Unteransprüchen 2 bis 8 sind bevorzugte Ausgestaltungen des Lenkflugkörpers
nach dem Hauptanspruch gekennzeichnet.
[0011] Die Erfindung wird anschließend anhand der Figuren noch näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Lenkflugkörpers,
- Fig. 2
- eine seitliche Teilansicht eines Flugkörperhecks in Achsrichtung eines unteren Ruders
mit Einblick in einen Nachlaufschacht,
- Fig. 3
- eine vergleichbare Teilansicht in Achsrichtung eines oberen Ruders,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch einen Flugkörper im Bereich der Ruder mit Blickrichtung von
hinten.
[0012] Fig. 1 zeigt einen Lenkflugkörper 1 mit Staustrahlantrieb in perspektivischer Ansicht
mit Blickrichtung schräg von links vome sowie von oben. Zur Verdeutlichung ist ein
orthogonales Achsenkreuz eingezeichnet, bei welchem die Längsachse mit X, die Querachse
mit Y und die Hochachse mit Z bezeichnet sind. Flugmechanisch gesehen wären dies die
Rollachse (X), die Nickachse (Y) und die Gierachse (Z). Es ist zu erkennen, daß die
Zelle 2 des Lenkflugkörpers 1 eine weitgehend kreiszylindrische Form besitzt, wobei
der Durchmesser lokal etwas variiert. Zu erkennen sind auch die beiden im unteren
Bereich von außen auf die Zelle 2 aufgesetzten Lufteinläufe 6, 7, welche in Form von
Nachlaufschächten 8, 9 (hier nur 8 sichtbar) bis zum Flugkörperheck verlängert sind,
was sowohl aerodynamische als auch konstruktive, insbesondere raumtechnische, Vorteile
bringt. Für die aerodynamische Steuerung sind vier separat bewegliche Ruder 11 bis
14 (13 hier nicht sichtbar) in Form eines rechtwinkeligen Diagonalkreuzes angeordnet,
so daß man von zwei oberen Rudern 11, 12 und zwei unteren Rudern 13, 14 sprechen kann.
Im mittleren bis vorderen Flugkörperbereich ist eine mit dem Ruderkreuz fluchtende
Flügelanordnung 10 vorhanden, wobei die unteren Flügel nur noch als kurze Spitzen
aus den Lufteinläufen 6, 7 hervorstehen und mehr der mechanischen Führung/Fixierung,
z.B. in einer Startvorrichtung, als der Aerodynamik dienen.
[0013] Fig. 2 zeigt i.w. die Antriebskinematik des linken unteren Ruders 14 in Blickrichtung
von dessen Schwenkachse R2. Das rechte untere Ruder 13 sowie das linke obere Ruder
11 mit ihrer gemeinsamen Schwenkachse R1 sind - mit Bruchlinien zu den Außenbereichen
hin - in Seitenansicht zu sehen, ebenso wie die horizontal angeordnete Zelle 2. Der
Nachlaufschacht 8 ist graphisch aufgeschnitten, so daß sein Inneres einsehbar ist.
Am weitesten links, d.h. in Flugrichtung vorne, befindet sich die Antriebseinheit
16 des Ruders 14, in Form eines bürstenlosen Gleichstrom-Elektromotors mit Rollenspindeltrieb
18. Die Antriebseinheit 17 des Ruders 11 ist bezüglich der Einheit 16 sowohl in Längsrichtung
als auch in Umfangsrichtung des Lenkflugkörpers 1 vesetzt und liegt näher an der Ruderachsenebene
(R1, R2). Das Ruder 14 weist - hier senkrecht unterhalb seiner Schwenkachse R2 - einen
Gestängeanlenkpunkt A2 auf. Zwischen diesem und der Mutter 20 des Rollenspindeltriebes
18 ist eine auf Zug und Druck belastbare Koppelstange 23 als kinematisches Verbindungsglied
eingefügt. Diese weist gabelartige Gelenkenden 24, 25 auf, welche die Mutter 20 und
den Ruderhebel umgreifen und mit diesen gelenkig verbunden sind. Da die Gelenkachsen
G1, G2 und die Ruderschwenkachse R2 hier parallel sind, genügen Gelenke mit einem
Freiheitsgrad, d.h. mit Schwenkbarkeit um eine Achse.
[0014] Fig. 3 zeigt i.w. die Antriebskinematik des linken oberen Ruders 11 in Blickrichtung
seiner Schwenkachse R1. Das linke untere Ruder 14 sowie das rechte obere Ruder 12
mit ihrer gemeinsamen Schwenkachse R2 sind - Bruchlinien zu den radial äußeren Bereichen
hin - in Seitenansicht zu sehen, ebenso wie die horizontal angeordnete Zelle 2. Letztere
ist im oberen Bildbereich aufgeschnitten dargestellt, wobei auch der Strömungskanal
des Triebwerkes im wandnahen Bereich zu sehen ist. Das Bezugszeichen 3 weist etwa
in den Bereich des stromabwärtigen Staubrennkammerendes, das Bezugszeichen 5 in den
Bereich des Düsenhalses und das Bezugszeichen 4 in den Bereich der Schubdüse, genauer
gesagt in deren Austrittsquerschnitt. Es ist zu erkennen, daß die äußere Zellenwand
im Bereich des Düsenhalses 5 eine umlaufende Einschnürung aufweist, in welcher zumindest
Teile der Ruderlagerung sowie des Rudergestänges untergebracht sind. Das Innere des
Nachlaufschachtes 8 ist wieder einsehbar dargestellt, jedoch aus einer gegenüber Fig.
2 um 90° verschiedenen Blickrichtung. Links unten ist die Antriebseinheit 16 für das
Ruder 14 im Teillängsschnitt zu sehen. Weiter rechts auf gleicher Höhe folgt die Antriebseinheit
17 des Ruders 11 - in Ansicht - mit ihrem Rollenspindeltrieb 19 einschließlich dessen
Mutter 21. Der Gestängeanlenkpunkt des Ruders 11 ist mit A1 bezeichnet. Die Stellkraft-
bzw. Stellbewegungsübertragung erfolgt von der Mutter 21 auf den um eine feste Achse
schwenkbaren Doppelhebel 26 und weiter über eine mit letzterem gelenkig verbundene
Koppelstange 29 auf den Punkt A1. Da die Ruderschwenkachse R1 und die Schwenkachse
des Doppelhebels 26 weder parallel sind, noch sich schneiden, ist die Koppelstange
29 mit zwei räumlich beweglichen Kugelgelenken versehen. Die kinematische Anordnung
gleicht einem sogenannten Watts-Gestänge, wobei sich durch geometrische Anpassung
(Längen, Winkel, Achslagen) eine nahezu vollständige Linearität zwischen der Ein-
und der Ausgangsbewegung erreichen läßt.
[0015] Fig. 4 zeigt in Ergänzung zu Fig. 3 einen Querschnitt durch die Zelle 2 in der Schwenkachsebene
(R1, R2) der Ruder 11 bis 14, wobei der Schnittverlauf bereichsweise dem Gestänge
des linken oberen Ruders 11 folgt. Der rechte Nachlaufschacht 9 ist somit in der R1-R2-Ebene
geschnitten, der linke Nachlaufschacht 8 in einer weiter vorne liegenden Ebene im
Bereich des Doppelhebels 26 und der Mutter 21. Das Ruder 11 ist - wie das Ruder 12
- in einem spielfreien Lager 15, hier einem Vierpunkt-Rillenkugellager, um seine Schwenkachse
drehbar geführt. Sein Gestängeanlenkpunkt A1 fällt zusammen mit dem Mittelpunkt M3
des Kugelgelenks 30, welches mit der Koppelstange 29 verbunden ist. Das doppelhebelseitige
Kugelgelenk hat in dieser Ansicht die gleiche Mittelpunktslage M3 und ist nicht sichtbar.
Man sieht jedoch im Schnitt den Doppelhebel 26, sein Schwenklager 28 mit Schwenkachse
S sowie sein unteres, gegabeltes Ende 27. Letzteres umgreift die Mutter 21 des Rollenspindeltriebs
19 und ist gelenkig mit dieser verbunden. Die Mitte der Mutter 21 ist hier mit M1
bezeichnet. An der Mutter 21 sind Gelenkzapfen 22 befestigt, welche in Kulissensteinen
drehbar gelagert sein sollen, wobei letztere in den beiden Schenkeln des gegabelten
Endes 27 des Doppelhebels 26 begrenzt verschiebbar geführt sein sollen. Dabei soll
die Mutter 21 separat verdrehgesichert sein. Diese Kulissenführung ist erforderlich,
um bei der gegebenen Kinematik - mit Übergang von Linearbewegung auf Schwenkbewegung
- schädliche Zwangskräfte zu vermeiden. Im vorgegebenen Zeichnungsmaßstab ist eine
Wiedergabe dieser Details mangels Erkennbarkeit jedoch nicht sinnvoll. Dem Fachmann
ist die konstruktive Ausführung ohnehin geläufig.
[0016] Die durch die Gelenkzapfen 22 gegebene Gelenkachse ist mit G3 bezeichnet. Diese und
die Schwenkachse S des Doppelhebels 26 liegen parallel, um Zwangskräfte und Verformungen
im Gabelbereich zu vermeiden. Die Mittelpunkte M1 bis M3 liegen auf einer Linie L,
welche innerhalb oder etwa am Rand des Materialquerschnittes des Doppelhebels 26 verläuft.
Der so erzielte Kraftfluß führt lediglich zu minimalen lokalen Torsionsbelastungen
im Doppelhebel 26, was die Steifigkeit der Übertragungskinematik erhöht.
[0017] Dadurch, daß die Antriebseinheiten 16 für die unteren Ruder 13, 14 in deutlich größerem
Abstand vor der Schwenkachsenebene R1-R2 liegen als die Antriebseinheiten 17 der oberen
Ruder 11, 12 läßt sich das Steifigkeitsverhalten der relativ langen und somit "weicheren"
Koppelstangen 23 an die "Summensteifigkeit" der im einzelnen "härteren", kürzeren
Elemente 26 und 29 anpassen, was der Steuerpräzision der Ruderanordnung zugute kommt.
[0018] Die vom Ruder 12 bis in den Bereich des Ruders 14 verlaufende Grenzlinie B gibt die
seitens des Startgerätes vorgegebene Kontur wieder, zu welcher die Flugkörperaußenkontur
- mit Ausnahme des Ruders 11 - überall einen gewissen Abstand einhalten muß, wovon
eben auch das Rudergestänge zum Ruder 11 betroffen ist.
1. Lenkflugkörper mit Staustrahlantrieb, insbesondere für militärische Einsätze, mit
einem den Querschnitt seiner Zelle weitgehend bis vollständig ausfüllenden Triebwerk,
mit zwei außenseitig auf die Zellenkontur aufgesetzten Lufteinläufen im unteren Zellenbereich,
welche mit Nachlaufschächten bis zum Flugkörperheck verlängert sind, mit einer starren
Flügelanordnung im mittleren bis vorderen Flugkörperbereich und mit einem Heckleitwerk
aus vier radial, vorzugsweise in Form eines rechtwinkeligen Diagonalkreuzes angeordneten
separat schwenkbaren Rudern, wobei die Schäfte der beiden unteren Ruder in das Innere
der Nachlaufschächte führen und zu jedem Ruder eine Antriebseinheit mit linearer Stellbewegung
vorhanden ist und jedes Ruder einen zu seiner Schwenkachse beabstandeten Gestängeanlenkpunkt
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
a) daß in jedem der beiden Nachlaufschächte (8, 9) zwei der vier Antriebs-einheiten
(16, 17) in Längs- und Umfangsrichtung des Lenkflugkörpers (1) zueinander versetzt
mit längsorientierter Bewegungsrichtung angeordnet sind,
b) daß die kinematische Verbindung von der Antriebseinheit (16) zum Gestängeanlenkpunkt
(A2) jedes der beiden unteren Ruder (13, 14) eine Koppelstange (23) mit je einem Schwenk-
oder Kugelgelenk an beiden Enden (Gelenkende 24, 25) bildet,
c) und daß die kinematische Verbindung von der Antriebseinheit (17) zum Gestängegelenkpunkt
(A1) jedes der beiden oberen Ruder (11, 12) einen um eine Achse (S) schwenkbaren Doppelhebel
(26) und eine Koppelstange (29) mit je einem Kugelgelenk (30) an beiden Enden bilden.
2. Lenkflugkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinheiten (16, 17) als elektromechanische Motor-Getriebe-Einheiten ausgeführt
sind, vorzugsweise als bürstenlose Gleichstrommotoren mit Rollenspindeltrieben (18,
19).
3. Lenkflugkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Antriebseinheiten (16) für die unteren Ruder (13, 14) vor den beiden Antriebseinheiten
(17) für die oberen Ruder (11, 12), d.h. in größerem Abstand vor der von den Ruderschwenkachsen
(R1, R2) aufgespannten Ebene, angeordnet sind, und daß die Rudergestänge für die unteren
Ruder (13, 14) (je eine Koppelstange 23) hinsichtlich ihrer Steifigkeit, d.h.hinsichtlich
ihrer Kraft-Verformungs-Charakteristik, an die Rudergestänge für die oberen Ruder
(11, 12) (je ein Doppelhebel 26 und eine Koppelstange 29) angepaßt sind.
4. Lenkflugkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppelstangen (23) für die unteren Ruder (13, 14) mit gabelkopfartigen Gelenkenden
(24, 25) mit parallelen Gelenkachsen (G1, G2) versehen sind.
5. Lenkflugkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Doppelhebel (26) der Gestänge für die oberen Ruder (11, 12) jeweils mit einem
gegabelten Ende (27) die Mutter (21) eines Rollenspindeltriebes (19) umgreift und
an der Mutter (21) befestigte Gelenkzapfen (22) in langlochförmigen Kulissen mit Kulissensteinen
aufnimmt, wobei die Mutter (21) selbst verdrehgesichert ist.
6. Lenkflugkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei jedem Doppelhebel (26) seine Schwenkachse (S) und die Gelenkachse (G3) durch
die Mutter (21) des Rollenspindeltriebes (19), d.h. die Achse durch die Mitte der
Gelenkzapfen (22), parallel stehen.
7. Lenkflugkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei jedem Doppelhebel (26) der Schnittpunkt (M1) der Gelenkachse (G3) durch die Mutter
(21) des Rollenspindeltriebes (19) mit der Spindelachse des Rollenspindeltriebes (19),
der radiale und axiale Mittelpunkt (M2) seines Schwenklagers (28) und der Mittelpunkt
(M3) des koppelstangenseitigen Kugelgelenkes (30) auf einer Linie (L) liegen.
8. Lenkflugkörper nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Großteil der Schwenk- und Gelenklager (15, 28, 30) der Rudergestänge
und Ruder (11 bis 14) als Wälzlager ausgeführt sind.
1. Guided missile with ram jet engine, in particular for military purposes, with an engine
largely to completely filling the cross-section of its airframe, with two air intakes
attached to the outside of the airframe contour in the lower area of the airframe,
which intakes are extended by wake shafts as far as the missile tail, with a rigid
wing arrangement in the central to front area of the missile and with a tail plane
composed of four separately swivellable control surfaces arranged radially, preferably
in the shape of a right-angled diagonal cross, the shafts of the two lower control
surfaces leading into the interior of the wake shafts and a drive unit with linear
control movement being present for each control surface, and each control surface
having a rod link point at a distance from its swivel axis,
characterized in that
a) in each of the two wake shafts (8, 9), two of the four drive units (16, 17) are
arranged displaced relative to one another in the longitudinal and circumferential
direction of the guided missile (1) with longitudinally oriented direction of movement,
b) the kinematic connection from the drive unit (16) to the rod link point (A2) of
each of the two lower control surfaces (13, 14) is formed by a connecting rod (23)
with a swivel or ball joint at each of its two ends (articulated joint end 24, 25),
c) and the kinematic connection from the drive unit (17) to the rod link point (A1)
of each of the two upper control surfaces (11, 12) is formed by an articulated lever
(26) swivellable about an axis (S) and a connecting rod (29) with a ball joint (30)
at each of the two ends.
2. Guided missile according to claim 1, characterized in that the drive units (16, 17) are executed as electromechanical motor-gearbox units, preferably
as brushless d.c. motors with roller spindle drives (18, 19).
3. Guided missile according to claim 1 or 2, characterized in that the two drive units (16) for the lower control surfaces (13, 14) are arranged ahead
of the two drive units (17) for the upper control surfaces (11, 12), i.e. at a greater
distance ahead of the plane created by the control surface swivel axes (R1, R2), and
that the control surface rods for the lower control surfaces (13, 14) (a connecting
rod 23 each) are matched with regard to their rigidity, i.e. with regard to their
force-deformation characteristic, to the control surface rods for the upper control
surfaces (11, 12) (an articulated lever 26 and a connecting rod 29 each).
4. Guided missile according to one or more of claims 1 to 3, characterized in that the connecting rods (23) for the lower control surfaces (13, 14) are provided with
fork-head-like articulated joint ends (24, 25) with parallel articulated joint axes
(G1, G2).
5. Guided missile according to one or more of claims 1 to 4, characterized in that each articulated lever (26) of the rods for the upper control surfaces (11, 12) encloses
the nut (21) of a roller spindle drive (19) with a forked end (27) and takes up articulated
joint pins (22) attached to the nut (21) in links in the form of oblong holes with
sliding blocks, the nut (21) itself being secured against rotation.
6. Guided missile according to one or more of claims 1 to 5, characterized in that, in the case of each articulated lever (26), its swivel axis (S) and the joint axis
(G3) through the nut (21) of the roller spindle drive (19), i.e. the axis through
the centre of the articulated joint pins (22), are parallel.
7. Guided missile according to one or more of claims 1 to 6, characterized in that, in the case of each articulated lever (26), the point of intersection (M1) of the
joint axis (G3) through the nut (21) of the roller spindle drive (19) lies on a line
(L) with the spindle axis of the roller spindle drive (19), the. radial and axial
centre point (M2) of its swivel bearing (28) and the centre point (M3) of the ball
joint (30) on the connecting rod side.
8. Guided missile according to one or more of claims 1 to 7, characterized in that at least the majority of the swivel and articulated joint bearings (15, 28, 30) of
the control surface rods and control surfaces (11 to 14) are executed as rolling bearings.
1. Missile guidé à statoréacteur notamment pour des applications militaires comportant
un moteur qui occupe pratiquement complètement la section de sa cellule, comprenant
deux entrées d'air rapportées sur le côté extérieur du contour de la cellule, dans
la zone inférieure de la cellule et qui sont prolongées par des sas de prolongement
jusqu'à l'arrière du missile, ainsi qu'un montage d'ailerons rigides dans la zone
médiane jusqu'à la zone avant du missile et un mécanisme de guidage arrière formé
de quatre volets radiaux, installés de préférence dans une disposition en diagonale
croisée à angle droit et basculant séparément, les axes des deux volets inférieurs
aboutissant à l'intérieur des sas de prolongement, et un actionneur à mouvement d'actionnement
linéaire étant associé à chaque volet comportant un point d'articulation de tringlerie
écarté de son axe de pivotement,
caractérisé en ce que
a) dans chacun des deux sas de prolongement (8, 9) sont logés deux des quatre actionneurs
(16, 17) décalés l'un par rapport à l'autre dans la direction longitudinale et la
direction périphérique du missile guidé (1) avec une direction de mouvement orientée
longitudinalement,
b) la liaison cinématique entre l'unité d'entrainement (16) et le point d'articulation
(A2) de la tringlerie de chacun des deux volets inférieurs (13, 14) est constituée
par une bielle (23) avec à chacune de ses extrémités (extrémités d'articulation 24,
25) une articulation de pivotement ou à billes.
c) et la liaison cinématique entre l'actionneur (17) et le point d'articulation (A1)
de la tringlerie pour chacun des deux volets supérieurs (11, 12) comprend un levier
double (26) pivotant autour d'un axe (S) et une bielle (29) dont chaque extrémité
est munie d'une articulation à billes (30).
2. Missile guidé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les actionneurs (16, 17) sont des ensembles moteurs-transmissions électromécaniques
avec de préférence des moteurs à courant continu sans balai et des transmissions à
broche et billes (18, 19).
3. Missile guidé selon les revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
les deux actionneurs (16) des volets Inférieurs (13, 14) se situent devant les deux
actionneurs (17) des volets supérieurs (11, 12), c'est-à-dire à distance Importante
devant le plan passant par les axes de basculement de leurs volets (R1, R2) et,
la tringlerie des volets inférieurs (13, 14) (chaque fois une bielle 23) a une rigidité
adaptée, c'est-à-dire une caractéristique force/déformation, à la tringlerie des volets
supérieurs (11, 12) (chaque fois un double levier 26 et une bielle 29).
4. Missile guidé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
les bielles (23) des volets inférieurs (13, 14) ont des extrémités en forme de fourches
(24, 25) munies d'axes d'articulation parallèles (G1, G2).
5. Missile guidé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
chaque levier double (26) de la tringlerie des volets supérieurs (11, 12) entoure
avec son extrémité en forme de fourche (27), des écrous (21) d'une transmission à
broche et billes (19), et l'extrémité reçoit des tourillons d'articulation (22) portés
par l'écrou (21) dans des coulisses en forme de trous oblongs pour des galets de coulisses,
l'écrou (21) étant ainsi directement bloqué en rotation.
6. Missile guidé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'axe de pivotement (S) de chaque levier double (26) et l'axe d'articulation (G3)
de l'écrou (21) de la transmission à broche et billes (19), c'est-à-dire l'axe passant
par le centre des tourillons d'articulation (22), sont parallèles.
7. Missile guidé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
pour chaque levier double (26), le point d'intersection (M1) de l'axe d'articulation
(G3) passant par l'écrou (21) de la transmission à broche et billes (19) et de l'axe
de la broche de la transmission à broche et billes (19), le centre radial et axial
(M2) de son palier de pivotement (28) et le centre (M3) de l'articulation à billes
(30) à l'extrémité de la bielle se situent sur une ligne (L).
8. Missile guidé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce qu'
au moins la grande partie du palier de pivotement et d'articulation (15. 28, 30) de
la tringlerie des volets et les volets (11-14) sont des paliers à roulement.