[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Mechanik für Stühle, insbesondere Bürodrehstühle,
mit einer Gasfeder und einer Anordnung zur Höhenverstellung sowie mit synchron verstellbarer
Neigung von Sitz und Rückenlehne, wozu ebenfalls eine Gasfeder eingesetzt ist. Je
nach vorheriger Schaltstellung kann man mit Betätigung der Anordnung zur Neigungsverstellung
die momentane Stuhlposition arretieren oder die Arretierung aufheben. Ist die Arretierung
der Neigungsverstellung gelöst, kann man innerhalb eines Stellbereichs durch Verlagerung
seines Körpergewichts die Position der Rückenlehne verändern, wobei der Sitz synchron
folgt. Mit derart ausgerüsteten Stühlen kann man sich von einer nach vorn geneigten
Stellung
(Schreibposition), über eine Mittelstellung
(Grundposition), bis hin zu einer nach hinten geneigten Stellung
(Relaxposition) bewegen.
[0002] Zur Realisierung der Synchronbewegung zwischen dem Sitz und der Rückenlehne sind
innerhalb der Stuhlmechanik mehrere Gelenkverbindungen vorgesehen. Um den Bewegungsablauf
der Synchronbewegung zu optimieren und um zur Gasfeder überlagernd eine Vorspannung
einstellen zu können, ist zusätzlich eine Stelleinrichtung mit einer Schraubendruckfeder
vorgesehen. Die gesamte Stuhlmechanik ist unterhalb des Sitzes angeordnet, wobei der
Benutzer im Sitzen Zugriff zu den Betätigungsorganen für alle Stellfunktionen hat.
Bei der Konzeption des hiesigen Stuhls wurde besonderer Wert auf eine möglichst einfache
Montage und Demontage gelegt.
[0003] Ferner bezieht sich die vorliegende Erfindung auf die konstruktive Beschaffenheit
einer Rückenlehne und einer Sitzschale im Zusammenspiel mit Konstruktionsmerkmalen
an Polstern für die Rückenlehne und die Sitzschale zur gegenseitigen Fixierung.
Stand der Technik
[0004] Stuhlmechaniken für Drehstühle mit einer Synchronisation des Bewegungsablaufs zwischen
dem Sitz und der Rückenlehne, wo jeder Rückenlehnenneigung eine ergonomisch adäquate
Positionierung der Sitzfläche zugeordnet ist, sind bereits in vielfachen Ausfertigungen
bekannt (z.B. CH-A-629 945, CH-A-524 982, DE-C-29 40 250, DE-A-39 16 474, US-A-4 408
800, EP-B-0 592 369, WO 83/00610). Die moderneren Konstruktionen ermöglichen auch
eine Neigung der Sitzfläche und der Rückenlehne nach vorne, um bei tischbezogener
Arbeit der nach vorn gebeugten Körperhaltung des Benutzers gerecht zu werden, d.h.
die auf dem Sitz aufliegende Unterseite der Oberschenkel zu entlasten und die Rückenpartie
wirksam zu stützen.
[0005] Diese neuen Synchronmechaniken bewirken eine Korrektur der früher typischen, ungesunden
Sitzhaltung. Durch die Anordnung der verschiedenen Drehachsen innerhalb der Synchronmechanik
entsteht eine quasi gewichtsabhängige Steuerung. Eine derartige Synchronmechanik ist
aus der AU-B-581 120 bekannt. Vom Sitzträger zur Sitzschale erstreckt sich eine Gelenklasche,
wobei deren Anlenkpunkt an der Sitzschale - betrachtet in Richtung der Vorderpartie
der Sitzschale - vor dem Anlenkpunkt am Sitzträger liegt. Durch die Querverbindung
zur Rückenlehne nimmt mit steigender Belastung auf die Vorderpartie der Sitzschale
auch der stützende Anpressdruck der Rückenlehne gegen die Hüftgegend des Benutzers
zu.
[0006] Mit der konstruktiven Weiterentwicklung der Stuhlmechaniken sind diese in der Herstellung
und Montage zunehmend aufwendiger geworden, was zu einem steten Anwachsen der Kosten
führte. Die bis dato existenten Stuhlmechaniken erfordern einen erheblichen Montageaufwand
mit zahlreichen Schraub-, Niet- und Schweissverbindungen. Ferner steht heute auch
die umweltverträgliche Entsorgung von ausgedienten Produkten im Vordergrund. Für das
hiesige Gebiet ergibt sich daraus, dass zu entsorgende Stühle nicht nur rationell
montiert werden können müssen, sondern sie sollen auch möglichst unaufwendig und vollkommen
in ihre Einzelteile zerlegbar sein, um diese Bestandteile ökologisch vernünftig recyceln
bzw. entsorgen zu können. Die heutigen Stuhlmechaniken als komplexe Gebilde, die nur
mühsam mit Fachkenntnissen und Gerätschaften zerlegbar sind, werden somit den Anforderungen
einer ökologischen Beseitigung kaum gerecht.
[0007] Rückenlehnen und Sitzschalen sowie die zugehörigen Lehnen- und Sitzpolster werden
gegenwärtig fest miteinander verbunden, z.B. aufgeklebt, geklammert oder in Rahmen
gefasst. Eine andere Befestigungsart ist das Verschnüren. Insbesondere die erstgenannte
Befestigungsmethode ist für den Benutzer oft nachteilig bzw. in der Produktion montageaufwendig
und bereitet später beim Separieren, je nach Machart, grössere Mühe.
Aufgabe der Erfindung
[0008] Angesichts der vorgenannten Nachteile, mit welchen die heutigen Stuhlmechaniken noch
behaftet sind, liegt der Erfindung das Problem zugrunde, eine verbesserte Stuhlmechanik
zu schaffen, welche von ihrem Grundaufbau her möglichst unaufwendig ist und die man
auf rationelle Weise in der Serienproduktion kosteneffizient herstellen kann. Ferner
soll sich die vorzuschlagende Stuhlmechanik durch eine lange Funktionstüchtigkeit
auszeichnen und im Bedarfsfall einen unkomplizierten Service ermöglichen. Schliesslich
soll sich eine ausgediente Stuhlmechanik mit geringem Zeitaufwand und ohne dass besondere
handwerkliche Fähigkeiten sowie Gerätschaften nötig wären, vollkommen in ihre Einzelteile
zerlegen lassen. Alle Vorzüge und Bequemlichkeiten der modernen Stuhlmechaniken müssen
jedoch für den Benutzer erhalten bleiben.
[0009] Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Befestigungen zwischen dem
Lehnenpolster und der Rückenlehne sowie zwischen dem Sitzpolster und der Sitzschale
für die Montage und Demontage zu vereinfachen und gleichzeitig im Hinblick auf die
einfache Abnehmbarkeit benutzerfreundlicher zu gestalten.
Wesen der Erfindung
[0010] Die Stuhlmechanik besteht aus zwei Gehäuseschalen, die zusammen den Sitzträger bilden,
wobei der Sitzträger auf die konische Spitze der vertikal angeordneten Gasfeder -
diese ist für die Höheneinstellung vorgesehen - aufsetzt. Beide Gehäuseschalen sind
miteinander verschraubt. Zwischen die Gehäuseschalen sind die Betätigungshebel für
die Höhen- und Neigungsverstellung, die Gasfeder für die Neigung, die Schraubenfeder
für die Vorspannung der Neigung und die zwei vorderen Gelenklaschen für die Verbindung
mit der Sitzschale beweglich eingelegt. Ferner sind zwischen den beiden Gehäuseschalen
die beiden sich unter die Sitzschale erstreckenden Ausläufer der Rückenlehne angelenkt.
Andererseits sind die Gelenklaschen an der Unterseite der Sitzschale eingehangen.
Ein drehbewegliche Steckverbindung besteht auch zwischen den beiden Ausläufern der
Rückenlehne und der Sitzschale.
[0011] Vom Sitzträger zur Sitzschale erstreckt sich mindestens eine beiderseits angelenkte
Gelenklasche mit zwei Drehachsen; vorzugsweise sind zwei Gelenklaschen vorgesehen.
Die Gelenklaschen verlaufen nach vorn schräg aufsteigend, wobei die Drehachse zwischen
den Gelenklaschen und der Sitzschale der Vorderkante der Sitzschale näher ist als
die Drehachse zwischen den Gelenklaschen und dem Sitzträger.
[0012] Die beiden Gehäuseschalen bestehen vorzugsweise aus Aluminiumdruckguss, während die
Betätigungshebel, die Fassung der Schraubenfeder, die Gelenklaschen, die Sitzschale
und die Rückenlehne einstückige Kunststoffspritzteile sind.
[0013] Das Lehnenpolster ist auf die Rückenlehne aufschiebbar und wird mittels eines in
die Rückenlehne einklinkbaren Einhängebügels und Klettverschlüssen fixiert. Ebenfalls
schnell lösbar ist das Sitzpolster an der Sitzschale befestigt. Das Sitzpolster hat
einen Polsterkern - zumeist aus Schaumstoff- und einen diesen umschliessenden Bezug.
An den Kanten des Bezugs ist ein Filmscharnier vorgesehen, welches umgeschlagen die
keilförmige Seitenkante der Sitzschale untergreift, womit das Sitzpolster auf der
Sitzschale fixiert wird. Mit zusätzlichen, lösbaren Befestigungselementen wird das
Sitzpolster an der Sitzschale gehalten.
[0014] Dank der Erfindung steht nun eine relativ einfache Stuhlmechanik zur Verfügung, die
sich in grossen Stückzahlen zu effizienten Fabrikationskosten bei rationeller Montage
- d.h. hauptsächlich Steckverbindungen und nur wenige Schraubverbindungen - herstellen
lässt. Die Stuhlmechanik gewährleistet eine lange Standzeit, erlaubt einen unaufwendigen
Service und bietet dem Benutzer alle Vorzüge der modernen Synchronmechaniken, einschliesslich
einer Negativneigung nach vorn für die Schreibposition. Dem Erfordernis nach ökologischer
Entsorgung von ausgedienten Produkten wird die Stuhlmechanik, abgesehen von den verwendeten
Werkstoffen und Technologien, dadurch gerecht, dass sich die Mechanik bei nur geringem
Zeitaufwand, mit einfachen Werkzeugen und unkomplizierten Handgriffen vollkommen in
ihre Einzelteile zerlegen lässt. Damit können die Bauteile der Stuhlmechanik und somit
der gesamte Stuhl, als Sekundärrohstoffe der Wiederverwendung zugeführt bzw. umweltschonend
entsorgt werden.
[0015] Lehnen- und Sitzpolster können nun an der Rückenlehne bzw. an der Sitzschale rasch
und unaufwendig befestigt sowie von diesen wieder entfernt werden.
Zeichnungen und Ausführungsbeispiel
[0016] Anhand der beiliegenden Zeichnungen erfolgt nachstehend die detaillierte Beschreibung
von Ausführungsbeispielen zur erfindungsgemässen Stuhlmechanik und zur Befestigung
der Polster an der Rückenlehne bzw. an der Sitzschale. Es zeigen:
- Figur 1A:
- den gesamten Stuhl in der Seitenansicht;
- Figur 1B:
- den Stuhl gemäss Figur 1A ohne Sitzpolster mit Blick auf die Anordnung zur Höhenverstellung;
- Figur 1C:
- den Stuhl gemäss Figur 1B mit Blick auf die Anordnung zur Neigungsverstellung;
- Figur 2A:
- die Sitzschale des Stuhls in der Perspektivansicht;
- Figur 2B:
- die Stuhlmechanik als Explosivdarstellung in der Seitenansicht;
- Figur 2C:
- die Stuhlmechanik als Explosivdarstellung in der Vorderansicht mit der Anordnung zur
Einstellung der Vorspannung der Neigung;
- Figur 3A:
- die obere und untere Gehäuseschale des Sitzträgers in der Perspektivansicht;
- Figur 3B:
- die untere Gehäuseschale gemäss Figur 3A mit eingelegten Betätigungshebeln für die
Verstellung der Sitzhöhe und -neigung;
- Figur 3C:
- die Anordnung zur Einstellung der Vorspannung der Neigung gemäss Figur 2C als Prinzipdarstellung;
- Figur 4A:
- den gesamten Stuhl in der Vorderansicht ohne Lehnenpolster;
- Figur 4B:
- den Stuhl gemäss Figur 4A in der Seitenansicht mit angenähertem Einhängebügel;
- Figur 4C:
- Rückansichten des Stuhls gemäss Figur 4A und des Lehnenpolsters;
- Figur 4D:
- eine Prinzipskizze als Schnitt durch die Rückenlehne und des übergezogenen Lehnenpolsters;
- Figur 5A:
- die Sitzschale mit angenähertem Sitzpolster;
- Figur 5B:
- die Seitenkante der Sitzschale mit angenäherter Bezugskante;
- Figur 5C:
- eine Schnittdarstellung auf der Linie A-A gemäss Figur 5B;
- Figur 5D:
- eine Schnittdarstellung auf der Linie B-B gemäss Figur 5B;
- Figur 6A:
- eine Prinzipdarstellung des Stuhls in der Grundposition (Sitzfläche waagerecht, Rückenlehne senkrecht) ;
- Figur 6B:
- eine Prinzipdarstellung des Stuhls in der Relaxposition (Sitzfläche und Rückenlehne nach hinten geneigt) und
- Figur 6C:
- eine Prinzipdarstellung des Stuhls in der Schreibposition (Sitzfläche und Rückenlehne nach vorn geneigt).
Figuren 1A bis 1C
[0017] Der Stuhl setzt sich im Prinzip aus dem sternförmigen Untergestell
4, der Sitzschale
3, der Rückenlehne
2 und der Stuhlmechanik
1 zusammen. Vom Untergestell
4 erstreckt sich eine zentrisch angeordnete, vertikal aufsteigende Mittelsäule
40, in welcher die Gasfeder
5 für die Höheneinstellung steckt. Die Gasfeder
5 wird daher im weiteren als Höhengasfeder
5 bezeichnet. Auf das obere konische Ende der ausfahrbaren Kolbenstange
50 der Höhengasfeder
5 ist der zur Stuhlmechanik
1 gehörende Sitzträger
10 aufgesteckt. Sowohl die Sitzschale
3 als auch die Rückenlehne
2 sind mit einem Sitz- bzw. Lehnenpolster überziehbar.
[0018] Von der Rückenlehne
2 erstrecken sich bis unter die Sitzschale
3, hin zur hinteren Partie des Sitzträgers
10, zwei abgewinkelte Arme
20, deren vordere Ausläufer
21 am Sitzträger
10 angelenkt sind, wodurch eine Drehachse
D1 gebildet wird. An den Armen
20 ist jeweils eine nach oben halboffene Klaue
22 angeordnet und komplementär dazu befinden sich unterhalb der Sitzschale
3, an deren Hinterseite, Zapfen
30, die in den Klauen
22 angelenkt sind, wodurch hier die Drehachse
D2 entsteht.
[0019] An der hinteren Partie des Sitzträgers
10 greift eine Schraubenfeder
11 an, die in eine Federfassung
110 eingesetzt ist. Nach oben stützt sich die Schraubenfeder
11 gegen die Sitzschale
3 ab. Mit einem Schneckengetriebe
12 ist die Vorspannung der Schraubenfeder
11 einstellbar, wobei das Schneckengetriebe
12 eine nach aussen zu einem Drehknopf
120 führende Welle
121 aufweist. Am Sitzträger
10 ist die ausfahrbare Hubstange
60 einer Gasfeder
6 für die Neigung schwenkbar befestigt, wodurch sich hier eine Drehachse
D3 ergibt. Diese Gasfeder
6 wird daher im weiteren als Neigungsgasfeder
6 bezeichnet. Andererseits ist die Neigungsgasfeder
6 unten an der Sitzschale
3 in der Drehachse
D4 angelenkt. Es ist auch möglich, die Drehachsen
D4 und
D5 zusammmenzulegen.
[0020] Unten an der Vorderseite der Sitzschale
3 sind zwei zueinander beabstandete, nach unten halboffene Klauen
13 angeordnet, in welche jeweils eine Gelenklasche
14 eingehängt ist, die hier die Drehachse
D5 bilden und sich hin zum Sitzträger
10 erstrecken, wo sie ebenfalls angelenkt sind, und zwar in der Drehachse
D6. Von einer Seite des Sitzträgers
10 führt ein Betätigungshebel
15 - der in einer Drehachse
D7 fixiert ist - auf die aus der Höhengasfeder
5 herausragende Ventilstange
51 (s. Figur 1.B). Von der anderen Seite des Sitzträgers
10 führt ein Schalthebel
16 - dieser ist in einer Drehachse
D8 fixiert - auf die aus der Neigungsgasfeder
6 herausragende Ventilstange
61 (s. Figur 1C).
[0021] Die Gelenklaschen
14 verlaufen nach vorn schräg aufsteigend, wobei die Drehachse
D5 zwischen den Gelenklaschen
14 und der Sitzschale
3 dem vorn liegenden Zungenteil
31 der Sitzschale
3 (s. Figur 2A) näher ist als die Drehachse
D6, welche sich zwischen den Gelenklaschen
14 und dem Sitzträger
10 befindet. Hierdurch ist eine quasi gewichtsabhängige Steuerung realisiert; steigt
die Belastung auf das Zungenteil
31, erhöht sich der stützende Anpressdruck der Rückenlehne
2 gegen die Hüftengegend des Benutzers.
[0022] Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur
zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar
zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, so wird auf deren Erwähnung in vorangehenden
Figurenbeschreibungen Bezug genommen. Im Interesse der Übersichtlichkeit wird auf
die wiederholte Bezeichnung von Bauteilen in nachfolgenden Figuren zumeist verzichtet,
sofern zeichnerisch eindeutig erkennbar ist, dass es sich um "wiederkehrende" Bauteile
handelt.
Figuren 2B und 2C
[0023] Der Sitzträger
10 besteht aus einer unteren plattenartigen Gehäusebasis
17 und einem darauf aufsetzbaren Gehäusedeckel
18. An der Gehäusebasis
17 ist hinten mittig eine Aufnahme
170 zum Einsetzen der Federfassung
110 vorgesehen. Etwa zentrisch in der Gehäusebasis
17 befindet sich eine konische Durchgangsbohrung
171, in welche der obere konische Abschluss der Kolbenstange
50 der Höhengasfeder
5 einsteckbar ist. Vorn an der Gehäusebasis
17 ist eine Lagermulde
172, die der Aufnahme des an der Hubstange
60 der Neigungsgasfeder
6 vorhandenen Querzapfens
62 dient. Zum Verschliessen der Lagermulde
172 ist ein Lagerdeckel
19 vorgesehen.
[0024] Zwischen der Gehäusebasis
17 und dem Gehäusedeckel
18 sind drehbar eingelegt und in ihren Drehachsen gehalten, hinten die Ausläufer
21 der beiden Arme
20 der Rückenlehne
2, etwa mittig der Betätigungshebel
15 und der Schalthebel
16, und vorn die beiden Gelenklaschen
14.
[0025] In der an jedem Arm
20 vorhandenen gabelartigen Klaue
22 befindet sich eine Lagerbohrung
220, die durch eine Eintrittsverengung
221 nach oben zugänglich ist. Komplementär zur Kontur der Lagerbohrung
220 und der Eintrittsverengung
221 besitzen die Zapfen
30 an der Sitzschale
3 einen Bolzen
300. Am Bolzen
300 gibt es eine Querschnittsverjüngung
301, welche durch zweiseitige parallele Abflachungen entsteht. Blickt man senkrecht auf
die Abflachungen, so hat der Bolzen
300 seinen vollen Querschnitt. Auf diese Weise ist der Bolzen
300 nur mit der ausgerichteten Querschnittsverjüngung
301 durch die Eintrittsverengung
221 in die Lagerbohrung
220 einsetzbar bzw. aus dieser herausnehmbar. Nach dem Verdrehen der Rückenlehne
2 und damit der Klauen
22 gerät der volle Querschnitt der Zapfen
30 an die Eintrittsverengung
221. Nun ist der Zapfen
30 in der Klaue
22 drehbar fixiert.
[0026] Das gleiche Prinzip wird für die Einhängung der Gelenklaschen
14 in die an der Sitzschale
3 vorhandenen Klauen
13 verwendet. Auch hier weisen die Klauen
13 eine Lagerbohrung
130 auf, die durch eine nach unten offene Eintrittsverengung
131 zugänglich ist. Komplementär dazu ist der zugehörige Quersteg
140 an den Gelenklaschen
14 beschaffen. Der Quersteg
140 hat eine Querschnittsverjüngung
141, welche durch zweiseitige parallele Abflachungen entsteht. Bei senkrechter Blickrichtung
auf die Abflachungen besitzt der Quersteg
140 seinen vollen Querschnitt. Somit ist der Quersteg
140 nur mit der ausgerichteten Querschnittsverjüngung
141 durch die Eintrittsverengung
131 in die Lagerbohrung
130 der gabelförmigen Klauen
13 einsetzbar. Nach dem Verdrehen der Gelenklasche
14 gerät der volle Querschnitt des Querstegs
140 an die Eintrittsverengung
131, wodurch in dieser Drehstellung die Gelenklasche
14 in der Klaue
13 drehbar gehaltert wird.
[0027] Vorzugsweise sind sowohl der Betätigungshebel
15 als auch der Schalthebel
16 einteilig; beide besitzen ein Griffstück
150,
160. Die Griffstücke
150,160 sind für den Benutzer unterhalb der Sitzschale
3 fassbar, da diese aus dem geschlossenen Sitzträger
10 herausragen. An die Griffstücke
150,160 schliesst sich jeweils ein Stangenabschnitt
151,161 an, und zuvorderst am betreffenden Stangenabschnitt
151,161 ist eine Schaltnase
152,162 vorgesehen. Die drehbaren Hebel
15,16 sind mit ihren Stangenabschnitten
151,161 zwischen der Gehäusebasis
17 und dem Gehäusedeckel
18 eingebettet, wobei hierfür in der Gehäusebasis
17 konkave Lagerausnehmungen
173 und im Gehäusedeckel
18 komplementäre konkave Lagerausnehmungen
183 vorhanden sind.
[0028] Die Stangenabschnitte
151,161 des Betätigungshebels
15 bzw. des Schalthebels
16 liegen sich im Sitzträger
10 diametral gegenüber. Bei Bedienung des Betätigungshebels
15 drückt seine Schaltnase
152 auf die Ventilstange
51 der Höhengasfeder
5. Mit Bedienung des Schalthebels
16 drückt dessen Schaltnase
162 auf die Ventilstange
61 der Neigungsgasfeder
6. Die drehbare Befestigung der Neigungsgasfeder
6 an der Drehachse
D4 wird einerseits von einer Öse
63 an der Neigungsgasfeder
6 und andererseits von einem Lagerzapfen
33 unterhalb der Sitzschale
3 gebildet, wobei die Öse
63 auf dem Lagerzapfen
33 hängt.
[0029] An jeder Gelenklasche
14 ist parallel zum Quersteg
140 ein runder Querbolzen
142 vorhanden. Quersteg
140 und Querbolzen
142 werden von zwei zueinander parallelen, äusseren Platten
143 eingeschlossen, die jeweils senkrecht ansetzen. An den Ausläufern
21 der Rückenlehne
2 befinden sich runde Querstifte
210. Zur Einhängung der Querbolzen
142 der Gelenklaschen
14 und der Querstifte
210 von den Armen
20 der Rückenlehne
2 und zur Bildung der Drehachsen
D1 und
D6 sind hinten und vorn an der Gehäusebasis
17 halbrunde Lagerkehlen
174 vorgesehen. Korrespondierend zu den Lagerkehlen
174 in der Gehäusebasis
17 gibt es Lagerkehlen
184 im Gehäusedeckel
18.
[0030] Unterhalb der Sitzschale
3 ist eine Aufnahmekontur
34 zur Befestigung der Tragstangen
70 der von beiden Seiten herangeführten Armlehnen
7 vorhanden. Am nach oben ragenden Ende der Tragstange
70 befindet sich ein Aussengewinde
700, so dass darauf eine höheneinstellbare Stützhülse
71 aufschraubbar ist. In die Stützhülse
71 und auf das Aussengewinde
700 ist ein Lehnenträger
72 einschraubbar, dessen ordnungsgemässe Einschraubtiefe sich nach der Position der
Stützhülse
71 bestimmt. Auf den Lehnenträger
72 wird die Armauflage
73 aufgesetzt. Ferner hat die Sitzschale
3, fluchtend zur Schraubenfeder
11, eine Durchgangsbohrung
35, damit die Gewindespindel
122 des Schneckengetriebes
12 durchtreten kann. Die Welle
121 des Schneckengetriebes
12 tritt am Durchbruch
320 in der Sitzschale
3 aus. Auf das herausragende Ende der Welle
121 ist der Drehknopf
120 rastend aufsteckbar.
[0031] Zur Fixierung des Lehnenpolsters an der Rückenlehne
2 befindet sich darin mittig und nahe ihrer Oberkante ein Schlitz
23. Für die Befestigung des Sitzpolsters an der Sitzschale
3 ist ein am Sitzbezug anzubringendes Filmscharnierband
82 vorgesehen, an dem sich jeweils vorn ein Haken
820 befindet, der am flachen Randabschnitt
323 des Aussenrandes
32 einhängbar ist. Zum Einrasten in die im Aussenrand
32 vorhandenen Langlöcher
324 sind am Filmscharnierband
82 Rastknöpfe
821 angeordnet.
Figuren 3A und 3B
[0032] Hier sind die inneren räumlichen Strukturen der Gehäusebasis
17 und des Gehäusedeckels
18 gezeigt, die vielfach von erhöhten Rippen durchzogen werden. Die Durchgangsbohrung
171 durch den Basisboden
175 zum Einstecken des konischen Abschlusses der Kolbenstange
50 der Höhengasfeder
5 setzt sich als senkrecht erstreckender Rohrstutzen
1710 fort. Über dem Rohrstutzen
1710 und in die Durchgangsbohrung
171 hineinragend befindet sich die Schaltnase
152 des eingelegten Betätigungshebels
15. Bei Bedienung des Betätigungshebels
15 drückt die Schaltnase
152 auf die herausragende Ventilstange
51 der Höhengasfeder
5.
[0033] Die dahinterliegende, angeschrägte Aufnahme
170 zum Einsetzen der Federfassung
110 ist in einem Fortsatz
1700 an der Hinterseite der Gehäusebasis
17 angeordnet. An der Aussenkante des Fortsatzes
1700 befindet sich ein dazu paralleler Steg
1701 mit einem Durchbruch
1702 vor dem Steg
1701 und im Boden der Aufnahme
170. Komplementär dazu befinden sich am Boden der hülsenförmigen Federfassung
110 eine Nut
1101 und eine Rastklinke
1102. Im eingesetzten Zustand umgreift die Rastklinke
1102 den Steg
1701 und verhakt sich in der Nut
1101.
[0034] Vor der Durchgangsbohrung
171 und dem Rohrstutzen
1710 befindet sich in einem V-förmigen Einschnitt die Lagermulde
172 zur Aufnahme des Querzapfens
62 der Neigungsgasfeder
6. Die Lagermulde
172 wird durch erhöhte Rippen gebildet, die ein nach oben offenes Rechteck ergeben. In
der Vorderrippe
1720 ist ein Durchbruch
1721, der sich bis in den Basisboden
175 erstreckt, um die Hubstange
60 mit dem Querzapfen
62 und der Ventilstange
61 von oben einhängen zu können und das vertikale Ausschwenken der Neigungsgasfeder
6 zu ermöglichen. Eingehängt hintergreift der Querzapfen
62 die Vorderrippe
1720. In der Hinterrippe
1722 ist ebenfalls ein Durchbruch
1723 vorhanden, der das Durchragen der Ventilstange
61 erlaubt, gegen die bei Bedienung des Schalthebels
16 dessen Schaltnase
162 drückt. Von oben in die Lagermulde
172 ist der Lagerdeckel
19 einsetzbar, welcher z.B. mittels Schrauben fixiert wird. Am Lagerdeckel
19 sind unten zwei ausgehöhlte Pressstege
190 vorhanden, die den Querzapfen
62 umgeben und so die eingehängte Neigungsgasfeder
6 in Position halten.
[0035] Die Lagerausnehmungen
173 zum Auflegen der Stangenabschnitte
151,161 des Betätigungshebels
15 bzw. des Schalthebels
16 werden von konkaven Konturen auf den die Gehäusebasis
17 durchziehenden Rippen gebildet. Die Lagerkehlen
174 zum Einhängen der vorderen Gelenklaschen
14 und hinteren Ausläufer
21 der Arme
20 der Rückenlehne
2 befinden sich in Zungen
176, die jeweils paarweise an der Vorder- und Rückseite der Gehäusebasis
17 überstehen. In jeder Lagerkehle
174 ist ein erhabener Fixiersteg
1740 vorhanden, welcher mittig dem konkaven Verlauf der Lagerkehle
174 folgt. Die runden Querbolzen
142 innerhalb der Gelenklaschen
14 weisen komplementär zum Fixiersteg
1740 eine radial umlaufene Fixiernut
1420 auf. Auch die Querstifte
210 in den Ausläufern
21 der Arme
20 haben solche Fixiernuten
2100. Hierdurch werden die eingehängten Gelenklaschen
14 und die Arme
20 in stabiler seitlicher Position gehalten. Die dem Sitzträger
10 zugewandten Enden der Platten
143 der Gelenklaschen 14 haben spitz zulaufende Anschrägungen
1430, um beim Schwenken der Gelenklaschen
14 genügend Spiel zu haben.
[0036] Analog zu den Zungen
176 mit den Lagerkehlen
174 und den Fixierstegen
1740 in der Gehäusebasis
17 sind am Gehäusedeckel
18 Zungen
186 mit Lagerkehlen
184 und Fixierstegen
1840 vorhanden. Ebenso korrespondierend zu den Lagerausnehmungen
173 in der Gehäusebasis
17 weist der Gehäusedeckel
18 Lagerausnehmungen
183 zum Einbetten der Stangenabschnitte
151,161 des Betätigungshebels 15 bzw. des Schalthebels
16 auf. Auch hier werden die Lagerausnehmungen
183 von konkaven Konturen auf den den Gehäusedeckel
18 durchziehenden Rippen gebildet.
[0037] Die Gehäusebasis
17 und der passend aufsetzbare Gehäusedeckel
18 sind in ihrer Form kongruent. Um beide Teile
17,18 zur Bildung des Sitzträgers
10 miteinander verschrauben zu können, sind in den Teilen
17,18 zueinander komplementäre Bohrungen
177,187 vorhanden. Im verschraubten und komplettierten Zustand werden im Sitzträger
10 zwei zur Sitzschale
3 führende Gelenklaschen
14, die Ausläufer
21 der Rückenlehne
2 und der Betätigungshebel
15 sowie der Schalthebel
16 drehbar gehaltert. In der Gehäusebasis
17 ist unter dem Lagerdeckel
19 die Neigungsgasfeder
6 drehbar eingehangen, während in der Aufnahme
170 die Federfassung
110 mit der darin steckenden Schraubenfeder
11 hängt.
Figur 3C
[0038] Zur Unterstützung der Wirkung der Neigungsgasfeder
6 und für die Vorspannung dient die in der Federfassung
110 sitzende Schraubenfeder
11, deren Härte mittels des Schneckengetriebes
12 einstellbar ist. Das Schneckengetriebe
12 wird von dem aussen greifbaren Drehknopf
120, der zwischen Drehknopf
120 und Zahnrad
123 sich erstreckenden Welle
121, der vom Zahnrad
123 zu einer Druckscheibe
124 verlaufenden Gewindespindel
122 und einer Gegenscheibe
125 gebildet. Die Druckscheibe
124 sitzt oben auf der Schraubenfeder
11 auf und wird von der Gewindespindel
122 durchdrungen. Auf der Gewindespindel
122, welche den Boden der Sitzschale
3 durchdringt, sitzen das Zahnrad
123 und die Gegenscheibe
125, wobei das Zahnrad
123 über der Sitzschale
3 und die Gegenscheibe
125 unter der Sitzschale
3 positioniert sind. An der Welle
121 befindet sich zuvorderst ein Schneckenabschnitt
1210, der mit dem Zahnrad
123 in Eingriff steht.
[0039] Bei Betätigung des Drehknopfes
120 wird das Zahnrad
123 und mit diesem auch die Gewindespindel
122 gedreht, wodurch sich die Druckscheibe
124, je nach Drehrichtung, auf- oder abwärts bewegt. Damit wird die Schraubenfeder
11 mehr zusammengedrückt oder entspannt. Der eingestellte Druck der Schraubenfeder
11 wirkt von der Gegenscheibe
125 auf die Sitzschale
3 und bildet somit für die synchrone Neigung von Sitzschale
3 und Rückenlehne
2 einen entsprechenden Widerstand.
Figuren 4A bis 4D
[0040] Das Lehnenpolster
9 ist dazu bestimmt, über die Rückenlehne
2 gezogen zu werden. Hierzu sind mittig und nahe der Oberkante der Rückenlehne
2 der Schlitz
23 sowie dem Sitzpolster
8 zugewandt und nahe der Unterkante der Rückenlehne
2 Klettstreifen
24 angeordnet.
[0041] Das Lehnenpolster
9 besitzt einen Bezug
90, eine Füllung
91 sowie rückseitig eine Platte
92. Auf der Rückseite
93 ist im Bezug
90 eine Tasche
94 vorhanden, die etwa in halber Höhe beginnt und sich bis an die Oberkante
95 erstreckt, wobei in diese Tasche
94 die Rückenlehne
2 einschiebbar ist. In der Tasche
94 ist ein streifenförmiger Einhängebügel
96 vertikal und mittig der Rückenlehne
2 angeordnet, wobei der untere Schenkel
960 des Einhängebügels
96 aus der Tasche
94 herausragt, also unter dem Taschenrand
940 hervorschaut. Der an der Platte
92 befestigte Einhängebügel
96 besitzt ein doppelt abgewinkeltes Horizontalstück
961, an das sich der obere Schenkel
962 und der untere Schenkel
960 anschliessen. Unterhalb der Tasche
94 sind zu den auf der Rückenlehne
2 vorhandenen Klettstreifen
24 komplementäre Klettstreifen
97 angebracht.
[0042] Beim Überziehen des Lehnenpolsters
9 über die Rückenlehne
2 schiebt man letztere in die Tasche
94 ein und zugleich wird der Einhängebügel
96 mit seinem unteren Schenkel
960 durch den Schlitz
23 gesteckt. Im fertigen Zustand ist die Oberkante der Rückenlehne
2 praktisch bis an die Oberkante
95 in der Tasche
94 eingeschoben. Das Horizontalstück
961 des Einhängebügels
96 durchragt den Schlitz
23, und die Paare der Klettstreifen
24,97 haben sich verbunden.
Figuren 2A und 5A bis 5D
[0043] Die Sitzschale
3 besitzt ein vorderes, nach unten gebogenes Zungenteil
31 sowie einen lateral beginnenden, nach hinten ansteigenden Aussenrand
32. Im seitlichen Aussenrand
32 ist ein Durchbruch
320 für den Durchtritt der zum Schneckengetriebe
12 und zum Drehknopf
120 führenden Welle
121 vorgesehen. Der Aussenrand
32 schliesst oben mit einer umlaufenden, nach aussen gerichteten Wulst
321 ab, die eine unterfassbare Einhängekante
322 besitzt. Die Wulst
321 beginnt vom Zungenteil
31 her zurückversetzt, so dass vorne flache Randabschnitte
323 verbleiben. Seitlich ist die Wulst
321 im Bereich jeweils eines von oben in den Aussenrand
32 sich erstreckenden Langlochs
324 unterbrochen. Auf die flachen Randabschnitte
322 vor dem Einsetzen der Wulst
320 kann man verzichten. Auch können am Aussenrand
32 mehr als zwei Langlöcher
323 vorhanden sein.
[0044] Das Sitzpolster
8 hat einen äusseren Bezug
80 und innerlich eine Füllung
81. Seitlich hat der Bezug
80 einen Durchgang
800, um den Drehknopf
120 zu umschliessen. An Kanten
801 des Bezugs
80 - ausgenommen der Bereich des Zungenteils
31 der Sitzschale
3 - ist ein Filmscharnierband
82 inwendig angebracht, z.B. angenäht. Das U-förmig um drei Seiten des Bezugs
80 umlaufende Filmscharnierband
82 besteht aus einem Stützstreifen
822 und einem Fixierstreifen
823, die durch das Filmscharnier
824 miteinander verbunden sind.
[0045] Zur Befestigung des Sitzpolsters
8 in der Sitzschale
3 werden die mit dem Filmscharnierband
82 versehenen Bezugskanten
801 über den Aussenrand
32 mit der nach aussen weisenden Wulst
321 und der Einhängekante
322 gezogen. Die beiden Haken
820 werden an den flachen Randabschnitten
323 eingehängt und die Rastköpfe
821 des Filmscharnierbandes
82 in die Langlöcher
324 eingedrückt. Hierauf wird der Fixierstreifen
823 senkrecht nach innen gebogen - quasi eingeschlagen -, so dass der Fixierstreifen
823 die Einhängekante
322 untergreift. Die Haken
820 verhindern ein Verrutschen des gesamten Sitzpolsters
8, während die eingedrückten Rastköpfe
821 ein Heranziehen der Bezugskanten
801 mit dem Filmscharnierband
82 an den Aussenrand
32 der Sitzschale
3 bewirken und somit das Abspringen des Fixierstreifens
823 von der Einhängekante
322 verhindern.
Figuren 6A bis 6C
[0046] Diese Figurenfolge veranschaulicht die unterschiedlichen Positionen, welche der Benutzer
auf einem Stuhl einnehmen kann, welcher mit der erfindungsgemässen Mechanik
1 ausgerüstet ist.
[0047] Die Einstellung der gewünschten Stuhlhöhe kann nur erfolgen, wenn der Betätigungshebel
15 gedrückt wird und somit die Hublänge der Höhengasfeder
5 veränderbar ist. Üblicherweise wird beim Drücken des Betätigungshebels
15 und entlasteter Sitzschale
3 diese bis zur Maximalhöhe angehoben. Ist die Sitzschale
3 belastet und der Betätigungshebel
15 gedrückt, so wird die Sitzschale
3 bis zur tiefsten Stellung heruntergefahren.
[0048] Bei der Synchronbewegung zwischen der Sitzschale
3 und der Rückenlehne
2 hat man die Wahl zwischen zwei Schaltzuständen. Im ersten Schaltzustand ist die momentane
Position arretiert, d.h. die Neigungsgasfeder
6 ist blockiert. Bei Betätigung des Schalthebels
16 wird die Blockierung der Neigungsgasfeder
6 aufgehoben und der Benutzer kann durch Körpergewichtsverlagerung den gesamten Bereich
zwischen der nach vorn geneigten
Schreibposition (gemäss Fig. 6C), über die mittlere
Grundposition (gemäss Fig. 6A) bis hin zur nach hinten geneigten
Relaxposition (gemäss Fig. 6B) mit dem Stuhl einnehmen. Bei erneuter Bedienung des Schalthebels
16 wird die aktuelle Position wieder arretiert.
[0049] Ist die Neigungsgasfeder
6 im freien Schaltzustand und der Benutzer übt einen ausreichenden Druck gegen die
Rückenlehne 2 aus, so findet eine Bewegung in allen Drehachsen
D1 bis
D6 statt. Mit der sich verlagernden Drehachse
D2 werden über die Sitzschale
3 auch die Drehachsen
D4,D5 verschoben und somit die Gelenklaschen
14 sowie die Neigungsgasfeder
6 mehr aufgerichtet oder abgesenkt. Bringt der Benutzer mehr Gewicht auf das Zungenteil
31, so wirkt die quasi gewichtsabhängige Steuerung, d.h. mit steigender Belastung auf
das Zungenteil
31 nimmt der stützende Anpressdruck der Rückenlehne
2 gegen die Hüftengegend des Benutzers zu. Die am starren Sitzträger
10 befindlichen Drehachsen
D1 und
D6 verändern sich in ihrer Lage nicht; hierin drehen sich nur die Querstifte
210 der bewegten Rückenlehne
2 und die Querbolzen
142 der Gelenklaschen
14.
1. Stuhlmechanik für einen Arbeitsstuhl mit einem Sitzträger (
10), einer Sitzschale (
3) und einer Rückenlehne (
2), wobei
a) die Sitzschale (3) und die Rückenlehne (2) gleichsinnig und voneinander abhängig schwenkbar angeordnet sind;
b) die Rückenlehne (2) in einer Drehachse (D1) am feststehenden Sitzträger (10) und in einer Drehachse (D2) an der Sitzschale (3) angelenkt ist;
c) mindestens eine Gelenklasche (14) einerseits am Sitzträger (10) in einer Drehachse (D6) und anderseits an der Sitzschale (3) in einer Drehachse (D5) angelenkt ist, und die Drehachse (D5) in Richtung des Zungenteils (31) der Sitzschale (3) vor der Drehachse (D6) liegt;
d) eine Feder (6), vorzugsweise in Gestalt einer Gasfeder, einerseits am Sitzträger (10) in einer Drehachse (D3) und anderseits an der Sitzschale (3) in einer Drehachse (D4) angelenkt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
e) der Sitzträger (10) aus einer Gehäusebasis (17) und einem dazu kongruenten Gehäusedeckel (18) besteht;
f) sich an der Gehäusebasis (17) oder dem Gehäusedeckel (18) eine gegen die Sitzschale (3) gerichtete Feder (11) - vorzugsweise eine Schraubenfeder - abstützt; und
g) in der Gehäusebasis (17) oder im Gehäusedeckel (18) oder zwischen dem lösbar mit der Gehäusebasis (17) zusammengefügten Gehäusedeckel (18) drehbar eingesetzt sind:
ga) in Ausläufern (21) endende zwei Arme (20) der Rückenlehne (2) in der Drehachse (D1),
gb) eine Seite der mindestens einen Gelenklasche (14) in der Drehachse (D6),
gc) ein Abschnitt (151) eines Betätigungshebels (15) zur Auslösung der Feder (5) in der Drehachse (D7),
gd) ein Abschnitt (161) eines Schalthebels (16) zur Auslösung der Feder (6) in der Drehachse (D8) und
ge) ein Ende der für die synchrone Neigung vorgesehenen Feder (6) in der Drehachse (D3).
2. Stuhlmechanik nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) von der mit dem Gehäusedeckel (18) zusammengefügten Gehäusebasis (17) jeweils sich ergänzende Lagerkehlen (174, 184) und Lagerausnehmungen (173,183) gebildet werden;
b) in den Lagerkehlen (174,184) die an den Ausläufern (21) der Rückenlehne (2) vorhandenen Querstifte (210) sowie die in den Gelenklaschen (14) sitzenden Querbolzen (142) drehbar aufgenommen werden;
c) in den Lagerausnehmungen (173,183) die Stangenabschnitte (151,161) des Betätigungshebels (15) und des Schalthebels (16) drehbar aufgenommen werden;
d) in einer in der Gehäusebasis (17) vorgesehenen Lagermulde (172) die an einem Ende der schwenkbaren Feder (6) angeordneten Querzapfen (62) aufgenommen werden; und
e) in einer in der Gehäusebasis (17) vorgesehenen Aufnahme (170) sich die Feder (11) abstützt.
3. Stuhlmechanik nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Lagerkehlen (174,184) in an die Teile (17,18) ansetzenden Zungen (176) angeordnet sind; und
b) in den Lagerkehlen (174,184) mittig, der konkaven Beugung folgende Fixierstege (1740,1840) vorhanden sind.
4. Stuhlmechanik nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Lagermulde (172) mit einem Lagerdeckel (19) von oben verschliessbar ist, der Pressstege (190) aufweist, welche die Querzapfen (62) der Feder (6) in Position halten;
b) die Lagerausnehmungen (173,183) von konkaven Konturen auf den die Teile (17,18) durchziehenden erhabenen Rippen gebildet werden; und
c) die Aufnahme (170) ein hinten an die Gehäusebasis (17) angesetzter Fortsatz (1700) ist, in die eine Federfassung (110) einsetzbar ist, in welcher die Feder (11) steckt, wobei
d) zur Halterung der Federfassung (110) an deren Boden Rastorgane (1101,1102) vorhanden sind, zu denen es komplementäre Rastorgane (1701,1702) in der Aufnahme (170) gibt.
5. Stuhlmechanik nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass korrespondierend zu den Fixierstegen (1740, 1840) radiale Fixiernuten (1420,2100) an den Querbolzen (142) der Gelenklaschen (14) und an den Querstiften (210) der Ausläufer (21) vorhanden sind.
6. Stuhlmechanik nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) die Gelenklaschen (14) aus zwei zueinander parallel angeordneten Platten (143) und je einem dazwischenverlaufenden Quersteg (140) und Querbolzen (142) bestehen;
b) die beim Querbolzen (142) liegenden Enden der Platten (143) Anschrägungen (1430) aufweisen; und
c) die Drehachse (D5) zwischen den Gelenklaschen (14) und der Sitzschale (3) über der Drehachse (D6) liegt, welche sich zwischen den Gelenklaschen (14) und dem Sitzträger (10) befindet.
7. Stuhlmechanik nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) zur Bildung der Verbindung in der Drehachse (D2) an den Armen (20) der Rückenlehne (2) je eine Klaue (22) mit einer nach oben halboffenen Lagerbohrung (220) und einer Eintrittsverengung (221) vorhanden und an der Sitzschale (3) ein Zapfen (30) mit einem Bolzen (300) angeordnet ist, wobei der Bolzen (300) zwei zueinander parallele Abflachungen besitzt, welche eine Querschnittsverjüngung
(301) ergeben; und dass
b) zur Bildung der Verbindung in der Drehachse (D5) an der Sitzschale (3) eine Klaue (13) mit einer nach unten halboffenen Lagerbohrung (130) und einer Eintrittsverengung (131) vorhanden ist und der Quersteg (140) jeder Gelenklasche (14) zwei zueinander parallele Abflachungen besitzt, welche eine Querschnittsverjüngung
(141) ergeben, wodurch
c) der Quersteg (140) und der Bolzen (300) nur mit den ausgerichteten Querschnittsverjüngungen (141,301) durch die Eintrittsverengungen (131,221) in die Lagerbohrungen (130,220) ein- und ausführbar sind.
8. Stuhlmechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Einstellung der Vorspannung der Feder (11) ein vom Benutzer betätigbares Schneckengetriebe (12) vorhanden ist, mit welchem eine auf der Feder (11) sitzende Druckscheibe (124) axial verschiebbar ist, wodurch sich die gegen die Unterseite der Sitzschale (3) wirkende Federkraft verändern lässt.
9. Stuhlmechanik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aufsetzen des kompletten Sitzträgers (10) auf die obere konische Partie der Kolbenstange (50) im Boden (175) der Gehäusebasis (17) eine konische Durchgangsbohrung (171) vorhanden ist, welche durch einen sich vom Boden (175) erstreckenden Rohrstutzen (1710) verlängert wird.
10. Stuhlmechanik nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusebasis (17), der Gehäusedeckel (18), die Gelenklaschen (14), die Federfassung (110), die Hebel (15,16) und der Lagerdeckel (19) einstückige Teile sind, welche im Metalldruckguss- oder im Kunststoffspritzverfahren
hergestellt sind.
11. Stuhlmechanik nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Sitzträger (10) auf einer vertikal wirkenden Feder (5), vorzugsweise in Gestalt einer Gasfeder, aufgesetzt ist; und
b) der Anlenkpunkt der Gelenklasche (14) an der Sitzschale (3) in der Drehachse (D5) mit dem Anlenkpunkt der Feder (6) an der Sitzschale (3) in der Drehachse (D4) auf einer gemeinsamen Drehachse liegen.
12. Fixierung eines Lehnenpolsters (
9) an einer Rückenlehne (
2) eines Stuhles,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Lehnenpolster (9) besteht aus:
aa) einem äusseren Bezug (90) mit einer inneren Füllung (91),
ab) einer auf der Rückseite (93) angeordneten, tragfesten Platte (92),
ac) einem an der Platte (92) fixierten Einhängebügel (96)
ad) auf der Rückseite (93) angeordneten Haftelementen (97), vorzugsweise Klettstreifen,
ae) einer auf der Rückseite (93) vom Bezug (90) gebildeten Tasche (94), in welche die Rückenlehne (2) einschiebbar ist und die sich hoch zur Oberkante (95) des Lehnenpolsters (9) erstreckt; und
b) an der Rückenlehne (2) vorhanden sind:
ba) ein Schlitz (23) zum Durchstecken des Einhängebügels (96) und
bb) auf der Innenseite Haftelemente (24), vorzugsweise Klettstreifen, welche zum Zusammenwirken mit den am Lehnenpolster
(9) angeordneten Haftelementen (97) bestimmt sind.
13. Fixierung eines Lehnenpolsters nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Einhängebügel (96) doppelt abgewinkelt ist und somit einen oberen Schenkel (962), ein Horizontalstück (961) und einen unteren Schenkel (960) besitzt, wobei
b) der untere Schenkel (960) aus der Tasche (94) herausragt und gänzlich durch den Schlitz (23) gesteckt ist, wenn das Lehnenpolster (9) auf die Rückenlehne (2) aufgezogen ist.
14. Fixierung eines Sitzpolsters (
8) auf einer Sitzschale (
3) eines Stuhles,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) das Sitzpolster (8) besteht aus:
aa) einem äusseren Bezug (80) mit einer inneren Füllung (81) und
ab) einem umlaufenden Filmscharnierband (82), welches einen Stützstreifen (822) und einen Fixierstreifen (823) aufweist, die beide durch ein Filmscharnier (824) miteinander verbunden sind, wobei das Filmscharnierband (82) an der Bezugskante (801) inwendig befestigt und im Bereich des nach vorne weisenden Zungenteils (31) der Sitzschale (3) ausgespart ist; und
b) an der Sitzschale (2) vorhanden sind:
ba) ein lateral und rückseitig umlaufender Aussenrand (32), wobei
bb) am Aussenrand (32) eine nach aussen weisende Wulst (321) mit einer Einhängekante (322) vorhanden ist, wodurch das Querschnittsprofil eines Widerhakens entsteht; und
c) der Fixierstreifen (823) nach innen einschlagbar und unter der Einhängekante (322) verklemmbar ist.
15. Fixierung eines Sitzpolsters (
8) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) an der Sitzschale (2) vorhanden sind:
aa) zuvorderst, jeweils am Beginn des Aussenrandes (32) ein wulstloser Randabschnitt (323) und
ab) vom Aussenrand (32) sich abwärts erstreckende Langlöcher (342); und
b) am Filmscharnierband (82) vorhanden sind:
ba) an den jeweiligen Enden ein Haken (820) und
bb) Rastköpfe (821); wobei
c) die Haken (820) an den Randabschnitten (323) einhängbar sind und die Rastköpfe (821) in die Langlöcher (342) eingedrückt werden.