[0001] Die Erfindung betrifft eine Laufbandeinrichtung mit einem Laufband und einer Halteeinrichtung
für den Benutzer, mit deren Hilfe das Körpergewicht des Benutzers teilweise ausgeglichen
werden kann.
[0002] Laufbandeinrichtungen werden z.B. zur Körperertüchtigung und zur Rehabilitation bzw.
Therapie eingesetzt. Derartige Laufbandeinrichtungen sind z.B. in DE 25 03 118 B2
und DE 42 38 252 C2 beschrieben. Ein endloses, über zwei Rollen umlaufendes Laufband
dient dabei als Lauffläche.
[0003] Derartige Laufbandeinrichtungen werden ebenso zu Therapie- bzw. Rehabilitationszwecken
eingesetzt. Hierzu werden dann zusätzlich Gurte verwendet, die den Benutzer bzw. Patienten
halten und das Körpergewicht teilweise ausgleichen, so daß der Patient sicher auf
dem Laufband gehen kann.
[0004] Ein Patient kann z.B. mit Hilfe dieser Gurte aus einem Rollstuhl in eine entsprechende
Position gebracht werden. Gleichzeitig kann dabei die Gurthaltekraft dieser Halteeinrichtung
derart eingestellt werden, daß das Körpergewicht des Patienten bzw. Benutzers zumindest
teilweise ausgeglichen wird. Patienten oder Benutzer mit z.B. Rückenverletzungen können
auf diese Weise ihre Gehfähigkeit trainieren ohne ihr Körpergewicht tragen zu müssen.
Im Laufe der Therapie können dann verschiedene Körpergewichtsbelastungen eingestellt
werden.
[0005] Nachteilig an derartigen Laufbandeinrichtungen mit einer solchen Halteeinrichtung
ist es, daß das Körpergewicht zu Beginn des Einsatzes der Laufbandeinrichtung am Anfang
einer Behandlung einmal ausgeglichen wird bzw. die Körperbelastung eingestellt wird
und während der individuellen Behandlung konstant bleibt. Die Höhe, in der der Benutzer
gehalten wird, kann sich dann nicht mehr ändern. Beim Gehen bzw. Laufen auf dem Laufband
entstehen jedoch Auf- und Abbewegungen des Körpers des Benutzers bzw. Patienten, die
durch eine solche Haltevorrichtung nicht ausgeglichen werden, da sie in der Höhe konstant
eingestellt ist.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Laufbandeinheit mit einer Halteeinrichtung
zur Verfügung zu stellen, bei der das Körpergewicht des Patienten bzw. Benutzers während
des Gehens bzw. Laufens trotz der dabei entstehenden Auf- und Abbewegungen konstant
ausgeglichen werden kann bzw. die Belastung konstant eingestellt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch eine Laufbandeinrichtung mit den Merkmalen des kennzeichnenden
Teiles des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß umfaßt die Halteeinrichtung mindestens eine Trageeinrichtung für
individuell hinzufügbare Gewichte, die als Gegengewichte dienen. Diese Gewichte stellen
ein frei wählbares aber dann konstantes Gegengewicht dar, das sich durch die Aufund
Abbewegung des Patienten oder Benutzers beim Gehen bzw. Laufen nicht verändert. Auf
diese Weise wird die Körperentlastung unabhängig von der Bewegung konstant gehalten
und die Anwendbarkeit und Wirksamkeit der Laufbandeinrichtung verbessert.
[0009] Vorteilhafterweise wird zusätzlich eine Einrichtung zur sicheren Positionierung des
Benutzers vorgesehen. Mit Hilfe einer solchen Einrichtung kann der Patient bzw. Benutzer
vor der Behandlung in die richtige Position gebracht werden, bevor sein Körpergewicht
mit Hilfe der Gewichte ausgeglichen bzw. teilweise ausgeglichen wird.
[0010] Eine solche Einrichtung zur sicheren Positionierung kann eine erste Seilzugeinrichtung
umfassen, die über mindestens eine erste Umlenkrolle von mindestens einem ersten kranartigen
Auslegergestell gehalten wird. Mit Hilfe einer solchen Seilzugvorrichtung und einer
entsprechenden Umlenkrolle kann ein Patient sehr einfach und sicher in eine aufrechte
Position gebracht werden.
[0011] Die Halteeinrichtung, mit deren Hilfe das Körpergewicht des Benutzers zumindest teilweise
ausgeglichen werden kann, kann vorteilhafterweise eine zweite Seilzugvorrichtung umfassen,
die von mindestens einer zweiten Umlenkrolle an einem zweiten kranartigen Auslegergestell
gehalten wird, wobei das Gewicht des Benutzers im Betrieb das eine Ende der Seilzugvorrichtung
belastet und die Trageeinrichtung mit den individuell dosierten Gewichten die andere.
Eine solche Anordnung gewährleistet einen einfachen Aufbau und gute Bedienbarkeit
und Dosierbarkeit der Gewichte.
[0012] Wünschenswert ist es, wenn die ersten und zweiten kranartigen Auslegergestelle von
einem einzigen kranartigen Gestell gebildet werden, an dem die ersten und zweiten
Umlenkrollen befestigt sind. Auf diese Weise wird ein einfacher Aufbau der Laufbandeinrichtung
gewährleistet.
[0013] Einfacherweise umfaßt die Halteeinrichtung eine Verbindungseinrichtung, die einen
Brust-, Bauch- oder Sitzgurt umfaßt. Eine solche Verbindungseinrichtung dient dem
sicheren Halt des Patienten bzw. Benutzers.
[0014] In vorteilhafter Ausgestaltung ist eine dritte Umlenkrolle vorgesehen, an der die
Verbindungseinrichtung befestigt ist, wobei die Verbindungseinrichtung mit der ersten
und zweiten Seilzugeinrichtung verbunden ist und die erste und zweite Seilzugvorrichtung
derart miteinander verbunden sind, daß eine Gesamtseilzugverbindung von der Trageeinrichtung
der Gegengewichte über die zweite Umlenkrolle, die dritte Umlenkrolle und die erste
Umlenkrolle den Benutzer hält.
[0015] Gemäß dieser Ausführungsform wird der Benutzer bzw. Patient mit Hilfe einer flaschenzugartigen
Anordnung gehalten. Die Gewichtsausgleichswirkung wird genauer dosierbar und es entsteht
aufgrund der über Umlenkrollen geführten Gesamtseilzugverbindung eine erhöhte Federungswirkung,
die die Behandlung bzw. Benutzung sowohl angenehmer als auch weniger belastend gestaltet.
[0016] Einfacherweise ist die Einrichtung zur sicheren Positionierung mit Hilfe mindestens
einer Kurbel betätigbar. Mit Hilfe einer solchen Kurbel kann die erste Seilzugeinrichtung
einfach bedient werden.
[0017] Vorteilhafterweise werden die Gewichte, die als Gegengewichte dienen, mit Hilfe mindestens
eines Stecknagels dosierbar ausgestaltet sein, um die Bedienung zu vereinfachen.
[0018] Vorteilhafterweise sind alle Merkmale der Halteeinrichtung mit Ausnahme der kranartigen
Auslegergestelle paarweise vorgesehen. Eine paarweise Anordnung ermöglicht das individuelle
Einstellen der Körperausgleichsgewichte mit verschiedenen Gegengewichten auf den beiden
Körperseiten des Patienten bzw. Benutzers. Bestimmte Behandlungsverfahren werden auf
diese Weise effektiver durchgeführt oder verbessert.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Laufbandeinrichtung in schematischer Darstellung
und
- Fig. 2
- eine Ansicht einer erfindungsgemäßen Laufbandeinrichtung in schematischer Darstellung
von hinten.
[0020] Fig. 1 zeigt eine spezielle Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit einer
Halteeinrichtung 1 für einen Benutzer 2. Fig. 2 zeigt dieselbe erfindungsgemäße Laufbandeinrichtung
in einer Ansicht von hinten. Zur Erhöhung der Übersichtlichkeit ist der Benutzer 2
in Fig. 2 nur als Gewicht dargestellt.
[0021] Der Benutzer 2 bewegt sich auf dem Laufband 3, das in den Fig.en als endloses Laufband
dargestellt ist. Derartige Laufbänder sind z.B. in DE 25 03 118 B2 und DE 42 38 252
C2 beschrieben und können aus miteinander verkoppelten Trittlamellen bestehen. Der
Benutzer 2 wird in dem gezeigten Beispiel von einem Bauchgurt 9 gehalten, der mit
dem einen Ende einer ersten Seilzugvorrichtung 10 verbunden ist, deren anderes Ende
mit einer Kurbel 11 verbunden ist. Die Seilzugvorrichtung 10 läuft über eine Umlenkrolle
12 an dem kranartigen Auslegergestell 6. Weiterhin ist der Bauchgurt 9 mit dem einen
Ende einer zweiten Seilzugvorrichtung 5 verbunden, an deren anderem Ende eine Trageeinrichtung
4 für Gewichte 4a hängt, die individuell hinzuschaltbar oder wegschaltbar sind, wie
man das an sich von in Fitnesscentern üblichen Trimmgeräten kennt. Die zweite Seilzugvorrichtung
5 läuft um eine zweite Umlenkrolle 7 an dem kranartigen Auslegergestell 6. Die ersten
und zweiten Seilzugvorrichtungen 10, 5, die Trageeinrichtung 4 und die ersten und
zweiten Umlenkrollen 12 und 7 sind jeweils paarweise vorgesehen, um eine individuelle
Entlastung der beiden Seiten des Patientenkörpers zu ermöglichen. Die Gewichtskraft
des Benutzers 2 ist mit dem Pfeil 21 bezeichnet, während die wirkende Kraft der Gegengewichte
mit dem Pfeil 20 bezeichnet ist.
[0022] Der Benutzer 2 wird mit Hilfe der Kurbeln 11 und der Seilzugvorrichtungen 10 z.B.
aus einem Rollstuhl in die aufrechte Position gebracht. Mit Hilfe eines Stecknagels
4c können Gewichte 4a in der Trageeinrichtung 4 an der zweiten Seilzugvorrichtung
5 befestigt werden, mit deren Hilfe das Gewicht des Patienten oder Benutzers 2 teilweise
oder ganz ausgeglichen wird. Die Gegengewichte 4a werden dabei aus einem Reservoir
4b für Gewichte entnommen.
[0023] Bei der Geh- bzw. Laufbewegung des Benutzers entsteht eine Auf- und Abbewegung, die
zu einer entsprechenden Auf- und Abbewegung der Gewichte führt. In jeder Phase der
Bewegung wird also der Gewichtsausgleich konstant durchgeführt.
[0024] Die erste Seilzugeinrichtung 10 und die zweite Seilzugeinrichtung 5 können auch durch
ein einzelnes Seil gebildet werden, das über eine Umlenkrolle 8 mit dem Bauchgurt
9 des Patienten 2 verbunden ist. Es entsteht auf diese Weise eine Art Flaschenzug,
die eine genaue Dosierung der Gegengewichte 4a im Verhältnis zum Körpergewicht des
Patienten 2 ermöglicht. Bei dieser Ausführungsform wird zu Beginn der Behandlung bzw.
Benutzung bei der sicheren Positionierung des Patienten mit Hilfe der Seilzugvorrichtung
10 und der Kurbel 11 der zweite Teil der Seilzugvorrichtung 5 entsprechend festgelegt.
[0025] Die erfindungsgemäße Laufbandeinrichtung ermöglicht also den Ausgleich des Körpergewichtes
bzw. die Einstellung der Körperbelastung beim Gehen bzw. Laufen eines Patienten bzw.
Benutzers 2 bei konstantem Gewichtsausgleich bzw. konstanter Körperbelastung unabhängig
von den Auf- und Abbewegungen des Benutzers.
[0026] Wenn in dieser Beschreibung und den Ansprüchen von Gewichten die Rede ist, umfaßt
dieser Begriff auch Gewichtskräfte allgemein, wie sie z.B. auch durch einstellbare
Federn erzeugt werden können.
1. Laufbandeinrichtung mit einem Laufband und einer Halteeinrichtung für den Benutzer,
mit deren Hilfe das Körpergewicht des Benutzers zumindest teilweise ausgeglichen werden
kann,dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (1) mindestens eine Trageeinrichtung (4) für individuell
hinzufügbare Gewichte (4a) umfaßt, die als Gegengewichte dienen.
2. Laufbandeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine Einrichtung (10, 11, 12) zur sicheren Positionierung des Benutzers
(2) vorgesehen ist.
3. Laufbandeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur sicheren Positionierung mindestens eine erste Seilzugvorrichtung
(10) umfaßt, die über mindestens eine erste Umlenkrolle (12) von einem ersten kranartigen
Auslegergestell (6) gehalten wird.
4. Laufbandeinrichtung nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (1) mindestens eine zweite Seilzugvorrichtung (5) umfaßt,
die von mindestens einer zweiten Umlenkrolle (7) an einem zweiten kranartigen Auslegergestell
(6) gehalten wird, wobei das Gewicht des Benutzers (2) im Betrieb das eine Ende der
Seilzugvorrichtung (10) belastet und die Trageeinrichtung (4) mit den individuell
dosierten Gewichten (4a) die andere.
5. Laufbandeinrichtung nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten kranartigen Auslegergestelle (6) von einem einzigen kranartigen
Gestell gebildet werden, an dem die ersten und zweiten Umlenkrollen (12, 7) befestigt
sind.
6. Laufbandeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (1) eine Verbindungseinrichtung (9) umfaßt, die einen Brust-,
Bauch- oder Sitzgurt umfaßt.
7. Laufbandeinrichtung nach den Ansprüchen 3, 4 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine dritte Umlenkrolle (8) vorgesehen ist, an der die Verbindungseinrichtung
(9) befestigt ist, wobei die Verbindungseinrichtung (9) mit der ersten und zweiten
Seilzugeinrichtung (5, 10) verbunden ist und die erste und zweite Seilzugvorrichtung
(10, 5) derart miteinander verbunden sind, daß eine Gesamtseilzugverbin. dung von
der Trageeinrichtung (4) der Gegengewichte (4a) über die zweite Umlenkrolle (7), die
dritte Umlenkrolle (8) und die erste Umlenkrolle (12) den Benutzer (2) hält.
8. Laufbandeinrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zur sicheren Positionierung mit Hilfe mindestens einer Kurbel
(11) betätigbar ist.
9. Laufbandeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Gewichte (4a) mit Hilfe mindestens eines Stecknageis (4c) dosierbar sind.
10. Laufbandeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß alle Merkmale der Halteeinrichtung (1) mit Ausnahme der kranartigen Auslegergestelle(6)
paarweise vorgesehen sind.