[0001] Die Erfindung betrifft eine Pulverbeschichtungskabine mit einem Arbeitsraum, der
von Begrenzungsflächen zumindest teilweise umschlossen ist und ein Beschichtungsverfahren.
[0002] Zum Pulverbeschichten eines Werkstückes wird dieses normalerweise in den Arbeitsraum
einer Pulverbeschichtungskabine gebracht. In grösseren Beschichtungsanlagen werden
die Werkstücke mit Fördersystemen, insbesondere an Schienen hängend, durch den Arbeitsraum
geführt. In der zumindest weitgehend geschlossenen Pulverbeschichtungskabine wird
das Werkstück aus Sprühdüsen mit, vorzugsweise elektrostatisch aufgeladenem, Pulver
besprüht. Dabei wird meist mehr Pulver verwendet, als vom Werkstück aufgenommen werden
kann. Das überschüssige Pulver fällt hauptsächlich auf den Boden des Arbeitsraumes.
Ein nicht zu vernachlässigender Teil des Pulvers gelangt an die Wand- und Deckenbereiche
des Arbeitsraumes und bleibt dort haften. Diese Haftung ist allerdings nicht dauerhaft,
so dass bei einem Farbwechsel eine Reinigung des Arbeitsraumes erforderlich ist, um
zu vermeiden, dass beim nachfolgenden Beschichten eines Werkstückes mit anderst farbigem
Pulver versehentlich Pulver mit der zuvor verwendeten Farbe an das Werkstück gelangt.
[0003] Die manuelle Reinigung der Wand- und Decken- und Bodenbereiche des Arbeitsraumes
ist relativ aufwendig. Man hat daher Pulverbeschichtungskabinen mit verschiedenen
Reinigungsvorrichtungen vorgeschlagen. Aus der EP 200 681 ist ein an den inneren Kabinenquerschnitt
angepasster Reinigungsrahmen bekannt, der an Schienen aufgehängt durch die Kabine
fahrbar ist. Am Rahmen sind Blasdüsen, Schwämme, Bürsten, Lappen, Tücher oder Leder
angebracht. Aus der EP 433 589 ist eine ähnliche Lösung bekannt, die aber zur Verbesserung
der Reinigungsleistung am Rahmen einen aufblasbaren Balg vorsieht, so dass ein optimaler
Wischdruck einstellbar ist. Ebenfalls zur Verbesserung der Reinigungsleistung wird
in der EP 678 335 vorgeschlagen, die Reinigungselemente relativ zum Rahmen bewegbar
auszubilden. Um auf die Befestigung der Reinigungselemente an einem durch den Arbeitsraum
führbaren Rahmen zu verzichten, sieht die EP 701 868 Schaber vor, die an den inneren
Berandungsflächen des Arbeitsraumes entlangbewegbar sind und dabei magnetisch von
ausserhalb des Arbeitsraumes angeordneten Bewegungsvorrichtungen gehalten sind.
[0004] Diese mechanischen Reinigungsvorrichtungen benötigen für jede zu reinigende Fläche
mehrere Reinigungsbewegungen, was mit einem grossen Zeitaufwand verbunden ist. Zudem
wird durch die Reinigungsbewegungen Pulver aufgewirbelt, das sich erst nach der Reinigung
am Boden oder an einer anderen Berandungsfläche des Arbeitsraumes absetzt.
[0005] Die erfindungsgemässe Aufgabe besteht nun darin, eine einfache Reinigungslösung zu
finden, die mit kurzem Zeitaufwand ein im wesentlichen vollständiges Entfernen des
überschüssigen Beschichtungspulvers aus dem Arbeitsraum ermöglicht.
[0006] Die erfindungsgemässe Lösung sieht vor, dass durch das Verwenden mindestens einer
entfernbaren Folienfläche, die von einem Haltemittel gehalten wird und sich dabei
zumindest entlang eines Teiles einer Begrenzungsfläche erstreckt, zumindest ein Teil
der Reinigung des Arbeitsraumes bzw. dessen Begrenzungsflächen durch das Entfernen
der Folienfläche erzielt wird. Das Entfernen einer Folienfläche kann sehr schnell
und insbesondere so durchgeführt werden, dass im wesentlichen kein Beschichtungspulver
aufgewirbelt wird. Das mit der Folienfläche aus dem Arbeitsraum geführte Pulver kann
ausserhalb des Arbeitsraumes von der Folienfläche entfernt und insbesondere wieder
zum Beschichten verwendet werden.
[0007] Zum Halten mindestens einer Folienfläche umfasst die Pulverbeschichtungskabine ein
Haltemittel mit mindestens einem Halteelement, wobei mindestens ein Halteelement vorzugsweise
als Saugelement, insbesondere als Ansaugleiste mit einer Vielzahl von Saugöffnungen,
ausgebildet und an einer Begrenzungsfläche angeordnet ist, so dass ein an das Saugelement
anliegender Folienbereich aufgrund eines erzeugbaren Unterdruckes am Saugelement festhaltbar
ist.
[0008] Zum Einbringen der Folienfläche in den Arbeitsraum ist vorzugsweise ein Zuführmittel
vorgesehen. Entsprechend ist zum Entfernen der Folienfläche aus dem Arbeitsraum insbesondere
auch ein Ausführmittel vorgesehen. Die Folienfläche das Zuführ- und das Ausführmittel
sind an die jeweilige Beschichtungskabine angepasst.
[0009] Bei Handkabinen wird vorzugsweise eine sackförmige Folienfläche insbesondere von
Hand in den Arbeitsraum eingeführt und wieder herausgenommen. Im Arbeitsraum bildet
die Folienfläche eine an die Begrenzungsflächen anliegende Innenhülle mit einer Öffnung
zum Ein- und Ausführen der Werkstücke und gegebenenfalls mit einer Absaugöffnung zum
Absaugen des überschüssigen Pulvers. Es besteht etwa die Möglichkeit, dass für jede
häufig verwendete Farbe eine Folienfläche vorgesehen ist, die auch ohne gründliche
Reinigung für die gleiche Farbe wieder verwendbar ist. Gegebenenfalls handelt es sich
bei den Folienflächen um Wegwerffolien, die somit nicht gereinigt, sondern lediglich
ersetzt werden. Wenn eine Reinigung vorgesehen ist, so kann diese ausserhalb des Arbeitsraumes
vorzugsweise mit einer besonders geeigneten Reinigungsvorrichtung erfolgen.
[0010] Bei Durchlaufkabinen ist es zweckmässig, wenn die Folienfläche aus mehreren Folienbahnen,
die je entlang einer Bergrenzungsfläche verlaufen, zusammengestellt ist. Zum einfachen
Bereitstellen, bzw. Einbringen und Entfernen, einer solchen Bahn, wird an zwei voneinender
beabstandeten Seiten einer Begrenzungsfläche eine Rollenhalterung vorgesehen. In der
einen Rollenhalterung wird eine Zuführ-Folienrolle und in der anderen eine Sammelrolle
angeordnet, wobei zumindest die Sammelrolle mit einem Drehantrieb verbunden ist. Um
die Folienbahn an der Begrenzungsfläche zu halten, ist ein Haltemittel, insbesondere
mit mindestens einem Saugelement vorgesehen. Gegebenenfalls ist die Folienbahn zwischen
den beiden Rollen so spannbar, dass sie aufgrund der Spannkraft auch bei einem im
Arbeitsraum vorgesehenen Unterdruck nicht wesentlich von der Begrenzungsfläche weg
bewegt wird. Zur Halterung können insbesondere auch die beiden Seitenränder der Folienbahn
zumindest in einem Teilbereich zwischen den beiden Rollen in einer Seitenführung aufgenommen
werden, wobei die Folie gegebenenfalls auch in der Seitenführung festklemmbar ist.
[0011] Um zwei entlang aneinander anschliessender Begrenzungsflächen verlaufende Folienbahnen
dicht aneinander anschliessend anzuordnen, können die aneinander angrenzenden Randbereiche
dicht aneinander anliegend geführt oder aber miteinander verbunden werden. Vor den
Sammelrollen müssen die Folienränder aus der gemeinsamen Führung austreten bzw. voneinander
getrennt, insbesondere geschnitten werden. Ausserhalb des Arbeitsraumes erfolgt gegebenenfalls
vor dem Aufrollen der Folienbahnen eine Reinigung. Gegebenenfalls werden die Folienbahnen
aber mitsamt dem daran haftenden Pulver aufgerollt. Der Zeitaufwand zum Reinigen der
Begrenzungsflächen des Arbeitsraumes beschränkt sich somit auf die Zeit, die zum Vorschieben
der Folienbahnen um die Länge des Arbeitsraumes benötigt wird.
[0012] Bei Durchlaufkabinen, die in der Deckenfläche einen Deckenschlitz zum Durchführen
einer Werkstück-Halterung der Transportvorrichtung haben, ist es zweckmässig eine
schlauchförmige Folienfläche mit einem an den Deckenschlitz angepassten Folienschlitz
vorzusehen. Dazu wird etwa entlang der Boden- und entlang zweier Seitenflächen je
eine und im Bereich der Deckenfläche beidseits des Schlitzes je eine Folienbahn geführt.
Im Bereich der Begrenzungsflächen mit der Eintritts- bzw. mit der Austrittsöffnung
sind gegebenenfalls keine Folien vorgesehen, sodass bei Farbwechseln nur diese Begrenzungsflächen-Bereiche
gereinigt werden müssen. Falls die Eintritts- und die Austrittsöffnung mit Türen verschliessbar
sind, können auch an diesen Türen vorschiebbare Folienbahnen vorgesehen werden.
[0013] Die Zeichnungen erläutern die Erfindung anhand eines schematisch dargestellten Beispieles.
- Fig. 1:
- Perspektivische Darstellung einer einfachen Kabine mit einer sackförmigen Folienfläche
- Fig. 2a:
- Frontansicht einer Durchlaufkabine
- Fig. 2b:
- Grundriss einer Durchlaufkabine
- Fig. 2c:
- Seitenansicht einer Durchlaufkabine
- Fig. 3:
- Perspektivisches Zusammenstell-Schema einer Durchlaufkabine gemäss Fig.2
[0014] Fig. 1 zeigt eine einfache Beschichtungskabine 1 mit einem Arbeitsraum 2, der von
fünf Begrenzungsflächen 3 und einer Arbeitsöffnung 4 begrenzt ist. In der der Arbeitsöffnung
gegenüberliegenden Rückwand ist gestrichelt ein Absaugstutzen 11 eingezeichnet. Die
Beschichtungskabine 1 steht auf mit Rollen 6 versehenen Beinen 5. Eine an die Gösse
des Arbeitsraumes 2 angepasste Folienfläche 7 ist sackförmig ausgebildet und umfasst
fünf an die Begrenzungsflächen 3 anlegbare Teilflächen 8 und mindestens eine Arbeitsöffnung
13, durch die ein Werkstück und/oder eine Pulver-Sprühdüse führbar sind. Die an die
rückwärtige Begrenzungsfläche anlegbare Teilfläche 8 umfasst eine an den Absaugstutzen
11 angepasste Absaugöffnung 12. Um die Teilflächen 8 an den entsprechenden Begrenzungsflächen
3 zu halten, sind zumindest an zwei einander gegenüberliegenden seitlichen und an
der oberen Begrenzungsfläche 3 Ansaugleisten 9 mit in den Arbeitsraum 2 mündenden
Ansaugöffnungen 10 vorgesehen. Die Ansaugleisten 9 sind mit einer Saugvorrichtung
verbindbar. Gegebenenfalls werden aber zum Festhalten der Folienfläche 7 anstelle
der Ansaugleisten 9 Klemmelemente, insbesonere entlang von Kanten zwischen den Begrenzungsflächen
3 verlaufende Klemmführungen, vorgesehen.
[0015] Fig. 2a, 2b und 2c zeigen eine Durchlaufkabine 21 mit einem Arbeitsraum 22. Die Werkstücke
werden an Werkstück-Halterungen 23 einer Transportvorrichtung entlang einer Durchlaufsachse
24 durch den Arbeitsraum 22 geführt. Die Durchlaufsachse 24 führt von einer Eintritts-
zu einer Austrittsseite 25 bzw. 26. Parallel zur Durchlaufsachse 24 sind zwei seitliche
Begrenzungsflächen 27, eine Bodenfläche 28, sowie eine zweiteilige Deckenfläche 29
angeordnet. Zwischen den beiden Deckenflächenteilen 29 ist ein Deckenschlitz 30 ausgebildet,
durch den die Werkstück-Halterung 23 von einer nicht eingezeichneten Transportschiene
in den Arbeitsraum 22 hängt. Um entlang der parallel zur Durchlaufsachse 24 angeordneten
Begrenzungsflächen 27, 28 und 29 eine schlauchförmige Folienfläche mit einem an den
Deckenschlitz 30 angepassten Folienschlitz vorzusehen wird entlang der Boden- und
entlang zweier Seitenflächen je eine und im Bereich der Deckenfläche beidseits des
Schlitzes 30 je eine Folienbahn 27a, 28a und 29a geführt.
[0016] Die Folienbahnen 27a, 28a und 29a, erstrecken sich jeweils von einer Zuführ-Folienrolle
27b, 28b und 29b zu einer Sammelrolle 27c, 28c und 29c. Die Zuführ-Folienrollen 27b,
28b und 29b und die Sammelrollen 27c, 28c und 29c sind ausserhalb des Arbeitsraumes
22 drehbar in Rollenhalterungen gelagert. Über Umlenkelemente 27d, 28d und 29d werden
die Folienbahnen 27a, 28a und 29a so umgelenkt, dass der obere bzw. untere Folienrand
der seitlichen Folienbahnen 27a an den äusseren Folienrand der Decken- bzw. Boden-Folienbahnen
29a bzw. 28a angrenzt. Im Bereich der Eintrittsseite 25 ist an jeder der vier Ecken
des Arbeitsraumes 22 eine Verschweissvorrichtung 33 zum Verschweissen der aneinander
angrenzenden Folienbahnen angeordnet. Im Bereich der Austrittsseite 26 ist entsprechend
an jeder der vier Ecken des Arbeitsraumes 22 eine Trenn- bzw. Schneidvorrichtung 34
zum Trennen bzw. Aufschneiden der miteinander verbundenen Folienbahnen angeordnet.
[0017] Bei einem Farbwechsel werden alle Folienbahnen 27a, 28a und 29a um die Länge des
Arbeitsraumes 22 vorgeschoben, indem die Bahnabschnitte dieser Länge von einem gemeinsamen
Antrieb auf die Sammelrollen 27c, 28c und 29c aufgewickelt werden. Beim Vorschieben
der Folienbahnen 27a, 28a und 29a werden die aneinander angrenzenden Bahnen im Eintrittsbereich
25 miteinander verbunden und im Austrittsbereich 26 voneinander getrennt. Dadurch
befindet sich im Arbeitsraum 22 immer eine schlauchförmig geschlossene Folienfläche,
die lediglich einen an den Deckenschlitz 30 angrenzenden Folienschlitz aufweist. Das
Beschichtungspulver das im Austrittsbereich 26 beim Aufwickeln der Folienbahnen 27a,
28a und 29a von diesen herunterfällt, wird in einer Auffangwanne 39 gesammelt.
[0018] Um die Folienbahnen 27a, 28a und 29a an den Begrenzungsflächen des Arbeitsraumes
22 festzuhalten, sind an diesen Saugleisten 35 angeordnet, die mit in den Arbeitsraum
22 mündenden Ansaugöffnungen einen Unterdruck erzeugbar machen. Die Saugleisten 35
sind über Saugleitungen 36 mit einer Saugvorrichtung verbindbar. Es versteht sich
von selbst, dass anstelle dieser Saughalterung auch beliebige Klemmhalterungen vorgesehen
werden können. Gegebenenfalls genügt es auch, wenn zwischen den Zuführrollen 27b,
28b, 29b und den Sammelrollen eine Spannkraft erzielbar ist.
[0019] Quer zur Durchlaufsachse 24 sind die Begrenzungsflächen mit der Eintritts- bzw. mit
der Austrittsöffnung 31 bzw. 32 ausgebildet. Um diese Öffnungen öffnen und schliessen
zu können, sind Schiebetüren 37 in Führungen 38 quer zur Durchlaufsachse 24 verschiebbar
gelagert. An den Innenflächen dieser Türen 37 sind gegebenenfalls Halterungen, insbesondere
Klemmleisten oder Einhängvorrichtungen, vorgesehen, um Folienstücke einfach befestigen
zu können. Da die Türen 37 gut zugänglich sind, wäre ein manuelles Ersetzten dieser
Folienstücke nicht besonders zeitaufwendig. Um einen automatische Farbwechsel zu ermöglichen,
könnten auch die Türen 37 mit automatisch vorschiebbaren Folienbahnen abgedeckt werden.
[0020] Fig. 3 zeigt schematisch wie eine erfindungsgemässe Kabine - entsprechend jener der
Fig. 2 - zusammengestellt wird. Die Beschichtungskabine 1 umfasst ein zentrales Kabinengestell
40, an dem Wandelemente 41 mit Saugleisten 35 befestigt sind. Beidseits des Kabinengestelles
40 ist je ein Rollenhalterungsrahmen 43 über Anschlusselemente 42 am Kabinengestell
40 befestigt. Am einen Rollenhalterungsrahmen 43 sind die Zuführ-Folienrollen 27b,
28b, 29b und am anderen die Sammelrollen 27c, 28c, 29c gelagert. Aus dieser Darstellung
geht klar hervor, dass auch eine Kabine nach dem Stande der Technik mit einem Nachrüstsatz
zu einer erfindungsgemässen Kabine ausgebaut werden kann. Dabei umfasst ein Nachrüstsatz
vorzugsweise Anschlusselemente 42 und Rollenhalterungsrahmen 43, die zum Tragen der
Zuführ-Folienrollen 27b, 28b, 29b bzw. Sammelrollen 27c, 28c, 29c ausgebildet sind.
Insbesondere umfasst ein Nachrüstsatz auch Wandelemente 41 mit Saugleisten 35.
[0021] Das Verwenden von Folienflächen ist auch in bereits bestehenden Beschichtungskabinen
durch das Einbauen von Folienführungen und/oder von Folienhalterungen möglich. Die
Kabinen die ausschliesslich mit Folienflächen eingesetzt werden brauchen keine durchgängigen
festen Kabinenwände. Sie können im wesentlichen auf Rahmenkonstruktionen mit Rollenhalterungen
und gegebenenfalls dazwischen angeordneten Halteelementen zum Kalten der Folienfläche
beschränkt werden.
1. Pulverbeschichtungskabine mit einem Arbeitsraum (2,22), der von Begrenzungsflächen
(3,27,28,29) zumindest teilweise umschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Haltemittel (9,10,27b,27c,28b,28c,29b,29c,35) zum Halten mindestens einer, sich
im Arbeitsraum (2,22) zumindest entlang eines Teiles einer Begrenzungsfläche (3, 27,28,29)
erstreckenden, Folienfläche (7) vorgesehen ist.
2. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Haltemittel (9,10,27b,27c,28b, 28c,29b,29c,35) mindestens ein Halteelement zum
Festhalten eines Teilbereiches der Folienfläche (7) umfasst, wobei mindestens ein
Halteelement vorzugsweise als Saugelement, insbesondere als Ansaugleiste (9,35) mit
einer Vielzahl von Saugöffnungen (10), ausgebildet und an einer Begrenzungsfläche
(3,27,28,29) angeordnet ist, so dass ein an das Saugelement anliegender Folienbereich
aufgrund eines erzeugbaren Unterdruckes am Saugelement festhaltbar ist.
3. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zuführmittel zum Einbringen der Folienfläche (7) in den Arbeitsraum (2,22) und
vorzugsweise auch ein Ausführmittel zum Entfernen der Folienfläche (7) aus dem Arbeitsraum
vorgesehen ist.
4. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Zuführmittel mindestens eine Rollenhalterung zum Halten einer Zuführ-Folienrolle
(27b,28b,29b) mit einer Folienbahn (27a,28a,29a) und/oder eine Verbindungsvorrichtung,
vorzugsweise eine Schweissvorrichtung (33), zum seitlichen Verbinden bzw. Verschweissen
von Abschnitten mindestens zweier Folienbahnen (27a,28a,29a) umfasst, wobei insbesondere
etwa mindestens eine Decken-, mindestens eine Boden- und mindestens eine Seitenfolienbahn
(29a,28a,27a) so dimensioniert und miteinander verbindbar sind, dass die zusammengestellte
Folienfläche zumindest in einem Teilraum des Arbeitsraumes (2,22) an mindestens einen
Decken-, einen Boden- und mindestens einen Seitenbereich der Pulverbeschichtungskabine
(21) anlegbar ist.
5. Pulverbeschichtungskabine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausführmittel mindestens eine Rollenhalterung zum Halten und insbesondere Antreiben
einer Sammelrolle (27c,28c,29c) und/oder eine Trennvorrichtung (34) zum Trennen einer
Folienfläche in mindestens zwei Folien-Teilflächen umfasst, wobei zum Entfernen einer
Folienfläche, die aus miteinander verbundenen, in verschiedenen Ebenen liegenden Folienbahnen
(27a,28a,29a) besteht, diese im Bereich der Verbindungslinien trennbar bzw. aufschneidbar
und bahnweise aus dem Arbeitsraum (22) entfernbar ist.
6. Pulverbeschichtungskabine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der nachfolgenden Merkmale vorgesehen ist,
a) die Pulverbeschichtungskabine ist als Durchlaufkabine (21) mit einer, von einer
Eintritts- zu einer Austrittsseite führenden Durchlaufsachse (24) ausgebildet und
die Folienfläche verläuft schlauchartig entlang der im wesentlichen parallel zur Durchlaufsachse
(24) angeordneten Begrenzungsflächen (27,28,29);
b) in der Deckenbegrenzungsfläche (29) ist ein Deckenschlitz (30) zum Durchführen
einer Halterung (23) einer Transportvorrichtung und entsprechend in der Folienfläche
ein an den Deckenschlitz (30) angepasster Folienschlitz ausgebildet;
c) die Folienfläche ist aus fünf Folienbahnen (27a,28a,29a), die sich jeweils von
einer ZuführFolienrolle (27b,28b,29b) zu einer Sammelrolle (27c,28c,29c) durch den
Arbeitsraum (22) erstrecken, zusammengestellt, wobei vorzugsweise eine Folienbahn
(28a) entlang der Bodenfläche (28), je eine Folienbahn (27a) entlang von zwei Seitenflächen
(27) und zwei Folienbahnen (29a) beidseits eines Deckenschlitzes (30) entlang der
Deckenfläche (29) angeordnet sind; und
d) die Folienfläche (7) ist als Sack ausgebildet, vorzugsweise mit einer Absaugöffnung
(12) und insbesondere mindestens einer Arbeitsöffnung (13) zum Einführen eines Werkstückes
und/oder zum Durchführen einer Pulver-Sprühvorrichtung.
7. Verfahren zum Beschichten von Werkstücken mit Pulver bei dem die zu beschichtenden
Werkstücke in den Arbeitsraum (2,22) einer Pulverbeschichtungskabine (1,21) geführt
und dort beschichtet werden, dadurch gekennzeichnet, dass im Arbeitsraum (2,22) zumindest entlang eines Teiles einer Begrenzungswand (3,27,28,29)
eine entfernbare Folienfläche (7) angeordnet wird, an der sich überschüssiges Pulver
festsetzen kann und die bei einem Farbwechsel mitsamt dem daran anliegenden Pulver
aus dem Arbeitsraum (2,22) entfernt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Bereitstellen der Folienfläche Abschnitte von mindestens zwei Folienbahnen (27a,28a,29a)
seitlich miteinander verbunden, vorzugsweise verschweisst werden, wobei insbesondere
etwa mindestens eine Decken-, eine Boden- und mindestens eine Seitenfolienbahn (27a,28a,
29a) so dimensioniert und miteinander verschweisst sind, dass die zusammengestellte
Folienfläche zumindest in einem Teilraum des Arbeitsraumes (22) an mindestens einen
Decken-, einen Boden- und mindestens einen Seitenbereich der Pulverbeschichtungskabine
(21) anlegbar ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Entfernen einer Folienfläche, die aus miteinander verbundenen Folienbahnen (27a,28a,29a)
besteht, die Folienfläche im Bereich mindestens einer Verbindungslinie aufgeschnitten
und bahnweise aus dem Arbeitsraum entfernt wird, wobei die einzelnen Bahnen vorzugsweise
von einer Zuführrolle (27b,28b,29b) abgewickelt im Eingangsbereich (25) zum Arbeitsraum
(22) miteinander verschweisst und im Austrittsbereich (26) voneinander getrennt und
ausserhalb des Arbeitsraumes (22) gegebenenfalls nach einer Reinigung, oder aber mit
dem daran haftenden Pulver auf Sammelrollen (27c,28c,29c) aufgewickelt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mit der Folienfläche aus dem Arbeitsraum (22) entnommene Pulver von dieser entfernt
und dadurch zur erneuten Verwendung rückgewonnen wird.
11. Nachrüstsatz für eine Pulverbeschichtungskabine (1) mit einem, vorzugsweise aber zwei,
Rollenhalterungsrahmen (43), die zum Tragen von Zuführ-Folienrollen (27b, 28b, 29b)
bzw. Sammelrollen (27c, 28c, 29c) ausgebildet sind, und/oder mit Halteelementen, vorzugsweise
mindestens einem Wandelement (41) mit Saugleisten (35).