| (19) |
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(11) |
EP 0 839 651 A1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
| (88) |
Veröffentlichungstag A3: |
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06.05.1998 Patentblatt 1998/19 |
| (43) |
Veröffentlichungstag: |
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06.05.1998 Patentblatt 1998/19 |
| (22) |
Anmeldetag: 10.10.1997 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B41F 23/06 |
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV RO SI |
| (30) |
Priorität: |
31.10.1996 DE 19643986
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| (71) |
Anmelder: MAN Roland Druckmaschinen AG |
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63075 Offenbach (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Stöffler, Achim
63067 Offenbach (DE)
- Wiese, Holger, Dr.-Ing.
63179 Obertshausen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Stahl, Dietmar |
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MAN Roland Druckmaschinen AG,
Abteilung FTB/S,
Postfach 101264 63012 Offenbach 63012 Offenbach (DE) |
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| (54) |
Verfahren zum Bestäuben, vorzugsweise eines bogenförmigen Bedruckstoffes in einer
Druckmaschine |
(57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestäuben, vorzugsweise eines bogenförmigen
Bedruckstoffes in einer Druckmaschine.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Bestäubungsverfahren zu schaffen, das insbesondere
eine gleichmäßigere Bestäubung der Bedruckstoffe gewährleistet und den Verbrauch an
Bestäubungsmaterial spürbar reduziert.
Gelöst wird das dadurch, indem durch eine Bestäubungseinrichtung ein an den Düsen
ständig austretender Volumenstrom (Bestäubungsmaterial und Druckluft) erzeugt wird,
welcher vollständig oder teilweise unmittelbar an den Düsen abgesaugt und in einem
Kreislauf der Bestäubungseinrichtung zurückgeführt wird und daß der nicht abgesaugte
Volumenstrom zur Förderebene und in Förderrichtung des Bedruckstoffes geneigt dem
Bedruckstoff zugeführt wird.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestäuben, vorzugsweise eines bogenförmigen
Bedruckstoffes in einer Druckmaschine, mit wenigstens einer Reihe von sich über die
Bedruckstoffbreite erstreckenden Bestäubungsdüsen nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Eine Bestäubungseinrichtung zur Puderbestäubung von frisch bedruckten Bogen ist aus
der DB 22 07 983 B2 bekannt. Die Einrichtung soll das Ausstäuben von Puder über die
Grenzen des Wirkungsbereiches hinaus verhindern und eine Puderrückgewinnung ermöglichen.
Oberhalb der Bogenförderebene ist ein Puderzuführrohr angeordnet aus dem mittels Druckluft
Puder auf den Bogen aufgestäubt wird. In Bogenförderrichtung vor und nach dem Puderzuführrohr
ist als Blasvorhang je ein Blasrohr mit zugeordnetem Saugrohr angeordnet, durch die
überschüssiger Puder absaugbar ist. Die Austrittsöffnungen der Austrittsdüsen sind
zur Bogenförderebene im rechten Winkel, d.h. senkrecht angeordnet.
[0003] Aus der DB 42 07 118 A1 ist unter anderem bekannt, daß ein Puderkasten in Förderrichtung
nach der Puderdüsenanordnung einen größeren Abstand als vor dieser aufweist. Dabei
ist in Förderrichtung nach der Puderanordnung eine Luftdüsenanordnung vorhanden, deren
Blasluft entgegen der Förderrichtung strömt. Mittels eines durch Druckluft erzeugbaren
Luftvorhanges wird der Puderbereich abgeschottet, wobei Luft und Puder abgesaugt werden.
[0004] Weiterhin ist aus dem DB 295 17 283 U1 eine Pudereinrichtung im Ausleger einer Druckmaschine
bekannt. Die Einrichtung besitzt ein Gebläse, vorzugsweise einen Axialventilator,
auf, das einen senkrecht auf die Bogenförderebene gerichteten Luftstrom erzeugt und
daß die Puderdüsen in diesem Luftstrom angeordnet sind.
[0005] Nachteilig bei diesen Ausführungen ist es, daß das unkontrollierte Austreten von
Bestäubungsmaterial in die Druckmaschine, insbesondere im Bogenausleger, nicht ausreichend
verhindert wird. Dies führt zu Maschinenverschmutzungen, die durch ein zu üppiges
Dosieren von Bestäubungsmaterial noch verstärkt werden. Die Verwendung von Blas- und
Saugrohren als Luftvorhang schafft zusätzliche Turbulenzen und verwirbelt Puder, wobei
die Turbulenzen in Verbindung mit vorbeilaufenden Greifersystemen während des Bestäubungsprozesses
noch verstärkt werden können. Weiterhin ist vor allen bei höheren Maschinengeschwindigkeiten
(> 8.000 Bogen/Stunde) die im Bestäubungsprozeß erzielbare Qualität unbefriedigend.
So sind häufig die im Greiferschluß fixierten Bedruckstoffe im Bereich der Vorderkante
ungenügend bestäubt, was zum Ablegen der bogenförmigen Bedruckstoffe an der Vorderkante
im Auslegerstapel führt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es ein Bestäubungsverfahren zu schaffen, das die genannten
Nachteile vermeidet, insbesondere eine gleichmäßigere Bestäubung der Bedruckstoffe
gewährleistet und den Verbrauch an Bestäubungsmaterial spürbar reduziert.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Ausbildungsmerkmale der Patentansprüche
1 und 7 gelöst, Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß wird innerhalb einer Bestäubungseinrichtung eine stationäre Strömung,
aufgebaut, die an Austrittsdüsen getrennt als Bestäubungsmaterial und Druckluft, bzw.
als ein Gemisch aus Bestäubungsmaterial und Druckluft, in einer festgelegten Strömungsrichtung
austreten. Dabei soll der bekannte Aufbau eines Blasvorhanges vermieden werden, indem
der Volumenstrom vollständig oder teilweise bereits an den Düsen abgesaugt und in
einem Kreislaufsystem der Bestäubungseinrichtung zur Wiederverwendung wieder zugeführt
wird. Der nicht abgesaugte Volumenstrom, welcher in Strömungsrichtung aufden Bedruckstoff
auftrifft, wird dabei abhängig vom Bedruckstoffbreitenformat, und/oder dem Bedruckstofflängenformat
bzw. dem Druckbild (Sujet) entsprechend gesteuert aufden Bedruckstoff transportiert.
[0008] Vorteil dieser Lösung ist, daß Turbulenzen nur geringen Einfluß aufden Volumenstrom
erhalten, da überschüssiges Bestäubungsmaterial direkt am Austritt an den Düsen abgesaugt
wird. Des weiteren werden durch das unmittelbare Absaugen an den Austrittsdüsen die
Reaktionszeiten verkürzt, so daß auch bei hohen Maschinengeschwindigkeiten ein zu
üppiges Pudern vermeidbar wird. Durch das Absaugen an den Düsen oder das Abzweigen
eines Teilstromes innerhalb der Bestäubungseinrichtung wird lediglich der erforderliche
Volumenstrom zum Bedruckstoff geführt. Damit ist auch eine spürbare Senkung des Verbrauches
an Bestäubungsmaterial erzielbar. Durch ein gesteuertes Absaugen, wahlweise nach den
Kriterien: - Formatlänge, - Formatbreite, - Druckbild, ist eine weitere Verbrauchssenkung
erzielbar.
[0009] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0010] In einer Mehrfarben-Offsetdruckmaschine ist im Ausleger eine Bestäubungseinrichtung
angeordnet, die wenigstens eine über die maximale Formatbreite des Bedruckstoffes
sich erstreckende Reihe von Düsen aufweist. Die Düsen dienen dem getrennten Austritt
von Druckluft bzw. von Bestäubungsmaterial oder auch für den Austritt eines Gemisches
von Bestäubungsmaterial und Druckluft.
Zu Beginn des Bestäubungsvorganges wird zunächst das an den Düsen austretende Bestäubungsmaterial
z.B. durch eine Absaugeinrichtung vollständig über die komplette Formatbreite abgesaugt.
Bei Ankunft des ersten Bogens im Bereich der Bestäubungseinrichtung wird der austretende
Volumenstrom z.B. durch eine Absaugeinrichtung formatbreitenabhängig abgesaugt und
einem Kreislauf zurückgeführt. Der nicht abgesaugte Volumenstrom tritt weiter aus
den Düsen aus und trifft in einem spitzen Winkel zur Förderebene und in Förderrichtung
des Bedruckstoffes geneigt auf den Bedruckstoff auf. Die Absaugung des Bestäubungsmaterials
an den Düsen erfolgt zusätzlich abhängig von der Formatlänge des Bedruckstoffes und/oder
abhängig von der Formatbreite des Bedruckstoffes und/oder abhängig vom Druckbild.
Die Steuerung der formatbreiten-, formatlängen- bzw. druckbildabhängigen Absaugung
erfolgt vorzugsweise von einem Leitstand aus.
Zur Dosierung des Volumenstromes aus Druckluft und Bestäubungsmaterial kann bereits
innerhalb der Bestäubungseinrichtung durch eine innere Absaugung vor den Düsen ein
Teilvolumenstrom abgezweigt werden. Der Teilvolumenstrom wird dann direkt der Bestäubungseinrichtung
in einem Kreislauf zugeführt.
1. Verfahren zum Bestäuben, vorzugsweise eines bogenförmigen Bedruckstoffes in einer
Druckmaschine, mittels einer Bestäubungseinrichtung mit wenigstens einer über die
maximale Formatbreite des Bedruckstoffes sich erstreckenden Reihe von Düsen,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Bestäubungseinrichtung ein an den Düsen austretender, aus Bestäubungsmaterial
und Druckluft gebildeter, Volumenstrom ständig erzeugt wird, welcher vollständig oder
teilweise unmittelbar an den Düsen abgesaugt und in einem Kreislauf der Bestäubungseinrichtung
zurückgeführt wird und daß der nicht abgesaugte Volumenstrom zur Förderebene und in
Förderrichtung des Bedruckstoffes geneigt dem Bedruckstoffzugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der nicht abgesaugte Volumenstrom abhängig von der Formatbreite des Bedruckstoffes
diesem zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der nicht abgesaugte Volumenstrom des Bedruckstoffes abhängig von der Formatlänge
des Bedruckstoffes diesem zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß der nicht abgesaugte Volumenstrom dem Bedruckstoffabhängig vom jeweiligen Druckbild
zugeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
daß von dem durch die Bestäubungseinrichtung erzeugten Volumenstrom ein Teilvolumenstrom
zum Dosieren abgesaugt und in den Kreislauf er Bestäubungseinrichtung zurückgeführt
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5
dadurch gekennzeichnet,
daß der Teilvolumenstrom außerhalb der Bestäubungseinrichtung unmittelbar beim Austritt
an den Düsen abgesaugt wird.
7. Verfahren zum Bestäuben, vorzugsweise eines bogenförmigen Bedruckstoffes in einer
Druckmaschine, mittels einer Bestäubungseinrichtung mit wenigstens einer über die
maximale Formatbreite des Bedruckstoffes sich erstreckenden Reihe von Düsen,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Bestäubungseinrichtung ein an den Düsen austretender, aus Bestäubungsmaterial
und Druckluft gebildeter, Volumenstrom ständig erzeugt wird, von dem ein Teilvolumenstrom
innerhalb der Bestäubungseinrichtung vor den Düsen abgesaugt und in einem Kreislauf
der Bestäubungseinrichtung zurückgeführt wird und daß der nicht abgesaugte Volumenstrom
zur Förderebene und in Förderrichtung des Bedruckstoffes geneigt dem Bedruckstoffzugeführt
wird.
