[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Öffnen und Schliessen einer Kabinentür
und einer Schachttür einer Aufzugsanlage, wobei bei einem Stockwerkhalt einer Aufzugskabine
ein Mitnehmersystem Kabinentür und Schachttür koppelt und eine Verriegelungseinrichtung
die Türen beim Öffnungsvorgang entriegelt und beim Schliessvorgang verriegelt.
[0002] Aus der Patentschrift EP 0 513 509 ist eine Einrichtung zum Antreiben, Koppeln und
Verriegeln einer Kabinentür und einer Schachttür für Aufzüge bekannt geworden. In
einer Zieletage angekommen, wird eine Türantriebseinrichtung auf Öffnen geschaltet.
Bevor die Schiebetür eine Bewegung ausführt, zieht ein bandförmiges Antriebsmittel
ein Klemmelement längs einer Gleitführung, wobei eine Steuerkurve gedreht wird, die
mittels eines Doppelhebels eine Zugstange betätigt. Dabei spreizt die Zugstange ein
Mitnehmerparallelogramm, welches an Kupplungsrollen der Schachttür ansteht. Der Doppelhebel
seinerseits drückt eine Betätigungsrolle eines Kabinentürriegels hoch, wobei der Kabinentürriegel
aus der Verriegelung geführt wird. Die Türen können nun geöffnet werden.
[0003] Die bekannte Einrichtung weist einen komplizierten mechanischen Aufbau auf und besteht
aus aufwendig herzustellenden Einzelteilen wie Klemmelement, Gleitführung Steuerkurve,
Drehachsen, Kniehebel, Rollen, Doppelhebel, Zugstange, Stützrolle, Kabinentürriegel,
Betätigungslasche etc., was in Sachen Kosten, Herstellung, Unterhalt, Störanfälligkeit
und Sicherheit sehr nachteilig ist. Ausserdem ist als Nachteil anzusehen, dass bevor
der eigentliche Öffnungsvorgang beginnen kann, der Türantrieb das Mitnehmerparallelogramm
spreizen und den Verriegelungsmechanismus der Kabinentür betätigen muss, wodurch ein
Zeitverlust entsteht.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet
ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine
Vorrichtung zu schaffen bei der die Kabinentür einer Aufzugskabine beim Öffnungsvorgang
entriegelt und beim Schliessvorgang verriegelt wird.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die Kabinentür der Aufzugskabine bei der Einfahrt der Aufzugskabine auf ein Stockwerk
unverzüglich geöffnet werden kann und die Aufzugskabine nach dem Schliessvorgang unverzüglich
abfahren kann. Weiter vorteilhaft ist, dass die Kabinentür ausserhalb einer bestimmten
Entriegelungszone nicht geöffnet werden kann und dass innerhalb der bestimmten Entriegelungszone
die Kabinentür auch bei Stromausfall ohne weiteres von Hand geöffnet werden kann.
Im weiteren ist die aus einer minimalen Anzahl mechanischer Elemente aufgebaute Vorrichtung
kostengünstig in der Herstellung, wartungsfrei und unabhängig von störanfälligen elektrischen
und elektronischen Komponenten.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Mitnehmersystem zum Koppeln einer Kabinentür und einer Schachttür und eine Verriegelungsmechanik
zum Entriegeln der Türen beim Öffnungsvorgang und zum Verriegeln der Türen beim Schliessvorgang,
- Fig. 2
- Mitnehmersystem und Verriegelungsmechanik vor dem Öffnungsvorgang,
- Fig. 3 und Fig. 4
Mitnehmersystem und Verriegelungsmechanik zu Beginn des Öffnungsvorganges,
- Fig. 5
- Mitnehmersystem und Verriegelungsmechanik in der Endlage während des Öffnungsvorganges
und
- Fig. 6
- Mitnehmersystem und Verriegelungsmechanik in einer Verriegelungslage ausserhalb einer
Entriegelungszone.
[0007] In den Fig. 1 bis 6 umfasst ein Mitnehmersystem eine erste Mitnehmerkurve 1, eine
zweite Mitnehmerkurve 2, an einer nicht dargestellten beispielsweise horizontal verschiebbaren
Kabinentür angeordnete erste und zweite Hebel 3.1, 3.2, eine feststehende an der Kabinenkonstruktion
angeordnete Fahrschiene 4.1 mit einer Einfahrkurve 4, eine Rolle 5 mit Bordscheiben
5.1, eine Zugfeder 6 und an einer nicht dargestellten beispielsweise horizontal verschiebbaren
Stockwerktür angeordnete erste und zweite Schachtschlossrollen 7a, 7b. Die an mit
der Kabinentür in Verbindung stehenden Hebelachsen 3.1.1, 3.2.1 drehbar gelagerten
Hebel 3.1, 3.2 sind an ihren Enden gelenkig mit den Mitnehmern 1, 2 verbunden. Hebel
3.1, 3.2 und Mitnehmer 1, 2 bilden ein spreizbares Parallelogramm, wobei bei gespreizten
Mitnehmern 1, 2 die Schachttür mit der Kabinentür mittels der Schachtschlossrollen
7a, 7b gekoppelt ist. Die Zugfeder 6 greift einenends am ersten Hebel 3.1 und anderenends
an einem Fixpunkt an, der mit der Kabinentür in Verbindung steht. Die Zugfeder 6 hält
mit einer geringen Federkraft Hebel 3.1, 3.2 und Mitnehmer 1, 2 selbsthemmend in Spreizstellung.
[0008] Beim Öffnungs- und Schliessvorgang wird die Kabinentür von einem nicht dargestellten
Türantrieb bewegt, wobei die am oberen Ende des ersten Mitnehmers 1 angeordnete Rolle
5 auf der Einfahrkurve 4 abrollt. Die der Kurvenbahn entsprechende Rollenbewegung
wird auf den ersten Mitnehmer 1 und mittels der Hebel 3.1, 3.2 auf den zweiten Mitnehmer
2 übertragen. Dabei bewegen sich die Mitnehmer 1, 2 parallel auseinander bzw. zueinander.
Die Bordscheiben 5.1 dienen der Zentrierung der Rolle 5 auf der Einfahrkurve 4.
[0009] In den Fig. 1 bis Fig. 6 umfasst eine Verriegelungsmechanik einen einenends am zweiten
Mitnehmer 2 angeordneten Übertragungshebel 8, der anderenends gelenkig mit einer Riegelschwinge
9 verbunden ist. An der Riegelschwinge 9 ist eine Stützrolle 10 angeordnet. Die Riegelschwinge
9 ist ausserdem gelenkig mit einem Hakenriegel 11 verbunden, der an einer an der Kabinentür
angeordneten Hakenachse 11.1 drehbar gelagert ist. Der Weg der Stützrolle 10 wird
durch eine an der Stockwerktür angeordnete Schiene, im weiteren Stützschiene 12 bezeichnet,
begrenzt. Eine Nase 11.2 des Hakenriegels 11 verrastet mit einem feststehenden an
der Kabinenkonstruktion angeordneten Schliessblech 13.
[0010] Fig. 2 bis Fig. 6 zeigen die Funktionsweise der erfindungsgemässen Einrichtung. In
Fig. 2 ist die Ausgangslage vor dem Öffnungsvorgang dargestellt. Die Aufzugskabine
befindet sich in Fahrt und/oder in Bereitschaft für die Türöffnung. Die Kabinentür
und Schachttür sind in der gezeigten Ausgangslage der Verriegelungsmechanik geschlossen
und verriegelt. Die Mitnehmer 1, 2 sind entspreizt und die Rolle 5 befindet sich in
der Einfahrkurve 4. Der Hakenriegel 11 ist geschlossen und weist gegenüber dem Schliessblech
13 eine vorschriftsmässige Überdeckung b von mindestens 7 mm auf. Die Stützrolle 10
befindet sich in ihrer Ausgangslage und weist gegenüber der Stützschiene 12 einen
Abstand a auf.
[0011] Die erste Mitnehmerkurve 1 weist gegenüber der Schachtschlossrolle 7b einen Abstand
d und die zweite Mitnehmerkurve 2 weist gegenüber der Schachtschlossrolle 7a einen
Abstand c auf. Die Abstände a, c, d sind in der in Fig. 2 gezeigten Ausgangslage gleich
und charakterisieren das seitliche Durchfahrspiel bei der Stockwerkdurchfahrt der
Aufzugskabine zwischen Mitnehmersystem/Verriegelungsmechanik und stehenden Schachtschlossrollen
7a, 7b und Stützschiene 12.
[0012] In Fig. 3 ist die Lage des Mitnehmersystems und der Verriegelungsmechanik zu Beginn
des Öffnungsvorganges dargestellt. Mit dem Signal "Tür auf" einer nicht dargestellten
Türsteuerung beginnt unverzüglich das Öffnen der Kabinentür, wobei sich die Schachttür
noch im Ruhezustand befindet. Eine Zeitverzögerung wegen vorherigem Spreizen der Mitnehmer
entsteht nicht. Mitnehmer 1, 2, Übertragungshebel 8, Riegelschwinge 9 mit Stützrolle
10 und Hakenriegel 11 bewegen sich mit der Kabinentür und führen eine Relativbewegung
gegenüber Schachtschlossrollen 7a, 7b, Stützschiene 12 und Schliessblech 13 aus. Die
Abstände a, c, d und e verringern sich. Besonders die Verringerung des Abstandes a
ist von Bedeutung, um den Hakenriegel 11 schnell zu öffnen, wobei der Übertragungshebel
8 eine Bewegung ausführt, die sich aus der Überlagerung der Kabinentürbewegung und
aus der Bewegung der zweiten Mitnehmerkurve 2 zusammensetzt. Die Übertragungsriegelbewegung
wird mittels der Riegelschwinge 9 auf die Stützrolle 10 übertragen, die sich rasch
der Stützschiene 12 nähert. Im vorliegenden Beispiel bewegt sich die Kabinentür in
Öffnungsrichtung von rechts nach links. Mit der Kabinentür bewegen sich auch die an
der Kabinentür angeordneten Hebelachsen 3.1.1, 3.2.1. Die Spreizung der Mitnehmer
1, 2 erfolgt zwangsgeführt mittels der sich entlang der Einfahrkurve 4 der feststehenden
Fahrschiene 4.1. geführten Rolle 5. Die Spreizung der Mitnehmer 1, 2 beginnt sobald
sich die Kabinentür zu bewegen beginnt. Die zweite Mitnehmerkurve 2 bewegt sich nach
links und unten. Diese Bewegung wird ebenfalls vom Übertragungshebel 8 ausgeführt,
der eine Schwenkbewegung der Riegelschwinge 9 um die Achse am Hakenriegel 11 bewirkt.
Nach etwa 3 mm Weg der Kabinentür ist der obenstehend als Durchfahrspiel bezeichnete
Abstand a von etwa 10 mm infolge der Überlagerung der Kabinentürbewegung und Mitnehmerbewegung
überwunden und die Stützrolle 10 liegt an der Stützschiene 12.
[0013] In Fig. 4 ist die Lage des Mitnehmersystems und der Verriegelungsmechanik nach dem
Beginn des Öffnungsvorganges dargestellt. Durch die weitergehende Öffnung der Kabinentür
ist die Riegelschwinge 9 bestrebt ihre Schwenkbewegung fortzusetzen. Da sich die Stützrolle
10 an der Stützschiene 12 abstützt, ist eine weitere Schwenkbewegung der Riegelschwinge
9 nicht möglich und es kommt zu einem Abkippen der Riegelschwinge 9 um die Achse am
Übertragungshebel 8. Dabei gleitet die Stützrolle 10 entlang der Stützschiene 12 nach
unten und bewirkt das Öffnen des Hakenriegels 11.
[0014] In Fig. 5 ist die Endlage des Mitnehmersystem und der Verriegelungsmechanik beim
Öffnungsvorgang gezeigt. In dieser Endlage werden die Türen verfahren und offengehalten.
Die Rolle 5 hat den höchsten Punkt der Einlaufkurve 4 erreicht und die Mitnehmer 1,
2 vollständig gespreizt. Die Mitnehmer 1, 2 liegen an den Schachtschlossrollen 7a,
7b an, wobei die Kabinentür mit der Schachttür gekoppelt ist. Der Hakenriegel 11 ist
vollständig geöffnet.
[0015] In Fig. 6 ist die Lage des Mitnehmersystem und der Verriegelungsmechanik ausserhalb
einer Entriegelungszone dargestellt. Zwischen den Stockwerken bzw. ausserhalb der
Entriegelungszone sind keine Stützschienen 12 vorhanden.
[0016] Ohne Stützschienen 12 kann die Schwenkbewegung der Riegelschwinge 9 ungehindert fortgesetzt
werden. Die Kabinentür kann nur soweit bewegt werden, bis der Abstand e Null ist und
die Nase 11.2 des Hakenriegels 11 am Schliessblech 13 ansteht. Eine weitere Bewegung
der Kabinentür wird durch den Hakenriegel 11 blockiert und die Kabinentür lässt sich
nicht öffnen.
[0017] Beim Schliessvorgang laufen die in den Fig. 2 bis 5 gezeigten Bewegungen in umgekehrter
Reihenfolge ab. Das dargestellte Mitnehmersystem und die dargestellte Verriegelungsmechanik
ist für vom Stockwerk gesehen nach links öffnende Türen gebaut. Für rechts öffnende
Türen wird das Mitnehmersystem und die Verriegelungsmechanik spiegelbildlich ausgeführt.
1. Vorrichtung zum Öffnen und Schliessen einer Kabinentür und einer Schachttür einer
Aufzugsanlage, wobei bei einem Stockwerkhalt einer Aufzugskabine ein Mitnehmersystem
Kabinentür und Schachttür koppelt und eine Verriegelungseinrichtung die Türen beim
Öffnungsvorgang entriegelt und beim Schliessvorgang verriegelt,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Entriegeln und Verriegeln eine Mechanik (8, 9, 10, 11, 12, 13) vorgesehen
ist, die die Kabinentürbewegung und die Bewegung des Mitnehmersystems ausnutzt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Verriegelungsmechanik (8, 9, 10, 11, 13) vorgesehen ist, die mittels einer
Mitnehmerkurve (1, 2) des Mitnehmersystems und mittels einer an einer Stockwerktür
angeordneten Schiene (12) betätigbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Mitnehmerkurve (1, 2) des Mitnehmersystems ein Übertragungshebel (8) angeordnet
ist, der eine Bewegung ausführt, die sich aus der Überlagerung der Kabinentürbewegung
und aus der Bewegung der Mitnehmerkurve (1, 2) zusammensetzt und dass am Übertragungshebel
(8) eine Riegelschwinge (9) gelenkig angeordnet ist, die gelenkig mit einem an der
Kabinentür drehbar gelagerten Hakenriegel (11) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hakenriegel (11) eine Nase (11.2) aufweist, die mit einem feststehenden an
der Kabinenkonstruktion angeordneten Schliessblech (13) verrastet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Riegelschwinge (9) eine Stützrolle (10) angeordnet, wobei die Bewegung
der Stützrolle (10) durch die an der Schachttür angeordnete Stützschiene (12) begrenzt
wird.