[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abtrennen eines einzutragenen Schussfadens
gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1 und eine Greiferwebmaschine zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Es ist bekannt entweder einen Schussfaden in das Webfach einzutragen und dann abzutrennen
(Düsen- oder Projektilwebmaschine) oder einen Schussfaden zu Beginn der Eintragung
von einem vorher eingetragenen Schussfaden abzutrennen und dann einzutragen (Greiferwebmaschine).
[0003] Um einen bereits eingetragenen Schussfaden abzutrennen, kann ein Verfahren angewendet
werden, dass in der EP-0 284 766 beschrieben ist. Hierzu wird eine Trennvorrichtung
nach Vorliegen eines korrekten Einschusses durch einen Rechner mit Hilfe von eingegebenen
Webparametern und Daten des Schussfadens aktiviert.
[0004] In der EP-0 679 744 ist eine Schussfadenschneidvorrichtung für eine Greiferwebmaschine
beschrieben, die unabhängig von der Hauptwelle der Webmaschine betätigt wird. Die
Vorrichtung weist zwei Schneidklingen und zwei Antriebe auf, welche dem Webzyklus
entsprechend angesteuert werden.
[0005] Es sind zwei Arten von Greifern bekannt und zwar der Stangengreifer und der Bandgreifer,
die jeweils von der Hauptwelle der Webmaschine angetrieben werden, wobei die Drehbewegung
der Hauptwelle in eine Hin- und Herbewegung umgewandelt wird. Bei dieser Art des Antriebes
treten aufgrund des von der Hauptwelle zu übertragenden Drehmomentes zyklische Abweichungen
der Drehwinkelstellung am Ende der Hauptwelle auf, welche zu Abweichungen der Position
des Greifers bei der Abtrennung eines Schussfadens führen. Diese Abweichungen sind
von dem herzustellenden Gewebe abhängig.
[0006] Der Webzyklus wird anhand des Drehwinkels der Hauptwelle gesteuert, wobei die Abtastmittel
im Bereich der Abtriebswelle des Hauptmotors angeordnet sind. Mit diesen Abtastmitteln
wird die Drehwinkelabweichung am Ende der Hauptwelle nicht erfasst, somit wird der
Schnittzeitpunkt unabhängig vom tatsächlichen Bewegungsverlauf des Greifers festgelegt.
[0007] Andererseits wird der Schnittzeitpunkt in Abhängigkeit der Schussfadenart bestimmt.
Werden durch die Musterdaten unterschiedliche Schussgarne vorgegeben, so wird aus
den unterschiedlichen Schnittzeitpunkten der vorteilhafte Zeitpunkt ausgewählt. Ein
auf diesen Grundlagen hergestelltes Gewebe weist unterschiedlich lange Schussfadenenden
am Geweberand auf.
[0008] Der Erfindung wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, liegt die Aufgabe zugrunde
ein Verfahren zum Abtrennen eines einzutragenen Schussfadens zu schaffen, bei dem
der genannte Nachteil nicht auftritt.
[0009] Dadurch, dass die Schneidvorrichtung in Abhängigkeit der Stellung des Greifers betätigt
wird, ist der Verlauf des Schussfadens zwischen Schneidvorrichtung und der Greiferklemmstelle
26 bei allen Schussfadenarten gleich.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- Ein Antriebsschema einer Greiferwebmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Greiferantriebes;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Stellung des Greiferkopfes bezüglich einer Schneidvorrichtung
zum Abtrennen eines Schussfadens;
- Fig. 4
- eine Ausführungsform einer Schneidvorrichtung und
- Fig. 5
- eine Modifikation der Schneidvorrichtung nach Fig. 4.
[0012] Es wird auf die Figuren 1 und 2 Bezug genommen. Bei der hier in Rede stehenden Greiferwebmaschine
erfolgt die Eintragung eines Schussfadens mittels Bringer- und Holergreifer von links
von der Weberstandseite aus gesehen. Die Webmaschine enthält eine Maschinensteuerung
20, welche anhand von Webmaschinensteuerparametern und Musterdaten die Webmaschine
steuert.
[0013] Wie die Fig. 1 zeigt, enthält die Greiferwebmaschine einen Hauptantrieb 1 und eine
Hauptwelle 2 sowie mechanisch abgeleitete Antriebe für eine Fachbildemaschine 3, für
die Webblätter 4, für den Bringergreifer 5, für den Holergreifer 6 und für eine Jaquardmaschine
7. Auf der Eintragseite ist eine Schneidvorrichtung 8 vorgesehen, welche den Schussfaden
vor dem Eintragen in das Webfach, von einem bereits eingewobenen Schussfaden abtrennt
und einen von der Hauptwelle 1 unabhängigen Antrieb 9 aufweist. Bei dieser Antriebsart
ist das vom Hauptmotor aufzubringende Drehmoment im wesentlichen abhängig von dem
Verhältnis der Anzahl von Webschäften bzw. Jaquardlitzen, welche pro Webzyklus in
das Oberfach bzw. Unterfach bewegt werden. Bei der Hebung muss der Hauptantrieb 1
ein hohes Drehmoment aufbringen, um die Fachbildevorrichtung anzutreiben. Beim Fachwechsel
d.h. Senkung wird der Hauptantriebsmotor aufgrund der auftretenden Zugkräfte entlastet.
Vereinfacht ausgedrückt bei der Hebung treibt der Hauptantrieb die Fachbildevorrichtung
und bei der Senkung wird der Hauptantrieb von der Fachbildevorrichtung angetrieben.
[0014] Hieraus resultieren entsprechende Drehzahlabweichungen, welche zu Drehwinkelabweichungen
auf der Abtriebsseite der Hauptwelle führen.
[0015] Wie die Fig. 2 zeigt, umfasst der Antrieb für den Bringergreifer 5 ein Raumkurbelgetriebe
11 mit einem Zahnsegment 12, ein Bandrad 13 mit einem Zahnrad 14, ein Greiferband
15 und einen Greiferkopf 16. Dadurch, dass das Raumkurbelgetriebe am Ende der Antriebswelle
1 angeordnet ist, werden die Drehwinkelabweichung am Ende der Hauptwelle vom Raumkurbelgetriebe
auf das Bandrad 13 übertragen. Die Torsion im Antriebsstrang vergrössert die Drehwinkelabweichung.
[0016] Die Fig. 3 zeigt die Situation, wenn der Schnittzeitpunkt anhand der Maschinensteuerparameter,
insbesondere der Drehwinkel der Hauptwelle festgelegt wird. Durch die Steuerparameter
wird die Schneidvorrichtung betätigt, wenn der Greiferkopf 16 die mit "A" bezeichnete
Stellung gegenüber der Schneidvorrichtung 8 erreicht hat. Diese Stellung wird als
Soll-Stellung bezeichnet. Aufgrund der Drehwinkelabweichungen kann der Greiferkopf
16 die Sollstellung A überfahren oder nicht erreichen. Ueberfährt der Greiferkopf
16 die Soll-Stellung A in Richtung der Stellung B, dann kann der Schussfaden 18 reissen.
Bleibt der Greiferkopf 16 gegenüber der Soll-Stellung in Richtung der Stellung C zurück,
dann ist der Schussfaden 18 locker bzw. nicht korrekt geklemmt. In beiden Fällen sind
Schussfehler zu erwarten.
[0017] Mit dem hier in Rede stehenden Verfahren wird die Soll-Stellung des Greiferkopfes
16 vorgegeben. Erreicht der Greiferkopf 12 die Soll-Stellung, so wird die Schneidvorrichtung
betätigt. Die Soll-Stellung des Greiferkopfes wird durch mindestens einen Sensor und/oder
anhand der Bindungsdaten bestimmt, welche in der Maschinensteuereinrichtung gespeichert
sind. Es wird von einer schweren Hebung ausgegangen, d.h. ein Grossteil der Kettfäden
sind zu heben. Aufgrund der dadurch auftretenden Drehwinkelabweichung wird z.B. der
Greifer um diese Abweichung nachlaufen. Wird zur Abtastung der Stellung des Greiferkopfes
16 ein Sensor 31 verwendet, wird der Ist-Wert des Drehwinkels aus dem Sensor mit dem
Soll-Wert des Drehwinkels an der Hauptwelle des Antriebsmotors 1 verglichen und die
Schneidvorrichtung 8 entsprechend verzögert angesteuert.
[0018] Erfolgt die Steuerung der Schneidvorrichtung 8 aus der Maschinensteuereinrichtung
20 anhand der Bindungsdaten über einen Mikroprozessor 21, wird mit Hilfe eines Hilfsparameters
die Betätigung der Schneidvorrichtung verzögert bis der Greiferkörper 16 die Soll-Stellung
erreicht hat.
[0019] Wird eine leichte Hebung vorgegeben, d.h. ein geringer Teil der Kettfäden sind zu
heben, wird aufgrund der Drehwinkelabweichung, wird z.B. der Greifer um die Abweichung
vorlaufen. In diesem Fall erfolgt die Betätigung der Schneidvorrichtung entsprechend
früher. Somit wird bei diesem Verfahren die Schneidvorrichtung 8 ohne den Einbezug
von Schussfadendaten, insbesondere Schussfadenart betätigt.
[0020] Die Fig. 4 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer Schussfadenschneidvorrichtung
8. Die Schneidvorrichtung umfasst zwei Linearmotorantriebe 22, 23 und zwei Schneidklingen
24, 25, die jeweils mit einem Linearmotorantrieb verbunden sind. Die Linearantriebe
sind aus der europäischen Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer 0 347 626
bekannt, sodass auf eine detaillierte Beschreibung verzichtet wird.
[0021] Die Fig. 2 zeigt eine Auswahl von möglichen Orten zur Anordnung eines Sensors 31
zum Abtasten der Greiferstellung.
[0022] Wie Fig. 5 zeigt, kann der Sensor 31 auch an einer Schneidklinge 25 angeordnet werden,
derart, dass der Schussfaden 18 im Umlenkbereich am Sensor 31 anliegt.
[0023] Der Sensor kann ein Fadenspannungssensor sein, dessen Messgrösse der Steuerung der
Linearantriebe 22, 23 dient.
[0024] Bei dem Verfahren wird eine innerhalb eines Webzyklus tätigwerdende Schneidvorrichtung
in Abhängigkeit der Stellung des Greifers innerhalb des Webzyklus angesteuert. Hierzu
enthält eine Greiferwebmaschine Mittel (20, 31) zur Durchführung eines Soll-/Istwert-Vergleiches
der Drehwinkel der Hauptwelle oder zur Bestimmung der Stellung des Greifers mittels
der Webparameter.
1. Verfahren zum Abtrennen eines einzutragenden Schussfadens mittels einer innerhalb
eines Webzyklus tätigwerdenden Schneidvorrichtung mit zwei Schneidorgane, die jeweils
von einem Antrieb betätigt werden und mit einer Steuereinrichtung, welche die Antriebe
steuert, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe in Abhängigkeit der Stellung des
Greifers innerhalb des Webzyklus angesteuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsablauf des Greiferkopfes
abgetastet wird und dass die Antriebe gemäss einem Ist-/Sollwert-Vergleich des Drehwinkels
der Hauptwelle angesteuert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe anhand von Webparameter,
insbesondere Bindungsdaten angesteuert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hilfsparameter in die
Steuerung einbezogen wird.
5. Greiferwebmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
4, mit einer Hauptantriebswelle (2), mit einer Antriebseinrichtung für einen Bringergreifer
(5), die mit der Hauptantriebswelle (2) antriebsverbunden ist, mit einer Vorrichtung
(8) zum Schneiden eines einzutragenen Schussfadens, die jeweils mindestens eine von
einem Antrieb (22, 23) betätigbare Schneidklinge (24, 25) aufweist und mit einer Einrichtung
(20) zum Steuern der Antriebe, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe als Linearantriebe
(22, 23) ausgebildet sind und dass Mittel (20, 31) vorgesehen sind, um die Antriebe
(22, 23) in Abhängigkeit der Stellung des Greiferkopfes (16) zu betätigen.
6. Webmaschine nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen Sensor (31) zum Abtasten des
Bewegungsablaufes des Greiferkopfes.
7. Webmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (31) in Eintragsrichtung
vor der Schneidvorrichtung (8) neben der Laufbahn des Greiferkopfes (16) angeordnet
ist.
8. Webmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (31) im Bereich
des Bandrades (13) angeordnet ist.
9. Webmaschine nach einem der Ansprüche 5 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung
(20) einen Mikroprozessor (21) aufweist, der mit den Antrieben (22, 23) signalübertragend
verbunden ist.