[0001] Die Erfindung betrifft einen Trog zum Auswechseln von Schwellen.
[0002] Aus verschiedenen Gründen ist es immer wieder erforderlich einzelne Schwellen eines
Gleises zu erneuern, indem die betreffenden Schwellen seitlich aus dem Gleis herausgezogen
und neue Schwellen unter die Schienen geschoben werden. Dieser Schwellenwechsel erfolgt
durch Schwellenwechselmaschinen bzw. auch kleinere handbedienbare Geräte. Durch das
Herausziehen der Schwelle fällt angrenzender Schotter der Schwellenfächer in den freigelegten
Schwellenbereich, wodurch das Einschieben einer neuen Schwelle erschwert wird. Außerdem
wird beim Einschieben der neuen Schwelle die als Schwellenauflager dienende und optimal
verdichtete Schotterbettung zerstört. Dies hat zur Folge, daß die neue Schwelle unterstopft
werden muß. Mit der Unterstopfung sind jedoch unvermeidlich relativ hohe Anfangssetzungen
verbunden, so daß die ausgewechselte Schwelle bereits nach kurzer Zeit nicht optimal
abgestützt wird.
[0003] Durch die US 3 294 033 ist bereits eine Schwellenwechselmaschine bekannt, die zwei
parallel zueinander und senkrecht zur Gleislängsrichtung verlaufende Distanzleisten
aufweist, die in vertikaler Richtung zwischen Schwellenseitenwand und angrenzendem
Schotter in die Schotterbettung eingetaucht werden. Damit wird verhindert, daß beim
Entfernen der mittig zwischen den Distanzleisten befindlichen Schwelle der angrenzende
Schotter in den Schwellenraum fällt. Allerdings erfolgt damit kein Schutz der Schwellenauflagerbereiche
beim Einschieben einer neuen Schwelle.
[0004] Durch DE 1 051 305 ist eine weitere Schwellenwechselmaschine bekannt, bei der die
Schwellenbewegung mit Hilfe eines vielgliedrigen Druckelementes erfolgt. Die einzelnen
Glieder weisen einen U-förmigen Querschnitt auf und bilden beim seitlichen Ausschieben
der Schwelle aus dem Gleis einen trogförmigen Kanal, mit dem der Schotter der angrenzenden
Schwellenfächer aus dem Schwellenraum ferngehalten wird. Das Einziehen der neuen Schwelle
erfolgt ebenfalls mit dem Druckelement, wobei allerdings eine Zerstörung der verdichteten
Schwellenauflager nicht vermeidbar ist.
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt nun in der Schaffung einer Vorrichtung,
mit der ein Schwellenwechsel ohne Lockerung des Schotters im Schwellenauflagerbereich
möglich ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Schwellenwechseltrog zur Durchführung
eines Schwellenwechsels erreicht, bestehend aus einem bezüglich der Troglängsrichtung
U-förmigen Querschnitt mit zwei parallel zueinander in Troglängsrichtung verlaufenden,
senkrecht zu einer Basisplatte positionierten und mit dieser verbundenen Seitenwänden,
deren Abstand zueinander größer ist als die Breite einer zu wechselnden Schwelle,
und deren Höhe der Höhe der zu wechselnden Schwelle entspricht.
[0007] Ein derartiger unter relativ geringem Aufwand herstellbarer Schwellenwechseltrog
läßt sich einfach unter die auszutauschende Schwelle einschieben und erleichtert damit
sowohl das Entfernen der alten als auch das Einführen einer neuen Schwelle. Dabei
ist von Vorteil, daß ein Einfallen des angrenzenden Schotters der Schwellenfächer
in den Schwellenraum zuverlässig ausgeschlossen wird. Außerdem erfolgt beim Einführen
der neuen Schwelle automatisch deren Zentrierung und es werden in besonders vorteilhafter
Weise die verdichteten Schwellenauflager der Schotterbettung in keiner Weise gelockert.
Damit erübrigt sich auch ein gesonderter Stopfvorgang für die erneuerte Schwelle.
[0008] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Zeichnung.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher beschrieben.
[0010] Es zeigen:
Fig. 1 eine Perspektivansicht eines Schwellenwechseltroges unmittelbar vor dem Aufschieben
auf eine auszutauschende, im Gleis positionierte Schwelle,
Fig. 2 eine teilweise Perspektivansicht des Schwellenwechseltroges während des Aufschiebens
auf die Schwelle, und
Fig. 3 eine teilweise Draufsicht auf ein anderes Ausführungsbeispiel eines Schwellenwechseltroges.
[0011] Der in den Fig. 1 bis 3 ersichtliche Schwellenwechseltrog 1 setzt sich im wesentlichen
aus einer Basisplatte 2 und zwei parallel zueinander verlaufenden Seitenwänden 3 zusammen.
Damit wird in einem senkrecht zur Troglängsrichtung (gemäß Pfeil 4) ein U-förmiger
Querschnitt zur Aufnahme einer Schwelle 5 eines Gleises 6 gebildet. Ein Abstand a
der Seitenwände 3 zueinander ist geringfügig größer als die Breite der auszutauschenden
Schwelle 5, während eine Höhe h der Seitenwand 3 der Schwellenhöhe entspricht.
[0012] Die - bezüglich der auch durch den Pfeil 4 angedeuteten Einschubrichtung des Schwellenwechseltroges
1 - vorderen Enden der Seitenwände 3 sind jeweils durch einen Klappenabschnitt 7 verlängert
ausgebildet. Diese sind jeweils um eine vertikale Achse 8 verschwenkbar an der Seitenwand
3 befestigt und werden mit Hilfe einer Feder 9 in Richtung zur Trogmitte geneigt,
so daß die vorderen, freien Enden der Klappenabschnitte 7 in einem kleineren Abstand
zueinander distanziert sind als die beiden Seitenwände 3.
[0013] Im Bereich der Klappenabschnitte 7 ist die Basisplatte 2 unter Bildung eines Führungsabschnittes
10 verlängert ausgebildet. Am bezüglich der Einschubrichtung des Schwellenwechseltroges
1 (s. Pfeil 4) hinteren Ende ist die Basisplatte 2 unter Bildung eines Fixierabschnittes
11 verlängert ausgebildet. Dieser Fixierabschnitt 11 weist senkrecht zur Einschubrichtung
voneinander distanzierte, jeweils durch ein Gelenk 12 um die Troglängsrichtung verschwenkbar
ausgebildete Seitenteile 13 auf. Die beiden Seitenteile 13 sind in eine vertikale
Position hochschwenkbar und bilden dabei eine Verlängerung der beiden Seitenwände
3. Eine Arretiereinrichtung 14 dient zur mechanischen Verbindung des Seitenteiles
13 mit der zugeordneten Seitenwand 3. An beiden Seitenwänden 3 sind in Troglängsrichtung
voneinander distanzierte Fixiereinrichtungen 15 befestigt, mit denen eine lösbare
Verbindung mit Schienen 16 des Gleises 6 herstellbar ist.
[0014] Zum Auswechseln der Schwelle 5 aus dem Gleis 6 wird der Schwellenwechseltrog 1 in
die in Fig. 1 gezeigte Position gebracht. Um dazu den Schwellenwechseltrog 1 optimal
durch die Greifelemente einer Schwellenwechselvorrichtung erfassen zu können, ist
es zweckmäßig, einen Klemmklotz 17 auf den Fixierabschnitt 11 zu legen und die Seitenteile
13 hochzuklappen und mit den Seitenwänden 3 zu arretieren. Damit können in Fig. 2
mit strichpunktierten Linien angedeutete Greifelemente 18 einer nicht näher dargestellten
Schwellenwechselvorrichtung ohne Beeinträchtigung des Schwellenwechseltroges 1 die
erforderliche Einschubkraft in Richtung des Pfeiles 4 aufbringen.
[0015] Der durch die Schwellenwechselvorrichtung im Bereich des Fixierabschnittes 11 erfaßte
Schwellenwechseltrog 1 wird seitlich neben der auszuwechselnden Schwelle 5 derart
positioniert, daß einerseits die Basisplatte 2 in einer durch die Schwellenunterseite
gebildeten Ebene zu liegen kommt und andererseits die Seitenwände 3 des Schwellenwechseltroges
1 jeweils in der durch Seitenwände 19 der Schwelle 5 gebildeten Ebene positioniert
sind.
[0016] In weiterer Folge wird der Schwellenwechseltrog 1 an eine Stirnseite 20 der Schwelle
5 angenähert und das vordere Ende des Führungsabschnittes 10 zwischen einer Unterseite
21 der Schwelle 5 und der (der besseren Übersicht wegen) nicht dargestellten Schotterbettung
eingeführt. Als nächstes werden die beiden Klappenabschnitte 7 händisch gegen den
Widerstand der Federn 9 auseinandergeklappt, bis der Abstand der beiden freien Enden
22 zueinander der Schwellenbreite entspricht. Dadurch kann der Schwellenwechseltrog
1 ungehindert unter die Schwelle 5 geschoben werden, bis der Klemmklotz 17 unmittelbar
vor der Stirnseite 20 der Schwelle 5 zu liegen kommt. Nach Entfernen des Klemmklotzes
17 werden die beiden Seitenteile 13 in eine untere Position umgeklappt (s. Fig. 1)
und der Schwellenwechseltrog 1 unter Anpressen der Greifelemente 18 an ein Stirnende
23 des Fixierabschnittes 11 noch geringfügig weiter in das Gleis hineingeschoben.
Dadurch ragt der Endabschnitt der Schwelle 5 über die Seitenwände 3 in den Fixierabschnitt
11 vor und kann zur Entfernung der Schwelle 5 problemlos durch die Greifelemente 18
erfaßt werden. Vor dem Ausziehen der Schwelle 5 ist es jedoch zweckmäßig, den Schwellenwechseltrog
1 mit Hilfe der aufklappbaren Fixiereinrichtung 15 mit den Schienen 16 zu verbinden,
um ein Verbleiben des Schwellenwechseltroges 1 in seiner Position sicherzustellen.
Die an einem Ende durch die Greifelemente 18 der Schwellenwechselvorrichtung erfaßte
neue Schwelle wird mit ihrem freien Ende in den Schwellenwechseltrog 1 eingeführt
und in Richtung des Pfeiles 4 in das Gleis 6 eingeschoben. Dabei wird durch den Schwellenwechseltrog
1 eine Auflockerung der verdichteten Schotterbettung zuverlässig ausgeschlossen. Nach
Verbindung der neuen Schwelle mit den Schienen 16 erfolgt ein Lösen der Fixiereinrichtungen
15 und ein Entfernen des Schwellenwechseltroges 1, wobei der Klemmklotz 17 zwischen
die beiden Klappenabschnitte 7 eingefügt und dieser Bereich durch die Greifelemente
18 erfaßt wird. Dazu ist es natürlich erforderlich, daß vorher die beiden Seitenteile
13 mit den Seitenwänden 3 verriegelt werden.
[0017] Bei der in Fig. 3 dargestellten Version eines Schwellenwechseltroges 1 sind die Klappenabschnitte
7 lediglich als Verlängerung der Seitenwände 3 ausgebildet, wobei beispielsweise durch
eine Verringerung der Wanddicke im Übergangsbereich zwischen Seitenwand 3 und Klappenabschnitt
7 eine geringfügige Gelenkigkeit hergestellt ist. In diesem Fall kann der Schwellenwechseltrog
1 problemlos auch entgegen der Einschubrichtung gemäß Pfeil 4 aus dem Gleis 6 entfernt
werden. Aufgabe der beiden Klappenabschnitte 7 ist es grundsätzlich, die geringfügige
Breitendifferenz zwischen Schwelle 5 und dem Schwellenwechseltrog 1 zu überbrücken
und mit dem Einschieben des Schwellenwechseltroges 1 den an die Seitenwände 19 anliegenden
Schotter geringfügig von der Schwelle weg zu verdrängen. Der Abstand der beiden Seitenwände
3 des Schwellenwechseltroges 1 zueinander ist zweckmäßigerweise etwa 1 bis 2 cm größer
als die Breite der zu entfernenden Schwelle.
1. Trog (1) zur Durchführung eines Schwellenwechsels, bestehend aus einem bezüglich der
Troglängsrichtung U-förmigen Querschnitt mit zwei parallel zueinander in Troglängsrichtung
verlaufenden, senkrecht zu einer Basisplatte (2) positionierten und mit dieser verbundenen
Seitenwänden (3), deren Abstand (a) zueinander größer ist als die Breite einer zu
wechselnden Schwelle (5), und deren Höhe (h) der Höhe der zu wechselnden Schwelle
(5) entspricht.
2. Trog nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Seitenwände (3) an einem Längsende
jeweils einen im Winkel zur Troglängsrichtung angeordneten und ausschließlich mit
der Seitenwand (3) verbundenen Klappenabschnitt (7) aufweisen, wobei sich der Abstand
der beiden Klappenabschnitte (7) zueinander in Richtung zum nahergelegenen Trogende
verringert.
3. Trog nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Klappenabschnitte (7)
um eine vertikale Achse (8) federnd ausgebildet sind.
4. Trog nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Basisplatte (2) unter
Bildung eines Führungsabschnittes (10) in den Bereich der beiden Klappenabschnitte
(7) vorragend ausgebildet ist.
5. Trog nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Basisplatte
(2) am den Klappenabschnitten (7) gegenüberliegenden Stirnende (23) unter Bildung
eines Fixierabschnittes (11) in Troglängsrichtung über die Seitenwände (3) vorragend
ausgebildet sind.
6. Trog nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Fixierabschnitt (11) zwei senkrecht
zur Troglängsrichtung voneinander distanzierte und parallel zueinander verlaufende
Seitenteile (13) befestigt sind, die durch ein Gelenk (12) von einer die Seitenwände
(3) verlängernden Einführposition in eine in der Ebene des Fixierabschnittes (11)
befindliche Schwellenentnahmeposition umklappbar sind.
7. Trog nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß den Seitenwänden
(3) Fixiereinrichtungen (15) zum lösbaren Verbinden mit Schienen (16) eines Gleises
(6) zugeordnet sind.