[0001] Die Erfindung betrifft einen Maueranker.
[0002] Maueranker sind an sich wohlbekannt, vgl. beispielsweise GB-A-2052589 oder CH-643024.
Sie dienen insbesondere dazu, bei einem zweischaligen Mauerwerk mit einer Innenwand
und einer Aussenwand diese beiden Wände miteinander zu verbinden, wobei die Enden
des Mauerankers in den Wänden verankert sind. Ein Maueranker der bekannten Art besteht
deshalb aus einem länglichen Körper aus Stahl, der zumindest in seinem mittleren Längenbereich
im wesentlichen als ein- oder mehrmals gewundene Leiste von konstanter Querschnittsfläche
ausgebildet ist und in seinem Endbereichen Hilfsmittel zur Verankerung des Mauerankers
in einer Wand aufweist. Abgesehen von ihrer Rolle beim Sammeln und Abtropfen von Kondenswasser
erlauben die Windungen der Leiste des Mauerankers, Parallelverschiebungen der Wände
zuzulassen, Abstandsänderungen der Wände jedoch im wesentlichen zu verhindern. Bei
Parallelverschiebungen der Wände ergeben die Windungen der Leiste eine Mehrzahl von
möglichen Biegestellen, an denen sich der Maueranker gegen seine Biegesteifigkeit
beispielsweise Z-förmig und/oder V-förmig verbiegen kann. Den Abstandsänderungen der
Wände widersetzt sich hingegen ein nicht verformter Maueranker im wesentlichen mit
seiner Längssteifigkeit (Steifigkeit in Längsrichtung). Zwar ist der Widerstand eines
bereits erheblich verbogenen Mauerankers gegen Abstandsänderungen der Wände mehr von
seiner Biegesteifigkeit als von seiner Längssteifigkeit abhängig, das Auftreten dieser
Situation ist jedoch nicht realistisch, denn Verbiegungen solchen Ausmasses sollten
in einem Mauerwerk nicht auftreten.
[0003] Ein Maueranker der bekannten Art ist zumindest in seinem mittleren Längenbereich
aus einer Leiste von konstanter Querschnittsfläche gefertigt. Die Wahl der Leiste
(Werkstoff und geometrische Form des Querschnitts) bestimmt gleichzeitig die Biegesteifigkeit
des Mauerankers, seine Längssteifigkeit und seine Längsfestigkeit (Festigkeit in Längsrichtung).
Es besteht derzeit keine sinnvolle Möglichkeit, bei gegebenem Werkstoff des Mauerankers
dessen Biegesteifigkeit und dessen Längssteifigkeit unabhängig voneinander festzulegen.
[0004] Demnach ist es Aufgabe der Erfindung, einen Maueranker zur Verfügung zu stellen,
bei welchem die Biegesteifigkeit und die Längssteifigkeit - zumindest im Bereich der
zum Einsatz in einem Mauerwerk brauchbaren Werte - unabhängig voneinander einstellbar
sind.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe besteht ein Maueranker aus einem Verbundmaterial mit in
einer Matrix eingebetteten, im wesentlichen parallel zu einer Längsrichtung des Mauerankers
verlaufenden Fasern, deren aufsummierte Querschnittsfläche in Längsrichtung des Mauerankers
im wesentlichen konstant verläuft, während die Querschnittsfläche des Mauerankers
in Längsrichtung des Mauerankers zumindest stellenweise variiert.
[0006] Beim erfindungsgemässen Maueranker ergibt sich seine Querschnittsfläche an jeder
Stelle seiner Längsrichtung (gegebenenfalls mit Ausnahme seiner Endbereiche) aus der
Summe der Querschnittsflächen der Fasern und der Querschnittsfläche der Matrix, wobei
die den Fasern zugeordnete Querschnittsfläche im wesentlichen konstant bleibt, während
die der Matrix zugeordnete Querschnittsfläche stellenweise variiert werden kann. Die
die kleinste erreichbare Querschnittsfläche des Mauerankers wird dabei von der höchsten
praktisch realisierbaren Packungsdichte der Fasern bestimmt, was in der Praxis dazu
führt, dass die aufsummierte Querschnittsfläche der Matrix zumindest 30% der aufsummierten
Querschnittsfläche der Fasern beträgt.
[0007] Die Längssteifigkeit und die Längsfestigkeit des erfindungsgemässen Mauerankers wird
im wesentlichen von der aufsummierten Querschnittsfläche der Fasern bestimmt, weil
in einem faserverstärkten Verbundmaterial der Beitrag der Matrix zur Steifigkeit und
zur Festigkeit viel geringer ist als der Beitrag der Fasern. Somit bleiben die Längssteifigkeit
und die Längsfestigkeit des erfindungsgemässen Mauerankers (gegebenenfalls mit Ausnahme
seiner Endbereiche) im wesentlichen konstant.
[0008] Stellenweise in Längsrichtung des erfindungsgemässen Mauerankers (gegebenenfalls
mit Ausnahme seiner Endbereiche) bestimmt hingegen im wesentlichen die lokale Grösse
und Form der Querschnittsfläche des erfindungsgemässen Mauerankers dessen lokale Biegesteifigkeit.
Dabei gibt es zwei Variationsmöglichkeiten, die in bezug auf die Querschnittsfläche
der Matrix verschieden sind.
[0009] Einerseits kann die Form der Querschnittsfläche des Mauerankers bei gleichbleibenden
Flächenmass variieren, wobei die lokale Proportion von Matrix zu Faser konstant bleibt.
Beispielsweise hat der Maueranker einen Querschnitt in Form eines Rechtecks stets
gleicher Fläche aber mit Seitenlängen, deren Längenmass in Abhängigkeit ihrer Position
in Längsrichtung des Mauerankers variiert.
[0010] Andererseits können die Form der Querschnittsfläche des Mauerankers und die lokale
Proportion von Matrix zu Faser beide gleichzeitig variieren. Beispielsweise hat der
Maueranker einen Querschnitt in Form eines Rechtecks mit in Längsrichtung des Mauerankers
variierenden Flächenmass und Seitenlängenmass, oder noch einen kreisförmigen oder
gar regelmässig-polygonalen Querschnitt mit in Längsrichtung des Mauerankers variierendem
Durchmesser bzw. Umkreisdurchmesser. Es versteht sich, dass dabei die Querschnittsfläche
des Mauerankers nicht kleiner werden kann als die aufsummierte Querschnittsfläche
der Fasern.
[0011] Diese oder noch andere Variationen der Grösse und Form der Querschnittsfläche des
erfindungsgemässen Mauerankers über seine Längsrichtung erlauben (gegebenenfalls mit
Ausnahme seiner Endbereiche), bei im wesentlichen konstant bleibenden Längssteifigkeit
und Längsfestigkeit die örtliche Biegesteifigkeit des Mauerankers in gewünschte Richtungen
rechtwinklig zur Längsrichtung und in gewünschtem Ausmass (mit der Biegesteifigkeit
des matrixgebundenen Faserbündels als Minimum) zu variieren. Von besonderen Vorteil
ist dabei, dass die Dimensionierung des Mauerankers erlaubt, in den vorgesehenen Biegebereichen
die mit der Biegung entstehenden Randdehnungen kleiner zu halten als beispielsweise
bei Mauerankern aus Stahl, und somit Risse zu vermeiden.
[0012] Von Vorteil ist auch, dass der erfindungsgemässe Maueranker aufgrund seiner Fertigung
mit einer für derartige Anwendungen üblichen Matrix beispielsweise aus Kunststoff
und für derartige Anwendungen üblichen Fasern beispielsweise aus Kohlenstoff, Glas
oder Kunststoff (beispielsweise Aramid) weitgehend korrosionsfrei ist, keine nennenswerte
Wärmeleitung hat und auch keine nennenswerte plastische Deformation zulässt. Für den
Kunststoff der Matrix steht eine Vielfalt von an sich bekannten Thermoplasten und
Duroplasten zur Wahl.
[0013] Im übrigen ergibt beim erfindungsgemässen Maueranker die Einbettung der Fasern in
eine Kunststoff-Matrix einen Schutz dieser Fasern gegen äussere Einflüsse, so dass
als Fasern auch Metalldrähte, Metallfasern und Naturfasern verwendbar sind.
[0014] Die Biegesteifigkeit des Mauerankers bestimmt dessen Knicksicherheit gegenüber einer
Druckkraft in dessen Längsrichtung. Deshalb soll die Biegesteifigkeit des Mauerankers
in Nähe seiner Mitte d.h. in seinem Mittelbereich grösser sein als in Biegebereichen
des Mauerankers in Nähe der Wände, in denen die Enden des Mauerankers verankert sind.
Vorzugsweise umfasst somit der erfindungsgemässe Maueranker in dessen Längsrichtung
zwei Biegebereiche und einen dazwischenliegenden Mittelbereich, wobei der Mittelbereich
eine höhere Biegesteifigkeit aufweist als jeder der Biegebereiche.
[0015] Zur Herstellung von erfindungsgemässen Mauerankern kann ein endloser Rohling aus
Verbundmaterial laufend mit Stellen veränderten Querschnitts versehen und dann abschnittweise
geschnitten werden. Im Verbundmaterial verlaufen dabei die in der Matrix eingebetteten
Fasern im wesentlichen parallel zur Längsrichtung des herzustellenden Mauerankers.
Gegebenenfalls werden die Endbereiche des Mauerankers mit Hilfsmitteln zur Verankerung
des Mauerankers in einer Wand wie Gewinde, Spaltung, Krümmung und dergleichen versehen,
beispielsweise noch bevor der Werkstoff der Matrix fertig abgekühlt oder ausgehärtet
und damit vollständig erstarrt ist.
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand von schematischen Zeichnungen
näher beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausbildung eines erfindungsgemässen Mauerankers mit Formänderungen zur
Schaffung eines Biegebereiches, in Draufsicht;
- Fig. 2
- die Ausbildung der Fig. 1 in Seitenansicht;
- Fig. 3
- die Ausbildung der Fig. 1 in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 4
- eine zweite Ausbildung eines erfindungsgemässen Mauerankers mit Formänderungen zur
Schaffung von zwei Biegebereichen, in Draufsicht;
- Fig. 5
- die Ausbildung der Fig. 4 in Seitenansicht;
- Fig. 6
- die Ausbildung der Fig. 4 in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 7
- ein Beispiel der Ausbildung von Biegebereichen eines erfindungsgemässen Mauerankers
mit einer Variation der Form der Querschnittsfläche des Mauerankers bei gleichbleibenden
Flächenmass, in perspektivischer Darstellung an einem Abschnitt eines Mauerankers;
- Fig. 8
- ein Beispiel der Ausbildung von Biegebereichen eines erfindungsgemässen Mauerankers
mit Variationen sowohl der Form als auch des Flächenmasses der Querschnittsfläche
des Mauerankers, in perspektivischer Darstellung an einem Abschnitt eines Mauerankers;
- Fig. 9
- weitere Beispiele der Ausbildung von Variationen sowohl der Form als auch des Flächenmasses
der Querschnittsfläche des erfindungsgemässen Mauerankers, in perspektivischer Darstellung
an einen Abschnitt eines Mauerankers;
- Fig. 10
- ein erstes Beispiel einer Querschnittsfläche des Mauerankers in vergrössertem Massstab;
- Fig. 11
- ein zweites Beispiel einer Querschnittsfläche des Mauerankers in vergrössertem Massstab;
und
- Fig. 12
- ein drittes Beispiel einer Querschnittsfläche des Mauerankers in vergrössertem Massstab.
[0017] Ein erfindungsgemässer Maueranker ist in Fig. 1 in Draufsicht, in Fig. 2 in Seitenansicht
und in Fig. 3 perspektivisch dargestellt und in diesen Figuren allgemein mit 1 bezeichnet.
Er weist zwei Endteile 2 und 3 auf, die in bekannter Weise zur Verankerung des Mauerankers
in den zu verbindenden Wänden dienen und entsprechend geformt sind. Zwischen diesen
Endteilen 2 und 3 liegt ein Mittelteil 4, der in nachstehenden näher beschrieben wird.
[0018] Der Maueranker 1 ist aus einem faserverstärkten Verbundmaterial gefertigt. Dieses
Verbundmaterial umfasst Fasern, die zumindest im Bereich des Mittelteils 4 und beispielsweise
auch im Bereich des Endteils 2 im wesentlichen parallel zu einer Längsrichtung L des
Mauerankers 1 verlaufen und in einer Matrix eingebettet sind. Beispiele dieses faserverstärkten
Verbundmaterials werden im nachstehenden präzisiert.
[0019] Zur Veranschaulichung des Verbundmaterials des Mauerankers in einem gegenüber den
Figuren 1, 2 und 3 stark vergrössertem Massstab ist in Fig. 10 eine in wesentlichen
quadratische Querschnittsfläche 5 des Mauerankers 1 dargestellt, die dem Bereich des
Endteils 2 des Mauerankers 1 in Fig. 1, 2 und 3 entspricht. Die Fasern 6 sind in der
Matrix 7 eingebettet und bilden zusammen damit das Verbundmaterial 8. Dabei ist als
Beispiel und zur besseren Veranschaulichung der Fall dargestellt, bei dem die Fasern
6 innerhalb der in wesentlichen quadratischen Form der Querschnittsfläche 5 eine quadratischkompakte
Packungsanordnung aufweisen, deren Zwischenräume 10 mit der Matrix 7 gefüllt sind
- die höchste Packungsdichte wäre bekanntlich mit einer hexagonal-kompakten Packungsanordnung
erreicht, deren Zeichnung zur Veranschaulichung nicht günstig wäre.
[0020] Theoretisch betragen die mit der Matrix gefüllten Zwischenräume bei einer quadratisch-kompakten
Packungsanordnung der Fasern etwa 20%, bei einer hexagonal-kompakten Packungsanordnung
etwa 10% des vom Verbundmaterial belegten Raumes. Allerdings weist die dichteste Packungsanordnung
der Fasern, welche praktisch realisierbar ist, viel grössere Zwischenräume zwischen
den Fasern auf, so dass im Verbundmaterial das Mindestvolumen der Matrix in der Praxis
etwa 30% des Faservolumens ausmacht. Die weiter unten beschriebene Zeichnung der Fig.
12 veranschaulicht beispielsweise einen Fall mit einander etwa gleichen Matrixvolumen
und Faservolumen.
[0021] Jede Faser 6 hat eine Querschnittsfläche 9, die in Längsrichtung L des Mauerankers
1 in wesentlichen konstant verläuft, so dass alle Fasern 6 zusammen eine aufsummierte
Querschnittsfläche (Summe aller Querschnittsflächen 9) aufweisen, die ebenfalls in
Längsrichtung L des Mauerankers 1 im wesentlichen konstant verläuft.
[0022] In Fig. 11 ist, wiederum im Sinne eines Beispiels und in einem gegenüber den Figuren
1, 2 und 3 stark vergrössertem Massstab, eine im wesentlichen rechteckige Querschnittsfläche
11 des Mauerankers 1 im Bereich seines Mittelteils 4 dargestellt. Die gleichen Fasern
6 wie in Fig. 10 sind in der gleichen Matrix 7 wie in Fig. 10 wiederum in quadratisch-kompakter
Packungsanordnung eingebettet, womit das gleiche Verbundmaterial 8 wie in Fig. 10
gebildet wird.
[0023] Die Formen der Querschnittsflächen 5 (Fig. 10) und 11 (Fig. 11) variieren an Übergangsstellen
12 und 13 (Fig. 1, 2 und 3) zwischen quadratisch und rechteckig bei gleichzeitig variierenden
Verhältnis der Seitenlängen, während die Querschnittsflächen 5 und 11 und die dazwischenliegenden
Übergangs-Querschnittsflächen stets das gleiche Flächenmass behalten, so dass auch
die lokale Proportion von Matrix zu Faser (d.h. das Verhältnis des Volumens der Fasern
6 und der Zwischenräume 10) in Längsrichtung L des Mauerankers 1 konstant bleibt.
[0024] Aus dieser Variation der Form der Querschnittsflächen 5 und 11 des Mauerankers 1
ergibt sich eine Variation seiner Biegesteifigkeit, die im Bereich des Mittelteils
4 in je einer von zwei rechtwinklig zur Längsrichtung L liegenden Richtungen geringer
bzw. grösser ist als an den Endteilen 2 und 3. Der Mittelteil 4 des Mauerankers 1
bildet somit einen Biegebereich des Mauerankers 1 für dessen Biegung in einer Ebene
senkrecht zu den breiteren Seiten der rechteckigen Querschnittsfläche 11.
[0025] In den Fig. 4, 5 und 6 ist jeweils in Draufsicht, in Seitenansicht und in perspektivischer
Darstellung eine zweite Ausbildung eines erfindungsgemässen Mauerankers 14 dargestellt,
bei der die Formänderungen der Querschnittsflächen des Mauerankers 14 an Übergangsstellen
15, 16, 17 und 18 zur Schaffung von zwei Biegebereichen 19 und 20 führen. Zwischen
den beiden Biegebereichen 19 und 20 umfasst der Maueranker 14 in seiner Längsrichtung
L einen Mitteilteil oder Mittelbereich 21, der eine höhere Biegesteifigkeit aufweist
als jeder der beiden Biegebereiche 19 und 20.
[0026] Zur besseren Veranschaulichung wird noch in Fig. 7 an einem Abschnitt eines Mauerankers
14 ein Beispiel der Ausbildung von zwei Übergangsstellen 22 und 23 mit einem dazwischenliegenden
Biegebereich 24 in vergrössertem Massstab mit gegenüber Fig. 4, 5 und 6 veränderten
Längenproportionen dargestellt. Bei dieser Ausbildung hat der Maueranker 14 im dargestellten
Bereich einen Querschnitt in Form eines Rechtecks 25 mit Seitenlängen 26 und 27, deren
Längenmass stellenweise in Abhängigkeit ihrer Position in Längsrichtung L des Mauerankers
14 variiert, während die Querschnittsfläche des Mauerankers 14 im wesentlichen konstant
bleibt.
[0027] Im Gegensatz zu Fig. 7 veranschaulicht Fig. 8 in perspektivischer Darstellung an
einem Abschnitt 28 eines Mauerankers ein Beispiel der Ausbildung von Übergangsstellen
29 und 30 mit Variationen sowohl der Form als auch des Flächenmasses der Querschnittsfläche
31 bzw. 32. Bei dieser Ausbildung entsprechen die beiden Übergangsstellen 29 und 30
je einem Übergang zwischen einer länglich-flachen Querschnittsfläche 31 und einer
fast quadratischen Querschnittsfläche 32. Aus der Form der Querschnittsflächen 31
und 32 ergibt sich, dass der dargestellte Abschnitt 28 des Mauerankers in seiner Längsrichtung
L zwei Biegebereiche 40 und 41 und dazwischen einen Mittelbereich 42 umfasst, wobei
der Mittelbereich 42 eine höhere Biegesteifigkeit aufweist als jeder der Biegebereiche
40 und 41.
[0028] Fig. 9 veranschaulicht in perspektivischer Darstellung an einem Abschnitt 33 eines
Mauerankers weitere Beispiele der Ausbildung von Variationen sowohl der Form als auch
des Flächenmasses der Querschnittsfläche des Mauerankers in Abhängigkeit der Position
in der Längsrichtung L. Bei Übergangsstellen wie 34 hat der Maueranker einen Querschnitt
in Form eines Rechtecks mit Seitenlängen, deren Längenmass und Querschnittsfläche
beide variieren. Bei Übergangsstellen wie 35 hat der Maueranker eine variable Querschnittsfläche
zum Übergang zwischen einem Abschnitt 36 von kreisförmigem Querschnitt und einem Abschnitt
37 von etwa kreuzförmigem Querschnitt.
[0029] Analog zum vorstehenden kann der kreisförmige Querschnitt des Mauerankers an einer
Übergangsstelle einen Durchmesser aufweisen, der stellenweise in Abhängigkeit der
Position in Längsrichtung des Mauerankers variiert, so dass der Maueranker einen etwa
konisch ausgebildeten Übergang aufweist.
[0030] In weiterer Analogie kann der Maueranker an einer Übergangsstelle einen Querschnitt
beispielsweise in Form eines regelmässigen Polygons aufweisen, dessen Umkreisdurchmesser
und entsprechende Querschnittsfläche stellenweise in Abhängigkeit der Position in
Längsrichtung des Mauerankers variieren, so dass der Maueranker einen etwa pyramidenförmig
ausgebildeten Übergang aufweist.
[0031] In Fig. 12 ist, wiederum im Sinne eines Beispiels und in einem gegenüber den Figuren
1 bis 9 stark vergrössertem Massstab, eine im wesentlichen rechteckige Querschnittsfläche
38 eines Mauerankers dargestellt. Die gleichen Fasern 6 wie in Fig. 11 sind in der
gleichen Matrix 7 wie in Fig. 11 eingebettet (eine der 144 Fasern wurde aus zeichnerischen
Gründen ausgelassen). Die Packungsanordnung ist jedoch hier nicht kompakt, so dass
der Matrix 7 hier (im Verbundmaterial 39) im Vergleich zu Fig. 11 (im Verbundmaterial
8) viel grössere Zwischenräume zwischen den Fasern 6 zur Verfügung stehen, derart,
dass das Matrixvolumen hier etwa gleich gross ist wie das Faservolumen. Folglich bleibt
die Längssteifigkeit hier etwa gleich wie im Falle der Fig. 11, während die Biegesteifigkeit
unter anderem mit der Packungsdichte und der Wahl der Materialien modulierbar ist.
[0032] Generell kann in einem Bereich eines Mauerankers ein Übergang in Langsrichtung zwischen
Strukturen stattfinden, von denen je eine einer der Fig. 11 bzw. 12 entspricht. An
einem solchen Übergang variiert dann die lokale Proportion von Matrix zu Faser in
Längsrichtung des Mauerankers und dementsprechend auch dessen Biegesteifigkeit.
[0033] Ein typischer erfindungsgemässer Maueranker besteht beispielsweise aus einem Verbundmaterial
mit einer kohlefaserverstärkten Matrix aus thermoplastischen Kunststoff wie Polypropylen
oder Polyamid 12. Die aufsummierte Querschnittsfläche der Kohlefasern beträgt beispielsweise
etwa 10 mm
2 und die gesamte Querschnittsfläche des Mauerankers beispielsweise etwa 26 mm
2. Ein derartiger Maueranker ist chemisch stabil und korrosionsfrei, er hat im Vergleich
zu den Baumaterialien der verankerten Wände keine nennenswerte Wärmeleitung, und er
ist schlagzäh. Zudem ist er beinahe ideal elastisch d.h. unter Belastung nicht plastisch
deformierbar.
[0034] Zur Herstellung eines Mauerankers der beschriebenen Art kann ein endloser Rohling
von konstantem Querschnitt aus einem Verbundmaterial mit in einer Matrix eingebetteten
Endlosfasern ab einer Rolle abgezogen und bearbeitet werden. Dieses Ausgangsmaterial
wird beispielsweise durch eine Form gezogen und gepresst, um laufend mit Stellen veränderten
Querschnitts versehen zu werden. Anschliessend werden fertige Maueranker-Elemente
abschnittsweise geschnitten und danach gegebenenfalls an den Enden gebogen, mit einem
Gewinde versehen oder sonstwie bearbeitet. Somit verlaufen die Fasern im wesentlichen
parallel zur Längsrichtung des herzustellenden Mauerankers. Im Laufe dieses Herstellungsverfahrens
kann der Rohling mehr oder weniger gequetscht und dadurch Material der Matrix aus
dem Element ausgequetscht werden, um das Verhältnis der Querschnittsflächen der Fasern
und der Matrix (beispielsweise das Verhältnis Kohlefaser/Kunststoff) stellenweise
wie gewünscht zu modulieren.
[0035] Beim Vergleich zwischen einem erfindungsgemässen Maueranker aus kohlefaserverstärktem
Polyamid 12 und einem äquivalenten Maueranker von gleicher Längsfestigkeit aus Stahl
ist feststellbar, dass der erfindungsgemässe Maueranker bei einer Biegebeanspruchung
viel geringere Randdehnungen erleidet als der Maueranker aus Stahl, woraus sich Vorteile
und Freiheitsgrade unter anderem in Form, Bemessung und thermischen Eigenschaften
wie Dilatation und Leitfähigkeit ergeben, wie es im vorstehenden dargelegt wurde oder
sich daraus ergibt.
[0036] Während verschiedene Ausbildungen des erfindungsgemässen Mauerankers im vorstehenden
beschrieben und in den Zeichnungen dargestellt wurden, ist es offensichtlich, dass
sich eine Fachperson verschiedene Änderungen und Abwandlungen wird ausdenken können.
Dementsprechend sollen kleinere Veränderungen beispielsweise in der Konstruktion und
der Anordnung der Teile des Mauerankers den beanspruchten Schutzbereich nicht verlassen,
und die beigefügten Ansprüche umfassen alle solchen Änderungen und Abwandlungen. Auch
wird es einer Fachperson offensichtlich sein, dass mit dem erfindungsgemässen Maueranker
auch andere Elemente eines Bauwerkes verbunden werden können als die Innenwand und
die Aussenwand eines zweischaligen Mauerwerkes, wie es im vorstehenden als Beispiel
angegeben wurde, und dass auch mit solchen anderen Anwendungen der für den erfindungsgemässen
Maueranker beanspruchte Schutzbereich nicht verlassen wird.
Liste der Bezugszeichen
[0037]
Längsrichtung L
Maueranker 1
Endteil 2
Endteil 3
Mittelteil 4
Querschnittsfläche 5
Fasern 6
Matrix 7
Verbundmaterial 8
Querschnittsfläche 9
Zwischenräume 10
Querschnittsfläche 11
Übergangsstelle 12
Übergangsstelle 13
Maueranker 14
Übergangsstelle 15
Übergangsstelle 16
Übergangsstelle 17
Übergangsstelle 18
Biegebereich 19
Biegebereich 20
Mittelteil 21
Übergangsstelle 22
Übergangsstelle 23
Biegebereich 24
Rechteck 25
Seitenlänge 26
Seitenlänge 27
Abschnitt 28
Übergangsstelle 29
Übergangsstelle 30
Querschnittsfläche 31
Querschnittsfläche 32
Abschnitt 33
Übergangsstelle 34
Übergangsstelle 35
Abschnitt 36
Abschnitt 37
Querschnittsfläche 38
Verbundmaterial 39
Biegebereich 40
Biegebereich 41
Mittelbereich 42
1. Maueranker aus einem Verbundmaterial (8, 39) mit in einer Matrix (7) eingebetteten,
im wesentlichen parallel zu einer Langsrichtung (L) des Mauerankers (1, 14, 28, 33)
verlaufenden Fasern (6), deren aufsummierte Querschnittsfläche (9) in Längsrichtung
des Mauerankers im wesentlichen konstant verläuft, während die Querschnittsfläche
(5, 11, 31, 32, 38) des Mauerankers in Längsrichtung des Mauerankers zumindest stellenweise
(12, 13, 15, 16, 17, 18, 22, 23, 29, 30, 34, 35) variiert.
2. Maueranker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Form der Querschnittsfläche
des Mauerankers stellenweise in Längsrichtung des Mauerankers bei gleichbleibendem
Flächenmass variiert.
3. Maueranker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Maueranker (1) einen
Querschnitt in Form eines Rechtecks (25) hat, das Seitenlängen (26, 27) aufweist,
deren Längenmass stellenweise in Abhängigkeit ihrer Position in Längsrichtung des
Mauerankers variiert, während die Querschnittsfläche des Mauerankers im wesentlichen
konstant bleibt.
4. Maueranker nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Proportion
von Matrix (7) zu Faser (6) in Längsrichtung (L) des Mauerankers (1, 14) konstant
bleibt.
5. Maueranker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Form als auch
das Flächenmass der Querschnittsfläche (31, 32) des Mauerankers (28) stellenweise
in Langsrichtung (L) des Mauerankers variieren.
6. Maueranker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Maueranker (33) einen
Querschnitt in Form eines Rechtecks hat, das Seitenlängen aufweist, deren Längenmass
stellenweise in Abhängigkeit ihrer Position (34) in Längsrichtung (L) des Mauerankers
variiert, wobei auch die Querschnittsfläche des Mauerankers stellenweise in Abhängigkeit
ihrer Position in Längsrichtung des Mauerankers variiert.
7. Maueranker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Maueranker einen Querschnitt
in Form eines regelmässigen Polygons hat, dessen Umkreisdurchmesser stellenweise in
Abhängigkeit seiner Position in Längsrichtung des Mauerankers variiert, wobei auch
die Querschnittsfläche des Mauerankers stellenweise in Abhängigkeit ihrer Position
in Längsrichtung des Mauerankers variiert.
8. Maueranker nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Maueranker (33) einen
Querschnitt in Form eines Kreises hat, dessen Durchmesser stellenweise in Abhängigkeit
seiner Position (36) in Längsrichtung (L) des Mauerankers variiert, wobei auch die
Querschnittsfläche des Mauerankers stellenweise in Abhängigkeit ihrer Position in
Längsrichtung des Mauerankers variiert.
9. Maueranker nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale
Proportion von Matrix (7) zu Faser (6) in Längsrichtung (L) des Mauerankers (1, 14)
variiert.
10. Maueranker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Maueranker (28) in dessen
Längsrichtung (L) zwei Biegebereiche (40, 41) und einen dazwischenliegenden Mittelbereich
(42) umfasst, wobei der Mittelbereich eine höhere Biegesteifigkeit aufweist als jeder
der Biegebereiche.
11. Verfahren zur Herstellung eines Mauerankers nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, dass ein endloser Rohling aus einem Verbundmaterial mit in einer Matrix
eingebetteten, im wesentlichen parallel zu einer Längsrichtung des herzustellenden
Mauerankers verlaufenden Fasern laufend mit Stellen veränderten Querschnitts versehen
und abschnittweise geschnitten wird.