Stand der Technik
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Hochdruckpumpe nach der Gattung des Hauptanspruches.
Eine derartige Hochdruckpumpe ist bekannt (EP 0 481 964 A2).
[0002] Solche Hochdruckpumpen werden zur Kraftstoffeinspritzung bei Dieselmotoren eingesetzt.
Sie sind zwischen einem Niederdruckbehälter und einem Hochdruckspeicher (Rail) angeordnet
und sorgen dafür, daß im Hochdruckspeicher Kraftstoff in genügender Menge und unter
ausreichendem Hochdruck zur Verfügung steht, um über Einspritzventile gesteuert die
Arbeitszylinder der Brennkraftmaschine mit Kraftstoff zu versorgen.
[0003] Bei der bekannten Hochdruckpumpe ist zwischen dem Niederdruckbehalter und dem Pumpenzylinder
ein Elektromagnetventil angeordnet, das stromlos offen ist. Durch einen Stromimpuls
wird es zur Festlegung des Beginns der Hochdruckförderung geschlossen. Im übrigen
bleibt es unerregt. Zum Schließen des Elektromagnetventils sind vom Magneten verhältnismäßig
große Kräfte aufzubringen, wobei die Kraft der dem Schließen entgegenwirkenden Ventilfeder
überwunden werden muß. Dadurch sind Aufwand und Strombedarf des Magneten verhältnismäßig
groß.
[0004] Bei herkömmlichen Einspritzanlagen mit paralleler Versorgung mehrerer Pumpen-Arbeitsräume
aus dem Niederdruckkreislauf gibt es bereits eine sogenannte Saugdrosselregelung,
bei welcher die Pumpe mit variabler Teilführung betrieben wird. Dabei besteht aber
Kavitationsgefahr durch Hohlraumbildung, außerdem entsteht bei Förderbeginn ein sehr
schneller Druckaufbau.
[0005] Ähnliche Nachteile treten auch auf, wenn bei einer Saugdrosselregelgung statt der
Drossel ein Magnetventil und mit diesem eine Magnetventilzumessung zur Anwendung kommt.
[0006] Die aufgezeigten Nachteile werden gemäß der Erfindung behoben durch die kennzeichnenden
Merkmale des Hauptanspruch. Das hat bei einer Hochdruckpumpe der eingangs genannten
Art den Vorteil, daß als Elektromagnetventil nur ein kleines und billiges Ventil benötigt
wird, ohne daß dabei die Sicherheit der Einrichtung beeinträchtigt wäre.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen des Gegenstands des Anspruches 1 ergeben sich aus den
Merkmalen der Unteransprüche sowie aus der Beschreibung und der Zeichnung. So ist
es gemäß den Ansprüchen 2 und 3 von Vorteil, daß durch den Verbindungskanal, der im
OT aufgesteuert wird, ein zu hoher Druck im Hochdruckbehälter vermeidbar ist. Eine
solche Druckbegrenzung kann bei einem Fehler im System vor Schäden schützen.
Zeichnung
[0008] Drei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in
der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen: Figur 1 eine erste Ausführung
der Hochdruckpumpe im Saughub, Figur 2 die Hochdruckpumpe nach der Figur 1 vor Förderbeginn,
Figur 3 die Hochdruckpumpe nach der Figur 1 nach Förderbeginn, Figur 4 eine andere
Ausführung der Hochdruckpumpe und Figur 5 eine zweite Variante der Hochdruckpumpe.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0009] Eine Hochdruckpumpe 1 wird als Diesel-Einspritzpumpe eingesetzt und ist zum Befüllen
eines Hochdruckspeichers 2 (auch Rail genannt) bestimmt. An den Hochdruckspeicher
2 sind nicht dargestellte Einspritzventile angeschlossen über welche in ebenfalls
nicht dargestellter Weise die Arbeitszylinder einer Brennkraftmaschine mit genau zugemessenen
Mengen von Diesel-Kraftstoff versorgt werden.
[0010] Die Hochdruckpumpe 1 hat einen Pumpenkolben 3, der über einen nicht dargestellten
Stoßel in einem Pumpenzylinder 4 hin und her beweglich ist und der als bewegliche
Wand eine Arbeitskammer 5 der Hochdruckpumpe 1 begrenzt. Eine Hochdruckleitung 6 führt
von der Arbeitskammer 5 zum Hochdruckspeicher 2; in sie ist ein zum Hochdruckspeicher
2 hin öffnendes Rückschlagventil 7 eingesetzt.
[0011] Im Hinblick auf die vorliegende Erfindung ist zur Arbeitskammer 5 eine Einlaßleitung
8 geführt, in die ein Magnetventil 9 so eingesetzt ist, daß sein als Kugel ausgebildeter
Schließkörper 10 gegen die Kraft einer Ventilfeder 11 allein vom Saugdruck in der
Einlaßleitung 8 von seinem Ventilsitz 12 abhebbar ist. Schließkorper 10, Ventilfeder
11 und Ventilsitz 12 bilden auf diese Weise ein selbständiges Rückschlagventil. Mit
dem nichtdargestellten Angriff des Ankers des Magneten des Magnetventils 9 ist ein
Ventilstoßel 13 verbunden, der unter Magnetkraft nach unten bewegbar ist und dann
den Schließkörper 10 von seinem Ventilsitz 12 fernhält.
[0012] Desweiteren gehört zur Einrichtung eine Niederdruckpumpe 14, ein Niederdruckbehalter
15 und ein Rückschlagventil oder Niederdruckbegrenzungsventil 16 in einem Niederdruckkreislauf
17.
Wirkungsweisen
[0013] Die Figur 1 zeigt die Hochdruckpumpe 1 beim Saughub. Kraftstoff aus dem Niederdruckkreislauf
17 gelangt über die Einlaßleitung 8 (Pfeilrichtung) und den gegen die Kraft der Ventilfeder
11 von seinem Ventilsitz 12 abgehobenen Ventilschließkörper 10 in die Arbeitskammer
5. Das Magnetventil 9 ist ohne Strom.
[0014] Wenn der Pumpenkolben 3 seinen unteren unteren Totpunkt UT erreicht hat, wird seine
Bewegungsrichtung umgekehrt. Dieser Moment vor dem Förderbeginn der Hochdruckpumpe
1 ist in der Figur 2 unter Verwendung der gleichen Bezugszahlen wie in der Figur 1
dargestellt. Der Magnet des Magnetventils 9 wird bestromt, der Ventilstößel 13 schiebt
sich gegen den Ventilschließkörper 10 und halt ihn entfernt von seinem Ventilsitz
12. Ein Teil des angesaugten Kraftstoffes wird vom Pumpenkolben 3 der Hochdruckpumpe
1 aus der Arbeitskammer 5 über die Einlaßleitung 8 zurück (Pfeilrichtung) zum Niederdruckkreislauf
17 und von dort über das Rückschlagventil 16 in den Niederdruckbehalter 15 gefördert.
[0015] Wenn der Pumpenkolben 3 auf seinem anschließenden Weg in Förderrichtung einen von
dem Drehwinkel der Nockenwelle bestimmten Hub zurückgelegt hat, wird das Magnetventil
9 stromlos geschaltet. Wie in der Figur 3 dargestellt ist, gelangt der Schließkörper
10 unter Einwirkung der Kraft der Ventilfeder 11 und unter Strömungskräften auf seinen
Ventilsitz 12. Das Magnetventil ist geschlossen. In der Arbeitskammer 5 der Hochdruckpumpe
1 beginnt der Druckaufbau, und Dieselkraftstoff wird über das sich öffnende Rückschlagventil
7 und über die Hochdruckleitung 6 (Pfeilrichtung) in den Hochdruckspeicher 2 gefördert.
Die Niederdruckpumpe 14 fördert in den Niederdruckkreislauf 17.
[0016] Die erfindungsgemäß aufgebaute Hochdruckpumpe 1 mit der beschriebenen Wirkungsweise
hat folgende Vorzüge: Es genügt ein relativ kleiner und einfacher Magnet, um den durch
den Flüssigkeitsstrom bereits abgehobenen Ventilschließkörper 10 in seiner Offenstellung
zu halten.
[0017] Eine Fördermengenanderung ist durch das schnelle Ansprechen der Druckregelung beim
Schließen des Magnetventils 9 leicht durchzuführen.
[0018] Es gibt keine Steuerkanten. Infolge großer Überdeckungslänge gibt es auch nur ganz
geringe Leckagen.
[0019] Auch zeichnet sich der Aufbau der Hochdruckpumpe 1 durch Einfachheit aus indem weder
eine Lenkerregulierung noch eine Steuerkante noch eine Steuerbohrung noch ein Stellmagnet
für einen Lageregelkreis notwendig ist. Desweiteren kann der Stößel für die Hochdruckpumpe
1 von oben montiert werden. Auch kann die Hochdruckpumpe 1 ohne Bodenverschlußkapseln
ausgeführt werden.
[0020] Schließlich gibt es beim Umschalten keinen Druckstoß und infolgedessen auch keine
Kavitation.
[0021] Die Figur 4 zeigt unter Verwendung der gleichen Bezugszahlen für der Ausführung nach
den Figuren 1 bis 3 entsprechenden Teile eine andere Bauart einer Hochdruckpumpe 18.
Dabei sind aber die Hochdruckseite und die Niederdruckseite gerade so ausgeführt wie
bei der Bauart nach den Figuren 1 bis 3. Hier ist ein Pumpenkolben 19 mit einem Verbindungskanal
20 versehen, über den im OT, also am Ende des Förderhübes, eine Verbindung zwischen
einer Arbeitskammer 21 der Hochdruckpumpe 18 und dem Niederdruckbehälter 15 hergestellt
wird.
[0022] Der Verbindungskanal 20 besteht im einzelnen aus einem Längskanal 22 und einer Ringnut
23 im Pumpenkolben 19. Die Ringnut 23 bildet mit einer Bohrung 24 in einer Wand 25
eines Pumpenzylinders 26 ein steuerschieberartiges Ventil 27, in-dem die Kanten der
Ringnut 23 die Ausmünduzig der Bohrung 24 in der Wand 25 des Pumpenzylinders 26 überfahren.
Die Wirkungsweise dieser Bauart unterscheidet sich von der nach den Figuren 1 bis
3 dadurch, daß hier eine Zumessung für den Hochdruckspeicher 2 und eine Absteuerung
vor OT ermöglicht ist. Außerdem ist ein größerer Durchmesser des Pumpenkolbens denkbar.
[0023] Die Figur 5 zeigt schließlich eine Bauart mit einer Hochdruckpumpe 28, die keinen
eigenen Kraftstoffanschluß hat. In einem Druckventilverbund 29 sind ein kombiniertes
Magnetventil 30 mit Schließkörper 31, Ventilfeder 32 und Ventilsitz 33 und ein Ruckschlagventil
34 zusammengefaßt, und dieser Druckventilverbund steht mit einer Arbeitskammer 35
der Hochdruckpumpe 28 in Verbindung. Das Rückschlagventil 34 überwacht die Hochdruckleitung
6 zu dem Hochdruckspeicher 2, und am Magnetventil 30 ist ein Ringanschluß 36 vorgesehen,
an den der Niederdruckkreislauf 17 angeschlossen ist. In der Wirkungsweise gleicht
diese Bauart der nach den Figuren 1 bis 3, so daß sich eine nochmalige Beschreibung
erübrigt.
1. Hochdruckpumpe, insbesondere zur Kraftstoffeinspritzung für Dieselmotoren mit einem
Stößel betriebenen Pumpenkolben (3, 19), der in einem Pumpenzylinder (4, 26) hin-
und herbeweglich, und mit einem aus einem Magneten und einem Rückschlagventil bestehenden
Elektro-Magnetventil (9, 30), daß sowohl den Zufluß von Kraftstoff von einem Niederdruckkreislauf
(17) zu einer Arbeitskammer (5, 21, 35) im Pumpenzylinder (4, 26) als auch einen Rückfluß
von Kraftstoff aus der Arbeitskammer (5, 21, 35) zum Niederdruckkreislauf (17) überwacht,
sowie mit einem in eine von der Arbeitskammer (5, 21, 35) zu einem Hochdruckspeicher
(2) führende Hochdruckleitung (6) eingesetzten Rückschlagventil (7, 34), dadurch gekennzeichnet,
daß das mit einem Magneten und einem Rückschlagventil bestückte Magnetventil (9, 30)
einen Schließkörper (10, 31) aufweist, der von einem Ventilstößel (13) des Magnetventils
(9, 30) bei bestromten Magneten in Ventil-Offenstellung haltbar ist und daß der HochdruckFörderbeginn
der Hochdruckpumpe (1, 18, 28) durch ein Entregen des Magneten des Magnetventils (9,
30) einleitbar ist.
2. Hochdruckpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Pumpenkolben (19) ein
Verbindungskanal (20) vorgesehen ist, über den im oberen Totpunkt (OT) bei Förderende
eine Verbindung zwischen der Arbeitskammer (21) der Hochdruckpumpe (18) und dem Niederdruckbehalter
(15) des Niederdruckkreislaufs (17) herstellbar ist.
3. Hochdruckpumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungskanal (20)
durch mindestens einen Langskanal (22) und Ringnut (23) im Pumpenkolben (19) gebildet
ist und daß die Verbindung der Arbeitskammer (21) mit dem Niederdruckbehalter (15)
durch ein steuerschieberartiges Ventil herstellbar ist, das durch die Kanten der Ringnut
(23) und eine Bohrung (24) in einer Wand (25) des Pumpenzylinders (26) gebildet ist.
4. Hochdruckpumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hochdruckpumpe (28)
keinen eigenen Leitungsanschluß hat und daß ein das Magnetventil (30) und das zum
Hochdruckspeicher (2) hin öffnende Rückschlagventil (34) beinhaltende Druckventilverbund
(29) mit der Arbeitskammer (35) der Hochdruckpumpe (28) in Verbindung steht und daß
an den Druckventilverbund (29) sowohl der Niederdruckkreislauf (17) als auch Hochdruckspeicher
(2) angeschlossen sind.
5. Hochdruckpumpe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Niederdruckkreislauf
(17) über einen Ringanschluß (36) an den Druckventilverbund (29) angeschlossen ist.