[0001] Die Erfindung betrifft eine wärmedämmende Auskleidung zur Erniedrigung des Wärmestroms
bzw. zum Schutz vor Übertemperatur an den Kühlflächen eines Mittel- oder Hochdruck-Wärmeaustauschers.
[0002] Diese wärmedämmende Auskleidung einer Rohr-Steg-Rohrwand wird insbesondere in Strahlungskühlern
am Rohrkäfig und oder an Shottenflächen verwendet.
[0003] Bei der Auslegung der Kühlfächen neu entwickelter Wärmetauscher, bei denen bezüglich
Aufbau und Werkstoffe (z. B. Edelstahl) keine einschlägigen Erfahrungen hinsichtlich
des sich einstellenden Verschmutzungsverhaltens vorliegen, wird eine an sich bekannte,
wärmedämmende Auskleidung verwendet.
[0004] Im laufenden Betrieb kann es sich herausstellen, daß die tatsächliche Verschmutzung
der Heizflächen geringer ist als die theroretisch angenommene. Das führt zu einer
besseren als erwarteten Kühlung und somit zu einer tieferen Gasaustrittstemperatur
als vorher theoretisch berechnet.
[0005] Um eine zu tiefe gasseitige Austrittstemperatur aus dem Wärmeaustauscher zu vermeiden,
wird entweder die Wärmeübertragungsfläche durch Unterbrechung der Wasserzufuhr zu
einzelnen Rohren, durch Heraustrennen von Rohren und oder durch Aufbringen von Feuerfestmaterialien
und oder Stampfmasse desaktiviert.
[0006] Die Unterbindung der Wasserzufuhr oder die Entfernung einzelner Rohre stellt in der
Regel eine nichtrücknehmbare Bauteilveränderung dar. Das Aufbringen von Stampfmassen
erfordert das Aufschweißen von Stiften und oder Ankern auf die Rohr-Steg-Rohr-Verbindung,
insbesondere auch an druckbeaufschlagten Teilen (Rohren), um das Tragen und Anhaften
der Stampfmassen zu gewährleisten.
[0007] Da jede nachträglich aufgebrachte Schweißnaht Wärmespannungen hervorruft und unter
Umständen der Ausgangspunkt für Risse sein kann, ist die Verschweißung von Stiften
auf druckgehende Rohre auf jeden Fall nachteilig. Desweiteren kommen durch die Stampfmassen
unter Umständen erhebliche Zusatzgewichte in das Bauteil hinein, die häufig schwer
abzufangen sind.
[0008] Weiterhin ist es erforderlich, die Stampfmasse gemäß einer vom Hersteller vorgegebenen
Zeit-Temperatur-Kurve zu trocknen, um ihre Einsatzfähigkeit zu erreichen. Die Trocknungsprozedur
kann mit beträchtlichem Aufwand verbunden sein.
[0009] Bei Abkleidung von zu viel Wärmeaustauscherfläche durch Stampfmasse ist die Demontage
dieser Wärmedämmung nur mit erheblichem Aufwand möglich, da die Stifte und oder Anker
ebenfalls nach Abriß der Stampfmasse abgeschliffen werden müssen, um - bedingt durch
lokale Metallüberhitzung - Zonen mit Versagenswahrscheinlichkeit zu vermeiden.
[0010] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Abkleidung zu schaffen, die
zu einer gezielten Verringerung des Wärmeaustausches führt, relativ einfach anbringbar
ist, eine spätere einfache Justierbarkeit durch Teilentfernung oder weiterer Anbringung
erlaubt, keine Schweißung an druckbelasteten Teilen erfordert, keine große Zusatzgewichtsbelastung
in das Bauteil hineinbringt und deren Oberfläche bei normaltemperierter Luft aushärtet,
so daß eine aufwendige Trocknung mit Trocknungsbrenner nicht erforderlich ist.
[0011] Die Lösung der Aufgabe erfolgt in der Weise, wie es in dem Patentanspruch 1 angegeben
ist, die Unteransprüche stellen eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung dar.
[0012] Erfindungsgemäß wird hierdurch eine Anhebung der Austrittstemperatur des Gases aus
dem Wärmetauscher erzielt.
[0013] Selbstverständlich kann die Erfindung über den zuvor beschriebenen Anwendungsfall
hinausgehend immer auch zum Schutz wärmeempfindlicher Bereiche unter den vorgenannten
Rand- und Rahmenbedingungen eingesetzt werden.
[0014] Die Erfindung ist ausführungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß ein einfach zu installierender
Werkstoff mit geringer Wärmeleitfähigkeit, erforderlicher Temperaturbeständigkeit,
geringem Gewicht, ohne Trocknungsnotwendigkeit mit Trocknungsbrenner, ausreichender
Abriebfestigkeit, zum Beispiel keramischer Feuchtfilz in Mattenform, so auf die Außenseite
der Rohr-Steg-Rohr-Verbindung aufgebracht wird, daß er die Oberfläche eines gewählten
Bereiches völlig bedeckt. Der Zwischenraum zwischen hatte und Rohr-Steg-Rohr-Verbindung
im Stegbereich wird durch den gleichen oder einen anderen Stoff mit ebenfalls geringer
Wärmeleitfähigkeit, zum Beispiel ein Keramikfaser-Werkstoff, ausgefüllt.
[0015] Der keramische Feuchtfilz in Mattenform wird durch Stifte mit Befestigungsscheiben
an der Rohr-Steg-Rohr-Verbindung des Wärmeaustauschers befestigt. Die Stifte, zum
Beispiel aus korrosionsbeständigem Edelstahl, werden nur an den Stegen der Rohr-Steg-Rohr-Verbindung
angeschweißt. Hierdurch werden keine druckbelasteten Bauteile (Rohre) beeinflußt.
Die Anordnung der Befestigungsstifte erfolgt so, daß die Stifte an der Oberkante und
der Unterkante des Mattensegments und je nach Bedarf innerhalb des Mattensegments
sitzen. Die Befestigungsstifte und die Befestigungsscheiben werden jeweils mit einem
Gewinde ausgestattet, um so einen sicheren Halt der Feuchtfilzmatten zu gewährleisten.
[0016] Zusätzlich kann ein Kühlmittelverteiler (Verteilungsrohr) des Wärmeaustauschers als
Basis für die Schmalseite der untersten Matte benutzt werden.
[0017] Zur Erzielung einer besseren Befestigung und zur Erhöhung der Standzeit werden zusätzliche
Streckmetallstreifen verwendet, und zwar im Bereich der Mattenstöße der keramischen
Feuchtfilzmatte und nach Befestigungserfordernis des zu verkleidenden Bauteiles. Das
Streckmetall wird zwischen gasseitiger Mattenoberfläche und Befestigungsscheiben angebracht.
[0018] Auf den Streckmetallstreifen nebst zugehörigen Befestigungsscheiben und Stiftköpfen
wird ein ff-Material mit hoher Temperaturbeständigkeit und Gasundurchlässigkeit, zum
Beispiel ff-Kitt, aufgebracht, um vorgenannte Teile vor der Gasatmosphäre und Korrosion
zu schützen.
[0019] Oberkante und oder Unterkante und oder Stirnkante(n) der Gesamtmattenfläche werden
mit abgewinkelten Streckmetallstreifen gegen Ausfransen und Materialverlust gesichert.
Diese abgewinkelten Streckmetallstreifen werden durch die Stifte mit Befestigungsscheiben
auf den Stegen der Rohr-Steg-Rohr-Verbindung befestigt.
[0020] Die gasseitigen Oberflächen der abgewinkelten Streckmetallstreifen werden ebenfalls
durch ff-Material mit guter Korrosionsbeständigkeit geschützt.
[0021] Falls sich durch veränderndes Verschmutzungsverhalten über die Reisezeit der Ausrüstung
Handlungsbedarf bezüglich der Veränderung der Größe der wärmedämmenden Auskleidung
ergibt, kann dem Rechnung durch Herausnahme oder Zusatzanbringung von Teilmatten getragen
werden, wobei die abgewinkelten Streckmetallstreifen entsprechend verlegt werden.
[0022] Das auf die gasseitige Oberfläche aufgebrachte ff-Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit
wird so ausgewählt, daß sein Trocknen an normaltemperierter Luft bereits ausreicht,
um auszuhärten.
[0023] Die Erfindung wird anhand von schematischen Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0024] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt A-A durch die Kühlfläche,
- Fig. 2
- einen Schnitt B-B durch ein Einzelrohr,
- Fig. 3
- eine Ansicht "C" der Wärmeauskleidung der Kühlfläche.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Schnitt A-A durch die Kühlfläche (2) des Wärmetauschers, die aus
einer Rohr-(10)-Steg(6)-Rohr(10)-Wand besteht. Korrosionsbeständige Befestigungsstifte
(4) sind in einer Schweißstelle (14) jeweils auf den Stegen (6) der Kühlfläche (2)
angebracht.
[0026] An beiden Seiten der Stege (6) ist bis in Höhe der Rohraußenseite der Rohre der Rohrwand
(10) ein keramischer Faserwerkstoff (3) als wärmedämmendes Material aufgebracht, darüber
sind beidseitig Segmente einer keramischen Feuchtfilzmatte (1) aufgelegt, die von
Befestigungsstiften (4) und Befestigungsscheiben (5) gehalten werden.
[0027] An einer oder beiden Randzonen und an den Stoßstellen der Mattensegmente (1) ist
zusätzlich ein Streckmetall (8) angebracht, das durch ein ff-Material (9) mit guter
Korrosionsbeständigkeit geschützt wird.
[0028] Fig. 2 zeigt einen Schnitt B-B durch eines der Rohre (10) der Kühlfläche, das an
einem Kühlmittelverteiler-Rohr (7) bzw. Sammler angeschweißt ist. An dem Steg (6)
werden in Abständen die Befestigungsstifte (4) für die Segmente der keramischen Feuchtfilzmatte
(1) an Schweißstellen (14) befestigt. Im Bereich der Rohre (10) wird ein keramischer
Werkstoff (3) aufgebracht, wobei die Segmente der Feuchtfilzmatte (1) dicht bzw. bündig
auf dem Rohr (10) und dem keramischen Werkstoff (3) anliegen.
[0029] Die Segmente der Feuchtfilzmatte (1) werden durch die Befestigungsstifte (4) gedrückt
und mittels Befestigungsscheiben (5) angepreßt. Das obere Ende der Segmente der Feuchtfilzmatte
(1) wird mit einem abgewinkelten Streckmetallstreifen (13) gehalten, damit die Segmente
der Feuchtigkeitsmatte (1) nicht nur im Bereich der Befestigungsstifte (4) am Rohr
(10), sondern auch an den Randzonen (12) dicht anliegen, nicht ausfransen oder daß
ein Materialverlust auftreten kann.
[0030] In Fig. 3 ist die Ansicht "C" der wärmedämmenden Auskleidung der Kühlfläche (2) dargestellt.
[0031] Die Segmente der Feuchtfilzmatte (1) werden in regelmäßigen Abständen durch die Befestigungsscheiben
(5) gehalten, die auf die Befestigungsstifte (4) aufgesteckt werden.
[0032] Bei der hier dargestellten Ausführung werden Streckmetallstreifen (8) verwendet,
die zusätzlich mit einem ff-Material (Kitt) (9) ausgekleidet werden.
[0033] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist in jeder zweiten Stiftreihe (11) und in den Randzonen
(12) der Kühlfläche (2) bzw. der keramischen Segmente der Feuchtfilzmatte (1) ein
Streckmetall (8, 13) angebracht.
Bezugsziffernliste:
[0034]
- 1
- keramisches Feuchtfilzmatten-Segment
- 2
- Kühlfläche, geschweißte Rohrwand (Rohr-Steg-Rohr)
- 3
- Keramikfaser-Werkstoff/Wärmedämmendes Material
- 4
- Befestigungsstifte
- 5
- Befestigungsscheibe
- 6
- Stege der Rohrwand
- 7
- Kühlmittelverteilerrohr
- 8
- Streckmetall
- 9
- ff-Material (ff-Kitt)
- 10
- Rohre der Rohrwand
- 11
- Stiftreihe
- 12
- Randzonen
- 13
- abgekantete Streckmetallstreifen
- 14
- Schweißstelle
1. Wärmedämmende Auskleidung zur Erniedrigung des Wärmestromes bzw. zum Schutz vor Übertemperatur
an den Kühlflächen eines Mittel- oder Hochdruck-Wärmetauschers,
dadurch gekennzeichnet,
- daß keramische Feuchtfilzmatten-Segmente (1) an der Kühlfläche (2) durch Befestigungsstifte
(4) und Befestigungsscheiben (5) befestigt sind,
- daß die Befestigungsstifte (4) nur an den Stegen der Rohrwand (6) der Kühlfläche
(2) angeschweißt sind,
- daß die Kontur der Rohr-Steg-Rohr-Wand (6, 10) der Kühlfläche (2) der Wärmetauscherwand
durch Einbringen von wärmedämmendem Material (3) eine fluchtende Oberfläche aufweist,
- daß über den Stiftreihen (11) und in den Randzonen (12) der keramischen Feuchtfilzmatten-Segmente
(1) ein Streckmetall (8) befestigt wird.
2. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die keramischen Feuchtfilzmatten-Segmente (1) auf die Rohre der Rohrwand (10)
der Kühlfläche (2) und des wärmedämmenden Materials (3) aufgebracht sind.
3. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in jeder zweiten Stiftreihe (11) und in den Randzonen (12) der wärmedämmenden
Abkleidung (1, 3) Streckmetallstreifen (8, 13) angebracht sind, die von Befestigungsstiften
(4) mit Befestigungsscheiben (5) gehalten werden.
4. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 1 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Streckmetall (8), die Befestigungsscheiben (5), der vorstehende Teil der Befestigungsstifte
(4) mit einem korrosionsbeständigen ff-Material (9) überdeckt ist.
5. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den Randzonen (12) abgekantete Streckmetallstreifen (13) angebracht sind, die
von Befestigungsstiften (4) mit Befestigungsscheibe (5) gehalten werden.
6. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 1 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die gesamte Oberfläche der keramischen Feuchtfilzmatten-Segmente (1) mit Streckmetall
(8) überdeckt ist, die von Befestigungsstiften (4) mit Befestigungsscheiben (5) gehalten
werden.
7. Wärmedämmende Auskleidung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß innerhalb der Streckmetallabkleidung (8) jedes beliebige wärmeisolierendes und
temperaturbeständige Material in Mattenform (1) oder loser Wolle verwendet wird.