[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Steckerverbindungsteil mit einem
aus Kunststoff gefertigten Gehäuse mit mindestens einer Reihe von nebeneinanderliegenden,
durch Querstege voneinander getrennten Aufnahmekammern für die Kontaktelemente und
mindestens einem einstückig an der äußeren Gehäusewand angeformten, von einer Offenstellung
in eine Verriegelungsstellung bringbaren, um eine Achse verschwenkbaren Verriegelungsarm,
dessen Querschnitt etwa L-förmig gestaltet ist und der in der Offenstellung den Querschnitt
der jeweiligen Aufnahmekammern freigibt und der in der Verriegelungsstellung deren
Querschnitt verengt und dabei das darin befindliche Kontaktelement zwischen einem
Endanschlag und dem freien Ende des Verriegelungsarmes hält, wobei dieses freie Ende
durch mindestens eine im Gehäuse ausgesparte Öffnung ragt und der Verriegelungsarm
in der Verriegelungsstellung gegenüber dem Gehäuse arretiert ist.
[0002] Elektrische Steckerverbindungsteile dieser Art sind in vielen Ausführungsformen bekanntgeworden.
In der Regel ist jeder Aufnahmekammer ein Verriegelungsarm zugeordnet, der in seiner
Verriegelungsstellung entweder einrastet oder durch einen auf das Gehäuse aufgeschobenen
zweiten Gehäuseteil in seiner Verriegelungsstellung gehalten wird (EP 0164 211 B1;
DE 39 33 959 C2; DE 43 01 602 C1). Da solche Steckerverbindungsteile nur sehr geringe
Abmessungen haben, also klein sind, sind diese Konstruktionen außerordentlich filigran
und die für ihre Herstellung erforderlichen Spritzgußwerkzeuge außerordentlich aufwendig
und kompliziert und damit störanfällig.
[0003] In diesem Zusammenhang ist auch der elektrische Steckverbinder nach DE 35 44 180
C2 zu erwähnen. In der Wand seines Gehäuses sind einzelne, in die Aufnahmekammern
der Kontaktelemente mündende Aussparungen. Am einen Schenkel des L-förmigen Verriegelungsarmes
sind zahnartige Vorsprünge angeformt, die in der Verriegelungsstellung des Verriegelungsarmes
durch diese Aussparungen hindurchragen. Bei kleinformatigen Steckverbindungen dieser
Art, bei welchen beispielsweise die Kontaktteilung nur wenige Millimeter beträgt,
sind diese zahnartigen Vorsprünge äußerst filigran. Andererseits ist zu bedenken,
daß ein solches Verriegelungsglied einer Ausreißkraft von bis zu 60 N/Kontaktelement
standhalten muß. Diesen Forderungen kann diese vorbekannte Konstruktion nicht entsprechen.
Wird eine solche Ausreißkraft auf das Kontaktelement ausgeübt, so wird der zahnartige
Vorsprung unweigerlich abgeschert. Darüberhinaus ist der Verriegelungsarm in seiner
ursprünglichen Offenstellung praktisch frei beweglich, so daß dieser Verriegelungsarm
gegenüber dem Gehäuse beliebige Stellungen und Lagen einnehmen kann, so daß ein solcher
Steckverbinder nicht auf Automaten manipulierbar ist, es sei denn, daß aufwendige
Mechanismen entwickelt werden, die bei der automatischen Weiterverarbeitung und Weiterbehandlung
eines solchen Verbindungssteckers den Verriegelungsarm in einer eindeutig definierbaren
und wiederholbaren Lage festhalten.
[0004] Von diesem Stand der Technik geht die Erfindung aus und sie zielt darauf ab, einen
elektrischen Steckerverbindungsteil so konstruktiv zu gestalten, daß er mit vergleichsweise
einfachen und damit robusten Werkzeugen gefertigt werden kann, vor allem aber ist
der Steckverbinderteil so auszubilden, daß er auf Fertigungsautomaten manipulierbar
ist und daß seine Verriegelung den geforderten hohen mechanischen Beanspruchungen
standzuhalten vermag. Gemäß der Erfindung gelingt dies dadurch, daß sich der die Verriegelung
der Kontaktelemente bewirkende, kurze Schenkel des Verriegelungsarmes und die zu seiner
Aufnahme im Gehäuse ausgesparte Öffnung quer über die Reihe der Aufnahmekammern erstrecken,
wobei in der Offenstellung des Verriegelungsarmes zwischen einem Rand der Öffnung
und dem freien Rand des kurzen Schenkels mindestens ein als Sollbruchstelle dienender
Steg vorgesehen ist und zumindest eine der quer zu den Aufnahmekammern verlaufenden
Begrenzungskanten der Öffnung den Schwenkweg des kleinen Schenkels des Verriegelungsarmes
schneidet und der kleine Schenkel in der Verriegelungsstellung innerhalb des Gehäuses
formschlüssig gehalten ist, wobei die der Achse des Verriegelungsarmes gegenüberliegende
Rastkante des freien Endes des kurzen Schenkels von dieser Achse einen Abstand hat,
der um ein geringes Maß kleiner ist, als der Abstand der der Achse benachbarten Begrenzungskante
der Öffnung von dieser Achse und der kurze Schenkel des Verriegelungsarmes über dessen
gesamte Länge einstückig ausgebildet ist.
[0005] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen festgehalten.
Um die Erfindung zu veranschaulichen, werden anhand der Zeichnung zwei Ausführungsbeispiele
näher erläutert, ohne dadurch die Erfindung darauf einzuschränken.
Es zeigen:
- Fig. 1
- das Gehäuse eines Steckerverbindungsteiles in Ansicht;
- Fig. 2
- in Draufsicht, Blickrichtung Pfeil A in Fig. 1;
- Fig. 3
- die Untersicht, Blickrichtung Pfeil B in Fig. 1;
- Fig. 4
- die Seitensicht, Blickrichtung Pfeil C in Fig. 1;
- Fig. 5
- einen vertikalen Längsschnitt durch das Gehäuse nach Fig. 1 gemäß der Schnittlinie
V - V in Fig. 1;
- Fig. 6
- einen vertikalen Längsschnitt wie Fig. 5, jedoch mit eingesetztem und verriegeltem
Kontaktelement;
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines Gehäuses;
[0006] Die Figuren haben unterschiedliche Maßstäbe.
[0007] Der elektrische Steckerverbindungsteil besitzt ein Gehäuse 1 aus einem elektrisch
isolierenden Kunststoffmaterial und weist im wesentlichen eine rechteckige, quaderförmige
Gestalt auf. Dieser Steckerverbindungsteil ist als Spritzgußteil ausgestaltet. In
diesem schachtelartigen Gehäuse 1 sind durch eine Reihe voneinander distanzierte,
nebeneinander liegende Querstege 2 Aufnahmekammern 3 ausgespart, in welche Kontaktelemente
einsetzbar sind. Solche Kontaktelemente werden im Handel angeboten. In der oberen
Stirnseite 4 sind Öffnungen 5 ausgespart, durch welche die stiftförmigen Kontaktelemente
eines zweiten Steckerverbindungsteiles einfügbar sind, die hier jedoch nicht dargestellt
sind. An der vorderen Breitseite 13 des Gehäuses 1 (Fig. 1) ist ein Verriegelungsarm
6 angeformt, der sich im wesentlichen über die Breite D des Gehäuses 1 erstreckt und
dessen hier unten liegende Achse 7, um welche dieser Verriegelungsarm 6 schwenkbar
ist, durch ein Filmscharnier 8 gebildet ist. Wenn dieses Gehäuse 1 die Spritzgußform
verläßt, ist dieser Verriegelungsarm 6 über zwei kleine Stege 9 mit der vorderen Breitseite
13 des Gehäuses verbunden. Diese Stege 9 halten den Verriegelungsarm 6 in einer gegenüber
dem Gehäuse 1 eindeutig definierten Stellung oder Lage, was für die nachfolgende Manipulation
des Steckverbinderteiles in Bestückungsautomaten ein wichtiges Merkmal bildet. Der
Verriegelungsarm 6 besitzt einen L-förmigen Querschnitt (Fig. 4) mit einem langen
Schenkel 10 und einem kurzen Schenkel 11, wobei dieser kurze Schenkel 11 an seinem
freien, dem Filmscharnier 8 zugewandten Ende eine Rastkante 12 aufweist.
[0008] In der vorderen Breitseite 13 des Gehäuses 1 ist eine über seine Breite D sich erstreckende,
schlitzförmige Öffnung 14 ausgespart, die im Schwenkbereich des kleinen Schenkels
11 des Verriegelungsarmes 6 liegt und in den einzelnen, die Aufnahmekammern für die
Kontaktelemente begrenzenden Querstege 2 sind dazu korrespondierend liegende Ausnehmungen
15, wobei die inseitig liegende Kante 16 dieser Aussparung um ein Maß T gegenüber
der vorderen Breitseite 13 des Gehäuses 1 zurückversetzt ist, das mindestens der Länge
des kleinen Schenkels 11 des Verriegelungsarmes 6 entspricht. Die untere Begrenzungskante
17 der schlitzartigen Öffnung 14 schneidet den Schwenkweg des kleinen Schenkels 11
bzw. dessen Rastkante 12, wie die Bogenlinie 18 in Fig. 5 andeutet, die den Schwenkweg
der Rastkante 12 bezeichnet. Die beiden Schenkel 10 und 11 des Verriegelungsarmes
6 schließen miteinander einen spitzen Winkel ein. Der kurze Schenkel 11 des Verriegelungsarmes
6 ist über dessen gesamte Länge einstückig ausgebildet. In den Querstegen 2 der Aufnahmekammern
3 sind die vorstehend beschriebenen Ausnehmungen 15 ausgespart. Falls diese Aussparungen
an den Querstegen 2 nicht vorhanden wären, sind am kurzen Schenkel 11 des Verriegelungsarmes
6 in oder parallel zur Schwenkebene dieses Verriegelungsarmes verlaufende Einschnitte
vorgesehen, in welche in der Verriegelungsstellung des Verriegelungsarmes die die
Aufnahmekammern 3 unterteilenden Querstege 2 ragen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
nach den Figuren 4 und 5 sind die oben erwähnten Stege 9 am oberen Rand der Öffnung
14 vorgesehen. Es ist auch möglich, diese Stege am unteren Rand dieser Öffnung 14
anzuordnen. Anstelle von zwei Stegen kann nur ein Steg vorgesehen sein oder aber mehr
als zwei Stege.
[0009] Fig. 6 zeigt nun einen vertikalen Querschnitt wie Fig. 5, jedoch ist hier bereits
ein handelsübliches Kontaktelement 19 mit einem daran angeschlossenen Leitungsdraht
20 in die Aufnahmekammer 3 eingesetzt. Dieses Kontaktelement 19 besitzt federnde Spreizflügel
21, mit welchen es sich in der Aufnahmekammer 3 selbst festhält. Nach dem Einsetzen
des Kontaktelementes 19 wird der Verriegelungsarm gegen das Gehäuse 1 gedrückt (Pfeil
22), wobei sein kurzer Schenkel 11 in der hier veranschaulichten Art und Weise einschnappt
und einrastet und dabei den dem Anschluß des Leitungsdrahtes 20 dienenden Teil des
Kontaktelementes 19 formschlüssig hintergreift und so eine zweite Sicherung für das
Kontaktelement bildet. Die Rastkante 12 des Schenkels 11 überfährt dabei die untere
Begrenzungskante 17, wobei dieser Schenkel 1 etwas angehoben wird und anschließend,
sobald die Rastkante 12 die untere Begrenzungskante 17 überfahren hat, einschnappt
und einrastet. Die einleitend erwähnten Stege 9, die den kurzen Schenkel 11 des Verriegelungsarmes
6 und die Breitseite 13 des Gehäuses verbinden und den Verriegelungsarm 6 gegenüber
dem Gehäuse 1 vorerst in einer vorgegebenen und definierten Stellung oder Lage halten,
werden beim nachfolgenden Eindrücken (Pfeil 22) des Verriegelungsarmes 6 in seine
Verriegelungsstellung (Fig. 6) abgerissen, da sie gleichsam Sollbruchstellen bilden,
die ihre Haltefunktion 10 nur solange auszuüben haben, bis der Steckerteil mit den
Kontaktelementen bestückt ist und die Kontaktelemente im Gehäuse 1 lagemäßig fixiert
sind.
[0010] Das Gehäuse 1 nach den Fig. 1 bis 6 besitzt eine Reihe von Aufnahmekammern 3. In
Fig. 7 ist ein Gehäuse dargestellt, das zwei parallele Reihen solcher Aufnahmekammern
3 besitzt. An beiden Breitseiten 13 dieses Gehäuses 1 sind schlitzartige Öffnungen
14 und Verriegelungsarme 6 angeformt und ausgebildet, so daß das Gehäuse 1 einen im
wesentlichen symmetrischen Querschnitt besitzt.
[0011] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Kontaktelement 19 als aufnehmendes Kontaktelement
ausgebildet. Die erfindungsgemäße, das Gehäuse betreffende Maßnahme ist auch dort
anwendbar, wo in den Aufnahmekammern des Gehäuses stiftförmige Kontaktelemente angeordnet
sind, die von den gezeigten Kontaktelementen 19 bei der Herstellung der Kontaktverbindung
aufgenommen werden.
[0012] Wird ein Kontaktelement in der oben erwähnten Art mechanisch beansprucht, so wirkt
diese Beanspruchung auf den kurzen Schenkel 11 des Verriegelungsarmes 6 ein, der zweckmäßigerweise
über seine Länge einstückig ausgebildet ist. Dabei liegt der so beanspruchte Teil
des kurzen Schenkels 11 auf den jeweiligen, dem mechanisch beanspruchten Kontaktelement
19 benachbart liegenden Querstegen 2 auf und wird durch diese abgestützt.
Legende zu den Hinweisziffern:
[0013]
- 1
- Gehäuse
- 2
- Quersteg
- 3
- Aufnahmekammer
- 4
- obere Stirnseite
- 5
- Öffnung
- 6
- Verriegelungsarm
- 7
- Achse
- 8
- Filmscharnier
- 9
- Steg
- 10
- Schenkel
- 11
- Schenkel
- 12
- Rastkante
- 13
- vordere Breitseite
- 14
- Öffnung
- 15
- Ausnehmung
- 16
- Kante
- 17
- Begrenzungskante
- 18
- Bogenlinie
- 19
- Kontaktelement
- 20
- Leitungsdraht
- 21
- Spreizflügel
- 22
- Pfeil
1. Elektrischer Steckerverbindungsteil mit einem aus Kunststoff gefertigten Gehäuse (1)
mit mindestens einer Reihe von nebeneinanderliegenden, durch Querstege (2) voneinander
getrennten Aufnahmekammern (3) für die Kontaktelemente (19) und mindestens einem einstückig
an der äußeren Gehäusewand angeformten, von einer Offenstellung in eine Verriegelungsstellung
bringbaren, um eine Achse (7) verschwenkbaren Verriegelungsarm (6), dessen Querschnitt
etwa L-förmig gestaltet ist und der in der Offenstellung den Querschnitt der jeweiligen
Aufnahmekammern (3) freigibt und der in der Verriegelungsstellung deren Querschnitt
verengt und dabei das darin befindliche Kontaktelement (19) zwischen einem Endanschlag
und dem freien Ende des Verriegelungsarmes (6) hält, wobei dieses freie Ende durch
mindestens eine im Gehäuse (1) ausgesparte Öffnung (14) ragt und der Verriegelungsarm
(6) in der Verriegelungsstellung gegenüber dem Gehäuse (1) arretiert ist, dadurch
gekennzeichnet, daß sich der die Verriegelung der Kontaktelemente (19) bewirkende,
kurze Schenkel (11) des Verriegelungsarmes (6) und die zu seiner Aufnahme im Gehäuse
(1) ausgesparte Öffnung (14) quer über die Reihe der Aufnahmekammern (3) erstrecken,
wobei in der Offenstellung des Verriegelungsarmes (6) zwischen einem Rand der Öffnung
(14) und dem freien Rand des kurzen Schenkels mindestens ein als Sollbruchstelle dienender
Steg (9) vorgesehen ist und zumindest eine der quer zu den Aufnahmekammern verlaufenden
Begrenzungskanten (17) der Öffnung (14) den Schwenkweg des kleinen Schenkels (11)
des Verriegelungsarmes schneidet und der kleine Schenkel (11) in der Verriegelungsstellung
innerhalb des Gehäuses (1) formschlüssig gehalten ist, wobei die der Achse (7) des
Verriegelungsarmes (6) gegenüberliegende Rastkante (12) des freien Endes des kurzen
Schenkels (11) von dieser Achse (7) einen Abstand hat, der um ein geringes Maß kleiner
ist, als der Abstand der der Achse (7) benachbarten Begrenzungskante (17) der Öffnung
(14) von dieser Achse (7) und der kurze Schenkel (11) des Verriegelungsarmes (6) über
dessen gesamte Länge einstückig ausgebildet ist.
2. Elektrischer Steckerverbindungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Schenkel (10, 11) des Verriegelungsarmes (6) miteinander einen spitzen Winkel
einschließen.
3. Elektrischer Steckerverbindungsteil nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der kurze Schenkel (11) des Verriegelungsarmes (6) in oder parallel zur Schwenkebene
des Verriegelungsarmes verlaufende Einschnitte aufweist, in welche in der Verriegelungsstellung
die die Aufnahmekammer unterteilenden Querstege ragen.
4. Elektrischer Steckerverbindungsteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Querstege (2) im Bereich der sich quer über die Reihe der Aufnahmekammern (3) erstreckenden
Öffnung (14) zur Aufnahme des durch diese Öffnung (14) ragenden Schenkels (11) des
Verriegelungsarmes (6) Aussparungen (15) aufweisen.