[0001] Die Erfindung geht aus von einem Brausekopf mit einem Brausekopfgehäuse und einer
im Innern des Brausekopfgehäuses angeordneten Reinigungseinrichtung, mit deren Hilfe
Zapfen in Strahlaustrittslöcher eingeschoben werden können.
[0002] Derartige Brauseköpfe mit Reinigungseinrichtungen sind bekannt (DE-OS 37 07 885,
DE-OS 44 28 788).
[0003] Bei den bekannten Brauseköpfen dieser Art wird entweder durch eine manuelle Betätigung,
beispielsweise beim Umschalten von einer Strahlart zur anderen, oder durch das strömende
Wasser angetrieben die Reinigungseinrichtung derart betätigt, daß die Stifte in die
Strahlaustrittsöffnungen soweit eingeschoben werden, daß an den Rändern der Öffnung
haftende Teilchen, insbesondere Verkalkungen, herausgeschoben werden.
[0004] Üblicherweise sind die Reinigungsstifte in ihrem Durchmesser etwas kleiner als die
Strahlaustrittsöffnungen.
[0005] Weiterhin bekannt sind Brauseköpfe mit Wasseraustrittsöffnungen, die Einsätze aus
gummielastisch verformbarem Material aufweisen (DE 39 43 062 A1, DE 43 08 599 A1).
Diese Einsätze ragen stromab aus der Strahlscheibe heraus und sollen entweder von
Hand oder mit einer Einrichtung gewalkt, d.h. so verformt werden, daß sich Kalkablagerungen
lösen. Bei der Verformung weicht die Innenöffnung von der geradlinigen unverformten
Ausbildung ab.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Brausekopf zu schaffen, der bei einfachem
Aufbau die Möglichkeit der leichten und einfachen Reinigung der Strahlaustrittsöffnungen
von Ablagerungen oder sonstigen Verschmutzungen bietet.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Brausekopf mit den im Anspruch
1 genannten Merkmalen vor. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0008] Das Vorsehen von gummielastisch verformbaren Einsätzen hat den Vorteil, daß die Stifte
eine bessere Reinigungsfunktion durchführen können. Beispielsweise können Ablagerungen
im Brausewasser, beispielsweise Sandkörner, auch dann durch die Brauseeinrichtung
entfernt werden, wenn diese etwas größer sind als die Innenöffnung der Einsätze. Die
Einsätze können hier etwas nachgeben. Auch die Kalkablagerungen lassen sich leichter
durch die Reinigungsstifte lösen, da auch hier eine Verformung der Einsätze auftreten
kann, was dann zu einem Abplatzen von Kalkablagerungen führen kann, die sich nicht
verformen lassen.
[0009] Insbesondere kann in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, daß die Elastomereinsätze
über die Außenseite der Strahlscheibe vorstehen. In diesem Fall braucht der Benutzer
nur mit einer leichten Handbewegung über die Strahlscheibe zu streichen, um die Einsätze
etwas zu verformen, wodurch ebenfalls ein Lösen von Ablagerungen erfolgen kann. Er
hat also die Möglichkeit, mit Hilfe zweier sich gegenseitig ergänzender Maßnahmen
eine Reinigung der Strahlaustrittsöffnungen durchzuführen. Gerade durch die Verformbarkeit
der Einsätze, die auch das Ablösen von dünnen Ablagerungen längs der Öffnungswandungen
ermöglicht, wird auch für ein sauberes Strahlbild gesorgt.
[0010] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Außenseite der Einsätze,
d. h. die Enden der aus der Strahlscheibe vorspringenden Einsätze, parallel zu der
Außenseite der Strahlscheibe verlaufen. Dies ergibt insbesondere bei gewölbten Strahlscheiben
einen günstigeren optischen Eindruck und ermöglicht auch das Ablösen von Verunreinigungen
unabhängig von der Richtung, in der der Benutzer über die Oberfläche streicht.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Reinigungsstifte einen
dem Innendurchmesser der Strahlaustrittsöffnung entsprechenden, gegebenenfalls etwas
größeren Außendurchmesser aufweisen.
[0012] Der Außendurchmesser der Stifte kann größer sein als der Innendurchmesser der Öffnungen
der Einsätze, da die Einsätze ja nachgeben können. Aufgrund der Nachgiebigkeit ist
es aber auch möglich, die Stifte beispielsweise nicht exakt auszurichten, so daß sie
exzentrisch zu den Öffnungen angeordnet werden können.
[0013] Auch ein leichtes Schrägverlaufen der Reinigungsstifte gegenüber der Achse der Austrittsöffnungen
ist möglich, insbesondere dann, wenn die Austrittsöffnungen nur einen relativ kurzen
die eigentliche Austrittsöffnung bildenden zylindrischen Bereich aufweisen.
[0014] Dieser zylindrische Bereich ist mit Vorteil im äußeren Bereich der Einsätze angeordnet.
[0015] Insbesondere kann in Weiterbildung vorgesehen sein, daß die Einsätze mehrerer Öffnungen,
insbesondere alle Einsätze, zu einem an der Innenseite der Strahlscheibe insbesondere
flächig anliegenden Bauteil zusammengefaßt sind. Dieses Bauteil läßt sich sehr einfach
montieren, da es nur von der Rückseite der Strahlscheibe eingelegt und eingedrückt
zu werden braucht. Die Festlegung der Einsätze kann dadurch geschehen, daß diese in
den Öffnungen der Strahlscheibe kraft- und/oder formschlüssig festlegbar sind.
[0016] Das Bauteil kann praktisch in die Strahlscheibe eingeknöpft werden.
[0017] Die Betätigungseinrichtung zum Einschieben der Reinigungsstifte in die Strahlaustrittsöffnungen
kann beispielsweise manuell betätigbar sein, indem ein Benutzer an einer Handhabe
angreift und die Reinigungseinrichtung betätigt.
[0018] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß die Reinigungseinrichtung immer dann
betätigt wird, wenn der Brausekopf von einer Strahlart in eine andere Strahlart umgeschaltet
wird.
[0019] Unter Betätigen der Reinigungseinrichtung ist hier zu verstehen, daß die Stifte in
die Strahlaustrittsöffnungen eingeschoben und anschließend wieder herausgezogen werden.
[0020] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß die Reinigungseinrichtung von einer Turbine
hin- und hergehend angetrieben wird, die von dem durch den Brausekopf strömenden Wasser
angetrieben wird.
[0021] Einzelheiten solcher Betätigungseinrichtungen sind aus den beiden eingangs genannten
Veröffentlichungen bekannt, deren Einzelheiten hiermit durch Bezugnahme zum Inhalt
der vorliegenden Beschreibung gemacht werden.
[0022] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge ergeben sich aus den Patentansprüchen,
deren Wortlaut durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht wird, der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sowie anhand der Zeichnung.
Hierbei zeigt die einzige Zeichnungsfigur einen Schnitt durch einen Brausekopf am
Beispiel einer Handbrause.
[0023] Das vordere Ende der Handbrause bildet ein Brausekopfgehäuse 1, das eine im wesentlichen
kreisförmige Öffnung bildet. Durch diese Öffnung ist in das Innere des Gehäuses ein
Kern 2 eingesetzt und in dem Gehäuse befestigt. Der Brausekopfkern 2 enthält mit dem
Gehäuse zusammenwirkende Wasserführungen, von denen eine zu einer mittleren Gruppe
von Strahlenaustrittsöffnungen mit einer Belüftungseinrichtung 3 führt.
[0024] In den Kern 2 des Brausekopfgehäuses und den Rand der Öffnung ist eine Strahlscheibe
4 eingesetzt, beispielsweise eingeschnappt. Diese Strahlscheibe 4 weist eine konvex
gekrümmte Außenseite 5 auf. An der Innenseite enthält die Strahlscheibe 4 eine kurzzylindrische
äußere Schürze 6, an deren Außenseite eine umlaufende Rippe 7 angeformt ist. Mit dieser
Rippe 7 greift die Strahlscheibe hinter den Rand der Öffnung des Brausekopfgehäuses.
[0025] Koaxial zu der Schürze 6 enthält die Strahlscheibe 4 einen weiter innen liegenden
zylindrischen Ansatz 8, der mit seiner Außenseite an einer entsprechend geformten
zylindrischen Wandfläche des Kerns 2 anliegt.
[0026] Innerhalb des Ansatzes 8 ist in die Strahlscheibe 4 eine die Belüftungseinrichtung
enthaltende Einheit eingesetzt und mit Hilfe eines Dichtrings 9 abgedichtet.
[0027] Zum Verdrehen der Strahlscheibe 4 gegenüber dem Kern 2 des Brausekopfs ist ein Griffelement
9 vorgesehen, an dem ein Benutzer angreifen kann.
[0028] Die Strahlscheibe 4 enthält in dem Ringbereich zwischen der äußeren Schürze 6 und
dem inneren zylindrischen Ansatz 8 zwei konzentrisch angeordnete Reihen von Öffnungen.
Jede Öffnung wird durch einen Einsatz 11 ausgefüllt, er aus gummielastischem Material
besteht und eine durchgehende Innenöffnung 12 aufweist. Alle Einsätze 11 sind an der
Vorderseite eines flachen Rings 13 angeformt, dessen Breite etwa dem radialen Innenabstand
zwischen der Schürze 6 und dem Ansatz 8 entspricht.
[0029] Die Ansätze weisen an ihrer Außenseite einen Hinterschnitt auf, mit dem sie hinter
eine Schulter der Öffnung der Strahlscheibe 4 greifen. Die Innenöffnung 12 der Einsätze
11 ist so geformt, daß sie auf der in das Innere des Brausekopfs gerichteten Seite
einen größeren Durchmesser aufweisen, der sich dann trichterförmig auf einen zylindrischen
Bereich kleineren Durchmessers verjüngt.
[0030] An der Außenseite der Strahlscheibe 5 verlaufen die Enden der Einsätze 11 parallel
zu dieser Außenseite 5. Die Einsätze 11 stehen also überall gegenüber der Außenseite
5 der Strahlscheibe 4 um etwa den gleichen Abstand vor. Die Innenöffnungen aller Einsätze
verlaufen parallel zueinander und zu der Drehachse der Strahlscheibe 4.
[0031] Zwischen der äußeren Schürze 6 und dem inneren zylindrischen Ansatz 8 ist in den
dort gebildeten Raum der Strahlscheibe 4 eine Reinigungseinrichtung 10 angeordnet,
die ein starres Ringelement 14 enthält. Das Ringelement 14 ist gegenüber der Strahlscheibe
4 axial verschiebbar, aber nicht verdrehbar gelagert. Zu diesem Zweck weist die äußere
Schürze 6 der Strahlscheibe 4 an ihrer Innenseite einen Vorsprung 15 auf, der in eine
entsprechende Ausnehmung der radialen Außenseite des Ringelements 14 eingreift.
[0032] Das Ringelement 14 weist an seiner radialen Innenseite zwei einander diametral gegenüberliegende
Vorsprünge 16 auf, die in eine Nut in der Zylindermantelaußenseite des Kerns 2 eingreifen.
Links in der Zeichnungsfigur ist das Ringelement 14 in einer anderen Stellung gezeichnet
als rechts in der Figur. Die Nut 17 in der Außenseite des Kerns verläuft längs der
Außenseite leicht zickzackförmig.
[0033] Wird die Strahlscheibe gegenüber dem Kern 2 verdreht, so dreht sich das Ringelement
14 mit. Der in die Nut 17 eingreifende Vorsprung 16 folgt der Form der Nut und führt
daher zu einer Verschiebung des Ringelements zwischen einer Stellung, in der er näher
an die Strahlscheibe 4 herangerückt ist, und einer Stellung, in der er einen maximalen
Abstand von der Strahlscheibe 4 aufweist.
[0034] Auf der der Strahlscheibe 4 zugewandten Vorderseite des Ringelements 14 sind zwei
koaxiale Reihen von Reinigungsstiften 18 angeformt, die in ungefährer axialer Ausrichtung
gegenüber den Innenöffnungen 12 der Einsätze 11 angeordnet sind. Durch Verschieben
des Ringelements 14, hervorgerufen durch eine Verdrehung der Strahlscheibe 4, werden
diese Reinigungsstifte 18 in die Innenöffnungen 12 der Einsätze 11 eingeschoben. Das
Einschieben geht soweit, siehe links in der Figur, daß die freien Enden der Reinigungsstifte
18 aus den Innenöffnungen der Einsätze 11 heraustreten.
[0035] Im gegenüberliegenden Fall, rechts in der Figur, sind die vorderen Ende der Reinigungsstifte
18 in den erweiterten Teilen der Innenöffnungen 12 angeordnet. Sie leiten daher das
Wasser zwischen sich und dem Rand der Öffnung durch die Innenöffnungen 12 hindurch.
[0036] Der Durchmesser der Reinigungsstifte 12 in ihrem vorderen aktiven Bereich kann dem
Innendurchmesser der Innenöffnungen 12 in deren engerem Bereich gleich sein, oder
auch etwas größer. Aufgrund der Herstellung der Einsätze 11 und des Ringelements 13
aus gummielastisch verformbarem Elastomermaterial kann das Material, falls erforderlich,
etwas ausweichen.
[0037] Durch Betätigen der Reinigungseinrichtung können die Strahlaustrittsöffnungen der
Einsätze 11 von Ablagerungen, Schmutz o. dgl. gereinigt werden.
[0038] Während bei der dargestellten Ausführungsform die Reinigungseinrichtung 10 immer
dann betätigt wird, wenn der Benutzer die Strahlscheibe 4 verdreht, ist es ebenfalls
möglich, die Reinigungseinrichtung 10 von einer Turbine hin- und hergehend bewegen
zu lassen, die von dem durch den Brausekopf fließenden Wasser angetrieben wird.
1. Brausekopf mit
1.1 einem Brausekopfgehäuse (1),
1.2 einer Strahlscheibe (4), die
1.2.1 eine Vielzahl von Öffnungen und
1.2.2 in den Öffnungen angeordnete Einsätze (11) aus gummielastisch verformbarem
Material mit einer durchgehenden Innenöffnung (12) aufweist,
1.2.3 die die Strahlaustrittsöffnung bildet,
1.3 einer Reinigungseinrichtung (10), die
1.3.1 eine Vielzahl von Reinigungsstiften (18) aufweist, die
1.3.2 in die Strahlaustrittsöffnungen einschiebbar sind, sowie mit
1.4 einer Betätigungseinrichtung zum Verschieben der Reinigungsstifte (18) der Reinigungseinrichtung
(10).
2. Brausekopf nach Anspruch 1, bei dem die Elastomereinsätze (11) über die Außenseite
(5) der Strahlscheibe (4) vorstehen.
3. Brausekopf nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Außenseiten der Einsätze (11) parallel
zur Außenseite (5) der Strahlscheibe (4) verlaufen.
4. Brausekopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Innenöffnungen (12)
der Einsätze (11) mindestens in deren äußerem Bereich zylindrisch sind.
5. Brausekopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Einsätze (11) mehrerer
Öffnungen, insbesondere alle Einsätze (11), zu einem an der Innenseite der Strahlscheibe
(4) anliegenden Bauteil (13) zusammengefaßt sind.
6. Brausekopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Einsätze (11) in den
Öffnungen der Strahlscheibe (4) kraft- und/oder formschlüssig festlegbar sind.
7. Brausekopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Betätigungseinrichtung
manuell betätigbar ist.
8. Brausekopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Betätigungseinrichtung
beim Umschalten des Brausekopfs auf eine andere Strahlart betätigt wird.
9. Brausekopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem die Betätigungseinrichtung durch
eine Turbine antreibbar ist.